Beiträge von Joan Weng

    Ich war bei der Recherche auch erstaunt, wie " lange" die Berber körperlich in der Lage war aufzutreten - sie ist ja noch eine Woche vor ihrem TBC Tod auf der Bühne gestanden ((andere Quellen sprechen von zwei Wochen, was ich für realistischer halte).

    Ich kann es mir persönlich nur damit erklären, dass sie eine sehr gute Grundkonstitution gehabt haben muss.

    Es ist historisch, dass sie noch 1925 vollkommen gesund und munter wirken konnte.


    Weiter viel Freude beim Lesen - hier ist es schon herbstlich:)

    Also, ich muss hier einfach was loswerden! Ich finde das so toll, wie ihr hier - aber auch an anderen Stellen - über das Buch und die Interpretation verschiedener Szenen diskutiert und analysiert. Das ist wirklich richtig schön 😍 Da macht mir die Leserunde gleich noch mehr Spaß:)

    Anita wollte Otto gerade erklären, dass sie nicht mit ihm schlafen wollte, als er ihr ins Ohr flüstert, es rieche wohl doch nach Meer - und am nächsten Morgen liefen sie halbnackt herum, Anita im Männerhemd und Otto in Henris Bademantel - für mich war da klar, dass sie doch miteinander geschlafen haben. Tja, ich habe es so verstanden, leider. Eigentlich hätte ich sonst erwartet, dass Otto nach Hause geht, wenn sie sich klar gemacht haben, dass sie "es nicht tun werden" ...


    Leider interpretieren wir Leser:innen das Geschehen nicht immer so, wie es Autor:innen sich vorgestellt haben ...

    Das ist ja auch gar nicht schlimm, es ist nur für mich als Autorin auch immer spannend, wie die Leser*innen zu ihren Schlüssen kommen, deshalb hab ich nachgefragt.

    Ich weiß natürlich auch nicht, ob die beiden in Realität miteinander geschlafen haben, aber ich wurde im Roman eher sagen, dass nicht - wie kommst du denn darauf? Das war mir nämlich eigentlich wichtig, dass sie die Zeit gemeinsam verbringen und als Freunde auf dem Balkon sitzen, aber es bei dem einen Kuss und dem "ge dachten" Ehebruch bleibt. Das ist ja eigentlich das besondere an der Beziehung.

    Vielleicht ist da etwas zu unglücklich formuliert von mir?

    Du bist so eine Liebe :knuddel1vielen Dank für Dein Angebot.

    Ich werde das Buch jetzt tatsächlich fürs Erste zur Seite legen. Und wenn bei mir wieder etwas Ruhe eingekehrt ist und ich wieder Lust auf Anitas Leben habe, dann lese ich ganz sicher weiter.:*

    Und du kannst mich wirklich einfach kurz anmailen, dann begleit ich dich :knuddel1

    Ich nehme mal an, diese sind historische Tatsachen wie z. B. der zerschlagene Aschenbecher auf dem Hinterkopf eines Mannes oder das Urinieren auf dem Tisch, oder? (= Frage an Joan Weng  :-])

    bedauerlicherweise ja - wobei nicht restlos geklärt ist, was sie auf dem Mann zertrümmert hat (ihre, von ihren Freunden mitverfassten Memoiren nennen aber den Aschenbecher, deshalb hab ich den genommen).

    Ansonsten glaube ich, dass es bei mir im Moment einfach der falsche Zeitpunkt für das Buch ist. Ich habe gerade recht viel um die Ohren und kann mich einfach nicht gut auf Anita Berbers Gedankengänge einlassen. Liegt wahrscheinlich eher an mir selbst als an dem Buch, dass es mir nicht so gut gefällt.

    Dann darf ich dir einen Rat geben - nicht als Autorin, sondern als jemand, der schon ein paar schöne Leserunden mit dir hatte: Leg es zur Seite und lies etwas anderes. Du kannst mich jederzeit für eine zwei-Frauen Leserunde buchen ;)

    Es ist kein per se angenehmes Buch, dass man nach einem harten Tag gut lesen kann - was ein bisschen gemein ist, weil das Cafe unter den Linden und viele meiner anderen Bücher ja genau das sind, schönes Lesefutter. Mich erinnern die selbst immer an warme Milch, süß und tröstlich ;) Und das ist Anita gar nicht. Das wird auch nach hinten nicht anders, deshalb: Lies etwas anderes und wenn du magst, machen wir eine zwei Frauen Leserunde, ich lauf dir bestimmt nicht weg:knuddel1:knuddel:*

    Mit Susi und Dr. Klapper hat sie zwei echte Freunde fürs Leben. Ich glaube, da hat sie mehr als so manch andere/r in ihrem Metier.


