Beiträge von Harry Popow

    SOLDATEN FÜR DEN FRIEDEN (Teil eins)


    Leseprobe aus „AUSBRUCH AUS DER STILLE. Persönliche Lebensbilder“ im 70. Jahr der Gründung der DDR am 07. Oktober 1949



    Der Autor Harry Popow wurde 1936 in Berlin-Tegel geboren, wuchs in der DDR auf, arbeitete als Militärjournalist im Dienstgrad Oberstleutnant in der NVA und betätigt sich heute als Blogger, Buchrezensent und Autor. Er ist seit 1961 sehr glücklich verheiratet.


    Ohrfeige für Henry


    Kindheits- und Jugenderinnerungen der Mutter Tamara, und nicht nur ihre ... Henry erinnert sich (von Schweden will er viele Seiten später berichten): Ja, da war jenes Dorf Stemmnitz in Pommern, von dem seine Mutter schrieb. Es war ein kleines Dorf an der Wipper, nördlich von Schlawe, heute Slavno, das Henry und seine Geschwister Sophia, Alexander und Berno in den Jahren 1942/43 kennenlernen sollten. Sie wohnten in Berlin-Schöneberg in der Wartburgstraße. Berlin lag wohl schon zunehmend unter dem Bombenhagel der Allierten. Jedenfalls wurden Frauen mit Kindern evakuiert. Die Eltern wählten Stemmnitz, da dort Verwandte des Vaters lebten. Eines Nachts mußten die Kinder sehr früh aus den Betten. Etwa um zwei Uhr. Knapp drei Stunden später sollte der Zug nach Stettin fahren. Ein Taxi brachte die Familie, auch Oma Emma, zum Stettiner Bahnhof: Regennässe. Kopfsteinpflaster. Ein verdunkeltes Bahnhofsgebäude. Zugqualm. Pfeiftöne. Müdigkeit. Man fror. Endlich Abfahrt. Umsteigen in Stettin. Wie lange waren sie unterwegs? Henry weiß es nicht mehr. Nur soviel, daß sie auf einem sehr abgelegenen kleinen Bahnhof ausstiegen. Soweit er sich erinnern kann, stand mitten im Dorf eine weiße Kirche mit einem hohen und schlanken Turm, die Straße führte rechts und links vorbei. Bauernhäuser mit riesigen Gehöften, mit Stallungen und großen Misthaufen. In der Nähe eine alte Windmühle. Die Familie kam auf einem Bauernhof in den oberen zwei Zimmern unter. Kopfsteinpflaster auf dem großen Hof, Kuhgebrüll, Schweinegekreische und Hühnergegacker.


    Auf der anderen Straßenseite haben Verwandte ihren Hof, ebenfalls Ziebells. Deren Tochter heißt Ruht und der Sohn Herrmann, der etwa siebzehn Jahre alt ist. Der nimmt den oft verträumten aber neugierigen Jungen mit zum Angeln an die Wipper. Einmal soll der Siebenjährige die Fische zum Hof bringen. Der spürt die Wichtigkeit dieses Auftrages und hofft, bald einen Abnehmer zu finden, um sich der Verantwortung zu entledigen. Aber im Hause des Onkels rührt sich nichts. Was tun? Henry kommt ein rettender Gedanke. Er legt die Fische auf ein umgedrehtes Holzfaß. Er sieht nur seine Aufgabe, übersieht aber die in der Nähe schnatternden und aufgeregten Gänse. Sein Fehler? Nein, seine erste Erfahrung. Nämlich umsichtig sein. Für alle Fälle! Denn kaum kehrt der Stadtjunge ihnen den Rücken, fallen sie auch schon über die reiche Beute her. Sein großer Freund Herrmann hat später geschimpft, und der Kleine bekommt zur Strafe abends keinen Fisch ab.

    Überhaupt, Henry und seine Geschwister – sie fühlen sich als Stadtkinder sehr wohl auf dem Dorf, denn da riecht es –laut Henry - so gut nach Dung und Heu. Sehr wohl fühlt sich auch seine Schwester Sophia, denn sie wandert oft und gerne und man muß sie manchmal suchen. Wo treibt sie sich herum? Das hört Henry seine Mutter fragen. Man findet das eigenwillige Mädchen auf dem Friedhof, da hat sie sich die Blümchen auf den Grabstellen angesehen. Was sich besonders eingeprägt hat – das herrliche Vesper am Feldrand während der Ernte. Da gibt es immer Kaffee und Kuchen, meist Streußelkuchen. Im September muß Henry zur Schule, wie unangenehm. Eine Schiefertafel wurde besorgt und mehrere Griffel zum Schreiben. Der Gänsekiel, mit dem Henry so gerne geschrieben hätte, war nur für die größeren Kinder vorgesehen.


    Der Lehrer ist klein und dicklich, ein Herr Pommerening. Gelbe Uniform und Hakenkreuz am Ärmel, ein Ortsgruppenführer, wie aus den Reden der Eltern zu hören ist, und es klingt nicht gut. Eines Tages im Unterricht fragt er den Henry-Knirps, wer Hitler sei. Der erschrickt. Er weiß es so genau nicht. Das war kein Thema zu Hause. Und rund heraus gesteht er seine Unwissenheit. Da hat er plötzlich eine Ohrfeige im Gesicht, dann noch eine zweite auf die andere Wange. „Raus!“, brüllt der Dicke. Der gedemütigte Junge muß den Unterricht verlassen. Mama und eine Bekannte – Papa arbeitet in einem anderen Ort und ist selten zu Hause - schauen sich bedeutungsvoll an, sagen, daß es nicht so schlimm sei, den Namen dieses Hitler nicht zu wissen, und der Schuljunge, der tief beleidigte, denn Schläge sind den Ziebellkindern eine unbekannte Größe, atmet erleichtert auf. Irgendwann taucht der kleine Hakenkreuzmensch – es ist bereits abends - bei den Ziebells zu Hause auf. „Frau Ziebell, ich habe keine Nachricht von meinem Sohn an der Ostfront, haben sie keine Verbindung mit ihren Landsleuten ...?“ Mama ist schlau und auf der Hut. Sie zuckt mit den Schultern, sagt nicht’s. Wie auch, das wäre lebensgefährlich für sie gewesen, weiß Henry später.


    Inzwischen ist es Winter geworden. Tiefer Schnee, große Kälte. Henry hat einen Traum. Ein eigener Schlitten für uns Kinder, das wäre schön. Papa redet mit dem Stellmacher des Ortes. Der verspricht, einen Holzschlitten zu bauen, so wie er Zeit hat. Also schleicht er immer öfter an der Schmiede vorüber, aber der Mann schüttelt immer wieder den Kopf, zuviel andere Sachen habe er zu stellmachern. Doch zu Weihnachten steht der Schlitten unter dem Weihnachtsbaum. Beim Spielen fällt Henrys vier Jahre jüngerer Bruder Alexander auf den Hinterkopf. Er wird mit dem Pferdefuhrwerk nach Schlawe (heute Slawno) ins Kreiskrankenhaus gefahren. Mama legt heimwärts die Hälfte der Strecke (etwa zehn Kilometer) mit einem Fuhrwerk zurück, den Rest zu Fuß. Drei Tage Todeskampf um das Leben des Bruders. Drei Tage Tränen der Mutter. Dann kommt die Nachricht per Telefon: Alexander ist gerettet. Mama nimmt Henry mit ins Krankenhaus. Alexanders erste Worte: „Apfel haben ...“ Äpfel! Woher nehmen? Henry weiß es nicht mehr, ob Mama Äpfel besorgen konnte. Unvergeßlich aber für Henry: Die kriegsgefangenen Franzosen – sie hausen im Stall des Vermieters, denn sie helfen der Familie Ziebell, wie schon so oft, mit allerlei guten Sachen. Eines Tages fährt ein alter Mann auf der Dorfstraße mit dem Fahrrad. Er sieht Mama, klingelt und ruft ganz aufgeregt: „Frau Ziebell, sofort zum Ortsgruppenführer!“ Der herrscht sie mit hochrotem Kopf und haßerfüllt an: „Innerhalb einer Woche hat ihre Familie das Dorf zu verlassen!“


    Zum Inhalt

    Ausgangssituation ist Schweden und das Haus, in dem die Popows wohnen. Der Leser erfährt zunächst, wer die Eltern waren (seine Mutter stammt aus Moskau), berichtet kurz vom Evakuierungsort 1943/44 in Pommern, von der Rückkehr in das noch unter Bombenhagel liegende Berlin (Schöneberg), von den Eindrücken nach Kriegsende und vom Einleben in der neuen Gesellschaft, dabei auch von einer Begegnung der Jungen Pioniere mit Wilhelm Pieck.


    Die Lehrzeit wird skizziert mit der Arbeit im Zwickauer Steinkohlenrevier, mit Tätigkeiten in der Geologischen Kommission der DDR und mit dem Beginn und dem erfolgreichen Abschluß der Offiziersschule der KVP/NVA in Erfurt und in Plauen, wo er seine spätere Frau kennenlernte.


    Wie lebt ein junger Offizier in der Einöde im Nordosten der DDR, welche Gedanken und Gefühle bewegen ihn? Darum geht es in den nächsten Aufzeichnungen seiner Impressionen. Seine Träume führen ihn mitunter weg vom Kasernenalltag und so nimmt er die Gelegenheit wahr, für fünf Monate im Walz- und Stahlwerk Eisenhüttenstadt als einfacher Arbeiter tätig zu sein.


    Durch Versetzungen gelangt er nach Potsdam. Dabei kommen Querelen des Alltags als Ausbilder und später als Politoffizier nicht zu kurz. Ein Glücksfall für ihn, als er nach Neubrandenburg in einen höheren Stab als Redakteur berufen wird. Er beginnt ein Fernstudium als Diplomjournalist an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Inzwischen ist er längst sehr glücklich verheiratet. Die Höhen und Tiefen eines Militärjournalisten – die zwingen ihn, vieles neu zu überdenken. Vor allem als einstiger Ausbilder gelingt es ihm, die Probleme der Soldaten immer besser zu verstehen und sie bildhaft zu schildern.


    Die spätere Arbeit als Abteilungsleiter in der Wochenzeitung „Volksarmee“ macht ihm nicht nur Spaß, er nimmt auch Stellung gegen Ungereimtheiten, was ihm nach der Entlassung aus dem aktiven Armeedienst und der Tätigkeit als Journalist im Fernsehen der DDR nicht nur böse Blicke einbringt.


    Nach der Wende: Versuche, arbeitsmäßig Fuß zu fassen, u.a in Gran Canaria und in einer Steuerfirma. Die Suche nach Alternativen, günstiger zu wohnen, sowie die Sehnsucht nach Ruhe führt das Ehepaar nach Schweden.


    Episoden aus dem Dorfleben und von vielen Begegnungen, so z.B. bei der Geburtstagsfeier einer siebzigjährigen Schwedin, machen den Alltag und die feierlichen Momente in der „Stille“ nachvollziehbar. Keine der in der DDR erlebten Widersprüche und politischen Unterlassungssünden wirft den überzeugten Humanisten aus der Bahn, wogegen die Kapitaldiktatur mit ihren hörigen Medien, politischen Manipulationen und Lügen im angeblich so demokratischen Deutschland ihn aufbringen – er bleibt ein Suchender!



    Harry Popow: AUSBRUCH AUS DER STILLE. Persönliche Lebensbilder in Umbruchzeiten. © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, Erscheinungsdatum 18.02.2019, ISBN: 9783748512981, Seiten: 500, Preis: 26,99 Euro

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    Presse_AUSBRUCH


    AUSBRUCH AUS DER STILLE

    Harry Popow



    Unter dem Titel „AUSBRUCH AUS DER STILLE. Persönliche Lebensbilder in Umbruchzeiten“ veröffentlichte der Diplom-Journalist, Rezensent, Autor und Blogger Harry Popow im Eigenverlag epubli seine in der DDR als Militärjournalist authentischen Lebensdaten sowie seine Erlebnisse und Erfahrungen während eines neunjährigen Aufenthaltes in Schweden (1996 – 2005) als auch nach der Rückkehr nach Deutschland.


    Der Titel, so das Anliegen des Autors, möge vor allem an jene Generation erinnern, die nach der Befreiung vom Faschismus mit viel Mühe aus den Trümmern an materiellen Werten und denen in den Köpfen versucht haben, zunächst mit gutem Erfolg, einen neuen Staat zu errichten, dem als Wichtigstes nicht nur die Entmachtung der einst herrschenden Geldeliten, die Beerdigung sämtlicher Kriegsgelüste als geschichtliche Notwendigkeit oblag, sondern vor allem dem friedlichen Aufbau sowie dem militärischen Schutz der DDR.


    Was treibt einen DDR-Bürger dazu – der den Krieg noch als Kind hat erleben müssen und der sich voller Überzeugung im DDR-Alltag einbrachte und die sogenannte Wende trotz einiger Beulen heil überstand – mit seiner Frau in die Stille der schwedischen Wälder umzusiedeln?


    Es sind Tagebuchnotizen eines inzwischen 82-Jährigen. Es umfasst die Zeit von 1944 bis 2019. Die Notizen sind sporadisch entstanden und skizzieren persönliche und geschichtliche Erlebnisse und Erinnerungen.


    In der Stille einer kleinen Siedlung mitten im Wald und im eigenen Holzhaus wühlt und kramt er in alten Aufzeichnungen, in Briefen und Erinnerungen, sammelt und hält fest, was ihn am großen Vorhaben fesselte, ein gänzlich anderes und neues Deutschland aufzubauen.


    Angesichts des gesellschaftlichen und staatlichen Absturzes blickt der damalige Militärjournalist und Oberstleutnant a.D. der NVA zurück in die Anfangsjahre der DDR, in die Kindheit mit seiner liebevoll sorgenden russischen Mutter, die 1935 zu ihrem Ehemann nach Berlin übergesiedelt war. Episoden in Pommern, wohin auch die Ziebells (der Name des Vaters) evakuiert worden waren, wechseln mit Erinnerungsbilder des Krieges und der Befreiung in Berlin.


    Das Buch mit seinen 500 Seiten teilt der Autor in vier Teile: Das persönliche Erleben vor und nach 1945, die im Westwind untergehende DDR, der vorläufige Aufenthalt in Schweden, die Rückkehr nach neun Jahren sowie die persönlich mit seiner Frau glücklichen Jahre am Rande Berlins, wobei die Beschäftigung als Blogger, Autor und Rezensent ihm die innere Befriedigung gibt, nicht ganz tatenlos der politischen Verdummung und Orientierungslosigkeit entgegentreten zu können.


    „AUSBRUCH AUS DER STILLE“ ist gleichzeitig ein nach 59 Ehejahren sehr authentischer Liebesroman zwischen seiner Frau Cleo und ihm, dem Träumer von einer anderen und menschlicheren Welt.


    Der Rezensent: Geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Angehöriger der KVP, später NVA. In den bewaffneten Kräften diente er bis 1986. Die Höhen und Tiefen im Leben eines Militärjournalisten zwingen ihn, vieles neu zu überdenken. Vor allem als einstiger Ausbilder gelingt es ihm, die Probleme der Soldaten immer besser zu verstehen und sie bildhaft zu schildern. Den Titel Diplomjournalist erwarb er sich im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR.


