Manhattan Miracle - Anna Schmidt

  • Feiertage tendieren dazu, die Geister der Vergangenheit zu beschwören - Erinnerungen.* (Seite 200)


    Meine gelesene Ausgabe:

    142 Seiten (von insgesamt 315 Seiten), kartoniert

    Buchtitel: Love Finds You in the City at Christmas

    Enthält zusätzlich Ruth Logan Herne „Red Kettle Christmas“

    Verlag: Summerside Press, New York, NY 2013

    ISBN-10: 0-8249-3436-9

    ISBN-13: 978-0-8249-3436-1

    Seitenzahlen beziehen sich auf diese Ausgabe



    Zum Inhalt (eigene Angabe)


    Einige Jahrzehnte nach den Ereignissen von „Red Kettle Christmas“ kehrt Max, der Enkel von Mike und Karen, vom aktiven Militärdienst nach Manhattan zurück und muß sich überlegen, wie sein Leben weiter gehen soll. Da begegnet er Sarah Peterson, einer Schulfreundin seiner Schwester, die inzwischen für die UN arbeitet. Beide fühlen sich sehr bald zueinander hingezogen. Doch da gibt es ein Problem: Max will nicht mehr in den Nahen Osten, während Sarah kurz nach Weihnachten im Auftrag der UN für einige Monate genau dorthin gehen wird, um an einer Hilfsmission teilzunehmen. Keine guten Voraussetzungen also für eine Beziehung - wenn nicht ein Weihnachtswunder geschieht und die Probleme löst.



    Über die Autorin ...


    ... habe ich nicht allzuviel gefunden. Sie war beruflich im Marketing für Großunternehmen tätig; seit ihrer Pensioierung schreibt sie hauptberuflich. Sie hat mittlerweile über sechzig Bücher geschrieben, die meist im Romance-Bereich angesiedelt sind und lebt in Wisconsin und Florida.


    Informationen im Internet:

    - Die Autorin bei fantasticfiction.com (in englischer Sprache)



    Meine Meinung


    Das Buch setzt einige Jahrzehnte und zwei Generationen nach den Ereignissen von „Red Kettle Christmas“ ein, woraus deutlich wird, daß sowohl im Buch als auch hier in meiner Rezi Hinweise (Spoiler) auf dessen Handlungsablauf zu finden sind. Allerdings ist dieser Roman auch für sich alleine verständlich und setzt die Kenntnis vom „Red Kettle Christmas“ nicht voraus, wenngleich es hilfreich ist, selbigen zu kennen.


    Ob der großen zeitlichen Distanz brauchte ich etwas, mich so ganz in dieses Buch hineinzufinden. Die „Zwischengeneration“ kommt nur wenig vor und ging meist ganz andere Wege als Karen und Mike Wolzak - wie das eben so ist, wenn die Kinder die Welt mit anderen Augen als die Eltern sehen. Es ist Max, der in mancher Hinsicht seinem Großvater, der hier nicht mehr auftreten kann, gleicht und in dessen Fußstapfen tritt, allerdings nicht im Polizeidienst, sondern beim Militär. Als er dieses Jahr von einem Einsatz im Nahen Osten zurück kommt, steht für ihn fest: da will er nie wieder hin. Doch eine Vorstellung, wie sein Leben weitergehen soll, hat er auch nicht.


    Da begegnet er Sarah Peterson, einer Schulfreundin seiner Schwester, an die er sich aus seiner Kindheit noch erinnern kann. Diese arbeitet inzwischen für die UN und will nach Weihnachten an einem halbjährigen Hilfseinsatz teilnehmen - im Nahen Osten. Sie verbringen in den nächsten Wochen viel Zeit zusammen, und er beginnt, eine andere Welt kennenzulernen. Sein Vater hatte reich geheiratet, und so war seine Kindheit sehr verschieden von dem, was wir bei seinen Großeltern kennengelernt haben. Aber so recht paßte Max nicht in diese Verhältnisse, weshalb er auch beim Militär gelandet war.


    Nun, mit Sarah, fühlt man sich zumindest als Leser an die Zeit von Karen und Max Wolzak erinnert, als diese sich noch um die Menschen, die es im Leben nicht so gut getroffen hatten, gekümmert haben. Ein gleiches tun nun Max und Sarah, wobei sie sich näher kommen. Doch da droht immer die Nachweihnachtszeit, wenn Sarah auf ihren Auslandseinsatz geht und für ein halbes Jahr im Nahen Osten tätig sein wird.


    Ich habe immer wieder überlegt, wie die Autorin dieses Dilemma auflösen wird - und werde das hier sicherlich nicht verraten. Wie schon „Red Kettle Christmas“ ist auch dieses hier für mich ein „richtiges“ Weihnachtsbuch, in welchem es nicht nur um heimelige Stimmung, sondern um die Weihnachtsbotschaft an sich geht. Und so braucht es hier auch kein Weihnachtswunder, um am Ende alles einer glücklichen Lösung zuzuführen.



    Mein Fazit


    Eine gelungene „Fortsetzung“ zwei Generationen später. Manches bleibt gleich, manches ändert sich. Ein Weihnachten, das man nicht vergißt.


    Originaltext

    * = Holidays tend to bring out the ghosts of the past - memories. (S. 200)



    ASIN/ISBN: 0824934369

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")