Beiträge von claudi-1963

    Max Lucado war langjähriger Pastor der Oak Hills Church in San Antonio, Texas. Er ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und Verfasser vieler Bücher. Fast 100 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft und in über 50 Sprachen übersetzt. Die Zeitschrift Christianity Today zählt ihn zu den bekanntesten christlichen Autoren Amerikas.

    Der gebürtige Mexikaner Sergio Martinez studierte Kunst an der Akademie de la Gandre Chaumière in Paris und war lange Zeit in der Illustration für Buch- und Werbekunden in Frankreich, der Schweiz, Spanien, Großbritannien, Mexiko, den USA und anderen Ländern in Mittel- und Südamerika tätig Südamerika.

    Jeder Mensch ist einmalig geschaffen


    "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele." (Ps. 139, 14)

    Punchinello ist ein Wemmick, diese Holzpuppen sind vom Holzschnitzer Eli erschaffen worden. Doch Punchinello und seine Freunde geraten immer wieder in schwierige Situationen, bei denen ihnen meist nur Eli weiterhelfen kann.

    Folgende Geschichten sind enthalten:

    "Du bist einmalig" Etwas Sonderbares geht bei den Wemmicks vor, den auf einmal die Wemmicks graue Punkte oder Sternchen. Punchinello muss unbedingt dem Phänomen auf den Grund gehen, warum man Punkte und wie man Sternchen erhält.

    "Du bist mein" Was hat es mit den Schachteln und Bällen auf sich, die immer mehr von den Wemmicks gekauft werden? Und vor allem warum hat einer mehr und der andere weniger?

    Punchinello macht dabei eine schwere, aber wichtige Erfahrung, bei der ihm nur Eli helfen kann.

    "Ich will aber eine grüne Nase" Auf einmal laufen die Wemmicks mit grünen Nasen herum. Punchinello ist neugierig und erfahrt, das dies der letzte Schrei momentan ist. Als er von den anderen ausgelacht wird, trifft er eine Folgeschwerende Entscheidung. Doch ganz schnell ist grün nicht mehr modern und auf einmal sind andere Farben angesagt. Nur gut das selbst hier ihnen Eli wieder helfen kann.

    "Du bist große Klasse" Eine berühmte Person besucht die Wemmicks und alle sind schon sehr gespannt. Nur warum ist sie von Lucie so begeistert, während sie Punchinello nicht mal die Hand reicht?

    "Punchinello und das allerschönste Geschenk" Der Schöpfer-Tag rückt näher, hier wollen alle für Eli eine besondere Überraschung bereiten. Doch was soll Punchinello Eli Besonderes schenken?

    "Du bist wunderbar beschenkt" Eines Morgens findet Punchinello ein Geschenk im Briefkasten, das genau zu ihm passt. Doch auch die anderen haben jeder ein Geschenk bekommen. Doch was es mit den Geschenken auf sich hat und wie sie dabei jemandem helfen können sollen sie bald feststellen.


    Meine Meinung:
    In diesem Sammelbuch wurden 6 Geschichten der Wemmick Familie zusammengefasst, die wunderbar zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren geeignet sind. Ich persönlich allerdings denke, dass sie eher für 6-Jährige geeignet sind, da sie ein besseres Verständnis haben. Das qualitativ, hochwertige Hardcover Exemplar ist zudem ein tolles Geschenk, da es all von der Aufmachung her etwas Besonderes ist. Diese Geschichten selbst sollen das Selbstwertgefühl der Kinder stärken und zusätzlich ermutigen auf Gott zu vertrauen. Das ist gerade heute wichtig in einer Zeit, wo Mobbing und Anfeindungen immer mehr zunehmen. Kinder sollen wissen, dass sie nicht alleine sind und das sie immer und überall zu ihrem Schöpfer im Gebet kommen können. Durch diese Geschichten wird ihnen nahegebracht das sie einmalig, wunderbar und was Besonderes sind. Selbst wenn diese Geschichten nicht explizit auf Gott als Schöpfer hinweisen, so sind sie trotzdem alle biblisch fundiert. Max Lucado der Pastor aus San Antonio/Texas hat hier wahrlich wieder bezaubernde Kindergeschichten geschrieben, die mich ein wenig an Pinocchio und den Holzschnitzer Geppetto erinnern. Die wunderschönen Bilder auf jeder Seite wurden von Sergio Martinez illustriert und machen das ganze noch lebendiger. Beim Lesen stellte ich fest, dass so ein kleiner Punchinello in jedem von uns steckt. Von daher ist dieses Buch auch sehr gut für Erwachsene geeignet. Den auch wir machen uns abhängig von Aussehen, Leistungen und unseren Erfolgen. Deshalb von mir eine klare Leseempfehlung und 10 Eulen für dieses Buch.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3417288592

    Jody Hedlund lebt mit ihrem Mann, den sie als ihren größten Fan bezeichnet, in Michigan. Ihre 5 Kinder werden zu Hause unterrichtet. Die Zeit, die ihr neben dieser Tätigkeit noch bleibt, widmet sie dem Schreiben.


    Die Mutterliebe wird sie nie loslassen


    "Familie ist wie ein Baum. Die Zweige mögen in unterschiedliche Richtungen wachsen, doch die Wurzeln halten alles zusammen." (pinterest)

    New York 1859:

    Zwei Jahre ist es nun her, das Sophie Neumann von ihrer Familie weggelaufen ist auf der Suche nach Nicholas und Olivia. Die beiden sollten mit dem Waisenzug der Children´s Aid Society in den Westen. Glücklicherweise war der Zug noch weg und Sophie konnte die beiden Kinder wieder heimlich an sich nehmen. Hingebungsvoll hat sie gekämpft und alles versucht, um sich und die beiden am Leben zu erhalten. Den schließlich war sie wie eine Mutter für die beiden. Doch dann lässt sie sich mit Danny einem Bandenmitglied ein und sieht, wie dieser brutal einen 16-jährigen Jungen tötet, der lediglich den Brand eines Saloon löschen möchte. Aus Angst von den Bandenmitgliedern der Gegner erwischt zu werden, flieht sie mit ihrer Freundin Anne den Kindern in den Westen. Als sie in Mayfield/Illinois ankommen, sollen sich die Wege der Kinder, Anne und Sophie trennen. Jeder von ihnen muss in verschiedene Familie, Sophie steht davor, alles zu verlieren, was sie liebt. Doch wird sie Nicholas und Olivia wirklich loslassen können und werden sie in eine gute Familie kommen?


    Meine Meinung:
    Das bezaubernde Cover, das sicher Sophie in ihrem blauen Kleid darstellen soll, passt gut zum Inhalt des Buchs. Der Schreibstil ist wie schon bei den beiden anderen Teilen der Trilogie flüssig, angenehm, unterhaltsam und emotional. In mehreren Kapiteln bekomme ich die Nöte und Ängste von Sophie mit, die sich von ihrer Familie verlassen vorgekommen ist. Deshalb ist sie damals abgehauen, um ihr Leben alleine mit ihren beiden Pflegekindern zu bestreiten. Doch das Leben ist damals schon hart genug für eine junge Frau wie Sophie, den in New York herrscht noch immer Hunger und Armut. Deshalb müsse sich auch nach wie vor viele Frauen prostituieren. Doch Sophie konnte sich glücklicherweise bisher mehr schlecht als recht durchschlagen. Doch nun müssen sie doch mit den Waisenzügen der Children´s Aid Society in den Westen. Children´s Aid Society hat sich damals zur Aufgabe gemacht Waisenkinder oder Kinder bis 16 Jahre aus verarmten Familien, meist zu Farmern und Familien aus dem Westen unterzubringen. Da bei den neuen Farmern der Bedarf an kräftigen Jungs für die Farm und hilfsbereiten Mädchen für den Haushalt immer noch vorhanden ist. Viele christliche Familien nahmen sich zu der Zeit gerne noch ein bedürftiges Kind, dem sie etwas Gutes tun konnten. Doch es gab auch Familien, in denen die Kinder nur zum Arbeiten da waren oder Brutalität herrschte. Doch was blieb den Kindern übrig, sie waren dem Ganzen größtenteils ausgeliefert. Diesem speziellen Thema widmet Jody Hedlund nun dies Trilogie um die Neumann Schwestern und Sophie die jüngste der Familie bildet dabei den Abschluss. Ich treffe in diesem Band auch wieder auf Reinhold Weiß, einen Jungen den Sophie schon von früher kannte. Doch aus diesem jungen Mann ist inzwischen ein kräftiger, ehrgeiziger und hart arbeitender Farmer geworden. Er kann es kaum glauben, als er Sophie wiedersieht, die bei der Familie Duffs eine Gutes zu Hause gefunden hat. Mit Euphemia Duff lernt Sophie eine gottesfürchtige, herzliche, lebenswerte Frau kennen, die Sophie wie ihre eigene Tochter annimmt. Trotzdem Euphemia mit ihren sechs Jungs wahrlich genug zu tun hat, lernt sie Sophie viel im Haushalt. Und Sophie lernt bei ihr wieder ihren Glauben kennen, den sie in den zwei Jahren verloren hat. Doch Sophie ist immer noch gezeichnet von Schuldgefühlen, Minderwertigkeit und muss schwer an sich arbeiten, damit sie ihr Selbstvertrauen wiederfindet. Ebenso Reinhold, der weiter an seinen Wutanfällen arbeitet, um wieder ganz Gott zu vertrauen. Seine Leben als Farmer ist wirklich kein Zuckerschlecken, die Autorin trifft das ganz gut, ich muss da sofort an "Unsere kleine Farm" denken. Gerade die Abhängigkeit vom Wetter spielt bei den Farmern oft eine ganz entscheidende Rolle. Natürlich kommt auch wieder in diesem Teil der christliche Glaube nicht zu kurz in Form von Hoffnung, Liebe, Nächstenliebe und Vergebung. Ein Buch, das den anderen beiden Bänden ebenbürtig ist und das mir wieder sehr gut gefallen hat. Lediglich das schöne Ende hätte ich mir ein wenig länger gewünscht. Schade das die Trilogie nun zu Ende ist, deshalb von mir nochmals eine Leseempfehlung und 10 Eulen.
    :thumbup:

    ASIN/ISBN: B07WH4DMC2

    Thomas Franke ist bei einem sozialen Träger für Menschen mit Behinderung tätig. Als leidenschaftlicher Geschichtenschreiber ist er nebenberuflich Autor von Büchern für Kinder und Erwachsene. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


    Weihnachten die Zeit für kleine Wunder


    "Das Wunderbare an Wundern ist, dass sie sich weder herbeiwünschen noch wiederholen lassen. Sie geschehen an den seltsamsten Orten, in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und lassen jene, die am wenigsten damit gerechnet haben, wundersam verändert zurück." (Buchauszug)

    Es ist Heiligabend, die Straßen sind fast leer, nur Martin Harnack eilt noch durch die Gegend. Den seine bestellten Weihnachtsgeschenke sind nicht angekommen. Kein Wunder das es nun Ärger zu Hause gegeben hat, den wieder einmal hat seine Frau bemerkt, wie wenig Interesse er noch an seiner Familie hat. Das Einzige was Martin nun noch bleibt, ist zu retten, was noch irgendwie geht. Als er sieht, dass ein alten Laden noch geöffnet hat, tritt er ein in der Hoffnung, dort etwas Passendes zu finden. Dem Besitzer ist auch sofort klar, dass er das Richtige für Martin und seine Familie hat und gibt ihm einen seltsamen Adventskalender mit. Als Martin am nächsten Morgen erwacht und sieht, dass der Kalender den 1. Dezember anzeigt, denkt er, das Ganze war nur ein Traum, bis er den Adventskalender auf dem Dachboden entdeckt.


