Beiträge von claudi-1963

    Carrie Turansky ist bereits mit diversen Preisen für ihre Romane ausgezeichnet worden. Ihre Freizeit verbringt die fünffache Mutter und sechsfache Großmutter am liebsten mit ihrer Familie, im Museum oder in ihrem Garten. Sie lebt mit ihrem Mann im US-Bundesstaat New Jersey.


    Die Suche nach dem Recht für Arme und Waisenkinder


    "Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht." (Psalm 82,3)

    London 1909: Der Tod ihres Ehemanns trifft Edna McAlister ziemlich unverhofft. Mit Näharbeiten versucht sie, ihre Zwillinge Katie und Garth sowie Grace ihre Jüngste über Wasser zu halten. Laura, ihre Älteste, arbeitet währenddessen als Kammerzofe außerhalb Londons. Doch dann wird Edna schwer krank und muss sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auf einmal stehen die drei Kinder alleine da. Als man Garth beim Stehlen eines Brots erwischt, werden sie getrennt und in Waisenhäuser untergebracht. Doch ehe Laura ihnen helfen kann und die Mutter wieder gesund wird, erfährt sie, dass man ihre Geschwister nach Kanada verschickt hat. Andrew Fraiser, der Sohn ihrer Arbeitgeberin, möchte ihr helfen. Doch ehe sie ihn darum bitten kann, versucht Laura die Geschwister auf eigene Faust zu finden. Nichtsahnend begegnen sich die beiden jedoch auf demselben Schiff nach Kanada. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Geschwistern, was nicht gerade einfach ist.


    Meine Meinung:
    Das zauberhafte Cover stellt schon ein wenig den Inhalt dieser Geschichte dar und passt sehr gut dazu. Der Schreibstil ist unterhaltsam, bewegend und emotional, sodass mir die Geschichte wirklich ans Herz geht. Besonders dadurch, dass sie auf wahren Begebenheiten basiert. Arme, verwaiste und obdachlose Kinder und Jugendliche ohne ein normales häusliches Umfeld galten im Großbritannien seit dem 17. Jahrhundert als soziales Problem. Deshalb verschiffte man viele Jahre Kinder nach Kanada oder Australien, wo Wohltätigkeitsorganisationen oder Kirchen ein neues Zuhause für sie suchten. Doch leider waren die Unterbringungen nicht immer ideal für die Kinder. Einige Familien suchten nur billige Arbeitskräfte und ließen die Kinder den ganzen Tag schwer arbeiten. Dazu bekamen sie oft viel zu wenig zu essen und an Liebe fehlte es natürlich völlig. Im Grunde ging es einigen Kindern nicht besser als Sklaven. Die britische Regierung förderte das ganze noch, ohne danach zu schauen, ob die Kinder wirklich gut untergebracht waren. Mitunter kam es dabei vor, dass Fehler unterliefen und Eltern dieser Emigration gar nicht zustimmten. Dadurch waren die Kinder dann nach der Verschiffung nicht mehr auffindbar. Das England im Thema Waisenhäuser kein Einzelfall war, kann ich mir gut vorstellen. Den auch die Heime in Deutschland waren nicht besser gewesen. Um genau diese Problematik geht es der Autorin in dieser Geschichte. Hauptsächlich geht es dabei um den Werdegang von Katie und die Suche Lauras nach ihren Geschwistern. Ich war wirklich entsetzt darüber, wie man nicht nur in den Waisenhäusern Großbritanniens, sondern ebenso in den neuen Familien Kanadas mit den Kindern umging. Dass man nicht einmal die Möglichkeit hat, seine Kinder wieder zubekommen, wenn es einem besser geht, hat mich schon schwer erschüttert. Das eine Regierung mehr zu sagen hat als die eigenen Eltern, selbst wenn die nachweisen kann, dass es den Kindern bei einem gut geht, fand ich unwürdig. Ich bin froh, dass sich inzwischen in all den Jahren vieles geändert hat. Dass man überhaupt auf die Idee kam, Kinder aus ihrer Heimat zu reißen, ist unfassbar. Nur gut, dass Katie und Laura ihren Glauben haben und dadurch ihr Schicksal in Gottes Hand legen können, selbst wenn sie mitunter mit Gott hadern. Carrie Turansky hat hier ein wirklich bewegendes Kapitel der englischen Geschichte hervorgeholt. Dabei gefiel mir besonders die Beschreibungen des damaligen Londons mit all seiner Problematik. Ebenso wie die Verschiffung, bei denen es oft Unfällen gab und Kinder dabei sogar ums Leben kamen. Besonders beeindruckend hat mich die unaufhaltsame Suche von Laura nach ihren Geschwistern. Gut eingefügt waren außerdem die Gebete und geistlichen Gedanken, die hier mit kursiver Schrift dargestellt werden. Schade nur, dass man erst am Ende erfährt, das dies erst der erste Teil der Geschichte war und es eine Fortsetzung gibt. Doch so warte ich nun gespannt auf den zweiten Teil, kann dieses Buch nur empfehlen und gebe 10 Eulen dafür.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B08RZ6DFJP

    Oliver Kircher, Jahrgang 1966, evangelischer Theologe und Sommelier. Nach dem Studium der evangelischen Theologie arbeitete er viele Jahre Jahre als Pastor in Kirchengemeinden in Baden-Württemberg und Bayern. Seine Leidenschaft für das Thema Wein führte ihn über Weinreisen, Winzerpraktika und die Tätigkeit im Weinhandel schließlich zur Ausbildung zum Sommelier. Wie sich in den kommenden Jahren zeigte, begeisterte die auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination von Theologie und Weinkunde nicht nur ihn selbst. Seit 2008 gestaltet er zahlreiche Weinseminare an Volkshochschulen, in Kirchengemeinden und bei Firmenevents. Im Herbst 2020 erscheint sein erstes Buch „Wein – ein Geschenk Gottes“, in dem er seine Leser mitnimmt auf eine Reise zum Wein und zu den Weingeschichten der Bibel. Darüber hinaus ist das Buch ein Ratgeber mit vielen Tipps und Anregungen aus der Praxis eines Weinprofis.


    In vino veritas - Im Wein liegt die Wahrheit


    "So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Tun hat Gott schon längst gefallen." (Prediger 9,7)

    Wein ist in der Bibel ein häufiges Thema, mehr als 300 Bezüge befinden sich davon in der Bibel. Also wussten schon unsere Vorgänger den Genuss des Weines zu schätzen. Während Bier eher ein Menschenwerk ist laut Martin Luther, scheint der Wein eine wirkliche Gabe Gottes an uns Menschen zu sein. Schon den Israeliten war der Weinbau wichtig gewesen, sodass sie sogar manche Weinbauern vom Kriegsdienst befreit haben. Für sie zählt der Weingenuss als Ausdruck der Fröhlichkeit und der Lebensfreude. Und so zum Beispiel spielt beim heiligen Sabbat koscherer Wein eine bedeutende rituelle Rolle. Autor, Pastor und Sommelier Oliver Kircher möchte nun in diesem Buch nicht nur spezifisches zum Thema Wein nahebringen, sondern besonders mit biblischen Stellen dazu bereichern. Und wo fängt man beim Thema Wein an, natürlich beim Weinberg! Nur wenn man versteht, wo der Wein herkommt und wie viel Arbeit dahintersteckt, lernt man diesen edlen Tropfen wirklich zu schätzen und kann ihn genießen. Der Autor zeigt hier den Weg vom Weinberg bis hin zur Kelter und welche Arbeit so ein Weinbauer zu bewältigen hat. Den der Weinberg muss das ganze Jahr über gepflegt werden.

    Weitere Kapitel sind:

    - Die Weinrebe, guter Wein sollte erzog und beschnitten werden.

    - Der Korkenzieher er ist der Türöffner zu einer neuen Welt.

    - Gläser den für einen guten Tropfen sollte man das richtige Glas haben.

    - Die Farbe des Weines kann sogar Geschichten erzählen.

    - Das Aroma des Weines, das man entdecken kann, wenn man einmal die Nase in sein Glas steckt und die Aromavielfältigkeit der verschiedenen Sorten erschnüffelt.

    - Alles zum Thema Geschmack und Schmecken und sogar Schlürfen ist beim Wein erlaubt.

    - Wein und das passende Essen dazu, Gott muss wirklich ein Feinschmecker gewesen sein. Den in Verbindung mit Wein wird manches Essen zum Hochgenuss.

    - Gemeinsam genießen, den in Gesellschaft schmeckt es nicht nur besser, sondern Herzen werden dabei geöffnet. Kein Wunder das manche Politiker gerne zusammen bei einem Essen reden.

    - Interessante Tipps für einen unterhaltsamen Weinabend, der gerne auch mal mit einem biblischen Hintergrund sein darf.

    - Deshalb die passenden Bibelstellen mit Anregungen vom Autor.

    Ganz am Ende befinden sich noch Buchtipps des Autors und ein kleines Weinglossar.


    Fazit:
    Für mich war es ein beeindruckendes Erlebnis dieses Buch genießen zu dürfen. Den nicht nur die grandiosen farbigen Bilder sind hier faszinierend, sondern ebenso was der Autor hier über das Thema Wein und Bibel zu sagen hat. Dieses Buch zählt schon zu den spezielleren Büchern für Weinkenner, da es nicht nur um den Wein an sich geht, sondern im Besonderen um seine persönlichen Erfahrungen vonseiten der Bibel. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, mich hat es bereichert. Zudem ist es ein wundervolles Geschenk, über das sich sicher jeder Weinliebhaber freuen wird, darum von mir 5 von 5 Sterne. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3775159703

    Blanca Imboden, geb. 1962, schrieb schon in der Primarschule Geschichten, die bei ihren Schulkolleginnen großen Anklang fanden. Später reiste sie über dreizehn Jahre lang als Unterhaltungsmusikerin durch die Schweiz und Deutschland. Aufgehört zu schreiben hat sie nie, auf Kolumnen folgten Bücher. Das bis jetzt erfolgreichste, 'Wandern ist doof', erschien im Wörterseh Verlag und stand wochenlang in den Top Ten der Schweizer Bestsellerliste. Blanca Imboden lebt in Ibach.


