Schwarz wie Schnee - Jutta Wilke (15 - 17 Jahre)

  • Inhalt:
    Nach einem Unfall wacht Kira Berger im Krankenhaus auf – ohne jegliche Erinnerung an ihr bisheriges Leben. Alles ist ihr fremd, ihre Mutter, ihre Mitschüler, die Wohnung und sie selbst. Verzweifelt versucht Kira, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern, doch in ihrem Kopf herrscht gähnende Leere. Als sie beginnt, sich verfolgt zu fühlen und mysteriöse Drohmails von einem Unbekannten erhält, macht Kira sich daran, ihre Vergangenheit zu entschlüsseln und gerät dabei in große Gefahr.


    Meine Meinung:
    Es gibt Bücher, auf die man sich eine Ewigkeit freut und wird dann von ihnen enttäuscht. Es gibt Bücher, auf die man sich eine Ewigkeit freut und sie erfüllen die Erwartungen, die man an sie hatte. Und es gibt Bücher, auf die man sich eine Ewigkeit freut und sie übertreffen sämtliche Erwartungen, die man an sie hatte. So ein Buch ist „Schwarz wie Schnee“. Dass Jutta Wilke schreiben kann, hat sie mit ihren bisherigen Büchern bereits bewiesen. Man konnte also im Vorfeld ungefähr ahnen, dass das, was da kommt, spannend und sehr unterhaltsam sein würde. Einen Pageturner hatte ich erwartet, das durchaus, aber dass ich die 250 Seiten innerhalb kürzester Zeit quasi inhalieren würde, nun, damit hatte ich nicht gerechnet.


    Von der ersten Seite an schießt die Spannung auf ein hohes Level, dass das ganze Buch über beibehalten und an einigen Stellen sogar noch gesteigert wird. Dass in Kiras Leben abgesehen von ihrem Gedächtnisverlust etwas ganz und gar nicht stimmt, wird schnell klar, doch des Rätsels Lösung ist nicht ganz einfach zu finden. Immer wieder führt Jutta Wilke den Leser auf eine falsche Fährte bis man mit den außergewöhnlichsten Auflösungen rechnet. Das, was letztendlich kam, hatte ich trotzdem nicht erwartet.


    Die Charaktere sind wunderbar transparent, so dass man sich schnell ein Bild von ihnen machen und sie sehr gut einordnen kann. Nur Kira ist etwas undurchsichtig, was sie aber für diese Geschichte auch sein muss. Über die ein oder andere Figur wie beispielsweise Kiras Mutter hätte ich allerdings gerne mehr erfahren, besonders über ihre Vergangenheit und das Leben mit ihrer Tochter vor dem Unfall. Man kann sich zwar einige Dinge denken, aber ich hätte sie gerne auf dem Papier gehabt.


    Bis zur letzten Seite weiß die Autorin immer wieder zu überraschen, so dass man das Buch eher atemlos als befriedigt zuklappt und es noch lange in den Gedanken nachhängt. Diese Geschichte vergisst man so schnell nicht wieder! Möchte man aber auch gar nicht, denn „Schwarz wie Schnee“ ist ein Buch der Extraklasse, dass sowohl Thriller- als auch Jugendbuchleser begeistern dürfte.