Beiträge von Lukes Meinung

    Maguire_3_f.jpgIn einer schmutzigen Wohnung in Cork wird eine männliche Leiche gefunden. Das Gesicht ist von Schüssen vollständig zerfetzt. Doch Ermittlerin Katie Maguire findet bald heraus, um wen es sich handelt: Der Tote war ein somalischer Zuhälter.

    Kurz darauf wird einer seiner Komplizen ermordet. Katie muss den Mörder finden. Aber die Toten waren erbarmungslose Männer, die blutjunge Mädchen nach Irland holten, um sie dort für Sex zu verkaufen. Und jetzt, da sie tot sind, ist die Stadt ein viel sicherer Ort geworden …


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    Irland hat einen neuen Vigilanten und der hat es in sich.


    Oder besser „sie“ hat es in sich, denn der titelgebende Racheengel ist eine junge Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat im Menschenhandel-Bereich der Stadt Cork aufzuräumen und zu säubern.


    Dabei geht sie nicht gerade zimperlich vor, denn immerhin handelt es sich hier um einen Roman aus der Feder des Altmeisters Graham Masterton, sondern lässt die Täter nicht mit einer anstehenden Haftstrafe davonkommen. Statt die Menschenhändler dingfest zu machen und gegebenenfalls der Polizei auszuliefern, lässt sie diese zuerst sich selbst verstümmeln um danach nochmals eigenhändig ein wenig Körperverschönerung zu betreiben.


    Katie Maguire ist diesmal in einem ziemlichen Zwiespalt der Gefühle gefangen. Zum einen hat sie die Aufgabe den tötenden Racheengel seiner gesetzmäßig vorgeschriebenen Bestrafung zuzuführen, zum anderen ist sie sich nicht wirklich sicher, ob das überhaupt sinnvoll wäre. Kann der Racheengel doch all dies tun, was die Polizei nicht tun darf – nämlich hart durchgreifen, bei Menschen die sich sonst irgendwie wieder durch Schlupflöcher in der Justiz der Verurteilung entziehen können.


    Ich konnte mich während des Lesens dem Vergleich mit Jim Valentinos Comichelden „Shadow Hawk“ nicht entziehen. Zwar bricht der den bösen Burschen das Rückgrat, aber trotzdem ist der Vergleich mit einem „Du hast unmenschliche Dinge getan, also zahlst Du jetzt dafür!“ nicht von der Hand zu weisen.


    Masterton gelingt wieder der Spagat zwischen Brutalität und menschlichen Emotionen in Perfektion. Die Gedanken von Katie Maguire unterschieden sich meistens nicht von den meinen, denn heutzutage ist es ja teilweise Gang und Gebe das sich viele Kriminelle zu schnell aus der Verantwortung ziehen können und so weitermachen wie bisher.


    Spannung garantiert, nicht für zu zart besaitete und wieder einmal der Beweis, und da wiederhole ich mich, das Masterton der Master bleibt.


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    Festa

    In-Flammen.jpgEine Frau sieht rot! In „Requiem für eine Liebe“ rechnet Sandra mit ihrem Ex und dessen neuer Flamme ab. Ein blutiger Rachefeldzug, der seinesgleichen sucht. Psychopathisch, spannend und kompromisslos. Die neueste Rachegeschichte aus der Feder von Stefanie Maucher, der Rächerin aller Betrogenen. Genial verstörend und mit tiefschwarzem Humor erzählt!


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    Okay also eins weiß ich sicher, meine Frau bekommt dieses Buch nicht zu lesen! Ich meine vielleicht reagiert sie ja auch schon bei kleineren Dingen etwas extremer und dieses Buch gibt ihr Anreize dazu.


    Aber auch für mich ist es ein wertvolles Buch. Stefanie schreibt in Ihrer Widmung:

    Sandra bringt dir bei was zu tun ist wenn die Liebe endet.


    Schwarzer Humor packend erzählt. Keine Sekunde langweilig und immer der Blick auf meine Frau….mittlerweile ist das Buch in meinem Tresor gelandet, man soll schlafende Hunde bekanntlich nicht wecken. Wer die Autorin schon mal gesehen hat glaubt gar nicht, dass sie solche Gedanken entwickeln kann. Ihr traut man eher Barbie und Ken zu (Sorry Stefanie das musste sein).


    135 Seiten pure Orgie, 135 Seiten Rachegedanken auf Papier ausgelebt. Ganz ehrlich den einen oder anderen Gedanken hatte ich auch schon. Aber wer jetzt reinen Splatter erwartet der liegt falsch. Stefanie taucht intensiv in die Gefühlswelt der betrogenen Frau ein und fasst verstörend und schockierend dies im Buch zusammen.


    Fazit: Kein typisches Redrum Buch, was in diesem Falle aber auch sehr cool ist. Gerne würde ich solche Dinge auch mehr lesen. Die Handelnden Personen wurden soweit ausgearbeitet wie es nötig war und lassen eine düstere Stimmung aufkommen. Unterhaltung ist auf jeden Fall gegeben. Tipp von mir am besten nach einem Streit mit dem Partner lesen…… HAHAHA


    5 von 5 Mauersteinen


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    REDRUM

    Evolution_Z_01_f.jpgNach einem dramatischen Flugzeugabsturz in der Wildnis von Maine denken die Überlebenden des Augusta Airline Fluges 303, sie hätten das Schlimmste überstanden. Captain Raymond Thompson organisiert die Gruppe und bemüht sich um Hilfe, doch es wird schnell klar, dass es die Welt wie wir sie kennen nicht mehr gibt. Alles scheint aus den Fugen zu geraten und niemand weiß, wo die Katastrophe ihren Ursprung hat. Nur eine elementare Wahrheit wird der Gruppe schnell klar: Machst du einen Fehler, bezahlst du mit dem Leben und wirst wie „Sie“…


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    Der Beginn des Buches gestaltet sich ein wenig anstrengend. Werden doch, für meinen persönlichen Geschmack, zu viele Leute auf einmal in zu vielen kurzen Kapiteln vorgestellt. Hat man sich gerade mit einer Person „angefreundet“ wechselt alles sehr schnell zum nächsten Protagonisten. Ich verstehe schon, wenn man das Spielfeld und die Spielfiguren schnell aufgebaut haben möchte, doch muss man schon recht genau aufpassen um die Handlungszeiten nicht durcheinander zu bringen.


    Die Geschichte an sich ist nicht wirklich neu, denn wer sich in den dystopischen Gefilden, welche mit Untoten angefüllt sind, ein wenig ausführlicher bewegt, der wird viele Doubletten innerhalb der Erzählungen finden können. Auch sind die agierenden Charaktere nicht wirklich neu, denn den aggressiven Gegenspieler des vermeintlichen Hauptakteurs und die anderen Protagonisten hat man schon irgendwann, irgendwo getroffen.


    Auch ist David Bournes Schreibstil ein wenig holprig geraten. Die Sätze wirken teilweise zu kurz und abgehackt, wo ein wenig mehr vonnöten gewesen wäre und zu lang wo man sie hätte kürzen gestalten können.


    Das Buch ist kurz und knapp, in Großschrift auf unter 200 Seiten Paperback. Ich gehe davon aus das es wirklich nur zur Vorbereitung der Serie dient, denn im Moment gibt es sechs Bände, mit denen die Serie auch abgeschlossen zu sein scheint. Ein Prequel gibt es ebenfalls, allerdings nur als eBook – das aber kostenlos.


    Man merkt dem Buch an, das ein Erstlingswerk ist. Doch sind die Ideen dahinter und die nicht ganz so stereoptypen Charaktere ein Grund sich den zweiten Band der Serie vorzunehmen.


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    Eigenverlag

    Alice_1_f.jpgUnsere Zivilisation endete vor mehr als fünfzehn Jahren. Zurück blieb eine karge, öde Welt, die man fortan das Totenland nannte, und eine neue Bedrohung: Horden unzähliger Untoter – die Biter.

