Beiträge von PMelittaM

    Als die fünfzehnjährige Clary den Pandemonium-Club besucht, sieht sie, wie drei Jugendliche offenbar einen anderen töten, merkwürdig ist nur, dass keiner sonst etwas davon bemerkt hat. Wie sich herausstellt, hat Clary eine besondere Gabe, sie kann hinter den Schleier sehen, der Dämonen und deren Jäger vor der Welt verbirgt. Dann wird ihre Mutter entführt und für Clary ändert sich alles.


    Cassandra Clare ist ein Urban-Fantasy-Roman gelungen, der sofort fesselt. Mir haben die von ihr entworfene Welt, die Hintergründe und die Charaktere direkt gefallen. Der Roman wirft eine Menge Fragen auf, die, da es sich um den Beginn einer Reihe handelt, noch nicht alle beantwortet werden, gleichzeitig erlebt der Leser einige Überraschungen, mit denen man so nicht gerechnet hätte, es ist alles da, um ein Lesevergnügen zu garantieren.


    Clary gefällt mir wirklich gut. Sie handelt zwar manchmal unüberlegt, aber immer so, dass ich verstehe kann, warum sie etwas tut, vor allem ist sie nicht zickig, wie viele andere Protagonistinnen in dieser Altersklasse. Am meisten mag ich aber Simon, Clarys Freund seit ihrer Kindheit, der sich meiner Meinung nach gut in ihrer neuen Welt einbringt. Aber auch die anderen Charaktere sind gelungen und bei manch einem werden wir bestimmt noch mehr Überraschungen erleben.


    Schön auch die vielen verschiedenen Wesen, die sich in Cassandra Clares Welt tummeln. Alt bekannte Wesen, wie z. B. Vampire, erhalten zudem eine neue Hintergrundgeschichte. Ich bin gespannt, welche Wesen man in den Folgebänden näher kennenlernen wird.


    Mittlerweile ist der Roman auch verfilmt worden, man sollte sich den Film aber erst nach der Lektüre anzuschauen, mir hat der Roman übrigens deutlich besser gefallen.


    Wer Urban Fantasy mag und nicht vor Bücherreihen (erschienen sind bisher 5 Bände auf Deutsch) zurückschreckt, sollte zugreifen. Ich bin begeistert und freue mich schon darauf, die weiteren Teile der Serie zu lesen.

    Jede Nacht steigen Dämonen aus der Erde hervor und die Menschen verkriechen sich in ihren Häusern, die von Siegeln geschützt werden, die allerdings nicht immer Sicherheit bringen.


    Der Roman erzählt die Geschichte dreier junger Menschen, die versuchen, mehr aus ihrem Leben zu machen: Arlen, der seine Mutter bei einem Dämonenangriff verloren hat und der Meinung ist, dass man sein Leben nicht den Dämonen unterordnen sollte, Leesha, die sich gegen das, was ihre Zukunft sein soll, auflehnt und Kräutersammlerin wird und Rojer, der erst dreijährig beide Eltern und zwei Finger verloren hat, von einem Jongleur aufgezogen wird und zeigt, dass er diesen Beruf trotz seiner Behinderung auch beherrschen kann.


    Der Roman ist der ersten Band einer geplanten fünfteiligen Serie und hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Peter V. Brett hat eine düstere und bedrückende Welt erschaffen, in der die Menschen jede Nacht in Lebensgefahr schweben. Diese Welt ist schon im ersten Band gut ausgereift. Vor allem mit Arlen bereisen wir einen großen Teil davon und lernen die verschiedenen Gebiete kennen, die jeweils ihre eigenen Besonderheiten haben. Auch der kulturelle, religiöse politische und soziale Hintergrund ist schon gut, aber noch nicht umfassend ausgebaut (wir wollen ja auch noch weitere Bände lesen). Gut hat mir die Karte gefallen, die man auch öfter zu Rate zieht, will man doch wissen, ob Arlen, Leesha und Rojer sich womöglich treffen werden.


