Beiträge von PMelittaM

    Durch eine Art Wurmloch kommen ständig verschiedene Artefakte auf die Erde. Durch ein Artefakt erfährt die Forscherin Paige Campbell, dass schon in absehbarer Zeit die ganze Menschheit in Gefahr sein könnte. Dies möchte sie verhindern, worauf sie selbst in Lebensgefahr gerät, da jemand, der Kontakte in höchste Regierungskreise hat, sie daran hindern will. Zusammen mir zwei Begleitern versucht sie die Welt dennoch zu retten.


    Es handelt sich hier um den spannendsten Roman, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Die Protagonisten werden ausführlich vorgestellt, man lernt sie gut kennen und – zumindest die „Guten“ – auch mögen. So erlebt man die Geschichte sehr intensiv mit. Es gibt unglaublich viele unerwartete Wendungen. Die Geschichte an sich ist gut durchstrukturiert und das Ende überzeugend. Da öfter die Perspektive gewechselt wird, lernt man auch die „Bösen“ besser kennen und dringt auch in deren Emotionen ein.


    „Dystopia“ ist die Fortsetzung von „Die Pforte“, man kann das Buch aber problemlos lesen, ohne den Vorgänger zu kennen, den auch ich danach gelesen habe. Es wird zwar hin und wieder auf Ereignisse von dort verwiesen, aber die Geschichte baut nur in geringem Maße darauf auf. Man wird aber sehr neugierig und möchte „Die Pforte“ auch lesen. Ich habe mir das Buch schon besorgt.


    Alles in allem ein Buch, das ich jedem empfehle, der sich spannende Lesestunden wünscht und sich auch ein bisschen für Science fiction interessiert.


    10 von 10 Punkten

    „Die Rückkehr der Templer“ spielt in drei Zeitebenen. 2151 werden die Schwestern Lyn und Rona per Timeserver (eine Art Zeitmaschine) in das 12. Jahrhundert nach Jerusalem geschickt, wo sie den Untergang des Templerordens verhindern sollen, da man sich davon eine bessere Welt erhofft. 2005 treffen wir die im Vorgängerband „Das Rätsel der Templer“ durch den Timeserver in dieser Zeit gestrandeten Templer wieder, die eigentlich aus dem beginnenden 14. Jahrhundert stammen. Auch diese sollen ins 12. Jahrhundert geschickt werden, da 2005 bekannt ist, dass Lyn und Rona nicht mehr zurück konnten. Von diesen beiden erhofft man sich Hilfe bei der Erforschung des Timeservers und möchte sie daher ins Jahr 2005 holen. Der Hauptteil des Buches schließlich spielt in eben diesem 12. Jahrhundert, wo ein Mann namens Khaled eine große Rolle dabei spielt, ob alle ihre jeweiligen Aufgaben lösen können.


    Die Geschichte der Templer während der Kreuzzüge Mitte des 12. Jahrhunderts ist hier verquickt mit einer Zeitreisegeschichte und einem guten Teil Legende (ein mystischer Kelch und die Bundeslade spielen eine Rolle). Das gibt dem Buch ein gewisses Etwas, mir hat das großen Spaß gemacht. Wir erfahren hier über historische Fakten hinausgehend einen guten Teil Fiktion, der sich an bestehende und fiktive Legenden anlehnt.
    Das Buch ist mit seinen ca. 750 Seiten keine leichte Kost, es ist komplex geschrieben, der Wechsel der Zeitebenen, die vielen Personen, der wissenschaftliche Bezug und der geschichtliche Hintergrund fordern ein aufmerksames Lesen. Gleichzeitig ist die Geschichte unglaublich spannend, mit einigen unerwarteten Ereignissen und einem sehr überraschenden Ende, das mich persönlich nicht richtig zu faszinieren wusste. Der Epilog entschädigte mich dafür umso mehr.


