Beiträge von claudi-1963

    Nancy Sprowell Geise ist Bestseller-Autorin und hat an der Iowa State University studiert. Sie und ihr Mann leben in Topeka, Kansas. Sie haben drei erwachsene Töchter. Nancy verbringt ihre Zeit mit Schreiben und auf Vortragsreisen (Motivational Speaker).


    Ich lächle weil ich glücklich bin, weil ich das Leben liebe


    "Sie töteten sie, die Kinder ... Hunderte und Hunderte von ihnen. Sie brachte sie einfach um, weil sie keine Verwendung für sie hatten. Sie schlugen sie. Sie töteten sie. So wie Tiere ... das habe ich mit eigenen Augen gesehen, was sie da getan haben." (Aussage Joe Rubinstein)

    In der Nacht vom 30. April 1942 klopfte es an die Tür der Familie Rubinstein. Als der 21-jährige Joe öffnet, wird er mit hundert anderen Juden nach Auschwitz deportiert. Joe hatte bis dahin niemand etwas getan, er war ein junger Mann wie viele anderen und trotzdem ereilte ihn ein fürchterliches Schicksal. Abtransportiert in einem Viehwaggon muss er Fürchterliches mitmachen, eher er in Auschwitz ankommt und dort die Nummer 34207 verpasst bekommt. Dass er diese damalige Nacht in der Kälte, bekleidet nur mit Unterhemd, Pyjamahose und nackten Beinen überlebt hat, grenzt schon an ein Wunder. Nie verliert er die Hoffnung, auch wenn die Misshandlungen und Qualen noch so schlimm sind. Sein Glaube an Gott, die Zuflucht im Gebet, sein eiserner Lebenswillen und die Liebe zu den Menschen, die er zurücklassen musste, geben ihm in dieser Zeit die Kraft zum Überleben. Doch der Gedanke an seine Familie und was mit ihr geschehen ist, quält ihn noch heute.


    Meine Meinung:
    Ein nachdenkliches und vom Alter gezeichnetes Gesicht erblickt mich auf dem Cover dieses Lebensberichts. Als ich den Klappentext und die Überschrift las, war mir klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Der einfühlsame, emotionale und lebendige Schreibstil macht es mir einfach in die Geschichte von Icek Jakub Rubinsztejn, dem späteren Joe Rubinstein einzutauchen. Eine Lebensgeschichte wie ich sie schon einige gelesen habe, und trotzdem ist jedes Schicksal ein wenig anders und jedes bewegt mich wieder aufs Neue. Ich bin fassungslos, wie man Joe in dieser einen Nacht einfach so abholt, ohne das er sich von seiner Familie verabschieden, geschweige den sich was anziehen durfte. Dass er die Nacht auf dem Lastwagen in der Kälte überlebt hat, war schon für mich ein Eingreifen Gottes. Genauso wie die Zugfahrt, bei denen viele Menschen in seinem Waggon gestorben sind. Wie menschenunwürdig die SS damals war, erschüttert mich jedes Mal aufs Neue. Männer die wahrscheinlich selbst Familie und Kinder zu Hause haben erschlagen Kinder, so das Joe diesen Anblick noch heute vor Augen hat. Was Joe in Auschwitz und anderen Lagern erlebt, ist einfach unfassbar und er stand mehr als einmal kurz vor dem Tod. Doch Gottes Plan für Joe ist ein ganz anderer, sicher hat er ihm deshalb zum richtigen Zeitpunkt geholfen. Seine Gebete und der Gedanke an die Familie zu Hause hat ihm oft die Kraft gegeben weiterzuleben, wenn er eigentlich nicht mehr mochte. Schön ist es, dass er nach Kriegsende gute Freunde gefunden hat und die Familie Gusenda kennenlernt. In diesem Buch bekomme ich Einblick in das Leben von Joe Rubinstein, der durch den Holocaust nicht nur seine gesamte Familie verlor, sondern selbst Schlimmes erleben muss. Nancy Sprowell Geise interviewt Joe, recherchiert vieles zu den Zusammenhängen der Familie und sucht Nachweise. Joes Geschichte beweisen die vielen Nachweise am Ende des Buchs. Dort befinden sich zudem Endnoten, die Chronologie der Familie und eine detaillierte Aufführung von Konzentrationslagern und einigen Personen, die im Buch erwähnt werden. Außerdem ist Bildmaterial vom Museum Yad Vashem und dem Holocaust Memorial Museum im Buch enthalten. Bewegend für Joe war, dass man in diesem Zusammenhang drei Bilder seiner Familie gefunden hat. Der inzwischen hochbetagte Joe lebt mit seiner wunderbaren Familie in den USA, doch die Vergangenheit ist noch immer schmerzlich für ihn. So ist die Autorin bisher eine von wenigen, der Joe einen solchen detaillierten Bericht seiner Vergangenheit erzählt hat. Dass seine Familie wahrscheinlich alle in Treblinka ums Leben gekommen sind, kann man bis heute nicht hundertprozentig nachweisen. Lediglich dass die alle Juden aus den Ghetto in Radom im August 1942 abgeholt und in das Vernichtungslager nach Treblinka gebracht wurden, fand man. Trotz allem, was Joe erlebt hat, ist er ein Mann geblieben, der die Menschen und das Leben liebt. Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen, der sich mit dem Holocaust, KZs und einem starken Glauben an Gott auseinandersetzen möchte. Den nicht nur Joe gibt hier ein Zeugnis seines Glaubens, sondern ebenso die Autorin selbst. Für mich der bewegendsten Lebensberichte, den ich nur empfehlen kann und dem ich 5 von 5 Sterne gebe.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3038481742

    Erotik-Autorin Nova Night stürzt sich auf sinnliche Sexstorys und lässt es in ihren Bettgeschichten an nichts fehlen. Ihr Schreibstil ist heißer als der Mainstream – mit Blick auf die ehrlichen, stilvollen Details, die Ladys und Gentlemen gleichermaßen begeistern. Prickelnde Erotik-Literatur, die Geschichten auf den Punkt bringt.


    Wenig von weihnachtlichen Nächten zu spüren


    Jasmin steht kurz vor ihrer Abschlussarbeit, doch in ihrem Kopf sind ganz andere Dinge wichtiger. Gerne vergnügt sie sich mit Pornos, besonders wenn sie von ihrer Freundin Isabelle sind, die als Bella Kiss in dieser Branche arbeitet. Belle würde sich wünschen, dass Jasmin endlich zu ihr nach Berlin kommt. Wäre da nicht Chris, Belles großer Bruder, mit dem sich Jasmin heimlich zum Porno schauen trifft. Er ist ebenso ein großer Fan und hat eine riesige Sammlung in seinem Liebesnest. Das Jasmin jedoch total verliebt in ihn ist, hat sie noch niemandem erzählt. Den eigentlich liebt man nicht den großen Bruder seiner besten Freundin, zu dem ist er um einiges älter als sie. Doch immer wieder treffen sie beide aufeinander und wenn es nur dazu ist gemeinsam, Pornos zu schauen.


    Meine Meinung:
    Mit dem Titel der 24 Nächten vor Weihnachten hat mich dieses Buch neugierig gemacht. Ich hatte erwartet 24 nette kleine Geschichten, die mit weihnachtlicher Erotik aufwarten. Doch leider kam im Laufe des Lesens wenig Spektakuläres, viele Gedanken Jasmins drehten sich nur um Pornos, ihrer Abschlussprüfung, Chris, seine Alter, was sie später tun möchte und um ihre Vibratoren Sammlung. Immer wieder erwischte ich mich, dass ich dachte nein nicht schon wieder dasselbe, das hat sie doch erst in der letzten Geschichte gedacht. Zudem kam selbst sexuell kaum Spannung auf, den bis auf ein paar Flirts mit Chris und dem das sie an sich selbst Hand anlegt, passiert hier relativ wenig. Erst gegen Ende war dann ein Hauch von wahrer Erotik zu spüren. Also wer hier einen großen abwechslungsreichen, erotischen Adventskalender erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Mitunter nervte mich sogar Jasmins Unentschlossenheit, ich kann nicht verstehen, dass man sich bei 13 Jahren Altersunterschied solche Probleme einredet. Selbst das sie sich kurz vor ihrer Prüfung keine Gedanken über ihre Zukunft gemacht hat, finde ich sehr naiv. Alles in allem empfand ich Jasmin einfach als viel zu unreif und naiv. Zum Glück war mir da Chris deutlich sympathischer. Ich hatte auch nie den Eindruck als, wenn es hier das Tagebuch von ihr wäre bei dem man jeden Tag etwas Interessantes erlebt. Oft ähnelten sich die Tage einfach zu sehr, als das sie mich wirklich erfreuen würden. Selbst weihnachtliche Stimmung und Nächte habe ich nicht empfunden, die doch so groß im Titel angekündigt wurden. Mitunter gab es dann doch den einen oder anderen Lichtblicke, an dem auch ich mich erfreuen konnte und es Spaß machte in Jasmins Welt einzutauchen, doch das war sehr selten. Wer also eher etwas leichtere Erotik sucht und erotisch nicht so anspruchsvoll ist, den mag dieses Buch sicher erfreuen. Jedoch ich kann diesen 24 fast ähnlichen und gleichbleibenden Geschichten nicht mehr als 5 Eulen geben, den da hatte viel mehr in diesem Buch erwartet.
    :|


    ASIN/ISBN: 3964771090

    Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin. © Brittainy Cherry


    Kann die Zeit wirklich alle Wunden heilen?


    "Das Leben war manchmal hart, aber vielleicht hatte Gott uns die Musik gegeben um sich dafür zu entschuldigen." (Buchauszug)

    Die 16-jährige Jasmine Greene wollte immer nur eines in ihrem Leben eine Mutter, die sie liebt, so wie sie ist. Stattdessen drängt sie Jasmine in ein Leben hinein, das sie nicht möchte. Umso mehr freut sich Jasmine, dass sie in New Orleans endlich eine Schule besuchen darf, statt dem sonstigen Privatunterricht. Dort lernt sie dann den schüchternen, verängstigten Elliot kennen, den sie als Straßenmusiker entdeckt hatte. Selbst sein Stottern ist ihr egal, den sie spürt, das Elliot ein Seelenverwandter ist. Elliot hat kein einfaches Leben, er wird von einigen Schülern, gemobbt, drangsaliert und misshandelt. Doch dann trennen sich die Wege der beiden, weil ihre Mutter wieder einmal eine Musikkarriere in England für ihre Tochter anstrebt. Als sich Jasmine und Elliot nach Jahren wiedersehen, ist alles anders als zuvor. Können sie sich gegenseitig ihre Wunden heilen und einen Neuanfang finden?

