Cristina Caboni - Der Zauber zwischen den Seiten

  • Cristina Caboni - Der Zauber zwischen den Seiten


    Inhalt:


    Die junge Römerin Sofia befindet sich im freien Fall - ihre Ehe gescheitert, ihre Familie über ganz Europa zerstreut, sie alleine ohne Job in Rom. In dieser schwierigen Selbstfindungsphase stößt sie in einem Antiquariat auf ein altes Buch, das ziemlich ramponiert ist, aber aufgrund seines besonderen Einbands großen Eindruck auf Sofia macht. Als gelernte Buchbinderin macht sie es sich zur Aufgabe, das Buch zu restaurieren - und stößt dabei auf eine verborgene Botschaft.


    Diese stammt aus der Vergangenheit, von einer jungen Frau namens Clarice von Harmel, und deutet auf ein Geheimnis hin. Sofia begibt sich auf Spurensuche und reist durch halb Europa, um die weiteren zwei Bände des Romantikers und Philosophen Christian Fohr aufzuspüren, in denen sie weitere Hinweise vermutet. Unvermutet findet sie auf ihrer Schnitzeljagd einen Begleiter; der Graphologe Tomaso, der ebenfalls schwere Zeiten durchmacht, ist fortan an ihrer Seite.


    Meine Meinung:


    Gleich vorweg, mich konnte das Buch nicht restlos überzeugen. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt und für mich war die Perspektive aus der Vergangenheit mit Clarice von Harmel und Christian Fohr eindeutig der stärkere und eindrucksvollere Part der Handlung. Eine junge Frau muss sich mit den engen Fesseln ihrer Zeit auseinandersetzen, gerät in tiefe Strudel, befreit sich aber daraus und macht ihr Ding, das las sich sehr unterhaltsam. Ich konnte mit Clarice jederzeit mitfiebern und fand in ihr einen interessanten Charakter, zumal ihre Profession als Buchbinderin ihrer Zeit sehr überzeugend dargestellt war.


    Dagegen kam ich mit Sofia äußerst schlecht zurecht. Selbstverständlich musste die Autorin sie am Anfang besonders schwach darstellen, damit sie im Laufe der Geschichte eine Entwicklungsmöglichkeit hat, aber mir war das eine Spur zuviel. Ihre Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, ihre Interaktionen mit Ehemann, Verehrer und anderen fand ich nicht konsistent. Manche der Dialoge nervten mich regelrecht, weil sie so hölzern und dümlich daher kamen.


    Insgesamt war mir vieles an Sofias Handlungsstrang zu überkonstruiert; die Zufälle zu zahlreich, die Verknüpfungen viel zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Daher bleibt eigentlich nur der Clarice-Strang, um zu punkten; und natürlich das Grundthema der Buchbindekunst, das sehr liebevoll und gewissenhaft behandelt wurde und richtig Spaß gemacht hat. Das hat mir einiges an Lesefreude gerettet, aber leider nicht alles. Daher fällt meine Bewertung auch sehr zurückhaltend aus.