Beiträge von Cookiemonster

    Also ich würd mich auch Seerose anschliessen.


    Für mich war Troposphäre eines der Highlights diesen Jahres. Warum?


    Nun, Ariel Manto, die Protagonistin liebt Bücher. So sehr dass sie ihr letztes Geld für eine verschwunden geglaubte Version eines Buches ausgibt. Sie ist so weit entfernt von der perfekten Heldin wie es nur irgendwie geht: Doktorandin ohne Aufgabe (da ihr Professor verschwunden ist), sie kämpft mit sich selbst, ihrem Selbstbild und dem Leben, hat merkwürdige Sexgeschichten und faszinierende, nicht alltägliche Gedankengänge.
    Bei dem Wort "Physik" bekomme ich normalerweise Pickel, aber Scarlett Thomas verpackt das Thema so gekonnt und spannend, dass es sich extrem interessant liest. Schon mal was von Schrödingers Katze gehört? Jetzt kann ich es erklären. Die Geschichte von Ariels ansteigender Faszination mit dem Werk eines geheimnisvollen Autors ist ein Mix aus schöner Prosa, abgefahrenen Ideen, philosophischen und physikalischen Exkursen, und eine Lovestory steckt da auch noch ein wenig drin. Es ist ein Buch über die Wirklichkeit, die Realität, die Diversität dieser und über Parallelwelten, ein Buch über den Glauben und über die Bessessenheit von einer Idee. Ein Buch das vom Erzählstil fast viktorianisch anmutet.
    Mein einziger Minuspunkt wäre das Ende des Buches, das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.


    Für mich ist es also definitiv eine heisse Empfehlung. Allerdings glaub ich auch dass es definitiv ein Buch ist das nicht jedem gefallen kann (soll).

    Na dann...es gibt vieles was ich nicht kann.


    - Die F.... halten wenn es brenzlig ist: egal ob im Streit ob bei akuter Mitmenschnervgefahr: Cookie labert weiter (und sich in ihr eigenes Grab).
    - Auto fahren: habe keinen Führerschein.
    - Italienisch, Chinesisch, Arabisch, Schwedisch etc.
    - Ein Instrument spielen (leider)
    - Fliegen, unter Wasser überleben, Wände hochklettern, einen Nobel-Preis gewinnen.


    Aber glücklicherweise kann ich auch manches!

    Die englische Ausgabe ist wirklich empfehlenswert: so eine klare, schöne Sprache! :anbet


    Ich musste meinerzeit das Buch im Englischunterricht lesen und fand es doooooooof. Natürlich war ich jung und dumm und hatte das Buch nicht ansatzweise fertig gelesen.
    Dieses Jahr habe ich es wieder probiert und ich finde dass es definitiv den Titel "Klassiker" verdient hat.
    Für mich ist es ein Buch über Lebenslügen: wie man sich selbst anlügt und somit auch die anderen, und wie man sich dadurch ins Unglück stürzt. Denn letztendlich ist Gatsby das: gescheitert an seiner eigenen Lebenslüge. Da gibt es kein Entkommen und kein wieder-gut-machen.
    Es ist definitiv ein Roman der in mir nachklingen wird und Lust auf mehr macht.


    "Tender is the night" liegt schon im SuB.

    Kurzbeschreibung von Amazon:
    Die herzerwärmende Geschichte zweier ungleicher Schwestern mit magischen Fähigkeiten


    »Man nehme eine Prise Ringelblume, um das Gefühl anzuregen, einen Schuss Löwenmäulchen, um böse Einflüsse abzuwehren, und ergänze das Gemisch mit Rosenblättern, um der Liebe zu schmeicheln.« Dies ist eines der Rezepte von Claire Waverley, die einen florierenden Partyservice besitzt. Das Geheimnis ihres Erfolgs ist die Verwendung von essbaren Blumen aus dem heimischen Garten, die eine magische Wirkung ausüben. Claire steht damit in der Tradition der Waverley-Frauen, die schon immer über eine besondere Gabe verfügten und in das Schicksal der Menschen eingreifen konnten. Claires eigenes Leben ist allerdings wenig zauberhaft - sie hat sich ganz in ein altes Haus in Bascom, North Carolina, zurückgezogen und wehrt sich gegen alles, was neu und anders ist. Doch eines Tages wird Claire jäh aus ihrer Ruhe herausgerissen: Sydney, ihre jüngere Schwester, steht zusammen mit ihrer Tochter Bay vor der Tür und sucht Zuflucht. (gekürzt, weil ich nicht zu sehr spoilern will).


