Beiträge von Cookiemonster

    Deswegen ist ja "Verbrechen und Strafen" auch die neue Übersetzung, die wohl ganz nah/näher am Original ist.


    Aber ich glaub wir sind irgendwie alle einer Meinung, diskutieren aber die Details aus. Interpretationsfragen zu den Feinheiten des Übersetzens. :lache

    Zitat

    Original von Nicole


    Was mich ungeheuer an diesem Beitrag gestört hat: die mehrfache Betonung, Leroy sei der Erste, der Zelda Gerechtigkeit widerfahren ließe. Ich habe mehrere Zeitschriften-Artikel aus den 1990ern, die Zelda und die Ehe mit Scott ganz ähnlich schildern, dabei aber auf eine solch drastische Darstellung verzichten.


    Und auch Nancy Milfords großartige, einfühlsame Biografie von 1970 scheint mir ein realistischeres Bild zu zeichnen.
    (gibt's leider nur noch gebraucht; ich hab hier mal die deutsche Ausgabe angegeben; ich habe die englische gelesen).


    Aber vor allem ist das doch keine Biografie, sondern ein Roman mit vielen frei erfundenen Passagen. Das sagt der Autor doch sogar selbst.


    Also ich habe jetzt mehr als die Hälfte gelesen und mir geht es wie dir, Nicole. Ich weiss nicht was ich von dem Buch halten soll. Ich lese es auf französisch und mir gefällt Leroys Sprache nicht. Ich finde sie zu gestelzt und zu gewollt "hip", aber irgendwie auch zu trivial, ganz komisch. Die Erzählweise ist ja gar nicht mal so schlecht, zwischen den Flashbacks und Zeldas "jetzt", also 1940. Stellenweise ist mir das aber auch zu abgehackt. Ich denke dass ich weiterlese weil mich einfach Zelda und Scott interessieren, nicht so sehr weil mir das Buch so gefällt. Würde es darin um Hinz und Kunz gehen fände ich es total und komplett uninteressant.
    Naja, ich lese erstmal mein LR-Buch und dann gehts weiter. Ich meld mich nochmal wenn ich fertig bin.


    Übrigens möchte ich die Biografie von Kyra Stromberg im Anschluss lesen. Wo halt nicht wild fabuliert wird. ;-)


    :wave

    @ Diskussionsfreunde: ich wollte nur mal meine 2 cent einwerfen. Ich habe Übersetzung an einer sehr anerkannten Übersetzerschule studiert (ohne jetzt die Weisheit für mich gepachtet zu haben) und da hatten wir den Fall von Dan Brown's "Da Vinci Code" diskutiert, weil da der Autor nämlich den Louvre willkürlich in Paris plaziert hat. Der französische Übersetzer hat das korrigiert, zurückgemeldet, und soweit ich weiss ist es jetzt auch im Original korrekt.


    Ein guter Übersetzer ist sehr wohl auch ein wenig Mitautor des Textes, einfach weil es nun mal keine (guten) 1:1 Übersetzungen geben kann. Ich denke da an Übersetzungen aus dem Japanischen, wo die Sprache und die Schrift viel mehr Interpretationsebenen bieten als unsere. Da muss der Übersetzer dann versuchen etwas ähnliches auf Deutsch (oder Englisch) umzusetzen. Natürlich muss der Übersetzer dann auch ein Gespür für den Unterschied zwischen inhaltlichen und absichtlichen Fehlern haben. In meiner Sicht ist es durchaus legitim in einer deutschen Übersetzung das Eintrittsalter in den BDM zu ändern.


    Zudem ist Übersetzen nicht umsonst eine Kunst die manchmal schwieriger als die Schriftstellerei ist. Da kann einiges schief gehen, ich denke da an die grausige (meine Meinung) deutsche Übersetzung vom "Schatten des Windes" und an die wunderbare Umsetzung im Französischen.


    Disclaimer: personal view, Cookie möchte niemandem zu Nahe treten. :keks


    Edit: abgesehen davon finde ich die Leseprobe auch nicht so prickelnd, um mal wieder zum Thema zurück zu kommen.

    Clio : Du meinst bestimmt Briony, oder?