    Meine Meinung:
    Das schöne wolkenverhangene Cover ist mir schon recht früh aufgefallen, allerdings konnte ich mit dem Klappentext wenig anfangen. Den dieser spiegelt in meinen Augen viel zu wenig wider, was hinter dieser berührenden, emotionalen Geschichte steckt. Trotzdem machte mich das Buch neugierig, sodass ich mehr erfahren wollte. Die beiden Sprecher Yesim Meisheit und Nicolás Artajo machen dieses Hörbuch zu einem wahren Erlebnis. Besonders die warmherzige Stimme der Sprecherin berührte mich sehr und ließ mich so richtig in die Geschichte eintauchen. Im Plot geht es um zwei Teenager, die es nicht gerade einfach in ihrem Leben haben. Jasmine mit ihrer einnehmenden, unsympathischen Mutter und Elliot hingegen mit einigen Mitschülern. Doch die beiden finden in der Musik einen Ort, der sie verbindet und bei dem sie ganz in ihre eigene Welt abtauchen können. Sie erleben die schönste Zeit miteinander, trotzdem es Jasmine sehr verletzt, was man Elliot antut. Dann müssen sie sich leider trennen, wollen jedoch weiter Kontakt halten, was jedoch durch die Zeitverschiebung USA-England schwierig wird. Eines Tages bleiben dann die Nachrichten von Elliot aus. Sechs Jahre vergehen, bis Jasmine wieder zurückkehrt. Sie trifft auf einen ganz veränderten Elliot wieder, bis sie die Wahrheit erfährt. Mit dieser berührenden, emotionalen Geschichte habe ich hier ein wahres Highlight gefunden. Wem bei dieser Geschichte die Augen trocken bleiben, den kann ich nicht verstehen, den die Leben von Jasmine und Elliot berühren mich zutiefst. Ich werde regelrecht wütend bei dem, was Todds Freunde und er Elliot und seiner Familie antun, nicht nur da treibt es mir die Tränen aus den Augen. Ich frage mich wieder einmal, was ist bei so jungen Menschen schiefgelaufen, dass sie Schwächere manipulieren oder gar missbrauchen? Dazu kommt noch die hartherzige Mutter von Jasmine, die ihre Tochter regelrecht spüren lässt, wie wenig sie ihr Kind liebt. Die Karriere in der Musikbranche ist ihr wichtiger, sie tut alles um diese bei ihrer Tochter voranzutreiben. Selten habe ich so eine kalte Mutter erlebt, es tut mir regelrecht im Herzen weh zu sehen, wie sehr Jasmine leidet. Nur gut, dass sie mit Ray einen Ziehvater hat, der bei mir sofort mein Herz erwärmt, er liebt Jasmine wie sein eigenes Kind und nennt sie liebevoll Snow. Ich ringe hin und her zwischen Freudentränen und Tränen des Schmerzes, während ich dieser Geschichte zuhöre. Mich beeindruckt besonders, mit wie viel Emotionen und Herzblut die Autorin sie geschrieben hat. Die Stimme der Sprecherin bringt dann diese Emotionen ganz besonders gut zum Ausdruck. Doch trotz aller Widrigkeiten kämpfen beider weiter an ihrem Leben. Ich bin froh, dass ich dieses Meisterwerk der Autorin anhören durfte, und freue mich schon auf das nächste Buch von ihr. Ich denke zudem das die Emotionen beim Hörbuch noch besser zur Deutung kommen. Deshalb eine klare Empfehlung von mir und 10 Eulen für dieses Hörerlebnis, bei dem man viele Taschentücher braucht.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3948223041

    Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Malerund Lackierermeister. Mit seinen historischen Krimis um Kommissar Max Heller gelangt er regelmäßig auf die Bestsellerliste. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in Dresden.


    Aufstände und ein brutaler Mord in einer Isolationsfabrik


    "Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten." (Johann W. von Goethe)

    Juni 1953:

    Bei einem Protest in einer Firma für Isolationen wird der Leiter Martin Baumgart brutal mit Glaswolle erstickt. Außerdem fehlt von Gerd Kruppa einem weiteren Mitarbeiter jede Spur. Heller und Oldenbusch ermitteln und bekommen zudem den Genossen Bech von der Stasi zur Seite gestellt, der besonders ein Auge auf Max gerichtet hat. Ist Baumgart gar ein Opfer der Protestbewegung oder steckt ein anderer Täter dahinter? Und nicht nur beim Aufbau der DDR geht alles sehr mühsam und langsam voran, sondern ebenso im Haushalt der Familie Heller. Frau Marquarts Demenz verschlimmert sich zusehends, dadurch gerät nicht nur Karin an ihre Grenzen. Währenddessen spitzen sich die Unruhen im Land zu, immer öfters kommt es zu Auseinandersetzungen, weil die Menschen unzufrieden sind. Doch die SED Regierung greift hart durch und so bleibt vielen nur entweder die Flucht aus dem Land oder zu schweigen. Darum denken Karin und Max immer öfters über eine Flucht in den Westen zu Sohn Erwin nach.


    Meine Meinung:
    Das gelungene Cover gibt Einblick auf eine unruhige Zeit beim Aufbau der damaligen DDR. Der Schreibstil ist flüssig, informativ und unterhaltsam, jedoch diesmal empfand ich es bisschen verworren, was den Plot anbelangt. Vielleicht liegt es daran, da ich mir bis dahin wenig Gedanken zu der DDR Vergangenheit gemacht habe. Dafür machte es das Geschehen umso spannender, weil ich den Täter bis zum Schluss nicht erahnen konnte. Über den damaligen Volksaufstand von 1953, bei dem viele unzufriedene Bürger der DDR auf die Straßen gingen und es zu einer extremen Fluchtwelle kam, wusste ich bis dahin recht wenig. Die Ignoranz der damaligen DDR Führung gegenüber der Arbeiterklasse, die zusehends unter der extremen Erhöhung der Arbeitsnormen, Armut und Hunger leidet, wird immer extremer. Schuld sind sicher die hohen Ausgaben für Reparationsleistungen und dem Aufrüsten des Militärs. Die zusätzlichen Enteignungen von Höfen, Firmen, anderem Eigentum und die Erhöhung der Abgaben setzt dem Volk außerdem zu. Kein Wunder also das es innerhalb der Bevölkerung zu Protesten kommt. Dadurch kommen viele Bürger in Haft, wo man nicht gerade zimperlich mit ihnen umgeht. Die meisten müssen brutale Folter über sich ergehen lassen, bei denen einige sogar sterben. In diesem Krimi wird wieder ein bedeutender Teil der ehemaligen DDR Geschichte aufgezeigt, den man sicher nicht vergessen sollte. Dass der sonst so ehrgeizige und neutrale Heller zusehends darunter leidet, dass er nicht der Partei zugehört, spürt man hier immer stärker. Ich bin gespannt, wie lange er das noch aushalten kann, ohne das es verheerende Konsequenzen für ihn oder seine Familie geben wird. Im Ansatz spürte ich es auch hier schon, was kommen könnte. Zum Glück hält Kollege Oldenbusch weiter zu Max und sie bleiben bisher noch immer ein gutes Team. Genosse Bech hingegen passt so gar nicht in dieses Team, seine Art wie er mit Heller und den Menschen umgeht gefällt mir überhaupt nicht. Besonders, weil man bei ihm nie weiß, wo man dran ist und was er als Nächstes plant. Hier spürt man sofort die extreme Präsenz der Stasi, die anscheinend überall ihre Augen und Ohren hat. Dadurch wird die Diskrepanz zwischen Max und Klaus ebenfalls immer extremer. Klaus, der durch seine Partei eine regelrechte Gehirnwäsche erhalten hat, ist ständig davon überzeugt, dass sie das richtige tun. Durch seine unfreundliche, bestimmende Art entfremdet er sich immer weiter von seiner Familie. Auch die Demenz von Frau Marquart wird hier gut dargestellt und berührt mich sehr, besonders weil sie für mich ein Teil der Familie Heller ist. Für mich war es diesmal eine etwas verwirrende Geschichte, die mich nicht ganz so überzeugen konnte wie die Bände zuvor. Trotzdem bleibt Frank Goldammer weiter ein bemerkenswerter Autor, dem ich gerne 9 Eulen gebe.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 342326232X

    Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie im Westen Schleswig-Holsteins, wo sie als Journalistin und Autorin arbeitet. Sie initiierte den ersten Krimipreis für Schleswig-Holstein, ist Mitglied im Syndikat sowie Vizepräsidentin der Mörderischen Schwestern.


    Hauke Sötje ermittelt in der Speicherstadt


    "Die Anfänge der Speicherstadt im Hamburger Hafen werden im Jahre 1881 datiert. In diesem Jahr begann der Bau der historischen Gebäude. Anlass des Baus war die Angliederung des Viertels an den Deutschen Zollverein, welcher von Otto von Bismarck veranlasst wurde. Die Speicherstadt sollte der Lagerung und Veredelung exklusiver Rohstoffe wie Gewürze, Kaffee, Tee und Kakao aus aller Welt dienen." (speicher-consorten)

    Hamburg 1896:

    In der Elbe im Kieler Raum wird bei einem Brand der Wilhelmine ein unkenntlicher Toter geborgen. Lediglich ein Siegelring führt Kommissar Hauke Sötje deshalb nach Hamburg und zu den Bellingroth einer großen Kaffeehändlerfamilie. Wie sich schnell herausstellt, scheint Johann Bellingroth der Tote zu sein, dieser wurde von seinem Vater verstoßen und nach Südamerika gesandt. Als Hauke der Familie den Tod ihres Sohnes mitteilt, gerät er in ein gefährliches Netz aus Intrige, Macht, Gier und einer Liebe zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Zu allem Überfluss gerät Sophie ebenfalls in die Kreise der Bellingroths, da sie Claras Abschiedsball organisieren muss. Das Amelie Bellingroth, Sophie bietet Johanns Geliebte und ihr Kind zu suchen, um ihr einen Brief zu übergeben, bringt Sophie zu den Abgründen Hamburgs und in große Gefahr.


    Meine Meinung:
    Ein beeindruckendes, historisches Bild der Hamburger Speicherstadt ziert das Cover dieses bemerkenswerten vierten Falls von Kommissar Hauke Sötje. Der wunderbare Schreibstil, der sich hier wieder sehr lebhaft und locker präsentiert, wird wie schon in den Bänden davor durch mehrere Kapitel unterteilt. Mit viel Liebe zum Detail ziert jedes Kapitel ein gut recherchierter Zeitungsartikel, bei dem ich interessante Meldungen von damals erfahre. Diesmal erlebte ich Hauke Sötje nicht in Kiel, wo er sonst arbeitet, sondern in der Hansestadt Hamburg. Erneut hat sich die Autorin mit der Speicherstadt ein beeindruckendes Lokalkolorit ausgesucht. Durch die damaligen Kontore und Warenlager war dieser Ort eine Stadt in der Stadt, wo oft andere Gesetze herrschten. Dies bekommt nicht nur Hauke, sondern auch die Kripo Hamburgs zu spüren, die einigen ein Dorn im Auge ist. Bildhaft beschrieben Szenen lassen mich wieder spüren, was für harte Zeiten damals oft für die ärmliche Bevölkerung bestand. Die Beschreibung des damaligen Gängeviertels, in das sich selbst die Polizei nicht gerne traut, hat mich schwer erschüttert. Zudem fieberte ich meist mit Sophie mit, die sich mal wieder zwar ungewollt, aber eigenmächtig in Haukes Fall einmischt. Diesmal spürt man jedoch, dass aus der schüchternen, ruhigen Sophie inzwischen eine durchsetzungsfähige, robuste Frau geworden ist. Ich könnte mir sie durchaus als eine gute Ermittlerin vorstellen, auch wenn dies zur damaligen Zeit noch unvorstellbar war. Hauke besticht wieder durch seine ruhige, kompetente Art, selbst wenn er gelegentlich wieder in seine Vergangenheit abtaucht. Dass er Sophie eigentlich fürsorglich beschützen möchte, gelingt ihm auch diesmal wieder nicht. Trotzdem ist er immer in den entscheidenden Moment an ihrer Seite und für mich bleiben die beiden weiter mein Traumpaar, denen ich eine gute Zukunft wünsche. Sehr unsympathisch empfand ich Wilhelm und Alfons Bellingroth, besonders bei Wilhelm spürt man den Patriarchen, der nicht nur seine Familie im Griff hat, sondern auch maßgebend die Speicherstadt beherrscht. Seine Frau Amalie hingegen ist eine liebevolle Frau, bei der ich sofort die Ängste einer Mutter spüre und die trotz ihres Standes, keinerlei Privilegien zu haben scheint. Die Atmosphäre der alten Speicherstadt mit ihren damaligen Aufgaben gibt diesem Kriminalfall wieder ein ganz besonderes Flair. Ich bin wieder einmal total begeistert, mit wie viel Liebe und Leidenschaft die Autorin dieses Buch geschrieben hat. Lasst Euch die Hauke Sötje Reihe nicht entgehen, sie ist eine einmalige Gelegenheit in die Zeiten Otto von Bismarcks und des deutschen Kaiserreichs zu reisen. Darum gibt es von mir 10 Eulen und eine Leseempfehlung nicht nur für Krimi-Fans, sondern auch für Leser von historischen Romanen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3740806613

    Die Bestseller-Autorin Nancy Naigle schreibt Liebesromane, in denen Kleinstadtidylle und Hochspannung aufeinandertreffen. Sie wünscht sich, dass ihre Leser ihre Fantasiewelt eintauchen und dort den hektischen Alltag für eine Weile hinter sich lassen können.


