Durchaus spannend, aber…
* * * *
… mir sind dadurch jetzt schon sehr viele Details zum eigentlichen Reihenauftakt bekannt, der in deutscher Übersetzung erst im Herbst erscheinen soll.
Ein Mann wird zur Rushhour am Bahnsteig vom Zug erfasst. Im ersten Moment denkt jeder an Selbstmord. Doch es gibt ein paar Details die absolut nicht dazu passen und auch ihr Bauchgefühl sagt DCI Cara Elliot, die als leitende Ermittlerin den Fall untersucht, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt. Das Gefühl wird zur Gewissheit, als sich vermeintliche Suizide in kürzester Zeit häufen, doch nach wirklichen Beweisen dafür suchen sie und ihr Team, trotz unermüdlicher Arbeit, lange Zeit vergeblich. Und auch als ihnen diese endlich vorliegen, scheint es so, dass ihnen der Täter immer noch mehr als einen Schritt voraus ist. Wird es ihnen gelingen, ihn zu stoppen, ohne, dass wieder Leute aus den eigenen Reihen oder deren Familien den Preis dafür zahlen müssen?
Nachdem mir, nach kleinen Startschwierigkeiten, vor etwas mehr als einem Jahr der Thriller „The Twenty“ von Sam Holland in deutscher Übersetzung doch sehr gut gefiel, freute ich mich, als ich Ende letzten Jahres bei NetGalley das Buch „The Puppet Master“ dieser Autorin entdeckte. Nun habe ich auch dieses Buch gelesen und es hat mir durchaus auch gut gefallen. Allerdings merkte ich beim Lesen diesmal viel deutlicher als beim Vorgänger, dass mir der Reihenauftakt fehlt.
Im englischen Original ist „The Twenty nämlich schon der zweite Teil und „The Puppet Master“ der Dritte. Warum man in Deutschland nicht mit dem ersten Teil „The Echo Man“ startete, fragte ich mich bereits nach „The Twenty“ und jetzt nach „The Puppet Master“ noch viel mehr. Während in „The Twenty“ die Ereignisse aus „The Echo Man“ wirklich nur sehr kurz erwähnt wurden und auch die Hauptfigur aus dem Reihenauftakt und diesem Buch hier – DCI Cara Elliot – nur eine ganz kleine Nebenrolle spielte, geschieht das in „The Puppet Master“ sehr häufig und es wird nicht nur vage daran erinnert, sondern ich erfahre etliche Details, die mir einen höchstwahrscheinlich spannungsmindernden Informationsvorsprung für das Lesen von „The Echo Man“ verschaffen.
Am Ende von „The Puppet Master“ wird nämlich angekündigt, dass „The Echo Man“ in deutscher Übersetzung im Herbst 2026 erscheinen soll und es gibt auch eine Leseprobe. Ich hätte es deutlich besser gefunden, wenn „The Echo Man“ noch vor „The Puppet Master“ erschienen wäre. Lesen möchte ich den eigentlichen Reihenauftakt in deutscher Übersetzung zwar trotzdem noch. Das liegt aber daran, dass ich etliche Charaktere aus „The Twenty“ und „The Puppet Master“ inzwischen so liebgewonnen habe, dass ich jetzt auch alle bislang veröffentlichten Informationen zu ihnen kennen möchte.
Allerdings hatte ich, obwohl ich eben den eigentlichen Reihenauftakt noch nicht kenne, durch die vielen Erwähnungen der Details daraus, bei diesem Buch hier auch keinerlei Verständnisprobleme und konnte dadurch Caras persönliche Situation und die ihres Bruders Nate Griffin gut einordnen, obwohl ich selbst, als Mutter, Caras Entscheidungen im Privatleben teilweise nicht in Ordnung fand und selbst definitiv anders gehandelt hätte.
Den Schreibstil empfand ich wieder als sehr flüssig und die Handlung spannend. Geschrieben ist es wieder in der dritten Person, abwechselnd aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten. Mir gefiel, dass der Fokus nicht nur auf den Ermittlungen lag, sondern auch auf dem Privatleben der Hauptfiguren. Dadurch werden sie für mich immer menschlicher und ich kann viel besser mit ihnen fühlen. Wer letztendlich der kranke Strippenzieher im Hintergrund war, hatte ich bis kurz vor der Auflösung durch die Autorin tatsächlich gar nicht auf dem Schirm.
Insgesamt kann ich auch für dieses Buch Thrillerfreunden durchaus wieder eine Leseempfehlung mitgeben. Für mich selbst hoffe ich jetzt allerdings ein bisschen, dass ich bis zum Herbst einen Großteil des hier zu „The Echo Man“ Gelesenen wieder vergessen habe.
![]() |
ASIN/ISBN: B0DTYHKX3H |