    Harry Popow: AUSBRUCH AUS DER STILLE. Persönliche Lebensbilder in Umbruchzeiten. Taschenbuch: 500 Seiten, Verlag: epubli; Auflage 1 (18. Februar 2019), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3748512988, ISBN-13: ISBN: 9783748512981, Preis: 26,99 Euro


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    Leseproben



    Es ist einer jener Tage im frühlingshaften März, von denen man sich wünscht, sie mögen andauern, in diesem Zustand der heiteren Gelassenheit, so würzig die Luft, so schwerelos die menschliche Seele, so eins kann sie sein mit der Natur, so ausgeglichen und glücklich darf man sich fühlen. Da sitzt er nun, ein in die Jahre gekommener grauhaariger Mann, auf der Terrasse am kleinen schwedischen Holzhäuschen, über ihm der unendlich kobaltblaue Himmel. Weiße Schwäne ziehen in langer Kette mit gleichmäßigem Flügelschlag zu den stillen Seen in den weiten nordischen Wäldern. Noch sind die Baumäste kahl, doch dicht am Haus haben sich bereits Schneeglöckchen und Krokusse eingefunden, verpackt in einem Erdboden, der des Nachts noch in Eiseskälte erstarren wird. In den Niederungen liegen die Sümpfe noch unter brüchigem Eis. Irgendwo bellt ein Hund, eine Kreissäge kreischt. Der Träumer in ihm ist nicht totzukriegen...


    1. Der Anfang vom Ende...


    Berühmt-berüchtigter 9. November 1989. Abends im Wohnzimmer. Harry sitzt mit Lutz, seinem Halbbruder, auf dem Sofa. Sie reden über Gott und die Welt, vor allem über das gegenwärtige Durcheinander in der Politik, über Reformbemühungen. Dann die abendlichen Meldungen. Die wollen sie nicht versäumen. Mal sehen, was es Neues gibt. Plötzlich Politbüromitglied Schabowski über die Möglichkeit, ab sofort die Grenze passieren zu können. Ohne besondere Genehmigung. Was? Haben wir das Gestammel richtig verstanden? Den beiden und Cleo, die in der Küche mitgehört hat, bleibt die Luft weg. So schnell und mit einem Mal? Ist das noch kluge und weitsichtige Politik? Ist das nicht ein Beschluss aus Notwehr? Zeigt der nicht die innere Zerrissenheit der Führung? Ganz im Inneren sagt sich Harry, tatsächlich, Krenz macht eine neue Politik fürs Volk. Positives und Irrationales im Sekundentakt. Aber er tröstet sich nur damit. Er ahnt nicht, was daraus folgen wird. Gemischte Gefühle - Freude und Schreck zugleich!

    Leseprobe aus dem Buch


    DER RUF DER TAUBE“


    Von Harry Popow


    Die Taube im Babylon


    Ich suchte sehr lange nach dieser Taube, denn sie wurde verschwunden gemacht. Weder im Fernsehen gesehen noch in den „Qualitätsmedien“ erwähnt. Man schien sie vermisst, oder doch besser verjagt zu haben aus dem Gedächtnis der Menschen. Und heute, genau am 21. Oktober des Jahres 2017 wurde ich fündig. Hat die Seherin Kassandra dabei geholfen? Im Kino Babylon. Da saß ich nun im großen Saal, der voll gerammelt war. Eingeladen hatten die DKP, der Förderverein RotFuchs und der SDAJ. Mein Blick zur Tribüne. Und da stockte mir der Atem: Da war sie, die Taube. Auf einer großen Leinwand. Sie saß in der so wohlbekannten roten Sichel mit dem so wohlbekannten Hammer. Über dem allen die Erinnerung daran, dass wir nunmehr den 100. Geburtstag des Roten Oktober begehen. Tolle und inhaltsreiche Reden, Gesang und Gedichte, wo auch Bert Brecht und andere Publizisten und Dichter mit ihren politischen Erkenntnissen und Bekenntnissen nicht fehlten. So auch „Partisanen vom Amur“.


    Im Saal nicht nur Graubärte, die dieses Lied ja wohl kannten, sondern auch viele sehr Jugendliche. Neben mir in der Sitzreihe johlte es, man sang die Strophen mit, und nicht nur von diesem Text, auch von anderen Kampfliedern. Welch ein glücklicher Moment. Denn es geschah sehr Außerordentliches: Die Friedenstaube wurde wieder flügge, ganz nach dem Motto, das diese Konferenz prägte: REVOLUTION IST ZUKUNFT.



    Presseinformation


    In diesem Sachbuch mit 548 Seiten und über 91 Buchtipps geht es um Zusammenhänge in Politik und Wirtschaft, um die Ursachen von antagonistischen Widersprüchen und deren Überwindung. Es sind jene Konflikte , die von Politikern und hörigen Printmedien des westlichen Kapitalismus bewusst unerwähnt, ja totgeschwiegen werden. (Unterzeile: „Blüten“ im Kreuzfeuer)


    Es trägt mit Analysen, Meinungen, Kommentaren sowie autobiografischen Notizen zum Alltag und zu politischen und persönlichen Problemen des gesellschaftlichen Lebens Symbolcharakter für gesellschaftskritische Literatur - im Interesse der notwendigen Veränderungen im System der kapitalistischen Herrschaft in der BRD, im Interesse von Abrüstung statt Aufrüstung. Es ist ein bemerkenswerte konzentriertes Angebot an philosophischen, geschichtlichen und besonders aktuellen Erkenntnissen sowie deren Lösungsansätzen.


    Zu danken sind den um Wahrheit kämpfenden Autoren wie Lucas Zeise, Daniela Dahn, Jürgen Grässlin, Hans-Dieter Mäde, Jürgen Roth, Matthias Eik & Marc Friedrich, Heiko Schrang, Christiane Florin, Herman L. Gremliza (Hg.), Brigitte Queck, Wolfgang Bittner oder Arn Strohmeyer, um nur einige zu erwähnen.


    Wir brauchen in Deutschland nicht den politischen Stillstand, sondern den Aufbruch, die Veränderung, die auch im Buch „Staatsfeind bis heute“ von Gunter Pirntke, die 11. Feuerbachthese betreffend, dringend angemahnt wird.


    Die nach vorne drängenden politischen Sachbücher – sie sind nur wenige Sandkörner auf dem Damm der Vernunft gegen verheerende entpolitisierende Überflutung und Krieg. Sie sind kenntlich gemachte Bruchstellen im Gefüge zwischen Mensch und kapitalistischer Profitgier.


    Harry Popow: DER RUF DER TAUBE. „BLÜTEN“ IM KREUZFEUER. © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, Erscheinungsdatum 19.11.2018, ISBN: 9783746782256/80635, Seiten: 548, Preis: 33,99 Euro


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    Sonderdruck: Layout: Carlotto, 412 Seiten, Farbfotos, 16,67 EURO. Zu bestellen nur über Mail an den Autor.



    Der Rezensent

    Geboren 1936 in Berlin Tegel, erlebte Harry Popow (alias Henry Orlow in seinem Buch „In die Stille gerettet“) noch die letzten Kriegsjahre und Tage. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier. Eigentlich wollte er Geologe werden, und so begann Harry Popow ab September 1954 eine Arbeit als Kollektor in der Außenstelle der Staatlichen Geologischen Kommission der DDR in Schwerin. Unter dem Versprechen, Militärgeologie studieren zu können, warb man ihn für eine Offizierslaufbahn in der KVP/NVA. Doch mit Geologie hatte das alles nur bedingt zu tun… In den bewaffneten Kräften diente er zunächst als Ausbilder und danach 22 Jahre als Reporter und Redakteur in der Wochenzeitung „Volksarmee“. Das Zeugnis Diplomjournalist erwarb der junge Offizier im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete er bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. Von 1996 bis 2005 lebte der Autor mit seiner Frau in Schweden. Beide kehrten 2005 nach Deutschland zurück. Sie sind seit über 55 Jahren sehr glücklich verheiratet und haben drei Kinder, zwei Enkel und zwei Enkelinnen.

    DIE CLEO-IKONE


    Leseprobe

    Gefrierende Träume?


    Guten Morgen, Du Schöne


    Von Harry Popow


    Über dem Regenbogen. Ein zartes Lied. Melodisch. Gedankenreich. Eines, das unter die Haut geht. Frühlingstag. Sonne. Balkon. Das Grün. Die Wärme. Sie – Tränen in den Augen. Bald kommt der ewige Abschied. Er nimmt sie in seine Arme. Sie tanzen im Wohnzimmer. Nach dem Frühstück. Ihr Kopf liegt fest an seiner Schulter. Er streicht ihr leicht mit den Fingern hinter den Ohren. Ganz fest halten sie sich. Das Schöne und Liebe ist bei beiden zu Hause. Über ihnen der vielfarbige Regenbogen. Seit über einem halben Jahrhundert.



    Auf dem Balkon. Beide blicken in die vor ihnen gelegenen Gärten und Parkanlagen. Sie erfreuen sich an den roten Blüten des Oleander, den sie neu gepflanzt haben und die im morgendlichen Sonnenlicht glänzen. Über den Gärten, im Wald in der Nähe, den unter Linden und Eichen hervorlugenden Einfamilienhäuschen – da liegt eine unglaubliche sonntägliche Stille. Nur eine Amsel, vielleicht auch eine Lerche, sie zwitschern drauflos. Und viermal rufen die Tauben. Es duftet nach frischem Grün. Im Unterholz flitzen Füchse mit ihren Jungen.


    Wärme menschlicher Nähe. Tiefes Durchatmen. Frei sein. Im Alter. Die verrinnende Zeit. Kostbar, je älter du bist. Wie lange noch? An jedem Tag dieses Glücksgefühl. Ausnahmslos. Liebe! Aus dem tiefsten Innern. Man liebt nur einmal – dann aber richtig. Zärtlichkeit. Auch nach 60 Jahren.


    Empfindet man etwas Schönes, liest man Geistvolles, erfährt man menschliche Wärme – muss man sich da vor innerer Freude zurückhalten? Ist es nicht im gleichen Atemzug genauso mit dem Zorn, dem Zweifel. Wie könnte man jeglichem Angriff auf´s Menschliche widerstehen, ohne im Herzen die Liebe zu spüren, die Kraft, die in einem ist? Die ins Umfeld wirkt – in eine weltweite Ungewissheit, die seit dem geschichtlichen Rückfall jegliche Erinnerung im Keime zu ersticken sucht, die neue Zukunftsträume zu Eis gefrieren lässt? Was gehört dazu, mutig zu protestieren, Widerstand zu leisten? Trillerpfeifen? Spruchbänder? Lichterketten? Teilnahme an Demonstrationen? Sich mit Gleichgesinnten zusammenschließen? Jeder muss tun, was er kann.


    Harry Popow: DIE CLEO-IKONE, Taschenbuch, Texte: © Copyright by Harry Popow, Umschlaggestaltung: © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Erscheinungsdatum: 06.06.2018, ISBN-10: 3746730791, ISBN-13: 9783746730790, Format: DIN A5 hoch, Seiten: 224, Preis: 19,99 Euro,
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    Presseinformation

    von Harry Popow


    STICH-PROBEN



    TOTGESCHWIEGENES
    IM RAMPENLICHT


    Unter dem Titel „STICH-PROBEN“ veröffentlichte der Diplom-Journalist und Blogger Harry Popow im Eigenverlag epubli, Erscheinungsdatum 27.04.2018, seine insgesamt über 80 Buchtipps zu gesellschaftskritischen Sachbüchern. Es trägt mit seinen 376 Seiten Symbolcharakter für die von den Printmedien kaum beachteten bzw. totgeschwiegenen Analysen, Meinungen, Kommentaren sowie autobiografischen Notizen zum Alltag und zu politischen und persönlichen Problemen des gesellschaftlichen Lebens.


    Der Autor schrieb diese Buchtipps im Interesse der notwendigen Veränderungen im System der kapitalistischen Herrschaft in der BRD, im Interesse von Abrüstung statt Aufrüstung. Es ist ein bemerkenswerte konzentriertes Angebot an philosophischen, geschichtlichen und besonders aktuellen Erkenntnissen sowie deren Lösungsansätzen. Zu Wort kommen mit ihren Büchern solche Autoren wie Wolfgang Beutin, Hermann Klenner und Eckart Spoo. Sie sind Herausgeber des Buches „Lob des Kommunismus. Darin zitieren sie auf Seite 7 Platon (427-347), einer der bedeutensten Philosophen der Antike: „In einem Gemeinwesen, in dem Reichtum und Armut fremd sind, wird auch die beste Gesittung zu finden sein, denn weder Frevelmut noch Ungerechtigkeit kommen da auf.“ (siehe in diesem Buch S. 191)


    Zu danken für ihre polemischen Schriften sind u.a. Lucas Zeise, Daniela Dahn, Jürgen Grässlin, Hans-Dieter Mäde, Jürgen Roth, Matthias Eik & Marc Friedrich, Heiko Schrang, Christiane Florin, Herman L. Gremliza (Hg.), Brigitte Queck oder Wolfgang Bittner, um nur einige zu erwähnen: Wir brauchen in Deutschland nicht den politischen Stillstand, sondern den Aufbruch, die Veränderung, die auch im Buch „Staatsfeind bis heute“ von Gunter Pirntke, die 11. Feuerbachthese betreffend, dringend angemahnt wird.


    Der Autor: Geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Angehöriger der KVP, später NVA. In den bewaffneten Kräften diente er bis 1986 u.a. als Militärjournalist. Den Titel Diplomjournalist erwarb er sich im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. 81-Jährig betätigt er sich als Blogger, Rezensent, Autor und Hobbymaler. Er ist seit 1961 sehr glücklich verheiratet.


    Harry Popow: „STICH-PROBEN. TOTGESCHWIEGENES IM RAMPENLICHT. Texte: © Copyright by Harry Popow, Umschlaggestaltung: © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, Sprache: Deutsch, ISBN: 9783746719931, Format: DIN A5 hoch, Seiten: 376, Preis: 20,99 Euro

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    Aus dem Buch "Wir Sonnenkinder"




    Die Verzauberung


    Von Harry Popow


    Man schaue sich dieses Gemälde an (siehe Cover). Es ist mein erstes Bild gespachtelt, abstrakt und gleichzeitig auch gegenständlich. Acryl auf Leinwand. Geschenk für Cleo zur "Goldenen Hochzeit" am 23.12.2011. (Siehe Text im Buch III). Das war eine schwierige Geburt. Einerseits wollte ich die herrliche Pose von Cleo im Gemälde festhalten (nach einer Fotografie). Aber nicht in einem gewöhnlichen Gelände, nicht in einer „nur schönen“ Landschaft. Und hier begann das Problem: Bisher hatte ich Landschaften dargestellt. Gut und weniger gut. Manche sogar verkauft. Manche verschenkt. Und nun hatte ich es satt. Die Unruhe, die innere! Was passiert in der Welt? Sind wir zu brav, alles ertragen zu müssen? Nicht privat, nein, es geht um viel mehr. Wohin treiben wir, die Menschheit? Ich greife wieder einmal zu hoch!!!



