Eine eindringliche, atmosphärische Reise ins Ungewisse
„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga entfaltet eine Sogwirkung, die man anfangs kaum erwartet. Der Roman verbindet psychologische Spannung mit einer fast poetischen Erkundung innerer Abgründe. Besonders stark wirkt die Art, wie Alvarenga seine Figuren an den Rand des Fassbaren führt, ohne je ins Plakative abzurutschen.
Der Autor arbeitet mit einer dichten, manchmal beklemmenden Stimmung, die sich wie ein feiner Nebel über die Handlung legt. Die Sprache ist präzise, oft bildhaft, und erzeugt ein Gefühl von ständiger Unruhe. Man spürt, dass hier jemand schreibt, der genau weiß, wie man Spannung nicht nur aufbaut, sondern hält.
Die Protagonistinnen und Protagonisten wirken glaubwürdig, verletzlich und komplex. Ihre inneren Konflikte stehen im Zentrum, und gerade diese psychologische Tiefe macht das Buch so fesselnd. Themen wie Identität, Verlust und die Sehnsucht nach Bedeutung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Einziges kleines Minus: Manchmal verliert sich der Roman etwas in seiner eigenen Symbolik. Einzelne Passagen wirken dadurch leicht überladen oder verlangsamend. Das schmälert den Gesamteindruck aber nur minimal.
Fazit:
„Ruf der Leere“ ist ein kraftvoller, nachdenklicher Roman, der lange im Kopf bleibt. Wer psychologisch dichte Literatur mit einem Hauch Mystery schätzt, wird hier definitiv fündig.
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ASIN/ISBN: 3365011382 |
Edit: ISBN ergänzt, damit das Cover angezeigt wird. Gruss Herr Palomar