    Ein Weihnachtsladen voller Erinnerungen


    "Wunder erleben nur diejenigen, die an Wunder glauben." (Erich Kästner)

    In dem zauberhaften, kleinen Ort Pleasant Sands betreibt Angela Carson, in einem ehemaligen Leuchtturm, einen ganzjährig, hochwertigen Weihnachtsladen. "Heart of Christmas" wurde schon von ihrer Urgroßmutter gegründet, doch nun steht der Laden kurz vor Weihnachten vor dem Aus. Die Schuld daran gibt Angela dem erst kürzlich eröffneten "Christmas Galore", der zu einer großen Ladenkette gehört. Auch sie bieten Weihnachtswaren an, doch alles weitaus günstiger für die Kunden. Als sie den attraktiven Geoff Paisley zufällig trifft, ahnt sie noch nicht, das er der neue Ladenbesitzer ist. Doch dann sieht sie ihn zufällig vor seinem Geschäft wieder und zwischen den beiden beginnt einen Kleinkrieg miteinander. In ihrer Verzweiflung wendet sich Angela an die von ihrer Nichte gezeigte "Dear Santa" App, selbst wenn sie nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt. Angela weiß ja nicht das diese App rein von Christmas Galore gesponsert wird. Als Geoff die App für seine kranke Mutter bearbeiten muss, entdeckt er einen berührenden Brief und antwortet, ohne zu ahnen, dass Angela hinter diesem steckt. Werden die beiden so vielleicht doch noch ein gemeinsames Weihnachtswunder erleben?


    Meine Meinung:
    Das zauberhafte, winterliche Cover und der Klappentext haben mich auf diese Geschichte aufmerksam gemacht. Bisher kannte ich die Autorin nicht, die für romantische Bücher ein Händchen zu haben scheint. Der Schreibstil war, locker, lebendig, unterhaltsam und in mehrere Kapitel unterteilt. Wunderschön ist das jedes Kapitel mit einer Nachricht der App oder etwas Wissenswertem von Pleasant Sands versehen ist. Der Plot erinnerte mich zu Beginn eine wenig an den Film "em@il für Dich" mit Tom Hanks und Meg Ryan, nur das es hier um einen Weihnachtsladen und keinen Buchladen ging. Im Laufe der Geschichte gab es dann hier und da noch ein paar Veränderungen, aber im großen Ganzen waren es viel Ähnlichkeiten. Der Laden der Vorfahren liegt Angela schon sehr am Herzen, da es das Einzige ist, das von der Großmutter Mama Grace noch geblieben ist. Durch den frühen Verlust der Mutter wurde sie und Schwester Marie von Ihr aufgezogen. Doch anders als Marie kennt Angela nur den Laden und Ihr gesamtes Herz hängt somit an diesem. Dass durch die Schließung nicht nur ein Stück Angelas Vergangenheit beendet wird, sondern auch Ihre Zukunft in der Schwebe steht, ist schon sehr traurig. Ich konnte mich sehr gut in die überwiegend sympathische, warmherzige Angela hineinversetzen. Bei der Beschreibung des Ladens mit all seinen wunderschönen, hochwertigen, geschnitzten Weihnachtsartikeln wird einem richtig warm ums Herz. Auch die Dekoration und das Schneetal, mit dem sich Angela so viel Mühe gemacht hat, lässt selbst mich als Leser dahin schwelgen. Dagegen wirkt die Ladenkette von dem manchmal etwas arrogant wirkenden Geoff, eher wie eben heutige Supermarktkette so sind, nüchtern, einfach und vorwiegend auf Gewinn ausgerichtet. Man spürt förmlich den Zeitgeist, der auch in vor unseren Städten nicht halt macht. Große Ketten mit minderwertiger, günstiger Ware, verdrängen immer mehr kleine Geschäfte mit teureren hochwertigen Artikeln. Doch dies wäre keine Weihnachtsromanze, wenn nicht doch irgendwie die beiden noch zusammenkommen würden. Ob dies der Fall ist, sollte jeder selbst lesen und herausfinden. Mich jedenfalls konnte die Geschichte, trotz der großen Ähnlichkeit zum Film, berühren und darum gibt es 9 Eulen.


    ASIN/ISBN: B07XSYN4GV

    Julia Hofelich studierte zunächst Germanistik und Komparatistik, bevor sie zu Jura wechselte. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie als Rechtsanwältin und absolvierte ein Fernstudium zur Drehbuchautorin. Julia Hofelich ist verheiratet und hat zwei Kinder.


    Eine eingeschworene, verschwiegene Dorfgemeinschaft


    "Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt wie der Nebel aus dem Meere." (Johann Heinrich Pestalozzi)

    In Ochsenwang einem Dorf auf der Schwäbischen Alb wird die in die Jahre gekommene Ines Schneider ermordet. Der vorbestrafte Pflegesohn Johann Haug wird vom ganzen Dorf verdächtigt, sie getötet zu haben. Den alle scheinen ihn nicht nur am Tod seiner Pflegemutter schuldig zu sehen, sondern ebenfalls für den Tod seiner vor über 20 Jahren getöteten Freundin Vanessa Beckmann. Als sie dann in seiner Wohnung Beweise für Ines Schneiders Tod finden steht, fest nur er kann es gewesen sein. Für seine Anwältin Dr. Linn Geller scheinen diese Vorteile erst einmal nicht zu gelten, doch je länger sie in dem Fall nachforscht, desto verunsicherter wird selbst sie, dass Johann schuldig sein könnte. Linn lässt jedoch nichts unversucht, um weiter in Johanns Vergangenheit zu graben und wird dadurch immer öfter zur Zielscheibe der Dorfgemeinschaft. Doch die eingeschworene Gemeinschaft bleibt weiter verschwiegen und so begibt sich Linn ein weiteres Mal in große Gefahr, um ihrem Mandanten zu helfen.


    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem einsamen Haus passt sehr gut zum Inhalt dieses Buches. Bisher kannte ich die Autorin noch nicht und war durch den Klappentext schon sehr neugierig auf diesen Kriminalfall. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam, sehr spannend, wundervoll bildhaft beschrieben und in mehrere kürzere Kapitel eingeteilt. Für mich war es neu eine Anwältin als Ermittlerin zu erleben, jedoch dadurch das Julia Hofelich selbst Juristin ist, kann sie Linn Geller sehr gut darstellen. Man spürt sofort das die Autorin sich sehr gut in diesem Metier auskennt und viel juristische Grundlagen hat, ohne das sie kompliziert dargestellt werden. Da ich die Schwäbische Alb gut kenne, konnte ich mir die eingeschworene Dorfgemeinschaft sehr gut vorstellen. Wobei man sicher solche kleineren, verschworenen Dörfer überall finden kann. Im Plot geht es um einen Mord an der Pflegemutter, die ihren Sohn Johann schon als Kind gehasst und drangsaliert hat, da er aus einem schwierigen Elternhaus kam. Von daher ist man als Leser immer wieder hin- und hergerissen, ob Johann nun schuldig ist oder nicht. Zudem geht es um den Tod von Vanessa, die man vor über 20 Jahren brutal erschlagen und ausgeweidet hat. Da man zudem erdrückende Beweise in Johanns Haus gefunden hat, liegt die Schuld schwer auf ihm, obwohl er vehement beteuert unschuldig zu sein. Als Linn feststellt, dass die Staatsanwaltschaft relevanten Beweise zurückhält, kann sie erst einmal Johann aus dem Gefängnis holen. Doch immer noch scheinen alle von seiner Schuld überzeugt zu sein. Obwohl es in Ochsenwang durchaus noch andere Tatverdächtige gibt, die nicht nur für den Tod von Ines, sondern auch für Vanessa verantwortlich sein könnten. Ich muss sagen die Autorin weiß, wie man uns Leser packen kann, in dem man den Spannungsbogen kontinuierlich hochhält. Zwar gab es zwischen den einzelnen Passagen, immer wieder ruhigere Momente zum Verschnaufen, doch dann kamen wieder Überraschungsmomente, bei denen ich förmlich mit Linn mitgefiebert habe. Dass man für einen Krimi nicht unbedingt einen Ermittler der Kripo braucht, um spannend zu sein, erlebe ich hier in diesem Buch. Trotz ihres Handicaps dem kaputten Bein, scheint Linn eine ausgesprochen engagierte, sympathische Anwältin zu sein. Sie scheut sich selbst nicht davor vor Ort zu ermitteln und sogar trotz ihrer Ängste sich in Gefahr zu begeben. Mit ihrem netten Kollegen Götz betreibt sie eine Kanzlei. Leider wird ihre Freundschaft ein wenig auf die Probe gestellt, da Götz mehr für Linn empfindet, sie jedoch nicht für ihn. Linns Faible für den englischen Polizisten Harris scheint hingegen ebenfalls Risse zu bekommen. Für mich war dies jedenfalls ein wirklich gelungener Krimi, der sich zu lesen lohnt und der von mir 10 Eulen bekommt.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B07RQ6L5C9

    Katie M. Bennett schreibt Kurzgeschichten und Romane in unterschiedlichen Genres. Ein Weihnachtswunder namens George ist ihre erste Veröffentlichung im Romance-Bereich.