    Die beiden gab es ja zum Glück wirklich und sie haben auch gemeinsam an der ersten Romanbiographie mitgewirkt, weshalb ich vieles von dem was dort steht - bei aller Fremdheit zur Dargestellten Anita - auch als Tatsache genommen habe. Und sie haben auch beide bis zum Schluss zu ihr gestanden - Henri hatte am Tag ihres Todes Premiere mit einer neuen Frau auf einer neuen Bühne (das hab ich absichtlich nicht reingenommen, weil ich das einfach so heftig fand, dass es eine ausführliche Behandlung verlangt hätte und nicht in den Schluss gepasst hat)


    Bezüglich der drei Personen von denen sie über sich selbst denkt, es gibt da keine Diagnose, aber in ihren erhaltenen Briefen schreibt sie teilweise von "der Berber" und der "Tänzerin Anita" in der dritten Person, das hat mich darauf gebracht.


    Und das Bild von Otto Dix gibt es nicht bzw. nicht mehr, sie hat sich bei ihm in Realität für eine kleine Zeichnung bedankt, diese ist aber nicht erhalten (wie fast alles, was in ihrem Besitz war) . In diesem Brief klagt sie auch, dass bei ihr und Henri mal wieder "Dallas" ist, was wohl eine zeitgenössische Bezeichnung für "Pleite" ist, ob Otto ihr geholfen hat, ist aber nicht bekannt - weil sein Antwortbrief mal wieder nicht erhalten ist ;)


    Es freut mich sehr, dass du Spaß am Lesen hattest :)

    Wikipedia gibt Auskunft und sagt, Anita hätte ihren 3. Ehemann 1924 kennengelernt und im gleichen Jahr geheiratet.

    Die Trauungszermonie muss auch sehr, naja besonders gewesen sein - der Ehemann hatte seine Papiere nicht dabei, die mussten erst geholt werden, Dr. Klapper als Trauzeuge konnte nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob er wirklich nie verheiratet war und nur Anita glänzte und wurde vom Standesbeamten wohl durchaus nicht nur freundlich, für ihre routinierten Kenntnisse gelobt ;)

    Sachen gibt's - wobei meine beste Freundin mich mal in vollkommen wachem, nüchternen Zustand nicht erkannt hat, weil ich meine Haare ganz frisch vom Friseur geglättet hatte ^^ Und später meinte sie, sie habe sich noch gedacht: Was für ein drolliger Zufall, die hat dieselbe Jacke wie Joan. Was glotzt die denn so?:yikes8|:rofl

    Wer oder was Astarte genau ist, habe ich nun doch mal googlen müssen... der Begriff sagte mir gar nichts.

    Da brauchst du dich echt nicht für schämen - dass Astarte irgendetwas anderes ist, als der der Name eines Tanzes hab ich persönlich erst nach der Abgabe zufällig gelernt. In der kleinen Weltgeschichte für junge Leser" taucht sie beiläufig auf :rolleyes


    Ansonst muss ich jetzt echt mal sagen, ich staune immer wieder wie schnell ihr die Zusammenhänge durchschaut :love:einfach schön:love:

    Du wirst lachen - einer Freundin von mir ist das tatsächlich mal passiert, dass sie sich nicht mehr an den Namen ihres Mannes erinnern konnte. Sie hat ihn dann aber einfach gefragt. :rofl Und nein, es waren weder Alkohol noch Drogen im Spiel.

    Jetzt musst du aber schon die ganze Geschichte erzählen! Wie kann das sein?:sehrverdaechtig

    1910 ist Anita wie alt? Ich musste googeln, ok 1899 geboren, also 11, mir kam sie jünger vor, was aber ja eigentlich nicht sein konnte. Schon damals geht sie sehr in Bewegung auf.

    Ich würde auch sagen, dass sie für ein modernes Kind zu naiv wäre - mit 10, fast elf (es spielt ja im Frühling) sind die Kinder in meinem Umfeld alle weiter, aber ich habe mal in einem Erziehungsratgeber gelesen, dass die Kinder vor 100 Jahren im Vergleich zu den modernen Kindern 2-3 Jahre "zurück" waren, wenn sie denn behütet aufwuchsen (Für Arbeiterkinder gilt das natürlich nicht). Dann wäre sie nach heutigem Verständnis um die 8 Jahre und das wäre für ein modernes Kind das passende Alter (meiner Meinung nach)