    Die fünfzehnjährige Alice ist in dieser Welt aufgewachsen. Die Biter sind als Gefahr allgegenwärtig, und deshalb besteht ihre Ausbildung auch zu großen Teilen aus dem Umgang mit Schusswaffen und Messern. Eines Tages beobachtet Alice, wie einer der Biter in einem Loch in der Erde verschwindet. Alice folgt ihm, denn schon lange hält sich das Gerücht, dass die Biter über geheime unterirdische Höhlengänge verfügen. So stößt sie auf ein Geheimnis, das sie in ein actionreiches Abenteuer katapultiert und ihr Leben und das der anderen Überlebenden des Totenlandes für immer verändert.

    Gibt es eine weltweite Verschwörung, die das Ende der Menschheit zur Folge hatte? Was ist der Ursprung der untoten Biter? Und was hat es mit der mysteriösen Königin und ihrer rätselhaften Prophezeiung aus einem der letzten Bücher im Totenland auf sich – einem Buch namens »Alice im Wunderland«?


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    Wenn ich etwas besonders mag, sind es wenige Geburtswehen bei einer Story. Mainak Dhar – der Autor des Buches – wirft den Leser sofort in mitten die Geschichte, zieht die Vorstellung von Alice und ihrem Umfeld in einem extremen Tempo durch um dann sofort das (Zombie)Kaninchen auf Alice loszulassen und die ganze Story gehörig ins Rollen zu bringen.


    Auch wenn es danach aussieht, die Geschichte um Alice im Wunderland wird nur als stützendes Gerüst benutzt. Es gibt zwar viele Anleihen an die Geschichte, aber sie überwiegen nicht. Zum Beispiel wird einer der Zombies (hier „Biter“ genannt) als „Hasenohr“ bezeichnet, während ein anderer Biter den Namen „Hutmacher“ bekommt – je nach Aussehen ihrer Bekleidung zum Todes- und Infektionszeitpunkt.


    Wenn dieser Roman etwas aufweisen kann, dann ist es recht zügiges Tempo. Es vergehen nur wenige Seiten in denen mal nicht gekämpft oder geflohen wird, und selbst dann geschehen Dinge, welche wichtig für das große Ganze sind und auch nicht einfach quergelesen werden können.


    Mainak Dhar benutzt hier die die Zombies in vollkommen ungewohnter Art und Weise. Sie sind nicht wirklich die Bösen und man bekommt trotzdem auch keine „Warm Bodies“ geboten. Biter ist und bleibt Biter, nur mit einem recht interessanten Twist, der diesmal die sonst Guten als zwielichtige Böse erscheinen lässt. Die Zombies sind hier eher etwas wie Tiere und die Gefahren aus der „guten alten Welt“ beherrschen weiterhin das Leben im Totenland.


    Leider erlaubt sich der Autor ab und an auch einen Kontinuitäts Faux Pas. Zum Beispiel hat Alice bei ihrer ersten näheren Bekanntschaft mit den Bitern der Königin scheinbar langes, blondes und lockiges Haar, in das die Zombies greifen können. Ein paar Kapitel später trägt sie ihr Haar „kurz geschoren“, ohne dass ein Besuch beim Barbier erwähnt wurde und kurz darauf „wuschelt“ ihre Schwester durch die Mähne der titelgebenden Darstellerin.


    Trotzdem konnte ich das Buch nicht wirklich aus der Hand legen. Auch wenn die Geschichte an sich abgeschlossen scheint, so ist bereits der zweite band beim Luzifer erschienen und es gibt noch weitere Erzählungen zu Alice.

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    Luzifer Verlag

    Grimweave_f.jpgTief im Dschungel von Indochina lauert etwas Uraltes. Etwas Böses.


    Ein riesiges, blutrünstiges Monster. Perfekt auf die extrem heiße und feuchte Umgebung des urzeitlichen Dschungels angepasst, schlägt es immer wieder unverhofft zu. Seine Opfer: Menschen.


    Michael Spiels, ein Marine-Scharfschütze, ist der einzige Überlebende eines früheren Aufeinandertreffens mit dieser Kreatur. Nun ist er ihr erneut auf den Fersen. Wider besseren Wissens hat er sich einer Marine-Force-Recon-Einheit angeschlossen, um das Monster zu jagen und zur Strecke zu bringen.


    Doch es dauert nicht lange, bis die Jäger zu Gejagten werden …


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    Vietnam – teilweise unendlicher Dschungel in dem sich so manches verbergen und bewegen kann, was sich nur in den kühnsten Albträumen eines Horrorautoren abspielen kann.


    Tim Curran ist für mich einer der führenden Autoren, wenn es darum geht dem Horror neue Blickwinkel zu eröffnen und auch nicht gerade mit Samthandschuhen verbal zu Werke zu gehen. Nur wenige Verlage haben in Deutschland den „Mut“ seine Romane zu verlegen, weshalb ich froh darüber bin, dass es mehr als ein Buch von ihm beim Luzifer in der Bücherhölle gibt.


    Curran ist gut darin, wenn es notwendig ist, viel zu erzählen ohne wirklich etwas zu verraten, denn wer will schon das Monster of the Book sofort auf den ersten Seiten mit Stumpf und Stil vorgeführt und erklärt bekommen?


    Somit muss man sich also erstmal damit zufriedengeben, sich die blumige Sprache zweier Marines anzuhören, welche versuchen in den Wirren des Vietnamkrieges einen verwundeten Vietcong Offizier aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Doch, und das ist nicht verwunderlich, ist da noch etwas anderen im Dschungel, das ebenfalls auf der Jagd ist.


    Leider gibt es ein paar Punkte, die mir den Spass an der ganzen Sache ein wenig getrübt haben. Zu einen ist das die Übersetzung, welche zum Beispiel „Rounds“ mit „Runden übersetzt, statt mit „Salven“ oder „Patronen/Kugeln“ – und diverse andere Dinge, die mir auffielen.


    An der Geschichte fehlte mir auch ein stimmiges Ende, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, Curran würde sich immer mehr verrennen um dann zum Abschluss ein „Ende des geringsten Widerstandes“ zu wählen. Auch sind die Anleihen bei „Killer Clowns“ nicht abzustreiten.


    Kurz und knackig, wenn man über die Schwächen hinweg sehen kann, ist es dennoch eine kurzweilige Unterhaltung, da das Buch nicht wirklich umfangreich in der Seitenanzahl ist.


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    Luzifer Verlag

    Bluttinte.jpgAutor Markus Krüger hat seinem Verleger im Streit über ein neues Buch das Auge ausgestochen und sitzt dafür in der Psychiatrie. Von dort berichtet er von den Ereignissen, die zu der Tat geführt haben. Angeblich soll ein mysteriöser Fremder seine Finger im Spiel haben, der Krüger an seine eigenen Horror-Geschichten erinnert. Ist der Autor in Wahrheit das Opfer oder doch schlichtweg ein Wahnsinniger?


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    Also das muss ich euch sagen, man nehme Dark Fantasy, ein Schuss Horror, eine Prise Ironie eine schier wahnwitzige Story und würzt diese mit ein paar echt geilen Kurzgeschichten und man hat dieses Buch.


    Eine rasante Fahrt die sich immer mehr ausbaut um noch mysteriöser zu werden. Einen liebenswerten Hauptcharakter all das hat das Buch. Spannung, Blut Up and Downs. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen oder gar erwarten die nächste Seite zu lesen. Die eingebundenen Kurzgeschichten fand ich super gelungen und war mal etwas ganz neues.


    Hagen das geht an Dich, das nächste Buch will ich auch rezensieren dürfen.


    Oftmals schwante mir etwas doch wie um mir eine Nase zu drehen kam es anders. Anspielungen an Faust oder aber auch ein Kinderbuch Skullduggery fand ich gelungen. Aus der weiblichen Muse des Trauerspiels einen Mann zu machen fand ich auch wahnsinnig gelungen.