    Tod, Trauer und wilde Exzesse im Vorhimmel


    "Die Liebe ist stärker als der Tod und die Schrecken des Todes. Allein die Liebe erhält und bewegt unser Leben." (Iwan Turgenjew)

    Am Neujahrsmorgen bricht für Laurie Parker eine Welt zusammen, den sie verliert bei einem Unfall ihren Mann Ryan. Ryan jedoch wurde wegen dem einem fatalen Fehler seines Schutzengels viel zu früh in den Himmel befördert. Darum harrt er nun die Zeit mit seinem Schutzengel Ava im Vorhimmel, bis er gelernt hat sein Schicksal anzunehmen und Laurie loszulassen. Laurie jedoch ist so sehr mit ihrem Kummer fixiert, dass sie am liebsten ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Darum bekommt Ryan die Gelegenheit, Laurie zu besuchen und ihr etwas zu unterbreiten. Jedoch auch Ryans Ultimatum scheint Lauries Gemütslage nicht zu verändern. Erst als sie kurz vor Weihnachten den kranken Mopswelpen George in einem Karton findet, scheint etwas Leben in sie zurückzukehren. Doch wird George Lauries Vorhaben sich das Leben zu nehmen verhindern können?


    Meine Meinung:
    Ein wunderschönes, winterliches Cover eines verliebten Paares, passt gut zu der Geschichte. Der Schreibstil ist flüssig, locker und unterhaltsam in mehrere kürzere Kapitel eingeteilt. Leider konnte mich die Geschichte nicht in allen Bereichen ergreifen. Besonders schwer, tat ich mich mit dem Vorhimmel, in der Partys gefeiert wurden, Drogen gekifft, man tote Rockstars wie Kurt Cobain, Amy Winehouse vorfindet und es ansonsten für Ryan wenig zu lachen gab. Also wenn ich mir so einen Vorhimmel vorstellen müsste, dann mit Sicherheit nicht so langweilig wie zu Beginn, aber auch garantiert nicht mit Partys und Drogenexzessen. In diesen Kapiteln hatte ich des Öfteren meine Schwierigkeiten, an dem Buch dranzubleiben. Ansonsten war es eine eher traurige Geschichte, die im Grunde wenig mit Weihnachten zu tun hatte und die man bedenkenlos zu jeder Jahreszeit hätte lesen können. Lediglich gegen Ende war es dann etwas weihnachtlich, als sie mit Freundin und Familie das Fest feierte. In der Geschichte selbst ging es meist um die Trauer von Laurie und Ryan, die mich nicht immer emotional berühren konnte. Etwas enttäuscht war ich dann eher mit dem Ende, das ich so ganz anderes erwartet hätte. Dass es da eine sehr ungewöhnliche Wendung gab, hat mich ein wenig überrascht und war für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber mehr möchte ich dazu nicht verraten, den dazu solltet, jeder die Geschichte selbst lesen. Die Charaktere waren zwar gut ausgedacht, doch mir fehlte es bei Ryan und Laurie ein wenig an Tiefgang. Den viel zu viel drehte sich nur um den Unfall und die Trauer, ansonsten erfuhr man von den beiden recht wenig. Auch Lauries Arbeitsleben lief mir ein bisschen zu sehr nebenher, da hätte ich ebenfalls ein wenig mehr Einfühlungsvermögen von Kollegen und Freunden gewünscht. Überhaupt fand ich, dass man Laurie in ihrer Trauer ganz schön alleine gelassen hatte. Genauso Ryan, der über Monate nur langweilige Spaziergänge im Vorhimmel machen konnte. Auch hier waren die Einfälle sehr mager oder zu ausgeflippt. Insbesondere das angekündigte Weihnachtswunder aus dem Titel war mir viel zu kurz abgehandelt worden. Alles in allem eine nette Geschichte, die mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte und der ich 6 Eulen gebe.


    ASIN/ISBN: B07ZMGJMD9

    Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Dort ermittelt auch – auf recht unkonventionelle Weise - seine Kommissarin Mara Billinsky.


    Bandenkrieg in Frankfurt und im Visier der Täters


    "Niemals hätte sie sich vorstellen können, was ein Mensch alles zu erleiden vermochte, bevor er starb." (Buchauszug)

    Der bestialische Mord an der Edelprostituierten Denise Dorlac und ein Bombenanschlag auf der Autobahn, bei der mehrere Menschen in einem LKW ums Leben kommen, hält die Frankfurter Kripo in Atem. Mara Billinsky lässt zudem die Vergangenheit um den Tod ihrer Mutter nicht in Ruhe. Ständig prallt sie nur auf Mauern des Schweigens, niemand möchte ihr von damals etwas erzählen. Wer hätte ein Interesse gehabt ihre Mutter zu töten? Mara ist sich außerdem noch immer nicht sicher, ob ihr Vater nicht doch was mit dem Tod ihrer Mutter zu tun hat. Kein Wunder, das die beiden bei jeder Begegnung den anderen mit Argusaugen begegnen. Des Weiteren lässt ein anonymer Anrufer, der Mara erzählt, der "Wolf" wäre in der Stadt aufhorchen. Besonders, weil er derjenige ist, der Carlos getötet hat und nun anscheinend sie im Visier hat. Als Mara erkennen muss, dass sie nur eine Spielfigur eines Bandenkriegs ist, ist es fast zu spät für sie.


    Meine Meinung:
    Wieder ein Cover mit einer beeindruckenden Krähe darauf, dessen Spitzname für Mara Billinsky steht. Für mich ist dies der dritte Band des Autors, die ich alle mit Freude gelesen habe, den der Autor hat eine Gabe den Leser zu fesseln. Die angenehme Stimme von Sabina Godec macht das Buch zu einem wahren Hörerlebnis, sodass mich die Geschichte nach wenigen Minuten in den Bann gezogen hat. So waren die fast 8 Stunden ein reines Vergnügen für mich, besonders da die Spannung kaum nachließ. Gerade die einfache Sprache mit deren Leo Borns Bücher geschrieben sind, macht es für mich als Leser geradezu mühelos das Geschehen zu verfolgen, trotz der teilweise, komplizierten Namen. Wie schon in den Büchern zuvor, beschäftigt sich Mara neben ihrem Fall mit dem Tod ihrer Mutter, dadurch wird das Geschehen recht abwechslungsreich. Überall wo sie versucht, etwas über ihre Mutter herauszubekommen, eckt sie an oder stößt auf eine Mauer des Schweigens. Erst der Hinweis der ehemaligen Reinigungskraft Heidi Esswein bringt Mara nicht nur in Schwierigkeiten, sondern auch zu einer Erleuchtung, bei dem sie vielleicht dem Täter auf die Spur kommt. Zudem beschäftigt der Tod von Denise und den Menschen von dem Lastwagen, das ganze Team. Es scheint so als, ob eine afghanische Bande gegen eine andere Bande Krieg führt und mit dabei scheint auch der Wolf zu sein, hinter dem Mara, schon seit Carlos Tod her ist. Immer mehr Tote, die der Täter vor ihrem Tod grausam gefoltert hat, machen der Kripo zu schaffen. Das mit dem Tod von Denise selbst Maras Vater in Verdacht gerät, wundert sie nicht weiter. Der dritte Band von Leo Born hat mich erneut gefesselt von Anfang an. Ich habe mitgerätselt, mit Mara mitgelitten und mich am Ende gefreut über ihre Erfolge. Diesmal wird Jan Rosen etwas mehr in den Vordergrund gestellt. Seine Aktion, die der Prostituierten Anyana das Leben rettet, hat mir sehr gut gefallen. Man spürt, dass er mittlerweile eine gute Entwicklung mitgemacht hat, er ist nicht mehr der schüchterne, zurückhaltende Spatz wie zu Beginn der Reihe und seine Kollegin Mara scheint ihm gutzutun. Ebenfalls gefällt mir inzwischen Klimt etwas besser, bei dem ich spüre, das er nicht mehr ganz so negativ gegenüber Mara eingestellt ist. Mir scheint, er merkt sehr gut, was er an ihr hat und wie dringend er Mara in seinem Team braucht. Überhaupt hat das gesamte Team derweil Mara und Rosen besser integriert, so spürte ich nicht mehr so die Ablehnung wie noch zu Beginn der Reihe. Betrübt hat mich dagegen, dass Mara und ihr Vater sich noch immer nicht richtig annähern, geschweige den miteinander reden können. Um so schöner am Ende wo ich spüre, das es für Vater und Tochter vielleicht doch noch eine Zukunft gibt. Ein Hörbuch, das mich schockiert und gefesselt hat bis zum Ende und das ich bedenkenlos weiterempfehlen werde, weil ich mich schon auf weitere Folgen freue. Für mich ist nämlich die extravagante Mara Billinsky eine der besten deutschen Ermittlerinnen, deshalb 10 Eulen von mir.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3785759851

    Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Dort ermittelt auch – auf recht unkonventionelle Weise - seine Kommissarin Mara Billinsky.


    Die Mauern des Schweigens und im Visier des Täters


    "Niemals hätte sie sich vorstellen können, was ein Mensch alles zu erleiden vermochte, bevor er starb." (Buchauszug)

    Der bestialische Mord an der Edelprostituierten Denise Dorlac und ein Bombenanschlag auf der Autobahn, bei der mehrere Menschen in einem LKW ums Leben kommen, hält die Frankfurter Kripo in Atem. Mara Billinsky lässt zudem die Vergangenheit um den Tod ihrer Mutter nicht in Ruhe. Ständig prallt sie nur auf Mauern des Schweigens, niemand möchte ihr von damals etwas erzählen. Wer hätte ein Interesse gehabt ihre Mutter zu töten? Mara ist sich außerdem noch immer nicht sicher, ob ihr Vater nicht doch was mit dem Tod ihrer Mutter zu tun hat. Kein Wunder, das die beiden bei jeder Begegnung den anderen mit Argusaugen begegnen. Des Weiteren lässt ein anonymer Anrufer, der Mara erzählt, der "Wolf" wäre in der Stadt aufhorchen. Besonders, weil er derjenige ist, der Carlos getötet hat und nun anscheinend sie im Visier hat. Als Mara erkennen muss, dass sie nur eine Spielfigur eines Bandenkriegs ist, ist es fast zu spät für sie.