    Auch die Charaktere sind gelungen, nicht nur die drei Protagonisten, der Autor zeichnet tiefgründige Figuren, manchmal – vor allem in der Antagonisten-Fraktion – etwas überzeichnet, aber nur wenige Personen sind eindimensional dargestellt. Und auch hier gibt es noch genug Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die nächsten Bände. Die Dämonen, zunächst einfach nur schreckliche Monster, werden im Laufe des Romans etwas enträtselt, hier gibt es noch viel zu entdeckendes Potential, ich bin gespannt, was noch alles aufgedeckt werden wird.


    Der Autor erzählt flüssig und spannend aus den Perspektiven der drei Hauptcharaktere und setzt die Perspektivewechsel so geschickt, dass es immer wieder zu kleinen Cliffhangern kommt, die einen, so man die Zeit hat, immer weiter lesen lassen, die 800 Seiten des Romans sind flott gelesen. Die Handlung spielt in einem Zeitraum von 15 Jahren und zeigt die Entwicklung der drei von Kindheit an, Zeitsprünge (in beide Richtungen) sind klug gesetzt und die Entwicklungen der Figuren immer nachvollziehbar.


    Sehr gut gefallen hat mir die Widmung „Für Ötzi ...“, am Ende des Romans erhält sie einen Sinn, der direkt auch meine Phantasie anregte … Sehr schön auch die „Siegel“ zwischen den einzelnen Abschnitten, wobei jeder Teil des Buches ein eigenes hat.


    Die Geschichte ist relativ in sich abgeschlossen. Natürlich bleiben Fragen offen und am Ende gibt es eine Entwicklung, die man noch nicht so recht einzuschätzen weiß, aber man kann das Buch einigermaßen zufrieden aus der Hand legen, auch wenn man auf jeden Fall wissen will, wie es weiter geht.


    Insgesamt ein sehr gelungener Roman, der Lust auf mehr macht und allen Genrefans ans Herz gelegt werden kann. Zwei weitere Bände sind bereits erschienen (und werden von mir zeitnah gelesen werden).

    Zitat

    Original von Suzann


    Und wie Belle bin ich der Meinung, dass von Jardir eher Ärger als Gutes zu erwarten ist. Er ist wirklich keiner der teilt und herrscht, eher einer, der seine Lebensphilisophie anderen aufzwingt, wenn er die Macht dazu hat. Das wird sicher unheimlich interessant.


    Wir haben doch erlebt, wie Jardir sich benimmt, warum sollte sich das ändern, nur weil er sich jetzt Erlöser nennt?

    Zitat

    Original von JaneDoe



    Das Ende war mir auch zu dick aufgetragen. Vor allem, der Kampf dauerte ja nur eine nacht n es gab jede Menge Verluste. Was machen sie in der nächsten und in der übernächsten Nacht? Ich habe nicht den Eindruck, als würden die Dämonen weniger.


    Ich hatte es eigentlich so verstanden, dass die Dämonen jetzt erst einmal "die Schnauze voll" haben und vorerst nicht wiederkommen, so dass in Ruhe die Häuser repariert und gesiegelt werden können, dann gibt es ja wieder genug Schutz. Darüber nachgedacht habe ich auch, denn sicher war das ja nicht, aber es wurde dann ja noch aus einer Zeit berichtet, die offenbar schon ein paar Tage später war und es war offenbar tatsächlich nichts mehr passiert ...

    Wow, was für ein Showdown! Sehr spannend geschrieben, der Kampf um das Tal der Holzfäller (das nun Tal des Erlösers heißen wird), wie Arlen die Menschen dazu bringt, ihre Ängste zu bekämpfen, klasse der Trick mit den Rindern und natürlich kam auch die Fiedel zu Einsatz.