    Das Cover, der Schreibstil herrlich altmodisch und blumig machen dieses Buch zu einem Erlebnis. Ich für meinen Teil war traurig, dass es schon so schnell vorbei war.


    Soll ich noch mehr loben? Nein werde ich nicht, zieht Turnschuhe an und stürmt die Buchhandlungen.


    5 von 5 Mauersteinen


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    Selbstverlag

    Scary_Monsters_f.jpgMOVIEDROME – Der größte Abenteuer-Vergnügungspark Deutschlands. Eine Gruppe Jugendlicher dringt um Mitternacht in den Park ein, um sich zu amüsieren. Zur selben Zeit landet eine außerirdische Spezies in der Nähe der Stadt. Die parasitären Aliens suchen nach Wirtskörpern, um zu überleben und verwandeln die besessenen Menschen in Zombies. Schon bald sehen sich die Jugendlichen einer unglaublichen Gefahr gegenüber, denn die Außerirdischen dringen in die Gehirne ihrer Wirtskörper ein und lösen deren größte Ängste aus.


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    Die Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts waren in vielerlei Hinsicht prägend. Sie waren nicht nur schrill und bunt, sondern auch bis heute teilweise maßgebend in Dingen wie zum Beispiel dem Horrorfilm. Einiges was damals in den Kinos lief, ist bis heute als Referenz in Punkto Horrorfilm anzusehen und man bedient sich gerne an den Ideen der damaligen Zeit.


    Der Autor des Buches, Wolfgang Brunner, hat seine Protagonisten scheinbar in dem Alter angesiedelt, welches er selbst zur Zeit der immer wieder erwähnten Filmklassiker gehabt hat. Das komplette Buch strotz nur so von Zitaten aus allen möglichen Horrorklassikern – ja, da fühlt man sich alt, wenn man denkt das Freddy und Jason doch erst gestern durch die Albträume der Menschen unterwegs gewesen sind und man realisiert das dies alles schon dreißig oder mehr Jahre her ist.


    Der Schreibstil von Brunner erinnerte mich öfter an einen Jason Dark, zu den Zeiten als er noch gut war. Die Sprünge im Wechsel der verschiedenen Schauplätze und die recht kurz gehaltenen Kapitel, erzeugten bei mir ebenfalls einen Flair, der mich in die Zeiten eines John Sinclair im vielgescholtenen Format des Heftromans zurückbrachte.


    Die Geschichte ist an sich nicht neu und bringt für ältere Hasen des Horrorgenres, zu denen ich mich zählen möchte, keine Aha oder Oho-Momente mit sich. Wolfgang Brunner schafft es dennoch die Hommagen an die ganzen Gruselspektakel vergangener Zeiten gut zusammenzukleben und ihnen ein Eigenleben zu verleihen.


    Wer sich gern zurückerinnert, dem wird das Buch sicher sehr zusagen. Neuhorroristen würde ich es aber nur bedingt empfehlen, da es für die jüngeren Generationen meiner Meinung nach nicht viel Interessantes zu bieten hat. Zu wenig wird gesplattert – was mich wunderte, da es sich ja um ein REDRUM Buch handelt – und zu nostalgisch verklärt ist teilweise der autorentechnische Blick.


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    REDRUM Books

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    Sie sind da – und sie sind überall: Im Horrorfilm, in zahllosen Büchern und Comics, sogar in Fernsehserien treiben die Zombies ihr Unwesen. Zeit, den Untoten auf den fauligen Zahn zu fühlen: Woher stammt der Begriff „Zombie“? Wie definiert man einen Zombie? Wie unterscheiden sich die frühen von den modernen Zombies? Und wie werden sie in Literatur und Film dargestellt? Von antiken Schriften über Maurice Renard und H. P. Lovecraft bis hin zu Stephen… King, S. P. Somtow und George Romero untersucht und beschreibt die Autorin das Motiv des Zombies.


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    Da ist es also: Das Sachbuch zum Thema „Zombies“.


    Nicht nur, dass ich es mir wesentlich langweiliger vorgestellt hatte als es letztendlich ist, es ist auch eine Bereicherung und Erweiterung, wenn man sich mit dem Thema an sich oder dem Großbereich der Dystopie eingehender beschäftigt. Dort ist der Zombie ein gern benutztes Mittel um den Untergang jedweder Zivilisation zu beschreiben und einen Feind für die Überlebenden zu erschaffen, der es in sich hat.


    Doch ist das Schreckgespenst des Zombies so viel mehr als nur die fleischfressenden Infektionsmaschine aus dem Grab.


    Autorin Simona Turini hat hier nicht die erste Berührung mit den lebenden Toten. Von ihr stammt auch der Roman „Trümmer“ der Amrun-Serie „Zombie Zone Germany“ aus dem Jahr 2015.


    Nun mag man sich fragen, was sich denn in ein komplettes Buch an Informationen zu diesem Thema pressen lässt, ohne es zu weit zu treiben. Die Antwort darauf gibt Turini indem sie so weit ausholt, das einem schwindelig werden kann. Nicht nur das sie mit dem uralten „Gilgamesh“-Epos beginnt, sie zieht auch Parallelen zu anderen Kreaturen des Horrorgenres – denn tot ist nicht gleich tot: Stichpunkt Vampir usw..


    Mit fast schon chirurgischer Genauigkeit trifft sie immer wieder einen Ton, der alles eher wie einen Roman anmuten lässt, denn dass man das Gefühl hat hier ausschließlich mit harten „Fakten“ versorgt zu werden.


    Auch lässt sie den Leser nicht mitten Buch mit einem „und jetzt erinnere dich bitte noch daran, was ich vor 50 Seiten geschrieben habe“ alleine, sondern bringt bereits gemachte „Feststellungen“ immer wieder mit unter, sodass sich alles zum wohl unterhaltsamsten Sachbuch zusammenfügt, welches ich je gelesen habe.


    Nach 170 Seiten ist man wesentlich schlauer und versteht die Natur des Zombies besser, als man jemals vermuten konnte. Den Abschluss machen ein fast schon gigantischer Quellennachweis und die darauffolgenden Anmerkungen.


    Wer sich in das Thema einfuchsen möchte um dem Menschenfresser mehr als nur das tumbe Ausweiden seiner Opfer abzugewinnen, der ist mit diesem Buch mehr als gut bedient.


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    Amrun Verlag

    Eric_Carter_2_f.jpgDas Leben von Nekromant Eric Carter läuft nicht gerade optimal. Seine unfreiwillige Heirat mit der Todesgöttin Santa Muerte verändert seine Kräfte. Zwar gelingen ihm einige Zauber jetzt mit einem Fingerschnippen, dafür hört er Stimmen, die er nicht hören sollte. Eric zweifelt an seiner Zurechnungsfähigkeit.


    Während er nach einem Weg sucht, das Band zwischen ihm und Santa Muerte zu lösen, wird er zur Zielscheibe eines Psychopathen, der das Aussehen und die Erinnerungen von Menschen stiehlt ― und sich in ihre Haut kleidet. Erik hat alle Hände voll damit zu tun, seine eigene zu retten…


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    Das jemand es schafft, die Macht eines anderen an sich zu reißen um damit Tod und Zerstörung über den Planeten zu bringen, ist nichts wirklich Neues – siehe USA 2016.


    Und nun muss sich unser allseits beliebter Nekromant, namens Eric Carter, in seinem zweiten Fall mit genau solch einer Machtübernahme beschäftigen.


    Nicht nur das Erics Leben durch die Zwangsheirat mit der Totengöttin Santa Muerte vollkommen durcheinandergekommen ist, auch seine alten Helfer sind nicht mehr die, welche sie mal waren. So sieht er sich also mehr als zuvor mit Dingen und Widersachern konfrontiert, mit denen er so nicht gerechnet hat…


    …denn es wäre ja auch öde, würde Autor Stephen Blackmoore seinen Serienhelden einfach nur durch die Gegend rennen lassen und gut wär die Kiste.