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    Was also als Hintergrund, nahezu unbewusst angedacht, aber immer stärker im Kopf und im Gefühl? Was also? Spielte das eine Rolle? Aber gewiss doch… Tagelanges Grübeln. Cleo, in dieser bescheidenen Pose, ein einfaches Blumensträußchen in der Hand. Selbstvergessen, des Fotografen Blick nicht bemerkend. Und welch eine Unabhängigkeit, welch eine Würde. Welch eine Schönheit in diesem Bild. Schönheit, die aus dem Inneren kommt, nicht angewiesen auf Beifall und Zuspruch. Einfach so. Aus sich heraus. Das alleine hat seinen Wert. Wo doch heutzutage so vieles auf Demonstration aus ist, auf die Notwendigkeit reduziert, sich präsentieren, ja, verkaufen zu müssen.


    Und wie diese Pose in die Welt stellen? Nachts der Gedanke: Erde und Welt. Welt als Planet Erde und dazu eine riesengroße Sonne. Kontrast von blau und gelb-orange. Das war die Idee!!! Cleo, Frau, Mensch – in Beziehung zum Großen. Keine Reduzierung der Figur auf ein handelndes Subjekt, sondern als Symbol menschlicher Kraft und Schönheit. Nicht die Gefahren in der Welt stehen im Vordergrund, sondern das Dasein des Menschen, das allerdings irgendwann – genauso wie die Erde – seine Endlichkeit erreicht haben würde.


    Sicher – ein Symbol, ein Teil steht für das Ganze. Aber es steht nicht für sich allein. Es hat ein Umfeld. Beides, das Einzelne und das Gesamte, muss im Blickfeld bleiben. Das ist das Wesentliche: Komplexes Denken und Handeln ist gefragt. Wer sein Dasein lediglich auf das eigene Ich reduziert, bleibt ein Spielball des Übermächtigen. Teilweise und unter bestimmten Umständen ist das Ich überlebensnotwendig. Der Sinn des Lebens: Darüber hinaus das Sehen und Tun erlernen und anwenden…


    Aus den Trümmern kam die Generation der vor 1945 Geborenen. Darauf verweisen die Eierschalen rechts unter der Figur, dieser lichten Gestalt. Im Uhrzeigersystem nach links und oben schauend sehen wir ein defektes Haus, siehe zerbrochene Streichhölzer, und darüber ein angedeutetes Wohnhaus, nicht ohne Blut. Wie klein mögen die unerhörten menschlichen Verluste wirken, wenn man die Lebenswege, mitunter schwarz eingefärbt, der im Bild links verlaufenen Linie verfolgt. Bis in die Sonne, dem unendlichen Verbrennungsprozess folgend, dem jeglichen Ende entgegen. Schaut man genauer hin, dann bemerkt man einen geklebten Strick. Wer dreht der Menschheit einen Strick, dem vorzeitigen Ende entgegen?


    Manche sagen, die Farben sprechen an, der Kontrast. Das ist Absicht, gefühltes Wollen. Mitunter möge man dabei stehen bleiben, aber das größere Vergnügen mögen die persönlichen Entdeckungen sein. Dieses große Rätsel: Der Mensch. Die Hochachtung vor der menschlichen Existenz. Sie sollte uns beflügeln, die Welt – solange sie noch nicht ganz zerstört wurde – zu erhalten, Maß zu halten, der unendlichen Gier nach immer Mehr und Größer und Reicher den Garaus zu machen. Wer fragt nach dem Partner dieser lichten Frauengestalt? Dem Maler? Er hätte es so nicht „klecksen“ können, hätte er nicht innerlich ein reiches und tiefes Innenleben, mit Visionen, mit Träumen. Verlacht mitunter, gewiss, aber das große Glück ist in ihm, der ein halbes Jahrhundert eine Frau lieben durfte und immer noch darf, die selbst alle menschliche Liebenswürdigkeit in sich hat, eine Kameradschaftlichkeit ohnegleichen, die an Selbstaufopferung grenzt – aber auch eine derbe Impulsivität, die Ungereimtheiten gefühlsstark Ausdruck verleiht. Sie sagt: „Jubel dich nicht so hoch, wer bist du denn...“


    Ich mach´s trotzdem. Ein gemaltes Trotzdem. Ein gemalter Seelenzustand. Eine Verwandlung. Eine Verzauberung. Eine Aufforderung zum Disput. Eine Provokation für die Unruhe, fürs Wachsein!! Deshalb ein Buch der Rückbesinnung. So, als Cleo ins Lebensbild trat. Unverhofft. Ein glücklicher Umstand. Ich lernte SIE kennen. In Plauen i.V. am 15.02.1957. (Siehe Beitrag „Volltreffer“ im Buch – ein Vorgriff)


    Harry Popow: Wir Sonnenkinder - Authentische Lebensbilder


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    Umschlaggestaltung: Harry Popow, Verlag: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, ISBN: 978-3-746719-09-2, 504 Seiten, 26,99 Euro, https://www.epubli.de/shop/buc…Popow-9783746719092/74250



    Pressemitteilung zum Buch


    Unter dem Titel „WIR SONNENKINDER“ veröffentlichte der Diplom-Journalist und Blogger Harry Popow im Eigenverlag epubli, Erscheinungsdatum 24.04.2018, seine in der DDR als Militärjournalist gesammelten Lebensdaten sowie seine Erlebnisse und Erfahrungen während eines neunjährigen Aufenthaltes in Schweden (1996 bis 2005) als auch nach der Rückkehr nach Deutschland.


    Der Titel, so das Anliegen des Autors, möge vor allem an jene Generation erinnern, die nach der Befreiung vom Faschismus mit viel Mühe aus den Trümmern an materiellen Werten und denen in den Köpfen versucht haben mit gutem Erfolg einen neuen Staat zu errichten, dem als grundlegendes Anliegen die Entmachtung der einst herrschenden Geldeliten, die Beerdigung sämtlicher Kriegsgelüste als geschichtliche Notwendigkeit oblag, sondern vor allem dem friedlichen Aufbau sowie dem militärischen Schutz der DDR.


    Angesichts des gesellschaftlichen und staatlichen Absturzes blickt der damalige Militärjournalist und Oberstleutnant zurück in die Anfangsjahre der DDR, in die Kindheit mit seiner liebevoll sorgenden russischen Mutter, die 1935 zu ihrem Ehemann nach Berlin übergesiedelt war.


    Es sind Tagebuchnotizen eines inzwischen über 81-Jährigen. Es umfasst die Zeit von 1944 bis 2018. Die Notizen sind sporadisch entstanden und halten fest, was ihn am großen Vorhaben fesselte, ein gänzlich anderes und neues Deutschland aufzubauen.


    Das Buch mit seinen 504 Seiten teilt der Autor in vier Teile: Das persönliche Erleben vor und nach 1945, der Aufbruch im Ostwind, die im Westwind untergehende DDR, der vorläufige Aufenthalt in Schweden, die Rückkehr nach neun Jahren sowie die glücklichen Jahre am Rande Berlins, wobei die Beschäftigung als Blogger und Autor für Harry Popow die innere Befriedigung gibt, nicht ganz tatenlos der politischen Verdummung und Orientierungslosigkeit entgegentreten zu können.


    „WIR SONNENKINDER“ ist gleichzeitig ein nach 57 Ehejahren authentischer Liebesroman zwischen seiner Frau Cleo und ihm, dem Autor und Träumer von einer anderen und menschlicheren Welt.


    Der Autor: Geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Angehöriger der KVP, später NVA. In den bewaffneten Kräften diente er bis 1986 u.a. als Militärjournalist. Den Titel Diplomjournalist erwarb er sich im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. 81-jährig betätigt er sich als Blogger, Rezensent, Autor und Hobbymaler. Er ist seit 1961 sehr glücklich verheiratet.


    (Siehe auch NRhZ, Online-Flyer Nr. 657 vom 02.05.2018)

    NRhZ – Rezi_Staatsfeind


    „STAATSFEIND BIS HEUTE“ - Gunter Pirntke


    Gefragter Visionär


    Buchtipp von Harry Popow


    Wir sind ja so frei in unserem Land unter dem Motto „Weiter so“. Die Große Koalition verspricht keinen dauerhaften Frieden, plant höhere Rüstungsausgaben und gedenkt, das Volk wie einst in zwei Kriegen, wieder einmal zur Schlachtbank zu führen. Ja, wir sind so frei, dass jeder seine Meinung sagen darf, nicht nur die AFD, sondern auch die Publizisten im Bildband „Auf den Spuren GROSSER DEUTSCHER“ vom Verlag Wolfgang Kunth GmbH & Co KG. München. Dort prangt in großen Lettern auf Seite 188 der berühmte Satz: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“


    Angesichts von Gefahren, weltweit, tut es Not, auf das Wort Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse allerhöchsten Wert zu legen sowie auf das Wort Ursachen von Kriegen und Faschismus. Es sind die beiden Erkenntnisse gewinnenden Wörter, die den Gegenwärtigen nicht mehr von den Lippen kommen, desto größer das weltweite Bedürfnis nach Alternativen.


    Einer, dem dies am Herzen liegt, ist Gunter Pirntke mit seinem 2017 veröffentlichten Buch „STAATSFEIND BIS HEUTE“. Auf dem Cover das Bildnis von Karl Marx.


    Mit einem sehr verständlichem Schreibstil und gut lesbarer Schrift spannt der Autor den Bogen von der Frage, was Kapitalismus sei, über die Jagd der preußischen Geheimpolizei auf Marx und Engels, über die Bedeutung der Industriealisierung Englands für das Wachsen des Proletariats, über den schwierigen und aufopferungsvollen Erkenntnisweg von Marx und Engels, über die Frage von Bündnissen und zur marxschen Theorie, über die Behandlung der Klassiker in der DDR bis zu Denkanstößen für die Weiterentwicklung der weltverändernden Theorie. Dieses Buch – das sei vorausgesagt – ist ein Geschichts- und Philosophieabriss allererster Güte mit entsprechendem Tiefgang.


    Strukturen hinter dem Augenschein


    Bereits auf Seite 5 trifft der Autor eine überaus wesentliche Feststellung, die aktueller nicht sein kann: „Marx´ Interesse galt den Strukturen hinter dem Augenschein. Er wollte von der `Erscheinungsform` zum ´Wesen der Dinge´ durchdringen. Betont wird auf Seite 43, Marx und Engels betrachteten die menschliche Geschichte nicht als Entwicklungsgang des Geistes, sondern „als Geschichte menschlicher Praxis und der sozialen Beziehungen. Daraus folgernd sei die Grundlage für das Denken und Handeln der Menschen die Produktion der „unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe...“ (S. 114) Fundamental diese Erkenntnis von Marx, der „tief in das Getriebe der kapitalistischen Waren-Gesellschaft“ blickte, siehe Seite 157: „Das Privateigentum an Produktionsmitteln ist nach Marx dabei die Quelle allen Übels. Sie führt zur sogenannten Klassengesellschaft und schafft nur dem Besitzer einen Mehrwert, von dem der Arbeiter nichts hat.“


    Was sei aus dem Werk der Klassiker geworden, aus dem Kapital, das alles erklären könnte, in dem aber nicht steht, dies und jenes müsst ihr tun, und so wird sie sein, „die künftige bessere Welt“. (S. 150) Doch Gunter Pirntke stellt nach dem folgenschweren Niedergang des sozialistischen Systems und der Absage an die Idee des Kommunismus auf Seite 154 beruhigend fest, dass diese Idee wieder für eine „neue Generation von Philosophen, Künstlern und politischen Aktivisten wieder interessant“ geworden sei. „Sie suchen Antworten, ob es eine Alternative zum Kapitalismus gibt, seit die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009 das Bankensystem an den Rand des Zusammenbruchs geführt hat“.


    Wenn festgestellt wurde, dass die kapitalistischen Produktionsverhältnisse, als das Privateigentum an Produktionsmitteln, das Ausschlaggebende waren und sind für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, dann darf es nicht verwundern, dass das Kapital gegen das „Verbrechen der DDR“ und der gesamten einstigen Welt des Sozialismus mit Lügen und Diffamierungen bis in die Gegenwart mit zunehmender kriegerischer Schärfe zu Felde zieht. „Der Kapitalist tut, was er tut, um zu bleiben, was er ist. Er bleibt sozial das Geschöpf der Verhältnisse, ´sosehr er sich subjektiv auch über sie erheben mag´.“ (Seite 105)


    Fundgrube für Generationen


    Das Werk der Klassiker des Marxismus, so lesen wir auf Seite 99, sei eine Fundgrube für Generationen, von dem eine gewaltige Sprengkraft ausgeht, so heißt es an anderer Stelle. Das betrifft die notwendige – bislang ungenügend weiterentwickelte Theorie des Marxismus anhand der strengen ökonomischen und politischen Analyse des Zustandes der Welt als auch die Organisierung der widerständigen Kräfte, nicht nur der Arbeiterklasse.


    So gesehen ist dieses Buch von Gunter Pirntke ebenfalls eine Fundgrube, um nicht nur den Zustand unserer zerissenen Welt tief gedanklich auszuloten, sondern auch für eigenes Handeln Schlussfolgerungen zu ziehen. Da möge jeder tun, was er kann, wobei die Sucht nach Erkenntnisgewinn wie bei Marx und Engels durchaus als Antrieb eigenen Strebens dienen möge. Von der Erscheinung in die Tiefe dringen, darum geht es. Es ist das, was der Kapitalelite und ihrer politischen Marionetten nie in den Sinn kommen wird. Bei Strafe des eigenen Untergangs, der ohnehin unvermeidlich sein wird. Der heute lebende Marx stünde längst unter Beobachtung des Bundesverfassungsschutzes, seine Werke aber werden leben müssen – ebenfalls bei Strafe des Unterganges, aber nicht nur der obersten Herrscherkaste.


    Gunter Pirntke: „Staatsfeind bis Heute“Taschenbuch:160 Seiten, Verlag: Independently published (10. Oktober 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549939351, ISBN-13: 978-1549939358, Größe und/oder Gewicht: 14 x 1 x 21,6 cm, 7,50 Euro


    Der Autor: Studierter Staats- Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler. Seit 2000 auch Autor. Dozent an den Universitäten und Hochschulen des Freistaates Sachsen. Mit seinen Büchern mehrfach in den Bestsellerlisten. Inhaber des BROKATBOOK Verlag.

    Pressemitteilung


    Unter dem Titel „HERAKLES IM ABENDLAND“ veröffentlichte der Diplom-Journalist, Blogger und Oberstleutnant a.D. der NVA im Eigenverlag epubli, Erscheinungsdatum ab 07. Dezember 2017, sein neuntes Buch der biografischen Erinnerungen mit 304 Seiten. Es trägt als Sachbuch Symbolcharakter für Meinungen und Kommentare zum Alltag und zu politischen und persönlichen Problemen des gesellschaftlichen Lebens.


