Beiträge von Lukes Meinung

    Wie der Herausgeber des Buches bereits im Vorwort so treffend bemerkt, würde es ohne H.P. Lovecraft die moderne Horrorliteratur, wie wir sie kennen, nicht geben. Deshalb ist es also auch vollkommen legitim ihm eine Kurzgeschichtensammlung zu widmen, welche mehrere Autoren versucht haben im Stil des Altmeisters zu verfassen. Das Buch erschien 2009.


    Dies wird, wie bei Anthologien bei mir so üblich, eine Besprechung on the go. Ich versuche auf jede einzelne Story mit ein paar Worten einzugehen, und am Ende ein Resümee des kompletten Buches zu ziehen.


    Eröffnet wird der bunte Reigen von Christian Damerow, dessen Story „Der gute Gott“ einen Pfarrer zurück zu seinen Wurzeln bringt. So wirklich konnte mich die Story nicht überzeugen und der Satz “Es geht alles viel zu schnell!“, welchen man innerhalb der Story kursiv gesetzt vorfindet, gibt die Geschichte an sich schon sehr gut wieder.


    „Die Schokolade des Herrn Bost“ schmeckte nicht nur Autor Jan-Christoph Prüfer, sondern auch mir. Diese Geschichte verströmt schon mehr den Charme eines Lovecraft. Sie weiß trotz der Kürze mit dem in ihr lauernden Horror zu überzeugen.


    Der dritte ist Carsten Steenbergen, welcher mit „Der Fluch des Zulu“ das klassische Ebenbild einer Lovecraft-Geschichte abliefert. Vermutete ich zuerst einen „Arthur Jermyn“ hinter allem, so entpuppte sich die Story schnell als Eigenläufer. Von der ersten drei Storys bisher mein Favorit.


    „Zombies für einen Tag“ von Nina Horvath lies mich ein wenig ratlos zurück, denn die Geschichte auf den wenigen Seiten wollte so gar nicht in dieses Buch passen, denn sie erschien mir eher wie ein Modeleitfaden für Zombiecosplayer.


    Thomas Backus zeigt danach mit „Die versunkene Stadt“ dass man dasselbe Thema – wie in „Zombies…“ – auch auf spannende Weise an den Leser bringen kann.


    Danach geht es mit „Die Ausstellung“ von Sabrina Eberl in die Welt der Archäologie und auch „Der Kontaph des Kagemni“ von Marco Bianchi ist dort angesiedelt.


    Mit „3,5“ von Samuel White und „Symbiose“ von Chris Schlicht begegneten mir die ersten beiden Storys, von denen ich gerne viel mehr gelesen hätte. Das jeweilige Grundthema der beiden Geschichten würde jede für sich Möglichkeiten für längere Romane, oder soagr Serien hergeben. Wobei gewisse Dinge in „Symbiose“ mich doch sehr an VENOM aus SPIDER-MAN erinnerten.


    „Die Anstalt“ von Markus Niebios und „Portrait eines sterbenden Mannes“ von Christian Stobbe sind wieder recht nah an den Altmeister angelehnt, wobei sich Niebios eher auf den Wahnsinn und Stobbe auf die Art und Weise der Erzählung beziehen.


    Die letzten drei Geschichten, „Der Journalist“ von Sascha Erni, „Das Erbe“ von Robin Haseler und „Der Veränderte“ von Tomi Bader, gehen ohne große Umschweife sofort auf das Titelthema des Buches ein,


    Nach dreizehn Geschichten, lässt mich die Anthologie ein wenig mit gemischten Gefühlen zurück.


    Auf der einen Seite findet man das Titelthema „Metamorphosen“ in jeder Geschichte wieder, auf der anderen Seite sind sie mir teilweise ein wenig zu weit von den Spuren Lovecrafts entfernt gewesen.

    Nun kann man bei einem solchen Buch nicht erwarten, das einem jede Geschichte gleich gut gefällt und ich denke das jeder Lovecraft-Fan hier auf die eine oder andere Story stoßen wird die ihm subjektiv zusagt.


    In dieser Reihe sind bisher vier Bände erscheinen, der letzte 2019, und ich bin gespannt was „Die Klabauterkatze“ zu bieten haben wird.



    ASIN/ISBN: 394003603X

    Die „Neuen Wiener Wächter“ sind nicht mehr.

    Nachdem sich alles aufgeklärt hat und der Schuldige hinter den ganzen Irrungen und Wirrungen der ersten sechszehn Hefte dingfest gemacht werden konnte, besser gesagt – er sich selbst hat durch den Basilisken umbringen lassen, trennten sich die Wege von Captain Austria Junior, Donauweibchen, Bürokrat und Lady Heumarkt. Zu groß ist die Kluft, welche der letzte Kampf mit dem Endgegner hinterlassen hat. Wer es ist? Findet es selbst heraus, denn ich möchte nicht spoilern.

    Während Lady Heumarkt und der Bürokrat versuchen Recht und Gesetz als Duo in Wien weiter am Leben zu erhalten, wird Kurt, aka. Captain Austria Junior, vor den Rat der Captains berufen um über den finalen Kampf Bericht zu erstatten. Doch ist Kurt dies nicht wirklich Recht, denn er lehnt momentan alles ab, was ihn zu Captain Austria werden lässt, oder zumindest weigert er sich die Technik von Socrates weiter zu benutzen.

    Es gibt viel Neues zu entdecken, denn der vierte Paperback mit dem Titel „Dunkle Verstrickungen“ kann nicht nur damit aufwarten, dass Lady Heumarkt sich eine neues Kostüm zulegt und sich von nun an Furie nennt. Auch die Gruppendynamik der „Neuen Wiener Wächter“ wird extrem strapaziert, denn der Verrat eines ihrer Mitglieder wiegt nach wie vor schwer.

    Auch wirkt die ganzen Sache, das Kurt nicht mehr Captain Austria sein will und ab und an Nemo genannt wird, ein wenig an die Storyline in der Steve Rogers den Namen Captain America ablegte um sich als Nomad in den USA herumzutreiben. Das aber nur am Rande erwähnt.

    Damit wäre dann auch das vierte Jahr der Superheldenserie abgeschlossen und man darf gespannt erwarten, was das fünfte Jahr zu bieten hat.

    ASIN/ISBN: 3966580152

    Nachdem Captain Austria Junior, Lady Heumarkt, das Donauweibchen und der Bürokrat zuletzt – scheinbar – den Drahtzieher hinter den Angriffen des Basilisken auf unschuldige Passanten (dargestellt im ersten Sammelband RÜCKKEHR DER HELDEN) gefunden haben, sind dennoch weiterhin viele Fragen offen.

    Um diese Rätsel zu lösen begeben sich die Helden erneut auf eine Reise quer durch Österreich und sogar bis nach Moskau. Sie treffen dabei alte und neue Verbündete, wie die deutsche Superheldin Lorelei, Karawanka aus Kärnten, die Wiener Whizzkids oder den Stier aus Salzburg. Und müssen sich zwischendurch mit alten und neuen Feinden wie der teuflischen Daimonia, dem unheimlichen Strotter, der wahnsinnigen Geierwally und einer ganzen Truppe russischer Superhelden herumschlagen.


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    Der Titel des dritten Paperbacks – „Lange Schatten“ – passt wie die Faust aufs Auge. Was in Heft Nummer Eins der Alpen-Avengers begann, wird hier nun endlich aufgelöst. Alle Fäden laufen im letzten Kapitel – Heft Nummer Sechzehn der regulären Serie – zusammen und werden ohne weitere Fragen radikal aufgelöst.


    Doch auf dem Weg dorthin gibt es noch ein paar nette Nuancen mehr aus dem Leben und der Geschichte der einzelnen „Wiener Wächter zu bestaunen.


    Weitere Backup-Storys beleuchten die jeweiligen Vergangenheiten der einzelnen Charaktere und fügen so das große Gesamtbild noch mehr zusammen.


    So bekommt man einen noch engeren Bezug zu den Protagonisten und irgendwie sind sie einem mittlerweile sowieso schon ans Herz gewachsen.


    Die „Austrian Superheroes“ brauchen sich definitiv nicht hinter ihren amerikanischen Vorbildern zu verstecken, Sie können problemlos aus deren Schatten hervortreten, denn sie haben eine Menge Eigenarten zu bieten, die man so eben nur in der europäischen Comicszene finden kann.


    Der Zeichenstil ist wieder sehr abwechslungsreich, auch wenn ich nicht wirklich in der Lage bin die einzelnen Zeichner auseinander zu halten und sie sogar noch namentlich zu benennen. Das ist für mich aber definitiv kein Minuspunkt, denn das Feeling des Gesamteindrucks stimmt für mich alten Comichasen auf jeden Fall. Und eine Mangahommage kann man ebenfalls finden.


    Nach jahrelanger persönlicher Comicpause vermögen die ASH mich auch im dritten Band vollkommen zu begeistern und Band Vier liegt bereits auf dem Nachttisch um als nächstes verschlungen zu werden.


    ASIN/ISBN: 3959811667

    Nach ihrem fulminanten Start im vergangenen Jahr setzen die Austrian Superheroes ihre Abenteuer fort. Denn viele Fragen aus dem ersten Story-Bogen sind noch unbeantwortet: Wer hat den Basilisken gesteuert? Was steckt hinter dem geheimnisvollen Helfer namens „WZKD“? Captain Austria Jr., Donauweibchen, Lady Heumarkt und der Bürokrat begeben sich auf Spurensuche und treffen dabei auf alte und neue Gegner und Verbündete.

