Beiträge von Kuckucksheim

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    Eines der wenigen objektiven Qualitätsmerkmale aus meiner Sicht, die man bereits vor dem Anlesen erkennt, ist eben das verlegen mit Hilfe eines Verlages, der für entsprechendes Lektorat etc sorgt.


    Ich finde ein Verlagslektorat ist nun nicht mehr unbedingt ein Qualitätssiegel. Gutes Lektorat kann man nämlich mittlerweile einkaufen, genau wie Korrektorat und Coverdesign. Die meisten Selfpublisher, die ich kenne tun genau dies. An dieser Stelle könnte man natürlich über die Qualität dieser Lektorate diskutieren. Aber ich denken niemand möchte behaupten, dass freie Lektoren schlechter arbeiten als angestellte Verlagslektoren. Wobei Verlage meines Wissens immer öfter auf Freiberufler zurückgreifen. Also das ein Verlagsbuch ein Lektor hat, ist nun wirklich nicht überraschend und macht es auch nicht unbedingt zu einem wertvolleren "Produkt". Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe Selfpublisher, die sich dies beim ersten Buch noch nicht leisten können/wollen.
    Aber wie hier schon an anderer Stelle gesagt wurde, entscheidet zum Schluss der Markt, ob ein Buch bei den Lesern ankommt.
    Ich glaube, ein großes Problem ist, dass kaum ein Selfpublisher so richtig weiß, womit Verlagsautoren zu kämpfen haben und anders herum wissen viele Verlagsautoren nicht, dass man auch als Selfpublisher mit seinen Werken durchaus schlaflose Nächte hat. Deshalb finde ich es umso schöner, in welche Richtung sich diese Diskussion entwickelt hat.

    Da wir gerade bei Definitionen sind, könnte mal jemand das Wort "Schund" definieren? Mir fallen natürlich auf Anhieb einige Bücher ein, die ich als Schund bezeichnen würde, aber ich befürchte, dass es Leser gibt, die anderer Meinung wären. Sicherlich hat jeder der an der Diskussion beteiligten Autoren schon die ein oder andere miese Rezension bekommen. Eventuell ist auch schon mal eins seiner Werke als Schund bezeichnet worden. Aber ich kenne nun wirklich keinen Autoren, der sein eigenes Buch für Schund hält. Also wessen Meinung zählt jetzt mehr? Ich finde das Thema überaus schwierig zu bewerten.

    Da ist jetzt so viel dazugekommen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Also, ich glaube, dass es müßig ist, darüber zu diskutieren, was gute oder schlechte Literatur ist. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass sollte man dem einzelnen Leser überlassen. Ich lese ziemlich viel - querbeet - mal anspruchsvolle Bücher mal leichte Lektüre - immer je nachdem, in welcher Stimmung ich bin. Ich wage jetzt mal die These, dass es fast jedem Vielleser so geht. Ich bin vermutlich auch die Einzige, die das Buch von Vanessa Mansini (um das es hier ursprünglich ging) gelesen hat. Es war sehr unterhaltsam und lustig, natürlich nichts, was mich noch tagelang beschäftigt hat, aber es war handwerklich ordentlich (um mal bei dem Vokabular zu bleiben). Obwohl der Autor zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich erfolgreich war, hat das Buch eine Lektorat und Korrektor erhalten - das heißt, der Autor ist für das Buch in finanzielle Vorleistung gegangen. Nun kann sich das sicherlich nicht jeder ambitionierte SPler leisten, nur dann entscheidet eben der Leser, ob ihm das Buch gefällt oder nicht. Ich finde jetzt auch nicht unbedingt, das SPler besonders "geldgeil" sind. Wenn ich ein Buch für 2,99 bei amazon verkaufe, dann erhalte ich 2 € Tantieme. Ich war neulich gemeinsam mit Jo Lendle bei West Art Talk eingeladen. Er verkündete dort, das seine Autoren ja auch 2 € pro Buch erhalten würde, verschwieg natürlich, dass der Leser dann auch gut 20 € für das Buch bezahlen muss. Aber gut, das Resultat ist dasselbe und das kann man dann an den Verkäufen messen. Nun kann man behaupten, dass teure Bücher dann auch mehr "wert" sind. Aber ich finde es gut, dass sich viele LeserInnen meine Bücher leisten können und würde mich hüten, über deren intellektuelle Fähigkeiten zu urteilen. Aber darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich finde, der Wert eines Buches bemisst sich nicht am Verkaufspreis weder im positiven noch im negativen Sinne. Alles in allem, kann ich nur wiederholen, dass ich mir mehr Respekt im Umgang wünsche und das ist gar kein Jammern, sondern nur eine Feststellung und ich finde sich Mühe zu geben auch gar nicht schlimm, weil das tun wir doch alle Tag für Tag ob nun Maler, Tänzer oder Autor. Natürlich will man dafür nicht gelobt werden, aber es ist eine Grundvoraussetzung von Erfolg, wie immer man diesen auch definiert.