    Nach wie vor wird das Geschehen von Eric selbst erzählt und die Ich-Perspektive gewährleistet stets, das der Leser nicht mehr weiß als Eric selbst und somit seine Verwunderung über die unvorhergesehenen Stolpersteine jederzeit nachvollziehen kann.


    Auch hat sich Eric nicht in einen weißgewaschenen Helden gewandelt und man kann sich ab und an der Antipathie gegen ihn nicht erwehren – zumindest ging es mir so. Antihelden sind eben nicht jedermanns Sache und manchmal ging mir die streckenweise doch ein wenig gezwungen wirkende Bürstung gegen den Heldenstrich ein wenig auf die Nerven.


    Serie bleibt Serie – und auch wenn Stephen Blackmoore eine Menge neuer Charaktere einführt, welche meistenteils auch interessant sind, so vergisst er jedoch nicht, auch eine Menge der Protagonisten aus Roman #1 (Tote Dinge) mit in die Handlung einzubringen.


    Qualitativ schließt der zweite Band der Reihe um den bedingt sympathischen Nekromanten nahtlos an und auch wenn der dritte Band als deutsche Ausgabe für das Frühjahr 2017 angekündigt gewesen ist, so bleibt es bisher doch bei den beiden bei Lübbe erschienenen Bänden hierzulande.


    Leseempfehlung für Fans von Harry Dresden, Dark Fantasy ohne Kitschelemente uns alle denen normale Geisterjäger nicht ausreichen. Doch sollte man „Tote Dinge“ – also Ban #1 – vorher inhaliert haben, das sonst die gehässigen Geister recht wenig Sinn machen.


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    Bastei/Lübbe

    Oedland_Saga_02_f.jpgBohdan, der junge Held der Geschichte, sucht sein Glück in der letzten großen Stadt der Ödlande. Aber Glück ist es nicht, was er in Prak City findet.

    Die sechs großen Häuser, welche die Stadt beherrschen, steuern auf einen Krieg zu. Bohdan und Danija geraten mitten hinein in ihr Netz aus Intrigen.

    Als ein Shedai-nai sich in die Angelegenheiten der Menschen einmischt, die wilden Stämme im Osten eine günstige Gelegenheit wittern und eine geheime Loge ein mächtiges Ritual wirkt, eskaliert die Lage und es kommt zur Nacht des Schreckens. Bohdan muss all seine erlernten Fähigkeiten einsetzen, um sich und seine Freunde zu retten und die Stadt vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Doch er ahnt nicht, welche Gefahr tief unter der Stadt lauert und darauf wartet, geweckt zu werden.


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    Bohdan, genannt Bo, ist die Flucht aus Stone City gelungen, doch nicht so wie er sich das erhoffte, denn direkt zu Beginn des zweiten Teils der Ödland-Saga muss Bohdan feststellen, dass man nicht jedem unbedingt vertrauen kann und sollte, nur weil er weibliche Rundungen hat und ein nettes Lächeln aufweisen kann.


    Das in Band Eins oft erwähnte Prak City ist diesmal der Schauplatz der Handlung und auch wenn es bisher so schien als sei es für Bo das gelobte Land, stellt sich die Stadt anders als erwartet heraus.


    Autor Philipp Schmidt erweitert seinen dystopischen Kosmos hier ungemein und man muss schon bei der Sache bleiben, sonst verpasst oder vergisst man eine Menge Dinge welche im Laufe der Handlung noch wichtig werden könnten. Alleine schon die Fülle an Namen und Orten ist beachtlich. Hier sei im Besonderen der Name „Nintendo Superdrive“ erwähnt, welcher mir doch ein lächeln ins Gesicht zaubern konnte.


    Dinge, welche in Teil Eins nur angerissen wurden, werden mehr herausgearbeitet. Zum Beispiel bedient sich Bo direkt auf den ersten Seiten seiner Gabe und verteidigt damit sein Leben, so wie er es von der Herrscherin Stone Towns gelernt hat.


    Der Vergleich mit den X-Men in Dystopia bleibt für mich weiterhin bestehen, denn der Anschein das Philipp Schmidt sein „Age of Apokalypse“ gelesen hat (Die Comics meine ich damit) lässt sich nicht von der Hand weisen – auch wenn ich das mehr vermute, denn dass ich es weiß.


    Ein solide gemachter zweiter Teil, der die Handlung zügig vorantreibt und die Charaktere sich nachvollziehbar weiterentwickeln lässt.


    Zwei Fortsetzungen gibt es noch, welche die Saga abschließen, doch leider nur als eBook erhältlich sind. So hoffe ich dann auf eine Druckversion von Band Drei und Vier.


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    Eigenverlag


    Wearing_the_Cape_01_f.jpgIn Karriere: Superheldin, dem ersten Roman der Reihe, erhält Hope durch Verwicklung in einen terroristischen Anschlag plötzlich Superkräfte, und von da an nimmt das Schicksal seinen Lauf: Atlas, der Kopf des berühmten Superhelden-Teams Chicago Sentinels, nimmt sie als seine persönliche Schülerin und Sidekick auf. Doch auch weitere Personen haben Interesse an Astras Werdegang, und sie bemerkt schnell, dass ihr eine herausragende Rolle in zukünftigen Ereignissen zugedacht scheint – auch wenn niemand sie nach ihrer Meinung gefragt hat …

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    Superhelden funktionieren nur in Comics und im Film! Falsch! Superhelden funktionieren auch als Druckerzeugnis ohne Bilder, genannt Buch oder auch Roman. Zwar fristen sie hier in Deutschland ein Nischendasein, doch ab und an findet man ein paar glitzernde Perlen unter ihnen.


    Der erste Band von „Wearing the Cape“ ist solch eine Art von Perle. Bereits mit der ersten Seite steigt man sofort ins Geschehen ein und spart sich ein Coming of Age im herkömmlichen Sinne komplett um sofort mit einem Becoming a Superhero zu beginnen.


    Es menschelt sehr, in den Abläufen von Hopes/Astras Alltag und auch die ganz normalen Probleme werden nicht ausgespart. So litt Hope z.B. unter Krebs und ihre Schwester verstarb an einer Krankheit, als Hope noch sehr klein war. Somit werden auch die Ereignisse nicht vergessen, die ein normales Menschenleben und den Charakter einer Person prägen.


    Doch trotz all den normalen Dingen, störte es mich etwas, das Hopes Privatleben so glamourös geschildert wurde. Nicht das jeder Superhero ein Daredevil oder eine Jessica Jones sein muss – ich verwende die jetzt mal, da die ja durch ihre TV-Auftritte etwas bekannter sein sollten – aber ein wenig mehr down to Earth wäre sicher gerade zu Beginn des Buches nicht schlecht gewesen.


    In Laufe des Buches arbeitet sich so etwas wie ein Superman/Batman-Prinzip heraus, denn die grundgute und gottesfürchtige Hope/Astra bekommt eine Gefährtin (Artemis) zur Seite gestellt, welche eher auf der dunklen Seite des Superheldendaseins angesiedelt ist.


    Superheldennamen wie „Atlas“ oder „Astra“ und Superschurken namens „Teatime-Anarchist“ und „Aftershock“ sowie Teamnamen wie „Sentinels“ mögen nicht wirklich neu sein, aber was will man erwarten, denn mittlerweile gibt es alles schon irgendwo irgendwie.


    Ich hatte während des Lesens stets das Gefühl mich in einer Staffel von „Powers“ zu befinden oder in einem „Justice Machine“-Comic. Wer erwartet hier altbewährtes anzutreffen und meint sich mit Comics auszukennen, könnte überrascht werden, wenn er nur den Mainstream von Marvel oder DC kennen sollte.