    Meine Meinung:
    Wieder ein Cover mit einer beeindruckenden Krähe darauf, dessen Spitzname für Mara Billinsky steht. Für mich ist dies der dritte Band des Autors, die ich alle mit Freude gelesen habe, den der Autor hat eine Gabe den Leser zu fesseln. Der Schreibstil ist flüssig, lebendig, spannend und mit einer Klarheit versehen, sodass mich das Buch nach wenigen Zeilen wieder in den Bann gezogen hat. Die einfache Sprache mit deren Leo Borns Bücher geschrieben sind, macht es für mich als Leser geradezu mühelos das Geschehen zu verfolgen, trotz der teilweise, komplizierten Namen. Wie schon in den Büchern zuvor, beschäftigt sich Mara neben ihrem Fall mit dem Tod ihrer Mutter, dadurch wird das Geschehen recht abwechslungsreich. Überall wo sie versucht, etwas über ihre Mutter herauszubekommen, eckt sie an oder stößt auf eine Mauer des Schweigens. Erst der Hinweis der ehemaligen Reinigungskraft Heidi Esswein bringt Mara nicht nur in Schwierigkeiten, sondern auch zu einer Erleuchtung, bei dem sie vielleicht dem Täter auf die Spur kommt. Zudem beschäftigt der Tod von Denise und den Menschen von dem Lastwagen, das ganze Team. Es scheint so als, ob eine afghanische Bande gegen eine andere Bande Krieg führt und mit dabei scheint auch der Wolf zu sein, hinter dem Mara, schon seit Carlos Tod her ist. Immer mehr Tote, die der Täter vor ihrem Tod grausam gefoltert hat, machen der Kripo zu schaffen. Das mit dem Tod von Denise selbst Maras Vater in Verdacht gerät, wundert sie nicht weiter. Der dritte Band von Leo Born hat mich erneut gefesselt von Anfang an. Ich habe mitgerätselt, mit Mara mitgelitten und mich am Ende gefreut über ihre Erfolge. Diesmal wird Jan Rosen etwas mehr in den Vordergrund gestellt. Seine Aktion, die der Prostituierten Anyana das Leben rettet, hat mir sehr gut gefallen. Man spürt, dass er mittlerweile eine gute Entwicklung mitgemacht hat, er ist nicht mehr der schüchterne, zurückhaltende Spatz wie zu Beginn der Reihe und seine Kollegin Mara scheint ihm gutzutun. Ebenfalls gefällt mir inzwischen Klimt etwas besser, bei dem ich spüre, das er nicht mehr ganz so negativ gegenüber Mara eingestellt ist. Mir scheint, er merkt sehr gut, was er an ihr hat und wie dringend er Mara in seinem Team braucht. Überhaupt hat das gesamte Team derweil Mara und Rosen besser integriert, so spürte ich nicht mehr so die Ablehnung wie noch zu Beginn der Reihe. Betrübt hat mich dagegen, dass Mara und ihr Vater sich noch immer nicht richtig annähern, geschweige den miteinander reden können. Um so schöner am Ende wo ich spüre, das es für Vater und Tochter vielleicht doch noch eine Zukunft gibt. Ein Buch, das mich schockiert und gefesselt hat bis zum Ende und das ich bedenkenlos weiterempfehlen werde, weil ich mich schon auf weitere Folgen freue. Für mich ist nämlich die extravagante Mara Billinsky eine der besten deutschen Ermittlerinnen, deshalb 10 Eulen von mir.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B07FHZ12W4

    Dania Dicken, Jahrgang 1985, schreibt seit der Kindheit. Die in Krefeld lebende Autorin hat Psychologie und Informatik studiert und als Online-Redakteurin gearbeitet. Mit den Grundlagen aus dem Psychologiestudium setzte sie ein langgehegtes Vorhaben in die Tat um und schreibt seitdem Psychothriller zum Thema Profiling. Bei Bastei Lübbe hat sie die Profiler-Reihe und ihre neue Serie "Profiling Murder" veröffentlicht, im Eigenverlag erscheinen "Die Seele des Bösen" und ihre Fantasyromane. Aktuelle Informationen: http://www.blog-und-stift.de


    Manipulation und Prügel vom eigenen Ehemann


    "Schenk nicht jedem dein Vertrauen der dir sagt, er ist dein Freund! Denn ins Herz kannst du nicht schauen, ob er es ehrlich mit dir meint!" (mein-wahres-ich)

    Libby Whitman hat nach ihrem Studium nun bei der Polizei begonnen. In San José möchte sie arbeiten, bis sie für die Zulassung als Profilerin in Quantico angenommen wird. Zusammen mit ihrem Partner Miguel Alvarez werden sie erneut wegen häuslicher Gewalt zum Ehepaar Maxwell gerufen. Mehrmals waren Libby und Miguel schon dort gewesen, jedoch Cassidy ist viel zu eingeschüchtert, um ihren Mann Luke anzuzeigen. Bei einem Einzelgespräch ein paar Tage später versucht Libby, Cassidy gut zuzureden. Doch als sie am nächsten Tag verschwunden ist, macht sich Libby ernsthaft Sorgen. Selbst ihre hartnäckige Suche nach Cassidy bleibt ohne Erfolg, lediglich bei Kollegen und Vorgesetzten macht sie sich unbeliebt. Einige Tage später ruft Detective Owen Young bei ihr an und bittet sie eine Frau zu identifizieren. Tatsächlich ist die tote und stark misshandelte Frau am Klärbecken Cassidy. Als Owen diesen Fall bearbeiten soll, bittet er Libby um ihre Hilfe, doch da ahnt sie noch nichts welche schrecklichen Details zutage kommen werden.

    Meine Meinung:
    Mit diesem Buch beginnt die Autorin ihre vierte Ermittler-Reihe, gleichzeitig tritt Libby Whitman in die Fußstapfen der bekannten Profilerin Sadie Whitman aus "Die Seele des Bösen". Der Schreibstil ist flüssig, lebendig, unterhaltsam und wie immer bei der Autorin sehr informativ. Im Plot geht es diesmal um häusliche Gewalt in ihrer brutalsten Form. Leser der Sadie Whitman-Reihe kennen ja schon ein wenig die häusliche Gewalt, die Sadies Mutter bei ihrem Vater mitmachen musste. Doch hier geht es jetzt fast noch einen Schritt weiter mit dem, was Cassidy erleben musste und bei dem sie auch den Leser mit teilhaben lässt. Bei den Videos die sich Libby und Owen da in Darknet anschauen, bekomme selbst ich als Leser das kalte Grausen. Unverständlich wie ein Ehemann so was seiner Frau antun kann. Aber ich kann nach wie vor die Frauen nicht verstehen, die sich da ihre Männer schönreden, ihnen alles immer wieder verzeihen und das ganze Dilemma wieder von vorne geschieht. Sicher ist es, für Frauen die keine eigene Perspektive, keine Familie auf die sie zurückgreifen oder Freunde auf die sie zählen können, äußert schwer den Absprung zu bekommen. Deshalb bietet ihr ja Libby ihre Hilfe und Unterstützung an. Doch leider entscheidet sich Cassidy erst, als es längst zu spät ist. Die Suche nach dem Schuldigen wird dann für Libby und Owen äußerst spannend aber auch gefährlich. In diesem Debüt der neuen Reihe erfahren wir viel von Libbys Vergangenheit bei der FLDS eine mormonische Sekte, bei der sie aufgewachsen ist, ihrem zukünftigen Leben bei den Whitmans und den Vorgängen auf dem College. Auch in ihrer Beziehung zu ihrem Freund Kieran, den sie vom College kennt, scheint es eine Krise zu geben. Zudem gibt es viel Informelles zu Cassidys Fall, bei dem ich regelrecht schockiert bin. Mitgefiebert habe ich dann am Ende des Buches als es wie meist bei Dania Dickens Büchern einen grandiosen Showdown gab. Libby kenne ich ja schon, seit sie 14 Jahre alt ist, inzwischen ist aus dem eingeschüchterten Mädchen von damals eine erwachsene, toughe, sehr selbstbewusste junge Frau geworden. Sie weiß genau was sie will und möchte das um jeden Preis durchsetzen. Bei Kieran ihrem Freund habe ich eher das Gefühl, den Jungen von damals zu erleben Libby hat ihn deutlich geistig überholt. Owen Young dagegen ist ein sympathischer, fürsorglicher und loyaler Mensch, mit dem sich Libby sofort versteht. Die beiden scheinen auf gleicher Wellenlänge zu sein und harmonieren als Team gut zusammen. Außerdem kann sie mit ihm auch über alles reden. Für mich war dieser Einstieg in die neue Reihe ein weiterer Einblick in das Können der Autorin, die schriftstellerisch hier noch weiter zugelegt hat. Deshalb gebe ich 5 von 5 Sterne dafür und kann dieses Buch nur empfehlen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B07XGBKBZT

    Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot, wurde als Literaturstudent von Angus Wilson und Malcolm Bradbury gefördert, von Philip Roth für ein Schriftsteller-Stipendium nominiert und für den ersten Erzählungsband mit dem Somerset-Maugham-Preis ausgezeichnet. Der Autor lebt und arbeitet in London.


    Wen Kakerlaken allzu menschlich werden



    "Die Menschen müssen begreifen, dass sie das gefährlichste Ungeziefer sind, das je die Erde bevölkert hat." (Friedensreich Hundertwasser)

    Als Jim Sams am Morgen erwacht fühlt es sich anders an, er war in eine ungeheure Kreatur mit 4 Beinen verwandelt worden. Und was war mit seinem wunderschönen glänzenden Leib passiert und den Fühlern, das ihm als Kakerlake immer so gut stand? Dazu noch der glitschige Fleischlappen, der da in seinem Mund war, wo er nicht hingehörte. Natürlich wusste er das er in seinem alten Leben nicht anerkannt war, im Gegenteil er und sein Volk wurden bisher mit allen Mitteln bekämpft. Doch nun ist Jim plötzlich in der Lage der mächtigste Mann Englands zu sein und den Willen des Volkes umzusetzen. Weder von der Opposition noch von seinen anderen Gegnern möchte er sich aufhalten lassen. Sein Plan ist den Reversalismus dem Parlament schmackhaft zu machen und durchzubringen mit allen Mitteln. Sein größter Verfechter ist der Außenminister Benedict St John.


    Meine Meinung:
    Das Bild stellt den Unterleib der Kakerlake dar, könnte aber genauso gut die Fellmütze von den Wachen des Towers darstellen. Den Autor Ian McEwan kannte ich bisher noch nicht, doch den Klappentext fand ich sehr interessant. Ian McEwan schreibt hier in Anlehnung an Franz Kafkas Buch "Die Verwandlung" aus dem Jahre 1915, diese Geschichte in die Moderne der heutigen britischen Lage und Politik. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, den mitunter ist er doch sehr mühsam verfasst. Besonders da die Geschichte einiges an politischen Sprachgebrauch enthält. Trotzdem ich durchaus politisch interessiert bin, hatte ich dann doch etwas anderes bei dem Titel und Klappentext erwartet. Zwar fing sie durchaus satirisch, humorvoll an mit der Umwandlung der Kakerlake zum Menschen. Dabei sah ich einige Parallelen von David Safiers Buch "Mieses Karma" oder eben das Kafka Buch "Die Verwandlung". Wo aber Kafka eher dem Leser die Verwandlung nahebrachte, möchte McEwan das Chaos der Politik und des Brexits aufgreifen, das zurzeit in seiner Heimat Großbritannien herrscht. Da blieb dann allerdings die Verwandlung etwas auf der Strecke, schade den genau das war dies, was die Story so belebte und humorvoll machte. Natürlich habe ich beim Lesen viele Parallelen zum Brexit, aber auch zu anderen politischen Machenschaften und Gebaren festgestellt. Trotzdem wirkte auf mich das Buch am Ende unvollkommen, fast ein wenig abrupt beendet und ebenso erschloss sich für mich die Motivation der Kakerlaken den Reversalismus durchzuboxen nicht ganz. Genauso war es mir etwas zu unrealistisch, wie der anfänglich verwandelte, tollpatschige Jim Sams innerhalb kürzester Zeit, menschlich daher kam ohne Mühen und Schwächen. Ich hätte da doch mit mehr Problemen gerechnet, die man hier durchaus noch hätte einbringen können. Im eigentlichen Sinne geht es in diesem Buch jedoch um Politik, Macht, Beeinflussung und Manipulation, was wir sicher genauso heute im realen Leben wiederfinden. Man spürt vor allem das McEwan ein Brexit Gegner ist und ihm die chaotische, politische Lage Großbritanniens nicht gerade zusagt. Von daher denke ich das dieses Buch eher von Lesern bevorzugt wird, die politisch motiviert, engagiert sind und sich mit dem Brexit auseinandersetzen möchten. Insbesondere den Preis finde ich persönlich im Anbetracht der nicht einmal 150 Seiten zu teuer für das Buch. Ich konnte leider dieser Geschichte nur bedingt was abgewinnen, besonders weil mir einfach der britische Humor zu kurz kam. Darum gebe ich 5 Eulen für dieses sogenannte Buch der Stunde.
    :thumbdown:


    ASIN/ISBN: 3257071329

    Simone Dorra erblickte 1963 in Wuppertal das Licht der Welt und ist seit 1983 in Baden-Württemberg zu Hause. Die gelernte Buchhändlerin arbeitete zunächst in einem Stuttgarter Verlag und gestaltete dann als Sprecherin und Journalistin Radioprogramme für den Privatrundfunk. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Welzheim, wo sie heute als Lokaljournalistin für die örtliche Tageszeitung arbeitet.