    Meine Meinung:
    Das warme, weihnachtliche Cover lässt bei mir sofort die ersten Weihnachtsgefühle hochkommen. Der Schreibstil war flüssig, unterhaltsam, humorvoll und streckenweise zwischen Fantasie und Mystik. Den dieser sonderbare Adventskalender hat es wirklich in sich, er beschert Martin Geschenke, mit denen er zu anfangs gar nichts anfangen kann. Erst nach und nach erkennt er, dass hinter allem eine Bestimmung ist und das, sogar Gott seinen Finger da im Spiel hat. Martin ist ein bisschen ein Workaholiker, die Arbeit als Dozent füllt ihn sehr aus. Zudem will er nun die Karriereleiter noch weiterklettern und muss dafür unbedingt sein Manuskript fertig bekommen. Kein Wunder also das man dabei seine drei Kinder Anton, Leonie, Ben und seine Ehefrau Swenja vernachlässigt. Die vier allerdings scheinen diese Leben schon länger zu kennen. Den man spürt förmlich schon auf den ersten Seiten, wie sehr jeder sein eigenes Leben lebt. Swenja arbeitet als Erzieherin in einer Kindertagesstätte, Anton der meist über seinem Tablet hängt, die ruhige Leonie die sehr auf ihren Körper und das Essen achtet und Ben der Jüngste, der einfach so nebenher läuft und alles erduldet. Thomas Franke hat hier ein Bild von einer Familie dargestellt, wie man sie sicher mehrfach heutzutage vorfindet. Nur das hier Martin langsam die Augen geöffnet werden, den Martin ist Christ und eigentlich sollte sein Glaube das Zentrum in ihm und seiner Familie sein. Doch irgendwo und -wann muss dieser Glaube ein wenig in Vergessenheit gerückt worden sein. Da kommt die Weihnachtszeit mit der Geburt Jesu genau zur richtigen Zeit. Den durch die Geschenke aus dem Adventskalender lernt auch Martin wieder, wichtig seine Familie für ihn ist und wie sehr er sie bisher vernachlässigt hat. Zwar war mir dieser suspekte Adventskalender am Anfang nicht ganz so geheuert, da dieses Mystische nicht so ganz mein Fall ist. Doch ich muss sagen, der Autor hat sich mit den Geschenken und den daraus entstehenden Situationen und Geschichten wirklich was einfallen lassen. Selbst die Weihnachtsgeschichte und die Geburt Jesu wird hier in moderner Form dargestellt, als er sie seinen Sohn Ben erzählt. Und so ist es dann auch kein Wunder, das er nach und nach nicht nur seine Kollegen besser kennenlernt, sondern auch der Familie wieder näherkommt. Für mich war dies eine wunderschöne Geschichte, die mir zeigt das Familie, Glaube, Nächstenliebe und Liebe wieder mehr in den Vordergrund rücken sollten und das es Wunder immer wieder gibt. Von daher lassen sie sich mit diesem Buch auf Weihnachten einstimmen, ich kann es nur empfehlen und gebe 10 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B07WHSTJ1P

    Liv Morus lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in der Nähe von München. Um ihre Fach- und Sachpublikationen besser abzugrenzen, veröffentlicht sie ihre Krimis unter Pseudonym. Ihr Debütroman »Liebe. Schmerz. Tod.« ist der erste Band der Krimireihe um Journalistin Elisa Gerlach und Kriminalhauptkommissar Henri Wieland. In Form von Kurzgeschichten veröffentlicht Liv Morus Bonusszenen oder Spin-offs zur Krimireihe. Mehr auf http://www.livmorus.de und http://www.facebook.com/livmorus.


    Giftmord auf dem Münchner Wiesn


    "Jedes Glück, das wir genießen, indem wir andern Schmerz bereiten, träufelt einen Tropfen Gift in unsere Seele." (Otto von Leixner)

    In der Schreinerei Kreitmair in München kommt es zu einem brutalen Blutbad bei dem Marleen Kreitmair und ihr Geselle Konstantin Hain getötet werden. Schnell deutet alles daraufhin, das die Tat aus Eifersucht vom Ehemann Max begangen wurde. Den dieser ist seit der Tat nicht auffindbar und befindet sich sehr wahrscheinlich auf der Flucht. Als kurz danach ein weiterer Todesfall das Team um Henri Wieland erschüttert. Beim Münchner Oktoberfest wird in einem Bierzelt der Pilot Philipp Dreyer vergiftet. Schnell stellt man fest, das Philipp mit dem Gift Coiin getötet wurde. Wer hatte ein Interesse den Piloten zu töten oder galt dieser Anschlag vielleicht seiner Frau Cosima? Derweil erfreut sich Elisa das Henri endlich mit ihr eine Beziehung eingegangen ist, auch wenn sie diese vereinzelt noch geheim halten. Als ihr Chef Andre davon erfährt, kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Erneut muss Elisa ihm beweisen, wie gut sie in ihrem Job ist und das er sie als Journalistin braucht.


    Meine Meinung:
    Der vierte Fall um Kommissar Henri Wieland und Journalistin Elisa Gerlach führt mich diesmal aufs Münchner Oktoberfest oder auch Wiesn genannt. Das dunkle Cover mit dem roten Riesenrad passt dabei nicht nur zu den anderen Büchern, sondern auch sehr gut zum Inhalt dieses Buchs. In dieser Geschichte kommt es zu zwei Verbrechen, die das Team bearbeiten muss. Dabei fand ich besonders den Giftanschlag im Bierzelt auf der Wiesn als eine gelungene Idee. Zum Hintergrund des Gifts ist folgendes zu wissen: Coniin erregt zunächst die motorischen Nerven, die dann später gelähmt werden. Gewonnen wird es aus von der Pflanze Gefleckten Schierling, die es zum Glück heute nicht mehr häufig gibt. Charakteristisch ist der brennende Geschmack. Nach der Einnahme kommt es zu vermehrten Speichelfluss, Schwindel, Atemnot, Eintrübung des Bewusstseins, Sehstörungen, Lähmungen. Bei erhöhter Dosis ist dieses Gift tödlich, ein Mensch benötigt ca. 500 mg und der Tod tritt nach einer halben bis zu 5 Stunden ein. Somit ist Coniin kein schöner Tod, aber welcher Tod durch Gift ist das schon? Für mich war dieses Gift recht neu, mir wurde es erst klar, als ich las, das man damit im 5. und 4. Jh. vor Chr. in Athen viele hingerichtet wurden, bekanntes Opfer war Sokrates. Gute Recherchen, ihr herausragender Aufbau und der unterhaltsame Schreibstil, bei dem mich die Autorin wieder bis zum Schluss verworren hat, hat diesen Krimi wieder sehr interessant gemacht. Gerade das Wechselspiel Privatleben und Ermittlungen ist in den Krimis von Liv Morus maßgebend und empfinde ich als recht angenehm. Besonders ihre Täter die sie bisher nie als brutal und blutrünstig dargestellt hat. Im Gegenteil man kann sogar sehr oft im Nachhinein ihre Beweggründe der Tat verstehen. Selbst wenn der Fall um die beiden ersten Toten recht offensichtlich war, wurde es hier am Ende noch sehr spannend. Dass man außerdem noch Henris Tochter Anna entführt brachte selbst den sonst eher ruhigen, gelassenen Kommissar an seine Grenzen. Schön hingegen fand ich das Elisa und Henri endlich ein Paar geworden sind, den ich finde die beiden gehören zusammen. Er scheint Elisa endlich zu vertrauen und das sich die beiden lieben habe ich ja schon länger gespürt. Trotzdem er hier in diesem Band noch ab und an unsicher ist, erscheint er Elisa nun zu vertrauen, das sie nicht einfach über ihn hinweg gehörte Ermittlungen in ihren Artikel veröffentlicht. Die Mühen ihre Beziehung vor der Familie und der Arbeit geheim zu halten wird immer schwerer und war hier streckenweise sehr lustig dargestellt. Selbst das Rivalinnenspiel zwischen Jette und Elisa kommt wieder mal nicht zu kurz und wird diesmal wieder extrem. Ich liebe diese bayrische Krimireihe, die stellenweise auch Dialekt aufweist, sehr. Deshalb gebe ich diesem Buch wieder 10 Eulen für einen gelungenen Krimi und kann die Reihe nur weiterempfehlen.
    :thumbup:

    ASIN/ISBN: B07XDPGXVG

    Matthias Brandt, geboren 1961 in Berlin als jüngster Sohn von Rut und Willy Brandt, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er war an renommierten deutschsprachigen Theatern engagiert, in den letzten Jahren arbeitete er hauptsächlich vor der Kamera. Für seine Leistungen ist er vielfach ausgezeichnet worden.


    Der Tod löscht alles Leben und die Freundschaft aus


    "Der Tod ist nicht der größte Verlust im Leben. Der größte Verlust ist das, was in uns stirbt, während wir leben." (Norman Cousins)

    Als der 15-jährige Morton Schumacher, von seinen Freunden nur Motte genannt den Anruf bekam, konnte er erst gar nichts damit anfangen. Der Vater von seinem besten Freund Bogi sagte ihm, das dieser schwer krank im Krankenhaus lege. Bogi hieß eigentlich Manfred Schnellstieg, aber alle nannten ihn nur Bogi. Motte erfährt das Bogi am Non Hodgkin Lymphom erkrankt ist, keine Ahnung was das wieder war, denkt er sich. Doch für Motte und seine Freunde sollte sich nach dieser Nachricht das ganze Leben verändern.


