Da würde ich gerne mitlesen!
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Ich freue mich schon auf die Leserunde!
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Da würde ich auch gerne mitlesen!
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Die Provence hat viele Gesichter. Erbarmungslos umweht der Mistral, den Mount Ventoux. Touristen verlieben sich in den Lavendel oder urige Kleinstädte, wie Mazan. Der Tod kommt hier manchmal zu Besuch, um einen alten Boulespieler nach seinem letzten Pastis abzuholen. Ein Mordopfer hat Seltenheitswert in der Postkartenidylle.
Eigentlich ist dieses verschlafene Mazan im Herzen der Vaucluse kein Ort indem sich die Polizistin Zadira Matéo wohlfühlt. Die Tochter eines algerischen Einwanderers wurde aus ihrem ebenso verhassten, wie geliebten Marseille in die Provinz abgeschoben, weil ihre rassistischen Vorgesetzten Verbrechen lieber vertuschten, als diese aufzuklären. Zadira, die ewig Fremde fühlt sich von der Neugierde der Einheimischen bedrängt und von ihrem weinfassbäuchigen Kollegen Brell missverstanden, bis der Mord an der jungen Putzkraft Julie ihr eine Aufgabe verschafft, in der die ehemalige Drogenfahnderin aufgeht. Die Tote hat im Chateau de Mazan gearbeitet, wo vier einflussreiche Pariser Persönlichkeiten ihren sadomasochistischen Neigungen nachgehen, die an den Marquis de Sade erinnern.
Schon bald kommt Zadira Matéo dahinter, dass in der Provence ein Serienmörder umgeht und sie entdeckt in diesem Zusammenhang eine Besonderheit: Zeitgleich werden an den Tatorten tote Katzen aufgefunden. Hier kommt eine weitere Erzählebene ins Spiel. Das Buch ist beileibe kein Allerweltskrimi, weder sprachlich noch inhaltlich. Denn zeitgleich mit Zadira beginnt ein Kater auf leisen Pfoten seine Ermittlungen. Was sich zunächst vielleicht kitschig anhört erweist sich für mich als Leser charmanter genresprengender Glücksgriff.
Der begabte Kater- von Zadira prompt Commissaire Mazan getauft- bringt mit seinen nicht immer ganz katzentypischen Maßnahmen die Handlung voran und Humor ins Spiel. Selbst die toughe Zadira kapituliert vor dem selbstbewussten Kater mit dem feinen Riecher für Thunfischpastete. Dafür rückt Zadira den rücksichtslosen Oberschichten Franzosen auf die Pelle, die sich einfach gestrickter Leute bedienen, um ihre sexuellen Obsessionen auszuleben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Stoff wird rasant erzählt, kommt ungeheuer authentisch rüber, das Autorenduo teilt gekonnt Seitenhiebe auf die degenerierte französische Gesellschaft aus, zeigt aber auch die warme pulsierende lebensbejahende Art des Südens. Erstklassige Landschaftsbeschreibungen und vielschichtige Charaktere sind eine weitere Stärke des Buches. Mit Zadira Matéo ist dem Autorenduo eine Underdog Figur gelungen, die sich gegen ein System aus Arroganz, Vertuschung und Rassismus durchsetzen muss. Dabei bleibt der Roman sprachlich immer ein Genuss. Eine Mischung die das Geschriebene unwiderstehlich macht.
Beim Lesen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es strotzt nur so von klugen Lebensweisheiten und Wendungen. Zadira weiß im Süden Frankreichs gibt es keine geraden Wege, nur die Umwege führen zum Ziel.
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Der Schluss ist gelungen, da bleiben bei mir keine Fragen offen. Keine Frage. Allerdings mischt sich in meine Begeisterung für das Buch ein winziger Wermutstropfen. Der Tätername kam für mich nicht gerade überraschend. Den Typen hatte ich die ganze Zeit auf der Rechnung, mir fehlt da ein überraschender Moment zum Schluss. Es ist das logisch konsequente Ende. Erwartungsgemäß, mehr aber nicht. Insgesamt ein sehr gutes Buch.
Zadira macht dem Sex-Quartett nun Feuer unter dem Hintern und auch Commissaire Mazan schleicht sich auf leisen Pfoten an. Dédé muss die Suppe auslöffeln, die César angerichtet hat. Schließlich hat der Mann Kontakt in Regierungskreise.
