Agentinnen
Während des 2. Weltkriegs benötigte Churchill Agentinnen in Frankreich. Doch was waren ihre Geschichten? Das wird exemplarisch in „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beschrieben.
Pat war in den 40er Jahren als Agentin in Frankreich aktiv. Doch was kann und will sie über die Zeit berichten? Das muss sie sich fragen, als BBC Redakteurin Gwen sie um ein Interview bittet. Doch es hängt mehr damit zusammen als es scheint…
Ich finde das Thema per se spannend. Mit Agentinnen verbinde ich Spannung und aufregende, interessante Tätigkeiten. Damals ging es zusätzlich um Verrat, Fremdenfeindlichkeit und Spitzel. Dieses Thema hat Elisabeth Sandmann feinfühlig in ihrem Roman eingearbeitet.
Pat passt zu dem aufregenden Tätigkeitsfeld. Sie ist reserviert, bedacht und wirkt ein wenig übervorsichtig in der Gegenwart. Das alles sind Merkmale einer guten Agentin. Die Geschichte, die sich entsprechend zu ihr entwickelt, ist sprachlich authentisch und anschaulich erzählt. Wobei der Part der Gegenwart mehr von Entdeckungen und den Tagebuch Einträgen von Gwens Oma, ebenfalls Spionin, lebt. Der Vergangenheitspart lebt vom Drahtseilakt zwischen Spionage und Freundschaft, Liebe und Verrat sowie der Beziehung zur eigenen Familie während der Kriegsjahre.
Auch wenn spannende Themen besprochen werden zieht sich die Handlung streckenweise. So wird seitenlang Pats Interessenkonflikt in der Gegenwart beschrieben, ohne das es zur Handlung beiträgt. Das finde ich sehr schade.
Insgesamt bekommt der Roman vier Sterne und eine Leseempfehlung für die Themen Spionage und Feminismus unter Churchill.