Der Vater des Attentäters - Noah Hawley

  • Klappentext:
    In den USA wird ein Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten der USA verübt – und der Verdächtige ist der eigene Sohn. Sprachlos verfolgt der Arzt Paul Allen die Meldung im Fernsehen. Und setzt nun alles daran, die Unschuld seines Sohns Daniel zu beweisen. Geplagt von Vorwürfen, die Erziehung vernachlässigt zu haben, deckt er unglaubliche Ungereimtheiten auf. Immer mehr deutet auf eine Verschwörung hin, bei der sein Sohn das Opfer sein soll. Ein intelligenter psychologischer Roman über den Kampf eines Einzelnen gegen staatliche Macht, um Schuld und die Verfehlungen in der Vergangenheit.


    Autor:
    Noah Hawley wurde 1967 in New York geboren. Er arbeitete in einem Rechtshilfeverein für missbrauchte und verwahrloste Jugendliche, zog nach San Francisco und wurde Mitglied des San Francisco Writer’s Grotto. Heute arbeitet Hawley als Film- und Fernsehproduzent sowie als Drehbuchautor und hat vier Romane veröffentlicht.


    Meine Meinung:
    "Der Vater des Attentäters" ist ein außergewöhnlicher Thriller, eine Mischung aus Psycho- und Politthriller.


    Paul Allens Sohn aus erster Ehe, Daniel, ist angeklagt, den allseits beliebten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten erschossen zu haben. Paul Allen ist von der Unschuld seines Sohnes überzeugt - das Buch ist eine Art Tagebuch über die Zeit ab dem Attentat. In einzelnen Ausschnitten wird die Kindheit/Jugend bis zur Zeit vor dem Attentat von Daniel beschrieben. Außerdem werden einige Attentate der amerikanischen Geschichte aufgegriffen, in denen Paul Allen Parallelen zu diesem Fall sucht. Er setzt alles daran, seinem Sohn zu helfen und erhält dabei, dank sehr guter Kontakte durch seine Arbeit, wertvolle Unterstützung.


    Ich fand die Geschichte sehr ergreifend und die gewählte Perspektive sehr interessant. Der Autor schafft es, den Fall sehr emotional und spannend darzustellen - man kann sich hervorragend in Paul Allen hineinversetzen. Von mir gibts für dieses grandiose Buch 10 Punkte.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Das hört sich sehr gut an. Herzlichen Dank für diese Buchvorstellung. Ich werde das Buch dann mal auf meine Wunschliste packen. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Leider konnte mich das Buch nicht in seinen Bann ziehen. Viele medizinische Abhandlungen fanden hier ihre Rede, dazu kam ein sehr trockener und distanzierter Schreibstil.
    Die Handlung wirkte recht holprig auf mich mit ihren ständigen Rückblicken, die einfach zwischendrin eingestreut wurden. Trotz des interessanten Themas war es nicht der große Wurf. Dazu war es schlicht zu langweilig.


    Einen Satz empfand ich als völlig daneben - Zitat: Bei einer Chemotherapie sind es nicht die verlorenen Haare, die den Betroffenen so fremdartig machen, sondern die ausgefallenen Wimpern und Brauen. Ohne diese Markierungen bekommt das Gesicht etwas nicht mehr direkt Menschliches. Zitat Ende
    Mal abgesehen davon, dass Wimpern und Brauen auch Haare sind, kann ich da nur sagen: WIE BITTE??