    Der Autor Harry Popow schrieb als einstiger Mitarbeiter der Wochenzeitung „Volksarmee“ in der DDR unzählige Artikeln im Interesse der Verteidigungskraft der DDR. Wie stets geht es ihm um die Liebe zu einem glücklichen Leben im Frieden, um den Humanismus, den er allerdings als einen kämpferischen betrachtet, weshalb er auch Wenig-Denker und Feiglinge als Mitstreiter mit seinen bisher über 80 Buchrezensionen zu gesellschaftskritischen Sachbüchern gewinnen möchte.


    „HERAKLES IM ABENDLAND“ ist ein Kaleidoskop vielfältiger zitierter Meinungen zum Menschsein im Kapitalismus, verbunden mit persönlichen literarischen Erinnerungen. Es sind Texte aus rezensierten Werken, aus Zeitschriften und online-Plattformen gefischte kritische und somit vom Mainstream gemiedene oder gar verteufelte Aussagen sowie persönliche Impressionen, die zum weiteren Nachdenken und Tun Anstoß geben können.


    1945. Schöneberg in Berlin. Man hockt im Keller. Wenn irgendwo ganz in der Nachbarschaft die Bomben einschlagen, wenn es dröhnt und wummert, wenn die Wände zittern, der Kalk riesel und die Angstschreie die Kellerräume erfüllen, dann bleibt einem das Herz vor Angst stehen. Das Buch beginnt mit diesem persönlichen Erlebnis – es setzt sich fort mit Erwartungen an die Zukunft, mit der Hingabe im Beruf als Militärjournalist und mit den letzten Monaten vor dem Abgesang 1989. Wie kann es anders sein - die Fragen nach Krieg und Frieden stehen im Mittelpunkt. Den Titel einer seiner Buchrezensionen Die „Fackel“ des HERAKLES benutzt der Autor als Grundgedanke für dieses Sachbuch: Der immer noch weltweit agierenden neunköpfigen Hydra gilt es, Einhalt zu gebieten.


    Der Autor: Geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Angehöriger der KVP, später NVA. In den bewaffneten Kräften diente er bis 1986 als Zugführer, Politstellvertreter und Militärjournalist. Den Titel Diplomjournalist erwarb er sich im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. 81-jährig betätigt er sich als Blogger, Rezensent, Autor und Hobbymaler. Er ist seit 1961 sehr glücklich verheiratet. Sie haben drei Kinder und vier Enkel/Enkelin.


    Harry Popow: „HERAKLES IM ABENDLAND. EIN SACK PFEFFER“. Texte: © Copyright by Harry Popow, Umschlaggestaltung: © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, ISBN: 978-3-7450-6521-3, Seiten: 304, Preis: 17,99 Euro

    https://www.epubli.de/shop/buc…Popow-9783745065213/70169

    Pressemitteilung


    EISZEIT - BLÜTEN


    Unter dem Titel „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“ veröffentlichte der Diplom-Journalist und Blogger und Oberstleutnant a.D. der NVA im Brokatbook Verlag, Erscheinungsdatum ab 01. Oktober, sein achtes Buch der biografischen Erinnerungen.


    Warum schreibt der Autor Harry Popow von Eiszeit-Blüten? Er bezieht sich auf den Fund russischer Forscher. Sie entdeckten in einer Tiefe von 38 Metern in sibirischen Permafrostböden 30.000 Jahre alte Blüten aus der Eiszeit! Und brachten sie wieder zum Blühen...


    Zum Blühen will auch der Herausgeber jene weitgehend offiziell nicht wahrgenommenen Erinnerungen von DDR-Bürgern. Denen spürt er auf und bezeichnet sie als Blüten, die zukünftigen Generationen helfen mögen, echte „blühende Landschaften“ ohne Kapitalismus zu errichten. Mit dem ironischen Untertitel spielt er erstens auf die von der Arbeiterklasse anlässlich des 1. Mai am Jackenaufschlag angesteckten Roten Nelken an, dem Symbol des Kampfes der Arbeiterbewegung und des Bekenntnisses zu Sozialismus und Kommunismus und zweitens auf das „berühmte“ Versprechen des Bundeskanzlers Helmut Kohl. Als Herausgeber lässt Harry Popow einstige DDR-Bürger mit ihren Erinnerungen und ihren Haltungen zum heutigen kapitalistischen Deutschland in zahlreichen Mails und persönlichen Texten zu Wort kommen.


    Sie sind Nach- und Vordenker in einem. Sie stehen für ehrliche einstige DDR-Bewohner. Für ihr Wollen, ihren Ehrgeiz, ihren Mut, ihre Hingabe für ein neues und demokratisches Deutschland, mit all den noch unbewältigten Problemen des täglichen Lebens. Sie schweigen nicht. Denn es ist „Hohe Zeit“, da all die kühnen Ideen, die Motive für eine bessere Menschenwelt aus der Gruft der Vergessenheit herbeigerufen werden müssen.


    Keine der in der DDR erlebten Widersprüche warf überzeugte Bürger und Humanisten aus der Bahn, weder psychologische Ungereimtheiten noch politische Kurzsichtigkeiten. Im Mittelpunkt der Motivation der Textbeiträge stand und steht die Verteidigung des Friedens, an der der Herausgeber auch persönlich 32 Jahre lang seinen Anteil hatte. Das Bemühen und das Engagement aller User und Autoren münden in der nachdenklichen Frage, ob die jetzige Beschaffenheit der Gesellschaft etwa das Nonplusultra sein soll…

    Das Buch gliedert sich in fünf Abschnitte: Beginnend mit einem Essay, in dem die zunehmende geistige Leere in den Medien und in den Köpfen mancher Leser und Hörer bedauernd gegeißelt wird, werden im zweiten Abschnitt „Bekennendes Netz-Geflüster“ Mails, die unter Gleichgesinnten zu aktuellen Problemen ausgetauscht wurden, veröffentlicht. Vertiefend kann der Leser unter „Unvergessene Blütenpflege“ von persönlichen Erinnerungen erfahren. „Randglossen“ nehmen Bezug auf aktuelle politische und kulturelle Ereignisse in der BRD und in der Welt. Bevor der Herausgeber im Epilog den Zusammenhang zwischen angestrebten Friedenswünschen und realen Gefahren für das friedliche Miteinander Fazit ziehend erörtert, veröffentlicht er einige von ihm geschriebene Buchtipps zu ausgesuchten politisch kritischen Sachbüchern. Bei „Erlesenes“ lässt er seine Leser teilhaben an treffenden literarischen Zitaten, die aus der Sicht von Autoren und Schriftstellern das Menschsein in der Gesellschaft beleuchten und dazu auffordern, sich gegen die Unbilden menschlicher Verwerfungen zu stemmen. Er nennt dies „Durchbruch durch acedia.“ Von ihm stammen seit etwa 2011 über 80 Buchrezensionen zu kritischen Sachbüchern, veröffentlicht vor allem in der Neuen Rheinischen Zeitung, in der Linken Zeitung (online) und in ausgewählten sozialen Netzwerken.


    Geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte der Autor Harry Popow noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Offiziersschüler in der KVP, später NVA. In den bewaffneten Kräften diente er bis 1986 als Zugführer, Politstellvertreter und Militärjournalist. Den Titel Diplomjournalist erwarb er im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. Von 1996 bis 2005 hatte er mit seiner Frau Ingrid seinen festen Wohnsitz in Schweden. Seit 2005 leben sie in Schöneiche bei Berlin.


    Harry Popow: „EISZEIT-BLÜTEN. ROTE-NELKEN-GRÜßE AUS BLÜHENDEN LANDSCHAFTEN“, Taschenbuch: 508 Seiten, Verlag: Independently published (17. September 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 1549766864, ISBN-13: 978-1549766862, Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 21,6 cm, Preis: 12,50 Euro
    https://www.amazon.de/EISZEIT-BL%C3%9CTEN-ROTE-NELKEN-GR%C3%9C%C3%9FE-AUS-BL%C3%9CHENDEN-LANDSCHAFTEN/dp/1549766864/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508245074&sr=1-1&keywords=EISZEIT-BL%C3%9CTEN


    Bisher veröffentlichte Bücher


    Harry. Popow: „In die Stille gerettet. Persönliche Lebensbilder.“ Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2010, 308 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86268-060-3


    Harry Popow: „WETTERLEUCHTEN - Platons streitbare Erben haben das Wort". Rezensionen, Essays, Tagebuch- und Blognotizen, Briefe“, Verlag: epubli GmbH, Berlin, 316 Seiten, www.epubli.de , ISBN 978-3-7375-3823-7, Preis: 16,28 Euro,
    https://www.epubli.de/shop/buc…Popow-9783737580656/48924



    Eckhard Lange, (Ghostwriter und Urheber: Harry Popow): „Zwischen Start und Landung, Gelebt-gearbeitet-geflogen“, ein Lebensbericht, , 168 Seiten, Preis: 17,50 Euro – Versandkostenfrei, Juli 2013, Druck und Verlag: dbusiness.de Digital Business and Printing Gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, E-Mail: greifswalder@dbusiness.de oder info@dbusiness.de , www.copyhouse.de, Telefon: 030 44650342. Buchbestellungen bitte über die email Adresse info@copyhouse.de.


    Harry Popow: "Im Stillen Park der untoten Seelen. Tamaras Notizen – auf der Spur von Träumen und ungeweinten Tränen", AAVAA-Verlag, 1. Auflage 2016, Umschlaggestaltung AAVAA Verlag, Coverbild: Harry Popow, 335 Seiten, Taschenbuch, ISBN: 978-38459-1956-0, Preis: 11,95 Euro, Hohen Neuendorf b. Berlin, Neuerscheinungen im Juni: http://www.aavaa.de/Im-Stillen-Park-der-untoten-Seelen , Postadresse: Birkenwerderstraße 8, 16562 Hohen Neuendorf, OT Bergfelde, Fax: 49-3303-518 24 49


    Harry Popow: "DÄMMERZEIT. EIN KESSEL STREITLUST", epubli-Verlag. Taschenbuch, Format DIN A5, 204 Seiten, ISBN: 978-3-7375-3822-0, Preis: 11,99 Euro, zu bestellen: http://www.epubli.de/shop/buch…opow-9783737538220/52205, Telefon: 030/ 617 890 200


    Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch: 356 Seiten, Verlag: epubli; Auflage: 1 (22. Dezember 2016), Sprache: Deutsch, ISBN10: 3737538301, ISBN-13: 978-3737538305, Preis: 19,99 Euro


    Harry Popow: „Das Schwedenhaus. Abgehauen in die Stille – Persönliche Lebensbilder“, Taschenbuch: 183 Seiten, Verlag: AAVAA Verlag (1. April 2017), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3845922443, ISBN-13: 978-3845922447, Preis: 11.95 Euro, Direktbestellung: http://www.aavaa.de/Das-Schwedenhaus

    Krieg und Frieden
    Ausgedient. Die Bundeswehr, die Meinungsfreiheit und die ''''''''Causa Rose''''''''


    Im Unruhestand


    Buchtipp von Harry Popow


    „Ein Oberstleutnant der Bundeswehr hat den Mut gehabt, seine berufliche Karriere aufs Spiel zu setzen, um die Öffentlichkeit auf die von deutschen Politikern und Generälen verübten Völkerrechtsverbrechen aufmerksam zu machen.“ Dieser erste Satz aus dem Klappentext aus dem Buch „AUSGEDIENT“, herausgegeben von Erhard Crome erinnert zunächst an Don Quijote Anfang der 17. Jahrhunderts, der im angeblichen Kampf gegen den gnädigen Herren und die gnadenlosen Maschinen in Gestalt der Windmühlen anging. Oder an Thomas Mann, der in seiner Erzählung Herr und Hund (1918) folgendes schrieb: „Es kann aber auch sein, daß das Ganze, nach allen Veranstaltungen und Umständlichkeiten, ausgeht wie das Hornberger Schießen und still im Sande verläuft.“ Aber der Offizier der Bundeswehr war und ist ein wissender und kluger Mann, einer, der mit jungen Jahren schon publizistisch und mit Vorträgen politisch ins Geschehen eingriff.


    Jürgen Rose – beim Vortrag „Die Medienkrieger – eine Innensicht“ im Rahmen der Veranstaltung "35 Jahre Bundesverband Arbeiterfotografie – Wacht auf, Verdammte dieser Erde", 2013


    So liest man im Internet Folgendes über seinen Werdegang: Jürgen Rose wurde 1958 als Sohn des ehemaligen Jagdfliegers Unteroffizier Hans-Joachim Rose in Worms geboren. (…) Er verpflichtete sich 1977 als Zeitsoldat und Offizieranwärter bei der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seiner militärischen Ausbildung (…) absolvierte er ab 1983 ein Studium der Pädagogik an der Universität der Bundeswehr München, das er als Diplom-Pädagoge abschloss. Rose war von 1988 bis 1991 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Waldbröl im Forschungsbereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. (…) Von 1991 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehrrecht und Völkerrecht an der Universität der Bundeswehr München.


    Während dieser Zeit veröffentlichte er Beiträge u.a. über das Ende des Kalten Krieges und Nuklearstrategien in militärischen und sicherheitspolitischen Fachzeitschriften. (…) Danach war er von 1995 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am deutsch-amerikanischen Studienzentrum George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und External Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).


    Ab 1997 setzte sich Rose dienstlich und öffentlich immer kritischer mit der Bundeswehr und der Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland auseinander, was zu Disziplinarverfahren, Versetzungen und Klagen beim Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte führte. Der langjährige Berufssoldat Jürgen Rose trat im Januar 2010 als Oberstleutnant in den Ruhestand.


    Roses Attacken


    Bereits im Vorwort von Dr. Heinrich Hannover liest sich der für die Obrigkeit so beruhigende und aufschlussreiche Satz: „Solange es in der Bundeswehr nur zwei Offiziere gibt, die rechtswidrigen Militäreinsätzen widersprechen, brauchen die Herrschenden nicht(s) zu befürchten...“ Er fügt hinzu, nur wer provoziert hat eine Chance. Jürgen Rose hat provoziert. Ermuntert durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom 21. Juni 2005 zum Fall Florian Pfaff, der als Offizier der Bundeswehr die Ausführung von Befehlen verweigerte, die der logistischen Unterstützung des Irak-Kriegs der USA von 2003 dienten – hat Jürgen Rose in "freitag" und "Ossietzky" konsequent und mit scharfen Worten die Bundeswehrführung ins Visier genommen. Er warf ihr vor, einer illegalen Militärinvasion durch die USA Beihilfe geleistet zu haben und bezeichnete den Irak-Krieg als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und die deutsche Unterstützung als ein Kriegsverbrechen.


