Beiträge von Captain

    Dimitri und Martin an der Bar zauberte ein Schmunzeln ins Gesicht.

    Zwei so unterschiedliche Personen sind wunderbar getroffen und entwickelt worden.

    Ja, großartig, nicht wahr? Captain hatte viel Spaß daran, dass er nun endlich einmal Martin jemanden aufs Glatteis führen durfte ...

    Über Dein Schmunzeln freue ich ganz besonders und jetzt im Nachhinein verursacht das auch Spaß. Nur zu dem, was Alex zur Entstehung dieser Passage sagt, muss ich ergänzen, dass ich mich daran erinnern kann, an dieser Szene echt lange gewerkelt zu haben. Etwa so, als wenn Autoren von sich behaupten, sie hätten eine Schreibblockade. Aber mit dem richtigen Schubser von meiner Fachfrau ist es wohl dann doch gelungen. :)

    Sollte Martin nicht an einer Stelle vor ihr gewarnt werden, da er ihr nicht gewachsen wäre ? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das in einem Gespräch zwischen Dimitri und Sanne ein Thema war.

    Dein Gefühl Rebecca nicht zu trauen trügt nicht! Genau dieses Unbehagen, verbunden mit der latenten Frage: "Was kommt da noch zum Vorschein?", sollte erzeugt werden. Wir hatten mit Dimitris unmissverständlicher Warnung an Martin (Kapitel 18) beabsichtigt, diese Spannung noch weiter zu erhöhen.

    Ich finde, es kommt auch gerade in diesen Szenen gut rüber, dass die beiden eine Art "verlorene Seelen" sind, die in Spitzbergen alles hinter sich lassen wollten. Diese Liebesbeziehung war/ist also so etwas wie eine Art Anker für die beiden, was es noch intensiver für sie macht.

    Das hast Du sehr schön gesagt, da hüpft ein Autorenherz. Und mal ehrlich, abgesehen von den besonderen Umständen und dem besonderen Ort der Handlung, sind Rebecca und Martin ja auch noch nicht soooo alt, dass sie sich nicht mehr der körperlichen Leidenschaft hingeben können. Nicht nur weil die Menschen heutzutage gesünder und länger leben, funktioniert DAS noch ziemlich lange (habe ich mir sagen lassen;)).

    Rebecca zu googeln war schon grenzwertig, aber sich dann bei Frieda so zu verraten war echt doof.

    Ja, Martin ist Wissenschaftler durch und durch. Was dazu führt, dass für ihn das echte Leben hin und wieder kompliziert ist. Die Google-Recherche passt nicht zu ihm, Punkt. Wir haben abgewogen inwieweit Martin dazu fähig ist, bei all seiner Rationalität. Er ist aber auch ein Mensch in einem besonderen Spannungsfeld und da passieren Fehler.

    Ihr seid dort bestimmt auch selbst bei so einer Schlittenhundefahrt mitgefahren, oder?

    Richtig! Alex und ich bildeten mit 5 Hunden ein Team, das als Teil einer kleinen Karavane (4 Schlitten) einen Tag lang eine Exkursion zu einer Gletscherhöhle unternahm. Das Arbeiten mit den Vierbeiner in dieser einzigartigen Landschaft unter arktischen Bedingungen war grenzenlos faszinierend. Bei minus 15 Grad, leichtem Schneetreiben und mäßiger Sicht in einem Gebiet unterwegs zu sein, das zumindest an diesem Tag noch kein Mensch berührt hat, verursachte einzigartige Gefühle. Dazu die Akustik. Nur das Hecheln der Hunde und das weiche Knirschen der Kufen im pulvrigen Neuschnee, der reichlich über Nacht gefallen war, konnte man hören. Es ist ganz und garnicht so, dass man nur auf dem Schlitten steht und sich ziehen läßt. Die Fellkameraden geben einen schon Bescheid, wenn es an der Zeit ist wieder mitzuarbeiten. Und das kommt recht häufig vor. An Frieren ist da nicht zu denken.

    Dass ein spröder Langweiler von Prof eine amour fou erlebt und das so weit ab von der Welt ist schön zu lesen. Vor allem dieser innere Kampf zwischen Bauch und Hirn.

    Das wird Captain sehr erfreuen

    Das tut es wirklich, denn genau das war die Absicht. Es ist einfach schön zu lesen, wenn der Martin dann auch als Kopfmensch rüber kommt. Dieser von Dir erkannte Bauch-Hirn-Kampf erinnert mich wieder an einen kleinen, ständig schwelenden Disput zwischen mir und Alex. Ihre Rebecca sollte ursprünglich etwas forscher in diese Beziehung steuern. Das war für mein Martin nicht ohne weiteres annehmbar. Scheinbar haben wir einen guten Kompromiss gefunden.

