Beiträge von Joan Weng

    Es tut mir ja schon arg leid, nicht dabei zu sein - aber nachdem mein Großer gerade wegen Ohrenschmerzen fast eine Stunde geweint hat (jetzt schläft er) und absehbar ist, dass ich morgen und am Wochenende sicher nicht zum Schreiben am neuen Romanprojekt komme, bin ich doch froh über die Entscheidung ;)

    Mein kleiner Weihnachtskrimi mit Bambi Greiff als Ermittler kriegt bei Lovelybooks eine eigene Leserunde https://www.lovelybooks.de/aut…3-w/leserunde/1897403257/ .

    Ich werde sie aber diesmal nicht persönlich begleiten können - offen gestanden ist es mir hochschwanger, mit vorweihnachtlich aufgedrehtem 3 jährigem und Abgabe für meinen neuen Roman einfach zu viel und halbherzig machen, will ich es auch nicht. Aber vielleicht haben manche von euch auch einen LB Account und Lust sich zu bewerben ;)

    Ich glaube inzwischen sind wirklich alle fertig - und ich bin sogar selbst auch fast mit dem Buch für nächsten Herbst fertig ;) und da wollte ich mich nochmal ganz, ganz herzlich bei euch allen für die schöne, lustige und auch für mich wieder sehr invormative Leserunde bedanken. Es hat mir großen Spaß mit euch gemacht! Bis zum nächsten Mal:*:wave

    Allerdings habe ich mich manchmal schon gefragt, wie Vicky dass mit 4 Kindern plus schwanger so mit dem Buchladen hinbekommen hat. Willi war ja da auch zeitweilig nicht in greifbarer Nähe...………...da erschien sie mir manchmal schon fast als "Übermensch".

    Das hab ich jetzt eigentlich nicht als Problem gesehen - meine Oma hat in den fünfziger Jahren (meistens schwanger) mit nachher 6 Kindern auch jeden Tag in der Werkstatt von meinem Opa gearbeitet. Ich glaub, das kommt uns heute nur spektakulär vor, weil wir andere Vorstellungen von Kindererziehung und Betreuung haben - mein Vater und seine Geschwister sind halt nebenher gelaufen, da war nicht dran zu denken, mal mit den Kindern zu basteln oder am jahreszeitlich geschmückten Tisch zusammen Tee zu trinken. Oder so moderne "Selbstverständlichkeiten" wie dass man als Schwangere oder frisch Entbunden kürzer tritt, da wurde am Tag nach der Entbindung weitergearbeitet, ging man halt zwischendrin mal öfter die blutigen Einlagen wechseln.

    Da denk ich oft dran, wenn ich mir Sorgen mach, dass ich direkt nach dem Mutterschutz schon wieder Lesungen plane ;)

    Ja, zumindest hab ich mir dasselbe dabei gedacht ;) Aber seit ich mal mit Schülern an der Interpretation eines meiner Texte gearbeitet hab, denk ich immer, wir Autoren denken uns nur die Hälfte von dem, was die Leser uns an klugen Gedanken unterstellen. Und meistens denken wir ganz andere Sachen ;)

    Was mich bei Romanen aus den 20ern immer etwas fertig macht, ist, dass ich weiß, was auf die Menschen zukommt. Konrad, Rudi und Wölfchen werden in den Krieg ziehen müssen, Linchen wahrscheinlich den Freund ihres Bruders heiraten, und wenn doch, wird es sehr schwer, und Vickys Buchladen wird das Dritte Reich wohl auch nicht überstehen.

    Das bedrückt mich auch immer sehr - obwohl er nur eine Nebenfigur ist, tut mir persönlich der stille Dr. Levi mit seinen im 1 Weltkrieg für Deutschland geholten Granatsplitternarben immer besonders leid. Bei den Wohlhabenderen, wie Jakob Ebert oder von Bäumers Manager, denke ich immer, die reisen rechtzeitig aus, aber Dr. Levi mit seiner kleinen Praxis und einer kränklichen Frau, den erwischt es.

    Und Konrad, der '33 ja gerade 16 ist - ich kann mir kein schlechteres Alter vorstellen, um '33 einen jüdischen besten Freund zu haben.


    Als es um Vickys Ausgehen geht, beklagt sich Willi an einer Stelle darüber, dass er sich - wenn seine Unterstützung dabei rauskommt - das noch 45 von seinen Sportvereinskameraden anhören darf, da hab ich beim Schreiben auch gedacht, dass die 45 vermutlich andere Probleme haben werden...

    Wie schön, dass du Freude mit dem Buch hattest :knuddel1

    Hedwig Courths - Mahler kann man wohl mit den heutigen Rosamunde Pilcher Büchern und ähnlichen vergleichen. Wenn auch im damaligen gefälligen Stil und unter anderen Vorzeichen gehalten. Ich kenne die Pilcher Bücher nicht aber sicher gibt es ähnliche Schriftstellerinnen, die in dieselbe Richtung schreiben. Daran finde ich nichts schlimmes, denn jeder Autor bedient ein bestimmtes Klientel, lesen soll ja auch Spaß machen und, wie Vicky sagt, manchmal braucht es Sirupbücher, heute wie damals.

    Ich hab ja für die Recherche einige gelesen und ich muss gestehen, sie machen mir - zumindest teilweise - echt auch als moderner Leser Spaß. Die guten sind gut und die Bösen sind bös und am Ende triumphiert das Gute ;) Aber sprachlich ist sie vom Niveau echt sehr, sehr weit unten - es gibt die Bücher heute übrigens noch am Bahnhofskiosk in Heftchenform (ich weiß aber nicht, ob sie da gekürzt sind) .


    Es war aber lustig, als ich mir drei Romane von ihr über booklooker kaufte, hab ich der Verkäuferin erzählt, dass ich sie als Recherche für ein Romanprojekt bräuchte, worauf sie mir schrieb, sie hätte die ja auch nie freiwillig gelesen, vielmehr handle es sich um ein Erbschaft und sie selbst, sie les ja nur anspruchsvolle Bücher ;)

    Ich muss ja gestehen, das war ziemlich autobiographisch ;) Die Mutter einer Klassenkameradin hat sich mit Ende 30 scheiden lassen und wir waren damals so 14, 15 bei uns war die vorherreschende Meinung, ob sich das noch lohnt, in dem Alter... :gruebel Und ich weiß noch, dass wir in der 8 Klasse "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gelesen haben und unsere Lehrerin das so schlimm fand, wie jung die noch sind, während ich mit meinen 13 das jetzt gar kein Problem fand - heute kann ich es gar nicht mehr lesen, weil ich es so furchtbar finde, weil die so jung sind...