    Zu seinem Motiv gibt es auf Seite 600 folgende Aussage: „Der Grund weswegen ich Soldat geworden bin, nämlich auf Grundlage von Recht und Gesetz meinen Verteidigungsauftrag zu erfüllen, ist durch die Beteiligung an einem Angriffskrieg negiert worden.“ Das sei mit seinem Berufsverständnis nicht vereinbar. „Meine sachlichen Versuche der Auseinandersetzung mit diesem Thema wurden brüsk zurückgewiesen. Dann habe ich meine Intensität Schritt für Schritt erhöht, um endlich eine Wirkung zu erzielen.“


    Zweifellos: Rose ist ein UNANGEPASSTER. Dem durch sein Studium und durch persönliche Erfahrungen allerdings nicht entgangen sein dürfte, dass die Bundeswehr des nach 1945 aufkommenden Kalten Krieges, forciert durch die amerikanische Besatzungsmacht im Westen Deutschlands, sowie durch die Remilitarisierung Westdeutschlands ein Kind des Kalten Krieges in den Händen des deutschen Kapitalismus und der Sicherung der Herrschaft dienenden Justiz war und ist. Der Mitautor Günther Anders erinnert auf Seite 607 daran, dass alte Hitlergenerale wegen völkerrechtswidriger Verbrechen zwar abgeurteilt, „dann aber im Laufe der fünfziger Jahre, als man wieder deutsche Soldaten als Bollwerk und Speerspitze gegen den Weltkommunismus zu brauchen glaubte, vorzeitig entlassen und in alte Ehren, Gehälter und Pensionen eingesetzt“ wurden.


    Der einstige Oberstleutnant Rose verweist auf Seite 622 auf den 2+4-Vertrag, vom deutschen Boden dürfe nur Frieden ausgehen. Er erinnert an den Luftkrieg gegen Jugoslawien (man sprach von der Propagandalüge einer so genannten „humanitären Katastrophe“ im Kosovo), auf die Invasion Afghanistans ohne Autorisierung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und nicht zuletzt auf das völkerrechtliche Verbrechen der USA und ihrer Alliierten gegen den Irak und seine Menschen. Und auf der nächsten Seite schlussfolgert er: „Der Angriffskrieg ist der Bundeswehr demnach qua Grundgesetz kategorisch untersagt.“


    Mit dem Grundgesetz und anderen Bestimmungen und Paragraphen zur freien Meinungsäußerung im Marschgepäck, begibt sich der Autor also auf eine Irrfahrt zugunsten des Friedens, gegen Angriffskriege und Auslandseinsätze der Bundeswehr. Er kämpft mit einem zweischneidigen Schwert. Zum Nachteil für den Oberstleutnant, den Aufmüpfigen, mit dem Abschied aus der Bundeswehr, und zum Vorteil für den Leser mit einem Gewinn an Erkenntnissen, wie Friedenswille und grundsätzliche Kritiken an der Macht der Politik und des Militärs zweifelsfrei oft genug abgewimmelt wird. Ein heißes Eisen - dieses Buch.


    Bewunderung also für den einstigen Oberstleutnant der Bundeswehr, der im besagten Buch mit seinen 646 Seiten in zwei Bänden seine Odyssee mit den Herrschenden in der BRD dokumentiert. Neben persönlich gefassten Textbeiträgen – so u.a. in der Einleitung, in einem Artikel für die Zeitschrift Ossietzky und im Anhang -, findet der wohlgesinnte Leser eine schier lange Kette von Dokumenten, Mitteilungen an die Vorgesetzten sowie an die jeweiligen Justizorgane, Beschwerden und Reaktionen durch die Betroffenen. Das ist zugegebenermaßen nicht leicht lesbar, vor allem der jeweils ins Spiel gebrachte Gesetzes- und Paragraphendschungel, allerdings für die Entlarvung der Dienstbarkeit der Justizorgane im Interesse der Machterhaltung unabdingbar. Nicht ohne Grund beschränkt der Autor Jürgen Rose den Zweck des Buches lediglich auf den Wert einer gründlichen Dokumentation als auch auf die Möglichkeit, weiter am Thema zu forschen.


    Mundtot machen als eine Methode


    Interessant sind vor allem die „Entgegnungen und Ausweichmanöver“ der bürgerlichen Justizorgane. Sie beziehen sich vor allem darauf, dass Kritik, wie sie der Oberstleutnant an der verbrecherischen Beihilfe zum Krieg gegen Jugoslawien vorbringt, als „Funktionsstörung“ für die Bundeswehr zu gelten hat. Die prompte Gegenfrage des Beschwerdeführers: Um welche Funktionsstörung handele es sich und für wen? Darauf gibt es – außer in den Kommentaren des Autors und des Herausgebers – keinerlei schlüssige Antworten. Schweigen auch bei andern inhaltlichen Fragen. Ursachenvertuschung, wie gehabt.


    Dazu ein Beispiel, eines von vielen: Ein Vorwurf des Jürgen Rose lautet: Mitschuld am Irak-Krieg trügen auch die Friedensverräter im Generalsrock, die sich, Kadavergehorsam leistend und ihren Diensteid brechend, nicht geweigert haben, den ihnen erteilten völkerrechts- und verfassungswidrigen Auftrag zu erfüllen. Die Antwort der Justiz: Verstoß gegen SG §§ 7 (Pflicht zum treuen Dienen), §§ 12 (Pflicht zur Kameradschaft), §§ 10 Abs. 6 (Pflicht zur Zurückhaltung), §§ 17 Abs. 2 (Verhalten außer Dienst)


    Der Oberstleutnant bleibt am Ball. Er veröffentlicht Artikel, hält Vorträge, regt Veranstaltungen an. Doch Artikel, so u.a. in der Zeitschrift OSSIETZKYS vom 26.06.2006 lässt die Vorgesetzten und die Justizorgane aufhorchen. Unter der Überschrift „Geist und Ungeist der Generalität“ erscheint am 27. Mai 2006 ein Beitrag mit folgenden Kernsätzen: „Daß die Generalität aufgrund intellektueller Insuffiziens nicht hatte erkennen können, was da vor sich ging, wird man mit Fug und Recht ausschließen dürfen. (…) Da Dummheit ergo auszuschließen ist, bleibt nur noch die zweite Alternative zur Erklärung – und die lautet: Opportunismus, Feigheit, Skrupellosigkeit. (…) Hätte die deutsche Generalität auch nur einen Funken Ehrgefühl sowie Rechts- und Moralbewusstsein im Leibe, so hätte der Generalinspekteur im Verein mit seinen Teilstreitkraftinspekteuren sich geweigert, den völkerrechts- und verfassungswidrigen Ordres der rot-grünen Bundesregierung Folge zu leisten.“ (S. 18)


    Nicht unerwartet die Gegenwehr der Herrschenden: Disziplinarverfahren durch mehrere Instanzen, Disziplinarbuße in Höhe von 750 Euro, Beschwerde des Autors beim Bundesverfassungsgericht. Die unglaubliche Erkenntnis: Der Verfassungsbeschwerde komme keine „grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung“ zu. Der Autor dazu: „Das Völkerrechtsverbrechen gegen den Irak und die hierfür erbrachten Unterstützungsleistungen durch die Bundesrepublik Deutschland waren den Verfassungsrichtern nicht eine Silbe wert.“ (S. 19) Was hier nur andeutungsweise zu erkennen ist: Die Politik und die Justiz mogeln sich um ein klares Bekenntnis zu den zu Recht kritisiertem Schweigen zum Irak-Krieg herum. Sie verschweigen den Grund, sie erörtern nicht den Grund der Beschwerde, sie lassen das vom Autor geforderte WOFÜR der so genannten Funktionsfähigkeit der Bundeswehr einfach unbeantwortet, sie deuten den Begriff „Angriffskrieg“ fälschlicherweise in „Operation“ um, sie legen der so genannten freien Meinungsäußerung formale Fesseln an, sie entstellen Sachverhalte, sie sehen als oberstes Prinzip lediglich die ehernen und missbräuchlich nutzbaren Begriffe wie Gehorsam, Disziplin, Kameradschaft – ohne die Frage nach dem inhaltlichen Sinn und dem Wofür zu stellen. Gravierend und typisch für den Umgang mit den Soldaten (und den Medien): Der Soldat solle seine Meinung, auch die kritische, äußern dürfen, aber eine inhaltliche politische Richtung solle tunlichst vermieden werden, denn das schade der besagten Funktionsfähigkeit der Streitkräfte. Klar zu deuten: Es handelt sich um eine gewollte Entpolitisierung, innerhalb und außerhalb der Bundeswehr.


    Jürgen Rose kommentiert auf Seite 22: „Um pazifistische Bestrebungen zu verhindern und dem Militärstaat zu nützen, hat die deutsche Justiz im 20. Jahrhundert immer wieder das Recht im Dienste machtpolitischer Interessen instrumentalisiert und ist als politische Justiz (…) tätig geworden.“ Dabei bediene man sich folgender strafrechtlicher Vorwürfe: Angeblicher Landesverrat, Wehrkraftzersetzung, Nötigung, Abschreckung der Kritiker der Wiederaufrüstung. Auf seine eigene kritische Haltung bezogen: Die Bundeswehr werfe ihm vor, gegen die vom Soldatengesetz auferlegte „Zurückhaltungspflicht“ verstoßen und so das „Ansehen der Bundeswehr“ geschädigt zu haben. Er habe sich – das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen – unzulässig politisch betätigt und seine „Pflicht zum treuen Dienen“ verletzt. Eine gute Möglichkeit, so Jürgen Rose, kritische Soldaten mundtot zu machen. (S. 587)


    Kriegsprofiteure statt „Konstruktionsmängel“


    Daraus lassen sich – was hinsichtlich der neuerlichen Bestimmungen über die Militärdoktrin von der reinen Verteidigungsarmee hin zur Interventionsarmee besonders schwerwiegend ist – Schlüsse für die weitere Außen- und Sicherheitspolitik ziehen hinsichtlich der Methoden zur Abwehr funktionsstörender kritischer Meinungen und zur Verschleierung der aggressiven Absichten der herrschenden Klasse.


    Der Oberstleutnant im „Unruhestand“ - auch nach seinem „Ausgedient“, hat allen Grund, dem Thema Krieg und Frieden auf der Spur zu bleiben. Es ist wie eine bittere Erkenntnis, wenn er auf Seite 30 fragt, wie es um den Weltfrieden bestellt sein mag, wenn man den inkriminierten Tatbestand des Angriffskrieges „willkürlich in die Sphäre der Bedeutungslosigkeit“ verbannt. Unübersehbar klaffe heutzutage eine Lücke groß wie ein Scheunentor „in jenem Normalbollwerk, das die verfassungsgebende Versammlung einst gegen das Wiedererstehen des verbrecherischen Militarismus früherer Zeiten errichtet hatte“. (S. 628) Er tippt auf Konstruktionsmängel bei der verfassungs- und strafrechtlichen Normierung des Angriffskriegsverbotes, von Defiziten, dem beizukommen dringend notwendig ist.


    Der Herausgeber Erhard Crome bringt das nach wie vor aggressive Streben der deutschen Politik und ihrer willfährigen Bundeswehr sowie der Justiz auf den Punkt, wenn er auf Seite 637 in seinen Nachbemerkungen – Bezug nehmend auf das „Weißbuch“ 2016 – auf einen neuen deutschen „Führungsanspruch“ verweist. „Die Bundeswehr soll ein wirksames Instrument einer neuen deutschen Weltpolitik und Weltgeltung werden.“ Auf Seite 640 klingt es wie ein Weckruf: „Es gibt die Tendenz, den Einsatz in völkerrechtswidrige Kriege zu befehlen und anschließend die Spuren auch juristisch verwischen zu wollen.“


    Solotänzer ohne Chancen


    Das inhaltsreiche und schwerlastige Sachbuch erfüllt dann seinen Sinn, wenn sehr aufmerksame und politisch interessierte Leser die kritischen Passagen weiterführen zu den Verursachern von Aggressionskriegen, von nach Profit strebenden weltweiten Machtansprüchen. Nicht die Windmühlen gilt es zu bekämpfen, sondern den Eigentümern von Produktionsmitteln massenhaft Paroli zu bieten. Dr. Heinrich Hannover hatte deshalb hart und unverblümt bereits im Vorwort ausgedrückt: Die Herrschenden hätten, „wenn sie Roses Argumentation gefolgt wären, aussprechen müssen, dass bestimmte namentlich benannte Exponenten der herrschenden Klasse auf die Anklagebank gehören“. Aber sie weichen aus, sie schützen sich. Mit Bittstellern und schriftliche Appelle verfassenden Widerständlern, mögen sie noch so die rüden Herrschaften provozieren, hat der Imperialismus immer noch ein leichtes Spiel, trotz der bei mächtigen Protesten wie in Hamburg und die noch oder wieder im Unruhestand befindlichen und ehrlich empörten Mitbürger. Hohe Achtung vor politischen Solotänzern, aber sie haben ohne Rückendeckung im „gemeinen Volk“ keine Chance. Ein Dacapo solcher Rosen-Attacken – diesmal von vielen mitgetragen – wäre bitter notwendig. Die Beherrscher der Windmühlen, um bei diesem Bild für ungläubige Mitmenschen zu bleiben, nennen sich schlichtweg Privateigentümer. Um die geht es, will man Angriffskriegen um des Profits willen weltweit den Garaus machen. Danke also, Herr Jürgen Rose und Herr Cromberg als Herausgeber, dass Sie dem aufgeschlossenen Leser einen sehr scharfen Blick auf die Hintergründe der kapitalistischen Machterhaltung – gleichsam wie durch ein Schlüsselloch – gewährt haben. Dies nicht im politischen Kontext zu sehen ist ohne Zweifel bar jeder Vernunft.


    Ausgedient. Die Bundeswehr, die Meinungsfreiheit und die “Causa Rose”, Erhard Crome (Hrsg.), Schkeuditzer Buchverlag, 2016, ISBN 978-3-943931-00-6, In zwei Bänden, insgesamt 646 Seiten, 30 Euro


    Online-Flyer Nr. 623 vom 26.07.2017
    (Erstveröffentlichung in der NRhZ)

    Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23950


    Herausgegeben von Karl-Heinz Otto und Peter Schönhoff: Landschulheim Windischleuba – Eine Legende


    Schlossherren


    Buchtipp von Harry Popow


    Noch immer – auch im Jahre 2017 – liegt die Großtat im Osten Deutschlands den Mächtigen des Kapitals schwer im Magen: Als die alten Schlossherren das Feld räumen mussten und Arbeiter und Bauern das Zepter in die Hand nahmen. Im Landschulheim Windischleuba lebten nun zwischen 1951 und 1974 über 1000 vor allem unterprivilegierte – aus bildungsfernen Schichten stammende, wie man heute gern umschreibt – Kinder und legten ihr Abitur ab. Der Autor Karl-Heinz Otto hat dazu zusammen mit Peter Schönhoff ein Erinnerungsbuch herausgegeben. Es fasst in mühevoll recherchierten Texten von einstigen Lehrern, Erziehern, Hauspersonal und Abiturienten zusammen, welche die Farbenpracht einer Sommerwiese, so die Autoren, von Erkenntnissen und Bekenntnissen, einem Bündel von im Studium und im Internatsleben des Landschulheims Windischleuba erworbenen Werten darstellen, als stabile Ausgangssituation für den Aufbruch in eine völlig neue Gesellschaft.


    Es geht um die Deutungshoheit der Geschichte der DDR


    Ohne dem Inhalt vorzugreifen – es geht um die Deutungshoheit der Geschichte der DDR mit ihrem Bildungsstreben für die Arbeiter- und Bauernkinder, die die Verfasser der Erinnerungen nicht dem vom Westen aufgedrückten Delegitimierungsunwesen der Bundesrepublik überlassen wollen. So heißt es auf Seite 302: Es ging darum, „nach den schweren Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit die Lebensfreude und den Bildungseifer der Kinder zu wecken, sie im Sinne Pestalozzis von Mangel und Verirrungen zu befreien und ihnen zu helfen, echte, tätige und tüchtige lebensbejahende Menschen zu werden“.


