Warten auf'n Bus - Schauspiel nach den Drehbüchern der RBB Serie

  • Unsere "Zwischen den Jahren" - Kulturtour führte uns in zwei Museen, ins Kino, in Restaurants und in die


    Vagantenbühne auf der Kantstraße in Berlin,


    ein sehr kleines, sehr feines Theater mit gerade mal 99 Plätzen und einem umwerfend netten Team. Die Zeit zwischen Heiligabend und Silvester in Berlin ist für mich immer was ganz Besonderes. Alles scheint ein bisschen still zu stehen und ruhiger zu sein. Wir haben uns das Stück


    Warten auf'n Bus


    angesehen, in der Bühnenfassung von Christiane Hofer und Daniela Guse.


    Ursprünglich handelt es sich bei dem Stoff um eine RBB Serie, die man sich auch in der ARD Mediathek anschauen kann.


    Warten auf' n Bus - Serie in der ARD Mediathek


    Zur Handlung:

    Ralle und Hannes sitzen an der Bushaltestelle in Briesenow, irgendwo in Brandenburg. Jeden Tag. Die zwei sind Freunde seit der Schule und sind schon durch alle Zeiten zusammen gegangen. Die guten Zeiten, als Ralle noch Ingenieur im Tagebau war und Hannes stolzer Agrarwissenschaftler, sind längst vorbei. Danach ist erstmal viel passiert, die Wende, Scheidungen und dann nichts mehr.


    Wer jetzt denkt, ihre Geschichte wäre eine dieser typischen, ostdeutschen Verlierergeschichten, der täuscht sich. Ralle und Hannes haben immer noch sich. Und dann ist da auch noch Busfahrerin Kathrin, deren Halt in Briesenow immer ein Ereignis ist. Außerdem gibt es, wie könnte es in einer Geschichte aus Brandenburg anders sein, Nazis derer man sich erwehren muss und Dorfbullen, die einem schon seit der Schulzeit gehörig auf den Sack gehen.


    Die erfolgreiche RBB-Serie „Warten auf`n Bus“ von Oliver Bukowski, Anne Rabe und Sophie Decker zeichnet ein Bild der brandenburgischen Provinz entgegen der gängigen Klischees. Mit viel Herz erzählt sie von zwei Freunden, an denen sich auch ein Stück deutsche Geschichte nachvollziehen lässt, die aber vor allem eines sind, zwei Menschen mit Herz und Humor. Regisseurin Christine Hofer adaptiert die Serie fürs Theater und bringt „Warten auf`n Bus“ auf die Vagantenbühne.



    Ich kenne die Fernsehserie nur vom Hörensagen, habe also keinen direkten Vergleich, das Theaterstück jedenfalls hat mich sehr begeistert.


    Die vier Schauspieler Paul Walther, Andreas Klopp, Melissa Anna Schmidt und Karsten Zinser verkörpern die Rollen der "Ossis, Wessis und taffen Frauen" auf den Punkt und schaffen ein ungeheuer kurzweiliges Schauspiel, das herzerwärmend, lustig, nachdenklich und mutmachend daherkommt. Kein bisschen Klischee behaftet oder moralinsauer.


    Ein toller Abend war das, inklusive netter Menschen, kühlen Getränken und tief angerissenen Gesprächen. Wer mal die Gelegenheit hat, sich ein Stück auf der qualitativ hochwertigen Vagantenbühne anzusehen, sollte nicht zögern. Für mich war es nicht das letzte Mal.

    Ailton nicht dick, Ailton schießt Tor. Wenn Ailton Tor, dann dick egal.



    Grüße, Das Rienchen ;-)