    Freunde sind Familie, die wir selbst aussuchen


    "Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft." (Epikur von Samos)

    Sonja, Mutter der Zwillinge Amelie und Lilly, wohnt zusammen mit Ehemann Paul bei Schwiegermutter Irene, was nicht immer einfach ist. Weihnachten steht vor der Tür und es soll wie jedes Jahr ablaufen, doch Sonja hat darauf keine Lust mehr. Deshalb beschließt sie, dass es in diesem Jahr einmal anders laufen soll. Bis sie erkennen muss, dass es noch chaotischer wird als sonst. Was unter anderem an überraschenden Besuch und Irenes Geschenk für die Zwillinge liegt. Als Sonja dann an Weihnachten dem Chaos entflieht, lernt sie auf dem Friedhof Bernadette und Karin kennen. Kurzerhand entflieht sie zusammen mit Bernadette in Karins Hotel auf dem Stoos, um ihr behilflich zu sein. Schnell werden Karins Sorgen Probleme, auch denen von Bernadette und Sonja. Dort oben in den Bergen wird ihnen zum ersten Mal klar, was Freundschaft bedeutet, nämlich füreinander einzustehen.


    Meine Meinung:
    Das erheiternde Cover von drei Frauen unter einer Schneekugel begleitet dieses Buch. Der Schreibstil ist locker, teils humorvoll, unterhaltsam und wird zu Beginn von den Sorgen und Problemen von Sonjas Familie eingeleitet. Leider zieht sich dieser Anfang recht lang hin, bis erst ab Seite 80 der eigentliche Roman um die Freundschaft der drei Frauen und ihre Probleme und Sorgen beginnen. Dadurch wirkt das Ganze ein wenig zäh auf mich, dafür das der Titel ja eigentlich "Drei Frauen im Schnee" heißt. Ebenso bin ich mit einigen Redewendungen nicht klargekommen, was sicher daran liegt, dass dieses Buch von einer Schweizerin geschrieben wurde. Ich habe zum Beispiel nicht verstanden, warum sie immer wieder diesen Ausspruch Asche, Asche, Asche sagt, das mehrmals im Buch erwähnt wird? Trotz allem konnte ich mich in einigen Szenen sehr gut in Sonja hineinversetzen. Am besten gefiel mir die Freundschaft, Hilfsbereitschaft und die Harmonie zwischen den drei Frauen Bernadette, Karin und Sonja. Das Bernadette und Sonja gegenüber Karin, die einen solch schweren Schicksalsschlag erlitten hat, so hilfsbereit sind, obwohl sie sich ja erst seit ein paar Tagen kennen, fand ich schon bemerkenswert. Sehr gut hat die Autorin hier vor allem Karins Heimat den Stoos vermittelt, mit seiner Ruhe, Idylle, dem Tourismus und selbst mit dem Zusammenhalt der Bewohner, die füreinander einstehen. Das auf über 1300 Meter hohe, autofreie Skigebiet des Stoos, mit gerade mal 150 Einwohner erreicht man vorwiegend mit einer Standseilbahn, was die Autorin hier auch wunderbar beschreibt. Kein Wunder, das man gerade dort zur Winterzeit mit viel Schnee zusammenhalten muss, wenn jemand Hilfe braucht. Und man lernt, dass es trotz Idylle und Harmonie immer wieder Menschen gibt, die anderen nichts gönnen und ihre Sorgen ausnützen. Am besten an diesem Buch hat mir gefallen, das ich erleben durfte, wie es sich anfühlt, in so einer Bergregion zu leben. Vielleicht wäre es gut gewesen, noch etwas intensiver die drei Frauen und ihre besondere Freundschaft darzustellen, statt zuerst 80 Seiten lang über Sonjas Familienprobleme zu lesen. Ich hätte gerne noch etwas mehr von Bernadette und Karin erfahren, die meiner Ansicht nach etwas zu kurz kamen in der Geschichte. Deshalb von mir leider nur 3 1/2 von 5 Sterne für dieses Buch.


    ASIN/ISBN: B00GDKZIEE

    Andreas Kollender wurde in Duisburg geboren und studierte in Düsseldorf Germanistik und Philosophie. Seit 1995 lebt er als Autor in Hamburg. Im Jahr 2004 wurde er mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. 2015 erschien sein viel beachteter Roman Kolbe , der 2017 erfolgreich als Übersetzung in den USA und in weiteren Ländern veröffentlicht wurde. Im Pendragon Verlag sind außerdem seine Romane Von allen guten Geistern , Libertys Lächeln und Das endlose Leben erschienen.


    Krankheit und die Rebellion einer Krankenschwester


    "Krankheit akzeptieren heißt, sie als ein Mosaiksteinchen in einem großen Ganzen zu sehen." (Ebo Rau)

    Badenweiler im Sommer 1900, wird für Schriftsteller und Kriegsreporter Stephan Crane zum letzten Ausweg seiner Tuberkulose Erkrankung. Längst haben ihn alle anderen Ärzte aufgegeben, weshalb er zusammen mit seiner Frau Cora und Nichte Helen in das Sanatorium nach Badenweiler reist, das für seinen guten Ruf bekannt ist. Dort soll ihn die junge Krankenschwester Elisabeth pflegen, die eine große Liebhaberin seiner Bücher ist. In seinem Fieberwahn erzählt Crane Elisabeth aus seinem Leben, seinen Liebschaften und den Erlebnissen als Kriegsreporter. Währenddessen wird Elisabeths Zuneigung zu Crane immer stärker, in ihm erkennt sie das erste Mal, was wahre Liebe ist. Nach und nach wird ihr Vertrauen zu dem doch recht unbekannten Mann immer stärker und sie offenbart ihm ihre sogar ihr größtes Geheimnis.


    Meine Meinung:
    In "Mr.Crane" gelingt es dem Autor auf wundersame, extravagante Weise das Leben des viel zu früh verstorbenen Schriftsteller darzustellen. Während auf der einen Seite ein todkranker Mann steht, stellt er hier eine revolutionäre, ungehorsame Krankenschwester, die voll Hunger nach Anerkennung, Liebe und Geborgenheit ist. Eine recht eigenwillige Liebe verbindet die beiden, obwohl sie wissen, dass ihnen sehr wahrscheinlich nur noch wenige Tage bleiben werden. Umso intensiver beschreibt hier Andreas Kollender den kranken Stephan Crane, der in seinem Fieberwahn manches aus dem Nähkästchen plaudert, bei dem man nicht so recht weiß, sind sie nun wahr oder nur einer seiner vielen erfundenen Geschichten. Aus einer unheimlich schnellen Vertrautheit und Zuneigung zu der durch einen Unfall gezeichneten Elisabeth wird sehr schnell eine innige, intensive Liebe. Die dadurch entstehenden zwei erotischen Szenen haben mich weniger gestört als viel mehr verwirrt. Besonders die Dreistigkeit und der Egoismus, mit dem Elisabeth diese einfordert, sie kommt mir mitunter vor wie dem Liebeswahn verfallen. Da ich selbst diesen Beruf ausgeübt habe, konnte ich manche Reaktion Elisabeths so gar nicht verstehen. Besonders da man ja eigentlich keine Beziehung zu seinem Patienten haben sollte. Doch dem Autor scheint dies hier nicht wichtig zu sein. Den er möchte hier eher eine Elisabeth darstellen, die durch die Begegnung Cranes zur Rebellin wird und ihr eigenes Leben, Liebe und Ehe hinterfragt. So wirkt dieses Buch für mich stellenweise recht verwirrend und nicht nur wie ein Bericht über Stephan Crane, sondern eher als eine Art Emanzipation von Schwester Elisabeth. Wie sie jedoch teils mit ihren Mitmenschen umgeht, hat mich doch mitunter nicht nur überrascht, sondern sogar gestört. Deshalb sollte man das Buch auch nicht allzu kritisch sehen. Man muss schon recht intensiv bei Lesen dabei sein, sonst verliert man sich recht schnell in dieser Geschichte. Besonders da Cranes Erinnerungen schon recht kompakt und verwirrend dargestellt werden. Was jedoch wiederum sehr gut zu seiner Krankheit und dem Fieber passt. Dass die Tuberkulose im Jahr 1900 eine schreckliche Krankheit war, das spiegelt der Autor hier allerdings wirklich bemerkenswert wider. Selbst wenn ich etwas anderes von der Geschichte erwartet hatte, ist es doch ein gutes literarisches Werk, das Andreas Kollender hier darstellt. Darum gibt es von mir 4 von 5 Sterne dafür.


    ASIN/ISBN: 3865326854

    Ja danke dir für deine Worte, doch wie gesagt mein Buch war es einfach nicht oder war es für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt. :)

    Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman "Das Lied des Hirten" wurde zum Bestseller.


    Wenn die Weihnachtsgeschichte zum Leben erweckt wird


    "Ich steh' an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring' und schenke dir, was du mir hast gegeben." (Paul Gerhardt)

    Um der Kirche wegen der Renovierung Platz zu machen, muss Pastor Jeremy Higgins den Lagerraum ausräumen. Dabei entdeckt er zugedeckt in einer Ecke die alten Krippenfiguren, die jedes Jahr vor der Kirche platziert werden. Doch wohin nun damit, wenn man keinen Platz mehr hat? Kurzerhand entschließt sich Jeremy, seine Gemeindemitglieder zu fragen, ob sie einer Figur Obdach geben bis Weihnachten. Er ahnt jedoch nicht, dass jedes Mitglied genau die passende Figur für sich aussucht, die nicht nur ihr Leben verändern wird. Doch dann stellt er mit Schrecken fest, das Jesuskind fehlt. Ob er es wohl wieder bis Weihnachten finden wird?


    Meine Meinung:
    Jesus, das Licht in der Finsternis, das zeigt auch das Cover hier bei diesem Buch. Es geht um die Weihnachtsgeschichte bzw. um die dreizehn Figuren der Krippe. Außer Maria und Josef erwarten mich die drei Weisen Kaspar, Balthasar und Melchior, ein Stern, Engel, ein Lamm, Esel, die Krippe und sogar ein Kamel. Jede Geschichte ist wirklich gut von den Schwestern Betsy Duffey und Laurie Myers durchdacht. Dabei haben sie mich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch emotional berührt und zum Nachdenken gebracht. So habe ich die Weihnachtsgeschichte noch nie erlebt, dass Geschichten um die Krippenfiguren mit so viel Transparenz und Offenheit von einzelnen Personen mich sogar zu Tränen rühren. Wie schon in ihrem Buch
    "Die Liebe hört nie auf" nehmen mich auch hier die Autorinnen mit in die Probleme, Sorgen und den Alltag einiger Kirchenmitglieder. Und wie ich im letzten Buch entdeckte, das ein Bibelvers viele Menschen verändern kann, erlebe ich es ebenso hier mit der Weihnachtsgeschichte. Die meisten von uns kennen sie und jeder kennt die Figuren, die jährlich ihren Platz in und vor den Kirchen bekommen. Trotzdem wird mir in diesem Buch noch einmal neu bewusst, wofür jede einzelne Figur ihren Platz und Aufgabe hat. Sei es der Hirte mit seinem Lamm auf dem Arm, der Bucks Leben nach seinem schweren Schicksalsschlag verändern wird. Maria, die wie Donna so unverhofft ein Kind erwartet oder der Esel, der mit seinen treuherzigen Augen Hollys Gefühle total durcheinanderbringt. Josef, der den kleinen Benji und seine Mutter um die Sorgen nach dem Vater und Ehemann beschützt. Und viele weitere Geschichten rund um die Figuren erwarten uns in diesem Buch. Nach jeder Krippenfigur darf ich zudem die Reise vom Jesuskind miterleben, das zufälligerweise im sozialen Kaufhaus gelandet war. Ebenfalls wird mir hier noch einmal bewusst, was Jesus doch für viele Menschen bedeutet. Es ist sicher nicht einfach mit so vielen Geschichten sich auf ein Ziel hinzubewegen und trotzdem haben es die Autorinnen hier geschafft. Das große Finale ist natürlich, wie nicht anders zu erwarten an Heiligabend. Wenn nicht nur die Krippenfiguren ihren Platz finden, sondern wir Leser und Pastor Higgins erleben, was diese für jeden Einzelnen bewirkt haben. Und so endet das Buch mit den schönen Sätzen: "Wie gut, das Gott in die Mitte gekommen war. Sie alle spüren seine Liebe und den vollkommenen Frieden, mit dem er sie erfüllte." Möge jeder einzelnen Leser nach diesen Geschichten ebenso erfüllt sein. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne für dieses Buch.:thumbup:


    ASIN/ISBN: 3957346584


    Eine Kreuzfahrt mit vielen bösen, heimtückischen Plänen



    Lassen sie sich von Flair eines Kreuzfahrtschiffes á la Traumschiff mitnehmen. Nicht nur die Eindrücke von Landgängen in Spanien, Mallorca, Frankreich, Monaco und Italien sollen uns bezaubern. Sondern zusätzlich die Kurzkrimis, die in jeder Geschichte enthalten ist. Dabei begegnen wir nicht nur Dieben, Heiratsschwindlern, Ehebrechern und Mördern bei ihren Taten. Meistens werden sie von Rache, Vergeltung, Neid, Hass, Begierde, Eifersucht oder Wut geleitet. Das es in diesen Schiffen nicht nur wie im Traumschiff liebevoll zu geht, das erlebe ich in jeder Einzelnen der 19 Kriminalgeschichten, die von 17 verschiedenen Autoren verfasst wurden. Dabei zeigt das Cover schon eindeutig um was es bei diesem Buch geht. Allerdings sind nicht alle Krimis blutig und brutal, sondern mitunter einfach raffiniert und informativ geschrieben. So hatte ich fast immer den Eindruck, mitten an Bord dabei zu sein oder auf dem Ausflug an Land, wenn die Sehenswürdigkeiten Valencias, Monte Carlos, Barcelonas, Roms...., bewundert werden. Das dabei an Bord sogar ein Kommissar, ein Gerichtsmediziner, ein Arzt und ein Bestatter als Freunde ihren Urlaub mit der Partnerin verbringen, macht das Ganze noch makabrer. Schon die einleitenden Worte zu Beginn geben mir das Gefühl, am Hafen wie als Passagier im Traumschiff empfangen zu werden.Teils treffen wir die Passagiere, die da an Bord gehen, sogar in den Krimis wieder. Mitunter gibt es selbst Rachepläne, die noch rechtzeitig gut ausgehen und ebenso welche, die wirklich tödlich enden. Ehepaare, die verzweifelt sind. Ein Knochenfund, der eine Familie nach Jahren erschüttert. Ein Diebstahl, der ganz anderes ausgeht wie vermutet und noch viele weitere mehr.

    Fazit:
    Es ist ja Geschmackssache, welche Krimis man liebt, ob brutal, blutig oder eher etwas leicht. Doch hier haben mich bis auf wenige Ausnahmen alle Krimis bestens unterhalten, trotzdem die meisten eher von der harmlosen Sorte waren. Das es dabei oft zu einer ganz anderen Wendung kommt, als ich erwartet habe, hat mir gut gefallen. Jedoch das Besondere an allen diesen Krimis ist das in allen die Besichtigungen der Städte mit ihren bekannten Sehenswürdigkeiten integriert sind. Dadurch haben wir es hier nicht nur mit einer Anthologie an Kriminalgeschichten zu tun, sondern ebenso mit einem kleinen Reiseführer. Das ich dabei viele Städte nicht kannte, haben mich die Autoren mit auf die Reise ans Mittelmeer genommen. Es sind nicht nur Passagiere, die zu Tätern werden, sondern mitunter sogar das Schiffspersonal. Oft hatte ich dabei sogar das Gefühl, das so eine Geschichte selbst im wahren Leben vorkommen könnte. Das Schlimme ist, das es auf den meisten Schiffen keinerlei Sicherheit in Form von Polizei gibt und sich dadurch viele Täter recht sicher fühlen. Doch das haben inzwischen in den letzten Jahren einige Reedereien eingesehen und wer weiß, vielleicht ändert sich da etwas in naher Zukunft. Ich jedenfalls kann dieses Buch zum Beispiel für die nächste Kreuzfahrt empfehlen und gebe 4 1/2 von 5 Sterne. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3941935755

    Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Dort ermittelt auch – auf recht unkonventionelle Weise - seine Kommissarin Mara Billinsky.


    Die Rache der vergessenen Gräber


    "Die Rachsucht ist ein verkehrtes Gut, heile nicht Übel mit Übel." (Herodot)
    Frankfurt wird von einer brutalen Mordserie heimgesucht, willkürlich werden junge, erfolgreiche Menschen aus reichem Elternhaus zu Tode gefoltert. Zudem finden sie noch ein Opfer, bei dem die Identität bisher ungeklärt ist. Doch dann entdeckt Mara Billinski und Jan Rosen in Radka Steinmann jene Ballerina wieder, die auf dem Bild der Unbekannten war. Sofort ist Mara klar, dass sie etwas mit dem unbekannten Toten zu tun hat. Doch selbst das ihr eigener Sohn gekidnappt wird, schweigt sie beharrlich weiter. Was hat sie zu verbergen oder vor wem hat sie Angst? Mara ist sich sicher, dass ihr alter Bekannter Blochin wieder seine Hände im Spiel hat. Schnell wird ihre Annahme bestätigt, da alle Familien der Opfer eine Verbindung nach Russland haben. Jan Rosen ist derweil auf der Suche nach der Prostituierten Anyana, die er nicht mehr aus dem Kopf bekommt.


    Meine Meinung:
    Das Cover wieder mit einer Krähe, die als Kosename für Ermittlerin Mara Billinsky steht. Der Schreibstil ist spannend, informativ und sehr gut recherchiert. Inzwischen hat sich Mara gut in Frankfurt eingelebt und selbst mit ihrem Vorgesetzten Klimmt ist die Lage deutlich entspannter geworden. Doch der neue Fall mit den junge, intelligenten Opfern, die alle aus einem reichen Elternhaus stammen, scheint niemand im Team locker zu lassen. Außer der brutalen Folterung gibt es keine Gemeinsamkeit. Doch dann tauchen weitere Opfer außerhalb Frankfurts auf und Rosen entdeckt, das die Familien ihre Namen geändert haben. Zudem wendet sich die ehemalige Ballerina Radka Steinmann an die Polizei, weil ihr Sohn gekidnappt wurde. Da fällt Mara ein, wo sie diese Frau schon einmal gesehen hat. Zufälligerweise kennt Maras Vater Radka sehr gut aus der Vergangenheit. Er unterstützt sie, indem er versucht, mehr aus ihr herauszubekommen und gerät dabei in Lebensgefahr. Derweil ist Jan Rosen wie verändert, die flüchtige Bekanntschaft der Prostituierten Anyana beschäftigt ihn total. Er macht sich auf die Suche nach ihr, will ihr helfen und findet sie auch. Was jedoch nicht nur für ihn zu einer großen Gefahr wird. Im 5 Mara Billinsky Fall wurde wieder ein interessantes Thema ausgewählt. Den es geht um "Pominalnij stol" eine russische Gedenkfeier, bei der es in der Vergangenheit zu einem Schicksalsschlag kam. Mehr will ich allerdings nicht verraten, das solltet ihr lieber selbst lesen. Dass es jedoch so etwas wirklich im realen Leben gab, hätte ich niemals vermutet. Man findet zwar recht wenig dazu, doch das, was ich fand, war umso unfassbarer. Chapeau, da hat der Autor diesmal wirklich eine Thematik, die zwar wieder einmal nach Russland führt, doch für mich total neu war. Besonders gut gefiel mir, wie er den Spagat zwischen den Erlebnissen Rosens und daneben der eigentliche Fall. Durch den ständigen Wechsel der Handlungen bleibt der Spannungsbogen recht hoch und die etwas zähe Ermittlungsarbeit spiegelt dagegen die Realität wider, was mir sehr gut gefiel. Ebenso die einzelnen Charaktere, die wieder sehr gut ausgedacht waren, allen voran Mara. Dass ihre Beziehung zu ihrem Vater Edgar inzwischen deutlich besser ist, gefällt mir besonders gut. Dass der Täter so agiert, konnte ich einerseits verstehen, anderseits war es schon hart, was er seinen Opfern antat. Schade nur, dass die wichtigen Personen zu viel Einflüsse haben, um immer wieder ihrer Strafe zu entkommen. Wie herzlos sie dabei sind und sogar in der eigenen Familie über Leichen gehen, fand ich schon krass. Für mich einer der besten Fälle aus einer interessanten Thrillerreihe, die ich wärmstens empfehlen kann und von mir gibt es erneut 5 von 5 Sterne. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3404180933

    Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur und Romancier. Sein Kinodebüt ›Scherbentanz‹ (mit Jürgen Vogel, Margit Carstensen und Nadja Uhl) machte ihn zum Shootingstar einer neuen Generation von Filmemachern. Spätere Filme (darunter ›Die Blumen von gestern‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Chris Kraus hat bisher drei Romane geschrieben und ist damit auch international erfolgreich. Der Autor lebt in Berlin.

    Leben heißt manchmal jeden Tag zu kämpfen


    "Was auch immer für ein Ende mir das Schicksal bestimmt hat, ich werde es ertragen." (Lucius Annaeus Seneca)

    Der junge Modedesigner Jesko, der ein Faible für Röcke hat, ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Knochenmarkspender. Die letzte Möglichkeit scheint seine psychisch kranke Mutter zu sein, auf die er in der elterlichen Villa trifft, wo man ihn heimlich unter einem Vorwand angelockt hat. Doch Jesko weigert sich erst mal, die Mutter als Spenderin anzunehmen. Viel zu präsent sind in ihm noch die Erinnerung an seine Kindheit und das, was er und sein Bruder mit seiner Mutter erleben mussten. Doch hat Jesko überhaupt eine andere Wahl, wenn er nicht sterben möchte?


