Guardian Angel - Zwischen Leben und Licht

  • In letzter Zeit wird Melody häufig von Alpträumen gequält. Darin sieht sie unheimliche Schattengestalten und lichtdurchflutete Wesen. Immer schwerer fällt es ihr, ihren normalen Alltag in der geliebten Familienbäckerei aufrechtzuerhalten. Als sie eines dieser Wesen auch am hellichten Tag wahrnimmt und auf ihrem Arm ein geheimnisvolles Mal erscheint, klappt Melody zusammen.


    Die Eröffnungen, die ihre Mutter ihr anschließend macht, sprengen alles, das Melody für möglich gehalten hätte: Ihre Mutter ist ein Medium! Sie hilft einem Schutzengel Leben zu retten und nun ist es an ihr, diese Tradition fortzusetzen! Unwillig lässt sie sich ins ländliche Silver Crossing verfrachten, um dort von dem Engel Holly alles Nötige zu erlernen und ein gnadenloses Training zu absolvieren. Dabei trifft sie auch auf den umwerfenden Tristan, dessen Art Melody jedoch regelmäßig bis aufs Blut reizt. Doch wo es Licht gibt, da ist auch Schatten und längst sind die Dämonen aufmerksam auf Melody geworden...


    Meine Meinung:


    Nachdem mich Kirsten Greco bereits mit ihrer Silvanubis-Reihe begeistern konnte, führte für mich natürlich kein Weg an ihrem neuesten Werk vorbei. Der Einstieg in die Geschichte ist unmittelbar und fast ein wenig zu schnell für mich. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um die ganzen Charaktere, die einem direkt vorgestellt werden, auseinanderzuhalten, doch als mir dies gelungen ist, konnte ich mich in den schönen Schreibtstil der Autorin und in die wunderbare Geschichte fallen lassen.


    Wie in ihren anderen Romanen hat Kirsten Greco auch in diesem Buch ein tolles Händchen für Charaktere. Sie alle sind sehr klar und schön dargestellt und größtenteils so liebenswürdig, dass ich sie liebend gern auch zu meinen Freunden zählen würde; besonders Spencer habe ich dabei in mein Herz geschlossen.


    Selbstverständlich bezieht sich das auch auf die Protagonistin Melody, die sich zuerst so gar nicht mit ihrer neuen Rolle abfinden kann. Sie rebelliert gegen ihr Schicksal und schlägt dabei auch gelegentlich verbal um sich. Bevorzugtes Opfer ihrer Gefühlsregungen ist Tristan, der eigentlich genug mit seinen eigenen Problemen zu tun hat. Gleichzeitig ist sie aber auch ungeheuer mutig und stark und ich habe sie dafür bewundert, wie sie letzten Endes mit allem umgegangen ist.


    Tristan könnte man wohl als den begehrtesten Junggesellen von Silver Crossing bezeichnen, doch ihm selbst ist diese Aufmerksamkeit der Damenwelt wohl eher unangenehm. Neben seinen Einsätzen als Medium, die meist sehr spontan erfolgen und ihn zu unerklärbaren Abgängen zwingen, die bei seinem Umfeld Unverständnis hervorrufen, hat er obendrein auch noch mit seiner Vergangenheit zu kämpfen. Trotz vertrauenswerter Menschen, die ihn umgeben, verschließt er seine Probleme tief in sich.


    Ich habe mich beim Lesen so wohl, aber auch gleichzeitig unheimlich gefesselt gefühlt, dass ich einfach nicht aufhören konnte und erst zufrieden war, als ich mitten in der Nacht beim Ende angelangt war. Zu gerne hätte ich es mir noch weiter zwischen den Seiten bequem gemacht, denn ich mochte die vertraute Atmosphäre nur ungern verlassen.


    Fazit:


    Mit "Guardian Angel - Zwischen Leben und Licht" hat Kirsten Greco einen wunderschönen Fantasy-Roman abgeliefert, in den ich beim Lesen völlig versunken bin. Das Buch verfügt nicht nur über eine gute Portion Spannung und Romantik, sondern auch über ausgesprochen interessante und liebenswerte Charaktere, deren Gefühle stets zum Greifen nahe waren. Ich freue mich schon auf das nächste Projekt der Autorin.

    Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860)


    :lesend