    Bisher sind drei Bände der Serie in Deutschland erschienen und Band Eins setzt das Spielfeld für kommende Ereignisse und stellt die Spielfiguren ausreichend vor. In den USA scheinen bisher acht Bände erschienen zu sein. Und wem das noch nicht genug ist: Am Ende des Buches befindet sich die Werbung zum passenden Rollenspiel!


    Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und hoffe das Astra und Co. so viel Erfolg auf dem deutschen Buchmarkt verzeichnen können, um alle 8 Bände auch hier aufzulegen.


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    Feder & Schwert Verlag

    Haus_der_Monster_f.jpgEs gibt ihn in jeder Kleinstadt: Den verrückten alten Sonderling, der allein in einem unheimlichen Haus lebt, das fast so heruntergekommen ist wie er selbst.

    In dem englischen Städtchen Thetford ist sein Name John Coal. Aber als die Jungen aus der Nachbarschaft anfangen, dem eigenbrötlerischen Alten immer dreistere Streiche zu spielen, müssen sie feststellen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Denn John Coal hat mehr als eine Leiche im Keller. Zu den dunklen Geheimnissen, die er bewahrt, zählen seine Abenteuer mit Serienmördern, Werwölfen, Dämonen, Geistern und manisch-depressiven Vampiren. Und es wäre ein Fehler, einen Mann zu unterschätzen, der all dies überlebt hat …


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    Jeder wird einmal alt. Dies muss auch John Coal feststellen. Als er nun darüber sinniert wie es denn so im Alter ist stellt er fest, dass er der seltsame alte Mann im fast abbruchreifen Haus ist, über den die Kids der Nachbarschaft sich lustig machen. Hatte er dies früher auch getan, tut ihm nun sein damaliges Opfer leid, doch so einfach will er sich den Nachstellungen nicht geschlagen geben. Also lockt er seine Peiniger in sein Haus, fixiert sie im Keller, setzt sich vor sie hin und beginnt zu erzählen. Doch John hat keine schönen Gutenachtgeschichten auf Lager, was er zu erzählen hat, ist der blanke Horror.


    Was vergnüglich und mit viel britischem Humor beginnt, schlägt bei Beginn des ersten Kapitels ins genaue Gegenteil um. Waren die ersten Ausführungen Johns noch mit so viel triefendem Sarkasmus versehen das er fast aus den Seiten heraustropfte, so gefror mir das Grinsen in dem Moment, als es ans Eingemachte ging. Die blumigen Umschreibungen der jeweiligen Situationen und Handlungen der Protagonisten sind zwar immer noch mit witzigen Seitenhieben gespickt, doch so richtig wollten sie nicht mehr zur recht leichtfüßigen Einleitung des Ganzen passen.


    Doch ist dies kein Manko des Buches, ganz im Gegenteil – gerade dadurch wird alles noch einen kleinen Tick brutaler und realistischer, auch wenn es sich um Sagengestalten aus dem Horrorgenre handelt und nicht um den Nachbarn gegenüber.


    Würde ich mich mehr zum Inhalt des Buches auslassen, müsste ich unweigerlich die interessanten Details des Ganzen spoilern, was ich nicht möchte. Erwähnen möchte ich dennoch, dass die Geschichte um John und seine „Gefangenen“ nur eine Rahmenhandlung ist, welche die eigentlichen Horrorgeschichten miteinander verbindet. Der Rest besteht aus den Geschichten, die John im Laufe seines Lebens durchlebt hat.


    Die Art und Weise von Danny Kings Schreibe erinnerte mich irgendwie an seinen Nachnamensvetter aus Bangor, Maine. Das Feeling deckt sich sehr stark mit dem, was der Altmeister des Horrors stets zu zaubern pflegt. Doch ist Danny Kings Schreibe frischer und noch nicht so berechenbar, wie die von SK.


    ISBN

    978-3-95835-183-7


    eISBN

    978-3-95835-184-4

    Godzilla kennt fast jeder, doch nur die Wenigstens wissen was ein „Kaiju“ ist. Also versuche ich zuerst einmal zu erklären, was es mit dem Begriff Kaiju auf sich hat, denn die gibt es nicht nur im „Pacific Rim“.


    Die Bezeichnung „Kaiju“ stammt aus dem japanischen und bedeutet „seltsame Bestie“. Zumeist wird er in Verbindung mit Riesenmonstern wie eben Godzilla, oder dem hierzulande weniger bekannten Gamera, gebracht.


    Mit diesem Wissen und dem Coverbild ist man schon in der Lage sich zusammenzureimen um was es im Buch gehen wird.


    Damit möchte ich mein Selbstzitat beenden…


    Dies wir eine „on the go”-Besprechung, denn sobald ich eine der Storys gelesen habe, werde ich meine Eindrücke dazu niederschreiben.

    Elf deutsche Autoren, welche nicht jedem Leser sofort bekannt sein dürften, haben sich in dieser Anthologie dem Thema der Kaiju angenommen und spinnen aus, was sich ereignen könnte, würden die Supermonster in Deutschland auftauchen.


    Das Buch kann mit gleich drei Vorwort aufwarten. Das erste von Kaiju-Experte Detlef Claus, dann kommt der Herausgeber Markus Heitkamp zu Wort und den Abschluss des Triumvirats bildet der Verleger Marc Hamacher. Schon diese drei Abschnitte sind pure Unterhaltung, denn sie stellen klar, was einen in den kommenden Storys alles erwartet.


    Nakama, der Schrecken vom Mond von Thomas Heidemann


    …ist die erste Feindberührung, welche es schon in sich hat. Der Name Nakama setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Bezeichnung NAzi KAmpf MAschine zusammen und man kann sich denken, von wessen Gesinnung der einhundert Meter große Roboter vom Mond wohl ist. Doch geht es in der Geschichte nicht nur um einen Giganten, der sich Frankfurt zur Metallbrust nimmt. Autor Thomas Heidemann wirft auch einen Blick auf die momentane politische Situation in Deutschland und hält so dem Leser einen zeitkritischen Spiegel vor.


    Nakama ist ein gelungener Opener, doch kommen wir jetzt zu…


    Chaodoru - Das Grauen aus der Tiefe von Wolfgang Schroeder.


    Diese Geschichte ist Kaiju und extrem unrealistische Science-Fiction in einem. Zum einen ist da der Riesenwurm, welcher sich durch Berlin frisst - also der Kaiju - und zum anderen der unrealistische Umstand, dass er es zur Eröffnung des Berliner Flughafens im Jahr 2020 tut. Autor Wolfgang Schroeder zeigt, dass er sich nicht nur mit dem schreiben auskennt, er hat auch ein paar Filme gesehen, aus denen seine Figuren zitieren (Nik Tatopoulos) und einer von ihnen trägt sogar den abgewandelten Namen eines Filmhelden (Marcus Brody). Ein kleiner Fehler schien sich mir dennoch eingeschlichen zu haben, denn als besagter Markus Brodie, der Wurmmann, dem Flughafen-Chef erklärt mit was er es zu tun hat, weiß der Mann nach dem umblättern der Buchseite mehr, als wirklich erklärt wurde – doch das ist Erbsenzählerei. Auch wenn die Illustration von Christian Günther zu Beginn der Geschichte mich eher an „Biolante“ erinnerte, so macht sie trotzdem Sinn.


    Weiter zu…


    Der Keim von Tom Daut


    Der dritte Ausflug in die Welt der germanischen Kaiju spielt im Ruhrgebiet und schildert den Kampf der Natur gegen ihren schlimmsten Feind: Die Umweltverschmutzung. Ein wenig fantasylastig kommt alles daher und wie ihre Vorgänger hat auch diese Geschichte eine Moral. Welche, das sollte man selbst lesen, denn vom Schreibstil her, war dies für mich bisher die ansprechendste Geschichte.