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    Die neuen „Wiener Wächter“ – Captain Austria, Donauweibchen, Lady Heumarkt, Bürokrat und Rathausmann – erholen sich gerade von ihrem Kampf gegen den Basilisken, als ein Malheur passiert. Während Donauweibchen versucht den zerstörten Arm von Rathausmann zu reparieren, stoßen die beiden auf Nanoroboter, welche der Eiserne aus Versehen freisetzt. Die kleinen Biester haben nichts Besseres zu tun, als Rathausmann zu verbessern und ihn somit zu einer Bedrohung für die Öffentlichkeit zu machen. Ein neuer Held taucht ebenfalls auf, welcher wie ein Engel im Miniformat daher kommt und in Linz beheimatet ist.


    Doch soll dies nicht die einzige Bedrohung für die Alpen-Avengers bleiben. Nach wie vor stellt sich die Frage, wer hinter der Mutation von Lady Heumarkts Bruder zum Basilisken steckt und was diejenigen damit bezwecken. Heumarkt und der Bürokrat finden Spuren und Captain Austria ungewöhnliche Hilfe.


    Die Welt der Austrian Superheroes vergrößert sich und der Kosmos der außergewöhnlichen Helden des Nachbarlandes wird um einige interessante Facetten und Charaktere bereichert. Neben dem verlorenen Engel aus Linz, trifft man auch auf die aktuelle Version von Roter Adler.

    Und nicht nur die Neuzeit findet in den Seiten ihren Platz. In den Backup-Storys werden Dinge aus der Vergangenheit der Wiener Wächter aufgearbeitet – bei denen man auch nicht vor sehr politischen Themen zurückschreckt – und das Zusammenspiel der verschiedenen Protagonisten wird ebenfalls vertieft.


    Auch taucht immer wieder die „Liga deutscher Helden“ auf, welche kurz mit Gamsbart und Lorelei vertreten sind. Die Gruppierung hat es ebenfalls auf eine eigene Miniserie gebracht, welche sich in ASH #11 und LdH #3 überschneidet.


    Eigentlich bin ich kein wirklich großer Freund von Paperbacks, aber hier machen sie Sinn, denn es gibt eine Menge Zusatzinformationen und Werkstattberichte, welche vielleicht nicht in den Einzelheften zu finden gewesen sind.


    Die Qualität der Zeichenstil schwankt beachtlich, kann aber trotzdem durchgehend überzeugen. Da ist selbst in einer Backup-Story eine Hommage an Jack Kirby erlaubt.


    Nach einer etwas längeren Lesepause konnten mich die Geschichten um die Superhelden aus Österreich wieder genauso begeistern, wie es der erste Band vermochte.


    ASIN/ISBN: 3959816189

    Erik_Mauer_1_f.jpgDas Grauen geht im Wald um! Als unter einem zerstörten Hochsitz die Leiche eines Jägers gefunden wird, gehen alle von einem tragischen Unglücksfall aus. Doch warum haben Wildschweine das Gehirn des Mannes gefressen? Angeführt von einer Bache mit einem weißen Rückenkamm bringt die Schweinerotte Tod und Zerstörung über die Region, und bald wird den Jägern klar, dass sie die Gejagten sind.

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    Schweine sind nicht nur Allesfresser, sie sind auch noch recht schlau. Zoologen attestieren ihnen die ungefähre Intelligenz von Primaten, aber definitiv sollen sie intelligenter als Hunde sein. Und die Schweine in U.L. Brichs „Die Rotte“ sind noch ein wenig schlauer.


    Irgendwo in Deutschland wird in einem Jagdgebiet ein Jäger von einer Rotte Wildschweinen getötet, was natürlich die anderen Jäger der Umgebung auf den Plan ruft. Unter ihnen ist auch Erik Maurer, seines Zeichens Privatier und leidenschaftlicher Hobbyjäger. Doch Erik sieht in der Jagd nicht das tumbe abschlachten irgendwelcher Tiere, sondern er ist in der Ausübung seines Hobby seiner Beute gegenüber sogar noch fair. Erik präferiert die Jagd mit dem Bogen und dem Messer, um dem Wild noch eine Chance zu geben. Auch hält er sich strikt an die Regeln, welche sich ehrenhafte Waidmänner auf die Fahne geschrieben haben. Als Erik mit zwei weiteren Jägern versucht der Rotte habhaft zu werden, geschieht ein weiter Tötungsakt durch die Wildschweine und Erik betrachtet die Jagd von nun an als seine persönliche Rache – zumindest einem der Schweine gegenüber.


    U.L. Brich kennt sich Metier der Jäger aus, das kann man in jeder Zeile herauslesen. Doch er versteht es auch, ein Waidmannsgarn zu spinnen, welches Anfangs vollkommen an den Haaren herbeigezogen erscheint, sich aber ab der Mitte des Buches als „warum eigentlich nicht?“-Story mit einer Menge Action und Spannung entpuppt.


    Der Schauplatz Wald gibt auch eine Menge Atmosphäre her, die sich für die Jagd auf vollkommen durchgedrehte Wildschweine extrem gut eignet. Auch kennen sicher viele das Feeling eines Maisfeldes, wenn man sich zwischen den fast fertig ausgebildeten Stauden bewegt und jedes Knacken ein Wildschwein sein könnte, dem man eigentlich besser nicht begegnen möchte. Wer dies nicht kennt, der mag dem Schreiber dieser Zeilen glauben, das so ein Maisfeld in der Dunkelheit an sich schon ziemlich gruselig und angsteinflößend sein kann, wenn man dann noch Jägern begegnet die einen zusammenpfeifen, weil man ja in so einem Feld eigentlich nichts zu suchen hat, betritt man so ein Ding nach Anbruch der Dunkelheit nie wieder freiwillig. Soweit das Geplauder aus dem Nähkästchen.


    Obwohl ich kein Freund der Jagd bin, hat mir dieser Redrum Cut ausnehmend gut gefallen. Zum einen, weil die Jäger nicht wirklich die Jäger sind, und zum anderen, weil U.L. Brich es recht schnell geschafft hat, mir den Hauptcharakter sympathisch nahe zu bringen und er die Jagd an sich nicht glorifiziert, sondern eine realistische Betrachtung von allem abliefert. Ich möchte sogar so weit gehen, dass der Autor im Charakter des Erik Maurer seine eigenen Ansichten der Jagd gegenüber definiert hat.


    Die niedliche Wutz auf dem Titelbild kommt nicht einmal annähernd an die rasenden Killer im Innenteil des Buches heran!


    Auch für Nichtjäger ein sehr unterhaltender Horrorroman, der bei mir keine Wünsche offen ließ. Die Geschichte ist rund und stimmig, der Schreibstil flüssig, es gibt keinen erhobenen Zeigefinger oder unnötige Splattereinlagen.


    Redrum Books


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    The_Forests_have_Eyes_f.jpg

    Im transsilvanischen Hoia Baciu-Wald verschwinden seit Jahrzehnten immer wieder Menschen und Tiere.

    Seltsame Lichter und Gestalten werden gesichtet.

    Der Ausflug einer Gruppe junger Menschen dorthin entpuppt sich als Alptraum, als sie in die Klauen degenerierter Kreaturen geraten.

    Das Grauen, das ihnen widerfährt, übersteigt ihre Vorstellungskraft.

    Und nicht alle werden es überleben …


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    Wälder. Viele Geschichten und Sagen ranken sich um die Dinge, welche in ihnen zu finden sind. Doch nicht alle diese Dinge sind niedlich, haben Flügelchen oder flatulieren eventuell sogar Regenbögen unter ihren Schweifen hindurch.


    Im Hoia Baciu-Wald findet man keine netten Bewohner, denn in ihm ist das blutrüstigste Grauen zuhause, das man sich vorstellen kann. Autor Jean Rises spielt nicht nur mit einer Möglichkeit, wie man seine Protagonisten bedrohen und ihnen das Leben schwer machen kann, er wirft gleich mehrere Dinge in die Waagschale des Bösen.


    Und diese Waagschale bringt die Waage nach circa der Hälfte des Romans ziemlich abrupt aus dem Gleichgewicht. Zuerst lernt man noch in aller Ruhe die Darsteller des Schauspiels und die Umgebung in der sich alles abspielt kennen, sucht sich eine Favoriten heraus und dann geht alles ganz plötzlich Schlag auf Schlag.


    Rises hat für sich scheinbar den Dreh gefunden, welchen es braucht um ausgewogen zwischen Ruhepausen für den Leser und darauffolgenden Actionsequenzen glaubhaft und ansprechend zu wechseln.


    Man hat das Gefühl einen sehr gut gemachten „Gespenster-Krimi“ aus den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrtausends zu lesen, der in die Jetztzeit transportiert wurde. Damit möchte ich den Roman und den Schreibstil von Jean Rises nicht abwerten, sondern eher aufwerten, denn gerade diese alten Heftromane hatten sehr oft eine Menge Flair und Atmosphäre zu bieten.