Das Gespräch Blandine-Zadira ist großartig erzählt. Knackige unsentimentale Dialoge mit Nachhall. Commissaire Mazan gerät in Gefangenschaft und Zadira kommt hinter das Geheimnis, der schönen Elaine. Ihr Tod dürfte der Schlüssel zum Ende der Geschichte sein. Schließlich scheint ihr Verlobter der Mann zu sein, der Katzen und Frauen meuchelt. Sehr gelungen auch die Darstellung von Natalie, einer Frau die offensichtlich alles hat, nur nicht die Freiheit von der César so gerne schwadroniert.
Zu Beginn dieses Abschnittes locht César zur Abwechslung mal auf dem Golfplatz ein. Noch funktionieren seine Verbindungen in einflussreiche Kreise. Die Entscheidung in der Region zu bleiben, statt ins sichere Paris zu entfliehen finde ich von Ihm nicht ganz nachvollziehbar.
Brell mit Doppel-L trägt auch zur Aufklärung des Falles bei, indem er einen alten Bekannten ausfragt, der über das ominöse Haus Bescheid weiß.
Die Rocky-Atos-Mazan Passage hat mich zum Schmunzeln gebracht. Inzwischen knüpfen sich zarte Bande zwischen Zadira und dem Tierarzt, wenn das kein Auftakt für eine Liebensbeziehung ist. Der Roman liest sich locker weg und bleibt spannend.
ZitatAlles anzeigenOriginal von Jean Bagnol
Liebe BücherEulen,
heute schreiben wir aus Flensburg, und dem schottischen Fleischbrater (WLAN für eine Stunde) und rufen kurz dazwischen:
Es ist für uns wunderbar zu sehen, wie auch unsere kleinen, subtilen Andeutungen und Hinweise - Atos, Parceval, Manon/die Oper - wahrgenommen werden. Gerade bei einem Krimi, wenn die Spannung ziehen soll, gehen die manchmal unter. Auch waren wir sehr gespannt, wir Ihr es empfindet, dass wir das Opfer erst ausführlich vorstellen, bevor es getötet wird; wir haben uns Mitgefühl für Julie gewünscht, das Mädchen vom Land mit Träumen, aber ohne Erfahrung.
Bis morgen - die Bagnols.
Mitgefühl hatte ich auf jeden Fall. Ich finde Julie kommt mit ihren Hoffnungen und Träumen sehr gut rüber. Ausserdem ist César schon ein Typ zum Anbeissen.
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Nun ist das Unvermeidliche geschehen. Julie wird nach den perversen Sexspielen mit dem Pariser Quartett ermordet. Unser Katzenkommissar nimmt die Fährte auf und Zadira versucht sich das Rauchen abzugewöhnen.
Bis jetzt habe ich mich noch auf keine Seite gelangweilt, woran dieses "Genre durchbrechen" nicht ganz unschuldig ist. Mir gefällt Zadira ausgesprochen gut. Das ist ein Mensch mit Nachhall. Ich habe eigentlich keine Ahnung wer der Täter ist, vielleicht der Tierarzt? Das ist am unwahrscheinlichsten. Bislang ein echtes Lesevergnügen.
Ein Romananfang ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte leichte Bedenken gehabt bezüglich der Katzengeschichte, dachte vielleicht wird das furchtbar kitschig, kindlich, Hausfrauenbuch für Tierliebhaber. Aber nichts da. Sprachlich springt der Zug gleich ins Gleis ambitionierter Realokrimi mit reichlich Hintergrundwissen über die Sonderbarkeiten des französischen Polizistenlebens, das ebenso ein Gangsterleben sein könnte. Unsere Heldin Zadira Matéo, Nachfahrin eines pied-noir, halb algerischer, halb französischer Herkunft-wer das Land kennt weiss, welche Hochachtung einem da in der Heimat von Liberté, Egalité und Franternité entgegenschlägt- hat bis dahin als Drogenfahnderin in Marseille gearbeitet. Nun wird sie strafversetzt in die französische Provinz unter den Mount Ventoux nach Mazan.
Zadira ist hart im Nehmen, sie teilt aus, kifft, vögelt mit dem nächstbesten Musiker und meint nicht recht zu hören, als sie eine Katze wiederfinden soll. In der Gegend treibt sich Katzenmörder herum, was zeitgleich mit einer Mordserie zusammenfällt, bei der junge Frauen die Opfer sind. Überraschenderweise hilft ihr ein Kater, den Fall zu lösen. Während sich in einem weiteren Erzählstrang vier Mitglieder der Pariser Oberschicht die Langeweile damit vertreiben, dem Marquis de Sade nachzueifern. Das Buch ist also eine Mischung aus Krimi, Tiergeschichte und Erotik. Bislang ist das hervorragend gelungen, die Menschen kommen ungeheuer authentisch rüber, großartiger Schreibstil. Gefällt mir ausgesprochen gut.
