Emmas Vermächtnis - Leisha Kelly

  • Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
    Verlag: Gerth Medien, 2006


    Originaltitel: Emmas gift
    Übersetzt von Antje Balters


    Kurzbeschreibung:
    Für ihre Familie ist Julia mit ihrem unerschütterlichen Glauben der Fels in der Brandung. Und wenn sie doch einmal ins Wanken gerät, ist da noch immer ihre mütterliche Freundin Emma, die ihr wieder auf die Beine hilft.Doch dann wird Julias Glaube auf eine harte Probe gestellt. Sie muss mit ansehen, wie ihre Nachbarin Wilametta, die Mutter von zehn Kindern, überraschend stirbt. Betäubt vom Schmerz über ihren Tod, vernachlässigt Wilamettas Mann seine Kinder, und Julia steht vor der Herausforderung, diese große Familie mit zu versorgen. Wie sollen sie und ihr Mann Samuel das schaffen, wo sie doch für ihre eigenen Kinder kaum genug zum Leben haben?Unter dieser Last droht Julias Glaube zu zerbrechen. Wie konnte Gott den Tod von Wilametta zulassen? Doch inmitten tiefster Verzweiflung erreicht sie ein Hoffnungsschimmer Emmas Vermächtnis.


    Über die Autorin:
    Leisha Kelly wuchs auf dem Land im amerkanischen Bundesstaat Illinois auf. Im Laufe ihrer schriftstellerischen Tätigkeit schrieb sie 11 Bücher, von denen drei in deutscher Sprache erschienen sind. Im Jahr 2011 kam sie bei einem tragischen Autounfall ums Leben.


    Über die Übersetzerin:
    Antje Balters ist 1956 in Husum in Nordfriesland geboren. Sie studierte Englisch, Deutsch und Publizistik in Mainz. Zwischen 1986 und 1994 redigierte sie die christliche Zeitschrift SCHRITTE. Seit 1988 ist sie als freiberufliche Lektorin, Übersetzerin und Redakteurin tätig und referiert bei Frauenfrühstückstreffen. Antje Balters ist verheiratet und Mutter von fünf Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie in Bremen.


    Mein Eindruck:
    “Emmas Vermächtnis” ist die direkte Fortsetzung von Julias Zuflucht, den Roman, den ich vor kurzen schon gelesen und rezensiert hatte. Diese Reihe wird als Country Road Chroniken benannt, was die Atmosphäre um 1931 während der Rezension in den USA treffen dürfte. Das ganze stammt aus dem Genre der christlichen Romane, also Obacht, wer so etwas nicht mag, ist hier ganz falsch.


    Erst einmal ein großes Lob an die leider schon verstorbene Autorin für ihre einfühlsame und geschickte Sprache.
    Die stilistische Form der wechselnden Perspektiven von Julia und ihrem Mann Samuel und ihren inneren Reflexionen wird weiterhin angewendet, vielleicht noch intensiver als im ersten Teil.


    Die 85jährige Emma lebt immer noch auf ihrer Farm zusammen mit Julia und ihrer Familie.
    Der Roman beginnt damit, das in einer kalten Winternacht ein Nachbarsjunge Emma und Julia zu Hilfe ruft, weil die Mutter krank ist. Ärzte wurde damals selten gerufen und waren meist auch nicht verfügbar.
    Tatsächlich stirbt die Frau und hinterlässt eine Schar Kinder.
    Der Ehemann ist verzweifelt und nicht mehr in der Lage, sich um seine Kinder zu kümmern.
    Und in dieser schlimmen Nacht stirbt auch die herzkranke, entkräftete Emma. Ihr letzter Wunsch war es, Psalm 46 aus der Bibel zu hören, der wie ein Vermächtnis für Julia wirkt:
    “Gott ist unsere Zuflucht und unsere Stärke …”
    “…darum fürchten wir uns nicht …”


    Das wirkliche Vermächtnis bleibt aber ihre Vorbildfunktion als starke Frau, die jedem half.


    Diese eine dramatische Nacht hat Leisha Kelly effektvoll und eindringlich beschrieben. Ich habe den Eindruck, das ihre schriftstellerische Ausdruckskraft in diesem Buch noch stärker ist.


    Ob damals aufgrund der wirtschaftlich schlechten Situation wirklich so ein großer Zusammenhalt zwischen den Menschen entstand, kann ich nicht beurteilen.


    Einmal musste ich beim Lesen an die TV-Serie “Unsere kleine Farm” denken, deren Protagonisten sich auch ohne selbst wohlhabend zu sein, doch immer selbstlos und wie selbstverständlich um alle kümmerten.
    Aber bei Leisha Kelly greift ein weitere Thema: Der Zweifel an sich selbst. Auf Julia lastet die Verantwortung, der sie auch standhält, aber eigentlich hält sie sich selbst nicht für stark.
    Dadurch erreicht die Autorin, das ihre Figuren realistischer und greifbarer wirken. Emma, Julia und Samuel sind gute Figuren, die sich weiterentwickelt haben und an die man sich länger erinnern wird.


    Mit diesem Roman erreicht Leisha Kelly das Niveau einer Janette Oke. Es gibt noch ein paar Fortsetzungen, die ich hoffe, irgendwann auch lesen zu können.


    Abschließend ist noch zu sagen, dass der Roman die meiste Zeit vor oder während Weihnachten spielt. So ist es ein richtiger Weihnachtsroman,