Beiträge von AngelikaLauriel

    AngelikaLauriel : das ist ein sehr liebes Angebot von Dir! Vielen Dank!:knuddel1 Aber es ist für mich einfacher, wenn ich das Buch demnächst von belladonna geliehen bekommen. Ansonsten hätte ich mir auch das ebook gekauft. Ich hatte gesehen, dass es ein ebook gibt und das ist ja dann auch kein Problem für mich.

    Ich habe "Frostgras" gerade bei booklooker gefunden und direkt bestellt. :-]

    Ihr seid toll! Ich wünsche euch viel Spaß damit - und gebt mir doch gerne eine Rückmeldung dazu.

    Ich werde das Buch auf jeden Fall nochmal neu auflegen, und da bietet es sich natürlich an, es auch noch einmal zu überarbeiten. Geringfügig, denn insgesamt ist es so, wie es sein soll. :-)

    Forstgras habe ich noch gar nicht gelesen. Dann sollte ich das bald mal nachholen.:)

    Frostgras gibt es als Taschenbuch nicht mehr, soweit ich weiß. Der Verlag hat es eingedampft, lässt allerdings die e-book-Ausgabe noch in den Shops. Es gibt da momentan einen luftleeren Raum, denn eigentlich sind die Verlagsrechte mit dem Makulieren (oder Verramschen, ich bin nicht genau informiert) der Printausgabe erloschen.


    Wenn du möchtest, könnte ich dir ein Exemplar zuschicken, damit du es lesen kannst, müsste dich aber bitten, es wieder zurückzuschicken. Ich habe nämlich auch selbst keine unbenutzte Printausgabe mehr davon. Die letzte habe ich bei meiner letzten Lesung verkauft. Es wird eine Neuauflage geben, aber vorher müssen alle rechtlichen Fragen geklärt sein. Frostgras ist auf jeden Fall auch ein Buch, dessen Lektüre sich lohnt. Es ist halt leider weitgehend unbekannt geblieben.


    Da bin ich aber sehr froh, dass zu lesen! :fingerhoch Gerade im ersten Teil hatte ich nämlich große Bedenken, dass das Buch genau in diese Richtung geht: unscheinbares, lebensuntüchtiges Wesen wird vom großen Star-Schauspieler entdeckt und entpuppt sich durch seine Hilfe als perfekte Traumfrau. Ich weiß, dass viele Bücher genau nach der Masche funktionieren, aber ich mag sowas echt nicht (mehr) lesen. Da kommt dann auch die Feministin in mir durch. :grin

    Oh ja! Es ist auch beim Liebesroman manchmal sehr schwierig, sich da durchzusetzen. Es gelten zum Teil sehr strenge Genre-Regeln, aber ich glaube, insgesamt bewegt sich da so manches. Dafür kämpft zum Beispiel auch die "DELIA-Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und -autorinnen". Natürlich hat jede Form des Liebesromans ihre Berechtigung, aber gerade die Romane mit starken Frauen dürfen und sollen ihren Platz haben, erobern und behalten.


    Ich mag Romane, in denen die Handelnden sich auf Augenhöhe begegnen, in denen sich niemand dem anderen gegenüber kleinmacht. Wenn die Entwicklung der Protagonisten genau darauf hinläuft, ist alles gut. Anderes geht gar nicht. Es gibt wirklich zu viel Mist da draußen, in dem die Frauen zum Weibchen runtergestuft werden. :-(

    Ich finde das immer wieder spannend, wenn Autoren bei Lesungen berichten, die Figuren hätten ein Eigenleben entwickelt. Ich kann mir das nur schwer vorstellen, denn es ist ja immer noch der Autor selber, der sich die Geschichte ausdenkt und schreibt, aber anscheinend kommt da ein Prozess in Gang, bei dem die Geschichte bzw. die Figuren tatsächlich ein Eigenleben entwickeln und der Erfinder dann quasi nur noch "hinterherschreiben" kann... :gruebel


    LG, Bella

    Ich gebe das Zepter nicht aus der Hand, aber ich sage oft bei Lesungen, dass es so ist, als würde ich nach einem Faden greifen, der von irgendwo aus dem Himmel herunterhängt, und wenn ich diesen Faden zu mir ziehe (oft auch in langwierigen Prozessen, in denen ich die Charaktere zuerst einmal für mich entwickle - oder vielleicht nur "freilege"?), erkenne ich erst das gesamte Bild.