    Ich wollte jetzt hier keinen Streit vom Zaun brechen. Natürlich kenne ich den Artikel und ich ich kenne auch den Autor. Allerdings finde ich nichts Verwerfliches daran, zu versuchen, ein Buch zu schreiben, dass beim Publikum gut ankommt. Das muss einfach jeder Autor für sich entscheiden. Im Übrigen kenne ich tatsächlich keine Selfpublisher, die über Verlagsautoren herfallen, aber wenn ich es mir jetzt recht überlege, gibt es die sicherlich. Sorry ich wollte da nicht pauschalisieren.


    Also nochmal zum Thema. Es gibt, und damit habe ich auch schon meine Erfahrungen gemacht, sicherlich einige SP-Bücher, die handwerklich und künstlerisch nicht ganz so auf der Höhe sind. Ich hoffe immer, dass diese dann auch nicht gekauft werden und die Leser diese Makel recht schell erkennen. Natürlich landen manchmal aber Bücher in den Top 100, wo ich mich frage wieso? Aber nur weil ich ein Buch grausam finde, muss das ja nicht für den Rest der Welt zutreffen. Meine Bücher finden auch manche Leser schrecklich und viele andere gut. So ist das nun mal.
    Der große Vorteil im SP liegt ja darin, dass man sich entwickeln kann und das hoffentlich auch tun. Ich denke immer, dass ein Buch, dass so schlecht ist, dass es nicht gekauft wird, den Autor davon abhält, weitere Bücher zu schreiben :nono.


    Zum Thema Lektorat: Die meisten SPler, die ich kenne leisten sich mittlerweile ein professionelles Lektorat und das ist selbstverständlich auch für diese kein Spaziergang, sondern harte Arbeit. Da sehe ich keinen Unterschied. Am besten wäre sowieso ein konstruktiver Austausch zu dem Thema und das Zugeständnis, dass es hier und da Perlen und Mist gibt - aber das zu beurteilen, muss man eben jedem Leser selbst überlassen.

    Ich finde es schade, dass egal was hier zum Thema Selfpublishing diskutiert wird, immer gleich die verbale Keule rausgeholt wird. Das ist irgendwie nicht fair. Ich kenne viele Selfpublisher, die sich sehr ernsthaft mit ihrer Arbeit auseinandersetzen und diese auch sehr ernsthaft betreiben. Erfolgreiches Selfpublishing ist nämlich ein Fulltimejob. Das kann man nicht einfach sein Buch gemütlich bei einem Verlag abgeben und den dann die Arbeit machen lassen. Zum Selfpublishing gehört eben Marketing genauso dazu, wie Lektorat, Korrektorat und Covergestaltung und in der Regel als Einmannbetrieb. Dafür, dass dann Geld verdient wird, muss man sich nicht entschuldigen. Ich finde ein bisschen mehr Respekt wäre schon angebracht. Ich kenne eigentlich keinen Selfpublisher, der so respektlos über Verlagsautoren spricht. Und wir wissen alle, dass "Verlagsautor" auch nicht unbedingt ein Qualitäts- und Gütesiegel ist.

    Ich würde jedem empfehlen, sich erst einmal bei KDP einzufuchsen und das Buch dort hochzuladen. Alles anderen Shops kann man später immer noch dazu nehmen und bei den meisten Distributoren kann man amazon mittlerweile auch rausnehmen. Sofort über einen Distributor zu gehen, würde ich nicht empfehlen, da man sich dann selbst der Möglichkeit beraubt, a - Preisaktionen zu machen (wenn man das den möchte) oder b -die Verleihoption bei KDP zu nutzen. Gerade am Anfang kann das aber heute durchaus Sinn machen. Als ich 2011 mein erstes Buch hochgeladen habe, gab es diese Funktionen noch nicht - sie sind aber mittlerweile nicht zu unterschätzen . Neobooks war mir persönlich zu kompliziert - das kann aber heute anders sein. Ich habe mittlerweile fünf Bücher über amazon veröffentlicht und nutze ciando als Distributor für alle anderen Shops.

    Das mit dem Apfelbaum hätte ich doch fast schon wieder vergessen :bonk. Ich würde wahrscheinlich in den nächsten Supermarkt rennen und ihn ausplündern und mich ärgern, dass ich keinen eigenen Brunnen hab. Muss ich nächsten Frühling ernsthaft in Angriff nehmen. Aber jetzt bin ich doch erstmal neugierig geworden.

