Beiträge von Eli

    [quote]Original von keinkomma


    Isabella ist ein "Früchtchen". Ich erinnere mich an das lustige Gespräch, dass ich mit einem Pater in Wien hatte, wie er sie beschrieben hatte.


    erzählst du uns, wie er sie beschrieben hat?



    Die Geschichte ist historisch belegt, wobei ich mich frage, was für ein Dussel war der König, dass er nicht aufgestanden ist?
    :lache :lache
    Eli

    hmmm...ein dunkelroten nach Beeren, Vanille und Zimt schmeckenden Rioja!


    hier der Text zu Lanzarote:


    Vulkanausbruch auf Lanzarote


    Am 1. September des Jahres 1730 zwischen neun und zehn Uhr Abends riss auf Lanzarote, an einem Ort na¬mens Timanfaya, unvermittelt die Erde auf. Ein riesiger Berg wuchs heran, aus seiner Spitze loderten Flammen, die erst nach neunzehn Tagen erloschen. Eine Woche später klaffte noch ein Abgrund auf, und ein Strom brodelnder Lava er¬goss sich über Timanfaya, EI Rodeo und einen Teil des Dorfes Mancha Blanca. Die Lava floss weiter Richtung Norden; an¬fangs derart schnell, dass sie wie ein kochender Wasserfall wirkte; bald aber verminderte sich die Geschwindigkeit, und sie kroch nur noch wie zähflüssige Melasse dahin. Am 9. Sep¬tember dann wuchs mit Donnergrollen ein weiterer Hügel empor. Unter seinem Druck bog die Lava gen Westen ab, er¬reichte das Ende eines langen Tals und zerstörte binnen Mi¬nutenfrist die Ortschaften Maretas und Santa Catalina. Am 11. September steigerte sich die Gewalt der Eruption noch einmal beträchtlich, und der Lavastrom floss wieder schnel¬ler, er ergoss sich Ober Mazo und verbrannte alles auf seinem Wege. Sechs Tage lang schoss die Lava mit schreckenerre¬gendem Geräusch über die Klippen ins Meer, das entlang der Küste zu kochen begann; bald trieb eine große Menge toter Fische auf den Wellen. Am 18. Oktober riss die Erde oberhalb von Santa Catalina wiederum an drei Stellen auf und spuckte dicken Qualm, Aschenregen, Schlacken und brennende Steine. Die gewaltigen Explosionen, die diese Er¬eignisse begleiteten, die Verdunkelung des Himmels und das Lavagestein, das bald die Insel bedeckte, zwang die Be¬wohner mehr als einmal zur Flucht; sie kamen aber jedes Mal in ihre Dörfer zurück, wenn diese wundersamerweise ver¬schont geblieben waren. Bis zum 28. Oktober hielt die Vul¬kantätigkeit an; plötzlich sank das Vieh auf der Weide tot zu Boden, gefällt von todbringenden Gasen, die sich am Him¬mel sammelten und als giftiger Regen herniederkamen. Vom 1. bis zum 10. November verseuchten Rauch und Asche die Atmosphäre und machten Mensch wie Tier das Leben fast unmöglich; dann legte sich ein erneuter Lavastrom über die dicke, noch nicht erkaltete Schicht, die das Land bereits verwüstet hatte. Am 27. November ereignete sich dasselbe wiederum. Ein Strom schoss mit solcher Gewalt ins Meer hin¬aus, dass sich neben der Küste eine neue, kleine Insel bildete. Am 16. Dezember änderte die Lava, die bislang stets aufs Meer zu geflossen war, jäh die Richtung; sie kam über Chu¬padero und verwandelte den Ort in einen riesigen Glutkessel, dann verwüstete sie Vega de Uga. Am 7. Januar folgten neue Eruptionen. Feuerströme wälzten sich, von dicken Rauchschwaden umhüllt, aus allen Spalten in den Berghän¬gen. Diese Qualmwolken wurden häufig von gewaltigen Blitzen durchzuckt, die blau und rot leuchteten; ihnen folg¬ten stets heftige Detonationen, wie bei einem Gewitter; die Inselbewohner waren entsetzt, denn sie kannten keine Ge¬witter. Am 21. Januar stieg ein Berg, größer als alle vor ihm, aus einem Krater auf und verschwand mit Grauen erregen¬der Explosion noch selbigen Tages wieder; die gesamte Insel erbebte darunter und wurde von Aschen und Steinen über¬zogen. Am 3. Februar verschlang ein neuer Lavastrom La AI¬dea de Rodeo. Am 20. März erschienen neue Vulkankegel; in einem jeden davon öffneten sich neue Krater und began¬nen sofort, Lava zu speien. Am 13. April wuchsen zwei Berge empor, wie von unsichtbaren Kräften getrieben. Am 3. Juni klafften drei gewaltige Risse auf und die Insel wurde von starken Erdbeben erschüttert; aus jeder Öffnung des Erdbo¬dens schlugen gigantische Flammen. Diesmal herrschte rei¬ne Panik, vor allem in Timanfaya, wo die Katastrophe ihren Anfang genommen hatte. Am 18. Juni wuchs ein neuer Ke¬gel, der höchste bislang, über den Ruinen von Mazo, Santa Catalina und Timanfaya; an seiner Flanke öffnete sich ein Krater und spie Feuer und Asche, während aus einem anderen Berg nahe Mazo dicker Rauch quoll, wie man ihn noch nie gesehen hatte. Die gesamte Westküste der Insel war mit toten Fischen bedeckt. darunter die seltensten und erstaun¬lichsten Arten, die kein Insulaner je gesehen hatte. In den Monaten Oktober und November ereigneten sich allerorten Eruptionen, und am 25. Dezember 1731, einem traurigen Weihnachtsfest, wurde die gesamte Insel von den heftigs¬ten Beben erschüttert, die man seit Beginn dieser langen Ka¬tastrophe erlebt hatte.