    Ich mag es sehr, den Charakteren ihr eigenes Ding zu überlassen, aber ich will vorher doch wissen, wie die Geschichte in groben Zügen verläuft, damit sie mich nicht komplett hinauskatapultieren. ;-)


    Ich glaube, es ist eines der Dinge, die für uns das Schreiben so faszinierend machen. Die größten Glücksgefühle habe ich, wenn ich während des Schreibens das Gefühl habe, ein anderer Mensch zu sein oder das Leben eines anderen Menschen zu spüren. Es lässt sich nur schwer erklären.


    Emilia hat mich in den Momenten, in denen ich die Szenen schrieb, nicht genervt, aber beim Überarbeiten habe ich oft diesen inneren Drang gehabt, ihr in den Hintern zu treten. Und bei Antoine? Dem hätte ich am liebsten von vorne in den Hintern getreten. Aber ich mag meine Charaktere trotzdem sehr. Und wenn sie solche Gefühle auslösen, heißt es ja auch, dass sie lebendig sind.

    Ich finde das immer wieder spannend, wenn Autoren bei Lesungen berichten, die Figuren hätten ein Eigenleben entwickelt. Ich kann mir das nur schwer vorstellen, denn es ist ja immer noch der Autor selber, der sich die Geschichte ausdenkt und schreibt, aber anscheinend kommt da ein Prozess in Gang, bei dem die Geschichte bzw. die Figuren tatsächlich ein Eigenleben entwickeln und der Erfinder dann quasi nur noch "hinterherschreiben" kann... :gruebel


    LG, Bella

    Ich gebe das Zepter nicht aus der Hand, aber ich sage oft bei Lesungen, dass es so ist, als würde ich nach einem Faden greifen, der von irgendwo aus dem Himmel herunterhängt, und wenn ich diesen Faden zu mir ziehe (oft auch in langwierigen Prozessen, in denen ich die Charaktere zuerst einmal für mich entwickle - oder vielleicht nur "freilege"?), erkenne ich erst das gesamte Bild.


    Ich mag es sehr, den Charakteren ihr eigenes Ding zu überlassen, aber ich will vorher doch wissen, wie die Geschichte in groben Zügen verläuft, damit sie mich nicht komplett hinauskatapultieren. ;-)


    Ich glaube, es ist eines der Dinge, die für uns das Schreiben so faszinierend machen. Die größten Glücksgefühle habe ich, wenn ich während des Schreibens das Gefühl habe, ein anderer Mensch zu sein oder das Leben eines anderes Menschen zu spüren. Es lässt sich nur schwer erklären.


    Emilia hat mich in den Momenten, in denen ich die Szenen schrieb, nicht genervt, aber beim Überarbeiten habe ich oft diesen inneren Drang gehabt, ihr in den Hintern zu treten. Und bei Antoine? Dem hätte ich am liebsten von vorne in den Hintern getreten. Aber ich mag meine Charaktere trotzdem sehr. Und wenn sie solche Gefühle auslösen, heißt es ja auch, dass sie lebendig sind.

    Vielen Dank, liebe Bella!


    Du hast auf den Punkt gebracht, was wie auf dich gewirkt hat. Mir tun deine Worte sehr gut. Mir wurde ja gesagt, dass das Buch unter einem berühmten Namen vermutlich problemlos laufen würde - oder als Lizenz aus dem Ausland. Insofern passt das alles zusammen. :-)


    Nochmals ein Dankeschön an dich, dass du mitgemacht hast und dich auf Emilia und Antoine eingelassen hast.


    Ganz herzliche Grüße

    Angelika

    Liebe belladonna


    Dass Emilia "sperrig" ist, passt. ;-) Manche identifizieren sich ganz mit ihr, andere verstehen sie zwar, können sich aber nicht ganz in sie hineinversetzen. Aber mit "sperrig" meintest du ja auch nicht nur sie als Person, sondern das gesamte Buch, und das ist natürlich völlig okay. Es ist, wie schon gesagt, sehr interessant zu sehen, wie die Leserinnen bestimmte Dinge empfinden. Das ist ja auch der Grund, weshalb ich Leserunden immer wieder interessant finde. (Wobei das in einem gewissen anderen Forum inzwischen keinen Spaß mehr macht, weil die Leserinnen dort nur noch durch die Bücher hechten und kurze Inhaltszusammenfassungen des Gelesenen posten. Nicht selten äußern sie ihre Kritik dann auch noch sehr unhöflich und verletzend. Das ist bei den Büchereulen anders, weshalb ich immer wieder gerne hierher komme.)


