Beiträge von AlexBerg

    Valerie ist Juristin. Entsprechend ist der Charakter ihrer Person angelegt. In meinem Freundeskreis sind ein Haufen Juristen unterschiedlichster Ausrichtung, aber jeder von ihnen pocht auf Recht und Gesetz. Auf ihre Rechte. Natürlich hat Valerie es sich durch diese Haltung schwerer gemacht. Oder auch nicht? Was hätte es ihr gebracht, die Wahrheit gleich auf den Tisch zu packen, zuzugeben, dass sie vermeintliche Attentäter kennt. Sie muss sich die ganze Zeit fragen, ob die Beamten ihr glauben, dass sie damit nichts zu tun hat. Dazu kommt, dass sie selbst völlig verunsichert ist, was Noor und Safwan angeht. Ist da etwas geschehen, von dem sie nichts weiß? Das zeigt sie nach außen nicht, aber es kocht in ihr. Angst in Verbindung mit Wut.

    Wenn ich Außenstehender wäre, würde ich wohl auch vermuten, dass sie ganz tief in der Sache mit drin steckt.


    Und wie würdest du reagieren, wenn du in ihrer Situation wärst?


    Der Europarat hat bereits 2006 zum Thema "Extraordinary Rendition" den Sonderermittler Dick Marty beauftragt, einen Bericht zu erstellen:
    "...Und Marty spricht Klartext. Die entscheidende Frage sei: «War wirklich die CIA am Werk in Europa? Und ich glaube, man kann heute ohne Zweifel behaupten: Ja.»
    Marty verweist auf den Fall des islamischen Geistlichen Abu Omar, der in Mailand vom amerikanischen Geheimdienst CIA auf offener Strasse entführt worden war. 25 CIA-Agenten habe die Mailänder Staatsanwaltschaft der Tat überführt. Die Beweise seien absolut eindeutig. Und das sei nur ein Fall von vielen. Rund hundertfünfzig Verdächtige, so schätzt Dick Marty, seien so oder ähnlich entführt, und in ganz Europa herumgeflogen worden. Daran sei heute kein Zweifel mehr möglich.(...) Die entführten Gefangenen werden gefoltert. Auch das steht für Dick Marty fest. Die amerikanische Definition von Folter, so der Sonderermittler des Europarats, entspreche internationalen Standards in keiner Weise. Nur was bleibende körperliche Schäden verursache, gelte in der Lesart Washingtons als Folter." Quelle: «Echo der Zeit», Radio DRS vom 14.1.2006

    Jasmin


    Ich mag außergewöhnliche Frauennamen, und speziell Valerie finde ich wunderschön ... Die Namensgeschichte an sich ist beim Schreiben kompliziert, da du immer drauf achten musst, keine Namen zu nutzen, die es bereits gibt, oder, wenn es sie gibt, müssen sie so häufig sein, dass niemand für sich in Anspruch nehmen kann, er wäre gemeint. Dafür sind die Kombinationen Valerie Weymann und Eric Mayer ganz gute Beispiele.

    Bouquineur


    Deine Fragen sind interessant. Die zweite zuerst: Die Anti-Terror-Gesetzgebung, die weltweit nach 9/11 entstanden ist, lässt solche Dinge tatsächlich zu. Bürger- und Menschenrechte, für die wir lange gekämpft haben, werden Makulatur. Und by the way: Buroughs ist Amerikaner.


    Die Haussuchung bezieht sich ganz klar auf Valeries Unterlagen, Computer, etc. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass die Mitarbeiter der Geheimdienste zu diesem Zeitpunkt mehr wissen als der Leser.

    Nikana


    Für mich stand der Titel schon fest, bevor ich den Roman geschrieben hatte. Nachdem ich von dem Film erfahren habe, haben wir im Verlag darüber gesprochen, ob wir einen anderen Titel wählen sollen, uns dann aber dagegen entschieden.

    Hallo,


    gerade habe ich von meinem Verlag den Link zu Eurem Forum bekommen und den Hinweis auf die Leserunde. Da ich tatsächlich noch unter den Lebenden weile, kann ich die Leserunde gern begleiten und Eure Fragen beantworten.


    by the way ... MACHTLOS (das Buch) hat nicht zu tun mit MACHTLOS (dem Film). Das Buch war bereits geschrieben, als ich über den Film gestolpert bin, der zwar auch das Thema der Extraordinary Rendition behandelt, aber andere inhaltliche Schwerpunkte setzt.