Hamstersaurus Rex (9 - 11 Jahre) - Tom O’Donnell, Tim Miller

  • Tom O’Donnell (Text), Tim Miller (Illustrationen): Hamstersaurus Rex, (9 - 11 Jahre), OT: Hamstersaurus Rex, aus dem Englischen von Bettina Münch, München 2017, ars Edition, ISBN 978-3-8458-1987-7, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen von Tim Miller, 250 Seiten, Format: 15,6 x 3,2 x 22,4 cm, Buch: EUR 6,99 (D), EUR 7,20 (A) – Einführungspreis. Ab 01.02.2018: EUR 12,99 (D), EUR 13,40 (A). Kindle Edition: EUR 5,89. Auch als Hörbuch lieferbar.


    Der menschliche Held der Geschichte heißt Sam Gibbs, ist 12 Jahre alt und geht in die sechste Klasse der Horace-Hotwater-Mittelschule im US-Städtchen Maple Bluffs. In den Augen derer, die ihn nicht leiden können, ist Sam ein mickriger, unsportlicher Versager ohne Freunde, der nichts anderes kann als komische kleine Bildchen zu zeichnen. Dass er von sämtlichen KlassenkameradInnen gemeine Karikaturen gezeichnet hat, hat seine Beliebtheit nicht gerade gesteigert. Nur die Sportskanone Kim D’Amato, ein Mädchen, hält seit dem Kindergarten unverbrüchlich zu ihm. Leider ist ihr Mundwerk oft schneller als ihr Verstand und kann kein Geheimnis bewahren. Das wird die Freundschaft noch auf eine harte Probe stellen.


    Ausgerechnet die Streberin Martha Cherie, die Klassenlehrer Copeland beim Vornamen nennt, hat ein Auge auf den kleinen Comiczeichner geworfen. In ihrer Perfektion, Pedanterie und Besserwisserei ist noch um einiges nerviger als Harry Potters Mitschülerin Hermione Granger. Um sich nach der Schule mit jemandem verabreden zu können, muss sie z.B. „den Portugiesisch-Konversationskurs, Taxidermie und Stepptanz“ absagen. (Seite 150)


    Kiefer Vanderkoff, genannt „Miefer“, der miese, mobbende Muskelprotz der Klasse, ist in Martha verliebt, und so ist ihm Sams bloße Existenz ein Dorn im Auge.


    Wo kommt denn jetzt der Hamster her?

    Wie nun der Hamster ins Spiel kommt, weiß keiner so genau. Eines Morgens steht einfach ein Hamsterkäfig mit Bewohner im Klassenzimmer. Mr. Copeland erklärt ihn kurzerhand zum Klassentier, dem Sam und Kim spontan den Namen „Hamstersaurus Rex“ verpassen, nicht ahnend, wie schnell er in diesen Namen hineinwachsen wird.


    Doch lange währt die Freude an dem Klassentier nicht. Nach wenigen Minuten ist die Käfigtür offen und das Tierchen verschwunden. Sam macht sich auf die Suche nach, eifer- und rachsüchtig verfolgt von Miefer Vanderkoff. Offenbar hat „Hammy Rex“ ein Herz für Underdogs. Er sorgt dafür, dass Miefer bei einer körperlichen Auseinandersetzung mit Sam k.o. geht. Damit hat sich der kleine Nager einen Feind fürs Leben gemacht.


    Umso wichtiger ist es, dass Sam den Hamster so schnell wie möglich findet und aus der Schusslinie bringt. Im Büro von Sportlehrer Weekes spürt er ihn schließlich auf. Und weil der Hamster inzwischen sehr hungrig ist, frisst er alles, was ihm in die Pfoten kommt und mit besonderer Vorliebe das Junkfood, das von der ortsansässigen Firma SMILECORP® hergestellt wird. Alle Welt ist verrückt nach dem Zeug, aber Sam, dessen Mutter für die Firma arbeitet, hält Essen, das in einem Labor entsteht, für ziemlich zweifelhaft.


