Beiträge von MelanieM

    Ich würde schon gerne mitlesen...

    Schade dass es keine eBook Freiexemplare gibt.... Mittlerweile sind mir eBooks einfach lieber, den Reader hab ich halt immer dabei.

    Und da wir an dem Wochenende drauf auf Wettbewerb sind muss ich dann dran denken es einzupacken ;-)

    Wenn Piper Bücher verlost, werden sie bestimmt auch Ebooks statt Prints zur Verfügung stellen. Ich kenne das, seit die Altersweitsichtigkeit eine Rolle spielt, lese ich lieber Ebooks.

    Ich freue mich schon auf die Leserunde.

    Mein Highlight war die Abschlussszene mit der gesamten Familie, da war es einfach schön, alle wieder "zu sehen".

    Dann wirst du dich auf die künftigen Bücher von mir freuen können, die sind wieder in Hamburg und spielen in der Zeit zwischen den 1920ern und 1960ern.


    Ich freue mich, dass du trotzdem bis zum Schluss durchgehalten hast.

    Aber was schützt seine Frau davor, im Falle einer Ehekrise nicht ebenfalls abgewertet zu werden? Aber um die Gefahr wird sie ja wissen - sie kennt ja wohl seine Geschichte. Er ist definitiv ein schwieriger Charakter, aber auch ein interessanter.

    Sie ist ebenfalls Agentin. Und von James Bond wissen wir, dass mit wütenden Russinnen nicht zu spaßen ist ;-) .

    Ich denke, Joshua hatte durchaus Loyalitäten - zu seiner kleinen Schwester, zu seiner Frau, zu seinen Kindern. Und er hat alle entwertet, die er als illoyal sah oder von denen er sich bedroht und verraten fühlte. Aber es stimmt schon, er ist kein einfacher Charakter. Und da er beim Geheimdienst sozialisiert wurde, scheut er sich auch nicht zu lügen und zu manipulieren.

    Mal davon abgesehen, dass die Stellung die er mit seiner Familie in der UdSSR hat ja auch nicht in Stein gemeißelt ist. Da konnte man ja auch ganz schnell mal abserviert werden….

    Das stimmt. Aber vielleicht würde er dann zu den Amerikanern überlaufen ;-) - immer, wer ihm das bietet, was er braucht. Loyalität kennt er nicht. Da ist er ganz anders als sein Bruder.

    Das freut mich sehr.


    Zu Joshua - konntet ihr nachvollziehen, warum er übergelaufen ist? Warum er die Liebe über die politische Loyalität gestellt hat? Im Grunde fühlte er sich seit dem Tod seiner kleinen Schwester immer verraten - und deshalb konnte er Eddy auch nicht so akzeptieren, wie der war. Am Ende hat sein Land das mit ihm wiederholt - wegen der politischen Lage sollte er sich von seiner großen Liebe trennen. Da hat er sich lieber von seinem Land getrennt.

    Ich hab ein bisschen hinaus gezögert, mich zu melden… mir fällt es nach wieder schwer, wirklich am Buch dran zu bleiben, was mir total Leid tut, da ich deine Büche

    Das ist kein Problem. Ich weiß ja, dass dieses Buch ein Experiment war - es ist ja völlig anders als meine anderen. Insofern ist mir auch so eine Rückmeldung wichtig.

    Was mir gut gefällt, wenn auf der persönlichen Ebene berichtet wird, man mehr von Eddys Vergangenheit erfährt usw. Das Treffen mit Joshua fand ich interessant, aber ich traue ihm nicht so recht. Mir gefällt auch weiterhin, wie die Landschaften beschrieben werden und die Mentalität der Menschen, die dort leben. Aber die politischen Themen sind für mich wirklich etwas too much und interessieren mich wenig… und das liegt wirklich an mir, nicht am Buch… ich finde es auch wieder hervorragend recherchiert und finde es bewundernswert, wieviel Arbeit du hinein gesteckt hast.

    Du musst dich nicht rechtfertigen, wenn es dir nicht gefällt. Das ist völlig in Ordnung. Ich finde es aber gut, dass du mir erklärst, warum es so für dich ist, das hilft mir als Autorin weiter. Es gibt ja zwei Gründe, warum jemandem ein Buch nicht gefällt - entweder, weil es handwerklich schlecht ist oder aber, weil das Thema nicht passend ist. Als Autorin kann ich nur an Punkt 1 etwas ändern. Wenn das Thema nicht passt, respektiere ich das.

    Aber das ist ja kein Sittengemälde, man dringt nicht tiefer in die Kultur ein, das fehlte mir zum Beispiel.

    Ich habe darüber nachgedacht, noch mehr "Road-Movie" zu bringen, mehr Erlebnisse. Aber dann wäre es zerfasert. Also habe ich ein paar ausgewählte Beispiele gelassen, z.B. auch die Vernissage, die zeigt, wie es dort früher war. Unter Khomeini undenkbar. Aber ansonsten steuert diese Geschichte auf den Höhepunkt am Ende hin.