    Meine Meinung:
    Das unscheinbare Cover mit der roten Bank will für mich nicht so recht zur Geschichte passen, ich hätte da sicher etwas anderes gewählt. Ich wurde auf diese Geschichte aufmerksam und war gespannt, was der Schauspieler Matthias Brandt hier geschrieben hat. Mich machte vor allem neugierig das es um Jugendliche, Krankheit und Tod ging. Doch ich sollte noch mehr erfahren, den diese Krankheit würde Mottes ganze Jugend verändern. Den er lernt nicht nur Tod, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Trennung kennen, sondern auch Freundschaft, Vertrauen, Mut und Liebe. Der Schreibstil ist locker, unterhaltsam, humorvoll und emotional, besonders am Ende war es dann für mich sehr tränenreich. Ab und an war die Sprache etwas ungehobelt, wie eben ab und zu die Jugend von damals war. Vulgär wurde es erst, als es um Bogis Hobby das Furzen ging. Das war mir dann doch zu viel, aber es war das einzige das mir aufgestoßen ist. Der Autor erzählt in Ich-Form Motte Leben in ca. ein Jahr lang. Ich merkte recht schnell, das dieses Buch in der Vergangenheit spielt und sicher stückweise die eigene Jugend des Autors mit einfließt. Ob er natürlich dieses Todeserlebnis wirklich hatte, wird aus dem Buch nicht ersichtlich. Ich spüre sofort die 70er Jahre und ich fühle mich in meine Jugendzeit zurückversetzt. Ob das die Lehrer sind, in Mottes Schule bei denen ich in manchen meine Lehrer sehe. Da ist im besonderen Vertrauenslehrer Meinhardt den alle toll finden, Kragler der heimlich Nazikragler genannt wird, weil er sich so benimmt und der Bademeister der für alle nur Elvis heißt, weil er ihm so ähnlich ist. Motte, Bogi, Jan und Walki sind eine Clique, doch mit Bogi ist er wirklich ganz dicke befreundet. Ihm kann er alles erzählen, die Liebe zu besonderen Wörtern und zur Musik sind ihnen wichtig. Auch hier spürt man wieder die 70er mit Bands wie die Beatles, Led Zeppelin, Queen und viele mehr. Hieraus entsteht auch der Titel, den "Blackbird" ist ein alter Song der Beatles. Das Motte mit Bogis Krankheit gar nicht klarkommt, spürt man das gesamte Buch über. Doch statt er hinter seinem Freund steht, flüchtet er lieber, was sicher auch mit Mottes beginnender Pubertät zu tun hat. Den er lernt eines Tages Jacqueline Schmiedebach kennen, verliebt sich in sie und wird enttäuscht. Es folgen Ängsten, Freude, Tränen und Bangen um seinen Freund Bogi, bei dem ihm Schornsteinfegerin Steffi zur Seite steht. Ein Buch das sicher viele Leser in ihre Jugend zurückversetzt und mir deshalb gut gefallen hat. Und das der Jugend von heute aufzeigt, das wir auch einmal jung waren und wir ohne Handy und Internet etwas erlebten. Mich jedenfalls konnte das Buch größtenteils überzeugen und gebe darum 9 Eulen.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B07R3V5LC1

    Das Jurymitglied mit einem dunklen Geheimnis


    "Intrigante Leute sind schwache Köpfe, öfters haben sie Einfälle, aber im Großen kann ein böser Mensch nichts einsehen." (Immanuel Kant)

    In Phönix wird die grausam zerstückelte Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Laurie ist entsetzt und überrascht als sie die Frau entdeckt, die sie Tags zuvor bei Richter Abbott der für den Marquez Fall zuständig ist angetroffen hat. Sie sollte eigentlich in der Jury sitzen und wollte vom Richter entbunden werden. Steckt hinter dem Tod von Linda Harrelson etwa das Kartell um Marquez? Doch als Laurie Lindas Vergangenheit durchleuchten, stellen sie fest, dass sie den Staatsanwalt von früher kannte und das sie ein dunkles Geheimnis von früher miteinander verbindet.


    Meine Meinung:
    In der vorerst letzten Folge der Dranbleiber-Reihe geht es um einen brutalen, grausamen Leichenfund einer jungen Frau. Durch die gleichbleibenden Cover hat man einen gewissen Wiedererkennungswert für die Serie rum um Laurie Walsh geschaffen. Wie schon in den anderen Folgen handelt es sich auch diesmal um einen Kurzkrimi, der mich erneut mit seinem unterhaltsamen, spannenden Schreibstil überzeugen konnte. Dania Dicken gibt mir als Leser erneut Teil Rätsel auf, die bis zum Ende offen blieben. So hatte ich wieder keine Wahl, ich musste dieses Buch in einem Stück verschlingen. Den besonders durch die kurzen prägnanten Kapitel die immer zwischen Ermittlungen und Privatleben hin und her springen, bleibt man einfach dran. In erster Linie da am Ende meist noch ein spannender Showdown auf mich wartet. Inzwischen hat das dreier Gespann Laurie, Jake und Sam ein neues Zuhause gefunden. Den für Laurie war es nach ihrem letzten Fall nicht mehr möglich weiter in ihrer Wohnung zu leben. Sam hat nach ihrer jahrelangen Entführung und Missbrauch endlich bei Laurie ein neues zu Hause gefunden und scheint angekommen zu sein. Und ich bin erstaunt, wie gut sie inzwischen ihr Leben meistert. Dass sie nun in Erwägung zieht, ihre Geschichte zu vermarkten erschien mir erst befremdlich. Doch vielleicht ist das genau ihr Weg um mit der Vergangenheit abzuschließen. Dass ich als Leser stückweise in das Privatleben der Ermittler involviert werde, gehört zum Markenzeichen der Autorin. Ich muss sagen ich finde das sehr schön, den dadurch kommt man den Ermittlern näher, man fühlt, jedoch leidet man auch mehr mit den Protagonisten mit. So ging es mir auch in diesem Teil wieder. Den zu den eigentlichen Ermittlungen muss Laurie noch in einem speziellen Gerichtsfall als Zeugin aussagen, bei dem sie selbst Betroffene war. Speziell diese Gerichtsverhandlung ging auch mir an die Nieren, da diese recht detailliert und emotional beschrieben wurde. Hier spürt man speziell den psychologischen Hintergrund der Autorin. Zudem gibt es im Fall um die tote Linda einige Wendungen, so das ich vom Ende schon überrascht war. Dabei wurden die Protagonisten wieder akkurat und recht akribisch beschrieben. Was mich sehr gefreut hat, war der Cliffhanger am Ende, den er zeigt, mir das diese Serie noch nicht zu Ende ist. Für dieses Buch vergebe ich wieder 10 Eulen und eine Leseempfehlung für die komplette Dranbleiber-Reihe.
    :thumbup:


    Profiling Murder - Fall 6: Tödliche Intrige (Laurie Walsh Thriller Serie) von [Dicken, Dania]


    ASIN/ISBN: 9783732553952

    Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in der Elbmarsch bei Hamburg. »Totenweg« und »Bluthaus«, die ersten Bände ihrer Krimiserie um das ungleiche Ermittlerduo Paulsen und Haverkorn, wurden beide zu SPIEGEL-Bestsellern.


    Verlassen im Dunkel mit dem Tod vor Augen


    "Hier unten gibt es nur eine Jahreszeit: Sie heißt: Warten. Warten auf das Licht. Warten auf das Essen. Warten auf ihn. Warten auf die Angst. Manchmal warte ich auf den Tod. Aber er findet mich nicht hier unten." (Buchauszug)
    Am frühen Morgen wird Frida und ihr Vater von der Nachbarin geweckt, weil der Hund vom alten Josef Hader wie verrückt bellt. Frida fährt zur Deichmühle und findet dort den sturen Eigenbrötler tot auf der Treppe vor und geht erst mal von einem Unfall aus. Am nächsten Tag, als Frida die Deichmühle durchsucht, findet sie eine sonderbare Bodenklappe in der Küche. Beim näheren betrachten sieht die darunterliegende Kammer zwar erst wie ein Bunker aus, doch Frida wird schnell klar, das dieses dunkle Loch ursprünglich Gefängnis war. Derweil erinnert sich Bjarne Haverkorn der nach seinem letzten Fall noch immer angeschlagen ist, sich an einen Fall vor fast 10 Jahren, als die junge Ehefrau und Mutter Anneke Jung auf dem Nachhauseweg verschwunden ist. Eine DNA Analyse fällt positiv aus, alles deutet daraufhin das Anneke in dieser Kammer gefangen gehalten wurde. Außerdem beschäftigt das Team ein Überfall auf eine Tankstelle, bei dem der Tankstellenangestellte erschossen wurde.


    Meine Meinung:
    Dies ist der dritte Band der Reihe rund um das Marschland und die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Das eindrückliche, düstere Cover mit der Mühle passt wieder sehr gut. Der Schreibstil ist unterhaltsam flüssig und in verschiedene Handlungsstränge eingeteilt. Dabei tut sich in den Strängen, die in Ich-Form geschrieben sind, die ganzen Abgründe Annekes auf. Annähernd zu spüren was sie in dem dunklen Loch unter der Küche erdulden und ertragen musste an Missbrauch, Vergewaltigung und allem anderem erschüttert mich zu tiefst. Dass man so ein Martyrium fast 10 Jahre aushalten kann, ist kaum vorstellbar. Anders als bei Natascha Kampusch hat sie keinen großen Kontakt zu ihrem Peiniger. Es tut es mir regelrecht in der Seele weh, zu sehen wie sie leidet und trotzdem bin ich fasziniert, was für eine Stärke sie besitzt. Sätze wie dieser: "Der Gedanke an meinen Tod ist nicht schlimm. Er fühlt sich still an und warm. Wie ein langer Schlaf. Aber die Vorstellung, dass meine Lieben nie erfahren, was mit mir geschehen ist, kann ich kaum ertragen", treiben mir die Tränen in die Augen. Aber nicht nur Anneke leidet, sondern auch Frida, den Vollmers Nachfolger Nick Wahler hat sie von Anfang an auf dem Kieker. Und auch auf dem elterlichen Hof, wo Frida zurzeit wohnt, gibt es erneut Sorgen, die sie versucht in den Griff zu bekommen. Bjarne hingegen muss sich noch von seiner Rauchvergiftung erholen, die ihm doch stärker zugesetzt hat, wie er dachte. Dafür klappt das Zusammenleben mit seiner neugewonnen Tochter Henriette umso besser, so das die beiden sogar überlegen sich ein Haus zu kaufen. Wie schon in den beiden letzten Büchern rum um die Ermittler Frida Paulsen/ Bjarne Haverkorn spielt wieder einmal das Marschland eine große Rolle. Dieser außergewöhnliche Lokalkolorit bindet die Autorin hier sehr gut in ihre Krimis ein. Besonders die bildhafte Sprache lässt bei mir sofort die Einöden, Deichmühle oder die reetgedeckten Häuser vor Augen erscheinen. Genauso ergeht es mir mit den Charakteren, bei denen ich ebenfalls die passenden Schauspieler mir vorstellen kann. Besonders weil die Autorin mich, an deren Privatleben teilhaben lässt, wachsen mir die Ermittler immer mehr ans Herz. Schön fand ich diesmal, das Frida Torben nun doch eine Chance gibt und die beiden endlich zusammenkommen. Selbst bei Bjarne spürt man eine Veränderung seit er weiß, dass er eine erwachsene Tochter hat. Es ist schön zu sehen wie er im Grunde für Frida nicht nur eine partnerliche, sondern auch eine väterliche Rolle einnimmt. Für mich sind die beiden ein ideales Ermittlergespann, von denen ich gerne mehr lesen möchte. Trotzdem ich recht früh eine Vermutung hatte, überraschte mich die Autorin am Ende doch noch mit einer Wendung. Deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung und 10 Eulen. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3785726546

    Chris Carter, geboren 1965, studierte in Michigan forensische Psychologie und beriet viele Jahre die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, dem Schauplatz seiner Thriller-Serie um Detective Robert Hunter.