    Dass Luise als Mutter ein kompletter Fail ist - besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Natürlich war das nie Luises Absicht, sie hat auch viele Jahre gar nicht erkannt, was sie anrichtet. Sie ist eben so eine narzisstische Person, die tatsächlich um sich selbst kreist. Und ihr Mann, der Große Canotti, genauso. Da haben sich zwei gefunden, denen das Äußere und ihre Kunst wichtiger ist als Empathie. Schlimm für das arme Kind, das die beiden zunächst nur als Schmuck für sich selbst betrachteten, als weiteres Mittel zur Selbstdarstellung. Emilia hat in all den Jahren zwar innerlich bereits ihre große Stärke entwickelt, und in ihrem stillen Kämmerlein weiß sie auch, wer sie ist, aber den Schritt nach außen hat sie halt nie gewagt. Ich glaube, so etwas kommt (nicht exakt auf diese Art, aber im übertragenen Sinne) öfter vor, als es uns scheinen mag. Wie viele Menschen wagen sich erst relativ spät im Leben, ihr echtes Potenzial zu zeigen?


    Vielen Dank an dich fürs Mitlesen und -diskutierten und für die Einblicke in deine Wahrnehmungen beim Lesen!


    Herzliche Grüße

    Angelika

    Danke auch hier für die Einblicke in eure Gedanken und Empfindungen beim Lesen!


    Wie schön, dass du die Lieblingsblume noch nicht erraten hast. Diese Blume macht es einem sehr schwer, weil sie nur kurze Zeit blüht und noch dazu sehr empfindlich ist. Es gab einen winzigen Hinweis darauf, was es sein könnte.


    P.S.: Es ist auch die absolute Lieblingsblume meiner Schwester. (Was euch als Info nicht hilft, aber das war der Grund, weshalb ich sie gewählt habe. Meine Lieblingsblume ist die Sonnenblume.)

    Noch mal zu belladonna :


    Antoine hat ein geradezu bipolares Wesen, und Emilia ist zwar deutlich harmloser als er (sie tut ja niemandem weh), aber auch sie hat diese zwei Seiten. Die beiden spiegeln sich gegenseitig, aber das wird ihnen später auch irgendwann zumindest unterbewusst klar. So etwas finde ich immer sehr spannend: Protagonisten, die sich anziehen, weil sie im Grunde das gleiche Wesen (oder zumindest gemeinsame Züge) haben und die sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung helfen. Mir ist es in Liebesromanen immer wichtig, dass nicht der eine (meist männliche) Part der "Retter" oder Ritter in schimmernder Rüstung ist, sondern dass die beiden Charaktere sich gegenseitig "retten".

    Was den Teddy angeht: Da hast du recht. In ihrer Phantasie hält sie sich daran fest, dass Johnny ihr lebensmwichtige Tipps gibt, obwohl sie selbst die Urheberin all dieser Gedanken (und Tipps) ist.


    Ohje, Kitsch ist ein rotes Tuch für mich. Aber das liegt natürlich im Auge des Betrachters, und gerade wenn es um Liebe und auch um einen Menschen wie Emilia geht, ist das wohl eine permanente Gratwanderung ... :-D


    Und tatsächlich ist mir ein ss durchgerutscht? Mist, das muss ich korrigieren. Und dabei ist das Buch von vier (!) Personen lektoriert und Korrektur gelesen worden, und davor von mehreren Testleserinnen. Wie oft ich es selbst gelesen habe, kann ich nicht mehr sagen.


    Danke auch für deine Anmerkung zum Kursivdruck.

    Du hast sehr gut ausgedrückt, was ich so empfinde, aber nicht in Worte packen konnte: Emilia wirkt, wie in der Vergangenheit stecken geblieben. Für mich irgendwo vor der Pubertät (und zeitlich passt da auch hin, dass sie immer noch - bewusst oder unbewusst - die alte Rechtschreibung verwendet). Damit passt vieles zusammen: Emilia hatte nie den Drang oder zumindest den Wunsch, sich von ihren Eltern abzunabeln, ihr eigenes Leben zu führen oder gar gegen Grenzen zu rebellieren. Kind halt, keine Jugendliche. Und für die Eltern - LeseBär : du hast ganz recht: natürlich gehören da beide Elternteile dazu, nicht nur die Mutter! - ist es natürlich viel einfacher, ein pflegeleichtes, folgsames Mädchen zu haben als ein anstrengendes Pubertier. Als erfolgreiche Künstler haben sie sicher auch nicht soviel Zeit für ihr Kind bzw. nicht für Reibereien und das ganze Leben ist viel einfacher, wenn Emilia einfach so mitläuft. Von daher kein Bedarf an beiden Seiten, an dieser Situation zu rütteln. Und so vergeht ein Jahr ums andere, ein Jahrzehnt ums andere und irgendwann kommen wir an den Punkt, wo wir jetzt sind. Da unterstelle ich nicht mal böse Absicht der Eltern oder Gluckenhaftigkeit, sondern einfach zu wenig Mitdenken, welche Erziehungsziele man denn eigentlich hat oder haben sollte.