    Vielen lieben Dank für dein schönes Feedback. Ich bin meinem Verlag auch sehr dankbar, dass er dieses Thema zugelassen hat. Es ist ja durchaus weit weg vom Mainstream - keine klassische Liebesgeschichte, sondern zwei Männer, die schon seit Jahren in einer gefestigten Beziehung sind, außerdem ein Handlungsort, der vielen Leuten nichts sagt. Aber mir war es auch wichtig, genau diese Geschichte des Iran deutlicher zu machen, damit man nachvollziehen kann, wieso es letztlich zu islamischen Revolution kam, aber auch, warum Demonstrationen immer so blutig niedergeschlagen werden. Weil Demonstrationen oft am Beginn eines Regime- Change standen. Und mir war wichtig, deutlich zu machen, dass die Großmächte alle ihr eigenes Süppchen kochen, dass es keine Gruppe gibt, die "westliche Werte" vertritt, sondern der Unterschied darin bestand, dass die einen nur drohen und die anderen noch nach außen hin ein Zuckerbrot geben (Stichwort Interview mit Soraya).


    Und Leute wie Joshua und seine Frau stehen auch sinnbildlich für die schwierige Entscheidung, wenn aus Verbündeten Gegner werden, aber die menschlichen Beziehungen ganz andere sind. Deshalb mochte ich als Autorin den Charakter Joshua, auch wenn er menschlich ein Fehlschuss ist.

    Ich glaube, ich hätte in der Situation von Eddy und Bruno schon lange Paranoia entwickelt. Wem kann man trauen, wem nicht (oder besser von vornherein keinem)?

    Da sie im Krieg schon so viel schlimmes erlebt haben, sind sie hier, wo sie nicht direkt in Gefahr sind, deutlich entspannter. Um diese Diskrepanz darzustellen, habe ich die Kriegserinnerungen mit eingebaut.

    Ich muss ja sagen, ich kann mich tatsächlich nicht entscheiden, welche Meinung ich zur politischen Lage im Iran denn nun vertrete. Am Ende des Tages war das Land einfach nur ein Spielball zwischen den USA und der Sowjetunion wie so viele andere Länder dieser Zeit.

    Ja, es ist in der Tat nicht so einfach. Mossadegh mag grundsätzlich recht haben, aber seine Mittel sind auch nicht so ganz ohne ...

    Ich bin ja im deutschen Westen aufgewachsen, für mich waren die Amerikaner lange die Guten, auch wenn nicht alles Gold war was glänzt. Mittlerweile sehe ich das viel kritischer auch deshalb, weil es in den USA gefühlt immer mehr bergab geht. Was mir Angst macht.... Ich will gar nicht daran denken, was nach den nächsten Wahlen da drüben abgehen wird.

    Das geht mir ähnlich.

    Allerdings muss ich sagen, dass sich mein Misstrauen allem russischen entgegen allerdings auch nicht verringert hat. Ich denke da habe ich zu viele Romane gelesen, bei denen die Russen nicht gut wegkamen. Und die Ereignisse der letzten anderthalb Jahre haben jetzt nicht dazu beigetragen das Image zu verbessern.

    Die Russen sind auch keine Unschuldslämmer - weder damals noch heute - ganz im Gegenteil. Aber über ihre Rolle damals können wir ja noch im letzten Abschnitt diskutieren, sonst laufe ich Gefahr zu spoilern.

    Alexander finde ich übrigens einen spannenden Charakter, eigentlich sehr modern und aufgeschlossen, andererseits total unter der Fuchtel der Mutter.

    Ja, so sehe ich ihn auch :-)

    Ich finde es schön, wie weitsichtig Eddy da schon ist, was das britische Empire betrifft. Ich denke das war vielen Engländern tatsächlich nicht klar, dass sie sich da immer noch auf Lorbeeren vergangener Zeiten ausruhen.

    Das ist in UK übrigens tatsächlich lange ein Problem gewesen. Sie haben den 2. WK gewonnen, aber ihr Empire verloren und wurden schon im Jahr 1958 von der Bundesrepublik Deutschland im Bruttoinlandsprodukt überrundet. Daran sieht man, dass in Kriegen niemand wirklich gewinnt. Bitter für die Briten war auch, dass die Deutschen, bei denen alles kaputt war, dann alles viel moderner wieder aufgebaut haben und sie selbst nach wie vor mit schlecht gedämmten Altbauten und altmodischen Fabriken zu tun hatten.


    Einige britische Politiker beklagen bis heute den Verlust des Empires und andere beklagen, dass viele sich gern aufs Empire, das längst verloren ist, zurückziehen würden. Denn das lähmt die Tatkraft und ist auch ein Grund für den Brexit. Großbritannien war vor dem 2. WK eine Weltmacht und danach nur noch eine Mittelmacht, auch wenn sie es bis heute nicht wahr haben wollen.