Henrike Heiland - Späte Rache

  • Titel: Späte Rache
    Autorin: Henrike Heiland
    Verlag: Bastei-Lübbe
    Erschienen: September 2008 (3. Auflage)
    Seitenzahl: 304
    ISBN-10: 340415505X
    ISBN-13: 978-3404155057
    Preis: 7.95 EUR


    Die Autorin:
    Henrike Heiland wurde 1975 geboren und studierte Neuere Englische Literatur in Gießen und Durham und sammelte währenddessen Theatererfahrung las Schauspieldramaturgin und Opernregieassistentin. Sie lebt als freie Autorin in Berlin und schreibt u.a. auch für das ZDF.


    Zum Inhalt:
    In der Nähe der Rostocker Neptunwerft wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, der man sämtliche Knochen gebrochen hat. Sie wurde gerädert, wird Hauptkommissar Erik Kemper und Kriminalpsychologin Dr. Anne Wahlberg bald klar. Doch es kommt noch schlimmer: Wenig später gibt es ein weiteres Opfer – zu Tode gequält und gekreuzigt. Ohne nennenswerte Spuren beginnt Anne ihre Recherchen und erkennt, dass die Wurzeln der Morde weit in die Vergangenheit zurückreichen.


    Meine Meinung:
    Henrike Heiland hat einen durchaus beeindruckenden Krimi geschrieben. Klischees scheinen ihr fremd zu sein, die Handlung ist stimmig und ihre handelnden Personen verhalten sich wie ganz normale Menschen. Sie erzählt eine Geschichte und behält am Ende keine verwaisten Handlungsfäden in der Hand. Die Autorin schreibt nicht hektisch und versucht auch nicht zuviel in das Buch zu packen; alles hat seinen Platz, alles wirkt gut durchdacht und wohlüberlegt. Seitenfüllende und sinnleere Action sucht man in diesem Buch vergeblich. Die Autorin schreibt immer mit dem richtigen Augenmaß für die jeweilige Situation. Ein wirklich lesenswerter Kriminalroman.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Meine Rezension:


    Henrike Heiland hat mit "Späte Rache" einen gelungenen Einstieg in die Rostock-Trilogie vorgelegt, in der die Kriminalpsychologin Dr. Anne Wahlberg und Hauptkommissar Erik Kemper gemeinsam ermitteln. In diesem ersten Teil treffen die beiden zum ersten Mal aufeinander und dieses Treffen steht unter keinen guten Stern, denn Anne Wahlberg verfügt über besondere Fähigkeiten, die einem hartgesottenen Ermittler wie Kemper nicht unbedingt behagen. Auch ich war zunächst skeptisch und befürchtete einen Schuss zuviel Esoterik, der die Krimi-Suppe versalzen könnte, doch Henrike Heiland hat mich eines Besseren belehrt. Die "besonderen Fähigkeiten" ihrer Kriminalpsychologin sind wohl dosiert und sprengen deshalb auch nicht die Grenzen der Glaubwürdigkeit, so dass man gespannt dem eigentlichen Fall folgen darf. Und der scheint zunächst sehr verzwickt, aber mit zunehmendem Wissen aus den Ermittlungsarbeiten ergibt sich langsam ein klareres Bild, das schließlich zur Auflösung führt. Neben der - meiner Laienmeinung nach - gut beschriebenen Ermittlungsarbeit überzeugen hier vor allem die lebendigen Figuren, die der Leser nicht nur in ihrer Arbeit, sondern auch in ihrem Privatleben kennenlernen darf und so ein umfassendes Bild - wenn auch mit noch offenen Fragen, die bestimmt in den Folgebänden geklärt werden - erhält. Ein Krimi mit Handlungsort Rostock - das ist auch etwas für Krimileser aus den alten Bundesländern, und zwar nicht erst ab der Stelle, in der die Autorin sie geschickt mit den eigenen Vorurteilen konfrontiert. Ein gut durchdachter Krimi mit Lokalkolorit und Figuren zum Anfassen, dessen Fortsetzung ich mir nicht entgehen lassen werde!


    Von mir glatte 8 Punkte!