    Du hast das perfekt in Worte gefasst! Damit erklärst du meine Überlegungen, als ich Emilia und ihre Eltern als Charaktere entwickelte. Das ist toll.


    Und natürlich bin ich nicht gekränkt, sondern mir war ja klar, dass Emilia ein Mensch ist, der durch seine verträumte, fast verpeilte Art die Leserinnen regelrecht auf die Palme bringen kann. Mich hat sie zwischenzeitlich auch sehr genervt.


    Noch eine Info: Auf die Idee, sie noch in der alten Rechtschreibung schreiben zu lassen, kam ich durch eine Haftnotiz meiner Schwägerin (ist schon einige Jahre her), auf der ich das ß entdeckte, und mir war dann mit einem Schlag klar, dass Emilia so schreiben "musste".

    Ach ja, zum Ende wollte ich noch etwas sagen: Der Roman verläuft nach der klassischen Drei-Akt-Struktur, bei der es nach dem Höhepunkt nur noch einen relativ zügigen Ausklang der Geschichte gibt. Ich hatte darüber nachgedacht, ob ich mehr erzählen wollte, aber es wäre in meinen Augen nur noch leeres Auffüllen von Seiten geworden. Den Übergang nach Antoines Unfall und die Zeit der Trennung detaillierter zu erzählen hat mir nicht gefallen, weil das meinem Empfinden nach ein Über-Erzählen wäre. Mir hat es da besser gefallen, die verkürzte (erwachsenere) Tagebuchform zu wählen.


    Dass Emilia und Antoine auf jeden Fall zusammenfinden, war für mich indessen sehr wichtig, aber ich wollte nicht in Stein meißeln, dass sie tatsächlich wie in einer Lebensgemeinschaft leben und glücklich werden müssen. Das soll die Leserin/der Leser für sich selbst entscheiden. Dass sie aber auf jeden Fall zunächst einmal (vielleicht bis zum Einbrechen des Alltags?) glücklich miteinander sind, war mir ebenso wichtig, was dann auch in der Abschlussszene im Kaufhaus wieder gezeigt werden sollte. Hausmeister Schubert sagt eigentlich alles: Jetzt hamset kapiert. :)


    Ich habe in letzter Zeit schon öfter mitbekommen, auch bei vielen Kollegen und Kolleginnen, dass die Leser und vor allem Leserinnen noch etwas mehr und etwas länger in der Geschichte hätten bleiben wollen. Möglich, dass sich da gerade ein Trend hin entwickelt. Ich glaube, das ist letzten Endes dann eine Frage der persönlichen Vorliebe. Noch mehr zu erzählen, ist immer auch eine Gratwanderung. Will man wirklich noch wissen, wie der Alltag wieder ins Leben kommt? Oder bei Emilia: Wäre eine Erzählung darüber, wie sie ihre kleine Wohnung findet, einrichtet, mit dem Leben zurechtkommt (eben alles erledigt, was wir auch erledigen), wie sie sich mit Philipp Hardt anfreundet und von ihm Hilfe bekommt (dabei aber selbst keine Verliebtheit zu ihm entwickelt) wirklich interessant gewesen?

    Aber, wie gesagt, letzten Endes ist das wohl eine Frage der persönlichen Vorliebe.

    Ihr Lieben,


    vielen Dank für eure Rückmeldungen! Ich finde es sehr interessant, dass ihr "Duft der Stille" mehr mochtet als Emilia. Vielleicht hängt es ein Stück weit damit zusammen, dass Emilia mit 40 Jahren erst die Entwicklung durchmacht, die man normalerweise als Jugendlicher/junge Erwachsene durchläuft? In gewisser Weise ist Emlias Geschichte ein verspätetes "Coming of age".


    "Duft der Stille" ist ja auch ein Herzensbuch von mir, genauso wie auch "Frostgras". <3


    Ich danke euch sehr für die Teilnahme an der Leserunde und für eure Eindrücke zum Buch. Falls ihr noch Fragen habt, immer nur her damit.


    Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die nächste, hoffentlich nicht zu heiße Woche (hier haben wir heute wieder 37 Grad) wünsche ich euch! :wave

    Mit Luise hab ich echt ein Problem - und ich bin sehr gespannt, ob es für ihr Verhalten und ihren Erziehungsstil noch eine für mich nachvollziehbare Erklärung geben wird. Ich habe ja selber 3 Kinder (die älteste wird jetzt 18) und gebe mir alle Mühe, sie zu unabhängigen, selbstständigen Menschen zu erziehen - da kann ich sowas überhaupt nicht nachvollziehen. Von daher bin ich sehr gespannt, wie die Famliengeschichte noch aufgedröselt werden wird.


    Mein Jungs sind 21, 19 und 16 Jahre alt. :-) Mein Ältester ist bereits seit drei Jahren aus dem Haus, er studiert in Aachen.


    Was Hausmeister Schubert angeht: Ich liebe ihn auch sehr. Kürzlich ist mir auch aufgefallen, dass ich in meinem Romanen sehr oft ältere männliche Nebenfiguren habe, die von den Lesern und Leserinnen besonders gut aufgenommen werden. Das habe ich nicht bewusst so gewählt, es hat sich so ergeben. Aber vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich für diese Nebenfiguren (die oft wirklich nicht mal ins Handlungsgeschehen eingreifen, also keine wichtige Rolle spielen) meistens jemanden vor Augen hatte, den es in echt gab oder gibt. Für diese Nebenrollen habe ich allerdings nie eine "Charakterentwicklung" gemacht wie für die Hauptfiguren, zu denen es immer ein kleines oder auch größeres Dossier gibt. Das gehört bei mir zur Vorarbeit: die Figuren von der Geburt (ggf. auch davor) bis zum Heute zu entwickeln. Das ist spannend und lässt mich sie richtig kennenlernen.

    Ich bin noch nicht ganz fertig mit diesem Abschnitt. Aber der Arzt kommt mich auch äußerst merkwürdig vor. Sein ganzes Verhalten ist mir suspekt. Das Gespräch, in dem er Emilia von dem schwachen Herzen der Mutter erzählt verläuft so merkwürdig. Über "Hugo" möchte er gar nicht reden. Und dann scheint er mit Antoine um Emilia konkurrieren zu wollen. Also sein Verhalten gefällt mir gar nicht.

    Dass er so um den heißen Brei herumredet, hängt damit zusammen, dass Emilias Mutter ihm verboten hat, viel über ihren Gesundheitszustand preiszugeben.


    Ich mag Dr. Hardt eigentlich sehr, aber ... ;-)

    Obwohl sich Antoine ja nun ziemlich daneben benimmt nach der Premierenfeier, war ich eigentlich ganz froh darüber. Das hat die beiden irgendwie mehr auf Augenhöhe gebracht. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass Emilia nur ihren Ideal-Antoine sieht, den sie anhimmelt wie ein Teenager, sondern jetzt kann eher eine echte Verbindung entstehen. Und wer hätte gedacht, dass er Schnecken hält? Ich wusste gar nicht, dass man Schnecken im Terrarium halten kann!

    Ich selbst finde, dass Emilia hier endlich mal mehr herauslässt und gleichzeitig dabei einiges über sich selbst lernt.


    Schnecken - eine Freundin von mir hatte mal ein Terrarium mit Schnecken. Ich fand das so ungewöhnlich, dass ich es für diesen Roman verwenden wollte. Und sie passen zu Antoine, der nach außen so kalt und abgebrüht ist. ;-)

    Oh, da habt ihr recht, das hätte ich noch etwas mehr reduzieren sollen. Natürlich wollte ich das Erlebte ebenfalls aus Emilias Sicht zeigen, aber vielleicht hätte ich das knapper halten können.


    Lulus Verhalten zeigt, dass sie im Begriff ist, sich von Antoine zu lösen. Es gehört zum Trauerprozess, dass sie sich zuerst noch rächen will. Bei Emilia spiegelt sich dieses Verhalten sozusagen. Sie hat sich ja gerade dem echten Antoine gegenüber ein Stück weit geöffnet, und nun erfährt sie aus Lulus Sicht, wie eiskalt er sie hat fallen lassen. Also ist sie maßlos enttäuscht und überspielt (auch für sich selbst) mit ihrem scheinbar gemeinen Verhalten, dass sie beinahe auch auf ihn hereingefallen wäre. Dass da mehr ist und es kein "Hereinfallen" wäre, gibt sie ja nicht einmal vor sich selbst zu.