    Ingrid Zellner wurde 1962 in Dachau geboren. Nach ihrem Theaterwissenschafts-, Literatur- und Geschichtsstudium in München war sie am Stadttheater Hildesheim und zwölf Jahre an der Bayerischen Staatsoper München Dramaturgin. Heute lebt sie als Übersetzerin (Schwedisch) und Schriftstellerin, Regisseurin und Theaterschauspielerin wieder in Dachau. Sie hat bereits Romane, ein Kinderbuch, Kurzgeschichten und Theaterstücke veröffentlicht.


    "Denn alles in der Welt hat seine Grenzen und von der Lieb´ zum Hass ist´s nur ein kleiner Schritt." (Johann Friedrich Bahrdt)

    In der Rems-Murr Kreisstadt Waiblingen wird die 24-jährige indische Studentin Vidya Kapoor vergewaltigt und anschließend getötet. Schnell findet man heraus, dass der Täter Vergewaltiger Pierre Meyer aus Konstanz ist, den man vor Kurzem erst aus der Haft entlassen hat. Als man wenig später Meyer tot auffindet und man den Zeugen Surendra Sinha befragt, wirkt er für Kommissar Malte Jacobsen schon sehr verdächtig. Den Surendra Sinha ist zwar ebenfalls Kripobeamte in Friedrichshafen, allerdings kannte er Meyer und zudem war er mit Vidya Kapoor so gut wie verlobt. Darum konnte es gut sein, dass der Kollege sich an Meyer für den Tod von Vidya gerächt hat. Doch Maltes Kollegin Melanie Brendel ist da ganz anderer Ansicht, sie kann sich nicht vorstellen, das Surendra sich an dem Täter Vidyas gerächt hat. Sie hat viel mehr den Verdacht, dass Meyer ein neues Opfer belästigt, das sich gewehrt hatte oder das ein ehemaliges Opfer sich an ihm gerächte hat. Das Meyer herzkrank war und er durch einen Elektroschocker verstirbt, könnte da reiner Zufall gewesen sein. Doch der Zwiespalt der Ermittler Jacobsen/Brendel bringt Unruhe in das Team, so das es sogar so weit kommt, das Malte alleine ermitteln muss.


    Meine Meinung:
    Das etwas unscheinbare Cover zeigt eine wütende Faust, die für Rache stehen könnte. Für mich war es das erste Buch des Autorinnenduos, das mich deshalb interessiert hat, da ich aus der Nähe Waiblingens komme. Der Schreibstil war lebendig, teils unterhaltsam doch leider fehlte dieses Buch zum größten Teil die Spannung. Was sicher auch daran lag, dass wir nun
    einen Täter suchen sollten, der einen Vergewaltiger und Mörder getötet hat. Aber es lag auch daran, das die Ermittlungen mehr durch die Probleme zwischen Malte und Melanie, der Eifersucht Jacobsen und der indischen Kultur beherrscht wurden. Dadurch wurden die Ermittlungen sehr oft in den Hintergrund gedrängt, was ich sehr schade empfand. Auch die gefundene Katze Saleti vom Tatort nahm bei manchen Kapiteln etwas zu viel Raum ein. Ich finde es ja schön, wenn man als Leser in das Privatleben und Umfeld der Ermittler mitgenommen wird. Doch wenn diese ein Buch bzw. dazu noch einen Krimi mehr ausfüllt, als das eigentliche Geschehen, dann ist es auch mir zu viel. Darum war mir das leider zu wenig Tiefe um den eigentlichen Tathergang, ich vermisste da ab und zu ein wenig die professionelle Kriminalarbeit. Lediglich in der Mitte und am Ende wurde es ein bisschen spannend so, das ich sah, das durchaus Qualität in den beiden Autorinnen steckt. Das Lokalkolorit hat mir natürlich besonders gefallen, da mir die Kreisstadt Waiblingen sehr bekannt ist und ich deshalb viele Stellen wiedererkannte. Die Charaktere haben ebenfalls Potenzial, um ein gutes Kripo-Duo zu sein. Im Gegenteil ich könnte mir sogar gut vorstellen, das sie jetzt als Trio funktionieren würden. Der reserviert, wortkarge, in sich gekehrte Malte Jacobsen, die smarte, aufgeschlossene, tolerante und sympathische Melanie und der ausgeglichene, charmante, kultivierte Surendra der gerne mal in seinem Job aus der Reihe tanzt, wären sicherlich gute Ermittler zusammen. Selbst wenn mich ein paar Dinge an dem Buch gestört haben, würde ich den beiden Autorinnen erneut eine Chance geben. Schon alleine deshalb, weil ich gerne einen weiteren Krimi aus Waiblingen lesen würde. Von mir gibt es 7 Eulen für dieses Buch.


    ASIN/ISBN: 3842521901

    Elizabeth Goddard hat Computertechnologie studiert und mehrere Jahre in dieser Branche gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. In den USA zählt sie zu den Bestsellerautorinnenn und hat schon über 50 Bücher geschrieben. Sie ist Mutter von vier inzwischen fast erwachsenen Kindern und lebt in Michigan.


    Mysteriöse Entführung eines Babys aus der Vergangenheit


    "Profitgierige Menschen sind zu jedem Opfer bereit, sie müssen nur wissen - oder glauben - dass es sich auszahlt." (Ernst Ferstl)

    Der unerwartete Tod von Willows Großvater J. T. schockiert sie sehr, den ihr Großvater war noch recht fit für sein Alter. Zudem hat er fleißig in seiner Firma Anderson Consulting für Genealogie (Ahnenforschung) gearbeitet. Unlängst hat er einen sehr speziellen Auftrag angenommen. Er soll eine junge Frau finden, die man vor über 20 Jahren als Baby im Krankenhaus entführt hat. Willow ist sich nicht sicher, ob sie diesen Auftrag, nach dem Tod von J. T., weiter ausführen soll, da es nicht zu ihrem eigentlichen Aufgabengebiet gehört. Dass ihr Großvater allerdings schon eine heiße Spur hatte und zudem ihren Ex-Freund und ehemaligen FBI Agent Austin McKade mit ins Boot gerufen hatte gefällt Willow gar nicht. Als sich dann jedoch weitere dubiose Unfälle ereignen, scheinen die beiden zu spüren, dass der Tod von J. T. kein Unfall war. Sie stoßen bei der Suche nach Jamie auf ein Wespennest aus Macht, Intrigen und Verrat und geraten mehr als einmal in Lebensgefahr.


    Meine Meinung:
    Das düstere Cover und der explizite Klappentext rund um die Entführung eines Babys aus der Vergangenheit, haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Bisher ist die Autorin für mich total unbekannt gewesen, sie zählt jedoch in den USA zu den Bestsellerautorinnen und hat bisher über 50 Bücher geschrieben. Der Schreibstil war äußerst lebendig, unterhaltsam, in mehrere kurze Kapitel unterteilt und angenehm zu lesen. Dabei fing der Plot mit der Entführung von Katelyn Mason Baby schon recht spannend an. Dass Katelyn nach dem überraschenden Tod ihres Mannes und ihrer Krebsdiagnose auch noch ihr Kind verliert, machte mich sehr betroffen. Man fragt sich, wer macht so etwas? Da die Frau wusste, dass Katelyn schwer krank ist, vermute ich das sie, Katelyn kannte oder jemand das getan hat, wo ihr nahesteht. Keiner konnte ja ahnen, dass Katelyn den Krebs überwindet und über 20 Jahre lang ohne Erfolg ihr Kind sucht. Doch nun ist der Krebs neu ausgebrochen und die Suche nach Jamie wird immer wichtiger. So ist die Ahnenforschungsagentur, Katelyns letzter Versuch ihre Tochter zu finden. Und genau hier fängt Willows mysteriöser Auftrag an. Nachdem nach J. T. Unfall kurz darauf auch noch sein Haus abbrennt, bei dem Willow fast ums Leben kommt, vermutet sie und Assistentin Dana das beides mit diesem Fall zusammenhängt. Die Autorin hat hier einen wahrlich spannendes Buch geschrieben, das zudem durch die problematische Liebesgeschichte und natürlich seiner christlichen Linie eine ganz besondere Note bekommt. Mir gefiel es zum Beispiel sehr gut, dass die Protagonisten besonders in Notlagen sich Hilfe bei Gott suchen in Form von Gebeten. Dadurch bekommt das ganze noch mal eine andere Intensität und macht diesen Thriller so wertvoll. Zudem die Charaktere, die hier sehr gut durchdacht sind. Die intelligente, selbstbewusste Willow eifert ganz ihrem Großvater nach und mir war sofort klar, dass sie diesen Fall aufklären möchte, komme was wolle. Austin fand ich ebenfalls sympathisch, allerdings ist er sehr verschlossen, was seine Vergangenheit anbelangt. Aufgewachsen in einem schwierigen Elternhaus hat er selbst zu seinen Brüdern keinen Kontakt mehr. An seiner Verschlossenheit ist schlussendlich auch die Beziehung zu Willow gescheitert. Dass er nun noch weitere Geheimnisse vor ihr zu verbergen versucht, macht die Suche und ihre Beziehung zueinander nicht besser. Doch im Inneren sieht es bei den beiden ganz anders aus. Dieses Buch gehört explizit in den Bereich christliche Bücher, ich jedoch kann es jedem empfehlen, der ein fesselndes, spannendes Buch sucht. Für mich der beste Tipp für alle die einen außergewöhnlichen Lesestoff suchen und von mir gibt es obendrein 10 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3963620765

    Amy Walker ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit der Veröffentlichung mehrerer Romane bereits erste schriftstellerische Erfolge feiern durfte. Mit Geheime Begierde hat sie ihren ersten erotischen Roman verfasst. Leidenschaft, Sinnlichkeit und nackte Lust in Worte zu verpacken hat sie derart fasziniert, dass sie sich nächtelang nicht von ihrem Computer losreißen konnte. Seither schwirren ihr nicht nur die alltäglichen Pflichten rund um ihre Familie durch den Kopf, sondern verschiedenste erotische Szenerien, die sie alle noch niederschreiben will. Zwei Dinge sind ihr dabei besonders wichtig und in allen ihren Geschichten zu finden: viel Gefühl und ein Happy End!


