Beiträge von Anett Heincke

    „Die Toten von Helgoland“ von Carina Lund habe ich als ebook mit 240
    Seiten gelesen, diese sind in 31 Kapitel eingeteilt. Am Ende folgt noch eine
    Leseprobe von „Plötzlich Inselpolizist“.

    Ex-Polizist Jonas van Dorn eröffnet in Bremerhaven seine Privatdetektei
    in einer rechten Absteige, die nicht gerade das Vertrauen seiner Klientel
    erweckt. Trotzdem kommt noch vor Eröffnung sein erster Klient. Friedhelm Leschinski’s
    Tochter Franziska ist auf Helgoland verschwunden. Die Polizei geht von
    Selbstmord aus. Daran glaubt der Vater
    nicht. Er beauftragt Jonas, mehr herauszufinden. Er und Elliott machen sich
    also auf den Weg nach Helgoland. Jonas geht ziemlich lustlos und pessimistisch
    an den Fall heran und will schnell wieder aufgeben. Aber auch hier erweist sich
    Elliott als Antrieb für weitere Recherchen.

    Auf Helgoland treffen sie unter anderem auch auf Inken, die
    Gästeführerin, und auf den alten Thies, den Besitzer der Pension, wo sie
    wohnen. Von ihm erfahren sie auch, dass es noch zwei weitere Todesfälle auf der
    Insel in dieser Saison gab. Da es auch eine Gemeinsamkeit zwischen den Toten
    und der verschwundenen Franziska gibt, verfolgt Elliott hartnäckig die These
    eines Serienmörders. Da sich auf der Insel alle kennen, führt Inken sie zu
    Stefan Heger in die Polizeistation. Der ist sehr freundlich und hilfsbereit,
    lässt sie in die Akten der beiden Toten und der von Franziska schauen. Dabei
    ergeben sich erstaunliche Zusammenhänge. Stefan hat auch nichts gegen private
    Ermittlungen.

    Elliott und Jonas sind ein tolles und lustiges
    Gespann, obwohl sie doch sehr unterschiedlich sind. Sie sind wie ein altes
    Ehepaar. Jonas leidet immer noch unter Panikattacken wegen eines älteren
    Vorfalls. Aber dank einer Therapie und seines Freundes Elliott kommt er meistens
    gut damit klar. Über Elliott weiß Jonas auch nicht alles, der erfährt erst auf
    Helgoland, wie bekannt sein Freund ist.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil
    war einfach gehalten, die Kapitel nicht
    zu lang und man konnte zügig lesen. Auch die Handlung hat mir gefallen. Sie war
    spannend, es gab viele Irrungen und Verwirrungen und das Ende hätte ich niemals
    geahnt.

    In diesem Buch konnte man auch schöne
    Beschreibungen der Insel und einiger Sehenswürdigkeiten lesen und sich bildhaft
    vorstellen. Die Kriegserlebnisse habe mich sehr berührt.

    Das Cover fand ich sehr schön mit dem Strandweg im
    Vordergrund und der Nordsee dahinter. Es sieht aus wie ein Sonnenauf- oder
    Untergang.

    „Erzfieber“ von Marcus Wächtler habe ich als ebook mit 183 Seiten gelesen. Diese sind in 5 Kapitel eingeteilt.


    Freiberg erhält eine anonyme 5-Millionenspende und gleichzeitig wird der Kämmerer vermisst. Das alles nimmt Ariane Itzen nur am Rande wahr. Sie arbeitet als Sprechstundenhilfe in einer Tierarztpraxis. Als sie und ihre Kollegin Stefanie den Hund Charlie zu seinem Herrchen bringen wollen, weil dieser ihn seit Tagen nicht abgeholt hat, findet sie dessen Leiche. Da sich die beiden Frauen nicht vorstellen können, dass dieser verantwortungsvolle Hundebesitzer Selbstmord begangen haben soll, kümmert sich Ariane selbst um die Sache und auch um den armen Hund. Dabei trifft sie auf Kommissar Ben Benserle von der Kripo Chemnitz.

    Während Ben persönliche Interessen an Ariane hat, hält diese sich noch bedeckt und benutzt in erst einmal nur als Informationsquelle.

    Der Tote Herr Bublitz war ein Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, verantwortlich für Liegenschaften und beschäftigte sich u.a. mit modernem Bergbau. Alles riecht nach Geld, Macht und Korruption.

    Für Ariane beginnt eine Odyssee. Sie gerät immer wieder in Gefahr, übernachtet bei fremden Leuten, traut sich nicht nach Hause. Und von Ben hört man lange nichts.