    Das tödliche Spiel kann beginnen


    "Bedenke bei jedem Urteil. Es gibt Menschen, die töten um zu Leben und es gibt solche, die Leben um zu töten!"
    Beim Ausbruch des schlimmsten Serienmörders Lucien Folter im Lee Hochsicherheitsgefängnis in Virginia werden 5 Menschen getötet. Robert Hunter und Adrian Kennedy sind geschockt als sie diese Nachricht erhalten. Den für Hunter ist Lucien ein alter Bekannter, er kennt ihn schon aus seiner Studienzeit und hat mit ihm ein Zimmer geteilt. Konnte er doch damals nicht ahnen das Lucien später zu solch grausamen Morden fähig ist! Als sie ihn dann vor 3 Jahren verhaften haben, konnten sie endlich alle aufatmen. Garcia der diesen Serientäter nicht kennt, da er bei seiner Verhaftung im Urlaub war, kann diese Aufregung nicht verstehen, weiß er doch das Hunter bisher alle Täter zur Strecke gebracht hat. Doch Lucien Folter ist nicht nur ein Killer, er ist auch ein Verwandlungskünstler höchsten Grades, der sich in jeden beliebigen Charakter hineinversetzen und verwandeln kann. Nun will er nur eines, sich an Robert Hunter rächen und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Dafür hat sich Lucien in den 3 Jahren Haft ein hinterhältiges, teuflisches Spiel für Hunter einfallen lassen.


    Meine Meinung:
    Damit man dieses Buch besser versteht, empfiehlt der Autor und auch ich Band 6 "Die stille Bestie" aus der Hunter Reihe vorweg zu lesen. Dieses Buch war auch für mich damals das erste Buch dieser Reihe gewesen. In diesem wird der Serienmörder Lucien Folter noch genauer vorgestellt. Doch nun zu diesem Band, in Chris Carter Manier beginnt diese Geschichte von Anfang an wieder recht spannend. Der Schreibstil ist, flüssig, unterhaltsam, brutal und so spannend vor allem ab Mitte des Buchs, so das ich es kaum mehr weglegen kann. Dabei bekomme ich nochmals einen kurzen Abriss von Robert Hunters Vergangenheit, wie er schon als Kind durch seinen hohen IQ innerhalb kurzer Zeit zum Studium kam. Dort lernte er dann den Kommilitonen Lucien Folter kennen, der den schmächtigen Hunter zum Sport motivierte. Niemals konnte er erahnen das Lucien eines Tages zum Serienmörder wird und eine Enzyklopädie über seine verschiedenen Morde verfasst. Für Robert Hunter ist Lucien einer der intelligentesten Menschen, entschlossen, fokussiert, erfindungsreich, extrem geschickt und ein Meister in psychologischer Manipulation und Täuschung. Lucien Folter ist das leibhaftige Böse, er mordet nicht nur aus Lust, sondern aus Berechnung. Für mich war es wie gesagt interessant zu lesen wie die beiden sich kennengelernt haben. Den Band 6 ist schon eine Weile her als ich diesen gelesen habe. Wer allerdings diese Serien an einem Stück liest, für den mag dieses Buch sicher in vielem eine Wiederholung sein. Dass man natürlich bei zehn Büchern eine Reihe auch mal ein schwächeres Buch hat, kann ich gut verstehen, doch ich habe es nicht so empfunden. Für mich war dieses Buch von Beginn an wieder ein spannendes Abenteuer, bei dem Chris Carter wieder sehr detailliert auf seine Morde eingeht. Hier braucht es schon gute Nerven, den wer da eine sehr lebhafte Fantasie hat, der wird diese Szenen sicher nicht so schnell vergessen. Die Charaktere sind wieder sehr gut gewählt, allen voran Robert Hunter. Der, wenn man der Beschreibung nach geht, ein Gott von einem Mann ist, hochintelligent, gut aussehend und eine muskulöse Figur wie ein Sportler. Sein Partner Garcia hingegen ist eher der humorvollere der beiden, er scheint alles viel lockerer zu nehmen, hält allerdings große Stücke auf Hunter. Leider hat er in diesem Buch nur einen kleineren Part, wie es hingegen sonst der Fall ist. Dann ist noch Lucien Folter, ein Psychopath höchsten Grades, der für mich auf den elektrischen Stuhl gehört, den kein Gefängnis wird vor diesem Mann sicher sein. Den Lucien kann Menschen durch Hypnose manipulieren und dadurch in seine Pläne mit einbeziehen. Stückweise erinnert er mich sehr an Hannibal Lecter, der ebenso intelligent gemordet hat. Der Showdown am Ende war dann wieder absolut fesselnd, bei dem man bis zum Schluss nicht wusste, wer es überlebt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 10 Eulen. :thumbup:

    ASIN/ISBN: 9783548291918


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    Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (16. September 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3745700376
    • ISBN-13: 978-3745700374


    Bratapfel, Meer und das Geheimnis der Perlenkette


    "Enttäuschungen sind nur Haltestellen in unserem Leben, die uns Gelegenheit zum Umsteigen geben, wenn wir in die falsche Richtung fahren." (Zeitblueten.com) Caro Anfang 30, Intensivkrankenschwester und seit kurzem von Ehemann Jörn getrennt, der sie mit einer anderen Frau betrogen hat. Als sie für eine kranke Kollegin einspringen muss, trifft sie auf die Langzeitpatientin Elfriede Fischermann. Beide kennen sich schon recht gut, doch diesmal erzählt ihr Elfriede von ihrer großen Liebe Jorinde auf Töwerland (Juist). Sie nimmt dabei Caro das Versprechen ab: "Bring meine Kette zurück zu meiner großen Liebe, nach Juist! ". Caro konnte ja nicht ahnen, das dies ihr letzte Treffen mit Elfriede sein würde, da sie wenig später auf der Normalstation verstirbt. Doch als sie danach von Elfriedes Sohn die filigrane Perlenkette mit einem Schreiben Elfriedes überreicht bekommt, ist ihr klar, dass sie dieses Versprechen einlösen muss. Mit viel Glück bekommt sie bei Merles Großmutter Enna noch einen Platz in ihrer Ferienwohnung. Zusammen mit Bobtail Einstein reist sie nach Weihnachten ins Töwerland, wo sie bei Hühnersuppe durch die freundliche Enna und Merle empfangen wird. Schnell freunden sich die beiden an und so wird aus Caros ruhigen Tagen, ausgefüllte, freundschaftliche, lebhafte Inseltage mit der Suche nach Antworten.


    Meine Meinung:
    Nach dem Kurzroman "Apfelträume am Meer" freute ich mich schon sehr auf die Fortsetzung rund um das Töwerland und seine Bewohner. Das Töwerland hat seinen Namen tatsächlich einem alten Seemannslied zu verdanken, in dem es heißt: "Wangerooge de Schone, Spiekeroog de Groene, Langeoog dat Botterfatt, Baltrum nöm wi Sandstadt, Nordernee dat Roverland, Juist dat is dad Töwerland - de Börk'mers melken Kohjen un bruuken Schiet to Brand." Von der schmalen, autofreien Insel Juist habe ich sofort, dank der bildhaften Beschreibung eine Vorstellung. Das bunte Cover mit den glänzenden Äpfeln, laden mich wieder zu Anne Barns Koch-, Back- und Liebesroman ein. Den die Autorin verbindet ihre Liebe zum Kochen und Backen immer mit traumhaften, idyllischen Kulissen und interessanten, geheimnisvollen Romanen. Doch diesmal geht es noch um das Geheimnis einer filigranen Kette aus der Vergangenheit, Freundschaft, Trauer, Verlust, Kulinarisches und natürlich um Liebe. Der Schreibstil ist locker, flüssig und unterhaltsam und in kurze Kapitel eingeteilt, wie ich es bisher von allen Büchern der Autorin kenne. Im Nachwort befindet sich Caros unwichtige Fragenliste und eigenhändig von der Autorin erprobte Rezepte die ebenso im Buch vorkommen. Doch diesmal gibt es noch zusätzliche Liedtexte der Gruppe "Scheer", die ebenfalls inhaltlich eingebunden wurden. Auf der CD befinden sich drei Lieder: "Lichter Aus" das mich so richtig schön auf Freundschaft einstimmte, bei "Zehenspitzen" fühlte ich sofort die Kälte und das Eis des Winters, das so schön bei Caros Spaziergängen mit Einstein beschrieben wurde. Der dritte Song "Über Dich" war dann so richtig zum Dahinschmelzen, ich konnte mir gut Caro vorstellen, wie sie dabei Max mit verliebten Augen anhimmelt. Es ist zwar kein Muss, aber sicher nicht schlecht, wenn man sich die passenden Lieder bei den jeweiligen Buchstellen dazu anhört. Ob es der Duft der tollen Rezepte, das Knirschen von Eis und Schnee unter Caros Fußsohlen, das Klappern der Pferdehufen, wenn Adam sie mit der Kutsche nach Hause fährt, ständig hatte ich das Gefühl mitten dabei zu sein. Dies passiert mir nur bei wenigen Autoren, aber Anne Barns ist eine davon, den sie bezaubert mich immer wieder mit Ihren emotionalen Romanen. Trotzdem manche Zufälle und Begegnungen vielleicht etwas übertrieben dargestellt wurden, konnten mich die Charaktere wieder total überzeugen. Besonders Caro und Jana mit Ihrer herzlichen Art, die liebenswerte Merle, natürlich die gastfreundliche Enna und all die anderen Personen die noch im Roman mitspielen. Darum gebe 5 von 5 Sterne und kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.:thumbup:


    ASIN/ISBN: 3745700376





    ASIN/ISBN: 9783963620751

    Karen Witemeyer liebt historische Romane mit Happy-End-Garantie und einer überzeugenden christlichen Botschaft. Nach dem Studium der Psychologie begann sie selbst mit dem Schreiben. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Texas.