    Mir drängte sich der Vergleich mit Diana Gabaldon auf, die auch sehr dicke, sehr komplexe Bücher schreibt, bei denen reale Historie mit einer Zeitreise verbunden ist. Wer Diana Gabaldon mag, sollte auch hier einen Blick riskieren.


    Auch wer den Vorgängerband – wie ich – (noch) nicht gelesen hat, findet sich gut in das Buch ein, die Vorgeschichte wird kurz erzählt, ansonsten ist das Buch unabhängig davon. Möglicherweise hätte man eine bessere Beziehung zu den Charakteren aus dem Vorgängerband, ich persönlich finde sowieso, dass Khaled (der nicht aus diesem stammt) der interessanteste Charakter ist.


    Mit hat das Lesen viel Spaß gemacht und ich werde sicher noch mehr von Martina André lesen.


    10 von 10 Punkten

    In den 70er Jahren öffnet sich ein Pforte, durch die fast täglich Dinge mit besonderen Fähigkeiten kommen, sogenannte Entitäten. Da einige dieser Dinge sehr gefährlich sind, schließen sich alle Großmächte zusammen und gründen die Organisation „Tangent“, die über die Entitäten wachen und sie untersuchen soll.


    Eine der Entitäten ist „das Flüstern“, dieses landet in den falschen Händen wodurch die ganze Welt bedroht ist. Es ist nun die Aufgabe von Travis Chase und Paige Campbell.


    Mit hat der Roman sehr gut gefallen, er ist spannend und hat viele überraschende Wendungen. Das Ende ist etwas offen, da es einen Nachfolgeband („Dystopia“) gibt, der allerdings nur locker auf diesem aufbaut, aber einige weitere Rätsel lüftet. Ich kann beide Bücher sehr empfehlen.


    10 von 10 Punkten

    Carina Kyreleis ist Rechtsmedizinerin und auf Gesichtsrekonstruktionen spezialisiert. Aus persönlichen Gründen kehrt sie nach einem zweijährigen Aufenthalt in Mexiko in ihre Heimatstadt München zurück. Dort erwartet sie ihre schwierige Familie und ein neuer Job mit einer gewöhnungsbedürftigen Chefin.


    Außerdem bekommt sie es mit einem Täter zu tun, der seinen Opfern die Gesichtshaut entfernt. Dessen Geschichte reicht über 20 Jahre in die Vergangenheit zurück und steht in Beziehung zu Spionage und einem realen, bis heute nicht aufgeklärten Attentat.


    Das Buch ist spannend und anspruchsvoll geschrieben mit mehreren Erzähl- und auch Zeitebenen und führt zu einer konsequenten Auflösung. Carina und ihre Familie mschen Lust auf mehr, es sind auch weitere Bände geplant.


    10 von 10 Punkten

    Blanka von Burgrain begleitet ihren Vater und Bruder auf einem Kreuzzug nach Jerusalem. Dort erkrankt sie am Aussatz. Nur ihr Lehnsherr, Bischof Otto von Freising steht zu ihr und verspricht ihr Heilung. Tatsächlich ist sie drei Jahre später gesund und wieder in der Heimat. Otto zum Dank ist sie in ein Kloster eingetreten, aber zunächst nur Laienschwester.


    Als ihr Vater am Aussatz erkrankt und Burgrain in Gefahr gerät, Ottos Erbfeind, Otto von Wittelsbach, in die Hände zu fallen, beschließt sie zu heiraten um dadurch das Lehen zu sichern. Allerdings gehört ihre Liebe nicht ihrem Ehemann sondern Ortolf, einem Gefolgsmann des Wittelsbachers. Die Liebesgeschichte erinnerte mich an Romeo und Julia.
    Für Otto erschafft sie außerdem gefälschte Urkunden um ihm seine Länderreien zu sichern, hinter denen auch der Wittelsbacher her ist. Das und die Leibe zu Ortolf, bringt sie bald in große Gefahr.