    Ich habe "Abbitte" vor ein paar Monaten gelesen und bin immer noch ein wenig unsicher wie ich es nun fand. Jedenfalls lasse ich mir Zeit bis ich den nächsten McEwan lese.
    Ich hätte das Buch gen Anfang hin fast abgebrochen, einfach weil mich der Teil mit Briony's Trauma tierisch auf die Nerven ging. Den Teil fand ich ohne Schwung, langatmig und öde. Und vor allem Briony hat mich richtig aggressiv gemacht, etwas was mir beim Lesen in dieser Intensität noch nicht passiert ist.
    Doch ich habe mich überwunden und weiter gelesen und ab Teil 2 fand ich den Roman wunderschön, spannend und konnte auch endlich McEwan's Stil geniessen. Auch die "Auflösung" fand ich sehr gelungen (und die mise en abyme vom Buch im Buch...!) und ich kann absolut nachvollziehen dass "Abbitte" schon jetzt ein moderner Klassiker ist.
    Dennoch bin ich immer noch verwundert wie sehr ich den ersten Teil nicht mochte und den Rest regelrecht verschlungen habe. Irgendwie habe ich aber auch den Eindruck dass dieser Bruch von McEwan bewusst geplant war. Tja, was Unwissenheit und Naivität und diese englische Verklemmtheit anrichten kann...

    Über den Autor (von Amazon):


    Über den Autor
    Morten Ramsland, geboren 1971, studierte Dänisch und Kunstgeschichte. Neben seinen Romanen veröffentlichte er Gedichte und eine Reihe von Kinderbüchern. Morten Ramsland lebt bei Aarhus, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Hundsköpfe ist das dänische Buch des Jahres 2005 (Preis der Leser), das außerdem mit dem Goldenen Lorbeer (Preis der Buchhändler) ausgezeichnet wurde.


    Meine Inhaltsbeschreibung:


    Opa Askild hat seit dem 2. Weltkrieg eine Schwäche für Jazz, Kubismus und Hochprozentiges. Oma Bjork hat einen Eissplitter im Herzen der sie zwingt immer Wolljacken zu tragen und sammelt Arztromane. Neffe Appelkopp verliebt sich und wird dennoch Matrose. Sohn Niels, oder Segelohr, hört mit seinen Ohren mehr als alle anderen und beherrscht die Kunst des "Glockenspiels" wie keiner. Sohn Knut will erst wiederkommen wenn er Askild zusammmenschlagen kann und eifert Appelkopp nach. Tochter Anne Katrine lernt erst sehr spät sprechen. Und dann gibt es da noch die Kinder von Segelohr, die die Familiengeschichte neu aufrollen und versuchen den Familiengeheimnissen auf die Spur zu kommen. Denn Oma Bjork liegt im Krankenhaus und verliert langsam ihre Erinnerungen an Hundsköpfe, an zahlreiche Umzüge in Norwegen und schliesslich von Norwegen nach Dänemark.
    Eine nordische Familiensaga, eine Art maskuline "Hannas Töchter".


    Meine Meinung:


    Mir hat "Hundsköpfe" sehr gut gefallen. Ramsland versteht es humorvoll mehr als ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte aufzurollen, die sich zwischen Norwegen und Dänemark abspielt, die von Liebe, Enttäuschung, Gewalt, Wahnsinn und Alltag erzählt. Wie Douglas Coupland so schön sagt: "all families are psychotic". Jeder hat seine Macke und seine Verletzungen, die die anderen auch mit tragen müssen.
    Skurill, lustig aber auch tragisch werden uns Episoden aus dem Leben dreier Generationen erzählt, es wird Familiengeheimnissen auf die Spur gegangen.
    Was nicht rekonstruiert werden kann, wird nacherfunden, auch so entstehen Familienlegenden. In der Presse wird Ramslands Werk mit dem "Geisterhaus" verglichen, ich würde es eher mit Marianne Frederikssons "Hannas Töchter" vergleichen, nur dass halt hier auch der Humor nicht zu kurz kommt, und dass eher der männliche Zweig der Familie "erzählt wird".
    Wer Familiensagas mag, wer auch mit Kruderem umgehen kann, wer keine schnelle Handlung braucht, der ist hier richtig.
    Ich würde 8 von 10 Punkten vergeben.

    OT: The little lady agency


    Meine Kurzbeschreibung:
    Melissa ist eine perfekte kleine Lady der 50er Jahre: herzensgut, ein wenig schüchtern und unbeholfen, mit Stundenglasfigur und perfekten Manieren. Leider lebt sie in unserer modernen Welt, die ja mal so gar nix für kleine Ladies übrig hat: Melissa wird immer wieder entlassen und auch ihre Liebesgeschichten enden eher nachteilig für sie. Zudem muss sie noch mit ihrer verrückten Familienbande klar kommen, die die gutmütige Mel immer ausnutzen.
    Eines Tages hat Melissa die Nase voll und setzt ihre Geschäftsidee durch: von nun an ist sie die toughe "Bombshell" Honey, eine Art Nanny für erwachsene Männer...