    Auge um Auge, Zahn um Zahn


    "Wenn sie einen einzigen Menschen im Leben haben, auf den sie zählen können, können sie alle Widerstände überwinden." (Buchauszug)
    Texas 1879:

    Vier Waisenkinder die nicht vermittelt werden konnten, sind auf dem Weg mit der Eisenbahn nach Osten, als es zu einem Zugunglück kommt. Dabei verliert 4-jährige Evangeline (Evie) die mit unterschiedlichen Augenfarben auf die Welt kam, ihren Bruder Hamilton. Der Herumtreiber und ältere der drei Zach nimmt sich der kleinen Evie und jüngeren Asthmatiker Seth an. Zusammen gründen sie eine kleine Familie, die den Namen Hamilton tragen. 15 Jahre später inzwischen haben sich die drei gemeinsam eine Existenz aufgebaut. Doch diese ist nun bedroht, den ihr neuer Nachbar Logan Fowler hat mit Zach noch eine Rechnung offen. Zach hat seinem Vater beim Pokerspiel Grund und Boden abgenommen und anscheinend dabei betrogen. Nichtsahnend freundet sich Evie mit ihm an und verliebt sich in ihn. Ist er doch der erste Mann, der Interesse an ihr zeigt und dem ihre verschiedenen Augen keine Angst machen! Evies hingebungsvolle, fröhliche Art hingegen wirbeln Logans Rachepläne völlig durcheinander.


    Meine Meinung:
    Das Cover mit der jungen Frau und dem Lasso Herz passt sehr gut zum Inhalt. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und in kurze Kapitel eingeteilt. Dabei erfahren ich zu Anfang erst einmal von den Besonderheiten der Kinder und warum sie nicht adoptiert wurden. Evangeline wurde mit zwei verschiedenen Augenfarben geboren, das man in der Fachsprache Iris-Heterochromie nennt. Dadurch wird sie von den Leuten ausgegrenzt, als Hexe gebrandmarkt oder das sie von Dämonen befallen ist. Schrecklich ist zudem der Verlust ihrer Eltern und später auch noch des Bruders. Seth leidet an den Problemen seines Asthmas und ist folglich für schwere Tätigkeiten nicht zu gebrauchen. Zach ist, als Herumtreiber verschrieben und ebenfalls nicht vermittelbar. Eigentlich eine sehr eigenwillige Familienzusammenstellung, die sich hieraus ergibt, doch die drei machen das Beste aus der Situation. Und man spürt sofort das die 15 Jahre, die sie nun beisammen sind, sie hat wachsen und reifen lassen und sie fest zusammenhalten. Besonders Zach fühlt sich für einsame Evie, die nicht viele Freunde hat, verantwortlich, den er hat ihrem Bruder versprochen. Lustig finde ich, das ihr Hausschwein Hesekiel, das sie als Frischling großgezogen hat sie überall mit hinbegleitet. So kann ich außerdem gut verstehen, dass sie neugierig ist, wer sich da in der Nachbarschaft niedergelassen hat. Der emotionale Beginn mit dem Unglück geht rasch in eine lockere, heitere, aber auch durchaus ernste Atmosphäre über bei der mir vor allem Evies tiefer Glaube und ihre einfühlsame Art sehr gut gefallen hat. Ebenso Logan der in erster Linie Evies Freundschaft gewinnen möchte, natürlich mit dem Hintergedanken etwas von Evies Bruder Zach zu erfahren. Von seinem Rachegedanken zerfressen spürt man wie sein Herz gegenüber den Menschen skeptisch und hart geworden ist. Das sich sein Vater damals kurz nach dem Pokerspiel erhängt hat, hat nicht nur ihn, sondern auch seine Mutter schwer belastet. Doch in Evies Gegenwart muss auch er nach und nach erkennen, das er mehr für sie empfindet. Dass dann zur eigentlichen Geschichte noch eine interessante Nebengeschichte mit eingeflochten wird, bei der es um die junge, taube Christie und ihre Schwierigkeiten geht, hat das ganze noch spannender gemacht. Natürlich steht im Vordergrund die Liebesgeschichte von Evie und Logan, doch es geht ebenso um Nächstenliebe, Vergeltung, Freundschaft, Vorurteile und um Betrug. All diese Themen werden von der Autorin durch christlichen Werte, Zitate und Lebensweisheiten ausgefüllt, so das der Glaube einen größeren Stellenwert in diesem Buch einnimmt. Besonderes Evie steht fest im Glauben und ist dadurch gesegnet, sie ist diejenige die Logans Augen öffnet und ihm seinem eigenen Glauben wieder näherbringt. Für mich eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne für diese Buch. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3963620757

    Claudia Winter, geboren 1973, ist Sozialpädagogin und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater. Vor "Aprikosenküsse" hat sie weitere Romane sowie diverse Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Ihr neuer Roman "Glückssterne" erscheint am 12. Dezember 2016 im Goldmannverlag, Randomhouse. Ihre frühen Werke sind in Neuauflage unter dem Pseudonym "Carolin Wunsch" erschienen.
    Die Autorin lebt mit ihrem Mann und den Hunden Kim und Luka in einem kleinen Dorf nahe Limburg an der Lahn. Homepage der Autorin: http://www.c-winter.de


    Ein Stück von Honig, Lavendel und Frankreich träumen


    "Der Gott der Bienen ist die Zukunft, Henri. Selbst wenn du wolltest, könntest du dich nicht von ihnen abwenden, denn sie sind das Leben. Und das findet dich immer, selbst wenn es nur in Gestalt einer einzigen kleinen Biene daherkommt." (Buchauszug)
    Die geschiedene, alleinerziehende Camilla hat es nicht gerade leicht. Nicht nur das sie im väterlichen Delikatesshandel Monhof ihren Mann stehen sollte, muss sie zudem für die rebellisch, pubertierende 15-jährige Tochter Marie da sein. Das beides unter einen Hut zu bekommen nicht einfach für sie ist, spürt sie, als Marie ihr immer mehr entgleitet. Deshalb verordnet ihr Vater den beiden einen Urlaub in Südfrankreich, wo sie gleichzeitig mit der Honigmanufaktur in Loursacq verhandeln soll. Was Camilla jedoch nicht ahnte, das ausgerechnet ihr nerviger Nachbar Tobias Leitner ebenfalls mitkommt. Das Marie zu ihm ein besseres Verhältnis hat, als mit ihr ärgert sie noch mehr. Dass sie dann notdürftig bei Henri Lambert im Stall schlafen müssen und Marie sich unsterblich in seine Bienen verliebt, hätte Camilla nicht erwartet. Nach und nach jedoch entdeckt auch sie die Schönheit dieser Landschaft. Zudem taucht sie in ein Geheimnis aus der Vergangenheit ein, das alles verändern wird.


    Meine Meinung:
    Als ich dieses Buch bei einem Gewinnspiel gewonnen habe, hat es mich sehr gefreut. Das schöne Cover und der Klappentext hat mich sofort auf Südfrankreich eingestimmt. Der Schreibstil ist locker, flüssig, unterhaltsam und mit mehreren Kapiteln eingeteilt. Wobei jedes dieser Kapitel mit kleinen Bienen versehen ist. Besonders die lebhafte Schreibweise hat mich sofort bezaubert und an Frankreich denken lassen. Dabei geht es in diesem Buch nicht nur um Bienen, ihre Haltung und den Honig. Themen wie Liebe, Pubertät, Unversöhntheit und ein Geheimnis aus der Vergangenheit spielen ebenfalls eine große Rolle. Besonders das Unversöhnt sein zwischen Deutschland und Frankreich, das nach der Kriegszeit noch immer präsent ist, spürt man. Camilla ist eine resolute Frau, die im Betrieb ihres Vaters versucht das Beste zu geben aber immer das Gefühl hat, nicht anerkannt zu werden. Dazu haben die Schwierigkeiten mit Marie seit der Trennung von ihrem Mann zugenommen. Den sie gibt alleine ihrer Mutter die Schuld am Scheitern der Ehe. Marie weiß ja nicht, das ihr Vater schon Jahre zuvor mit einer anderen Frau fremdgegangen ist. Da kommt dieser gemeinsame Urlaub gerade zur rechten Zeit, damit sich die beiden mal wieder annähern. Camilla ahnt ja nicht, das Marie bisher mehr Hilfe und Halt bei ihrem Nachbarn gefunden hat. Das ungleiche Paar und die rebellische Tochter in einer einfachen Behausung in Frankreich zu erleben war famos. Dazu Maries offenes Herz für Henris Bienen, die Sturheit der Loursacq Bevölkerung, bis auf wenige Ausnahmen, habe ich selbst in Frankreich miterlebt. Durch die französischen Sätze, die liebevoll übersetzt ins Buch eingefügt wurden, hat man ständig das Gefühl vor Ort zu sein. Das Beschreiben dieser wunderschönen Region lässt mich verzaubert von Lavendelfeldern träumen. Ebenso die Charaktere die mir gut gefallen, ob es die verzweifelte, fürsorgliche Camilla mit ihrer sturen, pubertierenden Tochter Marie ist. Oder Tobias der hingegen eher gelassen, ruhig und bedacht auf mich wirkt, sowie der wortkarge Henri der im Grunde seines Herzens einen weichen Kern hat, den man erst entdecken muss. Und Manon Bertrands Liebe zum Kochen das für Frankreich nicht fehlen darf. Darum finde ich auf den letzten Seiten nicht nur das Provence Glossar, sondern auch Rezepte von Manon. Bei Flammkuchen, der Gemüsesuppe Soupe au pistou, dem Schmorbraten Daube provencale und einer Apfel Tarte läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Ich kann das Buch nicht nur Liebhabern von Frankreich empfehlen, sondern allen die vielleicht eine gute Urlaubslektüre suchen und gebe deshalb 5 von 5 Sterne.:thumbup:



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    Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau in der Schweiz, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2014 erschien ihr Debütroman ›Wurfschatten‹, der auf der Shortlist des aspekte-Preises stand. Sie wurde mit dem Wartholz-Preis als beste Newcomerin ausgezeichnet, ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt ›Babelsprech.International‹. Sie lebt und arbeitet in Basel und Zürich.

    • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. August 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3257070748
    • ISBN-13: 978-3257070743


    Leben heißt bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet


    "Der Sprung ins Glück beginnt mit dem ersten Schritt, aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. Wer vorwärts kommen will, muss anfangen, auch wenn man Angst vor dem Abgrund hat." (Pinterest.de)
    Thalbach am Dienstagmorgen steht eine junge Gärtnerin auf dem Dach vor Roswithas Café. Da man annimmt, dass die Frau in den Tod springen möchte, informiert man Polizei und Feuerwehr. Doch stattdessen wirft sie vor Wut mit ihren Gartenutensilien und danach mit Dachziegeln. Schnell strömt die Presse und die ersten Schaulustigen um dieses Spektakel zu bewundern. Einen ganzen Tag und Nacht hält die Frau die Stadt in Atem, ehe sie springt. Für Finn ist es ein Schock Manu dort zu sehen, schließlich ist er seit kurzem verliebt in sie. Ebenso ihre Schwester Astrid, als sie die Nachricht erhält. Ein ganz schlechter Zeitpunkt was sich Manu da ausgesucht hat, schließlich kandidiert Astrid für das Bürgermeisteramt. Schneiderin Maren hingegen kann nicht mehr in ihre abgeriegelte Wohnung. Für Theres und Werner die einen kleinen Laden besitzen ist dieses Spektakel eine gute Einnahmequelle. Schließlich müssen die Schaulustigen mit Lebensmittel und Getränken versorgt werden. Und noch weitere Personen kreuzen den Lebensweg von Manu, bei denen danach nichts mehr so ist wie zuvor.


    Meine Meinung:
    Nicht das unscheinbare Cover mit einem Frauenbild hat mich auf dieses Buch neugierig gemacht, sondern der Klappentext, den ich interessant fand. Bisher hatte ich noch nichts von der Autorin gelesen und war von daher gespannt was mich erwartet. Der Schreibstil ist locker, flüssig, unterhaltsam und in mehrere Kapitel unterteilt. Diese wechseln zwischen den Personen so das man einen Einblick in folgende Charaktere bekommt: Gärtnerin Manu, Kurierfahrer Finn, Ladenbesitzer Theres und Werner, Schneiderin Maren, Hutmacher Egon, Polizist Felix, Schülerin Winnie, Edna eine ältere Frau, Designer Ernesto, Obdachlose Henry, Manus Schwester und Bürgermeisteranwärterin Astrid. So erfahre ich im Laufe immer mehr, welchen Bezug sie zu Manu hatten oder evtl. bekommen. Natürlich entdeckt man so die Probleme, Sorgen und Nöte dieser Personen, sei es in der Vergangenheit oder Gegenwart. Außerdem kommt es bei einigen Personen zu einem positiven Ausgang. Sei es das sie ihr Leben durch dieses Ereignis verändern, ein neues Selbstbewusstsein bekommen oder sie schlicht weg auffallen bzw. entdeckt werden. Die Autorin selbst fährt einiges an Klischees auf, die alltäglich sind oder speziell durch dieses Spektakel hervorgerufen werden. Dadurch entwickeln sich einige Personen negativ oder positiv. Der Sprung selbst wird immer mehr in den Hintergrund gestellt, den das eigentlich wichtige sind die Personen rund um die Handlung. Leider habe ich am Ende nicht ganz verstanden, was mir die Autorin mit diesem Buch bewirken wollte, da wäre sicher eine Zusammenfassung am Ende hilfreich gewesen. Ebenfalls blieben bei mir gerade in Bezug auf Manu, aber auch bei den anderen Personen viele Fragen offen. Ich hatte das Gefühl mitten aus den Gegebenheiten herausgerissen zu werden. Sätze die mir positiv Erinnerung bleiben:
    "Blühende Pflanzen soll man nicht umtopfen, da sie sonst verwelken."
    "Die eigene Geschichte liegt auf dem Dachboden, den niemand etwas angeht."
    "Die Leute sollten mehr rausgehen in die Natur, dann wären sie ausgeglichener, weil sie regelmäßig etwas erleben würden, dann müssten sie sich nicht zu solchen Mobs zusammenrotten."
    Manche Charaktere hingegen fand ich überflüssig, da sie kaum oder gar nicht zur Handlung beitrugen. Am Ende bin ich als Leser etwas enttäuscht zurückgelassen worden, was ich schade fand. Trotzdem gebe ich dem Buch für die literarisch gute Ausarbeitung 3 1/2 von 5 Sterne.


    ASIN/ISBN: 3257070748





    John McGurk (Jg. 1961) erlebte eine traumatische Kindheit in Glasgow. Heute lebt er mit seiner Familie in Deutschland und engagiert sich als Botschafter für Kinder. Für seinen Einsatz gegen Kinderarmut als Charity-Läufer und Stiftungsinhaber wurde er u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


    • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
    • Verlag: SCM Hänssler (2. September 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3775159312
    • ISBN-13: 978-3775159319


    Kinder sind eine wichtige Gabe Gottes


    "Mindestens genauso schlimm wie die Menschen, die hilflosen Kindern Gewalt antun, sind diejenigen, die genau wissen, was passiert, aber nichts dagegen unternehmen." (Buchauszug) Schottland, Glasgow 1961:
    John McGurk wird in eine Zeit hineingeboren wo in dieser Stadt und der Wirtschaftskrise viele Menschen arbeitslos sind. Johns Mutter muss dafür sorgen, dass die Familie, etwas zu essen hat, während Johns Vater das bisschen Geld, was er verdient hat, in Alkohol versäuft. Dadurch wird er handgreiflich gegenüber seiner Frau und den Kindern. Als eines Tages die Mutter nach Irland abhaut, werden die Kinder getrennt und in verschiedene Kinderheime untergebracht. Fortan ist John den Schikanen und Misshandlungen des Heimleiters Mr. Smith ausgesetzt. Lediglich der einzige Halt sind die Kinder die unaufhörlich zusammenhalten. Diese Kameradschaft erlebt er auch beim Militär, wo er in Deutschland stationiert wird. Trotzdem flammen immer wieder seine seelischen Verletzungen und Erinnerungen der Kindheit auf. Selbst so weit bis hin zu Zweifeln, ob er sich das alles als Kind nur eingebildet hat. Der einzige Trost findet er in seinem Glauben an Gott, seiner Frau Katja und seinen Kindern. Schon seit Jahren setzt er sich aktiv für Kinder in Not ein, in dem er gegen Spenden Läufe bewältigt und Vorträge hält. Johns Markenzeichen ist dabei immer sein Kilt, den er bei Charity-Läufen trägt.


    Meine Meinung:
    Der Klappentext hat mich neugierig auf diese Lebensgeschichte gemacht. Besonders da ich schon das Buch und Film "Die Asche meiner Mutter" von Frank McCourt kannte und ich ein paar Parallelen in seiner Kindheit sah. Deshalb konnte ich mir Johns schlechte familiäre Zustände gut bildlich vorstellen. Der Schreibstil ist flüssig, locker und sehr unterhaltsam. Beginnend mit der Kindheit verfolge ich Johns Leben bis in die Gegenwart. In mehrere kurze Kapitel begleite ich John in das Kinderheim Lochvale House nach Dumfries Schottland. Selten habe ich so viel Grausames gegenüber Kindern gelesen wie das was John und die anderen Kinder dort erfahren mussten. Die Ereignisse, die John hier schildert, haben mich tief bewegt und entsetzt. Selbst wenn ich wusste das die 60er Jahre in den Heimen sehr grausam waren, ist es doch was anderes es so detailliert zu lesen. Trotz den grausamen Schikanen ist John ein Junge der viel Sinn und Hilfe in der Natur und im Glauben an Gott findet. Selbst wenn er mit Gott manchmal hadert, findet er doch durch ihn seinen Halt im Leben. Gerade dieses Gottvertrauen, das er hier in diesem Buch miteinfließen lässt, hat mich schwer beeindruckt. Insbesondere sein Engagement für notleidende Kinder, für die er weltweit Charity-Läufe absolviert und so Spenden sammelt. Maßgebend scheint der Halt bei seiner tollen Frau und seinen drei Kindern dafür zu sein. Selbst an den Schicksalen seiner Geschwister lässt mich der Autor noch ein bisschen teilhaben, was mich jedoch sehr berührt hat. Schwer beeindruckt hat mich, dass man bei John nie eine Verbitterung spürt, im Gegenteil gerade durch seinen Glauben hat er gelernt zu vergeben. Selbst, wenn ich denke das die im Buch beschriebenen Zusammenbrüche von John in der Realität sicher schlimmer und häufiger stattfinden als hier angedeutet. Dass er sich bei UNICEF und seinem Verein „Sportler 4a childrens world e.V“ schon jahrelang engagiert hat mich schwer beeindruckt. Ich war erstaunt, dass ich von ihm bis dato noch nie was gehört habe. Johns Bescheidenheit spürt man durch das ganze Buch hindurch, selbst am Ende ist er sogar zu beschieden um für Spenden aufzurufen. Kein Wunder, das dieser Mann das Bundesverdienstkreuz verdient und überreicht bekommen hat. Ein Mann, der die Welt positiv verändert hat und ein Mann, der nicht nur laufen, reden, sondern auch schreiben kann und dem ich für seine bewegende Lebensgeschichte 10 Eulen gebe. :thumbup:



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    Dania Dicken, Jahrgang 1985, schreibt seit der Kindheit. Die in Krefeld lebende Autorin hat Psychologie und Informatik studiert und als Online-Redakteurin gearbeitet. Mit den Grundlagen aus dem Psychologiestudium setzte sie ein langgehegtes Vorhaben in die Tat um und schreibt seitdem Psychothriller zum Thema Profiling. Bei Bastei Lübbe hat sie die Profiler-Reihe und ihre neue Serie "Profiling Murder" veröffentlicht, im Eigenverlag erscheinen "Die Seele des Bösen" und ihre Fantasyromane. Aktuelle Informationen: http://www.blog-und-stift.de

    • Dateigröße: 2154 KB
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 113 Seiten
    • Verlag: beTHRILLED (30. August 2019)
    • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
    • Sprache: Deutsch
    • ASIN: B07S1X41Y7

      Kann Laurie Jakes Unschuld beweisen?


    "Ist unser Feind mächtig, so ist es töricht, und unklug, sich rächen zu wollen, ist er aber unglücklich, so ist es niederträchtig und grausam."
    Jake hat sich mit seinem erst kürzlich kennengelernten Freund Steve in einer Bar verabredet. Als sich später verabschieden, wird Jake von hinten niedergeschlagen. Als er wieder zu sich kommt, stellt er entsetzt fest, dass seine Dienstwaffe weg ist. Doch das böse Erwachen erfolgt erst am nächsten Tag als sie Steves Leiche finden. Jake gerät sofort unter Verdacht, da er der letzte war der Steve lebend gesehen hat. Als sie dazu noch feststellen, das Steve mit Jakes Dienstwaffe getötet wurde, wird Jake inhaftiert. Nun muss diesmal Laurie Jake aus der Misere helfen, den sie ist sich schnell sicher, das man Jake eine Falle gestellt hat. Trotzdem sie vom Fall wegen Befangenheit abgezogen wird, beginnt sie weiter Jakes Unschuld zu beweisen. Dass sie sich dabei selbst in größte Gefahr begibt, ahnt sie nicht.