    Ich liebe normalerweise gut recherchierte historische Romane. Dieser konnte mich leider nicht so recht begeistern. Ich fand keinen rechten Zugang zu den Figuren, die Geschichte erschien mir oft zu sprunghaft und es fehlte öfter an Tiefgang. Tatsächlich war ich immer mehr gelangweilt.


    Da die Geschichte aber unstrittig gut recherchiert ist, etliche historische Persönlichkeiten auftreten und siemit Zitaten aus Minneliedern u. ä. gespickt ist, zudem ein Personenverzeichnis und ein gutes Nachwort enthält, in dem Julia Freidank über die Hintergründe der Geschichte schreibt, vergebe ich 6 von 6 Punkten. Wer sich für das deutsche Mittelalter interessiert, kann getrost einen Blick riskieren. Wer aber umfang- und emotionsreiche historische Romane á la Rebecca Gable oder Diana Gabaldon liebt, wird enttäuscht werden.

    Der Medizinstudent Christoph Wilhelm Hufeland bekommt es 1780 in Jena mit einem ungewöhnlichen Todesfall zu tun. Vor seinen Augen wird der Student Albert Steinhäuser bei einem Duell tödlich verletzt. Da Hufeland befürchtet, Albert könnte lebendig begraben worden sein, öffnet er dessen Grab und macht eine schreckliche Entdeckung. Dadurch gerät er nun selbst in Gefahr.


    Auch Alberts Schwester Helene, die ihren Bruder in Jena aufsuchen möchte, gerät in den Strudel der Ereignisse und in die Fänge einer mörderischen Studentenverbindung.


    Der Dritte im Bunde ist schließlich der Arzt Samuel Hahnemann, der die Medizin verbessern möchte und der sich als große Hilfe sowohl für Hufeland als auch für Helene erweist.


    Das Buch spielt in der Zeit der Aufklärung, es ist die Zeit Goethes und Schillers, Kants und Herders, eine Zeit, in der sich das Denken änderte, nicht nur, aber auch in der Medizin, weg vom Aberglauben, hin zu mehr wissenschaftlichem Denken, aber auch zu mehr humanistischem Gedankengut. Diesen Umbruch spürt man im Buch sehr gut, auch wegen Heike Koschyks wunderbarer bildhafter Sprache, die ebenso das Leben in Jena, Weimar, Königsberg und all den anderen Städten, in die der Roman uns führt, sehr gut einfängt. Das macht das Buch zu einem echten Genuss.
    Man erfährt einiges über die Geschichte der Medizin. Sowohl Hufeland als auch Hahnemann sind historische Persönlichkeiten und haben der Medizin ihren Stempel aufgedrückt. Man erfährt auch einiges über das Studentenleben dieser Zeit, vor allem auch über studentische Verbindungen.


    Die Charaktere sind sehr facettenreich beschrieben, ich mag das, wenn ich mich auch in die Gedankenwelt der Protagonisten hineinversetzen kann. Wir treffen hier auch einige interessante Gestalten, die uns manchmal nur ein kurzes Stück des Weges begleiten, sich aber tief einprägen. Nicht alle sind sympathisch, aber alle bemerkenswert.


    Die Handlung des Romans reicht über mehrere Jahre hinweg, führt schließlich alle Fäden gekonnt zusammen und bietet ein furioses Finale.
    Ganz besonders herauszuheben ist der Anhang, in dem man erfährt, wie viel historische Realität in dem Buch steckt, außerdem gibt es noch eine gesonderte Abhandlung über Hahnemann, der der Begründer der Homöopathie war.


    Alles in allem ist das Buch sehr empfehlenswert, wer gerne historische Romane liest, wer sich für die Geschichte der Medizin interessiert, wer einfach nur ein tolles Buch lesen möchte, ist hier richtig.