    Meine Meinung:

    Das Cover fand ich schon ein wenig eigenwillig, ich konnte erst etwas damit anfangen, als ich in die Geschichte eingetaucht bin und erfuhr, das Jesko dieses Faible für Röcke hat. Der Schreibstil ist gut, jedoch empfand ich ihn sehr oberflächlich. Leider wird mir viel zu wenig in die Vergangenheit der Familie und selbst in die des Familienoberhaupts eingegangen. Der Autor beschreibt zwar sprachgewaltig die Familie, die eigentlich schon lange keine Familie mehr ist. Sodass selbst ich als Leser nach und nach mitbekomme, was in dieser Familie schiefgelaufen ist. Zwar werden manche Aussagen nur oberflächlich und größtenteils durch die Blume angedeutet. Was das Lesen der Geschichte nicht gerade einfacher für mich macht. Alle Mitglieder der Familie haben für mich im Grunde ihre ganz eigene Problematik, die sie mit sich herumschleppen. Kein Wunder bei dem, was jeder Einzelne erleben musste. Jesko scheint das schwarze Schaf der Familie zu sein, weshalb er schon recht früh weggegangen ist. Seinen großen Halt findet er in einem blauen Buch von Seneca, das er immer bei sich trägt. Dass man Jesko zu seiner kranken Mutter ins ehemalige Haus der Tanten einquartiert, statt ihn zu sich in die Villa zu nehmen, hat mich ebenfalls ein bisschen verwirrt. Scheint es daran zu liegen, das sie an ihm hängen und sie Jesko helfen möchten? Oder will man ihn nicht zu nahe bei sich haben? Dass er dazu noch als Kranker das komplette Haus putzen muss, fand ich schon recht schräg und ungerecht. Dass er überhaupt an so ein zu Hause zurückkehrt, war für mich unverständlich. Doch vielleicht war es wirklich nur aus Verzweiflung, weil er sich Hilfe von seiner Familie erhofft hat. Doch irgendwie scheint dieses zu Hause wieder seine Erinnerungen an früher zu wecken. Seine Probleme, die er zu Anfang mit Ansgars Freundin Simone hat, konnte ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen, war es aus Eifersucht? Immer stärker wird mir die Unterschiedlichkeit der Brüder klar. Während Jesko doch mehr von seiner Mutter hat, scheint Ansgar dem Vater total hörig zu sein. Doch Jesko scheint nach 20 Jahren Trennung von seiner Mutter zum ersten Mal klar zu sein, das die Probleme von ihr eigenen Ursachen hat. Nie wurde über bestimmte Vorkommnisse gesprochen. Selbst heute noch lässt der patriarchische Vater sich nicht in alle Karten blicken. Für mich war es ein erschreckendes, frustrierendes Familienbild, das hier der Autor beschreibt. So ganz klar bin ich am Ende trotz allem nicht geworden, was der Autor mir damit wirklich sagen wollte. Den ich glaube oder hoffe nicht, dass es so eine chaotische Familie wirklich gibt. Der schwarze Humor dagegen stimmte mich eher traurig, als das ich lachen konnte. Mir wäre es lieber gewesen, er hätte manche Szenen deutlicher und detaillierter dargestellt. So jedoch blieben bei mir nach dem Buch viel zu viele Fragen unbeantwortet. Ich hatte da doch mehr erwartet anhand des Klappentextes deshalb von mir nur 3 von 5 Sterne.


    ASIN/ISBN: 3257071353

    Raymond Chandler, geboren 1888 in Chicago, wuchs in England auf. Er übte verschiedenste Berufe aus, bevor er ab 1932 ernsthaft zu schreiben begann. Chandler wurde nicht nur mit seinen Romanen um den Privatdetektiv Philip Marlowe zum Klassiker der Kriminalliteratur. Er verfasste auch berühmte Drehbücher für Billy Wilder und Alfred Hitchcock. Raymond Chandler starb 1959 in La Jolla, Kalifornien.


    Eine Schwester auf der Suche nach dem Bruder



    "Was verdienen Sie so Mr. Marlow?" "Vierzig Dollar pro Tag plus Spesen. Das verlange ich. Manchmal auch fünfundzwanzig. Auch schon mal weniger." (Buchauszug)
    Orfamay Quest ein unschuldiges Wesen aus einer kleineren Provinz Kansas, kommt in die große Stadt, um nach ihrem Bruder Orrin zu suchen. Dieser hat sich länger nicht bei seiner Familie gemeldet, weshalb sie sich Sorgen machen. Zumindest ist es dies ihre Variante, die sie Privatdetektiv Philip Marlowe versucht weiß zu machen. Orfamays unschuldiger Blick, ihre Naivität scheinen jedoch Marlowe anzuziehen, weshalb er den Auftrag annimmt, obwohl er keine große Lust dazu hat. Doch immer mehr Ungereimtheiten stellen klar, das Orfamay ihm die ganze Wahrheit verschwiegen hat. Doch Marlowe findet irgendwann heraus, was sie vor ihm zu verbergen versucht. So entdeckt er unter anderem das Orfamays Schwester als Schauspielerin in Hollywood arbeitet und das Geheimnis um ihren Bruder.


    Meine Meinung:
    Zufällig bin ich an dieses Buch geraten, als ich bei einer Leserunde das falsche Buch bekam. So dachte ich mir, warum nicht, dann lese ich eben doch mit, obwohl mich der Klappentext nicht überzeugt. Man sollte vielleicht doch auf sein Bauchgefühl hören, den mit diesem Buch habe ich mir keinen Gefallen getan. Mir sagte zwar der Name Philip Marlowe etwas, jedoch das Chandler der Vorreiter der späteren Kriminalromane war, das wusste ich bis dahin nicht. Der Sprache ist trotz neuer Übersetzung zwar ok gewesen, doch die Ausdrucksformen sind meiner Ansicht nach eher grenzwertig. Einiger seiner Dialoge sind recht witzig und manche durchaus gut gemacht. Doch Chandler zeigt hier leider ein wirklich unschönes, bedenkliches Frauenbild auf, bei dem es keine Ausnahmen gibt. Zudem hat es ihm die Filmindustrie Hollywoods angetan, mit der er hier in diesem Buch anscheinend versucht abzurechnen. Fast alle Frauen werfen sich Marlowe an der Hals, als wenn er der größte Gigolo ist, derweil empfinde ich ihn eher als eine Art Colombo-Magnum Verschnitt zum Einschlafen. Marlowe glaubt sogar, dass die Frauen einen Mann regelrecht schwach machen, sodass dieser gar nichts anders kann, als zuzugreifen. Gerade im Zeitalter der heutigen MeToo-Bewegung empfinde ich dieses Frauenbild einfach nicht mehr zeitgemäß. Natürlich muss man vorstellen, dass dieses Buch kurz nach dem Krieg entstanden ist und da vieles sicher anders war. Doch möchte ich so was unbedingt heute noch in einem Krimi lesen. Außerdem hab ich den Eindruck, das Chandler die Problematik Hollywoods, das sich Frauen damals für eine gute Rolle eben hochgeschlafen musste, aufzeigen wollte. Auch Marlowes Einstellung zu Arbeit empfand ich gewöhnungsbedürftig, ich hatte nicht den Eindruck, dass ihm sein Job wirklich Spaß macht. Selbst seine Ermittlungen können mich nicht voll überzeugen. So weiß ich bis heute nicht, wie Marlowe an manche Informationen gekommen ist. Das Buch wurde für mich von Seite zu Seite immer verworrener und ich konnte irgendwann gar nicht mehr richtig folgen. Ebenso hält sich die Spannung in Grenzen, sodass die Geschichte immer ermüdender für mich wurde. Selbst wenn Chandler der Vater der Kriminalgeschichten sein soll, war dies sicher mein einziges Buch, das ich von ihm gelesen habe. Deshalb kann ich hier nur 2 von 5 Sternen geben. :thumbdown:


    ASIN/ISBN: 3257071396

    Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

    Ein Findelkind und die Suche nach dem Weihnachtsbaum


    "Jeden Tag ein bisschen Liebe verschenken, heißt jeden Tag ein bisschen Weihnachten haben." (Monika Minder)

    Es ist einer der kältesten Winter im Berlin der Nachkriegszeit 1949. Die Menschen leben mit dem wenigen, was sie haben. Sie leiden an Hunger und Kälte, weil sie oft in ihren ausgebombten Häusern leben und es kaum noch Holz zum Heizen gibt. Zudem kommen jetzt noch Flüchtige aus dem Osten Deutschlands dazu, die ebenfalls Wohnraum benötigen. Selbst das große Kaufhaus Thalheim liegt in Trümmern und die Familie wohnt unter einfachen, bescheidenen Verhältnissen. Ein kleines provisorisches Kaufhaus soll derweil die Familie über Wasser halten, doch es läuft nur mäßig gut, weil die Menschen nach dem Krieg kein Geld für Kleider haben. Eines Nachts findet Rike den total durchgefrorenen, kranken Erich vor dem Kaufhaus. Er erinnert sie ein wenig an ihren Bruder Oskar. Sie kann den Jungen unmöglich in der Kälte liegen lassen und nimmt ihn mit nach Hause. Erichs Geschichte erschüttert die ganze Familie Thalheim. Deshalb wollen sie für Erich ein besonderes Weihnachten ausrichten.


