Die sieben Templer - Guido Dieckmann

  • Kurzbeschreibung (gem. Amazon)
    Ein Mysterium, das die Welt verändern könnte Der Tempelritter Thomas Lermond hat die Vernichtung seines Ordens überlebt und hütet seitdem mit sieben Vertrauten ein Geheimnis, das um keinen Preis in die falschen Hände geraten darf. Im Jahr 1314 jedoch ist ihr Vermächtnis in Gefahr, und Lermond schickt eilig Boten aus, um die mittlerweile über halb Europa verstreuten Templer zusammenzurufen. Deren Reise nach Berlin wird schnell zu einem Alptraum. Ein Gesandter der Inquisition folgt ihrer Spur, besessen davon, die letzten Templer zur Strecke zu bringen. Am Ende erreichen nur sechs der Männer sowie eine junge Frau den abgelegenen Tempelhof – wo ihre Widersacher sie schon erwarten. Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der den Leser zurück in die faszinierende Welt des Mittelalters versetzt.


    meine Meinung
    Berlin, 1314: der Orden der Templer ist von päpstlicher Seite verboten und zerschlagen worden. Doch auch nach 7 Jahren gibt es immer noch Männer, die sich treu an die Regeln des Ordens halten. In Tempelhof sitzt einer dieser Männer und er ahnt, dass eines der größten Geheimnisse der Templer in Gefahr ist. Also schickt er 7 Boten um ein letztes Mal die Templer zusammenzurufen. Kann das gut gehen?


    "Die sieben Templer" ist mein erster historischer Roman von Guido Dieckmann und hat mir gut gefallen. Der Autor nimmt sich der Geschichte des Ordens nach seiner Zerschlagung an und berichtet spannend von einer Wirkungsstätte, die ich nie vermutet hätte: Berlin!


    Der Roman wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur dem Templer Thomas, der in Tempelhof die Stellung hält, sondern auch den gesandten Boten, die den eingeschworenen Kreis der 7 zusammenführen sollen. Dabei gestaltet sich die Zusammenführung schwieriger als gedacht, denn nicht jeder Ordenstempler ist noch von seinem Glauben überzeugt und verfolgt eigene Ziele. Diese Mischung fand ich sehr gut, zeigt Guido Dieckmann dadurch, dass selbst edle Herren manchmal sehr einfache Ziele verfolgen. Dadurch wirkte die Geschichte auf mich auch glaubwürdiger, als wenn alle Templer sofort und ohne Nachfrage aufgebrochen wären.


    Die Figuren sind zahlreich und dadurch verwirrend. Ich musste so manches Mal überlegen, wer nun mit wem wie im Bunde steht und wer mit wem wie verwandt oder zerstritten ist. Hier wäre eine Personenliste hilfreich gewesen. Auch die gleichklingenden Titel der Charaktere halfen mir nicht unbedingt bei der Orientierung. Hier hätte ich mir mehr Klar- und Einfachheit gewünscht, auch wenn diese wahrscheinlich zu Lasten der historischen Genauigkeit gegangen wären. Ins Herz geschlossen habe ich 2 Figuren: Prisca und Primus. Beide sind recht jung, haben aber eine genaue Vorstellung, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen. Das hat mir gefallen. Die Templer selbst blieben mir fern, was auch daran liegen könnte, dass sie schon so viel gesehen hatten, was ich mir nicht vorstellen kann. Der Autor verzichtet hier auch auf Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit.


    Die Story selbst ist toll und auch fesselnd erzählt. So manches Mal murmelte ich "Das darf doch jetzt nicht wahr sein!", weil der Guido Dieckmann mich aufs Glatteis führte oder eine Figur in eine Richtung wandeln ließ, die ich so nicht erwartet hatte. Während der Autor beim Erzählen sehr detailreich und ausschweifend wurde, gerät das Ende leider sehr komprimiert und kurz. Hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Denn so wirkt das Finale hingehuscht.


    Der Stil von Guido Dieckmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine detailreiche Erzählweise wirkt historisch genau und lässt wenig Emotionen zu, was ich persönlich sehr angenehm fand.