    10 von 10 Punkten

    Tiffany Weh, die schon in zwei Büchern von Terry Pratchett die Hauptrolle spielte, ist mittlerweile 13 Jahre alt. Als sie verbotenerweise bei einem Tanz mittanzt, wird der Winterschmied auf sie aufmerksam – un verliebt sich in sie. Zunächst zeigt sich das nur daran, dass es Schneeflocken schneit, die alle wie Tiffany aussehen und dass die Eisblumen an den Fenstern alle ihren Namen schreiben, doch dann wird es für alle äußerst gefährlich. Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und die kleinen blauen Männer versuchen alles, um die Gefahr abzuwenden.


    Die Geschichten von Tiffany sind „Märchen von der Scheibenwelt“ und für ein etwas jüngeres Publikum konzipiert. Die Scheibenwelt, die man von anderen Pratchett-Büchern kennt, kommt hier nur am Rande vor. Leider, muss ich sagen, denn so fehlt der ganz besondere Flair, den Pratchetts Bücher für mich haben. Tiffanys Geschichten sind nicht schlecht und Pratchetts Humor ist durchaus zu erkennen, aber an seine anderen (erwachsenen) Bücher reichen sie nicht heran.


    Wer Pratchett mag, wird auch diese Bücher lesen, wer Pratchett kennenlernen will, sollte aber lieber zu den originären Scheibenweltbüchern greifen.


    8 von 10 Punkten

    In Sdoom (könnte durchaus eine Anspielung auf Sodom sein) werden mehrere Elbenjünglinge, die als Prostituierte gearbeitet hatten, bestialisch ermordert. Da ihnen alles Blut entfernt wurde, werden die Vampyre verdächtigt. Um einen drohenden Aufstand zu vermeiden, setzt die Königin Lislott II. die besten Ermittler des IAIT (= Institut für angewandte investigative Thraumaturgie) ein, Meister Hippolit und den Troll Jorge.


    In den letzten Jahren kommt immer mehr humorvolle Fantasy auf den
    Markt. Auch „Der Elbenschlächter“ schlägt in diese Kerbe. Alleine das Ermittlerpaar, Hippolit, der durch eine nicht ganz erfolgreiche thaumaturgische Praktik nun in einem für seine Belange nicht geeigneten Körper steckt und Jorge, der als Troll so seine eigene Weltanschauung hat, sind mehr als ein Schmunzeln wert. Gleichzeitig erhält man aber auch Einblick in eine besondere Welt, bei der sehr viel nicht mehr heil ist, die aber auch einige interessante Wesen hervorgebracht hat. Und dann gibt es noch den Kriminalfall, der spannend erzählt ist und den das Ermittlerpaar am Ende auch löst, wenn auch mit einigen kleineren Problemen.


    Mir hat das alles sehr gut gefallen. Ich mag diese Art von Fantasy und konnte mich sofort gut einfinden. Die Ermittler sind vielleicht nicht direkt sympathisch, wachsen einem aber doch ans Herz und man bangt (oder ärgert sich) mit ihnen. Auch ist die Geschichte wunderbar flüssig geschrieben, am liebsten würde man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.


    Da es noch zwei weitere Romane mit Hippolyt und Jorge gibt, hoffe ich, dass das nicht alles war, ich jedenfalls bin jetzt schon süchtig nachden beiden.


    10 von 10 Punkten

    Nicholas Waringham muss, nachdem sein Vater in Ungnade gefallen ist und schließlich im Tower von London an den Folgen einer Folter stirbt, als Vierzehnjähriger die inzwischen sehr heruntergekommene Baronie übernehmen. Das ist nicht leicht, denn es fehlt an Geld und seine Stiefmutter macht ihm das Leben schwer. Durch den Tod seines Vaters und als überzeugter Katholik hält er auch nicht viel von König Henry VIII, der gerade dabei ist, seine Scheidung von Katharina von Aragon zu betreiben.