    Zuvor erfahren wir noch, dass Rojer zwar einige Sachen von den Räubern zurück erobern konnte, diese aber auch den Horclingen überlassen hat. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, Arlen und er würden die Drei zur Rede stellen und es gäbe einen Kampf, dass die Sachen einfach von den schlafenden Räubern zurückgeholt werden, auf die Idee kam ich gar nicht. Als Leesha es herausbekommt, flippt sie ziemlich aus und ich finde, das ganze Gekreische und Geschimpfe passte nicht wirklich zu ihr, das fand ich ziemlich nervig.


    Arlen und Leesha sind sich näher gekommen und dann kommt so ein Horcling, also echt ... Und Arlen bemerkt, dass er womöglich noch weniger Mensch ist, als er dachte. Wenn er über die Siegel die Kraft der Dämonen aufnimmt, wer weiß, was noch. Ich schätze, irgendwann wird er im Horc landen. Es stellt sich auch heraus, dass die bisherigen Horclinge nur Fußvolk sind, mal sehen, wer die darüberstehenden Dämonen sind. Ob die schon im nächsten Band auftauchen?


    Am Ende sieht es so aus, als würden unsere drei Helden ab sofort gemeinsam unterwegs sein (ich hoffe es). Leesha seziert Dämonen, spannend. Und ganz am Schluss dann ein Cliffhanger: Jardir durchquert die Wüste und nennt sich Erlöser, das gibt bestimmt einiges an Ärger. Bin gespannt, wie sich das Wiedersehen mit zwischen ihm und Arlen gestaltet.


    Ich werde demnächst dann mit dem zweiten Band beginnen und dann auch in die schon laufende LR dazu einsteigen. Bin schon sehr gespannt, doch erst einmal sind ein paar "Pflichtbücher" dran.

    Die Protagonisten treffen endlich aufeinander, erst Rojen und Leesha, im Hospital, dann werden die beiden von Arlen (kein anderer kann der Tätowierte Mann sein, oder?) gerettet, nach dem sie ausgeraubt und Leesha vergewaltigt wurde.


    Cool finde ich Arlens Pferd "Schattentänzer".


    Jetzt bin ich sehr gespannt, ob Rojen sein Eigentum zurückholt - und ob und wie er sich rächt. Und was sie in Leeshas Heimatstadt vorfinden. Grad dachte sie noch, sie müsse nicht mehr zurück, weil es dort eine gute Heilerin gibt - und schon ändert sich wieder alles. Schade, dass wir Bruna nicht wiedertreffen werden.


    Unglaublich, dass ich den Roman schon fast durch habe, wie gut, dass schon die nächsten beiden Bände hier liegen ...

    Jardir klaut Arlen tatsächlich den Speer, obwohl dieser ja teilen wollte. Er sei nicht würdig und so (das übliche Blabla, um etwas zu entschuldigen, was man eigentlich nicht entschuldigen kann ...), schon heftig, sie werfen ihn sogar einem Dämon vor, den er bravourös besiegt, aber Jardir schlägt ihn schließlich trotzdem nieder und setzt ihn in der Wüste aus (ich denke aber, dass nicht alle damit einverstanden waren). Glück im Unglück, er entdeckt so, dass er gar keine Waffe benötigt sondern selbst eine sein kann: Er muss sich nur diese alten Siegel auf die Haut malen - oder noch besser: tätowieren. Er studiert auch die Dämonen näher - und isst am Ende des LA sogar von ihnen.


    Auch Rojer macht (ein Jahr später) eine Entdeckung: Musik, zumindest sein Fiedeln, beeinflusst die Dämonen. Er und Arrick mussten Angiers verlassen, da die anderen Gildenmitglieder ihnen Ärger machten und Rojer hat das erste Mal wieder Kontakt zu Dämonen - und er verliert Arrick, der sich am Ende doch noch heldenhaft für ihn geopfert hat.


    Dieser Abschnitt, vor allem der um Arlen, war absolut klasse, sehr spannend und hat die Geschichte ein ganzes Stück weitergebracht.


    Übrigens gefällt mir gut, dass jeder Teil des Buches eigene "Zwischensiegel" hat.