    Meine Meinung:
    Also...mir hat das Buch gut gefallen. Die Meinungen bei Amazon gehen ja sehr auseinander, und ich glaube auch dass dieses Buch nicht was für jeden ist.
    Wer aber den Mut hat, über die ersten, zugegebenermassen "langatmigen" Seiten hinweg zu lesen, wer fasziniert ist von den Glamour-Ikonen der 50er und wer auch für "liebe" Mädchen was übrig hat, wird von dem Buch bezaubert sein. Man wird stellenweise an Mary Poppins, aber auch an die Schnäppchenjägerin erinnert, Mel/Honey ist eine liebenswerte Protagonistin, die weit entfernt davon ist perfekt zu sein. Man lernt ein paar Etikette-Regeln, man schmunzelt über die Fettnäpfchen in die Mel tritt und man wünscht sich auch so eine sexy Frau wie Honey zu sein.
    Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, und man erfahrt nicht schon gen Mitte des Buches wer der Auserwählte ist. Zudem werden Themen wie Familienkonflikte, Selbstwertgefühl und Beziehungen zwischen den zwei Geschlechtern augenzwinkernd thematisiert.
    Wer also Lust auf ein charmantes, prickelndes Buch hat, für ein langes Wochende auf dem Sofa, der ist hier richtig.
    Definitiv kein Jahreshighlight, aber ich habe mir den Nachfolgeband, Little lady, big apple (Amor macht schon wieder Ärger) sogleich bestellt und das will ja auch was heissen.


    Ediths wegen Rechtschreibfehlern :wow

    Judith Lennox; All my sisters; 1,5
    Petra Durst-Benning; Die Samenhändlerin; 1
    Astrid Fritz; Der Ruf des Kondors; 5; abgebrochen
    Stephenie Meyer; Twilight; 1,4
    Stephenie Meyer; New Moon; 1
    Charlaine Harris; Dead like a doornail; 1,5
    Charlaine Harris; Definitely dead; 2
    Charlaine Harris; All together dead; 1,5
    Stephenie Meyer; Eclipse; 1
    Sebastian Fitzek; Der Seelenbrecher; 2
    Morten Ramsland; Hundsköpfe; 2
    Hester Browne; The little lady agency; 1,5
    Gilles Leroy; Alabama song; 3,7; noch nicht beendet


    Will mal wieder kein Highlight nennen, es war aber, dank Semesterferien ein toller Lesemonat!

    Also ich will das Buch definitiv auch noch lesen.
    Was WW2 aber angeht werde ich erst "Suite francaise" von Irène Némirovsky und The Lost von Daniel Mendelsohn lesen. Liegt beides schon in meinem RUB.
    Littells Werk werde ich mir auf französisch holen, wenn ich mal wieder im Nachbarsländchen bin.


    Mir wurde in Verbindung mit den "Wohlgesinnten" übrigens auch "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle empfohlen. Nach dem Motto "Merle kann was Littell versucht hat".

    Zitat

    Original von Wolke


    Superidee, nur ein winzige Bitte hätte ich dabei. Bitte schickt uns dann auch alle zusammenlegbaren Links und nicht nur einen und dazu den Kommentar: "Bitte zusammenlegen, Thema gab es schon". Solche e-mails bekommen wir nämlich in schöner Regelmäßigkeit und ich darf mich dann auf die Suche machen..... :fetch


    Na bitte, sowas ist doch super. :wave @ Wolke.


    Whisky , über deine Beiträge bei Meinungsfragen amüsiere ich mich immer prächtig. Das darfst du so interpretieren, wie du möchtest. Und jetzt halt ich die Klappe.

    Also ich finde das alles nicht so wild. Datenmüll hin oder her, die meisten Threads schaue ich mir bei mangelndem Interesse nicht an.
    Und ich finde es nicht so prickelnd, eine Jungeule, die gerade geschlüpft ist anzugehen, weil "das Thema hatten wir schonmal, bist du zu blöd um zu suchen?!". Klar gibt's auch dreiste Neulinge, aber die sind doch eher selten. Und nach einem netten Hinweis gibt sich dann auch Einiges.


    Zudem rege ich mich generell nicht so gern über Sachen auf, die sich nur ändern würden, wenn das hier ein ganz exklusiver Club werden würde. Und das wünsche ich mir persönlich nicht. Bei so vielen Usern ist es klar dass nicht Alle die gleiche Vorstellung davon haben, was interessant ist.

    Und was ist deine Meinung zu dem Buch, also ausser dass der Autor sich von der Naziszene distanziert? :wow


    Abgesehen davon: Noch ein Buch das ich definitiv nicht lesen will. Ja, wenn das Wort N..i aufkommt, vergeht mir die Lust KOMPLETT.