    Ein Pulver mit Nebenwirkungen

    Als er Hamster sich ein halbes Pfund von Coach Weeks SMILESCORP® Bodybuilding-Pulver reinpfeift, befürchtet Sam schon das Schlimmste – und er soll recht behalten. Der Hamster, der vorher ein handelsübliches Haustier war, erleidet erst einen Anfall, dann einen Herzstillstand, und als er wieder zu sich kommt, ist er zu einem handlichen kleinen Monsterchen mutiert – mit messerscharfen Reißzähnen und Krallen, Knochenplatten am Rücken und einem Eidechsenschweif. Superhungrig und superstark ist er außerdem.


    Aber jetzt, wo Sam den Hamster eingefangen hat, stellt sich die große Preisfrage: Wohin mit ihm? Im Klassenzimmer kann er nicht bleiben, weil Miefer ihm nach dem Leben trachtet. Mit nach Hause kann er ihn auch nicht nehmen, weil seine Mutter auf Pelztiere allergisch reagiert. Also wohnt Hamstersaurus Rex erst einmal in Sams Schließfach in der Bibliothek. Doch Hammys enormer Appetit stellt den armen Sam vor immer neue Herausforderungen. Dazu muss er noch vor aller Welt verheimlichen, dass er den Hamster längst gefunden hat und versteckt hält. Und was am allerschlimmsten ist: Hammy ist ein Ausbruchskünstler, verlässt sein Quartier eigenmächtig und treibt in der ganzen Schule sein Unwesen.


    Hammy mischt die Schule auf

    Sportlehrer Weekes‘ unsäglich albernen „Kleiner-Mister-oder-Miss-Mucki-Wettkampf“ mischt er gnadenlos auf. Sämtliche Supersportler versagen kläglich und alle Welt staunt. Vollkommen im Chaos versinkt schließlich der von SMILESCORP® gesponserte Wissenschafts-Wettbewerb „Science Night“. Dabei spielen ein ausgehungerter Dino-Hamster, ein Schlüssel, eine Würgeschlange namens Michael Perkins, eine nervöse Marketingfrau sowie ein unsichtbarer Donut mit ungeahnten Nebenwirkungen eine nicht unbedeutende Rolle …


    Kommt der Hamster mit dem Leben davon? Entgeht Sam dem Zorn von Miefer Vanderkoff? Und wird er sich je wieder mit Kim D’Amato versöhnen, die ihm seine Geheimniskrämerei rund um Hammy Rex ausgesprochen übel nimmt?


    Anarchischer Unfug und ernste Töne

    Neben all dem haarsträubend anarchischen Unfug, der hier getrieben wird – und das Chaos ist hier wirklich in Höchstform! – geht’s auch um ernste Themen: um Freundschaft, Ehrlichkeit und Vertrauen, um Mobbing und um Ängste. Und darum, dass sogar die größten Maulhelden und Wichtigtuer ihre Schwachstellen haben. Wenn man die kennt, lässt das selbst bei den größten Angstgegnern die Luft aus dem Ballon. So ist die Story nicht nur spannend und witzig, sondern man auch noch ein bisschen etwas lernen.


    HAMSTERAURUS REX ist der Startband zu einer Reihe. Es dürfte interessant werden zu sehen, was der mutierte Superhamster noch so alles drauf hat. Fressen, kämpfen, ausbrechen und tumultartige Szenen anzetteln kann er schon ganz gut.


    Der Autor

    Tom O’Donnell schreibt Kinderbücher, verfasst Artikel für Zeitungen (u. A. den renommierten „New Yorker“) und schreibt für TV-Comedy-Shows. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Brooklyn, New York.


    Der Illustrator

    Tim Miller studierte an der School of Visual Arts, wo er mit dem Bachelor in Cartoonzeichnen und dem Master in Kunsterziehung abschloss. Er lebt in New York City.



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    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

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