    Meine Meinung:
    Das wunderschöne Cover stimmt mich sofort in die Weihnachtszeit der Nachkriegszeit. Nach der Thalheim-Trilogie kehre ich jetzt wieder zurück an die Anfänge der Familie nach dem Krieg, als sie noch recht bescheiden leben musste. Die Autorin zeigt in diesem Buch, das es nicht immer selbst verständlich ist, prächtige Weihnachtsfeste zu feiern. Gerade dessen sollten wir uns heute wieder bewusst machen, dass man durchaus bescheiden und ruhig diese Tage feiern kann. Mit dem überraschenden Fund des kleinen Erichs kommen ein wenig Erinnerungen an ihren Bruder Oskar wieder und die Geschichte wird zusätzlich interessant. Wie hart es für die Menschen aus dem Osten gewesen ist. Sie mussten in das zerbombte Deutschland flüchten und dabei alles zurücklassen. Oft haben sie dabei noch Angehörige verloren, die durch die Flucht gestorben oder gar erfroren sind. Dazu noch die Schikanen, wenn sie bei Fremden zwangseinquartiert wurden. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sich diese Menschen damals gefühlt haben. Den zu der Zeit hatten ja selbst viele im Westen nur das Nötigste an Proviant oder Holz zum Heizen. Schon alleine das Gedicht zu Beginn des Buches gibt Aufschluss, wie sich ein Erich Kästner zu dieser Zeit gefühlt hat. Was Erich mitmachen musste und wie einfallsreich die Thalheims sind auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum und einem Braten, das zeigt dieser Kurzroman. Natürlich haben gerade die Jüngsten ihre Erwartungen zum Fest. Flori hätte gerne einen schönen Weihnachtsbaum, Claire dagegen macht sich Sorgen um das Weihnachtsessen. Gerade da wird mir wieder einmal mehr klar, wie gut es uns heute geht. Selbst wenn wir in diesem Jahr wegen Corona etwas einfachere Weihnachten feiern werden, müssen wir doch zumindest nicht hungern und frieren. Weihnachten am Ku ´damm ist nicht nur ein Buch zum Einstimmen auf Weihnachten, sondern ich glaube, es ist zudem ein gutes Vorlesebuch für die Festtage. Den das Buch berührt, macht nachdenklich und vielleicht bewegt sich in manch einem Leser etwas. Für mich war es noch mal ein schöner Rückblick auf die Familie Thalheim. Und wer jetzt neugierig geworden ist, dem kann ich die Trilogie über die Thalheim-Schwestern nur ans Herz legen. Von mir gibt es für diese herzliche Geschichte 5 von 5 Sterne.
    :thumbup:



    ASIN/ISBN: 3805200730

    Denise Hunter hat bereits über 20 Romane geschrieben, die in den USA mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurden. Neben dem Schreiben genießt sie es, mit ihrer Familie zu reisen und Schlagzeug zu spielen. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen lebt sie in Indiana.



    Lügen haben kurze Beine und führen mitunter ans Ziel


    "Murphy mochte nicht besonders talentiert im Dekorieren sein, doch sein großes Herz machte das allemal wett." (Buchauszug)

    Layla O´Reilly jobbt nebenher in Cappys Pizzeria, weil sie als Innenausstatterin zu wenig Geld verdient. Auf ihren Gast Seth Morgan ist sie nicht gerade gut zu sprechen. Diesem gibt sie nämlich die Schuld, dass ihr Verlobter Jack sich mit ihrer Cousine Jessica eingelassen hat. Nun steht die Hochzeit der beiden bevor und ausgerechnet Cooper ihr Begleiter wird krank. Stattdessen bietet sich Seth an, sie zu begleiten. Sie konnte ja nicht ahnen, dass er an dem Abend verkündet, dass sie beide verlobt sind und an Weihnachten heiraten werden. Wie soll sie jetzt aus dem Schlamassel wieder herauskommen, wenn inzwischen nicht nur die Familie, sondern all ihre Freunde davon wissen. Doch dann bekommt Layla plötzlich ein geschäftliches Angebot, das sie nicht abschlagen kann. Und damit sie sich als Ausstatterin präsentieren kann, möchte sie zusammen mit Seth sein Haus dekorieren für das alljährliche Stille-Nacht-Event. Darum müssen sie das Lügenmärchen unbedingt belassen, den Laylas berufliche Zukunft steht auf dem Spiel.


    Meine Meinung:
    Das winterliche Cover mit dem küssenden Paar passt sehr gut zum Inhalt. Denise Hunter steht bekanntlich für romantische christliche Liebesgeschichten und hat hier einen Kurzroman geschrieben. Ich habe mich schon sehr auf diese Geschichte der Kleinen-Auszeit Reihe gefreut, gerade weil mir ihre Romane so gut gefallen. Der locker gefühlvolle Schreibstil lässt dabei die Seiten nur so dahinfliegen und 160 Seiten ist dieses Buch eine geeignete Entspannung für einen Wintertag. Der Plot ist zwar recht durchschaubar und simpel, doch gerade durch die weihnachtliche Stimmung und die christlichen Akzente wirkt das ganze harmonisch. Dabei gefallen mir besonders ihre Charaktere recht gut. Da wäre die motivierte, ehrgeizige und etwas freche Layla, deren Unmut gegen Seth kann ich ein wenig nachempfinden. Den charmanten, liebenswürdigen und gut aussehenden Seth fand ich sofort sympathisch. Dass er ein ehrlicher Typ ist, der nun bestraft wird, weil sein Freund Jack fremdgegangen und die Verlobung gelöst hat, finde ich nicht gerecht. Den jeder ist doch für seine Fehler selbst verantwortlich. Allerdings wenn dann die Hochzeit seines Ex bevorsteht, dann kann ich Layla Unmut irgendwie schon verstehen. Jessica dagegen finde ich gleich unsympathisch. Gerade ihre arrogante, eingebildete und argwöhnische Art, als sie Seth und Layla zusammen sieht, fand ich total daneben. Sie scheint sofort zu spüren, dass die beiden lügen, als sie von ihrer Verlobung hört. Schon alleine deshalb kann ich die Lügen von Seth verstehen, den er wollte ja eigentlich nur Layla gut dastehen lassen. Beeindruckend finde ich wie die Autorin dieses Lügenmärchen mit einem weihnachtlichen Event und der beruflichen Karriere von Layla kombiniert. Dabei bekomme ich beim Lesen immer mehr Lust auf Weihnachten, besonders wenn man so liest, was sich Layla an Dekorationen für dieses Event einfallen lässt. Mir gefällt, dass sich die beiden dabei immer näher kommen und Layla mit der Zeit zur Erkenntnis kommt, das Seth gar keine Schuld trifft. Trotzdem bleibt die Lüge, die Layla Gewissen immer mehr belastet. Lassen Sie sich verzaubern mit dieser Kleinen-Auszeit, die gerade jetzt in unsere diesjährige problematische Zeit passt. Von mir gibt es dafür 10 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3963621591

    Brigitte Riebe für promovierte Historikerinnen ist es nicht unbedingt typisch, dass sie historische Romane zu verfassen. Doch Brigitte Riebe, 1953 in München geboren, hat sich nach ihrer Tätigkeit als Lektorin genau dafür entschieden. Sie möchte, wie sie sagt, „Geschichte durch Geschichten erzählen.“ Ihr erster Roman, „Palast der blauen Delphine“, erschien 1994, zahlreiche weitere schriftstellerische Reisen in die Vergangenheit folgten. Inzwischen ist sie im 20. Jahrhundert angekommen mit "Marlenes Geheimnis" (Diana Verlag, 2017) und der Trilogie (Rowohlt/Wunderlich Verlag) über das Berlin der 50er Jahre.



    Wenn die Liebe und Ehe nach Jahren ins Wanken gerät


    "Fremdgehen ist eine Entscheidung und kein Fehler, denn Fehler passieren unüberlegt." (Pinterest)

    In einem einzigen Moment kann eine gut gehende Ehe zerbrechen. Dies muss Susa Bergmann erkennen, als sie durch Zufall von der Zweitwohnung ihres Mannes mit Frau und Kind erfährt. Susas Leben ist von da an nicht mehr dasselbe, hat sie doch ihren Mann Wolf immer geliebt. Dass diese Beziehung schon über 5 Jahre geht, gibt ihr noch den Rest, besonders da einige ihre Freunde es schon längst wussten. Kurzerhand zieht sie wieder bei ihrer Mutter Romy ein, bis sie eine geeignete Wohnung findet. Doch dann offenbart auch Romy ein langgehütetes Geheimnis über ihren Vater nämlich, das sie eine Halbschwester hat. Der Gedanke daran lässt Susa nicht mehr los und sie macht sich auf die Suche nach ihr. Gleichzeitig lernt sie den Mieter des Dachgeschosses näher kennen. Doch wird Susa überhaupt einer neuen Liebe eine Chance geben?


    Meine Meinung:
    Das wundervolle Cover mit der nachdenklichen Frau, die vor dem Haus steht, gefällt mir. Dabei muss ich jetzt im Nachhinein an Susa denken und wie sie sich vielleicht von ihrem zu Hause verabschiedet. Der Schreibstil ist interessant, romantisch, emotional und bewegend. Die kurzen Kapitel fliegen nur so dahin, den auch sonst bin ich auch diesmal wieder von dem Buch der Autorin begeistert. Die Überraschung, dass ihr Mann Wolf eine Affäre hat, trifft Susa wirklich hart. Doch noch schlimmer ist es zu sehen, dass er ein Kind mit der anderen Frau hat. In Rückblenden erkenne ich es dann den Susa wollte immer Kinder, doch ein Schicksalsschlag lässt das nicht zu. Mir gefällt gut, das Susa gerade in diesen nochmals Revue passieren, wie alles damals begann und wie schön ihre Liebe und die Ehe mit Wolf war. Dabei entdecke ich allerdings außerdem, dass schon damals vieles nicht so gut gelaufen ist, wie Susa vielleicht empfand. Unter anderem haben die beiden viel zu früh geheiratet und vor allem ihre Mutter und Freunde hatten immer Probleme mit ihrem Ehemann. Waren das schon Zeichen, dass Susa vielleicht doch den falschen Mann gewählt hatte? Brigitte Riebe nimmt mich mit in eine traurige Ehegeschichte, die gleichzeitig ein langgehütetes Familiengeheimnis lüftet und der Beginn einer neuen Liebe wird. Gerade die verschiedenen Wirrungen der Geschichte und die beiden Handlungsstränge macht dieses Buch lesenswert. Ich jedenfalls konnte es nicht mehr aus der Hand legen, weil ich immer wieder wissen wollte, wie es weitergeht. Besonders die Suche nach der Halbschwester offenbart am Ende eine große Überraschung, die ich fast ein wenig gehofft hatte. Die Charaktere sind wieder äußerst gut durchdacht. Dabei gefällt mir die sympathische, kreative und natürliche Susa am besten. Wolf dagegen ist eher dominant, vielleicht sogar etwas egoman und chauvinistisch veranlagt. Dass er ohne Skrupel seine Frau über Jahre mit einer anderen Familie betrügt, fand ich schon dreist. Gefallen haben mir aber auch ihre Mutter Romy und besonders gut ihre tolle Freundin Bille, mit der sie über alles reden kann. Dass man am Anfang einer Beziehung noch geblendet ist von einer rosaroten Brille der Verliebtheit, dass erlebt man hier besonders gut. Ein wundervoll leichtes Buch über das Leben, Schicksal, Enttäuschung und Liebe, das ich definitiv empfehlen kann und dem ich 10 Eulen gebe. :thumbup:


    ASIN/ISBN: B08K941R6F



    Dania Dicken, Jahrgang 1985, schreibt seit der Kindheit. Die in Krefeld lebende Autorin hat Psychologie und Informatik studiert und als Online-Redakteurin gearbeitet. Mit den Grundlagen aus dem Psychologiestudium schreibt sie Psychothriller zum Thema Profiling. Bei Bastei Lübbe hat sie die Profiler-Reihe und "Profiling Murder" veröffentlicht, im Eigenverlag erscheinen "Die Seele des Bösen" und ihre Fantasyromane. Die Thriller-Reihe um die angehende FBI-Profilerin Libby Whitman ist ihr neuestes Projekt. Aktuelle Informationen: http://www.blog-und-stift.de


    Deine Schmerzen sind Musik in meinen Ohren


    "Die Zeit heilt viele Wunden, doch sorgen die Narben dafür, dass der Schmerz nie in Vergessenheit gerät." (Manuela Zimmermann)

    Wieder zu Hause von Julie und Kyles Hochzeit erhält Libby Tage später einen Anruf von Kyle. Seine Kollegen kommen mit einer Mordserie an jungen Frauen nicht weiter. Leider ist dies nicht alles, den die Opfer wurden während ihrer Gefangenschaft schrecklich gefoltert. Mit Messerstichen und Verstümmelungen übersät tötet man sie am Ende. Für das Team der BAU aus Quantico steht fest, das sie in diesem Fall dringend helfen müssen. Schnell stellen die Profiler fest, dass der Täter aktuell sicher weitere Frauen in seiner Gewalt hat. Als die lang Vermisste Mary Jane Cox verletzt auftaucht, erhoffen sie sich von ihr weitere Hilfe. Doch die traumatisierte Mary Jane muss erst mal Vertrauen aufbauen, in Libby scheint sie es gefunden zu haben. Doch schnell spürt Libby, dass es Ungereimtheiten bei ihren Aussagen gibt.


