Mirjam Wiesemann - Friesenschnack und falsche Fährten

  • ASIN/ISBN: B0G256VBBY

    Redolf Puschen nimmt seine Vorbildfunktion als Dorfpolizist sehr ernst, auch im Privatleben muss alles stimmen. Dass seine Oma nicht in dir Kirche geht, sich mit Esoterikkram beschäftigt und sich nur wenig am Sozialleben der Dorfgemeinschaft beteiligt, passt ihm überhaupt nicht. Aber Oma ist das alles zu spießig und langweilig. Doch dann wird am Ostersonntag die Langeweile von einem verletzten Mann in der Kirche unterbrochen, der auch noch ein Pentagramm auf der Stirn hat und den anscheinend niemand kennt. Redolf ist völlig überfordert und muss mit den angereisten Beamten der Polizeiinspektion den Fall lösen. Ihm zur Seite stehen Tietje Schluff und Dr. Leopold Winkler. Da der Täter wahrscheinlich aus dem Dorf stammt, ist es für Redolf nicht einfach, die nächsten Nachbarn zu befragen. Oma Emmi steht ihm mit ungefragtem Rat und ungebetener Tat mehr oder weniger hilfreich zur Seite. Mit Pendeln, Klangschalen und Horoskopen will sie ihrem Enkel den Mörder auf dem Silbertablett servieren. So einfach ist es aber dann doch nicht.
    Es ist eine manchmal übertrieben amüsante Geschichte, die in einem Dorf mit 221 Einwohner spielt und wo jeder jeden kennt. Trotzdem gibt es so einige Geheimnisse, die bei den Befragungen zutage kommen.
    Redolf und seine Oma haben viel durchgemacht, was sehr traurig ist. Das hat sie zwar zusammengeschweißt, aber Emmi bringt Redolf durch ihre chaotischen Aktionen immer wieder an den Rand der Verzweiflung und es kracht schon mal zwischen den beiden. Aber Omas gutes Essen bringt sie immer wieder zusammen.
    Die Charaktere sind mit ihren Macken gut beschrieben. Redolf ist irgendwie in der Vergangenheit, die noch vor seiner Zeit liegt, steckengeblieben. Er liebt alte Heimatschnulzen und Musik von Sandra. Seine Kollegin Tietje ist eine männlich wirkende, hagere Person, die einen Tick hat, immer etwas unfreundlich wirkt, bei den Befragungen aber schnell auf den Punkt kommt. Dr. Winkler ist ein „Wiener Würstchen“, den Dialekt finde ich toll. Er wirkt kränklich und seine Funktion in dem Fall blieb Redolf erst einmal ein Rätsel. Aber auch Winkler entpuppte sich mit seinem Wiener Schmäh als ein sehr guter und charmanter Befrager. Am Ende gab es dann doch eine Menge Verlierer und es war eine traurige Geschichte.
    Das Cover gefällt mir sehr gut. Mit dem schönen Reetdachhaus und der Möwe passt es zum Ort des Geschehens.

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