Mein gelber Pullover – Ursula März

  • Piper. 2026

    176 Seiten


    Kurzbeschreibung:

    Ursula März, geboren 1957 in Herzogenaurach, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in Köln und Berlin. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie als Literaturkritikerin und Feuilletonistin unter anderem für die Kulturzeitschrift Kursbuch, für die Frankfurter Rundschau und für die Wochenzeitung DIE ZEIT. Sie erhielt 1991 den Preis der Casinos Austria für Publizistik und 2005 der Berliner Preis für Literaturkritik. Bei Hanser erschienen Fast schon kriminell: Geschichten aus dem Alltag (2011) und Für eine Nacht oder fürs ganze Leben: Fünf Dates (2015). Ihr erster Roman Tante Martl (2019) wurde ein Bestseller.


    Über die Autorin:

    Ihre Kindheit in Mittelfranken mit klassenkämpferischer Nachbarschaft, ein Urlaub auf Stromboli mit missglückter Vulkanbesteigung und die Liebe zur Eigenständigkeit: Daraus wird eine Geschichte um das Lebensmotiv der Erzählerin: die Sorge um und für Kinder, sei es die eigene Tochter oder ein mysteriöses englisches Mädchen. Wir erleben sie als freiheitshungrige und doch ängstliche Tochter, als Mutter mit kleinen Aussetzern und als leidenschaftliche ehemalige Raucherin.


    Mein Eindruck:

    Das Buch besteht aus Episoden, die die Kindheit der Erzählerin abbilden, wie auch spätere Jahre. Doch gerade in den Kindheitsszenen in Herzogenaurach gibt es auch viel Zeitgefühl. Es sind die sechziger Jahre.

    Und offensichtlich ist es Teil der eigenen Familiengeschichte von Ursula März.


    Es sind Alltagsszenen, doch viele davon haben universellen Charakter von Bedeutung. Immer wieder arbeitet Ursula März besondere Momente heraus, zum Beispiel Passagen, die zusammen mit ihrer wilden Freundin teilt. Da das Buch über einen längeren Zeitpunkt geht, sieht man auch Entwicklungen. Bewundert sie anfangs ihre Freundin Sigi fast grenzenlos, hält sie sie später für unreif. Denn sie hat sich weiterentwickelt, die Freundin nicht so sehr.


    Gut gefallen haben mir auch spätere Passagen, als die Protagonistin selbst Mutter einer kleinen Tochter ist und mit ihr reist. Außerdem gibt es eine bemerkswerte Episode, in der sie nach Stromboli reist.


    Das Buch ist nicht nur autobiografisch. Wie die Autorin selbst sagt, ist es eine Mischung. Manches ist auch erfunden, wenn auch nahe an ihren Erfahrungen.


    Ursula März hat die Literatur nicht neu erfunden, ein paar Episoden wirken sogar etwas bieder, aber überwiegend bekommt man das Gefühl einen authentischen Text zu bekommen.


    ASIN/ISBN: 3492074413