Die schöne Mörderin - Doris Gercke

  • Ein wirklicher Krimi ist es nicht, aber der Vollständigkeit halber stelle ich auch diesen Bella-Block-Band in Krimi-Kategorie ein.


    11. Band der Bella Block-Reihe


    Kurzbeschreibung:
    Damals in Odessa hat Bella Block der jungen Turkmenin Tolgonai bei der Flucht geholfen. Die Frau wurde gesucht. Wegen Mordes. Und Bella gab ihr den Schlüssel zu ihrem Haus an der Elbe. Zurück in Hamburg erfährt Bella, dass die schöne Fremde noch immer in Deutschland ist, dass ihr auch hier Morde zur Last gelegt werden. Nun muss sie damit rechnen, dass Tolgonai bei ihr auftaucht. Bella wird sich entscheiden müssen, ob sie "Dschingis Khans Tochter" noch einmal vertraut...


    Über die Autorin:
    Doris Gercke, 1937 in Greifswald geboren, lebt seit 1949 mit einer Unterbrechung von zehn Jahren Provinz in Hamburg. Nach ihrer Lehre als Verwaltungsbeamtin war sie Hausfrau und Mutter, arbeitete als Büroangestellte, machte das Begabtenabitur und absolvierte ihr Juraexamen. Ihre Serienfigur Bella Block wurde schnell berühmt und viele der Fälle fürs ZDF verfilmt.


    Meine Meinung:
    Bella Block hat es in diesem Roman gleich mit zwei Baustellen zu tun. Zum einen nimmt sie den Auftrag an, einen untergetauchten Ehemann zu suchen. Zum anderen wird sie in die Suche nach Tolgonai hineingezogen, jener Frau, die einige Morde auf dem Gewissen hat, um sich gegen gewalttätige Männer zu wehren. Der Leser verfolgt - aus zwei verschiedenen Erzählperspektiven - sowohl die Ereignisse um Tolgonai als auch die Erlebnisse Bellas. Autorin Doris Gercke setzt auch hier ihr Markenzeichen ein: Kurze Sätze und Beschreibungen, die so prägnant sind, dass sie sofort ein bestimmtes Bild und eine spezielle Atmosphäre vor dem geistigen Auge des Lesers heraufbeschwören. Im Gegensatz zu anderen Teilen der Reihe wirkt Bella Block hier ein bisschen lustlos und weniger engagiert - ob das so gewollt ist oder vielleicht eine gewisse Müdigkeit der Autorin widerspiegelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Unabhängig davon: Angesichts der derzeitigen Flüchtlingskrise und der immer noch in weiten Teilen der Welt "normalen" Gewalt gegen Frauen ist der Roman leider von trauriger Aktualität. Das Ende ist nicht schön, aber trotzdem (oder gerade deswegen) stimmig, es lässt nur wenig Raum für Hoffnung.


    7 Punkte von mir.


    P.S.: Es ist nicht zwingend notwendig, "Dschingis Khans Tochter" gelesen zu haben, um "Die schöne Mörderin" zu verstehen. Es ist aber durchaus hilfreich, um die (hier natürlich nur angedeuteten) Hintergründe und auftretenden Personen besser zu verstehen.