Beiträge von Swansea

    Laetitia Colombani hat mit ihrem Roman "Das Haus der Frauen" (Originaltitel "Les victorieuses") einen wundervollen und sehr lesenswerten Roman geschrieben, in dem sie die Leben zweier Frauen miteinander literarisch verwoben hat und zum einen Blanche Peyron, die ihr Leben der Heilsarmee widmete und einen der höchsten Ränge in dieser Organisation gemeinsam mit ihrem Mann Albin ein literarisches Denkmal setzt und - einhundert Jahre später - eine Frau der Gegenwart, Solène, in Szene setzt, die stellvertretend für viele Frauen unserer Zeit stehen könnte....


    Paris, Gegenwart:


    Solène, eine erfolgreiche und brillante Staranwältin in den Dreißigern, wird jäh aus ihrem bisherigen Leben gerissen, als ein Mandant Suizid begeht: Sie fühlt sich schuldig und gerät in ein 'burn-out', das ein berufliches Weitermachen vereitelt. Ihr Psychiater rät ihr, sich selbst aus dem Fokus zu nehmen und anderen zu helfen, um aus der Abwärtsspirale der Depression herauszufinden. Nach längerer Zeit der Leere sieht sich Solène nach einer solchen Aufgabe um und wird fündig: Sie will sich als "öffentliche Schreiberin" in einem Haus der Frauen in Paris bewerben, da sie mit Wörtern stets gut umzugehen weiß. Nach zögerlichen ersten Stunden merkt sie, dass die Frauen langsam Vertrauen fassen und sich an sie wenden: Als Leser lernt man einige Frauen und ihre tragischen und auch oft traurigen Hintergründe kennen, weshalb sie im Haus der Frauen ein Dach über dem Kopf suchen: Da ist die Mutter aus Guinea, die den Sohn verlassen muss, um die Tochter vor einer Verstümmelung zu retten; die "Strickerin", die fleißig nadelt, aber meist kein Wort sagt, da sind die "Tatas", die viel Leben und Kinderwägen ins Haus bringen, was Cynthia, der stets Genervten und zuweilen Hochaggressiven, ein Dorn im Auge ist.... Sehr viel Sozialkritik sickert durch die Zeilen, die mehr als berechtigt sind, da noch heute alleinstehende Frauen mit Kindern zu den sozial Benachteiligten gehören und den größten Teil der Hilfesuchenden und Mittellosen Menschen in unserer Gesellschaft sind.


    Berührend die Geschichten, die hinter diesen Frauen stehen und Solène selbstkritisch werden lassen, sie mit der Zeit - trotz aller Zweifel - zum Positiven verändern: Solène nimmt wieder am Leben teil, wozu ihr die Stelle der Schreiberin im Haus der Frauen sehr hilft: Am Ende dieses sehr atmosphärischen und feingezeichneten Romans hat Solène erstmals in ihrem Leben das Gefühl, "an der richtigen Stelle zu sein". Sie kommt gar ihrem Traum näher, ein Buch zu schreiben und sortiert nach und nach ihr altes, behütetes Leben aus.


    Paris 1925:


    Blanche Peyron, Ende fünfzig, lungenkrank, Tochter eines französischen Pfarrers und einer schottischen Mutter, lernt in ihrer Jugend die Tochter von William Booth, der Heilsarmee in Schottland kennen und ist von deren Arbeit sehr beeindruckt: Fortan will sie ihr Leben den Aufgaben der Heilsarmee widmen, die sich für die Schwächsten und Ärmsten der Gesellschaft einsetzen. Sie lässt sich ausbilden und entwickelt ein starkes Mitgefühl für andere, die Schlimmes durchmachen. Ihre Hilfsbereitschaft grenzt an Selbstlosigkeit und sie stellt ihre Aufgaben, zu helfen, sogar vor ihre Gesundheit. Auch ein gewisser Sinn für Abenteuer macht ihre Persönlichkeit aus - vor allem aber eine Unerschrockenheit und eine Courage, die ihresgleichen sucht: Obwohl sie eigentlich nicht heiraten will, erkennt sie in Albin einen Seelenverwandten. Ihr Mann unterstützt sie auch in ihrer Arbeit zeitlebens und gemeinsam erreichen sie mit den Jahren viel: Sie schrecken auch nicht davor zurück, Mittel für ein großes Haus aufzutreiben, das alleinstehenden Frauen ein Dach über dem Kopf bieten würde; eine Möglichkeit für die von der Gesellschaft ins Abseits gedrängten Frauen "ihre Wunden heilen zu können, um wieder zu Kräften zu kommen".