    Als Nicolas Katharina trifft, nimmt sie ihm das Versprechen ab, sich um ihre Tochter Mary zu kümmern. Nicholas verschreibt sich nun ganz der Sache Marys und wer ein bisschen Ahnung von englischer Geschichte hat, kann sich vorstellen, dass das nicht einfach ist. Er kommt öfter in Lebensgefahr, landet mehrmals im Tower und muss eine Ehe eingehen, die er ablehnt. Allerdings bringt er auch seine Baronie auf Vordermann und lernt einige Familienmitglieder kennen (eine große, weit verzweigte Familie). Am Ende des Buches hat er sein Ziel erreicht: Mary wird zur Königin gekrönt.


    Die Waringham-Saga macht diesmal einen Sprung von mehreren Jahrzehnten, Nicholas ist der Urenkel Julians, des Protagonisten aus dem letzten Band. Das ist ein bisschen schade, als Waringham-Fan will man ja eigentlich „alles“ miterleben, doch nach einigen Seiten hat man sich daran gewöhnt und im Laufe des Buches erfährt man auch ein bisschen darüber, was zwischenzeitlich passiert ist. Außerdem springen wir in die Zeit Henrys VIII, die ja sehr interessant ist, da dort sehr viel passiert.


    Genau wie alle anderen Waringham-Bücher habe ich auch dieses geliebt. Rebecca Gables Schreibstil lässt einen mittendrin sein. Ihre Protagonisten sind nicht immer einfache Menschen, doch sie handeln bezogen auf ihre Zeit und ihren Charakter immer nachvollziehbar. Man lebt mit den Figuren mit, man will alles über sie wissen, man möchte möglichst schnell alles lesen und hat andererseits Angst davor, dass das Buch zu Ende ist.


    Ich hoffe, Rebecca Gable lässt uns nicht hier sitzen, ich möchte sehr gerne wissen, wie die Waringhams mit der Regentschaft Marys klar kommen, die ja sehr blutig war, und wie sie die Zeit Elisabeths I erleben. Außerdem möchte ich gerne mehr mit Nick und seiner Familie, allen voran sein Sohn Francis, erleben. Also, bitte mehr Waringham!!


    10 von 10 Punkten

    Nach Kriegen und Katastrophen haben die überlebenden Menschen beschlossen, sich die viktorianische Zeit zum Vorbild zu nehmen. Allerdings ohne auf die Errungenschaften der Technik zu verzichten.
    Neben den Neuviktorianern gibt es noch die Punks, die eher ein technikloses Leben bevorzugen, sich aber nicht durchsetzen konnten und so als Rebellen in Randgebiete gedrängt wurden. Zwischen diesen beiden Gruppen herrscht Krieg.


    Durch einen Virus werden Tote zu Zombies. Einige davon sind genau so, wie man sie aus den Filmen kennt: hirnlos und nur darauf aus, Lebende zu beißen, die dann ebenfalls zu Zombies werden. Ein Teil allerdings, die, die nur sehr kurz tot waren und dadurch ein noch intaktes Hirn haben, behalten ihre geistigen Fähigkeiten und auch ihre Vernunft.


    Wissenschaftler entwickeln die Möglichkeit, die Körper der Zombies vor dem Verfall zu bewahren bzw. diesen zu verlangsamen, leider wird das dazu genutzt, sie als Kanonenfutter im Krieg zu verwenden.


    Der Großteil der Bevölkerung weiß nichts von den Zombies, man will so eine Panik verhindern. Durch skrupellose Machenschaften wird dies bald obsolet.
    Nora, ein junges neuviktorianisches Mädchen wird darin verstrickt. Sie lernt die Zombies zuerst fürchten und dann lieben und wir erleben eine etwas andere Romeo-und-Julia-Geschichte.


    Das Buch war mir persönlich zu langatmig und hatte zu viel Romantik. Auch sehe ich persönlich die viktorianische Zeit eher kritisch und ein bisschen mehr Sozialkritik hätte dem Buch sicher gut getan. Ich vergebe dennoch 4 Sterne. Das Buch hat eine durchaus originelle Story, ich mag auch, dass die Zombies auch einmal positiv und menschlich dargestellt werden. Sicher wird das Buch viele begeisterte Leser finden.