    (Chronik des Padre Don Andrès Lorenzo Curbado,
    Pfarrer von Yaiza)
    Anhang: "Lanzarote", Erzählung, Michel Houellebecq

    hallo,
    habe mich ein wenig verzettelt :grin (im wahrsten Sinne des Wortes) und trödle ein bißchen hintennach. Bin auf den Seiten der Claretiner und Maria Sibylla Merian hängengeblieben, habe mir Bilder angesehen...
    Teil 2 in Rom beginnt eindrucksvoll. Mich faszíniert schon seine unerbittliche Konsequenz, sei es bei seinen Studien, sei es seine Selbstgeißelung fast bis zur Selbstvernichtung und vor allem sein unermüdlicher Einsatz.
    Da interessiert mich doch, warum ihn die Jesuiten wieder nach Spanien zurückschicken. Werde mich mal bei den Jesuiten umsehen...
    Zurück in Spanien lernen wir eine neue Seite und Fähigkeit an Claret kennen, sein medizinisches Wissen oder ist es Grundverständnis und Gespür. Gekonnt assistiert er bei einer Entbindung, "ertastet den Steiß des Kindes, ... schiebt den Schädel des Kindes nach unten" Fast unglaublich.
    Dann die Diagnose bei Donna Navarros Enkeltochter samt Therapie,woher weiss er das alles, ohne Praxis, nur aus seinen Studien? Oder ist das Eingebung?
    Sehr interessant fand ich auch die Stelle über die Gründung der Revista Catolica im Jahr 1842 durch Don Antonio Palau y Termens. Eine katholische Zeitschrift, "die auch Antonio Claret immer von der ersten bis zur letzten Zeile verschlingt und aus der er manchen Rat und manchen Gedanken für seine Mission zieht."
    Auf S.187 lernen wir Claret auch von einer anderen Seite kennen, "er schlägt mit ungeahnter Kraft mit der Faust auf den Tisch, das die Kerzen wackeln."


    silke , auf S.189 habe ich ganz fest an dich gedacht, wie du über Bücher schreibst, welche Beschaffenheit ein Buch haben muss, es muss zum Inventar passen etc,.. irgendwie habe ich gedacht, hier könnte man auch als Autor fast abschweifen und seinen eigenen Gedanken nachhängen. Diese Textpassage könnte in der "Suchtklinik" gepostet sein, obwohl es hier im Buch natürlich als Kritik gedacht ist. Trotzdem, ich find es witzig :grin


