Eine Chance für Waldmann
Waldmann: Flucht in den Tod, Thriller von Thomas Ziebula, 447 Seiten, Ullstein-Verlag.
Sie dachten sie sind in Sicherheit.
Seit vor sieben Jahren auf einem Bazar in Lagos seine Frau spurlos verschwunden ist, ist Johannes Waldmann in einem psychischen Ausnahmezustand. Sein erster Fall nach seiner Rückkehr führt in gleich in die schlimmsten Abgründe, Menschenhandel und Zwangsprostitution. Ukrainische Flüchtlingsfrauen werden zur Prostitution gezwungen, ihnen werden Drogen verabreicht und sie werden misshandelt. Ein Lokalpolitiker wird ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Mit dabei ist die Journalistin Pia Luninger, die einen Artikel über die verschwundenen Ukrainerinnen schreiben will. Letztendlich mischt auch noch die mysteriöse Suse mit, die in einer Beziehung mit einem der Verbrecher steht und auch Kontakt zu den missbrauchten Frauen hat. Je tiefer Waldmann in den Fall verwickelt wird, desto mehr zieht er Vergleiche mit dem mysteriösen Verschwinden seiner Frau. Wird ihn das Trauma einholen?
Ich mag die Krimis von Ziebula, er schreibt spannend, bildhaft und sehr flüssig. Schon zu Beginn war ich schnell in Lesefluss. Die Spannung steigert sich mit jeder Zeile. In zwei Tagen bin ich durch das Buch geflogen und wollte es einfach nicht mehr zur Seite legen. Das Schicksal der ukrainischen Frauen und auch die Ermittlungen haben mich so sehr gefesselt. Das Buch besteht aus vier Teilen, die in überschaubare Kapitel, die mit Titeln, Orts- und Zeitangaben versehen sind. An jeder Stelle im Buch ist so die Übersicht gewährleistet. Dazwischen, in einer anderen Schrift, der Chat bzw. die Liebesbriefe von Sofia und Danylo. So authentisch, dass es mich zutiefst berührt hat. Mich hat die Art fasziniert mit der der Autor die Figuren und das Setting beschrieben hat, schon auf dem Bazar ganz am Anfang des Buches ist es mir aufgefallen, das Gefühl: Ich bin mitten drin, auf dem Bazar dabei. Ziebula ist auch ein Meister darin, Figuren zu beschreiben charakterlich und auch im Erscheinungsbild, jede einzelne Figur hatte ich deutlich vor Augen. Es sind zum Teil wirklich skurrile Typen, der Zylindermann mit der Hyäne, Rasta-man oder Suse und natürlich der sympathische Ermittler Waldmann, mit seinen psychischen Eigenheiten, seinen ungewöhnlichen Ermittlungsansätzen und Methoden. Mitsamt seinem Psychotherapeuten, dem Pater und dessen interessanten Therapieansätzen.
Das Thema ist brandaktuell, berührend und emotional. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel, Plottwists und ungeahnte Verwicklungen beleben die Story, das Ende habe ich mir ganz anders vorgestellt. Es war tatsächlich überraschend. Wird es wohl einen weiteren Fall mit Waldmann geben? Ich wäre dabei. Ich mag ihn.
Eine aktuelle emotionale Story, interessante Figuren, ein spannender Plot, ich fühlte mich bestens unterhalten. Empfehlung für Krimi-Fans die das Außergewöhnliche und auch besondere Ermittler mögen und natürlich für alle Ziebula-Fans. Von mir 9 Punkte
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ASIN/ISBN: B0F3JGL6FR |