    Fazit: die Templer nach ihrer Zerschlagung waren nicht so stolz, wie man vielleicht denkt. Ich kann den Roman empfehlen.

  • Vor dem Lesen erwartete ich aufgrund der Buchbeschreibung einen rein fiktiven „Verschwörungsroman“. Doch ich wurde sehr positiv überrascht: um teilweise sehr detaillierte historische Ereignisse spinnen sich mehrere fiktive Geschichten um ehemalige Tempelritter, die sich am Ende zusammenfinden. Dieses „Entlangschreiben“ an historischen Wahrheiten mag ich und hat mir auch hier sehr gut gefallen.


    Gut gefallen hat mir auch die Vielseitigkeit des Buches. Die Handlungsorte sind nicht nur in Nordeuropa verteilt, sondern auch die Gesellschaftsschichten sind sehr unterschiedlich. Angefangen vom städtischen Leben in Deutschland, über den französischen Königshof spielt das Buch auch teilweise während des schottischen Unabhängigkeitskampfes und in einem Kloster im Osten. Es ergibt sich so ein buntes Bild der damaligen Lebensumstände.


    Die Protagonisten sind erfreulicherweise nicht stereotyp schwarz/weiß. Es gibt eine Menge Personen, bei denen ich zumindest anfangs leicht den Überblick verlor. Viele davon werden aber mit ihren Stärken und Schwächen geschildert und auch wenn ich so manche Überraschung als etwas weit hergeholt empfand, hat mir diese vielschichtige Zeichnung gut gefallen. Allerdings handeln die meisten weitaus moderner, als es meinem Bild von der damaligen Zeit entspricht.


    Doch das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, genauso wenig wie die eine oder andere Unklarheit im logischen Aufbau. So habe ich mich immer wieder über eine neue Geschichte eines Tempelritters auf einem anderen Schauplatz gefreut.


    Fazit: Ein schönes Buch mit kleinen Schwächen, die aber nicht weiter stören. Deshalb überdurchschnittlich gute 8 Eulenpunkte von mir.

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Das Buch beginnt 7 Jahre nach der Auflösung des Templerordens.
    7 ehemalige Templer werden zurück zum Tempelhof bei Berlin gerufen
    um einen Schatz der dort verborgen wurde vor der Inquisition zu schützen.


    Das Buch erzählt von diesen Rittern, ihrer aktuellen Lebenssituation und
    wie sie sich auf den Weg nach Berlin machen.


    Der Schreibstil des Buches ist gut, flüssig, leicht zu lesen, durch verschiedene
    Ortswechsel und überraschende Wendungen spannend.


    Mich persönlich hat gestört, dass die Handlungen der einzelnen Personen oft nicht nachvollziehbar waren und auch nicht ausreichend erklärt wurden.
    Für mich wurde alles zu schnell abgehandelt, ausführlicher wäre es mir lieber gewesen.


    Aber wie erwähnt ist das Buch gut geschrieben und spannend zu lesen.


    Von mir 7 von 10 Punkten.

  • Ich habe fast alle historischen Romane dieses Autors gelesen und zwar immer mit Freude, denn ich erfuhr Neues und wurde gut unterhalten.
    Hier bei diesem Buch ging es mir allerdings leider wie es auch meine Vorschreiberinnen bereits erwähnten: Ich brachte vor allem am Anfang einige Personen durcheinander und konnte manch eine Handlungsweise nicht so richtig nachvollziehen.
    Bedauerlicherweise war die Leserunde zeitlich ziemlich auseinander gerissen, auch war der Autor nicht lange dabei, so dass einige tapfere Mohikaner am Ende allein herumzudeuteln versuchten.
    Ein Personenverzeichnis - und das optimalerweise vielleicht auch gleich noch mit einer Kennzeichnung, wer historisch nachgewiesen und wer dem Hirn des Autors entsprang - wäre hilfreich gewesen.
    Ich vergebe 6 von 10 möglichen Eulenpunkten!

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Auch für mich war „Die sieben Templer" mein erster historischer Roman von Guido Dieckmann. Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig, klar und schnörkellos. Für mich sehr angenehm zu lesen und hat mir gefallen. Dieckmann nimmt sich der Geschichte des Templer-Ordens nach seiner Zerschlagung im Jahre 1307 und Auflösung im Jahre 1312 an. Der Beginn des Romans datiert 1314 und berichtet von einer Wirkungsstätte, die auch ich nie vermutet hätte: Berlin-Tempelhof!