    Eine Fortsetzung ist offenbar geplant. Trotz des offenen Endes muss das meiner Meinung nach nicht sein. Das Ende war durchaus passend.
    Was ich aber auf jeden Fall auch noch anmerken muss: Das (deutsche) Titelbild ist das schönste Titelbild, das ich kenne.


    7 von 10 Punkten

    Die Familie Lerch freut sich auf einen gemütlichen Tag am Decksteiner Weiher in Köln bis sie auf dem Weg dorthin im wahrsten Sinne des Wortes über eine Leiche fällt. Wie sich heraus stellt, ist dies ein weiteres Opfer eines Serienkillers, den die Bevölkerung „Metzger“ nennt, der sich selbst aber lieber als „Herr der Puppen“ sieht.


    Die Kölner Mordkommisson zieht Martin Abel hinzu, der beim LKA in Stuttgart als operativer Tatortermittler arbeitet. Gegen seinen Willen muss er Hannah Christ miteinbeziehen, die von ihm lernen soll. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewöhnen sich die beiden aneinander und kommen dem Mörder immer näher. Am Ende sogar so nahe, dass beider Leben in Gefahr gerät.


    Der Debütroman von Rainer Löffler weiß direkt in seinen Bann zu ziehen. Schon die Szene mit der Familie ist sehr gut geschrieben. Gut auch, dass man den Täter immer besser kennen lernt, ohne dass schon zu viel verraten wird. Am Ende gab es zwar in meinen Augen ein paar Zufälle zu viel, aber auch genug Überraschungsmomente, die Auflösung hat mich jedenfalls überzeugt.


    Insgesamt ein sehr spannender Thriller, der den Anfang einer Serie bilden soll, auf die ich mich schon sehr freue. Ich werde auf jeden Fall weitere Bände lesen.


    10 von 10 Punkten!

    Im Gäuboden (einer niederbayrischen Landschaft) wird der Futtermittelfabrikant Plochinger tot in einem Schweinesarg gefunden. Da dieser der Ehemann seiner Jugendliebe war, mischt sich Kommissar Wolf aus München (aber gebürtig im Gäuboden) in die Ermittlungen ein. Der Straubinger Ermittler Hartmann vermutet eine großangelegte Verschwörung. Es sterben noch weitere Menschen und auch Wolf schwebt in Gefahr, bis sich endlich die Lösung des Falles abzeichnet.


    „Ein wenig eine Pietät hat auch die tote Sau verdient“, so erklärt der Bauer seinen Schweinesarg und dieser Satz ließ mich ein tolles Buch erhoffen, mit viel Humor, viel Lokalkolorit und einen spannenden Fall. Leider wurde ich enttäuscht. Das Buch ist langweilig und zäh wie Gummi. Es handelt sich weniger um einen Kriminalroman als eher um die Charakterstudie eines Kommissars, der mehr als eine Neurose und auch sonst ein paar Probleme hat. Auch einige der anderen Charaktere des Romans könnten einer Nervenheilanstalt entsprungen sein, was ja durchaus einen guten Thriller zur Folge hätte haben können, was hier aber nur viel Geschwafel und wenig Spannung mit sich bringt.


    Auch Bayern spielt meiner Meinung nach nicht die zu erwartende Rolle, die Bauern könnte man auch wo anders finden und der Fall an sich ist auch kein typisch bayerischer.


    Zwischendurch gibt es ein paar Szenen, die toll geschrieben sind (z. B. Butzis Schlachtung) und auch zum Ende hin wird es ansatzweise spannend. Insgesamt hat mich das Buch gelangweilt wie selten eins und wenn ich mich nicht verpflichtet hätte, es zu lesen, hätte ich es wahrscheinlich spätestens nach 100 Seiten weggelegt.