    Im Rhein-Main-Taunus-Gebiet treibt ein Sniper sein Unwesen, mehrere Menschen werden scheinbar wahllos erschossen. Wie soll man so jemanden finden? Aber tötet der Mörder wirklich wahllos? Pia Kirchhoff, die eigentlich mit ihrem (heimlich angetrauten) Ehemann in die Flitterwochen fahren wollte und Oliver von Bodenstein, der ein verlockendes Angebot erhält, stehen vor einem zunächst kaum lösbar scheinenden Rätsel ...


    Für mich ist dieser Roman, neben „Schneewittchen ...“ erst der zweite, den ich von Nele Neuhaus lese. Wieder wurde ich sehr schnell gepackt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Lesevergnügen ist sicher etwas größer, wenn man die Romane der Reihenfolge nach liest, es macht aber auch nichts, das nicht zu tun. Zwar erleben die Ermittler, vor allem Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein eine Entwicklung ihres Privatlebens, man kann diesem aber auch folgen, wenn man die Vergangenheit nicht kennt (es gibt z. B. Rückschauen), im Gegenteil, man bekommt Lust, die vorangegangenen Romane auch noch zu lesen.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, nicht nur die Hauptermittler, auch einige andere Charaktere lernt man gut kennen. Nele Neuhaus lässt uns auch an den Gedanken des Täters teilhaben, was ich immer gerne lese und was mir hier sehr gelungen erscheint.


    Ein Thema des Romans sind Organtransplantationen und man kann darüber nachdenken, ob Nele Neuhaus gegen diese stimmt, manches im Roman deutet darauf hin, die Thematik scheint recht einseitig beleuchtet, möglicherweise ist das aber auch nur der Thematik und der Dramatik geschuldet. Ich denke, mündige Leser/-innen werden sich unabhängig vom Roman mit dem Thema auseinander setzen. Ich jedenfalls werde meinen Organspendeausweis behalten, denn ich finde das nach wie vor wichtig. Im Buch hätte ich mir aber ein Nachwort zu diesem Thema gewünscht und eine (nicht einseitige) Link- und/oder Literaturliste.


    Unabhängig davon hat mich der Roman sehr gut unterhalten, er war spannend, gut konstruiert, hatte ein überzeugendes Ende und die Weiterführung des Privatlebens der Charaktere fand ich gelungen.


    Ich freue mich darauf, weitere Romane der Autorin lesen zu können und empfehle diesen jedem Genrefan. Nele-Neuhaus-Fans werden sowieso zugreifen.

    Die Naumburger Kathedrale ist fertiggestellt, jetzt soll sie noch verschönert werden. Uta von Ballenstedt und Hermann von Naumburg haben zusammen mit Simon, dem Maler, einen Gemäldezyklus entworfen, der die Innenwände schmücken soll und in dem die Besucher des Gotteshauses die Geschichte Jesus wie in einem (steinernen) Buch erleben können sollen.


    Gleichzeitig betreibt Uta die Scheidung von ihrem ungeliebten Gatten Ekkehard, damit sie ihren Schwager Hermann heiraten kann. Dazu benötigt sie nicht nur die Zustimmung Ekkehards sondern auch die des Kaisers. Doch dann verschwindet Hermann plötzlich und einige Tage später wird eine durch Tierbisse verstümmelte Leiche gefunden. Ist das Hermann?


    Schon das Cover zeigt, dass es sich hier um eine Fortsetzung des Romans „Die Herrin der Kathedrale“ handelt, beide Cover passen sehr gut zusammen, das gefällt mir sehr gut.


    Obwohl ich am Vorgängerroman viel Kritik geübt habe und zunächst auch gar keine Fortsetzung lesen wollte, hatte ich dann doch Lust, diese zu lesen. Und das war gut so, denn „Die Kathedrale der Ewigkeit“ gefällt mir deutlich besser, ich habe auch den Eindruck, als hätten sich die Autorinnen die Kritiken zu Herzen genommen und viele der Kritikpunkte beseitigt. Uta z. B. kommt mir jetzt viel zugänglicher und sympathischer vor – und sie hat sich ihr Gemurmel abgewöhnt. Auch sehr gut gefällt mir, dass nun Wörter wie „Reliquie“ benutzt werden und man nicht dauernd durch „Eindeutschungen“ wie „Überbleibsel“ aus dem Lesefluss gerissen wird. Auch die Sprache empfinde ich als immer noch zur Zeit passend aber weniger schwülstig als im Vorgänger.