    Das Ehepaar erreicht sein Ziel durch große Anstrengungen, Geldgeber zu finden und die ersten Frauen können einziehen: Das Haus hat ca. 750 Zimmer! Der Autorin gelingt es sehr gut, sowohl Solène und ihre positive Veränderung durch ihre Arbeit und Solidarität mit den Frauen und ihren Anliegen als auch - im Wechsel der Romankapitel - Blanche Peyron Farbe und Leben einzuhauchen; mehr noch, Sozialkritik zu üben, wo sie leider heute noch Realität ist und gleichzeitig leidenschaftliche Charaktere darzustellen, dem Leser näherzubringen, was durch SOLIDARITÄT - das Hauptthema des Romans für mich - erreicht werden kann! Besonders Blanche Peyron, vor deren Energie und Willenskraft trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit man sich nur verneigen kann, wird hier zurecht ein literarisches Denkmal gesetzt, das gerade jetzt - in Pandemiezeiten - an das menschliche Miteinander und an Solidarität gemahnt.


    Ich gebe diesem wundervollen Roman aus den genannten Gründen heraus die volle Punktezahl sowie eine absolute Leseempfehlung!

    Vorbeischauen. Mich auf die hiesigen Ausgangsbeschränkungen einstellen (für mich allerdings nicht anders als seit 2-3 Wochen schon, dürfte also problemlos klappen.

    Wolle für's WE aussuchen - Motto Opal "Die Sinne verstricken" ;) und natürlich neuen Lesestoff! Bleibt gesund und passt auf euch & eure Lieben gut auf!

    P.S. Hasse auch einkaufen; morgen muss ich nicht.... GsD!

    Laetitia Colombani - Das Haus der Frauen


    ASIN/ISBN: 3103900031


    In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im »Haus der Frauen« schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe - an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten - und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.



    Ein ergreifender Roman über mutige Frauen und ein Plädoyer für mehr Solidarität.

    Jane Healey - Die stummen Wächter von Lockwood Manor


    ASIN/ISBN: 3446266003


    Manche Geheimnisse sind unausgesprochen. Andere sind unaussprechlich. 1939. Hetty Cartwright muss eine Sammlung des Londoner Natural History Museum vor dem heraufziehenden Krieg in Sicherheit bringen – ins verfallene Herrenhaus Lockwood Manor. Doch das Haus wirkt auf Hetty wie verflucht: Ihre geliebten Exponate, der ausgestopfte Panther, die Kolibris und der Eisbär, verschwinden, werden zerstört und scheinen nachts umherzuwandern. Zusammen mit der Tochter des tyrannischen Hausherrn, Lucy Lockwood, versucht Hetty, die nächtlichen Geschehnisse zu ergründen, und bringt ein tragisches Geheimnis ans Licht. Eine fesselnde und betörende Geschichte über eine große Liebe und den Wahnsinn einer Familie, ihre lang vergrabenen Geheimnisse und versteckten Sehnsüchte. (Quelle: amazon, ET: 27.04.2020)

    Ich muss mein Lager auch wieder auffüllen, gute Idee

    dito bei mir. Mr. Swansea, der heute den Einkauf erledigte (bzw. den Rest dazu), vergaß meine "Bestellung". Werde also auch nächste Woche auffüllen ;-)