    Meine Meinung:
    In Band 5 um Profilerin Libby Whitman geht es dieses Mal erneut um einen brutalen Serientäter, der schon seit Jahren sein Unwesen rund um New York treibt. Dass er Frauen über Jahre gefangen und schwer foltert, belastet Libby sehr. Ich kann gut verstehen, dass dabei viele Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit hochkommen. Doch ihr ist klar, dass sie den Täter schnell finden müssen, um das Schicksal der Frauen zu beenden. Schön, dass Nick Julie als Beraterin mit dabei haben möchte, die gerade über die Thematik ihre Doktorarbeit schreibt. Zwar ist Täter kein Sexualverbrecher, sondern seine Vorliebe für Schmerzen scheint ihm Erregung genug zu sein. Doch auch dies ist nicht gerade besser. Für die BAU wird es ein Wettlauf auf Zeit, um den Täter zu finden? Die Autorin hat sich erneut einen wahrlich schrecklichen Serientäter ausgedacht. Das dabei Parallelen zu realen Tätern eine Rolle spielt, hat mich erschüttert. Unfassbar, dass es solche kranken Menschen wirklich gibt. Ebenso entsetzlich fand ich mitunter die Einblicke in die Gedankenwelt der Frauen. Doch bekomme ich dabei eine Vorstellung, was diese Frauen psychisch und physisch mitmachen. Schon der Prolog beschert mir eine wahre Gänsehaut, weshalb dieses Buch nichts für Zartbesaitete ist. Den die Gräueltaten des Serientäters sind wirklich heftig. Gleichzeitig erfahre ich dabei immer mehr über seine Motivation und sein Leben. Besonders Libby als Ermittlerin ist hier wieder überaus stark, ihr Einfühlungsvermögen und Spürsinn bringen recht schnell Licht ins Dunkel. Erneut spüre ich, dass die Autorin hier wieder ihr ganzes Wissen und Herzblut in dieses Buch gelegt hat. Das Privates und Dienstliches bei den Hauptcharakteren wieder gut einfließen, gefällt mir. Genauso fand ich ihre Diskussion über den Patriotismus Amerikas interessant. Allerdings müssen sich die Leser darüber im Klaren sein, dass dieses Buch erste der Auftakt zu einem größeren Abenteuer ist. Schade, dass diesmal der Spannungsbogen in der Mitte des Buchs etwas abflacht und es einen fiesen Cliffhanger am Ende gibt. Trotzdem bin ich neugierig auf die Fortsetzung, gebe eine Empfehlung und 9 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B0875QD6QS

    Elizabeth Goddard hat Computertechnologie studiert und mehrere Jahre in dieser Branche gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Mutter von vier inzwischen fast erwachsenen Kindern und lebt in Michigan.



    Ich habe einen Mord gesehen


    "Der Herr ist eine starke Festung: Wer das Rechte tut, findet bei ihm sichere Zuflucht." (Spr. 18, 10)

    Harper Reynolds braucht eine Auszeit als Tatortfotografin, weshalb sie sich nun der Naturfotografie widmet. Während ihres Besuchs in der alten Heimat Wyoming beobachtet sie beim Fotografieren eines Schwarzbären durch Zufall den Mord an einer jungen Frau. Bei der Flucht verliert sie allerdings ihre Ausrüstung und damit die einzigen Beweisfotos. Als der Sheriff und sein Team keine Leiche finden, bezweifeln sie Harpers Beobachtungen. Doch Harper lässt sich nicht so schnell abwimmeln und ermittelt auf eigene Faust. Lediglich Heath McKade glaubt ihr und unterstützt sie. Nach einem Anschlag auf Harper versucht er sie nun vor dem Täter zu beschützen. Doch keiner der beiden ahnt, in welches Wespennest sie gestochen haben.


    Meine Meinung:
    Nach "Das Verschwinden der Jamie Mason" ist dies nun der zweite christliche Abenteuerroman über die Gebrüder McKade. Erneut ist der Schreibstil wieder spannend, romantisch und mit christlichen Wertenvorstellungen versehen. Während es beim letzten Mal um Austin ging, betrifft es diesmal seinen Bruder Heath. Inzwischen hat er seine Gästeranch soweit ausgebaut, sodass er Gruppen bei sich beherbergen kann. Zudem arbeitet er ehrenamtlich als Hilfssheriff. Die Begegnung Harpers ist für Heath sehr überraschend, den seine Jugendfreundin ist kurz nachdem Tod des Vaters weggezogen. Dass sie sich nach der langen Zeit wiedersehen würden, ist für beide unverhofft. Doch noch immer scheinen sie etwas für einander zu empfinden. Jedoch haben beide in den letzten Jahren viel Leid und Schmerz durchgemacht, den sie noch nicht verarbeitet haben. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie Schwierigkeiten haben, sich anzunähern. Doch da Harper und mit ihr sogar ihre Schwester Emily in Gefahr schweben, versucht Heath alles, um sie zu schützen. Leider kann er den Täter nicht davon abhalten, weiter zu agieren. Wie schon in ihrem letzten Buch geht es diesmal wieder um eine abenteuerliche, spannende Geschichte und gekoppelt mit einer romantischen Liebe. Doch im Gegensatz zum ersten Band blieben für mich viele Fragen zur Motivation des Täters offen. Selbst am Ende fehlte mir eine genauere Aufklärung der Mordmotive. Das, was die Autorin dem Leser bietet, war mir etwas zu flach und oberflächlich. Da hätte ich mir deutlich mehr Aufklärung gewünscht. Besonders da sie immer wieder Einblicke in die Gedankenwelt des Täters bietet. Ich finde, da hätte man schon detaillierter das Motiv einfließen lassen können. Die Charaktere dagegen haben mir wieder gut gefallen, selbst wenn sie wieder sehr zurückhaltend und zaghaft sind. Die sympathische, ehrgeizige Harper wirkt auf mich sehr sensibel und belastet, was sicher durch die schlimme Vergangenheit und an ihrer Arbeit liegt. Sie lässt alles einfach zu sehr an sich heran, weshalb sie die Beobachtungen im Wald auch nicht kaltlassen. Heath ist ähnlich durch die Vergangenheit geprägt und verletzt. Trotzdem ist er ein verantwortungsbewusster, ehrlicher und bescheidener Mensch. Beide passen für mich sehr gut als Paar zusammen, doch leider stehen sie ihrer Liebe selbst sehr oft im Wege. Zudem bemerkenswert fand ich den ehrgeizigen Sheriff Taggart, die gläubige, herzliche Haushälterin Evelyn und Nachbarin Lori, die überaus hilfsbereit ist. Selbst wenn der zweite Band für mich ein wenig schwächelt, gebe ich ihm noch 8 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3963621567

    Robert Bryndza wollte schon als kleiner Junge Autor werden. Da er sich aber nicht vorstellen konnte, wie er davon leben solle, hat er den Plan nach der Schule erst einmal auf Eis gelegt, ging zur Schauspielschule und wurde Schauspieler. Heute sind seine Bücher Bestseller und wurden in 29 Sprachen übersetzt. Der Brite lebt mit seinem Ehemann in der Slowakei.


    Ein kranker Fan, der für sein krankes Idol tötet


    "Ich prophezeie den Untergang des Kannibalismus. Der Mensch ekelt den Menschen." (Stanislaw Jerzy Lec)

    Der letzte Leichenfund des Nine Elms Cannibal, wird für Kate Marschall für immer ein einschneidendes Erlebnis sein. Den an diesem Tag überwältigt sie den gesuchten Serientäter, der zudem ein Kollege von ihr ist. Sie überlebt schwer verletzt und traumatisiert den Angriff von ihm. 16 Jahre später Kate ist durch die Ereignisse nicht mehr im Polizeidienst. Stattdessen arbeitet sie als Dozentin für Kriminologie. Eines Tages bittet Malcom Kate nach seiner vor zwanzig Jahren verschwundenen Tochter Caitlyn zu forschen. Kate ahnt nicht, dass sie dabei wieder in die Ereignisse von damals hineingezogen wird. Zur selben Zeit wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die auf dieselbe Art und Weise getötet wurde, wie es der Nine Elms Cannibal es getan hat. Aber wie kann das sein, er sitzt seit 16 Jahren hinter Gittern?