    Meine Meinung und Fazit:
    Ein ganz bezauberndes Buch!
    Ich habe das Buch Abends angefangen und konnte es nicht wieder weglegen bis ich fertig war. Zwei grundverschiedene Schwestern, ein charmantes Südstaaten-Städtchen, ein Apfelbaum, schmerzhafte Erinnerungen, Liebe und magische Blütenblätter, darum geht es in diesem herzerwärmenden, feel-good Roman. Der Stil der Autorin ist einfach aber schön, die Geschichte besticht durch ihre Originalität, Naturverbundenheit und die gewisse Prise Magie und man schliesst die Protagonistinnen schnell ins Herz. Mehr erwarte ich nicht von einem Buch. Natürlich ist das nun keine tiefschürfende philosophische Abhandlung, aber manchmal tun es ja auch die kleinen, süssen Sachen des Lebens. Wer "Chocolat" und Alice Hoffmann mochte, wird dieses Büchlein lieben. Und über essbare Blumen lernt man auch noch etwas. Anstatt Schokolade also genau das richtige für einen schönen Herbstabend auf dem Sofa.
    Auch hier lohnt sich wieder die Lektüre auf Englisch (OT: Garden Spells).

    OT: This charming man


    Kurzbeschreibung von Amazon:
    Vier Frauen, ein Mann, ein Racheplan


    Was kommt dabei heraus, wenn ein umwerfend charmanter Mann mit dunklem Geheimnis versucht, vier Frauen gegeneinander auszuspielen?


    Lola scheint sich den Traummann gesichert zu haben: Paddy de Courcy ist charmant, mächtig und unglaublich gut aussehend. Und er gibt seine Verlobung bekannt! Nur leider mit einer anderen ... Lola ist am Boden zerstört. Wie gut, dass eine Freundin ein kleines Häuschen an der wilden irischen Westküste hat. Dorthin zieht sich Lola aus dem allzu hektischen Dublin zurück und trauert erst einmal ausgiebig. Wunderbar blutrünstige Filme wie »Kill Bill« oder »Dirty Harry« lassen sie langsam wieder zu Kräften kommen. Und die Locals sind zwar ein bisschen merkwürdig, aber auch gar nicht so ohne ... Dann wird Lola unvermutet von einer Leidensgenossin aufgestöbert. Auch der Journalistin Grace wurde von Paddy übel mitgespielt. Sie überzeugt Lola davon, dass sie sich verbünden und zum Gegenangriff übergehen müssen. Paddy hat nämlich ein sehr dunkles Geheimnis.


    Meine Meinung:
    Ich muss ja gestehen dass ich Marian Keyes sehr mag. Für mich sind ihre Bücher eine Art Balsam für die Seele, frau fühlt sich einfach verstanden von ihr. Ich weiss auch, dass viele Eulen meine Meinung nicht teilen und dass dieses Buch auch bei Amazon nicht die besten Rezis bekommen hat.


    Ich fand es toll. Warum? Zum einen mag ich Keyes' Art die Protagonisten zu Worte kommen zu lassen: Lola, die Flippige schreibt tagebuchartige Einträge, Marnie, die so ein kleines Problem hat, wird mit viel mehr Kühle beschrieben, Grace, die Abgeklärte wiederum wird aus einer Erzählperspektive geschildert. Zum anderen lese ich gerne Chick Lit mit Tiefgang, und das ist hier definitiv der Fall. Und ich mag auch Keyes' warmherzige, lustige Schreibe.


    Die Themen die in dem Buch angeschnitten werden sind keine leichte Kost, aber man muss sie nicht selbst durchgelebt haben, um mitfühlen zu können. Ich will hier nicht verraten um welche Themen es sich handlet, aber ich würde behaupten, dass jede Frau schon einmal von Nahem oder Fernen mit wenigstens einem davon schon konfrontiert wurde. Keyes' schreibt nicht nach dem Schema "Frau trifft Mann, Widrigkeiten im Weg, Widrigkeiten weg, Missverständnis, Aufklärung, Happy End". Was hier passiert ist viel vielschichtiger, komplexer und spannender. Es geht einem auch näher als die meiste Chick Lit und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Was ich aber besonders bemerkenswert bei diesem Buch fand, ist dass, so traurig manche Passagen auch sind, man immer noch mit einem Augenzwinkern weiterliest.