    .... ansonsten eulen, mich in ein wenig Gelassenheit üben, viel lesen, stricken - und einüben, mich trotz allem sehr auf den Frühling zu freuen (auf Natur und Spaziergänge; Wandern wäre auch eine gute Idee zur Stabilisierung der Gesundheit, gut für das Immunsystem - und Psyche ;-)

    London, 1908:


    Im dritten Band der interessanten, leicht und flüssig sowie spannend zu lesenden Romanreihe um die "Flowers of Scotland" - hier "Hurenglück - die Lilien vonLondon" entführt Tabea Koenig ins viktorianische Zeitalter nach London, wo sich die von den Vorgängerbänden bekannten Hauptprotagonisten Emily und Liam, sonst im Norden Schottlands wohnend mit dem befreundeten Ehepaar Christine und John Pike zur "Saison", der Zeit gesellschaftlicher Bälle und Ereignisse, in London treffen:


    Die HauptprotagonistInnen sind hier die bereits erwachsenen Kinder von Emily, deren bewegte Geschichte in "Hurentochter" unter die Haut ging, und Liam, ihrem Ehemann, der seine adlige Frau aufrichtig liebt und sie auch hier nach Kräften unterstützt. Wärend Margery, die älteste Tochter, den Debütantinnenball besuchen und dem König vorgestellt wird, reiht sich Ines, die jüngste Tochter, in die Reihen der Sufragetten ein, die für das Wahlrecht der Frauen in England kämpfen und bis zu dessen Durchführung zahlreiche Opfer bringen.

    Victor, der Sohn der beiden, durchlebt eine verbotene Liebe und könnte damit seine ganze Familie in Gefahr bringen. Hier kommt ein mächtiger Mann ins Spiel, der schon seit langer Zeit ein Feind der Familie ist und das Böse glaubwürdig verkörpert: Atticus Fitzgerald. Letzterer sucht mit allen Mitteln, an seine Ziele zu gelangen. John Pike, der Karriere bei der Polizei machte, muss erkennen, wie mächtig die Hintermänner sind, die Morde zu verantworten haben. Wird es ihm dennoch gelingen, diese aufzuklären?


    Der Roman gliedert sich in drei Teile; die Personen sind authentisch und nah gezeichnet, so dass man sich in die Beweggründe und Gefühle gut hineinversetzen kann. Das Hauptthema ist die Selbstbestimmung der Frau, was in Zeiten vor 100 Jahren denkbar schwierig war, was auch an Christines Lebensweg gut erkennbar ist. Auch die Bewegung der Sufragetten mit Emmeline Punkhurst als authentische Hauptstreiterin für das Frauenwahlrecht, nimmt breiten Raum ein, der von der Autorin gut recherchiert wurde. Es wird deutlich, welche sozialen Folgen eine Inhaftierung der Frauen hatte, wie schlecht sie behandelt wurden und mit welcher Angst vor Strafe sie ihre Rechte dennoch durchsetzten. Neben den Kriminalfällen, denen man mit Spannung folgt, ist klar, dass diese Thematik ein Anliegen für Tabea Koenig war: Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben als Frau wie auch das Frauenwahlrecht, das in England einige Jahre früher gesetzlich verankert wurde als hierzulande. Weitere Themen sind Freundschaft, Liebe, aber auch Armut und Verbrechen, Missgunst - alle Facetten menschlicher Gefühle, die die ProtagonistInnen glaubhaft und authentisch werden lassen. Auch der Niedergang des Adels durch gesellschaftliche Veränderungen, der industrielle Wandel, Homosexualität und Strafbarkeit in dieser Zeit werden im Roman aufgegriffen.


    Fazit:


    Tabea Koenig gelingt es auch im dritten Romanteil, Unterhaltung und Spannung mit fiktiven und auch historisch belegten Persönlichkeiten und Ereignissen, die sie im Nachwort aufzählt, miteinander gekonnt zu verweben. Eine atmosphärische, sehr lesenswerte Romanreihe, die ich gerne weiterempfehle, jedoch chronologisch lesen würde. 4*


    ASIN/ISBN: 3492502431

    Besonders interessant fand ich das Nachwort, in welchen die Autorin noch einmal detailliert auf die Geschichte Irlands eingeht. Dort wird die Hungersnot und die Politik Englands beschrieben, ebenso die Armenhäuser. Auch gab es wirklich einen Menschenhändlerring, der Kinder zur Prostitution zwang.