    Die Autoren sehen in ihrem 342-seitigen Band einen Stachel gegenüber den selbsternannten Aufarbeitern, die angetreten waren nach der so genannten Wende, „jenes Gesellschaftsmodell zu verteufeln, das uns ehemalige DDR-Bürger 40 Jahre lang prägte“ und welches wir mitgestalteten. Dass sich dabei die Geschichtsklitterer vor allem an Fehlern und Defiziten festbeißen, so schreiben die Autoren auf Seite 5, müsse uns nicht erstaunen, „zielen ihre fundamentalen Erkenntnisse doch vorsätzlich darauf, die sozialistische Idee zu verdammen und einen Neustart zu verhindern“.


    In dem mit 22 Fundsachen und 19 Spickern, wie die Herausgeber die Text- und Bildbeiträge nennen, versehenen Buch stehen zwar die Erlebnisse der Lehrer, Erzieher und Oberschüler im Brennpunkt, bilden aber lediglich den Hintergrund für ein dem gesellschaftlichen Leben zugewandtes Leben, für ein solides politisches Engagement in diesem 1949 gegründeten Arbeiter- und – Bauern - Staat. Obwohl der Klappentext auf die Frage, wie es denn nun im Landschulheim gewesen sei, Antworten zwischen „Es war schön und lehrreich“ und „stalinistisch bis zum Gehtnichtmehr“ anbietet, bleibt es dem Leser überlassen, sich auf Grund der authentischen Zeitzeugenaussagen seine eigene Meinung zu bilden.


    Niemand von den Ehemaligen in diesem Landschulheim würde wohl bestreiten, dass es nicht nur sehr streng zuging, im Tagesablauf und im Lernprozess, sondern auch verkorkste Ansichten und heute lächerlich wirkende erzieherische Methoden gab. Man denke nur an die Wahl von Stalin oder Pieck oder Ulbricht in die Präsidien bei Versammlungen, an die Ängstlichkeit vor anderen Meinungen, an die Skepsis gegenüber Jazz, langen Haaren, Jeans und Miniröcken. Auf Seite 46 werden diese und andere Fehler und Einseitigkeiten als undefinierbares Etwas charakterisiert, „das der Diktatur des Proletariats in die Schuhe geschoben“ wird.


    An Werten wurde die künftige Intelligenz des neuen Staates nahezu verwöhnt


    Auch die – mitunter einseitige – Bewusstseinsbildung als lediglich indoktrinär zu bezeichnen, geht an der Wirklichkeit vorbei. Nahezu allen Textbeiträgen der Zeitzeugen ist herauszulesen, dass die Beteiligten dankbar sind, eine sehr gute Grundlage für ihr späteres Leben und Wirken – trotz oder auch wegen der strengen Disziplin und Ordnung – bekommen haben. An Werten wie gegenseitige Hilfe, Kameradschaft, Pünktlichkeit, Lerneifer, Patenschaftsarbeit, wache Interessen für philosophische und für aktuelle politische Fragen sowie für eine umfangreiche kulturelle und sportliche Betätigung wurde die künftige Intelligenz des neuen Staates nahezu verwöhnt. Und das, es sei extra betont, bei magerem Essen wie Brot und Hagebuttenmarmelade.


    Es spricht für die Toleranz und geistige Kraft der Herausgeber, wenn sie auch jene zu Wort kommen lassen, die – möglicherweise noch unter dem Einfluss der von der Naziideologie durchtränkten Eltern – von vornherein dem Neuen in der DDR feindlich gegenüberstanden. So wiederholt ein einstiger Oberschüler aus heutiger Sicht, das sozialistische Bewusstsein könne eben nur durch Indoktrination „eingepflanzt“ werden. Dieser Schüler wird vom Vater in den Westen geholt und erlebt dort, wie er schreibt, ein geistiges Niveau, „was mit dem meiner Windischleubaer Schulkameraden nicht zu vergleichen“ war. (Seite 113)


    Um den Kaffeesatzlesern und einseitig geistig Begnadeten eines von zahlreichen Beispielen politischer Klarheit entgegenzusetzen: Auf Seite 269 schreibt Margret Hartig-Böhme, Schülerin von 1965 bis 1969: „Stalinistisch bis zum Gehtnichtmehr? Nein, so habe ich das Landschulheim nie empfunden. Gewiss ging es streng zu. Ja, es flossen nicht wenige Tränen, es gab oft ein Hoch und oft ein Tief, gerade bei mir. Aber wem schaden im Ergebnis klar definierte Regeln? Mir wurden eine hervorragende, umfassende schulische Bildung und eine sehr gute Lebensvorbereitung ermöglicht. Schließlich lag es an mir, das Beste daraus zu machen.“


    Das mit einem freundlichen Cover versehene Buch der Herausgeber reiht sich mit seinen nahezu 50 Autoren ohne Zweifel und mit besonderem Glanz in die Bemühungen des Vereins Erinnerungsbibliothek DDR ein, Augenzeugen zur Geschichte des Aufbruchs in eine humane sozialistische Gesellschaft für 30 Jahre zu archivieren. Es dokumentiert die Einheit von Leben und Lernen und kultureller Betätigung. Hier konnten „die jungen Menschen ihre Individualität entwickeln und früh lernen, Verantwortung für sich und andere zu tragen“. (Seite 307)


    Anregung, heutige BRD-Verhältnisse kritisch zu hinterfragen


    Es ist ein Kaleidoskop von Bekenntnissen und Erkenntnissen, die zu lesen und anzunehmen geistigen Genuss bereitet und nicht nur Erinnerungen der Aufbaugeneration wecken darf, sondern auch Anregung sein mögen, heutige BRD-Verhältnisse kritisch zu hinterfragen. Zeitzeugenbefragung - authentischer geht es nicht. Übrigens nannte man das Landschulheim auch „rotes Kloster“. Das spricht für die EOS, für die neuen SCHLOSSHERREN, für deren Pionierarbeit.


    Anmerken möchte der Rezensent, dass der lange Geschichtsabriss am Anfang des so interessanten Werkes den Einstieg erschwert und möglicherweise im Anhang besser aufgehoben wäre.


    Karl-Heinz Otto und Peter Schönhoff
    Landschulheim Windischleuba - Eine Legende

    Das Buch ist nur im Direktbezug bei Karl-Heinz Otto unter Tel. 0331/2701787 oder dr.carlotto@t-online.de zu haben. ISBN 978-3-934232-96-9, Preis: 25 Euro.


    Online-Flyer Nr. 620 vom 05.07.2017
    (Erstveröffentlichung des Buchtipps in der NRhZ)

    Mathias Bröckers: König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron


    Nackter als im Sonnenbad - eine Chronik um Intrigen und Macht


    Buchtipp von Harry Popow


    Da bekam der DDR-Bürger das große Lachen – als Bundesbürger die DDR-Nackedeis an den Stränden der Ostseeküste entdeckten und pikiert laut aufschrieen, ob dieser „Kulturlosigkeit“. Und nun, nach zig Jahren, gab es nochmals einen Aufschrei, als sich nämlich der neue Präsident Donald Trump sich mit seinen „unqualifizierten“ politischen Äußerungen, vor allem in Richtung Russland – im einzigen Interesse der amerikanischen globalen Macht sich trotz der Proteste der bürgerlichen Parteien, der Republikaner, als sich also dieser neue Milliardär plötzlich ganz nackend zeigte, ohne Skrupel, frech und anmaßend. Nur, die sich da provoziert fühlten, waren und sind letztlich selber, die sich vor aller Welt entblößten und nackend gemacht wurden.


    So konnte es denn auch nicht beim Aufschrei bleiben. Dazu gibt das neue Buch von Mathias Bröckers „König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron“ Auskunft. Mehr noch – man stelle sich dieses schauerliche Satirestück auf der Bühne vor. Der Zuschauer entdeckt bei genauem Hinschauen und Lesen „möglicherweise“ Fetzen aus dem wirklichen Leben. Spätestens nach dem Schlussvorhang. Oder nachts im Bett. Oder gar nichts.


    Ironie und Satire öffnen bekanntlich eher Herz und Hirn als nüchterne und sachliche Polemik. Der Autor, dessen Buch ich nahezu ohne Unterbrechung mit Vergnügen gelesen habe, präsentiert viele Varianten der Anschaulichkeit, um den Vorgang der Wahlen in den USA und die Gegenwehr gegenüber dem neuen Präsidenten Trump ins Scheinwerferlicht zu stellen. So zum Beispiel die andersartige Benennung von Personen und Zuständen sowie sprachliche Vergleiche, faktenreiche Berichte und sachbezogene Kommentare. Man muss nicht lange rätseln, wer der König Donald ist, wer der Ultraböse, wer die unsichtbaren Meister der Intelligence, wer die Gilde der Herolde und Lautsprecher, welche geheime Macht die Yankee and Cowboy darstellen, wer mit dem exzeptionalistischen Königreich gemeint ist.


    Der Zuschauer/Leser - bislang ernste Polemiken zu hören oder zu lesen gewohnt - fühlt sich erkenntnisreich angesprochen, wenn der Autor gleich anfangs feststellt, dass Donald als Ultrarechter zwar aus der derselben Elite-Liga wie seine Vorgänger stammt, aber zu einem anderen Club gehört und seine Spielweise den Apparat und die Strukturen des Königreichs „gehörig durcheinander gebracht“ hat.


    Kein Wunder, hält der Neue König seiner in den Tiefen der Gesellschaft agierenden Herolde und Hofschreiber, der im geheimen agierenden permanenten Regierung, den Korrupten und Heuchlern und Großgeldverdienern, den Räubern und Cowboys durch sein nicht immer intelligentes und räuberisches Verhalten ohne Rücksicht auf „Verluste“ den Spiegel vor´s Gesicht.


    Abschied vom globalen Denken und Handeln?


    Als Außenseiter verschrien, so der Autor, habe der Neue dem regime change (S. 12) eine Absage erteilt. Die NATO sei obsolet. Sanktionen gegen das Reich des Ultrabösen seien Unsinn. Auf Seite 15 wiederholt er den oft zitierten Satz, der Ultraböse sei gar nicht so schlimm und man könne mit ihm auskommen. Doch die Hauptaussage des neuen Königs war, die USA stehe über allem. Der Narzist als Nationalist? Ein Abschied vom globalen Denken und Handeln?


    Mit viel Biss und Häme registriert auch der Autor wie andere vor ihm den vielfachen Aufschrei und die Abwehrakrobatik der sich stets als friedliebend gebenden Kapitalelite. Seite 9: Hillary – das sei ein Debakel des Jahrhunderts. S.13: Donald sei die Marionette des ultrabösen Herrschers, S. 21 – was wird aus dem Krieg gegen den Terror, wenn der Feind verloren geht (Bekämpfung der Wickelmützen, des ISIS)?


    Jeder Lacher, jede Ironie, jeder noch so große Biss – alles geht am Ohr und Hirn vorbei, wollte man nicht darauf pochen, den Ursachen für profitstrebendes Ungemach und Weltherrschaftsplänen auf den Grund zu gehen. So verweist Mathias Bröckers auf Seite 55 darauf, dass man, um den tiefen Hass auf den schlimmen Donald zu verstehen, in die Tiefen des Staates hinabsteigen müsse, zu den unsichtbaren Meistern der Intelligence, „die als Schattenspieler und Strippenzieher seit Jahrzehnten die Fäden im Königreich in der Hand haben“. Für sie sei eine der größten Unfälle eingetreten. Der Thronfolger stamme nicht aus dem Think-Thank-Land und mache sich scheinbar daran, einen „Sumpf“ trockenzulegen, „den unterirdischen Sumpf des Tiefenstaats, von dessen Existenz die meisten Leute im Königreich eigentlich gar nichts wussten“.


    Für die schmähliche Wahlniederlage der Clinton-Maschine musste eine Begründung her. Die fand sich sehr schnell in einer ungeahnten Russophobie. Der Ultraböse „soll mit unsichtbaren Häschern Hillarys Post gestohlen und so Donald auf den Thron“ gehievt haben. (S. 8) Wo bis heute die Beweise fehlen. Doch auch hier liegen die Ursachen noch tiefer. Das Königreich wollte über König Boris, den man den „Wodka-Container“ nannte, so schreibt der Autor auf Seite 76, an die „größten Mineralreserven der Welt“ heran, an Öl, Gas, Metalle, seltene Erden... Die „sibirische Schatztruhe“ hatte das Königreich im Visier. Doch dieses „Geschäft“ vermasselte der ab sofort als „aggressiv“ beurteilte und verurteilte Putin. So malten es ab sofort auch die zahlreichen Fake News, „sodass bald fast alle im Lande vergessen hatten, dass sein Verbrechen eigentlich nur darin bestanden hatte, dass er die Schätze seines Landes nicht weiter umsonst, sondern zum Marktpreis abgeben wollte“. (S. 79)


    Was aber hat sich seit König Donald geändert, fragt sich der Autor auf Seite 36? Er hat „die Fassade des politisch korrekten Gefasels von ´Werten` und ´Menschenrechten´, hinter der sich der alte Imperialismus im neoliberalem Gewand tarnte,“ heruntergerissen. „Auf dem Thron sitzt jetzt ein echter Barbar.“


    Und dennoch: Auf Seite 163 zitiert der Autor anhand eines Symposiums zur Lage im Königreich folgenden Satz: Von der „unipolaren Sicht der Welt und dem Plan, sie militärisch und wirtschaftlich komplett zu beherrschen, will sich König Donald offenbar verabschieden.“ Bezugnehmend auf die „neue Seidenstraße“ heißt es auf Seite 173: „Wie auf der alten Seidenstraße einst begehrte Güter wie Seide oder Tee aus dem Reich der Mitte in den Westen gelangten, soll dies auch auf den neuen Wegen geschehen...“ (…) „Dieser Handel und Wandel, der mehr als als zwei Drittel der gesamten Menschheit umfasst, wird das exzeptionalistische Königreich als dominierende Wirtschaftsmacht der Welt ablösen. Das Königreich und sein transatlantisches Bündnis stehen vor der Wahl: Krieg oder Kooperation.“


    Für diejenigen, die das Nachdenken nicht verlernt haben


    Die Botschaft des Autors ist gelungen: Er zeigt nicht nur den König nackt und nicht ohne Warnung, sondern auch jene, die ihn hassen und bekämpfen. Ihre wahren Absichten, ihre Machtansprüche. Ihre Lügen und Verleumdungen. Ihr Schüren von Angst. Darüber hinaus versetzt er das in diesem Wirrwarr-Theater zuschauende und das Lesepublikum in einen Zustand der nach Brecht genannten Verfremdung. Eine entlarvende Sicht auf eine sich als „Friedensengel“ und „Verteidiger der Menschenrechte“ ausgebende hochstilisierte Elite mit den USA an der Spitze, die alles unternimmt, ihre aggressiven Weltherrschaftspläne zu kaschieren und sowohl von der „Terrorbekämpfung“ als auch von der hochgeschraubten militärischen Rüstung profitiert. Das Buch sei jenen empfohlen, die das Nachdenken nicht verlernt haben, neugierig geblieben sind und mit zum Gegenwind blasen. So hat Nacktheit, das Herunterreißen von Masken, seine herausfordernden Vorteile. Wer nach der Aufführung den Saal verlässt, der sollte ein anderer sein...