    Erfreulicherweise steht hinter dem „Ende“ der letzten Seite ein Fragezeichen (?), also besteht die Hoffnung, dass es einen neuen Ausflug in die Welt des Forest geben könnte. Wünschen würde ich es mir, denn ich habe den Roman an einem Sonntagnachmittag regelrecht verschlungen.


    Für Freunde von Filmen wie „The Cabin in the Woods“ sehr zu empfehlen und für andere Liebhaber guter Horrorunterhaltung ebenfalls.


    Hammer Boox


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    Schauer_der_Vorwelt_f.jpg

    In diesem Band werden dreizehn teilweise längst vergriffene Kurzgeschichten im lovecraftschen Gewand vereint.

    Dabei sind Bachmanns Besuche bei »Papa Lovecraft« stets eigenständig und aus dem Bestreben heraus geschrieben, den Schauern der Vorwelt zu entkommen.

    Sämtliche Geschichten wurden exklusiv für diesen Band überarbeitet. Abgerundet wird die Sammlung durch das persönliche Vorwort »Lovecraft und ich«.

    Die Sammlung enthält folgende Kurzgeschichten:

    Kadath

    Der Hausvermesser

    Ein sauberer Abgang

    Der Handleser

    Das grüne Licht im Giebelfenster

    Der Brunnen

    Kaleidoskop der Seele

    Incunabula

    Wanderer, kommst du nach Cat …

    Grønn

    Metamorphose

    De Profundis

    Ohne Ende


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    One Lovecraft a day, keeps Cthulhu away!


    Vorwelt: Substantiv, feminin. Bedeutung: [erd]geschichtlich weit zurückliegende Zeit[en] und ihre Relikte.


    Soweit www.duden.de!


    Das Hardcover „Schauer der Vorwelt“ aus dem KOVD Verlag beinhaltet dreizehn Geschichten aus der Feder des Autors Tobias Bachmann. Jede der Geschichten wurde nicht neu für dieses Buch verfasst, sondern sie erschienen alle bereits in diversen Anthologien bei anderen Verlagen, doch wurden sie vom Autor überarbeitet und liegen somit in der (von mir vermuteten) Neufassung vor. Über den Unterschied zu den jeweiligen Erstauflagen kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich hier zum ersten Mal mit Tobias Bachmann und seinem Werk in Kontakt gekommen bin.


    Dreizehn Ausflüge in die Welt(en) des H.P. Lovecraft bieten sich auf dreihundertfünfundfünfzig Seiten dem geneigten Leser der Phantastik zum Verweilen in ihren jeweiligen Momenten an. Keine Geschichte gleicht der anderen, und somit ist eine Menge dunkler Abwechslung gewährleistet.


    Doch auch wenn man merkt das sich Bachmann in einigen Geschichten von seinem Lehrmeister Lovecraft gelöst hat, so schwebt der Altmeister dennoch stets durch die Erzählungen. Sei es nun durch die Erwähnung von dessen Protagonisten, dem vielbesagten Necronomicon oder nur in der Art und Weise an Feeling, das die jeweilige Story vermittelt.


    Bachmann ist in der Lage in jeder Geschichte eine sehr dichte Atmosphäre aufzubauen. Auch wenn mir von den dreizehn Angeboten nur zwölf wirklich gut gefallen haben (der Ausreißer heißt „De Profundis“), so ist das Buch an sich sehr stimmig, und man hat zu jeder Zeit das Gefühl einen Episodenfilm zu erleben, der sich zwar in derselben Welt, aber stets an anderen Orten abspielt.


    Jetzt muss ich auch mal auf die Haptik der Bücher von KOVD eingehen, denn das habe ich bisher sträflich vernachlässigt!


    Wie in jedem Hardcover des Verlages, das ich bis jetzt mein Eigen nennen darf, sind die Innenseiten liebevoll gestaltet und es gibt nicht nur Trennzeichnungen zwischen den verschiedenen Kapitel zu bewundern. KOVD versteht sich als Sammlerverlag, denn die Hardcover erscheinen ohne ISBN und werden als „Privatdruck“ ausgewiesen.


    Inhalt und Ausdruck des „Schauer der Vorwelt“ kann man nur als wirklich einzigartig und gelungen bezeichnen. Jedem Lovecrafter sei diese Buch ans Leserherz gelegt und jedem Sammler guter Phantastikliteratur ohnehin.


    KOVD Verlag


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    Könntest du jemanden töten, damit du und deine Freunde überleben?

    Was würde es ändern, wenn derjenige krank ist und euch als Beute betrachtet?

    Als sich ein bisher unbekannter Erreger rund um die Welt verbreitet, findet sich Emilia mitten in der Apokalypse wieder. Denn gegen die mutierte Tollwut gibt es weder Impfung noch Heilung. Sie und ihre Freundin scheinen in der ganzen Region die einzigen Überlebenden zu sein, doch die Infizierten machen sich schon bald auf die Jagd.

    Schnell geraten die beiden an ihre Grenzen. Da empfangen sie einen Hilferuf von zwei Männern, die von den Kannibalen in eine Falle gelockt wurden. Noch ahnen Emilia und Anna nicht, dass mit der Rettung von Mark und Sven der Kampf ums Überleben erst wirklich beginnt.


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    Ein mutiertes Tollwutvirus löscht in „Facing Goliath“ – „Goliath“ ist der Name des Virus – den Großteil der Menschheit aus. Diejenigen die es nicht umbringt, verwandelt es schnurstracks in menschenfressende Bestien. Genannt werden diese Kreaturen „Kannibalen“ oder „Verrückte“, denn man hat es nicht mit Untoten zu tun, sondern einfach nur vollkommen durchgedrehten Menschen, die auf ihresgleichen Jagd machen um sie nach dem erlegen aufzufressen, wie sie es auch mit ihren eigenen Toten zu tun pflegen.


    In dieser Welt trifft der Leser auf Emilia, Anna, Mark und Sven – ein Grüppchen, das charakterlich unterschiedlicher nicht sein könnte. Dennoch finden sie zusammen und müssen versuchen gemeinsam in diesem apokalyptischen Umfeld zu überleben.


    Zuerst einmal, sei erwähnt, dass man sich mit diesem Buch problemlos gegen die Kannibalen würde verteidigen können, denn es ist mit seinen 600+ Seiten ein wahrer Backstein aus Papier.


    Als zweites mag dann sicherlich die Frage aufkommen „Wie will man so eine Story über so viele Seiten strecken, ohne sich zu wiederholen? Und es gibt auch noch Teil 2, der genau so umfangreich ist!“.


    Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach: Indem man eine ausgewogene Mischung aus Action, Weltenerschaffung und Charakterbildung anbietet.


    M.E. Pandura nutzt den Umfang des Buches geschickt aus, um den Leser zuerst an die Figuren emotional andocken zu lassen – denn da ist für jeden Geschmack etwas dabei – um dann mit den Protagonisten und Kannibalen ein angenehmes Katz- und Maus-Spiel zu veranstalten.


    Auch spart sie sich das Vorgeplänkel auf, denn bereits auf Seite Vierzehn macht man mit dem ersten Kannibalen Bekanntschaft. Danach teilt sich die Erzählung in zwei Ebenen auf. Die eine wird von Emilia, einer Österreicherin mit eigenem Bauernhof, bestritten, und die zweite von Mark, einem Sozialarbeiter aus NRW, den es nach Österreich verschlägt. Ebenfalls spielt auf Emilias Ebene deren beste Freundin Anna eine große Rolle, welche auf Marks Ebene von dessen bestem Freund Sven ausgefüllt wird.


    Zwar ist „Facing Goliath“ eine Dystopie, doch möchte ich sie nicht zur denen mit härterer Gangart zählen. Sicherlich werden Menschen gefressen was das rennende Büffet nur hergibt, es werden Kinder getötet und auch sonst ist M.E. Pandura nicht zimperlich mit der Darstellung von Gewalt. Doch schafft sie es vollkommen ohne Splatter und Gore auszukommen, indem sie sich mehr auf die soziale Komponente des Weltuntergangs konzentriert, statt auf das heraufbringen des Mageninhaltes des Lesers.


    Emilia erinnerte mich mit ihren beiden Äxten ein wenig an Lady Sybil Ramkin von der Wache aus Terry Pratchetts Discworld. Und die Fantasy ist ein fester Bestandteil der ganzen Geschichte, denn immer wieder lesen die Figuren Fantasy-Bücher, oder das Genre wird irgendwie erwähnt. Auch scheint mir Emilia autobiographische Züge zu haben, denn gerade dieser Charakter ist extrem ausgearbeitet. Nicht dass es den restlichen drei Hauptprotagonisten an Tiefe fehlen würde, ganz im Gegenteil, aber gerade Emilia wirkt besonders lebendig und kann mit ihrer Gedankenwelt sehr leicht nachvollzogen werden.


    Man sollte sich also bewusst darüber sein, dass man hier keine kurz angebundene Zombiehatz mit viel Splatter und Gore angeboten bekommt, sondern eine gut durchdachte und eindrucksvoll durchdachte Darstellung eines Lebens nach dem Untergang der Zivilisation. Wer sich jedoch die Zeit nimm, zusammen mit dem Quartett durch das apokalyptische Österreich zu streifen, der wird mit guter Unterhaltung bis zur letzten Seite belohnt.


