Markus Walther - Der Letzte beißt die Hunde

  • Klappentext:
    Krimis sind ihre Leidenschaft: Mimi, die scharfsinnige, ältere Dame, lebt in ihrer Villa am Rande der Stadt. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass ihr jemand mit einem herabfallenden Flügel den Garaus machen will. Daher stellt sie gemeinsam mit ihrer Enkeltochter Helen eigene Ermittlungen an – ganz wie ihre Vorbilder in den Büchern.


    Mimi lädt fünf „Verdächtige“ in ihre Villa ein, darunter den Bürgermeister, denn dieser hat ein Motiv: Er will Mimis Grundstück aufkaufen, um darauf ein Einkaufszentrum zu errichten. Doch ist er nicht der einzige, der der alten Dame an den Kragen will. Zusammen mit ihrer Enkelin, ihrem Butler und einem Bügeleisen weiß Mimi sich aber durchaus zur Wehr zu setzen.


    Ein mörderisches Vergnügen nimmt seinen Lauf.



    Rezension:
    Eigentlich führt die 87-jährige Mimi Richter ein ruhiges Leben und beschauliches Leben. In ihrer großen Villa widmet sie sich ihrer Krimileidenschaft und wird liebevoll von ihrem Personal umsorgt. Hier sticht besonders der Butler Norbert ins Auge, der Mimi jeden Wunsch erfüllt, wie es sich für einen guten Butler gehört. Ihre beiden Wachhunde, Willi und Basker, sorgen für die Sicherheit auf dem Grundstück. Doch all das ändert sich eines Tages, als jemand versucht, die nette alte Dame mit einem Flügel zu erschlagen. Für Mimi steht fest, jemand wollte sie um die Ecke bringen. Da jedoch laut ihrer Meinung auf die Polizei wenig Verlass ist, nimmt sie die Ermittlungen selbst in die Hand. Ihr zur Seite steht ihr ihre etwas unscheinbare Enkelin Helen, die noch dabei ist, ihre gescheiterte Ehe zu verarbeiten.


    Fünf Personen stehen auf Mimis Verdächtigenliste und jedem von ihnen hat sie eine Einladung zukommen lassen, vornehmlich, um über Geschäftliches zu reden, in Wahrheit jedoch, um ihnen auf den Zahn zu fühlen. Mit dabei ist der Bürgermeister der Kleinstadt, in der Mimi wohnt, denn dieser würde zu gern von ihr (oder auch ihren Erben), die Villa erwerben, um dort ein Einkaufszentrum zu bauen. Doch auch Hans Kuhn, der Gärtner (ist es nicht immer der Gärtner?) steht auf der Liste; ebenso Tom Malo, Helens Ex-Mann; Helge Bionda, Helens Stiefvater und nicht zu vergessen, Ferdi Johannson, Mimis Enkel aus dritter Ehe und Helens Cousin. An Verdächtigen, die auch noch allesamt ein Motiv haben, mangelt es also nicht.


    Helen ist sich unsicher, was sie von der ganzen Sache zu halten hat, zumal Mimi ja alle Verdächtigen in ihre Villa eingeladen hat. Ziemlich schnell stellt sich jedoch heraus, wer von den Verdächtigen nicht der Täter ist, denn einige der Verdächtigen sterben unter äußerst skurrilen Umständen während ihres Aufenthaltes in der Villa, u. a. wird Ferdi von einem Bügeleisen erschlagen. Jetzt ist guter Rat teuer, denn die Leichen müssen erst einmal verschwinden, man will ja nicht unnötig Verdacht aufkommen lassen und auch der Mörder, der es auf Mimi abgesehen hat, ist immer noch auf freiem Fuß. Werden es Mimi und ihr Team schaffen, den Mörder zu entlarven, bevor er sie selbst um die Ecke bringt?



    Miss Mimi ermittelt! Der Plot wurde abwechslungsreich, spannend und mit unter skurril ausgearbeitet, sprich, es war ein absolutes Vergnügen mit Mimi und ihren Mitstreitern auf Verbrecherjagd zu gehen. Den Schreibstil empfand sehr angenehm zu lesen, ich konnte mir hier und da jedoch ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich hier gerade die Figuren der Mimi und des Norbert sehr ins Herz geschlossen habe, wobei ich an dieser Stelle allerdings anmerken möchte, dass ich mich mit keinem von Beiden jemals anlegen würde, die Konsequenzen wären für mich nicht erwägbar. Abschließend kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine sehr gelungene Krimi-Komödie handelt, von der ich sehr gerne eine Fortsetzung lesen würde.