Beiträge von Holle

    Ich schreib noch mal was zur Cover-Gestaltung, zum Roman selbst ist inhaltlich ja schon eine ganze Menge zusammengekommen. Für mich gilt grundsätzlich: Egal, ob man es bewusst oder unbewusst wahrnimmt, vermittelt das Cover einen Eindruck dessen, was es umschließt, es sollte also in irgend einer Form einen Bezug zum Buchinhalt haben ;-).


    Unser Cover zeigt einen Friedhof im Herbst: Auf der linken Seite des Bildes fällt der Blick auf eine Reihe fast schon entlaubter dunkler Bäume, an die gleichsam wie dazugehörig wirkend eine Gruft mit verschlossener Tür anschließt.


    Zur rechten Seite hin schafft das Sonnenlicht, welches die Herbstblätter des Baumes vergoldet, auf die es fällt, eine Art helles Gegengewicht, auch die Grabsteine wirken dort nicht mehr ganz so streng ... Der Blick wird eingeladen, von der dunklen linken Seite nach rechts auf die sonnige (eher verheißungsvoll wirkende?) Seite des Friedhofes zu schweifen.

    Ob es sich hier um ein quasi komprimiertes Bild dessen, was zwischen den Seiten geschehen wird, handeln soll, darüber vermag ich nur zu spekulieren... Vielleicht soll das Cover so etwas wie eine übergeordnete Prämisse à la „Licht ins Dunkel bringen“ verdeutlichen?


    Das Gesamt des Covers wirkt auf mich wie eine alte oder auf alt getrimmte, mit Sepia eingefärbte Fotografie. Die leicht verzerrte Perspektive unterstreicht noch den Charakter eines Bildes aus einem Traum oder dem Unbewussten, das es gilt, zu entschlüsseln.


    Holle :-)

    Watzlawick et al.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien (Taschenbuch) (Bern, 2000)


    Hierbei handelt es sich um ein Standartwerk in der Kommunikationstheorie; ich habe es beim Studium der Sozialpädagogik kennengelernt.


    LG, Holle

    Hi Eny:
    vielen Dank für deinen Mut, diese Geschichte zu teilen. Da ich keine schriftstellerische Fachfrau bin, möchte ich aber nicht beurteilen, sondern nur Gedanken teilen :-).


    Für mein Empfinden hast du den kurzen Einblick in die Lebenssituation des Mädchens Lena sehr (auch vom Fachlichen her) umfassend, stringent und berührend eingefangen. Deine Art, mit Worten zu malen, lassen die Szenerie lebendig werden und wie einen Film vor den Augen ablaufen; dies ist für mich eines der Kennzeichen guten Schreibens.


    Deine Charakterisierung des Psychiaters, sein abgestumpftes, überhebliches, schulmeisterliches Wesen, die eigene fachliche Disqualifikation durch vollkommene Fehleinschätzung seines Gegenübers ist gut "komponiert" und ziemlich erschreckend. Denn obwohl es in diesem Beruf sehr sensible, analytisch kompetente Menschen gibt, ist auch solch ein Typus immer wieder mal darunter, zum Schaden der ihm anvertrauten Klienten.


    Formal gibt es ebenso aus meiner Perspektive nichts auszusetzen, bis auf einen kleinen Fehler am Ende:

    Zitat

    Ich will der Menschen und nicht die Maske sein, die ich mir zum Schutz aufgesetzt habe. Aber ich kann nicht.


    "Menschen" sollte wohl im Singular dort stehen.


    Eindringlich wurde mir bei der Lektüre wieder einmal bewusst, dass hohe kognitive Intelligenz ohne das Gleichgewicht einer ebenso entwickelten emotionalen Intelligenz geradewegs in solch eine Entwurzelung und Einsamkeit führen kann, in der Lena gefangen ist. Die Traumata der persönlichen Lebensgeschichte haben dazu geführt, dass der Schutzpanzer, den sich das Mädchen zugelegt hat, gleichzeitig ihr Gefängnis wurde. Und das bringst du mit dem oben zitierten Satz wunderbar zum Ausdruck.


    Wie sehr diese Kurzgeschichte mich innerlich angesprochen hat, magst du daraus ersehen, dass ich diesem Mädchen Lösungswege aufzuzeigen versuche, die es in der Realität ja gibt.


    Ich höre jetzt besser mal auf mit meiner Lobhudelei und freue mich auf weitere Veröffentlichungen von dir.


    Greez and blessings, Holle

    Ich hab "Kleine freie Männer"kürzlich als Hörbuch geschenkt bekommen. Ein Vergleich mit den Hexenromanen für Erwachsene (Macbest etc.) erübrigt sich m.E.: dies ist nicht für Erwachsene geschrieben. Mir gefiel sehr gut die Art, wie Terry Pratchett die verschiedenen Realitätsebenen im Reich der Königin erleben lässt......aber ich v e r m i s s e Oma Wetterwachs und ihre Freundinnen! Die möchte ich sehr sehr sehr gerne wieder lesen! Hat jemand schon den Folgeband unter die Lupe genommen? Würde mich interessieren.
    Greez, Holle

    huhu alle Interessierten ......falls sich jemand ernsthaft mit dem Thema Globalisierung und die Folgen für Ernährung auseinandersetzen möchte, hier gibts nen Film, der auch auf DVD zu haben ist: http://www.we-feed-the-world.at/
    und hier wiederum http://www.foodwatch.de/ gibts ne Site, auf der kann man sich informieren und engagieren, wenn man möchte.
    Für mich ist das Thema viel zu bitter, als dass ich mich locker-flockig-eloquent dazu äußern möchte.
    LG Holle