Das Buch ist in Südfrankreich angekommen. Zwei der Nachbarkatzen beäugen das Buchcover vom Dach aus. Ich bin startklar zum Lesen!
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Inhalt:
Gleich zwei Menschen verschwinden in der Toskana. Die junge Privatdetektivin Elena Gerink macht sich auf die Suche nach dem weltbekannten Maler Salvatore Del Vecchio und stößt dabei auf ihren Nochehemann. Der Spezialist des Bundeskriminalamtes in Entführungsangelegenheiten soll Teresa Del Veccio finden, dass im ausgerechnet der Mann an die Seite gestellt wird, der ihm seine Frau ausgespannt hat macht die Dinge nicht unbedingt leichter. Doch selbst sein italienisch stämmiger Kollege stößt hinter den Alpen auf eine Mauer des Schweigens. Woher stammt das sonderbare Gemälde das die verstorbene Frau des Künstlers zeigt? Und wer legt die Blutspur, der die Ermittler folgen?
Meinung:
In zwei Handlungssträngen nähert sich das zerstrittene Ermittlerehepaar Gerink einem ungeheuren Verbrechen. Natürlich sind die beiden starke Helden, die genau wissen wo es lang geht, zumindest was ihre beruflichen Ambitionen angeht kann ihnen kaum jemand das Wasser reichen. Zum Glück belässt es der Autor nicht bei diesem schablonenhaften Personenzeichnung, nein, er gibt Ihnen ein lebendiges Gesicht durch die kleinen Schwächen des Daseins. So muss sich Peter Gerink mit der Untreue seiner Frau auseinandersetzen, was ungefähr so schwierig ist, wie in der Honeymoonsuite eines schäbigen Hotels mit seinem Nebenbuhler übernachten zu müssen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. „Herzgrab“ ist ein glänzend komponierter Thriller, spannungsgeladen, handlungsintensiv, bisweilen sogar lustig und voller Rätsel. Die italienische Familie Del Veccio ist ein verschwiegener Haufen entseelter Gutshofbesitzer, jeder hasst hier jeden, jedem ist alles zuzutrauen und als aus dem ursprünglich existierenden Vermisstenfall eine Mordreihe wird erscheint alles in einem neuen Licht, der Wahnsinn bricht sich Bahn. Andreas Gruber versteht es falsche Fährten zu legen. Er ist ein Meister darin Grusel und Abscheu zu erzeugen. Für mich einer der spannendsten Thriller des Jahres. Sprachlich fulminant und exzellent durchdacht. Von der ersten bis zur letzten Seite ein Lesevergnügen.
Also ich muss zugeben meine Kommentare wurden, während der Leserunde immer kürzer, einfach weil das Buch mich völlig in seinen Bann gezogen hat. ![]()
Das sagt doch schon einmal eine Menge über einen Thriller aus. Das der Ex-Stasi Prügler Victor christusmäßig wiederaufersteht von den Toten ist das I-Tüpfelchen auf einen brillant ausgearbeiteten Schluss. ![]()
Alle Rätsel sind gelöst. Lorenzo und Matteo sind zu Farbe geworden. Die Kleptomanin Monica entsagt einem gigantischen Vermögen, um sich mit einem Riesenvermögen zufrieden zu geben. Zenobia muss sich neue Menschen suchen, die sie quälen kann und sogar Elena und Peter haben sich wieder lieb nach einem mittelgewichtsschweren gegelten Ausrutscher namens Scatozza. ![]()
Sehr spannend geschrieben, ungeheuer gut durchdacht mit unzähligen Details ausstaffiert, die am Ende perfekt zusammenlaufen. Dazu eine Prise Humor. Thriller Literatur am Limit. Chapeau!
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Eine sehr spannende Actionreiche Phase. Teresa lebt also noch. Ich vermute auch, dass Dunek noch einmal eine gewichtige Rolle in dem Buch spielen wird. Ansonsten ist mir die ganze Familienkonstellation mit dieser undurchsichtigen Zenobia schleierhaft.
Die italienische Polizei, dein Freund und Helfer! ![]()
Mir gefällt die rasante Erzählweise, die kurzen Kapitel, das Hin und Her schwenken von Elena zu Peter, der Humor, den man viel zu selten in dem Thriller Genre findet. Das Geheimnis der Folterkammer ist gelüftet, ansonsten liegt für mich noch vieles im Dunkeln. Salvatore wäre mir fast zu einfach.
Das Mausoleum ist wirklich gruselig. Das Ausbluten der Brüder weist in eine Richtung, die Teresas Verbleib erklären könnte. Sollte Salvatore hinter all den stecken?