    Mir war nicht bekannt, dass dieser Ortsteil Berlins auf den Templerorden zurückzuführen ist, welcher hier um das Jahr 1200 einen Komturhof gründete. Wieder einmal ein Beweis, das Lesen bildet.


    Aufgrund des Storyplots stehen hier nicht nur ein oder zwei Protagonisten im Vordergrund, sondern eine Vielzahl. Schließlich entsendet Thomas Lermond ja auch sieben Boten, um seine Brüder an den Tempelhof zu rufen. Und fast jeder dieser Tempelritter bekommt genügend Platz, um dessen Rückkehr zum Komturhof zu schildern. So ist es nicht verwunderlich, wenn mancher Leser ein wenig den Überblick über die Personen verliert. Ein Personenregister wäre hier hilfreich gewesen – leider fehlt ein solches. Sicherlich ist es auch für den einen oder anderen Leser gewöhnungsbedürftig, sich hier nicht nur mit einem Protagonisten identifizieren zu können. Schließlich ist man es so von den meisten anderen Romanen gewohnt. Dies gibt aber auch dem Autor die Chance den Leser an die verschiedensten Orte im mittelalterlichen Europa zu führen. Angefangen vom städtischen Leben in Deutschland, dem französischen Königshof in Paris, über den schottischen Unabhängigkeitskrieg, zum Deutschritterorden in Pommern.


    Mich hat der Roman gut unterhalten, ohne jedoch das Feuer gänzlich zu entzünden. Dies liegt wahrscheinlich bei mir daran, dass es hier für mich keinen Protagonisten gab, mit dem ich von Anfang bis Ende bei seinen Abenteuern mitfiebern konnte. Trotzdem ein lesenswertes Buch, welches von mir 6 von 10 Eulenpunkten bekommt.


    Ein weiteres Buch von Guido Dieckmann ist für mich sehr wahrscheinlich...

  • Auch für mich war es das erste Buch von Guido Dieckmann - erstaunlich eigentlich, daß ich ihn noch nicht vorher entdeckt habe. Da mir das Buch ausnehmend gut gefiel.


    Gerade, daß der Fokus eben auf die unterschiedlichen Protagonisten gelegt wurde - die 7 Templer und noch weitere, mochte ich.
    Dadurch konnte man wunderbar im Europa des 14. Jahrhunderts mit den jeweiligen dort "stationierten" Rittern herumreisen und dabei sein, bei den jeweiligen Begebenheiten, die für diese Zeit typisch waren.


    Gerade das englisch/schottische Kapitel war für mich besonders, da ich halt nun mal diese große Leidenschaft für die englische Geschichte habe.


    Mit Berlin und dem Templerhof ging es mir ebenso, daß es mir erst nach einiger Zeit aufging - "Ah ja, da war doch was"
    Wenigsten weiß ich jetzt, woher der Flughafen seinen Namen hat :grin


    Die Protagonisten waren sehr unterschiedlich, was das Buch für mich spannender machte, so daß ich in Bezug auf Lieblings - und Haßfiguren voll auf meine Kosten kam.
    Selbst wenn dadurch für jeden weniger Zeit blieb.
    Ebenso der Weg bis hin zum Vermächtnis der Tempelritter - das für mich eine logische Aufklärung hatte - bis auf einen klitzekleinen Negativpunkt, der mich aber glücklicherweise nicht so sehr gestört hat.


    Guido Dieckmanns Schreibstil ist sehr schön zu lesen, flüssig und spannend.
    Sprich - ich werde noch weitere Bücher des Autoren versuchen zu entdecken



    Fazit
    Eine spannende Reise durch das Europa des 14. Jahrhunderts mit eingen der legendären Tempelritter, die sich für ein altes Vermächtnis wiedervereinen.
    Durch einen schönen flüssigen Schreibstil regt das Buch zum ständigen Weiterlesen an und ich habe für mich einen neuen Autoren entdeckt.