Stefan S. Kassner - Walbluter: Das Blut des roten Wals

  • Herausgeber: Eigenverlag (15. Januar 2026)

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    ASIN/ISBN: B0GHG6ZGBH


    Kurzbeschreibung


    “Auch wenn er es immer noch nicht glauben konnte, sein Verstand ihm sagte, dass er sich irrte. Er sah nicht nur einen roten Wal, der im Eis eingefroren war - der Mann mit dem dunklen Gewand war ein Walbluter.”


    Florian traut seinen Augen kaum: Der Mann auf dem Eis, den er von einer Düne aus beobachtet, ist ein Walbluter. Einer jener legendenumwobenen Gruppe von Menschen, die das Blut eines roten Wals getrunken und dadurch Fähigkeiten wie Telekinese oder Telepathie entwickelt haben. Auch Florian trinkt vom Blut des roten Wals und wird selbst zum Walbluter, doch der dunkle Mann will ihn töten und ist ihm dicht auf den Fersen...


    Auf seiner epischen Reise findet Florian nicht nur Weggefährten und die große Liebe, er muss auch lernen, sich selbst zu akzeptieren, um seinem größten Feind die Stirn zu bieten.


    Autor


    Es war einmal ein Junge, der fürchtete die Nacht. Sobald sich die Dunkelheit wie ein schwarzes Tuch über sein Zimmer legte, erwachten in der Finsternis Wesen. Sie wisperten Geschichten von Orten, die niemals Licht erhellte und die er in diese Welt bringen sollte.


    Der Knabe aber fürchtete sich, und je mehr er versuchte, die Wesen zu ignorieren, desto stärker schwoll ihr Flüstern zu einem Gesang an, der sich mit seinen Träumen verwob, die ihn zu diesen finsteren Welten führten.


    Der Junge wurde älter, und als er erwachsen war, erschien die Dunkelheit der Nacht leer und die Träume farblos. Jetzt ein Mann wurde er seines Verlustes gewahr. Er begann, aufzuschreiben, was ihm die Stimmen in seiner Kindheit eingeflüstert hatten, und damit kehrten die Träume zurück.


    Heute ist die Dunkelheit für ihn wieder voller Geheimnisse, führen düstere Winkel in fremde Welten, doch jetzt fürchtet er sich nicht mehr, denn er weiß, tief hinter der Finsternis verbirgt sich immer das Licht.


    Der Schriftsteller Stefan S. Kassner hängte im Oktober 2022 den Arztkittel an den Nagel und lebt seitdem als hauptberuflicher Autor mit seinem Hund Goliath auf der Sonneninsel Mallorca.

    Im Oktober 2020 wurde er in die Agentur Ashera aufgenommen und veröffentlich seit 2021 Romane, Novellen und Kurzgeschichten in unterschiedlichen Genres, unter anderem Thriller, Krimi, Cosy Crime, Familiengeheimnis, Familiensaga, (Gay-)Romance, (düstere) Phantastik, Horror, Steampunk und Humor.


    Dies prägte auch den Slogan des Schriftstellers: ‚Das Leben wird auch nicht nur in einem Genre geschrieben.‘


    Rezension


    Normalerweise tue ich mich mit Fantasy ja aktuell eher schwer, entsprechend skeptisch war ich, als mir Stefan sein neues Buch gegeben hat. Umso ehrlicher: Walbluter hat mich dann doch positiv überrascht.


    Die Welt ist düster und klar dystopisch. Nach einem Atomkrieg herrschen Armut, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. In genau dieser Welt lernen wir Florian kennen, einen Einzelgänger, der Zeuge von etwas wird, das eigentlich nur Legende sein sollte: Ein Mann trinkt das Blut eines sterbenden roten Wals und ist damit ein sogenannter "Walbluter", ausgestattet mit übersinnlichen Fähigkeiten. Als der Wal telepathisch Kontakt zu Florian aufnimmt und auch er vom Blut trinkt, beginnt eine Flucht, die schnell existenziell wird.


    Was Kassner hier erzählt, ist keine klassische Fantasy nach Schema F, die wie aktuell so oft erleben. Die roten Wale und die daraus entstehenden Fähigkeiten sind ein origineller, starker Twist. Die Welt lebt von ihrer Düsternis und ihrem Mysteriösen und nicht von überladenem Weltenbau. Besonders gelungen ist Florian als Figur: geprägt von Zweifeln, inneren Kämpfen und Selbstablehnung. Sein größter Feind ist lange nicht der dunkle Walbluter, sondern er selbst.


    Schwere Themen wie Identität, Angst und Selbstakzeptanz werden behutsam in die Geschichte eingebunden. Das Finale funktioniert und deutet den klassischen Konflikt Gut gegen Böse an und macht klar: Hier bedarf es dringend einer Fortsetzung.


    Am Ende hat mich Walbluter auch als Nicht-Fantasy-Leser überzeugt, weil es eine ganz andere Art von Fantasy erzählt, als man zunächst erwarten würde. Wer ebenfalls mit dem Genre fremdelt, sollte sich dieses Buch durchaus mal anscheun, ebenso wie alle Fantasy Fans.