    Jass mit Krimis geht mir das auch so. Ich liebe zum Beispiel Agatha Christie, aber lese sie bevorzugt im Dezember vor dem Kamin. Dann entfaltet sich diese viktorianische Atmosphäre erst so richtig für mich. Im Sommer komme ich da nicht so richtig ran.


    @Karlchen: schon auf der WuLi

    Ich tausche mich hier gerade zu dem Buch "Lavendelzimmer" von Nina George aus. Das Buch hat mich total fasziniert und gefesselt. Ich war tatsächlich so begeistert, dass ich es als Wanderbuch einigen meiner Facebookfreundinnen geschickt habe und siehe da - die fanden es eher so lala. Als ich so darüber nachdachte, fiel mir auf, dass ich es in meinem Sommerurlaub gelesen habe. Das ist immer jedes Jahr die Zeit, in der ich Bücher lese, die ich wahrscheinlich den Rest des Jahres nie lesen würde. Einmal war es "Unser allerbestes Jahr", dann "Ostseeliebe" und wenn ich noch weiter drüber nachdenke fällt mir bestimmt noch einiges ein. Ich frage mich nun, ob es Euch auch so geht. Gibt es Bücher, die ihr nur in ganz bestimmter Stimmung lesen könnt und wenn welche sind es? Freue mich auf Eure Empfehlungen (und bitte unbedingt "Lavendelzimmer" lesen :bruell oder "Ein ganzes halbes Jahr" das ist auch so ein Buch für mich.

    Ja, Lili Du hast recht. Perdu ist schon eine seltsame Ausnahme. Ich habe das Buch als Wanderbuch einigen meiner Facebookfeundinnen geschickt und komischerweise (für mich) fanden die das Buch gar nicht toll. Vielleicht ist es tatsächlich etwas unrealistisch aber ich hatte soviel Bilder im Kopf, dass ich am liebsten auch sofort mit einem Bücherschiff die Loire runtergefahren wäre. Allerdings hab ich das Buch im Urlaub gelesen und da bin ich immer in der Stimmung für solch spezielle Bücher, keine Ahnung warum.

    Ich schleiche ja schon länger um das Buch herum. Aber Eure Rezis haben mich jetzt überzeugt und es ist schwupp diwupp im Warenkorb gelandet. Hoffe, dass ist die richtige Entscheidung. Ich hasse es ja wenn es so ewig dauert, bis Folgebände erscheinen, da kann man sich kaum noch erinnern, was vorher passiert ist. Muss wohl den ersten Teil auch noch mal vorkramen.

    Ich habe jetzt gerade angefangen englische Bücher zu lesen. Habe da ein tolle Möglichkeit mit meinem Kindle entdeckt und mir auch gleich noch ein Wörterbuch runtergeladen. Nun brauche ich ein unbekanntest Wort nur antippen und schon erscheint die deutsche Übersetzung. Perfekt für mich.

    Das Buch war perfekt. Trotzdem ich von Beginn an wusste, worauf es hinauslief, habe ich Seite um Seite um Seite verschlungen. Es ist dermaßen toll geschrieben und trotz des sensiblen Themas so unterhaltsam, dass ich mehrmals laut lachen musste. Ich bin jetzt super gespannt auf das neue Buch von Jojo Moyes und kann jedem nur ans Herz legen, dieses hier zu lesen. Es ist ein Buch, dass man nicht vergißt und das ich mir in jedem Fall auch noch als "richtiges Buch" kaufen werde. So einen Schatz muss man einfach in den Händen halten.

    Ich fand das Buch gut, ja. Aber leider doch nicht soooooo gut, wie Rubinrot. Ich kann mich einfach des Gefühls nicht erwehren, dass Kerstin Gier viel lieber Frauenromane als Jugendbücher schreibt. Das Gefühl hatte ich schon bei Smaragdgrün. Da sind für mich doch etliche Fragen offen geblieben. Trotzdem kann ich nicht bestreiten, dass ich ihre Bücher sehr mag und wohl auch die anderen Teile der Trilogie lesen werde. Dennoch bin ich nicht restlos überzeugt.

    Ich glaube "Lavendelzimmer" ist eins der schönsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Leider gibt es ja viel zu viele Bücher, die schnell wieder in Vergessenheit geraten. Das ist definitiv keines davon. Ich habe mich schwer getan, dass Buch überhaupt anzufangen, da ich nicht wusste, was ich von einem über fünfzigjährigen verliebten Buchhändler zu erwarten habe. Als ich mich dann endlich getraut hatte, hat es mich ganz und gar in seinen Bann gezogen. Ich liebe dieses Buch.