    Nähern wir uns nun der…


    Symbiogenese von Torsten Scheib


    …welche die bisher umfangreichste und wortgewaltigste Geschichte in der Anthologie darstellt. Torsten Scheib schildert in bunten Bildern, was die Verschmutzung der Meere uns irgendwann einmal zurückzahlen könnte, wäre sie denn ein Kaiju. Mehr möchte ich nicht verraten, außer dem Umstand, dass auch hier wieder das Beste und gleichzeitig das Schlechteste im Menschen gezeigt wird. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stehen hier als Message zur Debatte.


    Und jetzt zu…


    Frankensteins Raketenmonster im Blutrausch von Thomas Williams


    …mit dem bisher ungewöhnlichsten Kaiju des Buches. Zu viel darüber zu sagen, würde die Überraschung mitten in der Story vorwegnehmen. Es sei nur erwähnt, dass die Stadt Bielefeld sich verhält wie Schrödingers Katze.


    Weiter hoch in den Norden zu…


    Hansebiker gegen Mutant X von Hanna Nolden und Herausgeber Markus Heitkamp…


    …der sich als der humorigste der bisherigen Beiträge erwies. Nicht nur dass die Hansebiker an der Waterkant recht locker rauf sind, auch das Monster bekommt sein Fett an sarkastischen Bemerkungen

    weg.


    Als nächstes lodern …


    Flammen über Karlsruhe von Simona Turini


    …welche aber erst am Ende des Ganzen zum tragen kommen. Die Geschichte über einen gigantischen Spinnenläufer - einfach mal googeln, die Viecher sind ekelig – war für mich hierher die ansprechendste der Storys, aber es kommen ja noch zwei weitere Kaijus. Simona Turinis Erzählweise und die Art wie sie es schafft innerhalb von wenigen Seiten Spannung und eine Beziehung zum Hauptcharakter bei mir als Leser aufzubauen, lässt mich wünschen, dass sie noch viel mehr schreiben wird.

    Anmerkung: Nach Beendigung des Buches bleibt der Spinnenläufer mein Favorit unter den Geschichten!


    Weiter geht es, denn…


    Saibotoru greift an von Finley McKinley


    …und stellt durch seine Größe einen kleinen Ausreißer innerhalb der Kaijus dar. Der „nur“ vier Meter große Cyborg tobt sich in, am und um den Bodensee herum aus, da er nicht das tun möchte, was seine Chefs ihm befehlen. Ein schnelles Abenteuer mit einem noch schnelleren Kaiju.


    Jetzt zum letzten im Bunde…


    Die großen Alten von Markus Kastenholz


    …lassen mich ein wenig sprach- sowie auch ratlos zurück. Diese Geschichte an einen anderen Platz als das Ende des Buches zu packen, hätte mich sicher davon abgehalten der Lektüre der anderen Geschichten weiter zu frönen. Nicht nur der Humor (der Name eines Gottes wird als „Plitsch-Platsch“ angegeben, da sein normaler Name unaussprechlich sei – und da war dann noch der Gott namens „Heinz“), welcher mich so gar nicht berühren konnte, hat mich ein wenig genervt, auch wirkte alles auf mich, als würde hier versucht dem seeligen Werner Kurt Giesa nachzueifern – nur das WKG diese Art von Schreibe um ein vielfaches besser beherrschte. Wieder ein Ausreißer, aber diesmal in für mich, subjektiv gesehen, negativer Richtung.


    So unterschiedlich die Geschichten und Autoren auch sein mögen, sie haben dennoch etwas mehr gemein, als nur den titelgebenden Kaiju als Bedrohung: Der Grundgedanke, welcher bereits dem ersten Godzilla schon zugrunde lag - die mutwillige Zerstörung des Planeten durch den Menschen.


    Eigentlich bin ich kein Freund von Anthologien, aber hier hat es mir das Thema dennoch angetan. Der große Vorteil der elf Geschichten ist, dass sie so kurz sind, dass gar keine Langeweile aufkommen kann. Der Rahmen ist stets in Windeseile abgesteckt (ohne jedoch zu schludern, denn die Protagonisten und das Umfeld sind bei allen Storys „glaubhaft“ dargestellt - soweit man bei diesem Thema von glaubhaft reden kann), der Kaiju tritt auf, er wird bekämpft und es endet irgendwie.


    Auch bekommt man eine Menge Lokalkolorit geboten, denn die jeweiligen Autoren lassen ihren Kaiju das gewohnte Umfeld in Schutt und Asche legen. Da möchte ich nicht in Abrede stellen, dass sich der ein oder andere von ihnen als selbsternannter Städtewiederaufbauer betrachtet und das erzählerisch ausmerzt, was ihn so baulich stört.


    Die Leseratten gehen mit viel Liebe zum Detail ans Werk. Die Ränder der Seiten sind rot, statt dem üblichen hellgrau, was für Abwechslung im Regal sorgt.


    Auf der letzten Seite des Buches befindet sich ein Umschlag, welcher Instruktionen für den Notfall enthält, sollte sich denn einmal ein Kaiju in die eigene Nachbarschaft verirren - gefunden und übersetzt von Christian von Aster. Es steht zwar „Nur im Notfall öffnen!“ darauf, ich habe es dennoch getan, obwohl kein Kaiju in der Nähe gewesen ist – es sei denn, es zählen die Godzilla Comics und DVDs im Regal…

    Wir benutzen die Büchereule nicht als "Werbeplattform", das möchte ich doch gerne klarstellen. Ob man sich nun auf die Webseite verirrt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Bei LM geht es um die subjektiven Meinungen von zwei Buchnarren, nicht mehr und nicht weniger. Keine unserer Besprechungen (Rezension ist für mich so ein schleimiges "Ich bin wichtig"-Wort) erhebt den Anspruch auf literarische Orgasmen - einfach nur das, was man beim lesen empfunden hat und gut!

    Gibt es den legendären Country Club? Ja den gibt es zumindest 80 % des Buches, dort wird schnörkellos und ziemlich kalt von der Bestie Mensch berichtet. Was deren Abgründe angeht und die Sucht immer neue Kicks zu erleben. Distanziert berichtet Tim Miller von Folterungen und anderen grausigen Dingen. Irgendwie bekommt er da meiner Meinung nach nicht den richtigen Ton hin. Auf der einen Seite klingt es nach Gerichtsreporter und auf der anderen Seite hin will er die Gefühlsregungen der mordenden Protagonisten näher beschreiben. Dies gelingt ihm spärlich finde ich. Wer jetzt meint dass ich dieses Buch zerreiße der irrt sich. Mit Absicht fange ich mit einer Schwäche des Buches an, denn wo Tim meiner Meinung nach nicht den richtigen Ton trifft so trifft er ihn ganz genau bei den Opfern und Geschädigten in dieser Geschichte. Dort tut der Abstand wirklich gut, dort kann man die Reaktionen und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ein leicht zu lesendes Buch. Ein Buch das einem den Kopf schütteln lässt und wenn man es näher überlegt gar nicht so weit weg ist. Für Geld bekommt man heute alles sag nicht dem sei nicht so nur weil dir noch keiner einen Preis genannt hat. Immer dann wenn Tim Miller die Opferseite beleuchtet dann blitzt ein unheimliches Talent hervor, kalt fast unnahbar berichtet er was in den Akteuren vorgeht.


    Aufgrund dieser Kälte bilden sich vom Leser her bestimmte Empfindungen ohne dass sie vom Autor beeinflusst werden und das ist gut so. Gut weil dieses Buch mehrere Meinungen zulässt. Ich hab mich gut unterhalten gefühlt und es war mir nie wirklich langweilig, wenn auch der Schluss meiner Meinung nach ein wenig zu bombastisch und übertrieben war.