    Meine Meinung:

    Das erste Buch der Kate Marschall Reihe war für mich eine wirkliche Überraschung. Bekannt wurde der Autor durch die Erika Foster Reihe, doch für mich ist es sein erstes Buch gewesen. Der Schreibstil ist gleich von Beginn an überaus spannend, informativ und interessant. Dadurch kann ich es als Leser kaum aus der Hand legen. Es geht um Kate, eine Detektivin der Metropolitan Police (MP), die vor 16 Jahren den gefährlichen Serientäter Nine Elms Cannibal zur Strecke brachte. Dabei wird jedoch ihre Karriere bei der MP zerstört und Kate verfällt dem Alkohol. Inzwischen ist sie trocken und Dozentin an der Uni. Doch Kate wird erneut in den Fall von damals verwickelt, durch die Spurensuche nach der Tochter. Außerdem bekommt sie es mit einem Nachahmer, der sich Fan nennt und der die Taten des Nine Elms exakt kopiert zu tun. Zusammen mit ihrem Assistenten Auf Spurensuche nach Caitlyns Leben geht sie zusammen mit Assistent Tristan. Was eigentlich gar nicht zu ihren Aufgaben gehört und da beginnen die Punkte, die ich bemängeln muss. Den für mich greifen Kate und Tristan viel zu oft in die Polizeiarbeit ein. Sie geben sich einfach als private Ermittler aus, obwohl sie nicht mal eine Lizenz dafür haben. Ob das rechtens ist in England, bezweifle ich. Ebenso gab es ein paar Zeitfehler und auch die Zustände, wie der Nine Elms Cannibal inhaftiert ist und agieren konnte, empfand ich mitunter fragwürdig. Viel zu viele Fehler passierten oder wurden nicht entdeckt. Bei einem Vorfall kommt es sogar zu einem tödlichen Angriff. Trotzdem war für mich dieses Buch überaus spannend, sodass ich über einige dieser Fehler hinwegsehe. Was sicher auch an dem krassen Thema lag, das bisher nur selten behandelt wurde. Kannibalismus ist schon echt heftig und ich muss sagen, der Autor schildert wirklich einiges ziemlich drastisch. Deshalb sollte man absolut gute Nerven haben für dieses Buch. Die Charaktere waren ausgezeichnet dargestellt, allen voran Kate, die hier als brillanten Figur wirklich herausragt. Zwar noch immer gezeichnet von ihrem Trauma und der Zeit als Alkoholikerin, zweifelt sie öfters an sich selbst. Doch durch ihre Entschlossenheit und starken Willen bleibt sie weiter dran. Was sicherlich an Freundin Meghan und Tristan liegt, mit denen sie über alles reden kann. Bei Serientäter Peter Conway hatte ich des Öfteren wirklich Gänsehaut. Der Autor beschreibt diesen kranken Psychopathen und Kannibalen wirklich ausgezeichnet. Eine richtige Wut hatte ich teils auf seine Mutter Enid. Eine Frau, die für mich eigentlich viel zu früh Mutter wurde und dementsprechende Fehler gemacht hat. Doch mehr möchte ich nicht verraten, ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen und gebe 9 Eulen. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3404183819

    Julian Hannes alias Jarow gehört mit über 1,9 Mio YouTube Abonnenten zu den angesagten YouTubern in Deutschland. Bekannt wurde er durch seine Formate „Kranke Welt“ und „X-Faktor“, in denen er seien Leidenschaft für ungeklärte Mysterien und wahre Verbrechen zum Ausdruck bringt. In seinen Videos berichtet er unter anderem über kontroverse und schlimme Dinge, die in der Welt geschehen und fasziniert seine Community mit gruseligen Horrorgeschichten und unlösbaren Rätseln. Sein erster Titel „Die Welt ist böse“ erschien 2018 und war auf der SPIEGEL ONLINE-Bestsellerliste.


    Jeder Mensch kann zum Bösewicht werden


    "Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." (Friedrich Nietzsche)

    Dreizehn reale Kriminalfälle lassen uns als Hörer miterleben und nachempfinden. Julian Hannes alias Jarow ist schon länger bekannt durch seinen Youtube-Kanal, bei dem er den Hörern mit seinen Beiträgen eine Gänsehaut beschert. Doch nicht nur die Verbrechen stehen bei ihm im Vordergrund, sondern ebenso Fragen zum Täter und dem Tatmotiv. Er schildert hier nicht nur die grausame Tat, sondern auch das Wissen um die darin verwickelten Personen. Dabei interessiert er sich unter anderem auch für die Schicksale hinter der Tat, nämlich für die Opfer und ihre Familien. Das Böse ist überall und kann zu jederzeit und immer zuschlagen.


    Meine Meinung:

    Das Cover mit dem bösen Blick, den die Augen hinter der Maske ausstrahlen, stimmt einen schon auf dieses Hörbuch ein. Zudem die tiefen Stimmen der beiden Sprecher Julian Horeyseck und Matthias Lühn die sehr gut zu den einzelnen Kriminalfällen passen. Werden Verbrechen wirklich in der Dunkelheit an einem einsamen Ort begangen? Sicher weniger im Grunde laufen die Verbrechen oft ganz anders ab. Da entführt eine Mutter ihr eigenes Kind, ein vertrauenswürdiger Arzt baut ein Hotel mit vielen geheimen Gängen, wo er seine Gäste ermordet. Ein Mädchen beauftragt einen Auftragsmörder, um die eigenen Eltern zu töten. All dies erfahren wir hier aus Fällen, die wirklich passiert sind. Zudem kommt bei drei Fällen der erfahrene Kriminal- und Geheimdienstanalyst Mark T. Hoffmann zu Wort, unter anderem über die Arbeit als Profiler und was einen Psychopathen von anderen Tätern unterscheidet. Gerade diese zusätzlichen Informationen machen dieses Buch für mich noch interessanter. Den man bekommt von Experten aus dem Gebiet einen ganz anderen Einblick in die Materie. Einige er Fälle waren mir schon bekannt, wie unter anderem das "Horrorhotel", das mir schon durch das Buch von Wolfgang Hohlbein kannte. Ebenso die Geschichte "Vermisst wird Maddie McCann", da dieser tragische Vermisstenfall wochenlang durch die Medien ging. Trotzdem ist es interessant, diese Fälle nochmals detailliert hier dargestellt zu bekommen. Den durch Autor erfahre ich hier sehr viele Hintergrundinformationen, die ich bisher nicht aus den Medien kannte. Zudem gibt der Jarow nach jedem Kriminalfall sein Fazit und Einschätzungen zu dem Fall ab. Und auch weitere Informationen zu interessanten Themen wie z. B. Spürhunden und ihre verschiedenen Arten, Gefängnisausbrüche, Serienmörder, Vermisstenfälle und Cyberkriminalität finden sich in diesem Buch. Hierbei wird mir bewusst, wie viel Arbeit sich der Autor gemacht hat, um möglichst alles dem Leser realistisch wiederzugeben. Da ich den Autor bisher nicht kannte, bin positiv überrascht, wie ausführlich der Autor diese Kriminalfälle hier darstellt. Dadurch macht es das Hören von über 9 Stunden noch zusätzlich äußerst informativ. Deshalb muss ich dieses Hörbuch unbedingt weiterempfehlen und gebe 10 Eulen für dieses informative Hörerlebnis.:thumbup:


    ASIN/ISBN: B07S4B271C

    Adrian Langenscheid, geboren 1977, ist einer von Deutschlands erfolgreichsten True Crime-Autoren. Seine Erzählungen stellen ein atemberaubendes, zutiefst erschütterndes Portrait menschlicher Abgründe dar, das gerade wegen der kühlen, sachlich-neutralen Schilderung gewaltige Emotionen weckt. Seit seinem Debüt "True Crime Deutschland" (2019) ist er mit all seinen weiteren Büchern ganz oben auf den True Crime-Bestsellerlisten zu finden. Seine internationale Kurzgeschichten-Buchreihe über wahre Verbrechen wird rund um den Globus gelesen: «True Crime England» und «True Crime USA» erreichten sogar Platz 1 der Amazon Crime-Bestsellerliste. Langenscheid ist verheiratet und lebt mit seinen drei Kindern in Stuttgart.


    Frankreichs wahre Verbrechen informativ aufgearbeitet


    "True Crime sind keine erfundenen Geschichten, sie sind die grausame Realität. Ein erschütterndes Portrait dessen, wozu Menschen fähig sind." (Buchauszug)

    Im fünften Band der True Crime Reihe entführen verschiedene Autor die Leser nach Frankreich. Wieder einmal hat Adrian Langscheid eine bemerkenswerte, erschütternde und erschreckende Sammlung von achtzehn realen Kriminalfällen zusammengestellt. Sie haben in der Vergangenheit sowohl der Gegenwart im Land für großes Aufsehen und Erschütterung gesorgt. Es sind Ereignisse, die Menschen und Familien für immer verändert haben. Straftaten, die einfach unfassbar sind, wenn man sie liest. Man mag es kaum glauben, dass diese unmenschlichen Taten wirklich geschehen sind. Brutalen Morde, Betrug, Missbrauch, Menschen, die auf einmal verschwunden sind, bis hin zum eiskalten Serienmörder, all dies findet sich in diesem Buch. Erneut tauchen wir ein in die brutale Welt der wahren Verbrechen Frankreichs!


    Meine Meinung:

    Das Cover passt mit der Fahne Frankreichs wieder sehr gut zur Reihe. Adrian Langscheid inzwischen ein erfolgreicher True Crime-Bestsellerautor, hat hier diese Kriminalfälle mit seinem Autorenteam zusammengetragen. Sachlich, kompetent, ausführlich und prägnant wurden die einzelnen Kurzgeschichten recherchiert, zusammengetragen und hier lebhaft dargestellt. Sodass ich als Leser mich gut in die einzelnen Situationen hineinversetzen konnte. Dieses Mal widmet sich der Autor den Verbrechen Frankreichs. Ein Land, das sonst eher für seine elegante Sprache und dem guten Essen steht. Doch auch dort wurden und werden noch immer schrecklich Gräueltaten begangen, die mich wirklich betroffen gemacht und erschüttert haben.Besonders durch die Vorstellung, dass die Taten und Täter hier wirklich real und nicht fiktiv sind. Extrem betroffen gemacht haben mich erneut die Fälle, bei denen Kinder und Jugendliche die Opfer waren. Einige dieser Fälle sind sogar so bekannt, dass ich sie als verfilmte Dokumentationen bei YouTube gefunden habe. Wie zum Beispiel:

    "Eine Grube im Wald", bei der man die 17-jährige Marie-Jeanne Meyer auf brutalste Weise ermordet hat. Interessant war außerdem "Die Spritze", der Mord an seiner 14-jährigen Tochter Kalinka hat den Vater nie zur Ruhe kommen lassen, sodass er sogar zu drastischen Mitteln greift. Die Geschichte von "Hélène" dürfte vielen Leser bekannt sein. Es geht um das Attentat im Bataclan, bei dem viele Menschen in einem brutalen Blutbad ums Leben kamen. Unter anderem auch Hélène, die eigentlich nur ein schönes Konzert erleben wollte. Erschüttert hat mich die Geschichte "Ich will Leben", die von dem jahrelangen Martyrium der kleinen Lydia handelt. Ich konnte es kaum fassen, dass sie dieses ganze Leid wirklich überlebt hat. In "Der Samtblick" geht es um den deutschen Serienmörder Eugen Weidmann, der in Frankreich sein Unwesen trieb und am 17. Juni 1939 als letzter Verbrecher Frankreichs öffentlich hingerichtet wurde. Diese und noch viele weitere interessante Kriminalfälle befinden sich in dieser Sammlung. Es muss wieder eine enorme Arbeit gewesen sein, diese vielen Fälle zusammenzutragen, den die meisten von ihnen findet man nur in französischer Sprache. Für mich war es wieder einmal ein interessantes, informatives Buch, das mich in vielen Fällen betroffen gemacht hat. Ich freue mich auf weitere Bücher dieser Reihe, gebe 10 Eulen und eine Leseempfehlung. :thumbup:


    ASIN/ISBN: B08N37ZNP9

    Ellen Sandberg ist eine erfolgreiche Münchner Autorin. Ihre groß angelegten Spannungs- und Familienromane stehen regelmäßig in den Top Ten der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit ihren Romanen »Die Vergessenen«, »Der Verrat« und »Das Erbe« bewegte und begeisterte sie ihre Leserinnen und Leser. Unter ihrem bürgerlichen Namen Inge Löhnig veröffentlicht sie eine erfolgreiche Krimireihe.