    Fortsetzung folgt…


    Gegenstromschwimmer Verlag


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    Ein grausiger Fund. Ein entsetzliches Ritual. Eine ungeheuerliche Verschwörung.

    Europa im November 1914: der Große Krieg ist wenige Monate alt und an der Front im Westen verschwinden die Soldaten in Schützengräben, die sie so schnell nicht wieder verlassen werden. Gegraben wird aber auch anderswo: In der kleinen bayrischen Garnisonsstadt Amberg lüftet der angesehene Heimatforscher und passionierte Hobbyarchäologe Anton Dollacker ein Geheimnis, das sein geordnetes Leben von Grund auf verändern wird.

    Welche Rätsel umgeben das abscheuliche Artefakt und welches verbotene Wissen halten die okkulten Bücher seines Bruders Josef bereit? Und woher rührt das ungewöhnliche Interesse des Stadtmagistrats?

    Wem kann man wirklich vertrauen?

    Das ist nicht tot, was ewig liegt …


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    Bei Straßenbauarbeiten findet man ein Grab, welches ein Artefakt in sich birgt, das verflucht zu sein scheint und dem Erzähler der Geschichte so einige Rätsel aufgibt, während sein Weltbild ins Wanken gerät.


    Damit wäre die Geschichte der Novelle schon vollständig umrissen und ebenfalls beschrieben, um was es in fünfundvierzig Seiten Umfang geht.


    In lovecraftscher Erzähltradition wird hier kein gesprochenes Wort benutzt, sondern das Gros des Textes besteht aus Erzählungen in der Ich-Perspektive. Auch hält sich Autor Jörg Fischer nicht nur an die Erzählform des Altmeisters, sondern bleibt auch mit den weiteren Geschehnissen stets ein wenig hinter dem Berg, so wie Lovecraft den Horror teilweise ebenfalls nie genau benannt.


    Der Horror/Grusel des Artefakts entfaltete sich darin, dass Fischer ein stimmiges Sittengemälde der damaligen Zeit präsentiert, und seinen Protagonisten reagieren lässt, wie man sich einen Menschen des Jahres 1914 vorzustellen vermag.


    Ich konnte nicht umhin, in weitestem Sinne eine Verbindung zu Lovecrafts „Das Bild im Haus“ zu ziehen, denn vom Stil und Feeling her ähneln sich die Geschichten – zumindest in meiner subjektiven Betrachtung.


    Das Buch ist sehr liebevoll aufgemacht und gestaltet. Zahlreiche (scheinbar) Kohlezeichnungen unterbrechen immer wieder den Fließtext. Die gedruckte Ausgabe, welche ich in den Händen halten darf, ist auf 66 Stück limitiert!


    Es existiert ebenfalls ein Hörspiel, oder ich sollte besser von einer inszenierten Lesung sprechen (vermute ich), in welcher auch Werner Wilkening zu hören ist. Wer Werner Wilkening kennt, der weiß das er sich viel Mühe gibt seinen Figuren Leben einzuhauchen, was sicher auch hier der Fall sein wird. Da ich allerdings, wie hinlänglich bekannt ist, dem Hörspiel/Hörbuch-Deutsch nicht mehr wirklich zugetan bin, habe ich diese Produktion somit auch nicht gehört.


    Für Fans von H.P. ist dieser kurze Ausflug in die gefühlte Welt des Lovecraft sicher ansprechend. Für mich war er es definitiv, auch wenn er gerne länger hätte dauern können.


    Yellow King Productions


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    Remy arbeitet als Tourguide in Carrow House. Sie führt Menschen durch das berüchtigte Spukhaus und erzählt ihnen von den Geschehnissen, die sich einst in diesen Mauern zutrugen.

    Als eine Reisegruppe für eine ganze Woche einen Aufenthalt bucht, um die unheimlichen Phänomene zu untersuchen, hofft Remy, selbst endlich einige zu erleben. Und tatsächlich: Nach einer Séance nimmt die paranormale Energie so weit zu, dass Fenster zerbrechen und gespenstische Erscheinungen durch die Flure schreiten.

    Dann stirbt einer der Gäste und Remy zieht die Möglichkeit in Betracht, dass der Geist des einstigen Eigentümers noch in den Hallen weilt: John Carrow. Und der war ein irrer Serienmörder …


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    Geisterhäuser haben etwas Magisches an sich, aber irgendwie scheinen sie immer die gleiche Geschichte zu erzählen: Böses geschah in ihnen und das Böse, welches das Böse ausgeübt hat, sucht jetzt die Protagonisten der jeweiligen Geschichte heim.


    Das mag sicher der Plot einer jeden Geisterhausgeschichte sein, doch variieren die Umsetzungen solch eines Plots so sehr wie die Geister in den jeweiligen Häusern.


    Nun muss man den Autoren solcher Storys im Vorhinein bereits zu Gute halten, das sich eben nicht viel an solch einer Story abwandeln lässt, doch der Festa Verlag wäre nicht der Festa Verlag, wenn man sich dort mit so etwas wie Canterville und Co. abgeben würde.


    Die Protagonisten, welche sich in Carrow House tummeln und um ihr Leben fürchten müssen, sind ziemlich bunt zusammengewürfelt. Es gibt – und ich will jetzt hier nicht jeden einzelnen Charakter sezieren – die gefühlte Grundmischung, welche auch in der Verfilmung von „Spuk in Hill House“ – namens „Das Geisterschloss“ – zu sehen ist. Dem fügt man noch die Rolle von Zelda Rubinstein aus „Poltergeist“ hinzu, mischt einen „Lurch“ aus der „Adams Family“ darunter, und fertig ist die Geisterjägerriege. Dies dient nur zu allgemeinen Veranschaulichung.


    Und diese illustre Mischung erlebt so einiges in Carrow House, was mir beim lesen zwischendurch immer wieder die Gänsehaut auf die Unterarme trieb. Carrow House ist nämlich alles anders als Schauerromantik, mit dem es ab und an verglichen wird, und auch das gute alte Hill House muss ich hinter diesem Gebäude verstecken.


    Wo man im Hill House wirkliche Action sicherlich vermissen wird, ich muss von dem ausgehen was ich bisher über dieses Buch gelesen habe, so kann sich Carrow House damit brüsten gerade am Ende ein richtiger Actionkracher zu sein.


    Auch erhält man hier einen scheinbar recht fundierten Crashkurs in Geisterkunde, denn ich musste mich belehren lassen, das es sich bei den Unwesen in Carrow House nicht nur um reine Geister handelt, sondern das diese Entitäten auch zu anderen Dingen fähig sind, als ich zu Beginn angenommen hatte.


    Ab der Mitte des Buches versieht Autorin Darcy Coates die meisten Kapitel mit einem fiesen Cliffhanger, der einen geradezu dazu nötig, das nächste Kapitel noch zu lesen, welches erneut mit einem fiesen Cliffhanger endet usw..


    Ab Seite Dreihundert wird das Tempo noch mehr angezogen und man sich urplötzlich in einem Ende wiederfindet, welches ich so ebenfalls nicht erwartet hätte. Die große Bedrohung wird nicht so glimpflich angegangen, wie man es vermuten mag, es entwickelt sich ein fast schon reißerisches Crescendo an Möglichkeiten und Aktionen, die einem die Luft beim Lesen nehmen und es für mich unmöglich machten die letzten Kapitel nicht in einem Rutsch zu lesen.


    Wer also eine Geschichte mit dem Feeling von „Poltergeist“ sucht, welche sehr gut durchdacht und umgesetzt wurde, der wird hier fündig. Fans der Schauerromantik sollten nicht wirklich zugreifen, denn dafür ist es zu „hart“!


    Festa


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    Schwarze_Fledermaus_03_f.jpgBei einer illegalen Exhumierung werden drei Männer erschossen, darunter ein junger Bezirksstaatsanwalt. Lieutenant McGrath verdächtigt die Schwarze Fledermaus und startet eine gnadenlose Jagd auf den Maskierten.


    Quinn braucht Unterstützung, doch sein Freund und Gehilfe Silk versinkt gerade, mit schweren Eisenketten gefesselt, in den Fluten des Lake Michigan.


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    Serien zu „rezensieren“ (wie ich dieses Wort hasse) ist nicht immer einfach. Wenn sich die Qualität der Storys so hält, wie im ersten Band, so gibt es über Band drei nicht wirklich viel Neues zu erzählen, es sei denn man seziert die Story, und das ist für jemanden der das Buch noch lesen möchte der absolute Gau.


    Sei´s drum…


    Alles beginnt mit einer Exhumierung, welche nicht ganz legal ist, auch wenn sich legale Menschen an ihr beteiligen. Ein stellvertretender Bezirksstaatsanwalt, ein Gerichtsmediziner und eine dritte Person versuchen zu beweisen, dass der Verstorbene nicht an einem chronischen Magenleiden verstarb, sondern das Mord dahinter steckt. Sie werden jedoch nach getaner Arbeit direkt von einem Attentäter auf dem Friedhof erschossen. Natürlich vermutet Lieutenant McGrath das die Schwarze Fledermaus hinter allem steckt und so beginnt erneut die Jagd auf den dunklen Flattermann, denn der versucht seinerseits den wirklichen Mörder dingfest zu machen.