    Fazit: Der Country Club eignet sich vor allem wer in dieses Genre gerne schnuppern möchte. Es zeigt wie vielfältig diese Art der Lektüre sein kann. Es zeigt aber auch welche Dinge in der Standardliteratur nicht vorkommen und wie man mit Ängsten von Lesern spielen kann (bei mir war es der Zahnarzt). Wie gesagt als Einstieg gibt es kaum ein besseres Buch und macht dem einen wirklich Lust sich näher mit diesen Themen und Abgründen der menschlichen Seele zu beschäftigen und der andere wird erkennen das dieser Zweig der Literatur doch nicht der richtige für ihn ist. Wer Etzold oder Slaughter schon sehr hart findet sollte die Finger von Tim Miller lassen, besser noch der sollte ganz die Finger von dieser Lektüre lassen. Festa bietet hier auch genug Ausweichmöglichkeiten. Trotz der genannten Schwächen, wie immer subjektiv meiner Meinung nach, ist dieses Buch ein lesenswertes. Nicht zu kurz nicht zu lang. Dosiert und doch sehr intensiv. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Mauersteinen.


    (Ohne ISBN, das Festa Extrem)

    Zuerst einmal muss ich vorwegschicken, dass ich wahrscheinlich einen echt guten Geschmack habe. Anders kann man es nicht erklären das ich bisher noch nie ein Buch hatte das echt mies war. Glaubt mir und mit jeder neuen Rezi freue ich mich für die Autoren da draußen das es so viel gute Schreiber gibt.


    Aber nun zu Helmut Barz. Selten hatte ich bei einem Buch ein solches Dauergrinsen auf meinen Lippen wie bei diesem. Das Buch hat alles was ein richtig gutes Buch für mich braucht. Es hat liebevoll ausgestaltete Charaktere, Maria fand ich persönlich den Hammer, es hat chirurgisch feine Ironie, es hat Gewalt, es hat bedingt durch die Gewalt Blut. Weiter ist es blasphemisch und besitzt eine wahnwitzig gute Story. Wem sowas einfällt der kann nichts mehr versauen. Der Klappentext reizte mich ungemein und das obwohl mich Helmut vorgewarnt hatte, dass nicht so viel Blut wie bei Redrum fließt. Lieber Helmut Blut ist nicht alles. Nach den ersten Seiten war für mich klar, dass dies ein liebevolles Buch ist. Ludwig Ziffer, ein Dämon, und seine Geschichte, ab und an unterbrochen von Maria (ich will hier gar nicht näher drauf eingehen um auch nicht zu spoilern. Die ganze Zeit hast du mich und ich hoffe viele andere Leser auf die falsche Spur gelotst. Ich hätte gewettet es läuft am Ende auf jemanden anderen raus und doch wenn man sich von allen Klischees befreit und ganz objektiv ist dann …. Ja dann ist es klar wie Kloßbrühe. Apropos Klischees, wie ich es liebe andere zu rezensieren und auch zu kritisieren, wie ich es liebe ein kleiner Klugscheißer zu sein lieber Helmut, die Klamottenmarke Thor Steinar ist keinesfalls eine Marke die braunes Gesocks trägt, bzw. ausnahmslos trägt. Ich selbst bin ein Liebhaber dieser Kleidung und bestimmt fernab ein Nazi zu sein. Auch wenn sonst noch so einige Merkmale (rasierter Schädel, Bierbauch) auf mich zutreffen. Das war das einzige was mich ein wenig gestört hat diese Pauschalisierung von verschiedenen Dingen. Thor Steinar habe ich nur exemplarisch herausgenommen.


    Aber ansonsten ist dieses Buch durchweg zu empfehlen und für mich selbst hoffe ich das Herr Ludwig Ziffer noch einen Auftritt bekommt, denn ich hätte noch so viele Fragen und wenn ich deine Fantasie richtig deute und du vielleicht noch einen Auftritt planst wäre diese Fährte sehr interessant angelegt. Für alle die sich jetzt über mein rätselhaftes und fast schon verwirrtes Geschreibsel wundern, nein ich habe weder alkoholische Getränke noch irgendwelche illegalen Substanzen zu mir genommen. Lest das Buch, das ist schon keine Aufforderung sondern fast ein Befehl und dann stellt euch die Frage:

    IST LUDWIG ZIFFER ODER IST ER NICHT?


    Fazit: Ich habe mich königlich amüsiert, gut unterhalten und war gespannt wie es weiter geht. Freunde der Blasphemie oder Zweifler des Glaubens kommen voll auf ihre Kosten. Die Zitate sind mit Bedacht gewählt. Ironie gibt es mehr als genug und doch hat man niemals das Gefühl das dieses Buch Klamauk sein will. Es ist ein ernstzunehmendes Buch mit einer tollen Idee hervorragend umgesetzt. Bitte lass Herrn Ziffer noch ein weiteres Buch schreiben.


    Von mir:

    5 von 5 Mauersteinen

    Zu Beginn des Buches schildert der Autor ein einem „Lieber Leser“ wie realistisch seine Vision ist. Hat sich doch genau das zugtragen, was er im ersten Tagebuch von Max ausführlich beschrieb. Neun Monate nachdem das Buch in den USA erschien, gab es einen großen Stromausfall in Syrien. Wenn man bedenkt wie einfach die komplette Ökonomie dieses Planeten ins Chaos gestürzt werden könnte, wenn sich ein paar findige Hacker oder irgendeine Regierung dazu entschließen sollte, ist schon erschreckend.


    Jetzt aber zu Max…


    Max ist immer noch eine der meistgesuchten Personen der USA - um genau zu sein: DIE meistgesuchte Person in Arkansas - und muss sich deshalb vom Widerstand verabschieden, da er im Zug seine Kameraden gefährden würde. Also zieht er sich in eine abgelegen Waldhütte zurück, doch auch dort soll er keinen Frieden oder Ruhe finden. Nicht nur die Fauna dort, macht ihm zu schaffen, auch finden ihn Menschen, von denen er definitiv nicht gefunden werden wollte.


    Der Sense of Wonder ist verflogen und Max muss sich nun den alltäglichen Brutalitäten der Regierung stellen, welche mit allen Mitteln versucht das Volk gefügig und wehrlos zu halten. Doch sind die USA nicht dafür bekannt, ihre Bürger pazifistisch leben zu lassen, so sie das nicht wollen, und in jedem Haushalt findet man problemlos eine Waffe.


    Dennoch ist der Widerstand recht verloren auf seinem Posten und Max muss sich nicht nur gegen die Regierung durchsetzen, sondern auch gegen Denunzianten und Co..


    J.L. Bourne schildert in sehr real gehaltenen Farben, die Verhältnisse in einem Land, welches sich schneller dem Mittelalter angenähert hat, als man erwartet hätte. Die von uns so hochgelobte Zivilisation steht auf tönernen Füßen und wenn diese wegbrechen, treten die schlimmsten Dinge im Menschen zu Tage. In den Tagen eines Donald Trump und dessen Politik, ist es nicht so weit von der Hand zu weisen, dass man so etwas gegebenenfalls zu Lebzeiten noch zu Gesicht bekommen könnte.


    „Tomorrow War 2“ steht seinem Vorgänger an Spannung und Tempo


    in nichts nach und kann auch wieder als Survival Guide betrachtet werden, sollte es denn so weit kommen.

    Manche Autoren verfallen schnell in den Modus des Wiederholungstäters, wenn sie eine Serie schreiben. Nicholas Sansbury Smith kann man nicht dazu zählen. Zwar wiederholen sich gewissen Szenen ab und an, doch das lässt sich nicht umgehen, bei einer Military-Dystopie. Kämpfe sind nun einmal Kämpfe und die laufen meisten nach dem gleichen Schema ab. Gegner gefunden, Gegner vernichten und eigene Leute müssen ab und an auch ins Gras beißen.


    Wie bei anderen Dystopien auch, sollte man sich nicht zu sehr an Protagonisten gewöhnen, welche nicht dem engen Kader der Lieblinge des Autors angehören.


