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Da würde ich gerne mitlesen!
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Mathilda lebt in Berlin, die Mauer ist längst gefallen und die stärkste Erinnerung ihrer Kindheit und Ursprung ihrer Komplexe ist die Allee der Kosmonauten. Eine Straße, die den russischen Weltraumstürmern huldigen sollte. Ein gelebter Traum, der über die Eintönigkeit und Schalheit des DDR-Alltags hinweg trösten musste.
Und ihn in diesen Träumen und der wenig erbaulichen West-Realität ist Mathilda gefangen. Wie eine Schallplattennadel früherer Tage scheint die Heldin von Anne Krügers Roman „Allee der Kosmonauten“ in Trägheit, Kummer und Antriebslosigkeit fest zu hängen. Die Gegenwart wirkt auf Mathilda, wie ein fallen gelassenes Puzzle, deren Einzelteile nicht zusammen passen wollen. Zumindest verstehe ich die Ausgangssituation so.
Weder die Familie bietet Halt, der Supermarktberuf nach abgebrochenem Germanistikstudium sowieso nicht. Von den Männern ganz zu schweigen, die der Leichtgläubigen permanent zusetzen und Ihr ein Rätsel sind. Mit ihrer Naivität und Lebensuntüchtigkeit setzt Mathilda ohnehin Maßstäbe. Und so streunt Mathilda haltlos durch Berlin, eine Zigarette in der einen, ein Bier in der anderen Hand. An irgendwas muss sich ein Mensch festhalten.
Vielleicht ist es die Vaterfigur, die Ihr fehlt, ein Fixstern auf den sich die Möchtegernkosmonautin ausrichten kann. Die Autorin lässt viel Raum für Interpretationsmöglichkeiten, was schon einmal gut ist. Einzig ein Laden für verlorene Dinge scheint in der Trostlosigkeit ihres Alltags für Hoffnung zu sorgen. „Allee der Kosmonauten“ ist ein Entwicklungsroman, der mich nicht völlig überzeugen konnte.
Obwohl ich dem puristischen Schreibstil eine Menge abgewinnen konnte-die Autorin ist fürwahr Königin der Verknappung- hat mich die Botschaft nicht ganz erreicht. Was ich auf eine gewisse Unentschlossenheit zurückführe, die vor allem am Ende sichtbar wird. Vielleicht ist das Absicht, vielleicht. Stärkere Fokussierung auf das Wesentliche hätte dem Buch meiner Meinung nach gut zu Gesicht gestanden. Auf mich macht das Buch einen zusammengestoppelten Eindruck. So als wäre die Geschichte erst während des Schreibens entstanden, wie mit einer Machete hackt die Autorin durch die Sätze und reiht Szenen aneinander, die bisweilen ins Nirwana des Vergessens führen.
Trotz mancher Schwächen habe ich das Buch gerne gelesen. Ich finde Mathilda originell, wenn auch nicht absolut glaubwürdig. Ich finde den Schreibstil unkonventionell, frech und eigen. Ich habe Freude an dem skurrilen Ambiente. Ich mag die Grundidee, die dem Buch zugrunde liegt. Die Umsetzung ist allerdings etwas lau.
So haben die Kosmonauten-Träume wenig Aufklärung geboten und das Buch wirkt auf mich, wie ein beim Fußball über den Spann gerutschter Ball, der den Pfosten streift. Knapp daneben ist leider auch vorbei! Doch wird mir die junge Frau auf so eine irre Art im Gedächtnis bleiben. Wie einem nur Außenseiter und vielschichtige Persönlichkeiten im Gedächtnis bleiben.
Danke dafür an die interessante Autorin und den Verlag!
7 von 10 Punkten!
Ich bin etwas ratlos, was den Schluss angeht. Da ist vieles, nicht Fisch, nicht Fleisch. Mathilda stolpert von der eben noch für gut befundenen „Dritteweltstelle“ in eine Selbstständigkeit, die genau jene Unsicherheit bringen wird, die die „Dritteweltstelle“ gerade torpediert hat. Richtig einleuchtend ist das nicht.