    Mathias Bröckers: König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron, Westend Verlag, Frankfurt/Main, 2017, 208 Seiten, Hardcover ohne Schutzumschlag, 14 Euro, ISBN-10: 3864891906, ISBN-13: 978-3864891908, Größe und/oder Gewicht: 10,6 x 2,1 x 16,2 cm



    (Erstveröffentlichung des Buchtipps in der Neuen Rheinischen Zeitung)
    Edit: Threatitel und Autor eingesetzt. LG JaneDoe

    Elias Davidsson: Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung. Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung


    Verdächtige gesucht


    Buchtipp von Harry Popow


    Treibt die „Terrorfiktion“ immer neue Blüten? Denn dem Vernehmen nach sollen Teilnehmer der Demonstration gegen die Münchener Sicherheitskonferenz vom 17. bis 19. Februar 2017 wegen ihrer Forderung „Frieden statt NATO - Nein zum Krieg“ ab sofort unter den „Verdächtigen“ verortet werden. Herr Biedermann zum Beispiel, nennen wir ihn mal so, fiel bislang nicht als politischer Aktivist auf. Nun aber doch. Als Protestant! Schon ist er verdächtig. Und „ein Verdächtiger ist für den Ermittler bereits ein Feind“. Diese Feststellung trifft der Autor Elias Davidsson auf Seite 321 in seinem aufsehenerregenden Buch „Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung. Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung“.


    Herr Biedermann, der bislang an die offizielle amerikanische Version eines Terroranschlags durch den Islam und den Gehirnwäsche betreibenden Leitmedien brav geglaubt hatte, wirft ebenso wie diese ebenso den Ungläubigen, den Wahrheitssuchenden, den Nachdenklichen, den Kritikern der 9/11-Legende an den Kopf, sie würden Verschwörungstheorien verbreiten, sie wären Spinner, Antisemiten, Antiamerikaner und dergleichen mehr.


    Zu den Fakten: Der Autor zielt darauf ab, Aufklärung zu betreiben „zur Bewahrung des Rechtsstaates, des Friedens und für eine gerechtere Gesellschaftsordnung“. ( S. 21) Die Neubetrachtung des 15 Jahre zurückliegenden Ereignisses sei umso wichtiger, als es bis heute „unser Leben auf vielerlei, uns oft nicht bewusste Weise prägt“, zumal der damalige US-Präsident George W. Bush verkündete, dass dieser Kreuzzug gegen den Terror noch lange dauern werde. (S. 15)


    Zunächst nimmt Elias Davidsson auf 139 von insgesamt 534 Seiten den sachlichen Hergang des Anschlags unter die Lupe. Detailliert stellt er der offiziellen Darstellung die unbewiesenen Fakten beim Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers (WTC) entgegen, was einer präzisen durchgeführten gerichtlichen Untersuchung gleichkommt. Es geht um die nicht bewiesene Täterschaft, um nicht gefundene Triebwerke, um unerkannte Typen der Flugzeuge, um Rätsel beim Einsturz der Türme, um unbeglaubigte Passagierlisten. Und, und, und...


    Diesen inszenierten größten Massenmord in der Geschichte der USA, so der Autor, ist als logische Folge eines aggressiven Hegemoniestrebens zu verstehen. So verweist der Publizist mit vollem Recht auf die im Vorfeld des 9/11 Offenbarungen von Vertretern der Macht. Vor dem Hintergrund des Verschwindens der Sowjetunion eröffneten sich für die USA neue und verlockende Möglichkeiten, „um ihren globalen Einfluss zu stärken“. (S.35) Angeführt werden Äußerungen u.a. des Generals Alfred M. Gray: „Die wachsende Unzufriedenheit der unterentwickelten Welt über die Kluft zwischen reichen und armen Nationen wird einen fruchtbaren Nährboden für Aufstände erzeugen. Diese Aufstände haben das Potenzial, (…) unseren Zugang zu wichtigen wirtschaftlichen und militärischen Ressourcen zu gefährden.“ (S. 36) Ungewöhnlich offen auch diese Aussage von Thomas Friedman, ehemaliger Berater von Außenministerin Madeleine Albright: “(...) Die unsichtbare Hand des Marktes wird niemals ohne die versteckte Faust regieren...“ (S. 37)


    Wenn der Autor auf die Vorherrschaftsbestrebungen der USA verweist als Ursache für die verstärkte Mobilisierung gegen den von den Eliten geschürten Terrorismus, dann kommt er nicht umhin, den Blick der Leser auf die langfristigen Interessen der Hochfinanz und der Wirtschaft zu lenken. (S. 291) Was die deutschen Machthaber betrifft, so zitiert Elias Davidsson Ulla Jelpke von der Linksfraktion des Deutschen Bundestages: Nicht die „Abwehr von Terroranschlägen, sondern die Niederschlagung sozialer Protestbewegungen in der Zukunft“ seien die wahren Gründe für neue Vorstöße zum Einsatz des Militärs im Inland. (S. 327) Auf Seite 207 resümiert der Autor, dass die sogenannte Terrorismusbekämpfung nur ein Vorwand ist für den Abbau der Demokratie, für massive Überwachung und Manipulation, für Militarisierung und globale Raubzüge, für „eine allmähliche Einführung einer neuen Art des Faschismus“. (S. 207)


    Elias Davidsson empfiehlt am Schluss seiner außerordentlich inhaltsschweren Analyse der Unhaltbarkeit der These von der Bedrohung der westlichen Wertegemeinschaft durch den islamistischen Terrorismus eine Therapie: Es geht ihm um Aufklärung, um Wahrheit, um Transparenz, um Forderungen an die Medien, an die Strafjustiz. (In den sechs Anhängen finden sich zum Beispiel eine Liste mit namentlich genannter Journalisten, die unbewiesene Behauptungen in Bezug auf 9/11 veröffentlicht haben.)


    Das Geflecht von Manipulation, unterlassener Berichterstattung bis zur Lüge, ausgehend vom Finanzkapital, über die Politik bis zur Justiz, zu den bürgerlichen Medien und der akademischen Elite jedoch nur anzuprangern, diese Institutionen mit Appellen an die Vernunft nur bitten will, sich zu korrigieren, dann kann man vergeblich auf Veränderungen hoffen. Dann klingt das wie ein Gebet, die da oben mögen eine Einsicht haben und ihr Marktgehabe um des Profits und um der imperialistischen Herrschaft willen einschränken und den Menschen endlich Frieden bescheren.


    Der bislang nahezu unpolitische Herr Biedermann ist mehr für´s Handfeste. Für Streiks und friedliche Demonstrationen wie jüngst die in München. Es kann sein, dass er dabei in Kauf nimmt, zum „Verdächtigen, wenn nicht gar zum Gefährder“ gestempelt zu werden. Sollen auf diese fiese Art und Weise Aktivitäten gegen Krieg und Kriegsgeschrei im Keime erstickt werden, so mag sich Herr Biedermann fragen. Zuzustimmen ist deshalb auch der Mahnung auf Seite 19, der Marsch in den Untergang müsse gestoppt werden. „Dazu müssen alle Friedenskräfte und alle vom Imperialismus bedrohten Staaten zusammenarbeiten – für Frieden und Völkerverständigung in einer multipolaren Weltordnung, einer Welt von Gleichen.“


    Im Übrigen: Nach der Drucklegung dieses Buches nahm in Übersee ein neuer Präsident das Steuer in die Hand und stiftet Verwirrung oder auch Hoffnung, je nach der jeweiligen politischen Sicht. Gehört auch er zu den Verdächtigen?


    Nach dem Lesen schüttelt man entsetzt den Kopf. Was da der Publizist Elias Davidsson faktenreich zu Papier bringt, lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Anzuraten ist aus diesem Grunde diese gesellschaftskritische und für das aktuelle Geschehen hochwichtige Lektüre für alle, die den Zusammenhang zwischen 9/11 und dem sich verstärkenden Krieg der multinationalen Konzerne gegen das Menschenrecht nach einer friedlichen Welt besser verstehen und danach handeln wollen. Der Autor wird so seinem Anliegen gerecht, darüber aufzuklären: Terroristen können keinen Staat besiegen und der Staat den Terrorismus nicht durch Kriege. Leider spricht der Autor in seinem Buch die zur Veränderung bereiten Schichten der Arbeiterklasse und zunehmend auch der Mittelschichten nicht direkt an. Herr Biedermann tut deshalb das Seine. Alles in allem: Ein herzliches Dankeschön an Elias Davidsson.


    Elias Davidsson: Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung. Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung, Taschenbuch: 534 Seiten, Verlag: Zambon Verlag (18. Januar 2017), Sprache: Deutsch,


    Erstveröffentlichung in der Neuen Rheinischen Zeitung

    Zwei der neuesten Bücher des Rezensenten:


    Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch: 356 Seiten, Verlag: epubli; Auflage: 1


    Harry Popow: „Das Schwedenhaus. Abgehauen in die Stille – Persönliche Lebensbilder“, Taschenbuch: 183 Seiten, Verlag: AAVAA Verlag (1. April 2017), Sprache: Deutsch, Preis: 11.95 Euro,
    Direktbestellung: http://www.aavaa.de/Das-Schwedenhaus
    Veröffentlichung am 1. April 2017

    „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“ - Harry Popow


    Ein Schützendasein


    Buchtipp von Elke Bauer



    Ehrlicher geht es nicht. In diesem biographischen Bericht erfahren wir die Gedanken eines Zeitzeugen, eines Offiziers der NVA, der drei gesellschaftliche Etappen der deutschen Geschichte durchlebte:
    - Faschismus, dargestellt an den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges,
    - 40 Jahre DDR - vom Optimismus der Aufbaujahre bis zum Unvermögen, den Staat mit den hochgesteckten Zielen zu erhalten,
    - und der Wende/ Nachwende als Negation seines bisherigen Lebens- und Menschenbildes.


    Durch die kritische Sicht auf das neue Staatsgebilde BRD sowie durch persönliche Erlebnisse und Begegnungen lernte er die durchlebte und erkämpfte Zeit im Staat DDR noch mehr schätzen und steht zu ihr - trotz alledem. Das bedeutet aber nicht, dass er das Leben in der DDR und die staatliche Ordnung nicht kritisch hinterfragt hätte und Erscheinungen, die zum Ende der DDR führten, nicht benennt. So entwirft er anhand seiner Biografie, seiner Erlebnisse und persönlichen Auseinandersetzungen ein realistisches Bild vom kleinen Land mit den hohen Ansprüchen. Damit bekommt der Leser ein Erinnerungsbuch in die Hand, das ihn zum: "Ach ja, so war es - war das alles schlecht?" sowohl in Ost, als auch wegen seiner Aufrichtigkeit in West bringt. Man denke an: "Es höre jeder auf die Flüsterungen der Geschichte" (Antoine de Saint - Exupery).


    Mahnende Worte von Bertolt Brecht "Zum Volkskongress für den Frieden" (Wien 1952) sind der sinngebende Ausgangspunkt für des Autors Erkenntnisse und Bekenntnisse. Mit der Schilderung seines Lebens, der letzten Kriegsjahre, die er gebeutelt erleben musste, der Evakuierung und der Rückkehr nach Berlin 1945, die Bemühungen der Eltern, an der Gestaltung des neuen Deutschlands mitzuwirken, benennt er die Probleme der Zeit und seine heutige Sicht darauf. Er erlebte die Leistungen seiner Mutter als Dolmetscherin (sie lebte seit 1934 als gebürtige Russin in Deutschland) beim Bau des Treptower Ehrenmals (stolz, sie in der Krypta abgebildet zu sehen), als Personalleiterin und Dolmetscherin bei der SDAG Wismut in Aue und Schwarzenberg im Erzgebirge, ihre Stationen als Dolmetscherin in Berlin und Dresden, als Dozentin in Merseburg.


    Er malt sehr plastisch und wahrhaftig das Bild des Neubeginns, immer dargestellt an den Handlungen seiner Familie, Freunde und Kollegen ohne in Phrasen zu verfallen. Seine Erinnerung an diese Zeit führt er weiter in seinem biografischen Bericht von der Entwicklung als Bergwerklehrling – auch unter Tage - in Zwickau, seiner beginnenden Ausbildung zum Geologen in Schwerin. Diese bricht er ab, als man ihn "überzeugt", in die KVP, später NVA einzutreten.


    Viele Stationen des Armeelebens an den verschiedensten Standorten in der DDR, sein Fernstudium der Journalistik an der Leipziger Karl-Marx-Universität, der Tätigkeit als Diplomjournalist im Offiziersrang an Zeitungen der Armee, sie sind fest eingebettet in das Leben der DDR-Gemeinschaft. So entsteht ein Kaleidoskop des gesellschaftlichen Gefüges in der DDR. Bewusst reiht er sich als „Schütze“ in die große Schar der Verteidiger des Sozialismus in der DDR ein, indem er im Klappentext darauf verweist, dass bereits über 900 Ehemalige und aktive DDR-Bürger ihre Erinnerungen als wertvolle Spuren in die Vergangenheit zu Papier gebracht haben. Das macht das Buch so umfassend.


    Nach insgesamt 32 Dienstjahren in der KVP/NVA geht er zum Fernsehen der DDR als journalistischer Berater.

    Nicht vergessen sollte man den Untertitel "Das Leben mit einer Göttin". Seine Göttin im Focus, nimmt er die wichtigste Bezugsperson in seine Schilderung auf - Cleo, seine große Liebe. Sie steht in allen Lebenslagen schön und klug an seiner Seite, sie erlebte seine Kämpfe mit, erduldend und duldend, aber auch mit kritischen Hinweisen, treu und Freude bringend, die Familiengeschicke beeinflussend.


    Das bedeutete auch, drei Kinder, oft allein, groß zu ziehen, die in der Wendezeit bestanden und heute tüchtig ein selbstbestimmtes Leben führen. Dankbar stellt er diese Seite seines Lebens, die große Liebe und die Fürsorge für die Familie dar, ehrlich und offen. Dabei benennt er auch politisch haltlose Unterstellungen von verschiedenen „Genossen“, die ihm besonders gegen das Ende der DDR hin widerfuhren. Sehr lesenswert wird das Buch auch dadurch, dass er sich nicht als fehlerfreien Menschen, sondern sowohl als kritisch denkendes aber auch als kritisch handelndes Gesellschaftsmitglied darstellt.


    Sein Weg nach der sogenannten Wende war steinig, er musste sich mit Minijobs durchschlagen, wie tausende andere Bürger ebenfalls, verließ mit seiner Frau 1996 für neun Jahre Deutschland und ging nach Schweden.


    Seit 2005 lebt er wieder mit seiner Frau in der Nähe seiner Kinder in Deutschland, wurde Blogger und Hobbymaler, bespricht interessante politische Sachbücher und macht seine Leserschaft mit Abhandlungen aus linken Zeitungen bekannt. Seine Erlebnisse und Erfahrungen hält er in selbst verfassten Büchern und Essays fest.