    Interessant ist der historische Unterbau des Romans, zum Einen die damaligen medizinischen Kenntnisse, anschaulich durch Utas Jugendfreundin, der Nonne und Heilerin Alwine vermittelt, zum Anderen die Kirchenmalerei (besonders angetan hat mir die genaue Schilderung der Malereien und deren Enthüllung als Einheit – ich war erstaunt, im Nachwort zu lesen, dass dies reine Fiktion ist), die die Autorinnen dem Leser sehr kenntnisreich nahe bringen und diesen dadurch zum Recherchieren ermutigen. Auch der Regierungswechsel von Kaiser Konrad zu dessen Sohn Heinrich findet Einzug in das Romangeschehen. Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Beschreibung des Leichenzugs nach Speyer.


    Die Geschichte rund um Hermanns Verschwinden, dem Leichenfund und der Ermittlung Alwines und Utas, was wirklich dahinter steckt, entwickelt sich zu einem richtigen Kriminalfall und ist ziemlich spannend. Der Leser kann miträtseln, die Auflösung ist gelungen und logisch hergeleitet. Man muss sich natürlich klar machen, dass neben dem historischen Unterbau die Handlung nahezu durchgehend fiktiv ist, über Utas Leben ist fast nichts bekannt. Im Nachwort erklären die Beinert-Schwestern aber, inwieweit historische Überlieferungen (wie z. B. Hermanns Todesjahr) sich doch mit der hier erzählten Geschichte decken könnten.


    Sehr gut auch wieder das Zusatzmaterial, neben einer Karte des salischen Reiches gibt es einen Grundriss der Kathedrale, ein Personenverzeichnis mit Kennzeichnung der historischen Persönlichkeiten, ein Glossar und ein interessantes Nachwort, in dem sich die Autorinnen auch darüber auslassen, was Fiktion und was Wahrheit ist. Gefehlt haben mir leider wieder genauere Zeitangaben, so ist ab und zu wieder nicht klar, wie viel Zeit vergangen ist. Da der Roman innerhalb eines Jahres spielt, ist das allerdings nicht so gravierend wie noch im Vorgänger.


    Die Autorinnen haben im Nachwort einen Nachfolgeband angekündigt, der allerdings offenbar nicht mehr von Uta handeln soll sondern von dem Bildhauer, der Utas Stifterstandbild im Naumburger Dom gefertigt hat. Ich bin gespannt.


    Insgesamt habe ich den Roman sehr gerne gelesen und fand ihn ziemlich spannend. Ich kann ihn allen empfehlen, die gerne gut recherchierte historische Romane lesen und mit einem guten Quantum Fiktion leben können. Man muss den ersten Band nicht unbedingt vorher gelesen haben, es erleichtert allerdings den Zugang zu den Charakteren.

    Arlen ist nun seit 3 Jahren als Kurier unterwegs und hat die offenbar die ganze Welt bereist. Gerne untersucht er auch alte Ruinen und dieses Mal hat er tatsächlich einen Schatz entdeckt: Einen Speer mit alten Siegeln, der Dämonen töten kann. Ausprobiert wird der dann am Einäugigen, von dem wir uns dann verabschieden müssen (eigentlich schade ...).


    Diesen Speer will er nun dem Volk bringen, das seiner Meinung nach am meisten damit anfangen kann: Den Krasianern. Doch die locken ihn am Ende des Leseabschnitts in einen Hinterhalt. Wollen sie ihm den Speer entwenden? Aber er wollte ihnen das Geheimnis doch sowieso offenbaren ...