    Es war eine durchaus interessante Geschichte, die auch Hintergrundinformationen des Bergbaus und über Freiberg und Umgebung vermittelte. Mit den Charakteren von Ben und Ariane bin ich nicht richtig warm geworden. Sie hat u.a. Beweismittel unterschlagen und war mir etwas zu eifrig. Und Ben war meist genervt, ungeduldig oder hat gar nichts gesagt. Da wird es wohl kein Happy End geben mit den beiden. Am besten fand ich Charlie, der sehr geduldig, lieb und freundlich war.


    Da nicht alle Fragen in dem Buch beantwortet werden konnten, kann man von einer Fortsetzung ausgehen.


    Das düster gehaltene Cover fand ich sehr schön.

    „Schuldacker“ von Tom Finnek habe ich als ebook mit 332 Seiten gelesen. Diese sind in fünf Teile eingeteilt, wobei die Geschichte von Sonntag bis Donnerstag spielt. Es ist der dritte Fall für Heinrich Tenbrink und seinen Partner Maik Bertram im Münsterland. Das Buch kann zwar ohne Kenntnis der vorherigen Teile gelesen werden, da es ein abgeschlossener Fall ist, aber die Entwicklung der Kommissare ist buchübergreifend.

    Obwohl Paul Winterpacht einen jungen Mann totgeschlagen hatte, bekam er, für alle unfassbar, nur eine Bewährungsstrafe. Zwei Wochen später war er tot. Schnell ist die Familie Aukema in Verdacht, dessen Sohn Winterpacht erschlagen hat. Die Aukema‘s sind stark gläubig und wirken sehr ehrlich. Aber bei den Ermittlungen dürfen Tenbrink und Bertram nicht einen unter der Leiche gefundenen Zettel mit kaum lesbaren Zahlen und Zeichen vergessen.

    Es tauchen aber auch weitere Verdächtige auf. Man hat den Eindruck, dass von den jungen Leuten jeder eine Beziehung mit den selben Mädchen hatte und jeder mit jedem verwandt oder verschwägert ist, so dass Tenbrink und Bertram oft in den selben Familien zu unterschiedlichen Personen Fragen stellen müssen, was die Ermittlungsarbeit natürlich recht langwierig machte und die Leser immer wieder hinters Licht führt.

    Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen. Die Ermittler kennt man ja schon von den Vorgängerbüchern. Tenbrink ist inzwischen zum Kriminalrat befördert worden und leitet vorübergehend das KK11, danach soll er einen Schreibtischjob bis zur Pensionierung erhalten. Gesundheitlich geht es ihm etwas besser, aber Aussetzer hat er immer noch ab und zu, auch das „laute Denken“ ist geblieben. Ohne seinen Kollegen Bertram wäre er manchmal ziemlich aufgeschmissen. Die beiden wohnen inzwischen in einer Art Wohngemeinschaft zusammen und sind privat und dienstlich ein prima Team.

    Bertram hat indessen seine eigenen Probleme mit einem alten Fall, der für ihn noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem ist die Stimmung zwischen ihm und der Staatsanwältin Martina Derksen etwas angespannt. Seine Unruhe macht sich auch manchmal bei der Arbeit bemerkbar. Gerade bei den Mennoniten zeigt er wenig Verständnis für deren Lebensweise und wird sogar beleidigend. Mit den sprachlichen Eigenheiten der Münsteraner hat Bertram auch so seine Schwierigkeiten und Tenbrink muss übersetzen. Das finde ich recht lustig.

    Und nicht zu vergessen ist Locke, der immer wieder zur Erheiterung beiträgt und im Büro ganz schön verwöhnt wird.

    Die Geschichte ist sehr spannend, mit vielen Verwirrungen und mit dem Ende hätte ich nicht gerechnet. Durch den guten Schreibstil war auch ein zügiges Lesen möglich.

    „Der Spielmann“ von Oliver Pötzsch umfasst 784 Seiten, die in 5 Akte und 30 Kapitel aufgeteilt sind.

    Am Ende gibt es noch ein Nachwort und den Reiseführer auf Faust’s Spuren.

    Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch, nicht nur der Einband ist wunderschön, auch die Bilder zu den einzelnen Akten sind teuflisch schön.

    Auf der ersten und letzten Umschlagseite ist eine Karte des Deutschen Reises um 1500 zu sehen.

    Die Handlung beginnt im Jahr 1486, als Johann acht Jahre alt war und endet 1513.


    1486 kommen Gaukler in die Stadt und Johann Georg Faustus, ist total fasziniert von ihnen. Aber die meisten Leute finden, dass es Teufelswerk ist. Da Johann eher ein zartes Kind ist, ist er dem Gespött des Vaters und der Brüder ausgesetzt. Nur seine Mutter glaubt an ihn und meint, dass er etwas ganz Besonderes ist, weil er am Tag des Propheten geboren ist. Als sie stirbt, bezahlt der Vater die Lateinschule nicht mehr, obwohl Johann sehr wissbegierig und schlau ist.