Das Mathilda nun noch das Rauchen aufgibt finde ich ein bisschen viel des Guten. Fehlt nur noch, dass sie von der Biertrinkerin zur Grünteebraut konvertiert oder von der Frittenlady zur Vegetarierin. Auch frage ich mich, was die Autorin mir eigentlich mit dem Roman sagen will. Ich habe kein schlechtes Buch gelesen, aber auch kein Großes. Rezi folgt später!
Die Art und Weise, wie Mathilda ihre Stelle kündigt hat was. Ich schwanke da zwischen Naivität und totaler Unglaubwürdigkeit. Danach wandelt sich das Buch zu einem Mutmach-Buch für vom Leben geschlagene Frauen. Jedenfalls wird auf einmal alles so schön rosarot. Eine echte Beziehung flammt auf. Mathilda löst mal rasch ein Naturkatastrophen-Problem in einem Drittweltland und auch sonst verflüchtigen sich viele menschliche Konflikte spätestens Weihnachten, wie das ja häufig so ist. Oder auch nicht.
Dieser Schwenk ins Positive ist mir etwas zu drastisch. Die Vergangenheitseinschübe haben mich auf den letzten Hundert Seiten nicht sonderlich überzeugt. Aber ich lese das Teil nicht ungern, weil es ziemlich eigen ist.
Noch satte Hundert Seiten, worauf mag der Roman hinauslaufen? Ehrlich gesagt habe ich da keinen Schimmer.
Hundert Seiten lesen sich rasch, bei dieser Schreibweise. Der Stil hat überhaupt etwas erfrischend skurriles. Ich mag diesen Grundton und in diesem Abschnitt wird auch langsam etwas tiefer geschürft in Mathildas Seele und der Vergangenheit, die mit Kosmonauten-Geschichten gewürzt werden, die manches erahnen lassen. Ich habe mit jeder Seite das Gefühl, es geht bergauf mit diesem Roman und der Protagonistin. Wenn ich auch Schwierigkeiten habe mir vorzustellen, was jetzt noch auf zweihundert weiteren Seiten ausgebreitet werden muss, bin halt ein ungeduldiger Typ. ![]()
Seit ihrer Kindheit will Mathilda Kosmonautin werden. Schließlich wohnte die junge Frau einst in der gleichnamigen Allee. Ihre Wurzeln liegen also im Osten Berlins. Aus der Traum, sie ist nicht schwindelfrei und muss sich im Westen der Stadt mit einer profanen Supermarktkasse herumschlagen, nachdem Sie das Studium der Germanistik geschmissen hat.
Mathilda kommt ziemlich lebensuntüchtig daher. Die Naivität im Umgang mit Männern wirkt fast rührend. Man möchte sie vor manchem Exemplar der Gattung „frei rumlaufender Macho“ manchmal in Schutz nehmen. Ihr fehlt in vielem die Peilung, der richtige Job, wirkliche Freunde, eine Familie die Halt gibt, so streunt Mathilda haltlos durch Berlin, eine Zigarette in der einen, ein Bier in der anderen Hand. An irgendwas muss sich ein Mensch festhalten. Vielleicht ist es die Vaterfigur, die Ihr fehlt, ein Fixstern auf den sich die Möchtegernkosmonautin ausrichten kann. Einzig ein Laden für verlorene Dinge scheint in der Trostlosigkeit ihres Alltags für Hoffnung zu sorgen. Ein kleines Detail des Romans, der scheinbar nicht ganz unwichtig sein wird.
Einige Elemente find ich gut herausgearbeitet, die verlorenen Familienbande und die Beziehungslosigkeit inmitten von herumirrenden Individuen. Auch die Unsicherheit und Ziellosigkeit von Mathilda kommen gut rüber. Sprachlich dagegen kommt mir das Ganze ziemlich simpel daher, was sich allerdings auch erfrischend leicht lesen lässt. Was die Figurenzecihnung angeht bin ich noch unentschiden. Alle Menschen kommen mir eine Spur überzeichnet vor. Mathilda ist zu naiv. John will nur Sex. Ihre Freundin ist nur abweisend. Das kann man machen ist bis jetzt jedoch nicht sonderlich aufregend.