    Er beendet, wie immer, seine Bücher mit Originalmeinungen und Abhandlungen seiner User zu Zeitereignissen. Besonders erinnerlich ist mir die Erzählung vom "Der Mensch vor dem Supermarkt", die Abhandlungen "Lügenpresse", "Staatsferne" und "Ehe alles zerbricht".
    Beigefügte private Fotos erhöhen die Authentizität des Buches. Es ist durch sein breites Spektrum des DDR - Lebens, ob seiner Ehrlichkeit und Vielfalt, interessanter Schauplätze und kritischer Sichten, eine sowohl unterhaltsame als auch nachdenklich machende Lektüre. Der Schütze steht hier für´s Ganze, poetisch erweitert durch das Bild des Bogenschützen von Sanssouci.



    Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, (unter Verwendung von Tagebuchnotizen aus dem Buch "In die Stille gerettet" von Harry Popow), Taschenbuch: 356 Seiten, Verlag: epubli; Auflage: 1 (22. Dezember 2016), Sprache: Deutsch, ISBN10: 3737538301, ISBN-13: 978-3737538305, Preis: 19,99 Euro
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    Zur Rezensentin: Elke Bauer, geb. 1939, Bibliothekar an allgemeinbildenden Bibliotheken der DDR/ Fachschule für Bibliothekare Leipzig 1961, Diplomkulturwissenschaftler/Universität Leipzig 1970, Bibliothekar in ltd. Funktion bis 1991, Aufbau einer eigenen Buchhandlung, selbstständige Buchhändlerin 1991 bis 2001, Rentnerin, ab 2011 in München lebend.

    „IKARUS. Mein wunderbares richtiges Leben im doch so miesen falschen. Lebensschnipsel eines militanten Pazifisten aus drei Ismen“ - von Karl-Heinz Otto


    ZIELGENAU


    Buchtipp von Harry Popow


    IKARUS ist nicht totzukriegen. Hatte er vor 27 Jahren den Gegner noch mit modernsten Fla-Raketen-Komplexen in Schach gehalten, so hält er nunmehr die laut Weißbuch der Bundeswehr wieder in den Kriegsstartlöchern lauernden Menschenfeinde mit mentalen Pfeilspitzen im Visier.


    Ikarus – so wähnt sich lt. Buchtitel ein einstiger NVA-Offizier, der sich dank seiner Bildungsstärke bis in die Königsebene hocharbeitete, oft von manchen Kleingeistern misstrauisch beäugt oder auch behindert, heute im Jahre 2016 von durchweg nach wie vor antikommunistisch aufgeheizten Möchte-Gern-Kriegern im Interesse einer „höheren Verantwortung Deutschlands an der Seite der USA und der NATO“ verschmäht, missachtet, kleingeredet und schließlich totgeschwiegen wird.


    Der unermüdlich gegen Krieg und Kriegsgefahr agierende 78-jährige Offizier a.D. und Schriftsteller heißt Karl-Heinz Otto. Nach unzähligen Romanen und Erzählungen – bereits unter den Fittichen der NVA – raffte er sich nach so langen Jahren nach der sogenannten Wende (die er historisch korrekt Rückwende nennt) auf, sein Leben aufzuschreiben. Mit all den alten und den neuen Beulen, die er sich holen musste – und trotzdem nie aufgab. Er, der Überzeugungstäter. Wollte er zu hoch hinaus?


    Das 480-Seiten-Buch trägt den Titel „IKARUS“. Diese spannende Lektüre strotzt nur so von Fakten, Episoden, Berichten, Zerwürfnissen, Begegnungen und geschichtlich ergänzenden Informationen. Der Leser wird Augenzeuge, wie ein junger Mann vom flachen Lande alle Hürden in Schulen und Dienst- und Arbeitsstellen wie mühevolle Sprünge übers´s langgestreckte Pferd trotz mancher objektiver und subjektiver Stolpersteine genommen hat. Und so durchzieht auch sein jüngster Roman „IKARUS“ das, was man Selbstüberwindung nennt. Schwierigkeiten nicht aus dem Wege zu gehen und mutig Dummköpfen die Stirn zu bieten. Kraftakte, die ohne eine tief auslotende innere Überzeugung – sprich politische Motivation – nicht zu bewerkstelligen sind. Auch nicht ohne Selbstvertrauen, ohne Bildung und Ehrgeiz.


    Wenn Thomas Mann in seinem Beitrag „Es geht um den Menschen, Prosa aus fünf Jahrzehnten“, Seite 286/287 (sich auf Walter Scott beziehend) forderte, die Kunst bestehe darin, dass man mit dem möglichst geringsten Aufwand von äußerem Leben das innere in die stärkste Bewegung bringe; denn das innere „ist eigentlich der Gegenstand unseres Interesses. Die Aufgabe des Romanschreibers ist nicht, große Vorfälle zu erzählen, sondern kleine interessant zu machen“, dann kommt der Autor Karl-Heinz Otto dem mit großem Können entgegen.


    Deshalb sei an dieser Stelle zunächst lediglich ein Umriss seines Wirkens in der DDR gegeben. Im Epilog fasst er sein Leben so zusammen: Als er drei Jahre alt war, tobte der beschissne Kriech, von dem die Erwachsenen erzählten und den sein Vater mit dem Leben bezahlen musste. Als der zu Ende war, räumte uns unser Staat, „den bisher Benachteiligten, den Unterprivilegierten und Bildungsfernen, alle Möglichkeiten ein, unabhängig von Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern zu neuen Ufern aufzubrechen...“ (S. 479) Karl-Heinz Otto legte das Abitur ab und wollte Architektur studieren. Er, der auch als Junger Pionier die Welt zu verbessern gedachte, entschied sich nach dem Abitur für den Dienst als Offizier, dem sich, so erinnert sich der Autor, keiner der Jungs verschlossen hätte. Wie auch an anderen Textstellen fügt Karl-Heinz Otto in diesem Zusammenhang Worte des Kanzlers Adenauer an, wonach es gelte, nicht die Wiedervereinigung anzustreben sondern die Befreiung der Ostzone.


    Auch wenn dem feinsinnigen Karl-Heinz die vorgesetzten Unteroffiziere während der Grundausbildung (in Vorbereitung auf die Offiziersschule) mit ihren Ordnung erheischenden „Hocker umwerfen“ bei ungenügendem Päckchenbau schier die Galle hochkommt – er wird demnächst als Kanonier, Truppenoffizier, Erfinder, engagierter Stabsoffizier und Spitzengeheimnisträger für Fla-Raketentechnik sowie viel später als Filmemacher und Schriftsteller seinen Beitrag zur Friedenserhaltung leisten. Gekrönt wurden anlässlich der „Messe der Meister von Morgen“ seine Bemühungen um eine hohe Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft bereits als Funkmessoffizier im Truppendienst mit zwei Goldmedaillen – für Simulatoren, die er für die Ausbildung von Operateuren an Rundblickstationen entwickelte und schließlich mit der zweimaligen Auszeichnung mit dem Friedrich-Engels-Preis, mit dem besondere militärwissenschaftliche Leistungen geehrt wurden. Auch dies: Nach siebenjährigem Fernstudium zum Diplomingenieur der Elektronik an der Technischen Hochschule Ilmenau erhält er für sein Diplom als einziger der Matrikel E III ein summa cum laude.


    Bereits als junger Offizier beruft man ihn in die Verwaltung Truppenluftabwehr im Ministerium für Nationale Verteidigung, wo er sich als Offizier für Rundblickstationen bewährt und bald in verantwortlicher Position den Wechsel veralteter Flak- zu moderner Fla-Raketentechnik mitbestimmt. Auf Seite 7 gesteht er: „...stets glich meine Perspektive der einer gewöhnlichen Feldmaus denn der eines stolzen Adlers. Und stets, wenn ich wie Ikarus wagte, in unergründete Höhen abzuheben, fanden sich Förderer wie Neider meiner Kreativität.“ Die ersteren wollten sich der Ergebnisse seines Forscherdranges bedienen, während die Geheimdienstler ihn als negativ-feindliches Element denunzierten und „unermüdlich an meinem Absturz werkelten...“


    Nicht nur die mitunter bösartige Unterstellungskunst der Abwehrorgane der NVA, auch die Versuche, ihn vom Studium in der SU wegen fadenscheiniger Begründungen abzuhalten, übrigens auch vom Fernstudium innerhalb der DDR, ließen ihn, den vorwärts jagenden jungen Adler, sich verwundert die Augen reiben, ob er denn noch bei soviel Dogmatismus richtig liege, mit seiner Überzeugung von der Überlegenheit des Sozialismus. Unvermeidlich auch andere – für viele wohlbekannte enttäuschende Erlebnisse mit der hoch angebundenen Waffenbrüderschaft zur Sowjetarmee - als nämlich eine persönlich beginnende enge Freundschaft mit einem sowjetischen Offizier urplötzlich an dessen Versetzung nach Kamtschatka zusammenbrach. Barrikaden der Freundschaft traf er als Kursant der Militärakademie in Kiew an, als ausländischen Studenten jedwede Besuche außerhalb von Kiew untersagt blieben.


    Wer tief zu loten vermag, der gibt nicht auf, der sieht die Dinge komplex, der sieht sie in Zusammenhängen und gesellschaftlichen Dringlichkeiten ob des Kalten Krieges. So legt sich der Autor bereits im Prolog seiner Erinnerungen fest, indem er „penetranten Geschichtsklitterern“ in die Suppe spuckt, „die sich in unser Leben einmischen“. Er möchte nicht, dass Leute, die nicht einen einzigen Tag in der DDR gelebt, geschweige in deren Volksarmee gedient haben, (…) erzählen wollen, wie seine Lebenszeit (…) verlaufen sei. „Ich schreibe also, um mir die Deutungshoheit über mein eigenes wunderbar-mieses Leben nicht von anderen stehlen zu lassen“. (S. 6) Auf Seite 7 fährt er fort, er nenne es ein historisches Unrecht, diese Volksarmee zu verteufeln, statt sie dafür zu loben, dass sie nie einen Krieg führte und verantwortungsbewusst ihre schmerzhafte Selbstauflösung wählte, um damit einen blutigen Bürgerkrieg zu vermeiden. Doch schon wieder würden „Abermillionen von Schwertern darauf warten, zu Pflugscharen umgeschmiedet zu werden“.


    So sehr sich die Staatssicherheit der DDR auch bemühte, den „aufsässigen“ Offizier Karl-Heinz Otto aus der Armee zu entfernen, wozu er 16 Jahre lang bespitzelt wurde, eines müsse man einigen Leuten lassen – es gab auch ehrliche Urteile, ohne Denunzierungen und Herabwürdigungen. So liest sich dies auf Seite 372 so: Er sei ein kluger Theoretiker, in der praktischen Tätigkeit versiert, allseitig anerkannt, „wie man es in der NVA nur selten findet“. (…) Er ist ein Mensch, der nicht alles widerspruchslos hinnimmt, der tiefgründig nachdenkt und mit seinen Gedanken (…) nicht hinter dem Berg hält“.


    Die vom Autor – vor dem Abgang vom Armeedienst verteidigte der ehrgeizige Offizier noch seinen Doktortitel – bezeichneten Lebensschnipsel eines militanten Pazifisten erweisen sich als ein großartiges lebensvolles Mosaik, das jedem, der die DDR bewusst erlebt hat, einen Genuss an Erinnerungen bereitet. Dazu gehören nicht nur die III. Weltfestspiele, Biermanns Ausbürgerung, Ernteeinsätze der NVA oder gar die Enttäuschungen, wenn Lehrer plötzlich die Seiten wechselten. Mit gezielten Argumenten widerlegt der Autor Anmaßungen der bürgerlichen Historiker und der Medien über die Geschichte der DDR. Beeindruckend ebenfalls zahlreiche Naturbeschreibungen, ob auf dem DDR-Übungsgelände oder in der Kasachischen Steppe. Hilfreich sind des Autors jeweilige Ergänzungen zur Geschichte sowie seine Vorliebe, Dichter und Denker wie Bertold Brecht, Louis Fürnberg und Konfuzius zu Rate zu ziehen. Interessant des Autors Reisen nach Vietnam und Namibia und seine persönlichen Beobachtungen.


    Im Epilog bedauert der Autor und widerständiger Oberstleutnant a.D., „dass wir die bisher einmalige Chance, eine gerechtere Gesellschaft zu gründen, glattweg vergeigten“. (S. 480) Auf dieser Seite findet sich auch der auf Karl Marx zurückführende Ausspruch, das Kapital habe ein Horror vor Abwesenheit von Profit. Sehr oft verwendet der Autor das Wort indoktrinär für die Propaganda in der DDR. Er schreibt zu recht, man solle auch die Möglichkeit haben, die Welt selbst anzuschauen. Dem ist nichts hinzuzufügen, die Welt anschauen mit theoretischer Vertiefung – daraus wird ein Schuh.


    Und so hofft der Autor, sich auf Oscar Wilde berufend, dass die Menschheit, sollte sie ein besseres Land sehen, die richtigen Segel setzen möge. „Dass Sozialismus und Demokratie zusammengehören – und Stasispitzel verzichtbar sind – sollte nach unserem vergeigten Sozialismus-Experiment Allgemeingut und zur wichtigsten Lehre geworden sein.“ Der IKARUS im Träumer Karl-Heinz - er lässt die Gegenträumer nicht aus den Augen.


    Karl-Heinz Otto: „Ikarus. IKARUS. Mein wunderbares richtiges Leben im doch so miesen falschen. Lebensschnipsel eines militanten Pazifisten aus drei Ismen“ 1. Auflage 2016, Edition Märkische Reisebilder, Dr. Karl-Heinz Otto, Vertrieb FON 0331 270 17 87, E-Mail: dr.otto.edit.maerk.reisebilder,@t-online.de,
    www.carlotto.de


    Bisher veröffentlichte Bücher des Autors Dr. Karl-Heinz Otto / Pseudonym: CarlOtto:


    1. Probezeit, Roman, 1985, 1987
    2. Die Riesenkuh Agathe, Kunstmärchen, 1995
    3. Silberfäden, Erzählungen, 1995
    4. Reisen und Speisen in Brandenburg, Reiseführer, 1996
    5. Klöster, Schlösser und Burgen in Brandenburg, Reiseführer, 1998
    6. Kamerad Parkinson, Roman, 1999
    7. Historische Gasthäuser in Brandenburg, Reiseführer, 1999
    8. Brandenburg, Reiseführer, 2001
    9. Im Schatten der Flämingburg, Kriminalroman, 2003 (unter Pseudonym CarlOtto)
    10. Der herbe Duft der Chrysantheme, Kriminalroman, 2007 (unter Pseudonym CarlOtto)
    11. Der Windmüller und der Flötenkönig von Sanssouci, Kunstmärchen, 2007
    12. Operation Taubenhaus, Kriminalroman, 2012 (unter Pseudonym CarlOtto)
    13. Märkische Reisebilder, eine Edition kulturhistorischer Reiseführer zur Berliner und brandenburgisch-preußischen Geschichte