Beiträge von Luc

    Ich glaube auch nicht, dass die Brüder tot sind. Die Geschichte mit dem Mausoleum klingt vielversprechend, was die Tataufklärung angeht. Ansonsten hat die verbliebene Restfamilie etwas herrlich Degeneriertes. Diese Verkommenheit, gepaart mit Alkoholsucht und totaler Ablehnung alles Fremden sucht Ihresgleichen.


    Ich bin mir noch unsicher, ob in Monica noch das eine oder andere Geheimnis schlummert. Stark finde ich die kleinen humoristischen Einlagen, die glänzenden Vergleiche und den ganzen Spannungsaufbau.

    Mir geht ja die Seitensprunggeschichte nicht aus dem Kopf. Elen wirkt bislang gar nicht, wie eine Frau, die sich so einfach hinreißen lässt. Ich bin mal gespannt darauf, wann Peter der Kragen platzt. :lache


    Viktor ist also ein Stasizögling. Dunek finde ich sehr glaubhaft gezeichnet, samt Villa.


    Ich kann zwar viele mögliche Kandidaten für die Entführung Teresas ausmachen, aber den Täter erraten klappt noch nicht mal ansatzweise. Das Buch bleibt spannend.

    Inzwischen bin ich richtig warm geworden mit dem Buch. Die Honeymoon Suite ist einfach großartig und die Tochter des Bankiers scheint mit allen Wassern gewaschen zu sein. Mit Viktor hat Elena einen harten Widerpart. Das ganze liest sich einem Rutsch weg. Mir haben die Beschreibungen von Florenz übrigens gut gefallen, nicht das ich die Stadt kenne, aber da ich im Süden lebe, halte ich nun wirklich nichts von Postkartenklischees. Hoffentlich geht es so weiter!

    Zunächst hat mich der Beginn leicht irritiert. Mir ging es ganz ähnlich wie Beowulf. Ich hatte das Gefühl in eine Serie einzutauchen. Aber das ist so locker flockig und kurzweilig erzählt, dass die Irritation rasch der Spannung wich.


    Kein Wunder bei der Konstellation. Zwei verschwundene Menschen, ein irreparabel erscheinendes Privatleben des Ermittlerduos, bei dem der männliche Held auch noch mit seinem Nebenbuhler auf Verbrecherjagd in die Toskana fahren muss, dazu noch in einem Nebenstrang eine Tochter, die ihren reichen Vater meucheln will und eine Gefangene, die sich in einem dunklen Verließ befindet- was will man mehr? :grin


    Den Schreibstil finde ich einem Thriller angemessen. Die Idee das Privatleben der Ermittler mit einzubeziehen finde ich bislang gelungen.

    Inhalt:
    Daniel ist fassungslos. Seine Mutter wird in die Psychiatrie eingeliefert, weil sie angeblich an Wahnvorstellungen leidet, wie der Vater behauptet. Dabei waren seine Eltern in das ferne Schweden gezogen, um in der alten Heimat der Mutter einen geruhsamen Lebensabend zu verbringen. Überraschenderweise taucht nach kurzer Zeit seine Mutter bei ihm daheim in London auf und behauptet völlig gesund zu sein, sie wäre einem Verbrechen auf die Spur gekommen, er soll sie vor ihrem eigenen Ehemann und einer Gruppe von Männern schützen, die zu allem fähig seien. Daniel ist ihre letzte Hoffnung, denn niemand will ihr die Geschichte über eine verschwundene junge Frau glauben, deren Geheimnis nicht einmal die Mutter selbst genau zu kennen scheint. Ihre Feinde befinden sich bereits auf dem Weg...


    Meinung:
    Tom Rob Smith entwirft in seinem Psychothriller „Ohne jeden Zweifel“ eine Familiengeschichte voller Lügen, Intrigen und Verrat. Nichts ist wie es scheint, so sind seine Eltern hauptsächlich nach Schweden gezogen, weil sie dort die Lebenshaltungskosten herunterfahren konnten und glaubten sich von einem Bauernhof schon irgendwie ernähren zu können, nachdem das angesparte Geld für das Alter durch Immobiliengeschäfte verloren gegangen war. Von Daniels verschwiegener Homosexualität einmal ganz zu schweigen. Zu Beginn entwickelt sich das Buch zu einem echten Pageturner. Der Autor erzählt rasant seinen Spannungsaufbau, entwirft interessante Charaktere, deren Schicksale sich in einem fulminanten Finale glaubhaft auflösen.