    Die Geschichte an sich hat dieselben Züge wie ihre Vorgänger. Doch gerade die Vorhersehbarkeit in allen Dingen macht den Charme des Pulp-Helden aus. Den Geschichten um den Kämpfer gegen das Unrecht der damaligen Zeit haftet natürlich das gestrige an, allerdings hat es seinen Charme.


    Nicht nur Comicfans kommen auf ihre Kosten, auch die Liebhaber des Film Noir können hier bedenkenlos ein Leseauge riskieren. Das sich die Story im Kopfkino bei mir in schwarz/weiß abspielt, ist ebenfalls nicht verwunderlich, denn in den Romanen geht es genau so farbig zu. Die Bösen sind böse und die Guten sind gut – Punkt. Zwischenfarben gibt es nur bei „Silk“, aber auch der ist eher weiß denn grau.


    Die nächste Story verspricht jedoch einen Ausbruch aus allem, denn dieser wurde von der mir bisher unbekannten Angelika Schröder verfasst, und in die Romanserie eingebaut. Man kann gespannt sein, inwiefern sie sich mit dem Urgestein Norman A. Daniels aka „G. W. Jones“ messen kann.


    Blitz Verlag


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    Meph_f.jpgAutorin Lynn zieht sich an einen Bergsee zurück, um ungestört zu Schreiben.Dann trifft sie Meph und gerät in einen Strudel aus Illusion, Inspiration und Intensität.


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    No·vel·le/Novélle/


    Substantiv, feminin [die]


    Erzählung kürzeren oder mittleren Umfangs, die von einem einzelnen Ereignis handelt und deren geradliniger Handlungsablauf auf ein Ziel hinführt.

    Soweit zur Erklärung des Begriffes!


    Der Vorteil einer Novelle ist es, dass man sie schnell durchgelesen hat. Der Nachteil einer Novelle ist es, dass man sie schnell durchgelesen hat.

    Und der Nachteil so mancher Novelle ist es auch, dass sich der Autor zu Beginn so dermaßen verzettelt, dass das Ende eher überstürzt und krampfhaft konstruiert wirkt.


    Auf „Meph“ trifft zu, dass man die Geschichte zu schnell durchgelesen hat, denn da wäre unendlich viel mehr Geschichte drin gewesen – was ich aber nicht als negativen Aspekt verstanden wissen möchte, denn hier liegt in der Kürze auch die Würze.


    Lynn ist Autorin, welche damit hadert, dass ihr Werk nicht die Anerkennung zu finden scheint, die sich wünscht. Und auch wenn ihre Freundin Jenny ihr stets versichert das sie Talent hat, hadert sie dennoch mit sich und ihrem Leben. Als ihr dann das klassische „Aufbruch zu neuen Ufern“-Szenario widerfährt – ihr Freund, der sie ohnehin nur für eine Träumerin gehalten hat, betrügt sie – macht sie sich auf, um in einem Artist Retreat ein Buch zu schreiben. Dort lernt sie „Meph“, kurz für Mephisto, kennen und die Dinge nehmen rasend schnell ihren Lauf.


    Nici Hope gelingt es auf nur 87 Seiten die Charaktere nachvollziehbar auszufleischen und eine Geschichte zu erzählen, die weder schnell konstruiert oder gar dahingeschludert wirkt. Ich hatte von Anfang an einen Bezug zu Lynn, auch wenn ich die weibliche Sichtweise ab und an in meine männliche umwandeln musste.


    „Meph“ ist teilweise recht düster angelegt und der Twist, so circa ab der Mitte der Erzählung, verdüstert alles noch ein wenig mehr. Trotz alledem hatte ich viel Spass bei lesen, denn wie ich bereits schon erwähnte, macht hier die Kürze unheimlich viel Würze aus.


    Die Geschichte ist zwar auf Seite 87 beendet, doch ist da eine Menge Potential für eine Fortsetzung drin, welche sich auf eben dieser Seite im vorletzten Satz abzeichnet. Welcher das ist? Das sollte man schon selbst herausfinden, denn „Meph“ ist eine Novelle, von der ich einfach mal behaupten möchte, dass man sie gelesen haben sollte.


    Also, liebe Nici, nimm dir ein Herz, deinen Laptop, eine Flasche Grauburgunder oder viele Amaretto Sour und erzähle die Geschichte bitte weiter!


    Nici Hope


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    Graues_Land_1_f.jpgAm Ende der Zeit ist die Welt grau und still.

    Jetzt zählen nur noch Erinnerungen.
    Und wenn die verblassen, stirbt der Mensch.

    Harvey und Sarah führen ein glückliches und ruhiges Leben in den Bergen. Als Sarah erkrankt, kümmert sich der alte Harv liebevoll um seine Frau.

    Doch eines Tages hat sich etwas geändert – in der Welt da draußen.

    Es beginnt damit, dass der Fernsehsender kein Programm mehr ausstrahlt, dann fällt die Stromversorgung aus.

    Auch das Telefon verstummt.

    Ein grauer Schleier umhüllt das Land. Eine trügerische Stille liegt über den Feldern, über dem Haus. Des Nachts glaubt Harvey, Kreaturen ums Haus schleichen zu hören.

    Und die kurze Begegnung mit einem jener Wesen im Garten, bringt die schreckliche Gewissheit, keiner Einbildung erlegen zu sein.

    Harvey beschließt, in Erfahrung zu bringen, was mit der Welt geschehen ist. Und so steigt er in seinen rostigen Van und fährt zu seinem alten Kumpel Murphy, der ein paar Meilen die Straße hinab ein kleines Lebensmittelgeschäft betreibt.

    Doch dieser scheint bereits dem Wahnsinn anheimgefallen zu sein …


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    Ich erdreiste mich zu behaupten, dass ich wohl in den letzten Jahren fast jede Spielart einer Dystopie gelesen habe. Zombies, Aliens, Stromausfälle, Verseuchung des Planeten, humorige Betrachtung des Untergangs, brutalste Schilderungen von zerfleischenden Monstern, kühle Analyse des Verfalls sämtlicher sozialen Ordnungen und was weiß ich nicht noch alles. Doch eine Dystopie wie „Graues Land“ ist mir bisher noch nicht unter gekommen.


    „Graues Land“ schildert die Geschichte von Harvey, kurz Harv genannt, welcher mit seiner Sarah in den Hügeln nahe der Kleistadt Devon lebt. Er führte ein beschauliches Leben und seitdem seine Sarah erkrankt ist, pflegt er sie aufopferungsvoll.


    Doch eines Tages bricht die Apokalypse über die Welt herein und Harv sieht sich mit Dingen konfrontiert, welche er selbst in seinen schlimmsten Albträumen, von denen er seit seiner Kindheit Unmengen gehabt hat, noch nicht erlebte.


    Man kann das Buch von Michael Dissieux ohne Probleme als die wohl lyrischste Dystopie bezeichnen, die mir seit langem untergekommen ist. Harvs Gedankenwelt, welche ungefähr gefühlte neunzig Prozent des Romans ausmacht, ist sehr vorsichtig, ja fast schon zärtlich, in Szene gesetzt.


    Man lernt das Leben des Mittsiebzigers recht genau kennen, seine Vorlieben, denn Abneigungen scheint er nicht wirklich zu haben, und die Menschen die sein Leben bestimmen, welche er über alles liebt. Seine kleine und überschaubare Welt und wie Harv verzweifelt versucht den Wahnsinn, welcher sich der Welt bemächtigt hat, zu relativieren, um in ihm zu überleben.


    Dissieux erschafft mit jedem Satz fast schon ein Wortgemälde, denn obwohl er auf Action und übermäßige Zurschaustellung von Gewalt und Brutalität fast vollkommen verzichtet, ist die Atmosphäre des Buches sehr dicht und wirklich fast schon depressiv bedrückend.


    Dies ist umso erstaunlicher, da Dissieux auch nicht alles wirklich bis zum klaren Bild ausfleischt. So bleibt dann der Grund der Apokalypse fast vollkommen verschwommen, ebenso wie die Herkunft der Monster, welche Harv in Anlehnung an Lovecraft „Shoggoten“ getauft hat. Auch wird die Krankheit, welcher Harvs große Liebe Sarah erlegen ist, nicht benannt. Einzig und alleine der Umstand, dass sie fast vollkommen paralysiert und teilnahmslos im Bett liegt, wird immer wieder erwähnt.


    Dissieux schildert den Untergang der uns bekannten Welt durch den Wandel des Mikrokosmos eines alten Mannes, welcher am Ende seines Lebens steht. So wird aus „Graues Land“ auch eine Hommage an das Grauen, das uns allen irgendwann einmal bevorsteht: Dem Älterwerden. Doch zeigt der Roman auch, wie sehr man sich dennoch ans Leben klammern kann, auch wenn es keine positiven Aspekte für einen mehr bereithält.


    Man sollte „Graues Land“ nicht lesen, wenn man ohnehin schon eine dunkle Grundstimmung sein Eigen nennt, denn der Roman ist in der Lage dieser noch ein paar dunklere Nuancen hinzuzufügen.

    Erschienen sind aus dem „Graues Land“-Kosmos bisher noch die Bücher „Die Schreie der Toten“, „Am Ende der Welt“, „Träume aus Blut und Rauch“ sowie „Im Reich der Kjell“.