    Dem kann ich mich nur anschließen; ich habe heute Mittag diesen Roman zu Ende gelesen und glaube, eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben:

    Der Stil ist ähnlich dem von Constanze Wilken, den ich auch sehr mag - weil beide AutorInnen gut recherchieren und sehr spannende, teils abgründige historische Romane mit hohem Krimifaktor schreiben. Toll - ich freue mich auf die Vorgänger (Band 1 von Pauline Peters subt seit 2016, aber nicht mehr lange ;) und vergebe für diese wirklich lesenswerte Reise nach Irland 1908 die volle Punktezahl! Empfehlens- und lesenswert!

    Tanis Gray - Harry Potter: Magisch Stricken :love:


    Lassen Sie zauberhafte Dinge geschehen, indem Sie die Magie der Harry-Potter-Filme von der Leinwand direkt auf Ihre Nadeln holen und tauchen Sie mit dem ultimativen Strick-Reiseführer ein in die Welt der Hexen und Zauberer. Mit über 25 magischen Strickideen, die in großartigen Fotografien abgebildet sind, enthält dieses Buch Anleitungen für Kleidung, Deko-Ideen und Andenken, die direkt aus dem Film kommen - und sogar ein paar Kultteile, wie sie auf der Leinwand zu sehen sind. Mit Garnvorschlägen, die auf den Originalfarben der Filme basieren, reichen die Anleitungen von einfachen Modellen wie den Hogwarts-Hausschals bis hin zu komplexeren Projekten wie den legendären Weihnachtspullovern von Mrs. Weasley. Ein wahres Fan-Must-have! Dieses Buch enthält zudem Fun-Facts, Original-Kostümskizzen, Fotos aus den Filmen und andere Behind-the-scene-Schätze. Harry Potter: Magisch stricken wird überall die Fans der magischen Gemeinschaft begeistern und sie dazu anregen, die Nadeln zu beschwören, das Garn herbeizuzaubern und ihre besten Strickzauber auszuüben.


    ASIN/ISBN: 3772448305

    Ob das auch das Tuch "Hogwarts Express" drin ist? :-) Falls nicht, findest Du es auf http://www.ravelry.com (bei pattern) - tolles Buch!!! :wave

    Tilia Salix

    Ich wünsch Dir gutes Gelingen!!!


    Ich habe mal wieder SoWo auf den Nadeln, obwohl ich endlich mal ein Tuch stricken will (und mich nicht zwischen Baktus, Josephinentuch oder Hitchhiker (Anleitung von Martina Behm hab ich hier) entscheiden kann :-/


    Macht aber nix, Socken gehen immer - vor allem für meine beste Freundin, sie hat sich welche gewünscht und ich hab in ihren Lieblingsfarben mal zwei Bobbel von Opal geordert (http://www.wollstudio.com ist übrigens eine ganz gute Adresse, finde ich - die haben die Opalis auch schon geliefert ;-)


    Allen StrickerInnen hier viel Spaß beim Nadeln!! :wave


    P.S. Bei Unsicherheiten helfen bei http://www.ravelry.com übrigens auch viel nette Leute weiter!

    Viel Spaß auf Amrum - mit dieser Reihe liebäugele ich auch - sagst Du was zum Buch nach dem Lesen?


    tweedy39 Dir viel Spaß und vor allem Spannung mit Oxen! Ich habe "das erste Opfer" mit Begeisterung gelesen und hoffe, ich lese 2020 auch endlich die beiden Nachfolger! :wave


    Ich lese gerade Bd. 3 von Tabea Koenig - Hurenglück (Die Lilien von London) zu Ende


    ASIN/ISBN: 3492502431