    Auch wenn sein Name der Glückliche bedeutet, ist Johann nicht vom Glück verfolgt. Acht Jahre später passiert etwas Schlimmes und Johann verlässt die Stadt. Er trifft den Gaukler Tonio wieder und schließt sich ihm an. Er lernt von ihm und ist fasziniert von dessen Wissen. Allerdings geschehen immer dort, wo sie gerade sind, sonderbare Dinge und Johann grübelt, ob Tonio etwas damit zu tun hat. Aber er kommt aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus.

    Nach einer mystischen oder auch teuflischen Zeremonie flieht Johann und schließt sich einer Gauklertruppe an, die nach Venedig zieht. Er merkt, dass er sich verändert hat und fragt sich, ob Tonio ihm eine dunkle Macht eingepflanzt hat.

    In Venedig begegnet ihm Signore Barbarese, der ihm seine Bibliothek mit vielen verbotenen Büchern zeigt. Das verändert Johann aber er merkt nicht, welch ein perfides Spiel mit ihm gespielt wird.


    Johann wächst zu einem wissbegierigen, aber auch jähzornigen jungen Mann heran, den eine dunkle Aura umweht. Die Liebe zu seiner Kinderfreundin Margarethe zieht sich durch das ganze Buch und der Gedanke an sie kann Johann oftmals beruhigen, aber auch antreiben. Er ist sein ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst. Er will herausfinden, was es bedeutet, am Tag des Propheten geboren zu sein. Auch fühlt er sich stetig beobachtet und gerät immer wieder an falsche Leute und damit in Gefahr. Allerdings macht er sich mit seinem Wesen auch nicht nur Freunde. Als er hofft, eines seiner Ziele erreicht zu haben, verliert er seinen besten und einzigen Freund und gerät wieder in falsche Hände, was er beinah mit dem Leben bezahlt.


    Es ist ein eine sehr umfangreiche, spannende und tragische Geschichte, die sehr gut geschrieben ist und sich wunderbar lesen lässt. Man erfährt viel über die damalige Zeit, über Magie, Zauberei, Astrologie und einiges andere.

    „Schatten über dem Odenwald“ von Susanne Roßbach, vom Verlag Midnight by Ullstein, hat 222 Seiten auf meinem Reader, die in 17 Kapitel aufgeteilt sind. Am Ende befindet sich noch eine Leseprobe zu „Der Tote im Odenwald“

    Es ist der zweite Fall für die Hobbydetektivin Alexandra König und in der Ich-Form geschrieben.

    An einem Tatort war Schmuck verschwunden, obwohl nur die Polizei vor Ort war. Nun sind alle verdächtigt. Zum Glück hat Alex Urlaub und kann an Tom’s Entlastung arbeiten. Aber erst einmal muss Tom zu einem Autounfall.

    Hedi und Herbert sind zu Besuch und Alex will einiges mit ihnen unternehmen. Ganz zufällig kommen sie dann an der Unfallstelle vorbei. Und aus einem belauschten Telefonat Tom‘ mit seinem Kollegen geht auch Alex davon aus, dass es sich um einen Mord handelt.

    Also geht sie den Spuren nach, die sie erlauscht hatte. Verdächtig kommt ihr der Gebrauchtwarenhändler Zang vor, der seine Wagen manipuliert. Sie bezieht auch Herbert und Hedi mit ein, wobei Letztere immer ängstlich und vorsichtig ist.

    Außerdem muss sie noch den Schmuckdieb entlarven und hat Toms Kollegen Rudi in Verdacht. Er ist ein Großmaul und lügt wahrscheinlich, was nicht nur seine Sportlichkeit betrifft.

    Also hat Alex alle Hände damit zu tun, gleich zwei Fälle aufzuklären. Als sie selbst in Gefahr gerät, ist Tom natürlich sauer und spricht nicht mehr mit ihr. Aber Alex macht weiter.

    Obwohl sich die Spannung in Grenzen hält, ist es ein sehr schöner Regionalkrimi, mit einer Portion Humor. Außerdem stand nicht immer die Aufklärung der Fälle im Vordergrund. Man hat auch sehr viel Zwischenmenschliches erfahren und viele Menschen kennen gelernt. Lustig fand ich auch, dass die Autorin ihren eigenen Krimi erwähnt, der in einer Buchhandlung gekauft wird.

    Die Charaktere waren gut beschrieben, man konnte sich sehr gut in die Handlung hineinversetzen. Durch den einfachen Schreibstil war das Buch auch zügig zu lesen.

    Am Ende war es doch noch recht spannend, herrlich romantisch und herrlich kitschig.

    Auch das Cover hat mir sehr gut gefallen.