    Leider wird Daniel über weite Strecken zum Stichwortgeber und Statisten degradiert, der die nicht immer nachvollziehbare Geschichte von Mutter Tilde glauben oder nicht glauben kann. So ähnlich geht es dem Leser auch, er gerät zwischen die Fronten einer ausgeklügelten Story, die gegen Mitte des Buches leicht dahin dümpelt, ohne wirklich unterzugehen. Rätsel über Rätsel türmen sich auf. Größtes Manko ist die inhaltlich etwas aufgeblasene Allerweltsstory, aus der nichts sichtbar Neues herausgeholt wird. Das Thema ist ziemlich ausgelutscht und keineswegs originell. Zudem ist die die Aufzeichnungserzählperspektive der Mutter bisweilen ermüdend, weil stark ausgewalzt. Als versuche der Autor den Konflikt künstlich in die Länge zu ziehen.


    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Mir hat das Buch grundsätzlich gefallen. Es hat alles, was einen soliden Psychothriller ausmacht- Traumata, überraschende Wendungen und durchgeknallte Landeier. Insgesamt also ein gutes Buch mit leichten Schwächen.

    Jetzt bin ich auch durch. Der Schluss hat mich überrascht, auch inhaltlich überzeugt. Schließlich wurden alle Fragen für mich sauber aufgelöst. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Ich habe ein unterhaltsames, aber kein sehr gutes Buch gelesen. Rezi folgt!

    Mit der Rolle des Ehemannes komme ich weiterhin überhaupt nicht klar. Leider taucht Daniel durchgängig lediglich als Statist und Stichwortgeber für seine wahrscheinlich kranke Mutter auf, anders sind die vielen Ungereimtheiten beim besten Willen nicht zu erklären. Gut gefallen mir die superkurzen Abschnitte. Allerdings wirkt der Roman künstlich in die Länge gezogen. Mag sein, dass man das am Ende alles auf die Krankheit der Mutter zurückführen muss. Das Buch krankt daran. Für mich ist es nur noch leidlich spannend.

    Also dafür, dass ihr Ehemann sein Auftauchen angekündigt hat lässt sich Tilde beim erzählen der Geschichte verdammt viel Zeit. Ich verspüre eigentlich keine Langeweile, dazu ist mir der Roman zu flott geschrieben, aber mir mangelt es manchmal an Glaubwürdigkeit.


    So kann ich mir den raschen Seitenwechsel ihre Ehemannes zu diesem ja keineswegs freundlichen Hakan nicht recht vorstellen. Die Begründung für das frisch gekaufte Boot mit Motor finde ich fadenscheinig, bis an den Haaren herbeigezogen. Wieso verkaufen sie den Hof nicht einfach für den dreifachen Preis, wenn den Beiden ihre Lebenssituation Vorort nicht gefällt? Was hat es mit der Insel auf sich, die Tilde ausgerechnet in der Nacht besucht?


    Entweder die Mutti ist ganz schön krank oder der Roman ist unsauber konstruiert. :lache
    Mal sehen!

    Der Anfang hat mir imponiert. Ohne lang Anlauf zu nehmen baut der Autor Figuren und Spannung auf. Da wäre der schwule Protagonist zu nennen, der mir vom Fleck weg sympathisch ist. Er leidet ein bisschen unter der Rolle des finanziell nicht immer ganz unabhängigen Lebenspartners und macht sich Vorwürfe seine Eltern niemals darüber aufgeklärt zu haben, welche sexuellen Vorlieben er hat. Da liegt schhon mal ein guter Konflikt.


    Dabei braucht er sich, was das Lügen angeht vor seinen Eltern gar nicht zu verstecken. Die sind angeblich wieder aus England nach Schweden zurückgekehrt, um ihren Lebensabend auf dem Lande zu verleben. In Wirklichkeit steht es schlecht um ihre Finanzen und sie waren gezwungen das Lad zu wechseln.


    Und ab da wird es richtig dubios. Der Vater ruft unseren Protagonisten an, um ihn über seine angeblich inzwischen geistesgestörte Mutter in Kenntnis zu setzen, die daraufhin zu ihm nach England flieht, um ihm ihre Wahrheit zu verklickern. Manchmal lesen sich die Rückblenden der Mutter etwas holprig, sie sind auch nicht immer ganz glaubhaft, wie bei der Brunnen Geschichte. Da ist noch viel Feuer unter dem Eis. Wer belügt hier wen und warum?


    Bis jetzt ein richtiger Pageturner, der dem Psychothriller Genre alle Ehren macht. ich bin schon sehr gespannt auf die kommenden Kapitel. Im Moment habe ich wenig zu meckern. Ich nehme an das noch manche Überraschung eintreten wird!