    Sansbury Smith treibt die Geschichte schnell – sehr schnell- und logisch voran. Man kann sich nach wie vor gerade mit den Menschen identifizieren, die nicht zum militärischen Pool der Akteure gehören und die Überlegung wie man selbst in solche einer Situation reagieren würde kommt sehr oft zum Tragen.


    Die militärische Seite liegt dem Autor nach wie vor mehr, als die wissenschaftliche. Die kommt mir entgegen, denn zu viel Sciencebabbel hindert für mich nur eine Geschichte am Tempo und kann schnell zu langwierigen und teilweise langweiligen Passagen führen. Dem Kritikpunkt muss der Autor sich nicht aussetzen, denn das tempo der Geschichte bleibt atemberaubend schnell und verliert dennoch nicht den Boden.


    Neue Charaktere sind ebenfalls erneut mit von der Partie, denn die Ausdünnung durch die Mutierten ist nicht von schlechten Eltern. Trotzdem verfällt Sansbury Smith nicht in ein „Jetzt lass ich mal fröhlich vor sich hin sterben“. Blutzoll ist für das Überleben in dieser Welt unvermeidlich, doch wird er nicht als Mittel zum Zweck missbraucht.


    Der Festa Verlag hat die Serie erfreulicherweise komplett in deutscher Sprache herausgebracht und somit dem Extinction Cycle ein Ende bereitet.


    Wer schnelle Geschichten mit lebensechten Charakteren und einer schnellen, flüssigen Schreibe sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen und mitfiebern.

    Dies ist eine Geschichte ohne Zombies – so schreibt es Autor XYZ bereits im Vorwort. Denen hat er sich ja bereits ausführlich im „Tagebuch der Apokalypse“ gewidmet und es geht auch ohne, wenn die Welt zugrunde geht.


    Auf den ersten Seiten lernt man Max kennen, den Mann ohne Nachnamen. Danach wird beschrieben wie sich Max zu dem gemausert hat, was in der dystopischen Umgebung ist und auch gut gebrauchen kann.


    Ich musste mich, so muss ich gestehen, durch die ersten sechzig Seiten beißen, denn wie es zu all dem kam und wie Max damit verbunden ist, empfand ich als ein wenig langatmig. Dieser Teil des Buches erschein mir eher wie ein normaler Agententhriller, denn wie eine Dystopie.


    Danach wird es allerdings interessant, als Max damit beginnt sich für die kommenden Ereignisse zu wappnen und einzurichten. Man kann dies alles als Blaupause für ein „Was machen ich am besten, wenn alles den Bach runter geht!“-Szenario betrachten und gegebenenfalls auch anwenden – wenn man über die nötigen Mittel und Materialien verfügt.


    Die gewohnte Zivilisation geht schneller vor die Hunde, als man gedacht hätte, denn sobald man den Menschen seiner Virtualität beraubt, wird es haarig.


    Die alles schildert Autor J.L. Bourne in einem, wie es Titel schon vermuten lässt, im Stil eines Tagebuchs, welches Max führt um mental nicht vollkommen durchzudrehen. In teilweise sehr kurzen und abgehackten – wenn auch prägnanten – Sätzen wird hier von der Bestie Mensch berichtet, die schneller wieder in mittelalterliche Strukturen verfällt, als Donald Trump „MAGA“ sagen könnte.


    Das Gesetz des Stärkeren ist nicht nur eine Redewendung und der feuchte Traum eines jeden Despoten, wenn es um die Beherrschung der Menschen geht, es ist das einzige auf das sich der Homo Sapiens scheinbar wird besinnen können, wenn er denn den gewohnten Lebensstil aufgeben muss.


    Spannend wurde es ab dem Moment, in dem Max sich dazu entschließt zu versuchen Sinn in die neue Weltordnung zu bringen. Wenige Charaktere kreuzen seinen Weg, doch alle sind nicht stereotyp oder gar an den Haaren herbeigezogen. Sicher gibt es den ein oder anderen Aussetzer, doch zumeist findet man den in Max Gegnerpool, denn der wächst und gedeiht ab der Hälfte des Buches prächtig.

    Das Ende ist dann eher nicht so, wie ich es erwartet hatte. Das Buch endet und die Geschichte von Max könnte auch hier enden, was sie aber nicht tut. „Tomorrow War 2“ gibt es bereits und ich bin gespannt wie Max seinen Rebellenkrieg weiter fortsetzen wird.

    Die Zombieapokalyse hat stattgefunden. Seit einhundert Jahren leben die verblieben Menschen nun schon mit der Bedrohung durch die wandelnden Leichname. Doch nicht nur die sind es, die den Menschen in den befestigten Konklaven das Leben erschweren – Kannibalen und vollkommen durchgeknallte Gruppen bilden ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die teilweise noch bestehenden Ordnungen.


    Die Geschichte beginnt mit dem Auftauchen eines neuen Feindes, gegen den die Menschen scheinbar nicht wirklich bestehen können. Nach dem ersten Schlachtfest wird man mit Val bekannt gemacht. Die junge Dame wünscht sich nichts sehnlicher als in das „Denver Team Alpha“ aufgenommen zu werden. Die teilweise befestigte Stadt Denver verfügt über mehrere Teams, welche die Stadt verteidigen, sie von den Zs säubern und auch Überlebende aus dem Umland bergen.


    Die Aufnahme in besagtes Team gestaltet sich sehr schwierig und brutal, durch ein Auswahlverfahren in dem verschiedene Anwärter in Kämpfen gegeneinander antreten müssen – ohne Schutz und doppelten Boden, dennoch gelingt es Val ein Teil des Teams zu werden, das den Spitznamen „Dead Team Alpha“ trägt, aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate in seinen Rängen.


    Auch wenn das ein wenig nach „Hunger Games“ klingt, in Bezug auf eine starke weibliche Hauptprotagonistin, so ist nichts weiter davon entfernt. Das Leben in Denver wird von militärischem Drill bestimmt und jeder muss seine Zeit in den diversen Teams ableisten. Nur so wird die Ordnung aufrechterhalten und trotzdem sind Aussagen wie „Jeder Mensch zählt“ und „Wir vergessen nie!“ die großen Leitsätze dieser neuen Zivilisation.


    Nachdem man sich mit Land und Leuten vertraut gemacht hat, geht es an Eingemachte. Wer denkt das die ersten Seiten, und das darauf beschrieben Gemetzel, seien schon temporeich und mit Action überladen, der wir spätestens nach dem ersten Drittel des Buches eines Besseren belehrt.


    Jake Bible fasert die Handlung in eine beträchtliche Anzahl an Seitenhandlungssträngen auf, welche aber alle logisch wieder zusammengeführt werde. Dem Leser wird kaum eine Pause geboten, denn der Ausflug des DTA ist Action und zum zerbersten gespannter Spannungsbogen pur.


    Ein wenig nervig waren mir zu Beginn die ganzen Abkürzungen. TL für Teamleader, z für Zombies, DTA für Denver Team Alpha usw. usw.. Doch man gewöhnt sich schnell daran und ich war überrascht die Bezeichnungen ab und an vollständig ausgeschrieben zu lesen.


    Jake Bible erschafft mit der Welt des DTA eine Vision der Zukunft, welche nicht nur dystopische Züge aufweist. Die Gesellschaft Denvers hat keinerlei sexuelle Problematiken und vieles ist aus der alten Welt auf der Strecke geblieben. Homosexualität, zum Beispiel, ist vollkommen normal und keiner nimmt Anstoß an Kommentaren diesbezüglich. Auch sitzen Bibles Hiebe auf unsere „verweichlichte“ Zivilisation sitzen perfekt und treffen recht oft genau den Punkt.


    Dystopie mit Spaßfaktor und wenig Gelegenheit, das Buch zur Seite zu legen.