    Bleibt zu hoffen, dass man sich bei KOVD ein Herz nimmt und diese (scheinbar) vergriffenen Romane auch noch ins eigene Programm aufnimmt und dem Leser zugänglich macht!


    KOVD Verlag


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    Showdown_in_Courage_f.jpg„(…) Als am 16. Dezember 1869 Sacramento fiel, sprachen die wenigen Zeitzeugen von einem gigantischen Heer, welches sich bis zum Horizont erstreckt hatte (…)“Death in the West – a Study (Seattle, 2005)Zwei Männer.Der eine – hitzköpfig, unbeugsam, im Herzen noch ein Kind.Der andere – verbraucht, erfahren, erschöpft.Ein Ziel.Sein Name: Tobin V. Kelly – der Steel Colonel. Ein Psychopath, ein Sadist, ein Armeeabtrünniger und nun der alleinige Herrscher eines Wüstenkaffs namens Courage.Alte Rechnungen, die beglichen werden müssen.Mit Blei, mit Blut, mit Entschlossenheit.Nur eine Sache steht den beiden noch im Weg.Die Auferstehung.Es ist Zahltag.Es ist … Showdown in Courage.


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    Ich muss gestehen, dass ich wirklich so gut wie keine Ahnung von Western habe, da ich sie nicht lese. Zuerst einmal fehlt mir der übernatürliche Aspekt und zweitens bin ich in meiner Kindheit durch Karl May geschädigt worden, welchen ich lesen musste, obwohl ich es nicht wollte.


    Horror-Western sind hingegen etwas anderes, und hier ist „Showdown in Courage“ der erste Roman in diese Richtung den ich jemals gelesen habe.


    Es beginnt, wie ich mir den Beginn eines Western so zusammenreime. Ein wirklich mieser Bösewicht, zwei recht „nette“ Jungs die einen Rochus auf den wirklich miesen Bösewicht haben, Frauen und Kinder die der wirklich miese Bösewicht foltert und drangsaliert und die Handlanger des wirklich miesen Bösewichts treten Stück für Stück auf und schaffen so ein recht gut nachzuvollziehendes Sittengemälde der damaligen Zeit.


    Zwischendrin gehen ein paar Sachen auf den Planeten nieder, welche aus dem All gekommen sind, und eine Armee von Untoten macht sich auf die Suche nach Happa Happa, also den lebenden Snacks, die von da an ums nackte Überleben kämpfen müssen.


    Soweit, so naja.


    Torsten Scheibs Schreibe kam mir zum ersten Mal in der Anthologie des „German Kaiju“ unter die Augen, und dort hat sie mir wirklich gut gefallen. Beim „Showdown in Courage“ war dies leider nicht der Fall, denn irgendwie vermisste ich hier fast alles, was mich an „Symbiogenese“ so fasziniert hat. Die Wortgewalt ist zwar auch hier präsent, doch irgendwie wollte sie mich nicht wirklich packen.


    Die Protagonisten blieben für mich starr und auch wenn man die Hintergründe eventuell gut recherchiert hat, anfreunden konnte ich mich mit keinem von ihnen.


    Auch die eigentliche Bedrohung bleib für mich stets außerhalb der Griffweite, denn auch wenn die Zombies hier Zombies sind, so sind sie nicht immer klar definiert und wandeln sich teilweise im Laufe der Erzählung von Schlurfern zu Sprintern. Auch ist die Art und Weise, mit denen man den Stinkern den Gar ausmachen kann, ein wenig zu sprunghaft den jeweiligen Verhältnissen angepasst.


    Im Nachhinein betrachtet, erscheint mir dieser Kurzroman das Erstlingswerk von Torsten Scheib zu sein, denn der oben erwähnte Beitrag im „German Kaiju“ hat mehr Klasse, ist besser durchdacht und auch stilsicherer geschrieben, als dieser Zombie-Western.

    Hammer Boox


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    Hinter_den_Winkeln_f.jpgDie Endzeit ist angebrochen – und niemand bemerkt es.

    Nur vier Personen können das Blatt noch wenden: eine schüchterne Autorin, deren Manuskript sich auf grauenhafte Weise verändert, ein vom Pech verfolgter Privatschnüffler, der einem okkulten Buch auf der Spur ist, ein mit einem fürchterlichen Mal gezeichneter Traumreisender sowie eine knallharte Söldnerin, die Jagd auf unaussprechliche Schrecken macht. Sie wissen nichts voneinander, befinden sich noch nicht einmal am gleichen Ort, und doch sind sie Teil derselben Mission.

    Jeder von ihnen wird in einen Strudel entsetzlicher Ereignisse gesogen, erlebt seinen ganz persönlichen Albtraum und muss darum kämpfen, nicht komplett den Verstand zu verlieren. Ihre Abenteuer führen sie ins beschauliche Neuengland, in die Urwälder Kolumbiens und auf das karibische Meer, doch dort endet die Reise nicht. Denn die größten Schrecken lauern jenseits der Grenzen dieser Welt – hinter den Winkeln.


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    Tom: Du, Fred, ich hab nixx mehr zu lesen, hast Du vielleicht was für mich?


    Fred: Hier, mein neues Buch „Hinter den Winkeln“. Könnte dir gefallen!


    Kurze Zeit später!


    Tom: Fred, ich wollte EIN Buch und nicht gleich VIER!


    Verwirrt? Gut!


    Um das alles aufzulösen, braucht es ein wenig Fingerspitzengefühl in den Formulierungen, denn ich möchte nicht zu viel von der Story an sich verraten.


    Zuerst einmal sind da die vier Misfits, welche den Lauf des Buches in ihren eigenen Geschichten bestimmen. Agnes, die Schriftstellerin, welche ein Manuskript verfasst hat, an das sie sich so nicht wirklich erinnern kann. Walter, der Ex-Cop, welcher sich mehr schlecht als Recht als Privatschnüffler verdingt und dem ein seltsamer Fall angetragen wird. Mark, der in der Psychiatrie versucht seine seltsamen Erscheinungen in den Griff zu bekommen und die Welt vor sich zu beschützen. Und Florence, die Söldnerin, welcher versucht einen gefallenen Kameraden zu rächen, aber bei der Suche nach dem Schuldigen in eine Welt gerät, die sie an ihrem Verstand zweifeln lässt.


    Klingt nach vier verschiedenen Geschichten an sich? Ja, denn das sind sie auch, und trotzdem hängen sie alle sehr eng miteinander verwoben zusammen.


    Zwar steht auf dem hinteren Klappendeckel „Die Endzeit ist angebrochen“, doch sollte man hier keinen Endzeitroman in Form einer Dystopie erwarten, denn dann wird man enttäuscht werden. Die hier erwähnte Endzeit dreht sich um vollkommen andere Dinge als die Apokalypse an sich, wobei auch das wieder nicht ganz richtig formuliert ist! „Hinter den Winkeln“ in eine genretypische Schublade zu stecken ist vollkommen unmöglich.


    Die Geschichte um Agnes ist Horror, die um Mark ist Fantasy, die um Walter ist eine lovecraftsche PI-Story und die um Florence ist Science-Fiction. Und auch wenn das vollkommen durcheinander klingt, so schafft Fred Ink es dennoch diese vier Genres in Einklang miteinander schwingen zu lassen.


    Die Schraubfeder der Spannung wird zuerst nur recht langsam angezogen, doch nach circa 2/3 des Buches ist Ink an dem Punkt angekommen, an dem er die Anteile von Brutalität und Ekelfaktor extrem anzieht. Verständlich, denn zu diesem Zeitpunkt sind die Helden bereits so tief im Schlamassel, das ich mich bis kurz vor dem Ende wirklich fragte, wie Ink die vier Erzählstränge denn nun zusammenführen würde.


    Auch wenn die vier Ebenen unterschiedlicher nicht sein könnten, so ist deren Zusammenführung am Ende des Buches nicht erzwungen oder gar unlogisch. Alles fügt sich nahtlos zusammen und man hat nicht das Gefühl etwas zu vermissen, denn die Geschichte ist abgeschlossen, auch wenn es einen losen Faden gibt, der aber für das Seelenheil des Lesers nicht wirklich unbedingt aufgerollt werden müsste.


    Am verständlichsten könnte ich erklären was mich während des lesen umgetrieben hat indem ich den Vergleich mit Michael Moorcocks Saga um den ewigen Helden ziehen würde. Und dies sage ich, ohne den Altvater der psychedelischen Fantasy damit herabwürdigen zu wollen. Ink schafft es, in diesen einen Roman so viele Dinge hineinzupacken – ohne das es wohlgemerkt überfüllt wirkt – wie Moorcock es in den vielen Büchern um seinen ewig inkarnierenden Weltenretter vermochte. Auch ist seine Sprache sehr angenehm und verfällt nicht in humorig wirkenden Pathos, da er sich auf das beschränkt, was den Leser da abholt – oder zumindest war es bei mir so – wo er abgeholt werden möchte.


    Erneut ist mir da ein kleines Juwel in die Buchsammlung gespült worden, welches meines Erachtens nach viel Aufmerksamkeit verdient hat. Wer also nicht vor gut vereinten Genremixen zurückschreckt, sollte hier definitiv ein Auge riskieren, denn es lohnt sich!