    In dem Buch von Alex Capus geht es um drei historische Persönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich wohl niemals begegnet sind. Emile Gilliéron ist ein begnadeter Zeichner, der mit Schliemann nach Griechenland reist und später für den kurzsichtigsten aller Briten Arthur Evans sensationsarme Ausgrabungen in archäologische Wundertüten verwandelt. Emiles Fähigkeiten prädestinieren ihn förmlich für diese Aufgabe. Er dehnt die Wahrheit, um seine prestigeversessen Auftraggeber zufriedenzustellen und seine Kassen zu füllen. Capus erzählt augenzwinkernd und bravourös vor mediterraner Kulisse ein Schelmenstück, das in der nüchternen Aufklärung der Neuzeit endet.


    Die Spionin Laura d’Oriano will eigentlich Sängerin werden, nicht so eine halbseidene Chanson Interpretin, wie die strumpfbandzeigende Mutter, nein, eine richtig ernst zunehmende Sangeskünstlerin, aber ach, am Konservatorium stellen die Lehrer fest, ihr fehlt es an einer herausragenden Stimme. Für eine Sängerin kein ganz unwichtiges Detail gibt Laura ihren Jugendtraum auf. Andere Talente bringen unsere Protagonistin durchaus erfolgreich durch das Leben, bis sie an Mann und Kinder gerät und fast der spießbürgerlichen Provinz an heim fiel. Der Weg bis zur Spionin ist dann nur noch kurz, der 2. Weltkrieg schreibt schließlich die sonderbarsten Lebensläufe und so wird aus Laura eine Spionin im Kampf gegen den Mussolini Faschismus. Laura d’Orianos Leben wird von Capus in einer typischen „Frau krempelt die Ärmel auf“ Manier erzählt, das liest sich gefällig, ziemlich spannungsarm und routiniert. An zwei Stellen leuchtet mir die Motivation der Protagonistin nicht ein. Nun denn. Die Unannehmlichkeiten ihrer letzten Tage spart Alex Capus aus, vermutlich, um den Rahmen eines Unterhaltungsromans nicht gänzlich zu sprengen. Alex Capus gibt Laura d’Oriano ein Gesicht, tiefer lässt er nicht blicken.


    Bei weitem interessanter erzählt ist das Leben des Bombenbauers Felix Bloch, als junger Mann ein überzeugter Pazifist wird er Atomphysiker, weil ihm der Beruf ausreichend sinnlos erscheint, um nicht der Kriegsmaschinerie dienen zu müssen. Schließlich landet er in Los Alamos, wo er an der ersten Atombombe arbeitet. Eine faszinierende Persönlickkeit, ebenso faszinierend erzählt. Alex Capus hat die Lebensläufe seiner Protagonisten recherchiert und die Leerstellen mit seiner Fantasie gefüllt. Wenn mich „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ auch nicht vollends überzeugt hat muss ich doch sagen mich über weite Strecken des Buches einfach gut unterhalten zu haben. Alex Capus hat eine Art Geschichten zu erzählen, vor der man sich gern verneigen möchte. Quasi sofort entsteht ein Lesesog, alles ist klug ausformuliert, kein Wort zu viel oder zu wenig und immer pulsierend voller Leben. Vermutlich ist der Mann in der Lage Telefonbücher und Gebrauchsanweisungen unterhaltsam zu schreiben. Das Buch ist lustig, wenn es nach Kreta geht und geschichtliche Ereignisse und Ausgrabungsstätten nach Gutdünken gestaltet und uminterpretiert werden. Es macht nachdenklich und traurig, als Felix Bloch unter die Uni Nazis gerät und wird tiefsinnig in seiner Wandlung, die vielleicht gar keine ist. Einzig mit Laura wurde ich nicht besonders warm. Alex Capus ist ein Autor von dem ich gerne mehr lesen werde!


    8 von 10 Punkten.

    Zitat

    Original von SteffiB
    Glaubwürdig finde ich die Geschichte auch nicht, kein Stück. Aber das stört mich nicht im Geringsten. Mir macht das Buch einfach Spaß, vielleicht sogar aus genau diesem Grund – einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks, würde ich sagen. Ich mag Geschichten, die ein wenig neben der Realität angesiedelt sind.


    :grin


    Ich teile deine Meinung über gute Literatur und deinen Buchgeschmack anscheinend auch. Leider habe ich nur phasenweise wirklich Bindung zu dem Roman gefunden. Ist halt so!


    :wave