    Von mir auch nur 4 von 10 Punkten

    Gero von Sarnau ist nicht nur ein Kleinganove und notorisch pleite, nein, er ist auch (genetisch bedingt) ein Werwolf. Als er mit seinen drei besten Kumpels beschließt, einen türkischen Buchmacher zu überfallen, der auch noch der Vater seiner Freundin ist und zeitgleich ein Werwolfjäger nach Berlin kommt, der, da er selbst seine Frau und zwei seiner Extremitäten durch einen Werwolf verloren hat, alles daran setzt, die Werwölfe auszurotten, überschlagen sich die Ereignisse und sowohl Gero als auch seine Freunde geraten in große Gefahr.


    Hier präsentiert sich das Werwolfthema einmal erfrischend anders, der städtische moderne Kontext passt wunderbar, es muss nicht immer Fantasy sein. Auch steht das Werwolf-Sein nicht im Mittelpunkt, dort findet sich die Männerfreunschaft, die vier sind zwar, trotz der gemeinsamen Interessen (Alkohol, Fußball, Zigaretten und Frauen) recht unterschiedlich, aber sie gehen miteinander durch Dick und Dünn. Schön, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt, obwohl nicht alles, was passiert, zum Lachen ist.


    Mir gefiel das Buch sehr gut, es war spannend, ließ sich flüssig lesen und machte Lust auf mehr. Und mehr wird es auch geben, der Autor arbeitet bereits am Nachfolgeband. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es mit Gero weitergeht.


    9 von 10 Punkten!

    Ein Rudel Werwölfe jagt Dante, einen entarteten Artgenossen, da dieser dem Rudel auf vielfältige Weise gefährlich werden kann, u. a. könnte er die bisher im Verborgenen lebenden Werwölfe, von denen niemand weiß, outen. Die Halbindianerin Tala kommt dem Rudel dabei in die Quere und entdeckt dessen Geheimnis. Zunächst gerät sie dadurch in Lebensgefahr, denn wer das Geheimnis kennt, muss beseitigt werden, doch dann verliebt sich Claw, der Anführer des Rudels (der Alphawolf), in Tala und schließlich ist sie eine wichtige Hilfe dabei, Dante zu besiegen.


    Der Plot klingt gut und ich freute mich auf eine spannende Werwolfgeschichte, wurde aber enttäuscht. Das es sich hier um eine „erotische“ Geschichte handelt, war mir bewusst, erotisch finde ich sie allerdings weniger, für mich ist sie eher pornografisch. Ich finde auch die Sprache nicht sehr ansprechend, z. B. wird „züngeln“ schon fast inflationär verwendet. Neben den sehr ausführlichen und seitenlangen Sexszenen bleibt für eine gut ausgearbeitete Geschichte und gute Charakterzeichnungen wenig Platz. Mir blieben die Charaktere fremd, im Grunde war mir egal, was mit ihnen passierte. Claw, der Alphawolf, ist sehr dominant und mir ziemlich unsympathisch. Warum Tala sich in ihn verliebt, blieb mir verborgen, Sex und Liebe sind für mich immer noch verschiedene Dinge.


    Bei den Nebencharakteren gibr es einige gute Ansätze, die aber durch die fehlende intensive Charakterzeichnung dann doch im Ansatz erstickt wurden. Einige Handlungsstränge erscheinen mir sinnlos und wenig zur Haupthandlung passend, da diese, wie oben schon erwähnt, sowieso nur oberflächlich ist, ist das fatal. Besser hätte man dort die Handlungen ausführlicher beschrieben bzw. sinnvoller erscheinen lassen.


    Für mich waren Werwölfe immer die unheimlichsten Fantasywesen, hier habe ich mich kein bisschen gegruselt. Insgesamt ein oberflächlicher, eher klischeehafter Roman, der auf gar keinen Fall in die Hände Minderjähriger gehört. Wer gute und spannende Fantasyromane mit erotischen Elementen sucht, wird eher woanders fündig.


    Von mir nur 4 von 10 Punkten