Zu Beginn fand ich einiges noch amüsant, aber auf den zweiten fünfzig Seiten schleppt sich der Roman ein bisserl dahin und verliert sich für meinen Geschmack zu sehr in Nichtigkeiten. Dennoch ein ambitionierter Romananfang, vielleicht hebt die Rakete doch noch für unsere Mathilda ab. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Auf in den Laden der verloren Dinge, altes Mädchen.
Das Buch ist angekommen! Werde gleich mit dem Lesen beginnen...
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Auf dieses Unheil würde ich mich gerne einlassen!
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Da würde ich gerne mitlesen!
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Ich freue mich schon sehr auf das Buch!
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Im Mai 1940 geht in Paris die Angst vor den herannahenden deutschen Truppen um. Eine Epoche endet, eine Zeit der Aristokratie, der feinen Gesellschaft und französischer Eleganz, die auch in einer technischen Errungenschaft ihren Ausdruck findet. Der Roman „Welt in Flammen“ entführt uns in den Orient Express, der seine letzte Reise ins alte Konstantinopel, dem heutigen Istanbul macht. Im Zug wimmelt es nur so von Geheimdienstmitarbeiten. Russen, Deutsche, Franzosen und Briten begeben sich auf die Fahrt in den destabilisierten Balkan, dessen Machtverschiebungen Fürsten und Könige auf den Thron locken. Mehr oder weniger reiche Amerikaner dagegen wundern sich über die snobistischen Gewohnheiten des europäischen Adels, der an alles versucht, um Macht und Einfluss zu erhalten. Aber Vorsicht, niemand im Orient Express ist ohne Geheimnis. Alle besteigen den Zug voller Hoffnung nach der Neuordnung Europas auf der Siegerseite zu stehen. Bis auf die arme Jüdin Eva, die ums nackte Überleben kämpft.
Eines ist Benjamin Monferat mit Sicherheit gelungen. Einen spannenden Unterhaltungsroman zu schreiben, der nicht mit Hintergrundwissen geizt. Der Roman glänzt mit historischer Recherche, sprachlicher Finesse, sattelfester Konstruktion, enormen Ideenreichtum und Handlungsintensität. Der Leser springt im Eiltempo von einer Perspektive in die nächste Person. Nach jedem Abschnitt baut sich eine neue Frage auf, was den Leser schnell an das Buch fesselt. Leider fällt in all der Rasanz bisweilen die Unterfütterung der Handlungsweisen spärlich aus, was der Figurenzeichnung natürlich abträglich ist. Auch wird oft in die wörtliche Rede Informationen gepackt, die normale Leute bei der Gelegenheit kaum so aussprechen würden. Das Buch ist Effektheischend, als wäre es direkt für Film und Fernsehen geschrieben worden. Es funktioniert, wie eine gut geölte Maschine, die unter jeden Christbaum Platz finden soll, sorgt bei mir allerdings für wenig Nachhall, weil das wichtigste Element für einen großen Roman fehlt. In der wundervollen Verpackung steckt nämlich kein Mensch über den der Leser nach dem zuklappen des Buches auch nur eine Viertelsekunde nachdenkt. Ging jedenfalls mir so. Kann man das einem Unterhaltungsroman vorwerfen? Warum eigentlich nicht?
Ein starkes Finale. ich bin zwar nicht absolut glücklich mit dem Buch geworden, muss aber dem Autoren Respekt zollen. Da steckt sicher eine Menge Herzblut und Arbeit drin. Trotz der Länge ist mir eigentlich nie langweilig geworden. Das sagt doch schon mal eine Menge aus...
Da würde ich gerne mitlesen!
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Der Brennende Zug erinnert mich an irgendeinen James Bond Film, dessen Titel ich vergessen habe. Eva entwickelt sich in eine interessante Richtung, den Briten habe die ganze Zeit auf dem Plan gehabt. Meine Überraschung über seine Rolle hält sich Grenzen.
