'Die Liebe in den Zeiten der Cholera' - Seiten 157 - 240

  • In diesem Abschnitt nun die Geschichte, wie Fermina und Doktor Urbino sich kennenlernen und die erste Zeit der Ehe verbringen.


    Die Beschreibung der hygienischen Zustände am Anfang dieses Abschnittes waren auch sehr interessant, es ist kein Wunder, dass es früher öfter zu Epidemien kam als heutzutage.
    Schön war die Geschichte mit den ersten Ehenächten. Wie sie ihn untersucht und sich alles beschreiben lässt ... zum wegkugeln ("Ich finde außerdem, dass zuviel Überflüssiges dran ist").
    Nach Florentinos heimlicher Entjungferung und der Episode mit der Witwe gab es wohl kein Halten mehr, 622 dauerhafte Liebschaften sind ja schon mal eine Menge, der Mann neigt zu Extremen.

  • Zitat

    Akascha
    Nach Florentinos heimlicher Entjungferung und der Episode mit der Witwe gab es wohl kein Halten mehr, 622 dauerhafte Liebschaften sind ja schon mal eine Menge, der Mann neigt zu Extremen

    .


    Dazu kommt noch, dass er Liebschaften, die nicht lange gedauert haben, nicht mal aufgeschrieben hat... :wow


    Mich interessiert noch, als Ferminas Vater zu ihr gesagt hat: "Wir sind ruiniert". Damit hat er gemeint, dass sie Bankrott sind, oder?

  • Würde ich vermuten, aber mehr wurde dazu ja nicht geschrieben und irgendwelche Folgen hatte der Satz auch nicht. Vielleicht kommt später noch was dazu, viel weiter bin ich jetzt noch nicht, hatte am Wochenende wenig Zeit für das Buch.

  • Ja, stimmt irgendwelche Folgen hat der Satz nicht, aber irgendwie hat es mich interessiert (interessiert immer noch) was er damit gemeint hat und warum er das gesagt hat. :gruebel Na ja, vielleicht wird es apäter nochmal erwähnt...



    Edit: Tippfehler

  • Ich bin zwar noch nicht ganz durch mit dem Kapitel, aber die Beschreibung über die Hygienemaßnahmen der Ärzte hat mich auch fasziniert.
    Habt Ihr das schon einmal gehört, dass die Chirurgen im Anzug und mit Wildlederhandschuhen im OP erschienen sind, um die Sepsis zu beeindrucken?
    Ob so etwas wirklich vorgekommen ist oder bloß der Marquez'schen Fantasie entspringt? Das würde mich doch interessieren.

  • Das ist ja ekelig! Die Wundreinigung bei verschiedenen Patienten mit demselben Schwamm.
    Das Semmelweiß mit seinen Hygienemaßnahmen bei den Wöchnerinnen von den Kollegen belächelt wurde habe ich schon mal gelesen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.
    Danke für den Link, Akascha.


    Jetzt habe ich dieses Kapitel fertig gelesen. Das muss ja schrecklich gewesen sein für die jungen Mädchen aus gutem Hause, deren einzige Bestimmung es war, nach dem Internat auf einen Ehemann zu warten.
    So ist es sicher vielen ergangen.
    Wie gut geht es uns heutzutage, wo wir das Glück haben, jede Ausbildung machen zu können.


    Dass Florentino sich so ohne weiteres verführen läßt und es auf 622 Geliebte bringt, hätte ich nicht gedacht. Wahrscheinlich ist seiner Seele aber keine andere so nahe gekommen wie Fermina.


    Aber irgendwie glaube ich aus dem Text auch herausgelesen zu haben, dass er Fermina schon vergessen wollte, ihn der Liebeskummer aber immer wieder eingeholt hat.
    Für den armen Florentino muss das wirklich so eine Art chronischer Krankheit gewesen sein.

  • Dieses Kapitel ist wieder gelungen und erheblich schwungvoller als das vorherige. Der Doc und Fermina passen ob ihrer kindisch-selbstsüchtigen Art recht gut zueinander, sonderlich sympathisch sind mir die zwei aber nicht.

  • Ich bin der gleichen Meinung wie xray: In diesem Kapitel sind mir Fermina und Urbino nicht sympathisch. Die ersten ehelichen Szenen fand ich einfach genial und komisch beschrieben.


    Bei den Erlebnissen von Florentino musste ich an Don Juan de Marco denken. Und trotzdem bleibt er mit den Gedanken bei Fermina - und nur bei ihr.
    Was aus den beiden noch wird - schließlich hat sie ihn auch noch 51 Jahren ein zweites Mal abgewiesen, überlebt der Junge, dieser alte Greis das ganze Szenario?