    Sprung auf die Kanaren: bei der Landung auf Lanzarote habe ich nachgedacht über die "Menschenmassen", die zur Predigt kommen. Irgendwie kann ich mir das so schwer vorstellen, diese viele Menschen auf der Insel.
    Um 1730 herum muss das schwere Erdbeben und Vulkanausbruch gewesen sein und hat fast die ganze Insel zerstört. Hierzu gibt es Aufzeichnungen vom Padre Don Andres Lorenzo Curbado, Pfarrer von Yaiza, der die Katastrophe mit- und überlebt hat.
    Wenns euch interessiert, ich habe da einen kurzen Text dazu.
    Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube für mich!
    Auf S.204 könnten sich ev. erste Anzeichen einer nahenden Depression abzeichnen (jemand hat diese Überlegung angestellt). Claret fühlt sich ganz allein, kann sich nicht mit anderen Brüdern austauschen, die Wahrheit Gottes verbreiten und ein gemeinsames Ziel verfolgen.
    Kuba:
    Kurzer Exkurs meinerseits:auf S.227 schmunzelt Rosa und ich auch. Da bekommen wir doch eine gute Beschreibung einer Frau in der Lebensmitte, um die 50 herum, "das noch immer glänzende, volle Haar (möge es uns auch erhalten bleiben), die schlaff gewordenen Brüste..." Daran hätte ich eine weibliche Autorin erkannt
    Auf der Überfahrt nach Kuba erneut ein möglicher Funke an psychischer Disharmonie, Claret sehnt sich nach Raum und Weite, nach Freiheit und wir können uns, denke ich mal, schon ein Bild davon machen, dass er doch ziemlich mit sich zu kämpfen hatte.
    Auch auf S.252 ist wieder die Rede von mentalem Druck, der auf ihm lastet.


    Wunderschön, wie er den Sklaven, die heimlich die Messe besuchen, mit der Kommunion eine Peseta zusteckt. Man hat das Gefühl, ein jeder ist ihm herzlichst willkommen und er erkennt jede Situation auf den ersten Blick und kümmert sich um jeden einzelnen. Einzig die Passage mit Dolores Alvarez Perez mag ich nicht, nicht nur weil Alvarez so richtig übel ist, sondern auch inhaltlich kann ich mir keinen Reim darauf machen, mit so einem Ansinnen an einen Bischof heranzutreten, bzw. dieses Ansinnen derart zu transportieren.


    S.271 gibt wieder einen Hinweis darauf, mit welchen persönlichen Problemen Claret gekämpft haben muss. "Als er die Arme zum Segen ausbreitet und die Gläubigen alle gleichzeitig auf die Knie sinken, scheint der Pater zu wachsen".
    Die Stimme ist voll, sein Gesicht strahlt und er spricht zu den Menschen von grenzenloser Liebe und Güte der Himmlischen Mutter. Das ist sein Leben, seine Bestimmung und er ist umgeben von Gläubigen. Das scheint die absolute Erfüllung für ihn zu sein. Nicht zufällig sieht er auch in genau dieser Situation das nahende Erdbeben voraus.
    Richtig gelacht habe ich trotz trister Lage bei folgendem Absatz: "Die Weiber raufen sich die Haare und rennen wie kopflose Hühner durch die Gassen..." :lache :lache :lache
    Interessant ist auch, dass Claret 24.000 Duros sozusagen aus eigener Tasche aufbringt - für die Reperatur des Doms. Mir ist entgangen, woher er das Geld hat und war das viel? Zumindest klingt es so.
    Nochmals herzlich :lache, als ich lese, dass die Bakterien aussehen wie ein kleines Komma. Kleiner Scherz, Silke?
    Zu welcher Jahreszeit hat denn dann die Seuche zu wüten begonnen und woher kommt das frische Wasser?
    Auf S. 288 habe ich dann die Anfänge meiner Cola, Soletti Diät bei Darmerkrankungen entdeckt. Antonia Paris verabreicht den kranken Zucker und Salz. Das ist nett, zu wissen.
    Eine Frage zu S.295. Hier debattieren die Männer über die Predigt des Bischofs und die Weiber kichern darüber und haben zumeist den Sinn der Predigt gar nicht verstanden. Warum?
    Zum Cover möchte ich noch sagen, dass es mir nicht gefällt, noch dazu wo ich doch so schöne Bilder von Claret gesehen habe. Hat irgendwie einen futuristischen touch.


    Einige Formulierungen haben mich entzückt wie z.b. "ein Berg frischer Arbeit", das klingt so richtig schön. Oder auch "die weiten Poren wirken wie Löcher, aus denen die Wut des Statthalters herauszuströmen scheint" Ich seh den Wutstrom richtig vor mir.
    "in seinem Magen dreht eine eiskalte Hand die Eingeweide um"... gruselig!
    oder "der brüllende Donner aus den Tiefen der Erde"
    oder "Claret lässt sich in die schwarzen Arme der Ohnmacht fallen".


    auf nach Madrid und zum letzten Teil
    lg Eli

    :lache herrlich!
    habe ich doch erst vorgestern genau dieses Buch mit dem quietschgrünen Cover aus der Wühlkiste geborgen. Das Cover wars, das mich neugierig gemacht hat.
    Da freu ich mich jetzt wirklich :-]
    :wave Eli

    ich versuche schon einige Beiträge lang über den Button "Zitat" den Text, den ich zitieren will :grin in ein orangefarbenes Kästchen zu bringen. Bislang noch ohne Erfolg
    :wave Eli