    Eigenverlag


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    Schwarze_Fledermaus_02_f.jpgEine merkwürdige Serie von Diamantendiebstählen im großen Stil erschüttert Chicago. Als ein Freund von Tony Quinn den ehemaligen Staatsanwalt um Hilfe bittet und kurz darauf offenbar Selbstmord begeht, greift die Schwarze Fledermaus ein.

    Doch der dunkle Jäger bekommt es mit einer unerbittlichen Verbrecherbande zu tun. Carol Baldwin wird entführt und Tony Quinn findet sich in einem Steinsarg wieder, aus dem eine Flucht unmöglich erscheint.


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    Die Juwelenhändler Chicagos sind in heller Aufruhr. Ein Diamantendieb geht in ihren Reihen um. Doch handelt es sich nicht um gewöhnliche Diebstähle, sondern um den Austausch von echten Diamanten gegen Strasssteine. Niemand kann sich einen Reim darauf machen und als ein befreundeter Juwelier den ehemaligen Staatsanwalt Tony Quinn aufsucht und ihn um Hilfe bittet, hält sich dieser zuerst dezent zurück. Als sich jedoch ein anderer Juwelier in seinem Büro durch einen Kopfschuss das Leben nimmt, wird die „Schwarze Fledermaus“ und ihr Team aktiv.


    Tony Quinns Alte Ego hat es genau so schwer wie er selbst. Die Polizei jagt die FLEDERMAUS und ein übereifriger Lieutenant bezichtigt den ehemaligen Staatsanwalt, der Vigilante mit der Affinität zu Microchiroptera zu sein. Quinn hat alle Augen voll zu tun, ihn auch weiterhin glauben zu lassen, er sei blind, was nicht immer so leicht vo statten geht, wie man sich das vielleicht vorstellen könnte.


    Zu Beginn das Romans, hatte ich das Gefühl, es sein ein wenig mehr Zeit verstrichen, im Leben des Teams gegen das Unrecht. Silk erwähnte das man sich schon zu lange ruhig verhalten hätte und auch die auftretenden Polizisten bemerkten mehrere Vorfälle mit der FLEDERMAUS, die nicht in „Der Anschlag“ stattgefunden haben.


    Die Vergleiche mit BATMAN sind nach wie vor unausweichlich, doch sind die Gadgets der SCHWARZEN FLEDEMAUS wesentlich geerdeter, als die des dunklen Ritters. Tony Quinn bedient sich einer „abgeklebten Taschenlampe“ um sich an einem vermeintlichen Tatort umzusehen und nicht irgendwelchen Dingen die eher Science-Fiction gewesen sind, zumindest zur damaligen Zeit.


    Da man, zumindest ich, schon einen guten Bezug zu den handelnden Figuren im ersten Roman gefunden hat, wird auch hier keine wirklich weiterführende Charakterbildung betrieben. Sicher sind die Personen stereotyp angelegt, aber man sollte nicht vergessen wann das alles geschrieben wurde und das wir uns im Comicbereich bewegen, welcher von einer Aufteilung in Gut und Böse lebt.


    Auch „Der Sarg“ ist Pulp-Unterhaltung ohne wen und aber. Nostalgisch, aber dennoch interessant.


    Blitz Verlag


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    Macimanito.jpgIn den tiefen Wäldern Minnesotas lebt etwas Uraltes. Etwas Böses. Und es ist hungrig. Du spürst seinen kalten Atem im Nacken, wenn der Wald die Luft anhält. Die Stämme der Cree nennen es Macimanito – Böser Geist. Manche denken, es sei der legendäre Bigfoot. Doch was ist tatsächlich für das Verschwinden zahlreicher Camper verantwortlich?


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    Fake Reality, Fake News, Fake Fake… Der Mensch will unterhalten sein – Brot und Spiele!


    So ist es also nicht verwunderlich, dass sich in der Welt des Macimaninto der Fake-Reality-Stream namens „Monster Hunter“ großer Beliebtheit erfreute. Da sich das Schiff jedoch im Sinken befindet, verließ der Kameramann der Serie die Crew, und so kam Jim zu dem mehr als fragwürdigen Vergnügen seine Stelle einzunehmen.


    Doch leider ist es nicht einfach, sich zwischen dem koksenden Regisseur und den drei Hauptdarstellern, einer mental vollkommen degenerierten Familie von Rednecks, zu bewegen. Da Jim auch noch Halbindianer ist, macht ihn dieser Umstand erst recht zum Prügelknaben der rassistischen Monsterjäger. Einzig durch den Zoologen, Fährtensucher und Berater der Produktion, Frank, erfährt er ein wenig Rückhalt im bösen Spiel.


    Das gibt in groben Zügen die Grundlagen der Geschichte um den Macimanito wieder, doch je tiefer man mit den Protagonisten in die Story eintaucht, desto vielschichtiger werden die Ereignisse.


    Als ich begann meinen ersten Roman von Ralf Kor zu lesen, hatte ich noch vor mich an meine Regel „Erstmal 50 Seiten lesen und dann eine Pause um alles sacken zu lassen!“ zu halten. Gelungen ist es mir nicht, denn ich habe das Buch hintereinander weg innerhalb eines Tages regelrecht verschlungen.


    Je weiter ich in der Seitenzahl voranschritt, umso mehr hatte ich das Gefühl mich eher in einem Film zu bewegen. Die Schauplätze sind plastisch genug geschildert um zumindest eine grobe Vorstellung von ihnen zu bekommen, ohne jedoch die eigene Vorstellungskraft außer Kraft zu setzen. Das gleiche gilt für die Charaktere, welche zuerst recht stereotyp wirkten, sich dann aber Stück für Stück mit dem Geschehen weiterentwickeln.


    Wenn man jetzt also den Macimanito mit einem Film vergleichen würde, müsste ich Parallelen zum „Punpkinhead“ – dem ersten Teil, welcher damals unter dem recht dümmlichen Titel „Halloween Monster“ in Deutschland veröffentlich wurde – ziehen, obwohl die Story vollkommen anders ist. Aber das Feeling beim lesen war für mich mit dem des damaligen ersten Sehens des Films identisch.


    Auch ist der Splatter und Gore Anteil des Buches recht gemäßigt, für ein Buch aus dem REDRUM Verlag. Das passt sehr gut zur Story, welche ohne die Effekthascherei durch das erzeugen eines Brechreizes während des Lesens perfekt auskommt. Macimanoto punktet mit seiner gut durchdachten Story und lebt vom perfekt ausgewogenen Spiel zwischen Action, Horror und Sozialkritik.


    Ralf Kor hat gut recherchiert, denn die Begebenheiten, welche er erzählerisch aus den Indianerreservaten anklingen lässt, entsprechen leider dem täglichen Leben der dortigen Einwohner. Einzig den „Winnetou“ hätte er sich sparen können, denn ich glaube nicht, dass man Karl May in Amerika so kennt, wie andere Westernschriftsteller.


    Wer einen Roman sucht, der auch aus der Feder eines der Großmeister der alten Schule stammen könnte, der wird hier fündig. Ich tue mich immer schwer mit solchen Superlativen, aber hier treffen sie nun einmal zu.


    Redrum


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    Schwarze_Fledermaus_01_f.jpgTony Quinn ist ein bekannter und gefürchteter Staatsanwalt, als ihn ein brutaler Überfall während einer Gerichtsverhandlung zum Krüppel macht. Er erblindet. Mit einem Schlag hat sich sein Leben verändert.

    Monate später verspricht eine geheimnisvolle und schöne Unbekannte Tony Quinn Heilung, stellt aber auch eine Bedingung. Unterdessen weitet der Unterweltboss Snate, der auch für Quinns Erblindung verantwortlich ist, seine Schreckensherrschaft in Chicago aus.

    Tony Quinn wird nach einer gewagten Operation zur Schwarzen Fledermaus, formiert ein schlagkräftiges Team um sich und rüstet zum Kampf gegen das Verbrechen.


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    Die „Schwarze Fledermaus“ erblickte in den USA bereits im Jahr 1933 das Licht der Pulp-Welt. Doch war ihrer ersten Inkarnation, aus der Feder von Murray Leinster (unter dem Pseudonym William Fitzgerald Jenkins) keine lange Lebenszeit beschert. Doch scheinbar hatte die erste Idee guten Nährboden gefunden, denn im Jahr 1939 begann der Verlag Thrilling Publications damit, „The Black Bat“ als Unterserie in ihrem Pulp-Magazin „Black Book Detective“ zu veröffentlichen. Verfasst wurden die Abenteuer von Norman A. Daniels (unter dem Pseudonym G. Wayman Jones). Diese Geschichten liegen der Sammlerauflage beim Blitz Verlag zugrunde. Die in Deutschland erschienen Heftromane waren beim Pabel Verlag beheimatet und schienen auch die Übersetzungsgrundlage für die hier besprochene Taschenbuchausgabe zu sein – zumindest lässt der heutzutage doch recht antiquiert anmutende Sprachstil, was auch nicht verwundert, dies vermuten.


