Der Widerspenstigen Zähmung
Inhalt & Handlung:
Die 25jährige Jude Hayward hat bereits vor vielen Jahren ihr beschauliches Heimatörtchen Whilby verlassen, weil sie sich von der Kleinstadtidylle zu sehr eingeengt gefühlt hatte, wo jeder jeden kennt und sie immer schon als „enfant terrible“ gebrandmarkt war. ZU allem Überfluss hatte sie eine kleine Schwester, die in jeglicher Hinsicht perfekt zu sein schien. In den letzten Jahren hatte sie mal hier, mal da gelebt, einen in Insiderkreisen recht bekannten Musik-Podcast aufgezogen und sich mit allen möglichen Gelegenheitsjobs finanziell über Wasser gehalten. Bis zu jenem Tag, als sie die Hochzeitseinladung ihrer Schwester erhielt und nun für diese Hochzeit zwangsläufig doch in ihre verhasste Heimatstadt zurückkehren musste. Gleich zu Beginn macht sie die Bekanntschaft des gutaussehenden James Cartwright macht, den die aber recht ruppig abblitzen lässt. Als sich jedoch herausstellt, dass James der Sohn der Mitglieder der legendären Band „The Bellyaches“ ist, ändert sich ihre Einstellung zu ihm. Wild entschlossen, ihm bisher noch unbekanntes Informationsmaterial über seine Eltern zu entlocken, welches sie in einer Podcast-Folge zu verwerten gedenkt, greift sie zu hartnäckigen Flirtversuchen, um ihn zum Reden zu bringen. James, der der hübschen Jude grundsätzlich nicht abgeneigt ist, durchschaut ihr Unterfangen jedoch und blockt ab.
Als James aus der Not heraus gezwungen ist, Jude in seinem Café einzustellen, kommt, was kommen muss: die beiden kommen sich näher…
Schreibstil:
Mit viel Liebe zum Detail wird hier eine Kleinstadt beschrieben, sodass man sich diese geradezu plastisch vorstellen kann, was durch eine Grafik am Inneneinband des Buchcovers noch leichter einzuprägen ist. Im Hinblick darauf, dass es sich bei„The Pumpkin Spice Latte Disaster“ um den Opener einer Trilogie handelt, die gänzlich in dieser Stadt spielt, kann dies nur von Vorteil sein! Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jude und von James geschildert, was durchaus seinen Reiz hat, da man auf diese Weise Zugang zu der jeweiligen Gedankenwelt erhält und es amüsant zu erfahren ist, wie ein und dieselbe Handlung je nach Sichtweise eine andere Bedeutung erhält.
Charaktere:
Bei den Protagonisten handelt es ich um James und Jude, während James von der ersten Minute an sehr solide, geerdet und warmherzig erscheint, braucht man bei Jude etwas länger, um mit diesem Charakter warm zu werden, zu präpotent und nervend wird sie anfangs dargestellt, erst nach und nach Merkt man, dass auch sie das Herz am rechten Fleck hat, und letztlich nicht ganz so egozentrisch ist, wie sie in den ersten Kapiteln erscheint.
Cover:
Das Cover fällt alleine schon durch seine primär orange-rote Färbung auf, wobei die Farbgebung sicherlich bewusst so gewählt wurde, um den Titel auch optisch mit einem Kürbis in Zusammenhang zu bringen. Herbstliche Elemente unterstreichen dies zusätzlich.
Meinung:
Beim Lesen dieses Buches wähnt man sich unwillkürlich in einer Folge der Serie „Gilmore Girls“: . wobei man sich James genauso ruppig und sympathisch rüberkommt wie Luke in der Serie, nur Jude ist (zumindest anfangs) ein eher nervtötender Abklatsch einer Lorelei. Obwohl man ihre Motivation, Whilby möglichst rasch verlassen zu wollen, um die nötige Distanz von der Kleinbürgerlichkeit herzustellen, durchaus verstehen kann, kann man das Gehabe, das sie James gegenüber an den Tag legt, nicht so ganz nachvollziehen: diese Hartnäckigkeit aber auch Präpotenz, die sie an den Tag legt, um an Informationen über dessen Eltern heranzukommen, ist zum Teil fast schon abstoßend. Mag sein, dass dies insgeheim nur ein Vorwand ist, um sich den aufkeimenden Gefühlen für James nicht stellen zu müssen, aber nichtsdestotrotz wirkt Jude dadurch in höchstem Maße enervierend!
Persönliche Kritikpunkte:
Ich habe die ersten 15 oder 16 Kapitel sehr stark mit dem wirklich nervendem Gehabe der Jude gehadert und war nahe daran, das Buch abzubrechen, weil mich ihre präpotente Art, die an Egozentrik wohl kaum zu überbieten war, wirklich abgestoßen hat. Erst nach und nach wurde mir dieser Charakter sympathischer, und man konnte erkennen, dass sie selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatte, da sie Zeit ihres Lebens immer auf der Flucht davor war, echte Gefühle zuzulassen. Auch wenn Buch im ersten Abschnitt einige Längen zeigt, bin ich trotzdem neugierig geworden, womit wohl die Teile zwei und drei der Trilogie aufwarten werden!
Fazit:
Ein Buch, bei dem man letztlich belohnt wird, wenn man sich durch die ersten 15 Kapitel ein wenig durchquält!