    Fazit:
    Ich würde dieses Buch jeder Frau empfehlen, es ist schön, es ist traurig, es ist lustig, es regt zum Nachdenken an und es hilft einem, und das ist meiner Meinung nach die Essenz der Literatur, sich in in andere glaubwürdig hineinzuversetzen, egal wie verquer diese sind.
    Für mich ist es bislang das beste Buch dieser Schriftstellerin und ich werde auch gespannt auf ihre nächsten Romane warten. Lest es auf Englisch wenn das geht, durch die Übersetzung geht doch manches verloren.
    Für mich definitiv das Genre-Highlight des Jahres.

    Kurze Beschreibung:
    Vincent und Bérangère heiraten. Wir erleben den Ablauf der Hochzeit aus der Perspektive von einigen grundverschiedenen Gästen. Tja, inhaltlich ist da eigentlich nicht mehr.


    Meine Rezi:
    Ok, man muss Romane mögen in denen nicht viel passiert. In denen verschiedene Perspektiven und Sichtweisen sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen, und dies auch verändern können. Familienfeiern sind ja selten spassige Angelegenheiten für die Teilnehmer. Jeder kämpft mit seinen Geheimnissen, mit dem Bild das sich andere von einem machen, mit Rivalitäten und dennoch meist einer gewissen Zuneigung. Ob wir nun die Hochzeit aus der Sicht eines kleinen Mädchens im einengenden Kleid, der der gebrechlichen alten Dame oder der des Bräutigams miterleben: die Feststellung bleibt die selbe...richtig glücklich ist an diesem "glücklichsten" Tag keiner. Was nun aber eine pessimistische Absage an die Hochzeit und an die Familie hätte werden können, wird gerettet durch die charmante, fast liebevolle Art in der Le Callet jeden Teilnehmer zu Wort kommen lässt. Sie beobachtet und gibt uns zu verstehen: das ist auch nur eine Familie. Man liebt sich und man treibt sich gegenseitig auch fast in den Wahnsinn.


    Somit ist es also ein zynisches, sarkastisches Buch, das geschickt unter die lächelnden Fassaden schaut, aber es ist auch ein leichtes, beschwingtes Buch, das einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. So etwas bringt auch nur eine Französin zu Stande...


    Fazit: Es ist jetzt kein Werk das man gelesen haben muss, aber man kann damit durchaus ein paar angenehme Stunden auf einer französischen Hochzeit verbringen. Ich würde es jedem empfehlen der was Leichtes mit ein wenig Tiefgang (hört sich widersprüchlich an, ich weiss) mag, was für Zwischendurch (ich habe es an einem Abend gelesen).
    Es ist auch ein Buch das man, wenn man Französischkenntnisse hat, auf Französisch lesen kann: relativ kurz, relativ einfach geschrieben, und dennoch schön (OT: Une pièce montée).

    Es ist nun als TB bei List erschienen.

    Oh, Dead like me ist toll!
    Sarkastisch, böse und irgendwie doch charmant. Was die allerdings mit der Synchronisation gemacht haben, kann ich nicht sagen, ich habe die Serie auf Englisch geschaut.
    Ich schreib Euch mal die Amazon Kurzbeschreibung rein.


    Kurzbeschreibung
    Georgia "George" Lass ist 18 Jahre alt, sarkastisch, gelangweilt und hat keine Lebensziele. Auf Drängen ihrer Mutter nimmt sie deshalb einen unterbezahlten Job in der Registratur an. Ausgerechnet dieser verändert ihr Leben radikal - denn in ihrer ersten Mittagspause wird sie von einem Toilettensitz der verglühten Raumstation MIR erschlagen. George lernt Rube kennen, einen "Sensenmann", der ihr erklärt, dass sie jetzt einen neuen Job hat. Fortan soll sie die Seelen Verstorbener retten und auf ihrer letzten Reise begleiten. George kehrt in einem neuen Körper auf die Erde zurück und muss nun irdische Probleme und himmlische Aufgaben lösen - ein echter Knochenjob!


    Allerdings...fällt mir jetzt kein vergleichbares Buch ein.
    Als Serie würd ich halt 6 feet under empfehlen, aber als Buch k. A.