    Soweit zur kurzen, unvollständigen und mächtig zusammengerafften Historie der „Schwarzen Fledermaus“…


    Der Staatsanwalt Tony Quinn geht im Chicago der 1930er und 1940er Jahre seines Amtes nach, als ein Gangster beschließt ihn ein für allemal unschädlich zu machen. Im Gerichtssaal wird ein Anschlag auf ihn verübt und seine Augen werden mit Säure verätzt. Tony hat Probleme sich mit seinem Schicksal abzufinden, bis ihn eines Tages unverhofft eine junge Frau besucht, welche ihm Hoffnung auf Heilung macht. Diese tritt auch ein und von da an spielt er weiter den erblindeten Privatier, welcher sich aber unter dem Deckmantel der „Schwarzen Fledermaus“ von nun an persönlich auf der Straße den Kriminellen Chicagos annimmt.


    Tony Quinn ist nicht BATMAN, auch wenn der dunkle Ritter in genau demselben Jahr das Licht der Comicwelt erblickte, wie es die zweite Inkarnation der Fledermaus um Pulp-Romanheft tat.


    Die Unterschiede sind markant, denn wo BATMAN auf seine Fäuste und sein Geschick setzt um die überlebensgroßen Gegenspieler außer Gefecht zu setzen, da greift die Fledermaus auch des Öfteren zu Schusswaffen.


    Auch sind die Gegner der Fledermaus, zumindest in diesem vorliegenden Roman, wesentlich geerdeter, als die des BATMAN. Der Oberbösewicht verfügt weder über Gadgets oder übernatürliche Kräfte, sondern ist ein „normaler“ Mensch aus Fleisch und Blut.


    Auch schart Tony Quinn ein Team um sich, das ihm, wie ähnlich bei THE SHADOW, hilft Dinge zu erledigen und Gegebenheiten wie Gegenspieler auszuspionieren.


    Alles in allem bietet dieser erste Roman der Serie ein spannendes Sittengemälde der damaligen Zeiten, da die Vorlage auch in dieser Zeit verfasst wurde. Also kann man davon ausgehen, das Ort und Leute authentisch sind und nicht im Nachhinein unzureichend recherchiert wurden.


    Der eingangs von mir erwähnte Sprachstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, fällt aber spätestens nach einem Viertel der Story nicht mehr wirklich ins Gewicht, denn so hat man damals wohl gesprochen.


    Auch wenn Tony Quinn NICHT BATMAN ist, so machen seine Abenteuer nicht weniger Spaß zu lesen, als die des dunklen Ritters.


    Blitz Verlag


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    Wo_das_Boese_lauert_f.jpgDeer Valley ist eine seltsame kleine Stadt. Immer wieder verschwinden hier Hunde und Katzen. Aber nun fehlt von dem zwölfjährigen Jude Brighton jede Spur.

    Die Bewohner von Deer Valley bereiten sich auf das Schlimmste vor. Denn vor Jahren verschwand hier schon einmal ein Junge. Nach Tagen fand man seine verstümmelte Leiche im Wald, doch nie seinen Mörder.

    Die Erleichterung ist groß, als Jude doch wieder zurückkehrt. Nur Steve merkt, dass mit seinem besten Freund etwas nicht stimmt. Dieser Junge ist nicht Jude!


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    Ania Ahlborn ist Stephen King!


    Nein, ich habe nichts getrunken und ich bin auch nicht auf Drogen! Zumindest jetzt nicht, als ich dies hier schreibe.


    Vor langer Zeit, habe ich mit dem Großmeister des Horrors gebrochen, wie man so schön sagt, aber dieses Buch atmet bereits auf den ersten zwei Seiten so viel King-Flair aus, das ich mich in die Glanzzeiten des Giganten des subtilen Horrors zurückversetzt fühlte.


    Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert, von denen jeder ein eigenes Kapitel der Geschichte abarbeitet. Teil Eins – welcher sich um Stevie, Jude, deren Familien und Umfeld dreht – hatte für mich beim Lesen das Feeling von „Stand by Me“. Der zweite Teil – in dem es um Rosie geht und in dem ebenfalls auch das Geheimnis um das rätselhafte Haus relativ aufgelöst wird – erinnerte mich in seinen Grundzügen an „Needful Things“. Sowie Teil Drei, in dem alles mächtig eskaliert.


    Stevie könnte ein ganz normaler Junge sein, wenn da nicht seine geistige Behinderung wäre, die ihn zwingt sich seltsam auszudrücken und Sachen zu sehen die nicht wirklich existieren. So hat er sich in einem „Anfall“ Teile seiner rechten Hand im Müllzerkleinerer des Spülbeckens entfernt, da er seine Finger für Würmer hielt. Ihm zur Seite steht sein Cousin Jude, welcher seit dem Tod seines Vaters mit der Welt an sich abgeschlossen zu haben scheint. Die beiden bilden ein dysfunktionales Freundschaftspärchen, welches sich aber auf den anderen irgendwie verlässt.


    Dann wäre da noch Rosie, die Frau eines Arztes, welche sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht. Als sie eine Totgeburt erleidet, unternimmt sie einen Selbstfindungstrip, der sie im späteren Leben mehr kosten soll, als sie sich vorstellen kann. Wo Stevies Welt noch halbwegs normal erscheint, ist Rosies Umfeld vollkommen aus der Bahn geraten und gerät recht schnell zu einem fast schon körperlichen wahrnehmbaren Alptraum.


    Ania Ahlborn versteht es gekonnt mit den Ängsten ihrer Protagonisten zu spielen. Jeder Gefühlsregung der handelnden Personen steht des Öfteren ein sarkastischer Nachsatz entgegen, welcher alles noch viel anschaulicher gestaltet, als man es nur durch die reine Beschreibung der jeweiligen Regung vermitteln kann.


    Stevies Gedankenwelt ist sehr mitreißend und man leidet mit dem Jungen, der ungewollt in ein Abenteuer verstrickt wird, welches ihm alles abverlangt, was er sich noch an geistiger Gesundheit hat erhalten können. Auch die Beschreibungen der jeweiligen Schauplätze ist so ausführlich und intensiv geraten, dass man den Rost der im Vorgarten von Stevies Stiefvater gesammelten Dinge förmlich riechen kann.


    „Wo das Böse lauert“ konnte mich nicht nur durch den ständig vorhandenen Horror fesseln, sondern auch durch die stets gekonnt angebrachten Wortspielereien, welche die Übersetzung ebenfalls ohne holpern und stolpern vermitteln kann.


    Fans von Stephen King werden hier bedient und auch die Fans von kreatürlichem Horror, sowie Psychothrillern, kommen voll und ganz auf ihre Kosten!


    Festa


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    Zombiecalypse_4_f.jpgDie Zombies bereiten den Überlebenden sieben Jahre nach der Katastrophe kaum noch schlaflose Nächte. Zwar ist ihr Blutdurst keineswegs gestillt. Aber sobald sie einem lebenden Menschen auf zwei Meter Nahe kommen, verwandelt sich ihr Verlangen in nackte Angst und sie schrecken zurück. Das Funksignal, das nahezu weltweit seit über zwei Jahren über unzählige Sender ausgestrahlt wird, macht es den Untoten unmöglich, die noch Lebenden direkt anzugreifen.Lange Zeit waren also nur noch Menschen die größte Bedrohung für Menschen.Doch die Evolution macht sowohl vor Flora und Fauna als auch Zombies nicht halt und sucht sich ihren Weg. Und es dauert nicht lange bis die Überlebenden der Spandauer Zitadelle es neben brutalen Gang-Mitgliedern auch mit einer neuen Art Zombies zu tun bekommt.


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    Teil Vier des Einteilers…?


    Was als Stand Alone angekündigt wurde, geht bereits in die vierte Runde und soll (angeblich) Ende dieses Jahres mit dem fünften Teil beendet werden.


    Was mich als Leser betrifft, so kommen mir die zusätzlichen Ausflüge in die Welt von Martin, Dalina, Emre, Buster und Co. sehr gelegen. Denn im vierten Teil der Serie ist es immer noch, als würde man nach Hause kommen, auch wenn man nicht wirklich in dieser Welt leben möchte – also zumindest was die Zombies betrifft.


    Doch sind diese hier nicht sofort sehr gefährlich, denn man hat das Gros der Schlurfer ja durch eine neue Frequenz „befriedet“. Die normalen Zombies halten einem Abstand von zwei Metern, wenn sie einem Menschen begegnen, aber Andreas Kohn wäre nicht Andreas Kohn, wenn er nicht erneut eine neue Unterart der Verrotter in die Waagschale werfen würde.


    Und es sind wieder nicht nur die Untoten, welche das Leben der restlichen Menschen erschweren. Diesmal gibt es auch eine Rockerbande, deren Chef sich vorgenommen hat die Alleinherrschaft von allem möglichen an sich zu reißen.


    Gerade dieser Punkt ermöglicht Andreas Kohn die Charakterbildung von Buster und Emre in ungeahnte Höhen zu lenken und sie noch mehr an den Leser heranzubringen.


    Nach wie vor ist von einem „großen Plan“ die Rede, welcher sich allerdings immer noch nicht so recht greifen lassen möchte. Zwar werden die Puzzleteile größer und es scheint sich so langsam alles zusammenzufügen, aber was der Virus letztendlich „im Schilde“ führt, kann man nur erahnen.


    Spannend bleibt es auch im vierten Teil, denn die ausweglosen Situationen lösen sich nicht wirklich befriedigend auf und der Feind, welcher neu erwacht ist, wird sicher auch im fünften Teil sein vermodertes Haupt erheben.


    Selbstverlag


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