    Die Personen finde ich sehr gut beschrieben, ich hatte das Gefühl als würde ich ihnen begegnen. Mein Liebling ist Martin - vermutlich, weil ich neun jahre in Tübingen gewohnt habe und Informatik Leistungskurs hatte.

    Breumel


    Da habe ich wohl mit meiner Recherche ein gutes Händchen gehabt. In Tübingen war ich noch nie, dennoch habe ich Martin dorthin verortet. Diese Figur ist meine Erfindung und ich freue mich riesig, dass sie gleich am Anfang so gut punktet. Für Martin hatte ich kein Vorbild aus dem "richtigen" Leben, jedoch schwebten mir einige Charaktereigenschaften vor, die ihn dominieren sollten. Daran habe ich dann ziemlich lange herum geschraubt. Tatsächlich war er dann fertig, also erwachsen, noch bevor das erste Kapitel begonnen wurde. Ich hoffe er hält bis zur letzten Zeile seine Form.

    ...Wie ist das denn dort eigentlich mit der Verständigung, wenn so viele verschiedene Menschen dort leben? Wird dann Englisch gesprochen oder können alle Leute dort Norwegisch?

    Rouge

    Auf den Punkt gebracht: Dort wird meistens Englisch gesprochen. Es lebt zwar eine größere Gruppe Norweger auf dem Archipel, aber noch größer dürfte die Zahl der Ukrainer sein. Sie wohnen vorwiegend als Arbeitnehmer in Barentsburg, einer russischen Siedlung, etwa 60 Km vom Hauptort Longyearbyen entfernt. Mancher wird sich fragen: Russen/Ukrainer? Spitzbergen (Svalbard, norwegisch für kalte oder kühle Küste) ist eine steuerfreie und entmilitarisierte Zone und wird von Norwegen administrativ verwaltet. Der Spitzbergenvertrag von 1920, den etwa 50 Staaten weltweit unterzeichneten, regelt die notewendigen Details, für die bis dahin staatenlose Inselgruppe. Daher erklärt sich zum Teil die internationale Zusammensetzung der Bewohner. Noch einmal zurück zur Sprache. Auch auf dem norwegischen Festland selbst gilt das geflügelte Wort: Alle, außer Säuglinge und Hochbetagte sprechen Englisch.

    ....und es ist total spannend, was ihr über das gemeinsame Schreiben berichtet. Ich stelle mir das gerade als privates Paar gar nicht so einfach vor. ..

    Ayasha


    Ist es auch nicht, aber EINFACH kann jeder. Die Kunst, oder besser gesagt der Kooperationsinn liegt darin, sich das Ziel immer wieder vor Augen zu halten. Und das hatten wir festgeklopft bevor der erste Buchstabe auf die Festplatte gebracht wurde.;)

    Moin zusammen,


    Eigentlich wollte ich mich aus der Leserunde raushalten. Da das Intro das ausschloß, dachte ich, lass es ruhig angehen und antworte, wenn es sich nicht umgehen läßt.:/ Auch nicht gut! Jeder entwickelt sich weiter, daher: Ich freue mich das es diese Leserunde gibt und hoffe dazu beitragen zu können.


    Hallo Rouge ,


    Ja so ist sie die liebe Alex, immer direkt und unmittelbar. Zur Frage der Schreibpraxis:


    Tatsächlich haben wir zeitgleich in einem Raum vor unseren "Schreibmaschinen" gesessen und wechselseitig ein Kapitel nach dem nächsten erzählt. Gegenseitiges Vorlesen, Hinterfragen, manchmal auch kritisieren, gehörte genauso dazu, wie das Abstimmen der folgenden Episoden. Wenn eine Stimmung in einem Kapitel aufgebaut werden soll, die im folgenden dann vom anderen Autor zum Höhepunkt geführt werden muss, dann geht es nicht ohne Reden. Davor, während und danach.

    Für mich war diese Art des gemeinsamen Schreibens disziplinierend und motivierend zugleich. Eine Variante: Du sitzt seit einer Stunde vor einem kleinen Absatz, dessen Formulierung dir einfach nicht gelingen will und zeitgleich hörst Du einen konstanten Strom des Tastenklapperns deines Partners. Das fertige Buch beweist, dass ich nicht weggelaufen bin.;)