Katharina und Boris- das konnte nicht gutgehen. Betty ist auf Rettungsmission, während Paul sein Leben riskiert. Warum die Steine der Romanows eigentlich so furchtbar wichtig sind habe ich nicht so ganz kapiert.
Das Ding bleibt spannend und ja es ist gut ausgedacht. Mir gefällt auch, dass Paul eine Krise durchläuft und nicht gleich in das Klischee vom zupackenden Amerikaner verfällt, der gleich die Welt rettet. Boris gewinnt hier auch noch an Statur. Nicht schlecht. Carol schlüpft nun in die Heldenrolle seine Beinahe-Gemahlin vor den Unholden zu schützen.
ZitatOriginal von streifi
So, Belgrad ist erreicht, der Zug wird erweitert und damit auch die Anzahl derer, die im Zug miteinander verkehren.
Ich hoffe mal im Brief, den Puttkammer an Eva übergeben hat steht nichts, was Ingolf / Ludvig jetzt wissen müsste. Nachdem er die ganze Nacht mit Pedro ber der neuen deutschen Regierung gesessen hat (Dass Adenauer erwähnt wurde, fand ich lustig. Das war der einzige bei dem ich zum Namen auch ein Gesicht habe, bei den anderen hat mir meist nur der Name was gesagt)
Gab es solch einen Plan wirklich? Oder stammt das rein aus der Phantasie des Autors? In de Wikipedia Bericht über Josef Mueller ist solch ein Plan angedeutet, der aber wohl Anfang April 40 von der Heeresleitung abgelehnt wurde.
Die Szene, in der Boris Katharina das Leben rettet ist etwas skurril. Ganz offensichtlich gehen die Gefühle plötzlich über die Vaterlandstreue.
Wobei ich nicht glaube, dass das Liebe zwischen den beiden ist. Was es ist kann ich aber auch nicht sagen.....
Verstehe einer den Boris.... Läuft das alles am Ende etwa auf Liebe heraus? Kann ich mir in der Konstellation auch überhaupt nicht vorstellen, hätte aber was!
ZitatOriginal von Lumos
[QUOTE]Original von JaneDoe
Veras Spucken habe ich als Ausdruck der Verachtung verstanden. Dass sie mit diesem Mann so lange zusammenleben musste, obwohl sie alles an ihm ablehnt, seine Art zu leben, sein Geld, seine Gefühle ihr gegenüber.
Das wäre eine naheliegende Vermutung.
Aber kann man das irgendwo herauslesen?
Ich habe das auch nicht herauslesen können! Das ist wieder so eine Stelle, an der ich die Handlungsweise nicht nachvollziehen kann.
Vera hatte ich wirklich überhaupt nicht auf dem Schirm. Bin mal gespannt, was es mit ihrem verhalten auf sich hat. Das Carol kein reiner Mistkerl ist und Betty wohl auch noch ein bisschen auf ihre Heiligsprechung warten muss gefällt mir. Im Orient Express sind lauter Menschen unterwegs. Auch die Spannung wird permanent aufrechterhalten und die sprachlichen Finessen sind für ein Unterhaltungsbuch überdurchschnittlich gut.
Der überzeugte Bolschewik Boris gibt nun den Rasputin und gießt das vertrocknete Blumenbeet der russischen Aristokratie. Das ist fürwahr ein Höhepunkt in diesem Buch, nur fällt die Unterfütterung der Handlungsweisen doch etwas spärlich aus. Die Zarin fühlt sich von der Wildheit der russischen Seele angezogen, soviel habe ich verstanden. Aber da müsste doch mehr in ihr vorgehen. Abscheu vor der roten Horde, die sie einst aus ihrem feudalen Lebensstil gerissen hat. Die Nichtbeachtung, die Sie durch den Ehemann erfährt. Mir geschieht an der Stelle vieles zu abrupt. Hoffentlich fällt dem hohen Erzähltempo nicht noch mehr Glaubwürdigkeit zum Opfer!