    Es gibt Dinge über die man einfach nicht sprechen kann


    "Eine Seele ohne Schweigen ist wie eine Stadt ohne Schutz, und wer das Schweigen pflegt, bewahrt seine Seele." (Thérèse von Lisieux)

    München 2019:

    Karin Remy fällt nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes in eine tiefe Depression. Ihre drei Töchter Geli, Imke und Anne sind fassungslos, wie ihre Mutter sich immer mehr gehen lässt. Doch keine der drei Schwestern kommt gut mit ihrer bis dahin herzlosen, kalten Mutter klar. Alle hingen sie am Vater, der ihnen so viel Liebe und Wärme vermittelt hatte und nun tot ist. Allen voran Imke, die ihrem Vater am Sterbebett noch versprechen musste, nach Peter zu suchen. Doch wer ist dieser Peter und wo soll Imke suchen, wenn die eigene Mutter nichts über die Vergangenheit preisgibt? Erst als sie bei ihrer Suche der Vergangenheit auf den Grund geht, kann sie die eigene Mutter immer besser verstehen.

    1956:

    Karin ist ein unbeschwerter Teenager, der gerne mit den Freunden feiert, Jeanshosen trägt, Rock´n Roll hört und später Ärztin werden möchte. Doch eine Entscheidung soll das Leben für sie und ihre Familie für immer verändern.


    Meine Meinung:
    Das geheimnisvolle Cover mit dem verwilderten Garten und Haus machen mich neugierig auf diese Geschichte. Ich hätte niemals gedacht, dass sich dahinter eine solch deprimierende, traurige Geschichte steckt. Das in mehrere kurze Kapitel eingeteilte Buch wird von zwei maßgeblichen Handlungssträngen dominiert. Zum einen geht es um die Gegenwart der drei Schwestern Geli, Imke, Anne und ihre Mutter Karin. Im anderen erfahre ich, was Karin damals als junge Frau miterleben musste. Dieses Buch beschreibt sehr gut, wie die nächste Generation durch die belastende Vergangenheit der Mutter sich entwickelt und ebenfalls wiederum betroffen wird. Das kann selbst ein guter Vater nicht alles ausgleichen, auch wenn er sich noch so große Mühe gibt wie im Fall von Jens Remy. Die 50 Jahre stehen heute noch für Zucht und Ordnung und haben dadurch leider einen bitteren Nachgeschmack. Den zu dieser Zeit wurden oft Kinder den Eltern entzogen und in Heime gesteckt. Eltern fatalerweise falsch beschuldigt und angeklagt. Alleinerziehende von Nachbarn oder gar Freunden denunziert und ihrer Kinder beraubt. Dass es solche Methoden selbst bei uns in Deutschland gab, war mir nicht neu und das es in diesen Heimen nicht gerade zimperlich zuging, ebenfalls nicht. Doch das, was Karin erleben musste, ist schon wirklich hart, gefühllos und außerordentlich grausam. Daneben erfährt der Leser allerdings noch, wie sich ihre Töchter entwickelt haben, die durch ihre lieblose Art von ihr erzogen wurden. Erstgeborene Geli hat ein bisschen die Lieblosigkeit ihrer Mutter übernommen und ihre eigenen Kinder ebenfalls recht herzlos erzogen. Imke hat schon immer sehr an ihrem Vater gehangen, deshalb möchte sie unbedingt ihr Versprechen einlösen, das sie ihm gegeben hat. Sie ist auch diejenige, die ihre Mutter am meisten unterstützt, auch wenn sie selbst wenig Liebe von ihr erfahren hat. Doch sie scheint nicht nachtragend zu sein, sondern versucht sich in ihre Mutter hineinzuversetzen und zu hinterfragen. Anne, die jüngste dagegen, wurde verwöhnt ohne Ende und gleichzeitig ist sie schon immer eifersüchtig auf ihre Schwestern gewesen. Was sicher von einem unüberlegten Satz der Mutter herrührt. Nach dem Tod des Vaters und ihren Problemen im Job entwickelt sie sich immer mehr ins Negative. Das ist der Grund meines Punktabzuges, den die Person Anne finde ich viel zu übertrieben und unglaubwürdig dargestellt. Anne ist hier überaus nachtragend, rachsüchtig, lieblos, eifersüchtig, berechnend und absolut egoistisch dargestellt. Sie misstraut jedem und selbst ihr Ehemann Alex kommt irgendwann nicht mehr an sie heran. Für mich hätte die Autorin diesen Charakter ruhig etwas unspektakulärer darstellen können, dann wäre das Ganze glaubwürdiger gewesen. Deshalb gebe ich diesem Buch 8 Eulen, weil es ein Thema angreift, vor dem wir alle und besonders die Kirchen sich nicht verschließen sollten. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3328104852

    Gunnar Engel (Jg. 1987) lebt in Norddeutschland. Nach seinen Studium der Theologie wurde er in eine lutherische Gemeinde nahe Flensburg berufen. Mit seiner Frau und ihrem gemeinsamen Sohn genießen sie die Ruhe und Gelassenheit des Nordens. Zudem betreibt er einen erfolgreichen YouTube-Kanal zu Fragen des christlichen Glaubens. Sein Ziel ist es, die Faszination und Schönheit Gottes immer wieder neu zu entdecken, in ihr zu leben und sie mit anderen Menschen zu teilen. Er glaube, dass Gott mit jedem Menschen eine Geschichte hat und dass es an uns liegt, an dieser Geschichte im Glauben und im Leben zu wachsen. Nur so kann aus dem Suchen ein Finden werden. 2019 erhielt er dafür den Medienpreis „Der Goldene Kompass“ der christlichen Medieninitiative pro.


    Gott möchte dein Leben ändern, lässt du es zu?


    "Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!" (Jes. 6, 8)
    Der Lebensbericht von Pastor Gunnar Engel zeigt auf, wie wir Gottes Stimme hören, auf sein Rufen antworten und reagieren sollten. Können wir einen neuen Lebensweg für uns finden, wenn wir zu Gott rufen "Hier bin ich, sende mich"? Anhand einiger biblischer Persönlichkeiten zeigt der Autor auf, wie diese auf Gottes Rufen reagiert und wie sehr es ihr Leben verändert hat. Mose, Abraham und Samuel drei große biblische Vorbilder, dessen Leben mit dem Ruf Gottes sich extrem veränderte hat. Doch wir können ebenso zu Gott rufen "Hier bin ich, sende mich". Jedoch sind wir dann auch bereit, das zu tun, was Gott von uns möchte?


    Meine Meinung:

    Gunnar Engel ist Influencer, Pastor und nun noch Buchautor. Er betreibt einen erfolgreichen Youtube-Kanal zu Fragen des christlichen Glaubens. Er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen und berührt damit die Hörer. Er glaube, dass Gott mit jedem Menschen eine Geschichte hat und dass es an uns liegt, im Glauben und im Leben zu wachsen. In diesem Buch geht es um unsere ganz persönliche Nachfolge Gottes. Viele sind in ihrem Glauben zwar verwurzelt, sie beten, doch sie empfangen oft nichts mehr. Sie versuchen, Gottes Stimme zu hören, doch in der Hektik des Alltags verstehen sie seine Stimme schon lange nicht mehr. Ebenso erging es eines Tages dem Autor. Eigentlich hätte er glücklich sein sollen, er hatte eine wundervolle Ehefrau, wurde bald Vater, diente als Pastor in einer wachsenden Kirchengemeinde. Doch in seinem Innersten waren Depressionen, Hoffnungslosigkeit, Angst und Leere, die bei ihm bis zu Schlafmangel, Appetitlosigkeit und Atemnot führten. Das ging so weit, bis man ihn als Notfall einwies und einen heftigen Erreger feststellte. Da sein Immunsystem inzwischen extrem gelitten hatte, musste er mehrere Wochen in Isolation. Doch gerade dieses allein sein und die Ruhe hat geholfen, dass er wieder Gottes Stimme hören konnte. Eine anschließende Bergtour sollte sein Leben weiter verändern. Den der Satz "Hier bin ich, sende mich" wird zum Leitsatz für diese Wanderung mit Gott. Auf nachdenkliche, teils humorvolle Art zeigt Gunnar Engel, was wirkliche Nachfolge bedeutet und wie wir sie erleben können. Die vier größere Kapitel sind eingeteilt in: 1. Hier 2. Bin 3. Ich 4. Sende mich. Dort geht es unter anderem um die Nachfolge Gottes von Abraham, Mose, Samuel und Jesaja. Um ihre inneren Kämpfe, den Gehorsam jedoch ebenso um denn Wachstum unseres Glaubens, das Fallen lassen unserer Masken im Alltag, Gebet und natürlich um die Zukunft unseres Glaubens. Nur wenn wir unsere Kontrolle ganz an Gott abgeben, kann er in unserem Leben wirken und unsere Zukunft bestimmen. Doch sind wir auch bereit dafür unser Leben ganz abzugeben, auf Gottes Stimme zu hören und das zu tun, was er von uns möchte? Abraham hätte dafür sogar fast seinen Sohn geopfert. Doch Gott möchte keine spektakulären Opfer von uns, er möchte nur eine persönliche Beziehung zu uns. Genau dies zeigt der Autor hier auf, anhand vieler Beispiele und eigenen Erfahrungen. An einigen Stellen hätte es deutlich mehr Humor sein können und noch ein wenig mehr von seinen eigenen Erfahrungen. Zudem fand ich es mitunter etwas verworren und unstrukturiert und ich bin mir nicht ganz klar, für wenn er dieses Buch geschrieben hat. Ansonsten ist es ein Buch, das man sicher immer wieder zur Hand nehmen kann. Lassen wir uns durch dieses Buch auf eine neue Zukunft ein und geben die Kontrolle unseres Lebens ganz an Gott ab oder vertrauen wir Gott erst, wenn es zu spät ist? Von mir gibt es für dieses Buch 8 Eulen für dieses Buch.


    ASIN/ISBN: 3417269571