    Die Krasianer sind zwar mutig, sonst aber nicht wirklich sympathisch, ihre Kultur wirkt sehr orientalisch, ihre Religion ähnelt dem Islam. Wie sie mit Fremden umgehen oder auch mit Menschen wie Abbad, der ja für seine Behinderung nichts kann, ist nicht gerade nett ...


    Ein Cliffhhanger am Leseabschnitt-Ende, da werde ich gleich noch ein bisschen weiterlesen.

    Wie von mir gewünscht, kehren wir zu Leesha und Rojen zurück :lache


    Leesha hat ihr Lehrzeit so gut wie hinter sich gebracht, entwickelt Fernweh und erhält die Gelegenheit zu einem Austausch mit einer Schülerin aus Angiers. Gefällt mir sehr gut, dass sie die Gelegenheit erhält, sich weiterzubilden und etwas mehr von der Welt zu sehen. Ich glaube ja nicht, dass sie zurückkommt.


    Männer werden hier sehr oft als triebgesteuert dargestellt. Gut, dass Leesha sich zu wehren weiß und dadurch den Kurier, der sie mitnimmt, an der Kandare hält. Der hätte sie doch glatt vergewaltigt. Allerdings wird er wohl schnell merken, dass sie dahinter stecken muss, wenn er die Kräuter nicht mehr bekommt und alles wieder funktioniert ...


    Ich bin sehr gespannt, wie es mit Leesha weitergeht, doch erst einmal erfahren wir nicht mehr.


    Rojen erleben wir ein Jahr früher, in Angiers (ob er der Junge ist, der so krank ist?) Er hat es bei dem Jongleur nicht schlecht getroffen (mir hat gut gefallen, wie der damit umging, als Rojen die Handschuhe nicht mehr tragen wollte), auch wenn der sich zum Trinker entwickelt hat. Süß und traurig die Puppe, die er mit dem Haar seiner Mutter geschmückt hat. Rojen kann offenbar begnadet fiedeln und wird wohl Jongleur werden - vielleicht später der Jongleur Arlens?


    Den treffen wir noch etwas früher wieder. Er übernimmt nach und nach Kurierdienste was weder Elissa noch Mery gefällt. In letztere hat sich Arlen verliebt, als diese aber nicht will, dass er Kurier wird und sich von ihm trennt, verlässt er - wohl auf Dauer - die Stadt, Merys Einlenken kommt zu spät.


    Dass Elissa doch noch Mutter wird, gefällt mir, ich gönne es ihr.

    Zitat

    Original von Chroi


    Aufgefallen ist mir in diesem Abschnitt auch die Kritik an der Weltanschauung. Die "Kirche" macht dem gemeinen Volk weiß, es seie Schuld an dem erneuten Auftauchen der Dämonen, verwehrt ihm aber gleichzeitig das Wissen, welches noch aus der alten Welt übermittelt wurde. Es erinnert ein wenig an das Mittelalter in unserer Welt, in dem das Wort Gottes ausschließlich auf lateinisch vermittelt wurde und den Bauern nichts anderes übrig blieb als den Priestern zu glauben.


    Die Religion im Buch erinnert mich generell sehr an unser Christentum, die "Schuld" der Menschen, der Erlöser, die Sünden ...

    Ich verstehe nicht ganz, warum es ein Problem sein sollte, dass der Einarmige hinter Arlen her ist. So oder so wird die Stadt doch täglich von Dämonen angegriffen und auch andere hätten feststellen können, dass man in die Stadt kann. Außerdem müssten die Leute doch jetzt schon denken, dass Keerin derjenige ist, auf den es der Einarmige abgesehen hat. Normalerweise fühlen sie sich doch innerhalb der Mauer geschützt und eine Bresche gab es sicher nicht das erste Mal (es wurde ja schnell "geholfen").


    Dass Arlens "Versprochene" aus dem ersten Abschnitt noch irgendeine Bedeutung haben könnte, glaube ich nicht. Mit seiner "Flucht" von zu Hause war die doch abgehakt. Ich dachte eher an eine Verbindung zwischen ihm und Leesha.