    Lustvolle Geschichten um gierige Frauen


    "Der einzige Weg, sich einer Versuchung zu entledigen, ist, ihr zu erliegen." (Oscar Wilde)

    Das auch Frauen eindeutige, lustvolle Fantasien und sexistische Sehnsüchte haben, erleben wir hier in diesen 5 Geschichten. "Endlich" Ally die alte Jugendfreundin sollte eigentlich nur auf Camerons Schäferhund aufpassen. Was jedoch für Sinn, Reize und Geruch alles in seiner Wohnung an Sehnsüchten und Fantasien bei ihr hervorrufen, erleben wir hier. "Geile Zukunft" präsentiert eine Professorin die sich am letzten Studientag, trotz erster Skrupel mit dem um ein paar Jahre jüngeren Riley einlässt. Ein leidenschaftlicher, heißer Survival-Trip der ganz anderen Art erleben wir in "Krieg ich Dich, dann fick ich Dich!" Die Begegnung der beiden Bauarbeiter im Haus und Cilias anschließende Fantasien unter der Dusche werden in "Schau mich an" für die schüchterne junge Frau nicht ohne Folgen bleiben. In der letzten Geschichte "Sexual Healing" geht es in einem peruanischen Krankenhaus zur Sache, in dem Jane nach einem Unfall eingeliefert wurde. Selbst gegen Janes sexuellen Fantasien und Sehnsüchten werden zwei Pfleger behilflich.

    Meine Meinung:
    Das sehr extravagante Cover zeigt sehr genau, um welche Art Buch es sich hier handelt, passt aber zu dem Titel geil und unersättlich sehr gut. Ich kenne die Autorin schon von dem Buch "Sommerlust", das mir recht gut gefallen hat. Dass Amy Walker um die eigentliche Erotik und Sexualität immer sich eine gute Geschichte einfallen lässt, gefiel mir da schon sehr gut. Genau deshalb springt auch das eigene Kopfkino an und man kann sich ganz dabei fallen lassen. Natürlich muss es jetzt kein Sex im Krankenhaus sein, aber haben wir nicht alle unsere Fantasien um erregt zu werden? In diesem Buch können wir die eine oder andere Tabugeschichte miterleben, wie der eine oder andere von uns sie vielleicht schon selbst im Kopf hatte. Dabei weiß die Autorin genau wie man die Rahmengeschichte gerade so gestaltet, dass sie schön in die erotische Handlung übergeht. Durch die langsame Steigerung der Geschichten werden diese auch zum eigentlichen Höhepunkt dem Akt geleitet. Der Schreibstil war locker, unterhaltsam verführerisch und wieder einmal äußerst prickelnd. Die Geschichten verleiten einem seine eigene Fantasie anzukurbeln und sich dadurch inspirieren zu lassen. Dadurch kann man sich auch fantastisch in die Protagonisten hineinversetzen. Hier spürt man einfach die große Erfahrung der Autorin in Sachen erotische Literatur. Gut gefällt mir, im Gegensatz zu anderen Autoren in diesem Genre, das sie keine vulgären Wörter benutzt. Den gerade solche Wortwahl finde ich oft ganz schrecklich bei erotischen Büchern. Dass es auch anders gehen kann, erlebe ich erneut in diesem Buch. Natürlich kann man hier keine tief greifende Geschichten erwarten, ebenso keine Charaktere, die man näher kennenlernt. Und trotz der besonderen Situationen die wir hier miterleben dürfen, könnte ich mir gut vorstellen, dass es Personen wie Du und ich sind. Gerade für Leseanfänger im Genre Erotik finde diese Bücher bestens geeignet, da sie wie oben schon erwähnt nicht zu ausfallend in der Wortwahl sind und es zu keinen, harten erotische Handlungen kommt. Und ich finde es gut das wir erleben dürfen, dass selbst Frauen eindeutige Fantasien haben und nicht nur Männer. Zudem macht es einfach Spaß die Bücher von Amy Walker zu genießen, deshalb von mir 5 von 5 Sterne.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3862779815

    Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteraur, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 und »Der dunkle Bote«, erscheint im Mai 2020 der vierte, von den Fans lang erwartete Roman um August Emmerich. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«


    Ein Jude getarnt als Nazi in der Höhle der Wölfe


    "Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!" (Max Frisch)

    Nürnberg 1942: Die Nazis wollen ihre Stadt schnellstens judenfrei machen und deportieren die letzten Juden in den Osten. So soll es eigentlich auch der Familie von Isaak Rubinstein gehen. Doch seine ehemalige Freundin Clara Pflüger hilft ihm. Sie versteckt seine Familie während Isaak als Sonderermittler Adolf Weissmann in die Gestapozentrale infiltriert wird. Dort soll er herausfinden, wo sich wichtige Dokumente befinden. Isaak kann ja nicht ahnen, dass Weissmann den Mord der Schauspielerin Lotte Lanner im Namen des Führerhauptquartiers aufklären soll. Zudem weiß niemand das der wahre Adolf Weissmann seinen Anschlag durch die Fränkische Freiheit verletzt überlebt hat. Je früher Weissmann genesen wird, desto schneller wird Isaaks Identität auffliegen. Das Netz um ihn herum scheint immer enger zu werden und er sucht nicht nur seine Familie, sondern muss zudem Clara aus den Fängen der Nazis befreien.

    Meine Meinung:
    Das geheimnisvolle Cover, bei dem man schon erahnt, das es in der Vergangenheit spielt, und der Klappentext haben mich neugierig auf diesen Krimi gemacht. Der Schreibstil war locker, flüssig, unterhaltsam, in Zeitabschnitte eingeteilt und da mit recht kurzen Kapiteln versehen. Nachdem nun "Die Presse" schrieb: "Alex Beer kultiviert Krimispannung auf höchstem Niveau" war ich erst recht gespannt, was mich erwartet. Leider konnte ich diese Erwartungen nicht ganz teilen, größtenteils wurde mir das Naziregime zu unglaubwürdig dargestellt. Den zu sehr sind diese als naive Tollpatsche oder Vollidioten charakterisiert worden, die man mal ebenso um den Finger wickeln kann. Man hätte, meinen könnte das dieses damalige Naziregime so naiv und dumm war, das jeder Jude es locker hätte schaffen können seinem Schicksal zu entkommen. Man muss nur einfach sein inneres Potenzial abrufen oder entdecken, dann schafft man das auch. Leider war dem nicht so, den sonst wären wohl kaum so viel Millionen Juden ums Leben gekommen. Natürlich ist dies ein fiktiver Kriminalroman, trotzdem hatte ich erhofft einen weitaus besseren Hintergrund vorzufinden, wie ich es von Autoren wie Frank Goldammer oder Volker Kutscher kenne. Dass Isaak als Adolf Weissmann jedoch vieles einfach so zufliegt, das er als ehemaliger Antiquar auf einmal wie ein Kommissar ermittelt, mag ja noch einigermaßen angehen, wenn er als Belesener gerne zu Sherlock Holmes greift. Doch das man mal eben Dutzende Dokumente fälscht, in ein Lager eindringt und dort, mehrere befreit, ging mir dann doch zu weit. Gerade am Ende waren es für mich dann zu viele Dinge, die mir zu glatt liefen und wie schon oben erwähnt die Nazis alt aussehen ließ. Ich hätte da mit deutlich mehr widrigen Umständen gerechnet. Zum Glück machten dann die Ermittlungen und die Spannung das Ganze noch ein wenig wett. Isaak Rubinstein scheint für mich eher ein zurückhaltender und unscheinbarer Mensch zu sein. Während er als Adolf Weissmann genau das Gegenteil verkörpern muss. Den dieser ist hingegen ein Despot und ein überheblicher, dezidierter Mensch, der zu dieser Zeit der beste Ermittler im Deutschen Reich war. Dass man mal so eben diese krasse Umkehr von einem selbst verkörpern soll, ist schon recht schwierig. Dazu noch die ständigen inneren Ängste mit denen er kämpfen muss entlarvt zu werden oder gar einen Fehler zu begehen, das spürt man hier sehr gut. Dies alles konnte ein wenig die Fehler aufwiegen, weshalb ich deshalb 6 Eulen gebe. Selbst wenn einiges nicht gut war, würde ich dieser Autorin gerne eine weitere Chance geben.


    ASIN/ISBN: 3809027111

    Astrid Korten ist Mitglied im Syndikat, den "Mörderischen Schwestern" und als Kultur-Redakteurin und Rezensentin für das erfolgreiche Online-Portal FRAUENPANORAMA tätig. Mit 13 Jahren schrieb sie ihre erste Kriminalgeschichte. Ihre Romane sind fundiert recherchiert. Eine weltweite berufliche Tätigkeit führte sie an die internationalen Schauplätze ihrer Thriller. Beraten wird sie von Experten aus den Fachbereichen Forensik, Psychologie, Gentechnologie, Pathologie, Medizin und Kriminalogie.


    Der Blick in die Seele eines Kindes


    "Wieso wird die täglich millionenfach stattfindende Vergewaltigung von Kindern beschönigend nur als sexueller Missbrauch bezeichnet?" (Lilo Keller)

    An ihrem sechsten Geburtstag werden Poppy und ihre Mutter von einem großen Auto abgeholt. Bisher lebte Poppy mit ihrer Mutter in sehr einfachen Verhältnissen. Doch soll alles anders werden, sie sollen nun bei Pick-up leben, wie ihn ihre Mutter nennt, in seinem braunen Schloss. Pick-up hat ein Gesicht wie eine Bowlingkugel, sagt ihre Oma und eigentlich ist er viel zu alt für Mama. Doch nun muss Mama nicht mehr putzen, den Pick-up hat viel Geld und Mama geht deshalb ständig shoppen. Außerdem soll ich nicht mehr Onkelmann zu ihm sagen, sondern Papa. Auch Haare waschen darf Mama nicht mehr, das macht jetzt Papa bei mir. Und er sagt, dass er mich ganz toll lieb hat und das er nun auch mit mir verheiratet ist. Doch bei Mama habe ich das Gefühl, das sie nicht so richtig glücklich ist. Das Leben von Poppy und ihrer Mutter wäre so schön, wenn da nicht diese eine Sache wäre.


