Mein Großvater war Jahrgang 1892. Ich staune darüber, was der als Diplomarbeit zum Dipl. Ing. abgeliefert hat. Das weis heute jedes Kindergartenkind. Die Verwendung von Schweröl als Schmierstoff. Das war revolutionärer Fortschritt gegenüber Fett. Aber wirklich spannend ist da meine eigene fehlende Neugier, als Brücke zur letzten Leserunde. Meine Mutter wurde 1922 geboren und alles was ich an Familiengeschichte weis beginnt mit der Inflation 1923. Ich habe einfach nach davor nicht gründlich gefragt. Mein Großvater väterlicherseits verstarb 1933, als mein Vater 10 Jahre alt war, da beginnt die Geschichte erst 1935. Das war beides bereits Bildungsbürgertum, da muss auch was an Kampf gegen Adelsprivilegien gewesen sei, aber das ist im Dunkel der Zeit verloren. Sorry, wenn die Treppe aus Papier hier noch zu stark nachwirkt, aber diese Gedanken darüber, was man selbst an Geschichte aus dieser Zeit mit sich trägt ohne es zu ahnen sind sehr präsent eben auch aus der Zeit vor dem ersten Krieg, nicht nur im Nationalsozialismus.
'Die Hafenschwester: Als wir wieder Hoffnung hatten' - Seiten 001 - 103
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Mein Großvater war Jahrgang 1892. Ich staune darüber, was der als Diplomarbeit zum Dipl. Ing. abgeliefert hat. Das weis heute jedes Kindergartenkind. Die Verwendung von Schweröl als Schmierstoff. Das war revolutionärer Fortschritt gegenüber Fett. Aber wirklich spannend ist da meine eigene fehlende Neugier, als Brücke zur letzten Leserunde. Meine Mutter wurde 1922 geboren und alles was ich an Familiengeschichte weis beginnt mit der Inflation 1923. Ich habe einfach nach davor nicht gründlich gefragt. Mein Großvater väterlicherseits verstarb 1933, als mein Vater 10 Jahre alt war, da beginnt die Geschichte erst 1935. Das war beides bereits Bildungsbürgertum, da muss auch was an Kampf gegen Adelsprivilegien gewesen sei, aber das ist im Dunkel der Zeit verloren. Sorry, wenn die Treppe aus Papier hier noch zu stark nachwirkt, aber diese Gedanken darüber, was man selbst an Geschichte aus dieser Zeit mit sich trägt ohne es zu ahnen sind sehr präsent eben auch aus der Zeit vor dem ersten Krieg, nicht nur im Nationalsozialismus.
Das kann ich gut verstehen. Ich habe für meine Bücher ja viel auf familiäre Erzählungen zurückgegriffen, auch wenn da nicht mehr alles war. Meine Urgroßmutter Martha Studt stand mit ihren Lebensdaten Patin für Martha aus dem Roman, wobei mein echter Urgroßvater Paul im 1. Weltkrieg an einem Blindarmdurchbruch starb. Er war auf Heimaturlaub, hatte schon Bauchschmerzen, wollte aber die Kameraden nicht im Stich lassen und fuhr zurück nach Frankreich, wo er dann starb. Meine Uroma musste dann ihre drei Kinder allein durchbringen, in der Hyperinflation war das sehr schwer, sie war Weißnäherin und hat dann geputzt und hatte auch nur eine ganz geringe Witwenrente. Aber sie hat immer gearbeitet und starb erst 1971.