    Meine Meinung:
    Band 5 der Dranbleiber-Reihe wartet mit einem gefährlichen Einsatz für Laurie auf. Den sie muss dringend Jakes Unschuld beweisen, der in eine sehr verzwickte Lage geraten ist. Der Schreibstil ist wie bei den anderen Folgen sehr locker, unterhaltsam und kurz, so das mich dieses Buch bis zum Schluss nicht mehr losließ. Erneut ist es Laurie die ein wirklich gutes Gespür haben muss, um festzustellen, ob jemand Jake etwas anhaben möchte. Recht schnell war mir klar, falls Steve da mit drin hängen würde, dann musste auch bei ihm etwas nicht in Ordnung sein. Das bei Lauries Suche ihre Schwester Sam mit dabei war, schien den beiden sichtlich gutzutun. Den auch Sam lag Jakes Schicksal am Herzen, schließlich haben die beiden sie ohne Vorbehalte bei sich aufgenommen. Ebenso war es schön zu sehen, das Sam immer mehr ihre neue Freiheit genießt und inzwischen sogar Zukunftspläne schmiedet. Doch sie spürt auch wie sehr Laurie Jakes Inhaftierung belastet. Beiden ist sofort klar, wenn Jake in Haft kommt, wird er als Polizist dort kein gutes Leben haben. Als Laurie in Steves Vergangenheit recherchiert und nirgends etwas von ihm findet, wird sie stutzig. Hat er etwa was mit dem ganzen zu tun gehabt und man hat ihn danach einfach erschossen?
    Wieder bin ich erstaunt wie die Autorin in dieser Kürze so einen spannenden, interessanten Fall zusammentragen kann. Trotz der Kürze lässt sie mich als Leser in das Privatleben der Ermittlerin blicken, nimmt mich mit auf ihren Ermittlungen und fährt alles an wissenswertem auf, das für diesen Fall relevant ist und ihn interessant macht. Man hat nie den Eindruck gelangweilt zu sein. Im Gegenteil gerade durch die Kürze hat man immer den Eindruck, das jetzt noch etwas passieren muss. Besonders da ich die Autorin schon lange kenne, weiß ich das sie am Ende immer noch eine spannende Wendung parat hat, so wie es hier der Fall ist. Ein wenig hat mich allerdings der Übereifer von Jakes Kollegen verwirrt, die ihn nur aufgrund dessen, das seine Fingerabdrücke auf seiner Waffe waren verhaftet haben. Nahm ich doch an, das dies völlig normal ist, das diese auf seiner eigenen Waffe sind. Ebenfalls gut haben mir die Gedankengänge der Täter gefallen, die immer wieder in die Abläufe mit eingebaut waren und die dadurch zusätzliche Spannung erzeugen. Für mich war diese Folge ein erneuter Beweis, das Dania Dicken selbst in dieser Kürze eine hervorragende Thrillerautorin ist. Deshalb von mir 10 Eulen und eine Leseempfehlung für die Dranbleiber-Reihe.:thumbup:


    ASIN/ISBN: B07S1X41Y7

    Das Geheimnis rund um das Bluthus


    "Einem Geheimnis läßt sich meistens nur auf die Spur kommen, wenn wir es mit dem Herzen suchen." (Kurt Haberstich)
    Frida Paulsen erholt sich zurzeit auf dem elterlichen Bauernhof von ihrem letzten Fall, der sie psychisch schwer belastet hat. Hier möchte sie sich klar darüber werden, ob sie weiter als Polizistin arbeiten möchte. Unerwartet taucht eines Tages ihre alte Freundin Jo auftaucht, was Frida mehr als überrascht. Als Jo sie später anruft und um Hilfe bittet, eilt Frida ihr sofort zu Hilfe. In der Marsch wurde eine Frau brutal erstochen und Jo wollte ihr zu Hilfe eilen, konnte sie aber nicht mehr retten. Nun ist Jo davon überzeugt das Kommissar Bjarne Haverkorn sie verdächtigt. Als Jo kurz darauf spurlos verschwindet, macht sich Frida große Sorgen und begibt sich auf die Suche nach ihr. Die Spur führt zu einem verlassenen Haus auf der Halbinsel Holnis, das bei den Dorfbewohnern nur das Bluthus genannt wird. Frida findet heraus das vor vielen Jahren in diesem Haus eine Familie grausam hingerichtet wurde. Lediglich die älteste Tochter hat diese Tat überlebt, weil sie damals nicht im Haus war. Bis heute jedoch fehlt vom Täter jede Spur. Doch was hat das ganze mit Jo und der toten Frau zu tun?

    Meine Meinung:
    Das geheimnisvolle Cover mit dem reetgedeckte Haus, das dieses Bluthus darstellen soll, stimmt mich sofort ins Buch ein. Der flüssige, lockere und unterhaltsame Schreibstil, den ich schon von "Totenweg" kenne, hat mich sofort wieder ergriffen. Die vielen Wendungen und das permanente eintauchen in die Vergangenheit machen diese Geschichte interessant und unterhaltsam. Besonders durch die bildhafte Sprache kann man sich gut die Gegend rund um die Elbmarsch vorstellen. Auch das geheimnisvolle Thema um den Tod der Familie, mit dem die Autorin den Leser gleich zu Anfang einstimmt, macht mich neugierig aber auch betroffen. Was veranlasst jemanden eine Familie zu töten? Was hat ihre ehemalige Schulfreundin Jo mit dieser ganzen Geschichte zu tun? Ebenso leide ich mit Fridas Trauma mit. Dass sie sich dadurch unsicher ist, weiter bei der Polizei zu arbeiten kann ich gut verstehen. Die Herzlichkeit die schon im ersten Teil zwischen ihr und Kommissar Bjarne Haverkorn herrscht, spürt man auch diesmal wieder. Ein bisschen wirken die beiden auf mich wie Vater und Tochter. Ich denke, die beiden würden ein gutes Team zusammen abgeben. Auch das Eintauchen in Haverkorns Privatleben fand ich gut, den dadurch wirkte Haverkorn für mich noch menschlicher und sympathischer. Gerade das Schicksal seiner Tochter hat selbst mich betroffen gemacht. Das die Autorin dabei das wichtige Thema Organspende aufgreift, passt sehr gut. Ebenso wie die Vergangenheit von Jo. Dass Eintauchen in den alten Fall aus der Vergangenheit der Elbmarsch, macht die ganze Story interessanter. So kann man sich gut in Land und Leute dieser nördlichen Region vorstellen. Irgendwie wirkt dort alles noch heute sehr ländlich und mysteriös, besonders durch dieses verlassene Haus mit seinem Geheimnis. Frida die mal wieder im Alleingang ermittelt und sich dadurch erneut in Gefahr begibt, ist natürlich mehr als leichtsinnig. Doch ich kann es verstehen, das die Sorge um Jo, sie nicht an ihre eigene Sicherheit denken lässt. Für Frida ist Jos Freundschaft mehr als wichtig man spürt, dass sie sich verstehen und jeder alles für den anderen tun würde. Gerade das Lokalkolorit und die Charaktere dieser Krimireihe konnten mich auch diesmal wieder überzeugen. Die Charaktere waren wieder sehr gut dargestellt, besonders die sympathische, herzliche Frida, der kompetente, ehrgeizige Haverkorn, sowie die zurückhaltende, unnahbare Jo konnten mich überzeugen. Deshalb freue ich mich schon auf den nächsten Band dieser Ermittler und gebe
    10 Eulen.

    Mobbing und Social Media


    "Mobbing ist die permanente Injektion mit einer Überdosis von Gefühlskälte." (Franz Schmidberger)
    Die junge Stella wird auf brutale und grausame Weise ermordet. Über Social Media werden ihre Freunde per Snapchat mit einem grausamen Clip informiert und müssen die ganzen Details anschauen. Keiner ahnt, warum man die sympathische Stella getötet hat. Dann wird ein weiterer Jugendlicher vermisst, von dem ein Clip im Snapchat erscheint. Der Ermittler Huldar und sein Team versuchen auf Hochtouren den jungen Egill lebend zu finden, auch wenn sie nach dem Clip wenig Hoffnungen haben. Damit sie für den Snapchat Freundeskreis eine psychologische Hilfe haben, wird die Psychologin Freyja trotz Widerwillen wieder in die Untersuchungen einbezogen. Doch dann ergeben sich bei weiteren Ermittlungen, das die beiden Opfer Anführer bei Mobbingattacken gegen Mitschüler waren. Hat das ganze doch eine Gemeinsamkeit bei dem der Täter sich, an den beiden rächen wollte? Die Zeit läuft den Ermittler davon, sie müssen den Täter finden, ehe er erneut zuschlägt.

    Meine Meinung:
    Der dritte Band der Autorin wartet wieder mit einem geheimnisvollen Titel auf, bei dem einem nicht sofort klar ist, um was es in diesem Buch geht. Der Schreibstil ist locker und am Anfang recht spannend, sodass ich einen interessanten Fall erwartet hatte. Das Einfließen der Textpassagen über des Mobbingfalls aus der Vergangenheit hat mich sehr berührt. Leider jedoch ließ diese Spannung nach und nach immer mehr ab und die Probleme der Ermittler Hulgar, Erla und Freyja nahmen mehr und mehr Raum in dieser Geschichte ein. Gerade, das Ermittlerchefin Erla einen ihrer besten Ermittler aufs Abstellgleis stellt, nur weil sie eifersüchtig ist, geht einfach gar nicht. Oder das es bei den Ermittlern ebenfalls zu Mobbingattacken kam, fand ich dann ein bisschen zu viel des guten. Lediglich die Suche nach dem Täter blieb bis zum Schluss spannend, so das ich nie die Spur hatte, wer dieser sein könnte. Doch das Thema Mobbing, bei dem es um ein Thema geht, das momentan aktueller den je ist, hat die Autorin ins Schwarze getroffen. Das selbst die Psychologin Freyja ein Mobbingopfer an ihrer damaligen Schule war, fand ich nicht unpassend. Entsetzt hat mich, mit welcher Brutalität dieser Täter seine Rache ausübt. Selbst als sich die beiden Jugendlichen entschuldigen schlägt er brutal zu. Dass dabei die beiden auch nicht gerade Engel waren, sondern Mitschüler heftig gemobbt haben erfährt man erst nach und nach. Auch das Erstellen des Clips im Snapchat passt genau für unsere heutige Zeit, bei der man immer etwas Spektakuläres in den Social Medien veröffentlichen möchte. Ob dabei andere Menschen geschädigt werden, interessiert anscheinend sowohl beim Mobbing als auch bei diesen Clips niemanden. Schonungslos zeigt hier die Autorin auf was mit den Opfern von Mobbingattacken, aber auch mit den Mobbern selbst passiert. Lediglich an Spannung fehlt es dem ganzen Buch. Gestört hat mich am meistens die leidigen Probleme zwischen Hulgar und Freyja die irgendwie eine Beziehung nicht auf die Reihe bekommen. Auch das Auflösen des Täters am Ende kam mir mitunter etwas verwirrend vor, gerade auch wegen den vielen Wendungen in der Geschichte. Trotzdem macht dies die Autorin sehr geschickt, in dem sie den Leser öfters eine falsche Fährte stellt. Dabei war ich auch von der Geschichte aus der Vergangenheit, die mit in den Fall einfließt mehr als entsetzt. Das Mobbing so weit führen kann finde ich schon extrem heftig. Die Charaktere waren mir schon von ihren beiden Büchern "SOG " und "DNA " bekannt, doch auch die Opfer wurden sehr gut dargestellt. Ich hoffe das die nächste Folge wieder mehr Spannung enthält und weniger Problematik bei den Ermittlern. Deshalb leider trotz des tollen Themas von mir nur 7 Eulen.