    Meine Meinung:
    Dieses zauberhafte Cover mit dem roten Klatschmohn verbirgt eine ganz unfassbar traurige Lebensgeschichte von Poppy. Ich kenne die Autorin schon von einigen Bücher und war von dem Klappentext sehr gespannt auf diese Geschichte. Besonders da ich weiß, dass Astrids Bücher oft sehr viel realistischen Hintergrund haben. Der Schreibstil war flüssig, locker und chronologisch nach Jahren angelegt. Poppys Geschichte beginnt dabei im Jahre 1976 und reicht bis heute. Vieles dabei erfahre ich hauptsächlich aus den Jahren 1976–1998. Poppy ist ein sehr aufgewecktes, aufgeschlossenes Mädchen, auch wenn sie aus sehr einfachem Elternhaus stammt. Bei ihrer Mutter wächst sie mehr schlecht als recht auf. Die beiden haben nicht sehr viel zum Leben und was sie haben, geben sie auch schnell aus. Auch arbeiten gehen scheint ihre Mutter nicht gerne zu tun, da ist es kein Wunder, das sie sich nach einem reichen Mann Ausschau hält. Der 62-jährige Pick-up scheint zu Beginn ein recht netter Mann zu sein, auch wenn er eigentlich Poppys Großvater sein könnte. Was mich jedoch sofort stutzig macht, ist das er sich gerne mit Poppy umgibt, oft ihre Haare wäscht, badet und jeden Sonntag sie nackt ablichtet. Währenddessen vergnügt sich ihre Mutter lieber vor den Fernseher. Dass diese Baderituale zusehends merkwürdiger werden, kann Poppy zu der Zeit noch nicht begreifen, dazu ist sie einfach noch zu jung. Zudem traut sie sich niemandem etwas zu sagen, weil sie nicht möchte, das jemand sie deshalb auslacht. Deshalb behält sie alles, was ihr Papa mit ihr macht für sich, den schließlich, sagt er, das dies alles richtig ist.
    Dieses Buch hatte ich in Nu ausgelesen, weil mich Poppys Geschichte so unfassbar entsetzt, traurig und sogar wütend gemacht hat. Auch Poppys Familie hat mich erschüttert, eine Großmutter, Onkel und Tante denen Geld und Luxus wichtiger ist und wo ich mich frage, was nehmen sich diese Menschen heraus? Besonders dann, wenn Poppy und ihre Mutter eigentlich Hilfe bräuchten und dann niemand da ist, der ihnen zur Seite steht. Selbst Pick-ups Tochter, bei der ich das Gefühl hatte, das sie ihren Vater sehr genau kennt, schaut einfach nur zu. Niemand scheint Poppys körperliche, aber auch seelische Veränderungen wahrzunehmen. Dieses Buch rüttelt einen auf, selbst wenn man die Not, Poppys Schicksal oder ähnliches schon kennt, macht es einen fassungslos. Das dann die 14-jährige Poppy gegen Ende sogar mehr auf ihre psychisch labile Mutter aufpassen muss und nicht anders herum, macht mich wütend. Ich fragte mich öfters in diesem Buch, ob da nicht auch Ämter aber vor allem Menschen versagt haben. Keiner scheint Poppys innere Rufe zu hören, geschweige den zu verstehen. Besonders wütend hat mich das Ende gemacht, als die Spirale im Grunde von vorne beginnt. Ich war total geschockt und konnte nicht begreifen, wieso ihre Mutter und Großmutter so eine Entscheidung trafen. Oft wäre ich am liebsten in das Buch gesprungen, hätte Poppy da rausgeholt und sie in meinen Armen gehalten, so hat mich dieses Buch berührt. Ich bin froh, das Astrid Korten sich nicht scheut Thematiken aufzugreifen, vor der viele von uns die Augen verschließen. Den diese geschieht zu tausendfach jeden Tag und es könnte sogar in unserer Nachbarschaft sein. Ich freue mich das Poppy ihre Geschichte Astrid erzählt hat und das es ihr heute gut geht. Für mich ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag, um einen Blick in die Seele eines Kindes mitzuerleben und um Missbrauch zu verstehen. Lest dieses Buch es ist wichtig, den ich glaube das es viel häufiger bei uns passiert als wir ahnen. Ich jedenfalls kann es nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.
    :thumbup::thumbup:


    ASIN/ISBN: B07ZQKWQ3H

    Sonja Kindler wurde 1963 in Recklinghausen geboren, wuchs aber in Blumberg, einem Ort nahe der Schweizer Grenze auf, wo sie mit ihrer Familie lebt. Sie arbeitet als Schadensanalytikerin in einem metallverarbeitenden Betrieb. Das Bücherschreiben ist ein berufsausgleichendes Hobby für sie geworden. Bücher begleiteten sie bereits ihr Leben lang, was lag da näher, als sich die Geschichten selbst auszudenken? In ihren Romanen zeigt sie glaubwürdig auf, welche Motivationen letztendlich zu einem Verbrechen führen können.


    Wut die sich in Hass umschlägt wird gefährlich


    "Lass dich vom Hasse nicht betören, denn seine Folgen können oft für dich selbst gefährlich werden." (Aesop)

    Seit einem halben Jahr ist nun Kommissarin Ines Sandner mit ihrer Tochter Danny und dem Lebensgefährten von Stuttgart in den Schwarzwald gezogen. Hier in der Nähe ihrer Mutter und der alten Heimat fühlt sie sich bedeutend wohler als in der lauten Stadt. Als Ines eines Tages einen Strauß weißer Lilien erhält, ist sie überrascht. Das diese Blumen für Liebe, doch auch für Tod stehen, scheint für sie unbedeutend. Merkwürdig wird es erst, als bei Ines Klassentreffen ihre erste Liebe einen tödlichen Verkehrsunfall hat. Schnell wird festgestellt, dass man das Auto manipuliert hat. Bei Ines kommen erste Zweifel eines Zufalls auf, als man Lilien im Kofferraum findet. Besonders als weitere gefährliche Situationen sich in ihrer Familie ereignen. Als sie eines Nachts dann zu einem einsamen Bauernhof gelockt wird, dieser in Brand gesteckt und sie fast verbrennt, wird ihr klar das es jemand auf sie, ihre Familie abgesehen hat. Doch wem hat Ines was getan, das er selbst nicht mal vor ihrer Familie halt macht?


    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem brennenden Haus und der zugehörige Klappentext haben mich schon sehr neugierig auf diesen Krimi gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und überaus spannend von Anfang bis zum Ende formuliert, sodass ich es kaum mehr weglegen konnte. Die kursiv dargestellten Beiträge lassen mich in einen hasserfüllten Täter blicken, der einen wahrlich beängstigt, was da auf Ines und ihre Familie zukommt. Am Ende hatte sogar den Eindruck einer gespaltenen Persönlichkeit gegenüber zustehen. Schon gleich zu Beginn werde ich von seinem Hass eingenommen. Ich frage mich, was ist passiert, dass ein Mensch solche Verletzungen mit sich herumträgt und dann so einen Hass entwickelt? Natürlich könnte es jemand sein, den Ines mal ins Gefängnis gebracht hat. Doch Ines und ihr Lebensgefährte Jan erscheinen mir sofort sehr sympathisch zu sein. In dem halben Jahr, welches sie nun im Schwarzwald sind, haben sie sich gut eingelebt. Sogar auf den Nachbarsjungen Max, dessen Vater zurzeit in der Klinik ist, passen sie auf. Dass Max ebenfalls in den Fall involviert und es für ihn sehr gefährlich wird, hat mich echt schockiert. Im Lauf des Buches habe ich mich dann oft gefragt, wie weit der Täter noch geht, wenn er selbst vor Kindern nicht Halt macht. Mit der Zeit hatte ich dann mehrere Verdächtige im Fokus, bis sich einer dann immer mehr herauskristallisiert, von dem ich es nicht gedacht hatte. Trotz allem hat es dem weiteren Verlauf des Buches nicht geschadet, den es blieb durch die vielen Wendungen durchweg spannend. Und ein Showdown als Abschluss, bei dem ich gefiebert habe, wie er ausgeht, war noch zudem ein schöner Höhepunkt. Die Protagonisten selbst sind sehr gut durchdacht, insbesondere Ines die sympathische, toughe und engagierte Kommissarin konnte mich durchweg überzeugen. Lediglich das sie manchmal zu unüberlegt sich alleine auf gefährliche Abenteuer einlässt, hat sie in meinen Augen etwas arglos erscheinen lassen. Auch Danny ihre Tochter, erschien mir ab und an etwas zu Erwachsen in ihren Aussagen. Ebenso Monika, Ines Mutter ich besonders in einer Situation als sehr leichtgläubig und leichtsinnig empfand. Sonst jedoch waren alle außerordentlich gut ausgearbeitet und realistisch dargestellt. Besonders die gefährlichen Situationen und die Ermittlungen haben mich die ganze Zeit Miträtseln lassen. Zudem konnte mich als Schwabe der Schwarzwald als Lokalkolorit sowieso begeistern. Chapeau dies war ein überzeugender Auftakt für die Kripo aus dem Schwarzwald, ich hoffe auf weitere Folgen. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 4 1/2 von 5 Sterne.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3965550233

    Michelle Ule ist Autorin historischer Romane und Biografien. Sie bloggt über geistliche Themen, speziell über den Prediger Oswald Chambers und seine Zeit. Sie lebt in Kalifornien, USA. http://www.michelleule.com


    Biddys Leben für die Liebe und den Glauben


    "Liebe ist nicht berechnend, Liebe ist spontan. Und manchmal kommt sie auch ganz unerwartet." (Oswald Chambers)

    London 1908 Die junge Gertrude „Biddy“ Hobbs verliert recht früh und unerwartet ihren Vater. Die als Kind etwas kränkliche Biddy scheint dagegen ein wahrer Kämpfer zu sein. Nun muss sich nach dem Tod des Mannes ihre Mutter alleine mit den drei Kindern versorgen. Doch da sie fest im Glauben waren, wussten sie, Gott würde sie versorgen. Mit 20 Jahren lernt Biddy dann den englischen Baptistenprediger Oswalds Chambers bei einer Missionswoche in ihrer Gemeinde kennen. Trotzdem Oswald nie auf der Suche nach einer Frau war, lernt er Biddy Mal zu Mal bei seinen Besuchen der Familie Hobbs kennen. Schon von Beginn an war Biddy klar das für Oswald immer der Glaube und Gott an erster Stelle sein wird. Nichtsdestotrotz heiraten sie am 25. Mai 1910 in London. Biddy als gelernte Stenotypistin schreibt währenddessen Oswalds Predigten und Vorträge mit. 1913 wird ihre Tochter Kathleen geboren und 1915 reist die Familie nach Kairo damit Oswald dort, als Militärpfarrer vom CVJM dienen konnte. Trotz all den Risiken des Krieges, Kultur und Klima vertraut Biddy Gott, das er sie wohlbehütet in dieser Zeit. 1917 verstirbt dann Oswald völlig unerwartet an einer Lungenembolie nach einem Blinddarmdurchbruch. Wieder zurück in London widmet sich Biddy den Notizen von Oswalds Predigten und sorgt dafür, das diese Andachten veröffentlicht werden. Biddy war Hausfrau, Mutter, Seelsorgerin und Bibellehrerin, doch in allem ging es ihr nur darum eine Jüngerin für Jesus zu sein und andere Menschen zum Glauben zu bringen.


    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Bildnis von Biddy zeigt mir eine starke Frau und Persönlichkeit. Der Schreibstil war sehr interessant, unterhaltsam und chronologisch verfasst. Mit den Bildern im Mittelteil konnte ich mir eine Vorstellung von der Familie Chambers, ihrer Familie, Freunden und Bekannten machen. Die Autorin hat hier eine beeindruckende Biografie über eine starke Frau geschrieben. Oswald Chambers kannte ich bisher nur von einigen Andachten, habe mich aber bisher nicht mit seinem Leben befasst. Dafür fand ich das Leben das seine Ehefrau Biddy, so bescheiden und demütig an Oswalds Seite führte umso bemerkenswerter. Die beiden waren wahre Diener Gottes im Dienste den Glauben weiterzugeben. Trotzdem Biddy wusste, das für Oswald Gott immer an erster Stelle stehen würde, hat sie ihn geschätzt und lieben gelernt. Schade nur das ihre Ehe so kurz währte, doch dafür sorgte Biddy dafür das Oswald Chambers niemals vergessen werden wird. Mich beeindruckt es jedes Mal, wenn ich solche Frauen sehe, die sich hinten anstellen, damit ihr Mann groß wird, um Gott zu verherrlichen. Ihr hat man es schlussendlich zu verdanken, dass neben mehr als 30 Werken, im Jahre 1923 sein Andachtsbuch "Mein Äußerstes für sein Höchstes" zum ersten Mal erschienen ist. Eine Frau, die man bewundern muss und dank Michelle Ule niemals vergessen wird. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3775159320