    R.I.P.: Thriller (Kommissar Huldar und Psychologin Freyja 3) von [Sigurdardóttir, Yrsa]

    Gilbert Morris (1929-2016) war Pastor, Englisch-Professor und Bestsellerautor. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebte er in Alabama, USA.

    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: SCM Hänssler (16. Mai 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3775159290
    • ISBN-13: 978-3775159296


    Ein tiefer Glaube an Gott in schweren Zeiten


    "Der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher denn wenn die Trübsal und Anfechtung am größten sind." (Martin Luther)
    England 16. Jahrhundert:

    Durch tragische Umstände verliert der junge Myles seine Mutter, die Magd Margred Morgan. Doch noch mit dem Tode ringend soll er einen letzten Auftrag für sie erfüllen, bei dem er danach erfährt, wer sein Vater ist. Sir Robert Wakefield, der bis dahin nichts von seinem Sohn ahnte, freut sich unerwartet ein Nachkomme für sein Anwesen zubekommen. Ebenso Lady Jane Wakefield, sie nimmt Myles wie ein Sohn bei sich auf und lernt ihn alles, was er als Adeliger wissen muss, während Myles Vater in das Kämpfen und fechten beibringt. Zudem ist Lady Jane mit der Familie Kemp und dem Gelehrten William Tyndale befreundet, die Myles schon als Kind gekannt hat. Myles für den alles neu ist, kommt außerdem mit den Machenschaften des Hoflebens beim König in Berührung. Doch immer wieder treibt ihn eine Sehnsucht zu William Tyndale von dem er viel Wissen über die Bibel und den Glauben erfährt. Tyndale möchte die Bibelübersetzung ins Englische vorantreiben und muss deshalb vor Verfolgung fliehen. So kommt es, das sich Myles eines Tages entscheiden muss zwischen dem Glauben an Gott oder der Frau die er liebt.


    Meine Meinung:
    Das wunderschöne Bild mit den weiten, grünen Einblicken Englands und der Frau mit dem Kind, bei denen ich mir sofort Myles mit seiner Mutter vorstellen konnte gefällt mir sehr gut. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und wurde von den Jahren 1513 – 1534 in mehrere Teile und Kapitel eingeteilt. Dabei geht es immer um verschiedene Schwerpunkte der einzelnen Epochen, den es umfasst großenteils die Reformation, die Familie Wakefield und die Machenschaften von König Heinrich VIII und seinen Frauen. Gerade auch die geschichtlichen Erwähnung von König Heinrich und Anne Boleyn, die ich schon von Filmen kannte, fand ich interessant. Außerdem nimmt mich der Autor mit in die Intrigen um die Familie Wakefield, die vor allem im letzten Teil viel ertragen mussten. Dabei werden hier sehr gut die historischen Ereignisse und Begebenheiten beschrieben die zu dieser Zeit stattfanden und wüteten. Ob es Krankheiten wie Fleckfieber, Aussatz oder Hinrichtungen, Verfolgungen, Verbrennungen waren, alles zeichnet der Autor hier in einer lebendigen, bildhaften Sprache auf. Ich war dabei so gefesselt von den Ereignissen rund um den Königshof, aber besonders davon was ich über die Reformation bzw. den Bibelschmuggel nach England erfuhr, der unter lebensgefährlichen Bedingungen stattfand. Diese ca. 30 Jahre der Familie Wakefield waren für mich so spannend dargestellt, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte und mich jetzt schon auf den nächsten Teil freue. Ebenso die Charaktere die außerordentlich gut recherchiert und dargestellt wurden. So konnte ich mir sehr gut König Heinrich VIII mit all seinem Gefolge auf der Jagd, seinen Liebschaften und den ganzen Intrigen am Hof vorstellen. Beeindruckt hat mich gleich am Anfang der starke Glaube von Margred Morgan, den sie ein Stück weit an Myles weiter gibt. Ebenfalls hat mich die Herzlichkeit von Lady Jane und Sir Robert gefallen, wie sie ohne Vorbehalte sofort Myles als ihren Sohn aufgenommen haben. Gerade der starke Glaube an Gott von Lady Jane und Hannah Kemp haben mich schwer beeindruckt, besonders in diesen Zeiten war dies sicher nicht gerade einfach. Insbesondere hat mich der sympathische, mutige Myles ergriffen der schon als Kind sehr reif und wagemutig war. Oft habe ich mit ihm gehofft und gebangt, wenn er sich in Gefahr begab, was diese ganze Geschichte noch aufregender und spannender machte. Besonders da er durch Ralph Geddes einen starken Feind und Widersacher hatte, der ihm sein Erbe streitig machen wollte. Für mich war dies ein gelungener Auftakt der Wakefield Saga, bei der ich Lust auf den nächsten Band bekommen habe. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
    :thumbup:




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    Esi Edugyan lebt im kanadischen Victoria. "Washington Black", Lieblingslektüre von Barack Obama, ist ihr dritter Roman und war 2018 eines der erfolgreichsten Bücher weltweit. Nominiert für den BOOKER PRIZE, die CARNEGIE MEDAL, den PEN-PREISund viele mehr. Ausgezeichnet mit dem GILLER-PREIS, dem wichtigsten kanadischen Literaturpreis.


    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2019 (30. August 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3847906658
    • ISBN-13: 978-3847906650


    Eine Reise in die Freiheit voll Angst und Nöte


    "Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert." (Nelson Mandela)
    Barbados, 1830:

    Der ca. 10 bis 11-jährige Sklavenjunge Washington Black (Wash) wächst in einer Zuckerrohrplantage auf. Dort arbeitet er unter schwerste unmenschlichen Bedingungen in den Plantagen und wächst bei Big Kit auf. Als der Plantagenbesitzer stirbt, übernimmt der Engländer Erasmus Wilde die Plantage. Unter ihm werden die Bedingungen noch grausamer und brutaler. Eines Tages kommt sein Bruder Christopher (Titch) auf die Plantage. Der Wissenschaftler, Erfinder und Entdecker, ist ein Verfechter des Sklavenhandels, deshalb nimmt er Wash als Leibdiener. Von ihm lernt Wash lesen und wird in seine Wissenschaften und Entdeckungen eingeweiht. Außerdem entdeckt er eine Liebe zum Malen, das Titch weiter fördert. Ein Versuch den Wolkenkutter, mit dem Titch die Weltmeere erobern möchte verläuft für Wash nicht gut, den hierbei verletzt er sich schwer. Nach einem weiteren Ereignis müssen die beiden dann jedoch erneut mit dem Wolkenkutter starten und dies ist Fahrt in Washs Freiheit.


    Meine Meinung:
    Das Abbild eines Wolkenkutters ziert das Cover dieses Buches, jedoch der Klappentext verspricht mehr Abenteuer, das diese Geschichte nicht ganz halten konnte. Der Schreibstil jedoch ist der Autorin literarisch und bildhaft sehr gut gelungen, so das ich mir oft durch die jeweiligen Beschreibungen sehr gut vorstellen konnte. Leider hatte ich manchmal das Gefühl, das dieser Geschichte der rote Faden abhandenkam und es eher wie ein aneinanderreihen von Ereignissen und Begebenheiten auf mich wirkte. Mitunter kamen deshalb dann die Protagonisten zu kurz, besonders von Titch, Big Kit, Tanna, Erasmus und selbst von anderen Nebenfiguren hätte ich gerne mehr aus ihrer Vergangenheit oder dem Leben erfahren. Im Grunde drehte sich alles um Wash, doch selbst bei ihm blieb die Vergangenheit und mitunter auch sein Leben recht offen. Im großen ganzen ging es um Washs Abenteuer in die Freiheit, die jedoch mit weiteren Ängsten verbunden war, da hinter ihnen der Sklavenfänger John Willard her war. Dabei nimmt mich die Autorin auf die Reise auf einem Schiff mitten ins Meer, zur Antarktis mit seiner Kälte und Gefahren, des weiteren nach Nova Scotia einer rauen Gegend, wo er auf Tanna Goff der Tochter eines Meeresbiologen trifft. Hier entdeckt er auch wieder seine Leidenschaft zum Malen, hat jedoch immer noch Angst seine Freiheit zu verlieren. Mit Tanna und ihrem Vater reist er dann weiter nach Europa, wo er ebenfalls nicht frei ist und selbst bei seiner Erfindung dem Ozeanhaus wird er nie erwähnt werden. Auf der Suche nach Titch begibt er sich dann erneut mit Tanna auf Reisen, in der Hoffnung seine Fragen beantwortet zu bekommen und Ruhe zu finden. Besonders bei einem Zeitraum von 1830 bis 1836 die diese Geschichte umfasst, wirkte auf mich Wash oft viel zu reif und erfahren und nicht altersentsprechend. Auch das Ende war mir zu abrupt und ließ einige Fragen offen bei mir. Ebenso die Nebencharaktere wie Titch, Big Kit, Tanna, Erasmus waren mir viel zu oberflächlich, viel zu wenig habe ich aus ihrer Vergangenheit oder ihrem Leben erfahren. Selbst Washs Vergangenheit und mitunter auch sein Leben waren mir nicht tief genug um ihn kennenzulernen. Lediglich die Beschreibung der Bilder oder der Meerestiere waren sehr gut dargestellt. Doch selbst die anderen Abenteuer wurden nur angerissen und nicht richtig vertieft. Trotz allem konnte die literarische und bildhafte Sprache ein wenig wettmachen und ich gebe deshalb diesem Buch 8 Eulen. :thumbup:


    ASIN/ISBN: 3847906658