So, ich bin gestern und heute endlich dazu gekommen den ersten Teil fast fertig zu lesen.
Ich schliesse mich meinen Vorrednern an: die Aufmachung des Buches ist wunderschön, auch ich streichle oft über den Schriftzug auf dem Cover. Es geht soweit dass ich mich gar nicht traue das Buch in der Tasche mitzunehmen und in der Bahn zu lesen, da ich Angst habe dass es unschön zerknicken könnte.
Bis jetzt bin ich absolut begeistert.
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von historischen Romanen, und wenn ich welche lese bin auch auch ziemlich kritisch. Kritisch bin ich auch hier, aber ich hatte bis jetzt nichts zu bemängeln.
Ich mag Charlies Stil sehr, die Anfangssätze des 2. Kapitels haben mich sehr berührt. Ich finde es auch toll dass viele Begriffe einem nicht geläufig sind. Da schlag ich immer wieder mal im Glossar nach, empfinde es aber nicht als
übertrieben. Einziges winziges Manko: ich lande dauernd bei den letzten Seiten der Geschichte anstatt beim Glossar, und habe dann Angst dass meine Augen (die immer von alleine viel zu schnell lesen) das Ende lesen. Das will ich nämlich noch nicht wissen.
Von Vineta habe ich noch nie bewusst gehört. Da ich aber die Mythen die sich um untergegangene Städte ranken sehr mag, bin ich hier natürlich richtig.
Auch die Götter die im Buch "vorkommen" sind mir nicht nie zu Ohren/Augen gekommen. Es ist also umso interessanter, für mich ein ganz "frisches" Thema.
Ich finde auch die Protagonisten sehr glaubhaft, besonders haben es mir natürlich Natalia und Anya angetan, wenn ich auch sehr gerne die Geschichte der ungleichen Brüder und die Julas verfolge.
Ich finde dass der Roman sehr emotional geschrieben ist (aber gar nicht kitschig), in dem Sinne dass man schon sehr schnell die Hauptpersonen ins Herz schliesst, mit ihnen leidet, und um sie bangt.
Natalia die erst mit Anya langsam jemanden bewusst lieben kann, und sich endlich fast als Mensch fühlt, die aber von Vineta träumt (und enttäuscht wird...oder nicht?), Anya die im letzten Abschnitt den ich las kränkelt, und wohl auch kein glorreiches Leben mehr vor sich hat.
Bole der im Schatten des Bruders steht, der doch in allem besser ist als er selbst, und auch noch der Erbe ist. Bole der nichts so sehr liebt wie seine Cousine Jula, die aber, wie die ganze Welt, nur Warti sieht. Bole bekommt sie dann ja, aber ich denke nicht dass sie glücklich werden, Jula ist ja so hasserfüllt.
Jemand hat geschrieben dass ihm/ihr Jula sehr unsympathisch ist. Warum denn? Sie kann ja nix dafür wenn sie denn falschen Mann liebt (der ihr anscheinend auch schon Hoffnungen gemacht hatte, für ihn ein Spiel, für sie die Erfüllung). Und wer schon einmal wirklich unglücklich verliebt war weiss dass man dann den Eindruck hat, sein Leben sei vorbei.
Sehr toll fand ich die Szene wo Bole reitet. "Reiten, ach reiten". Wie schön! Bole alleine mit der Natur und seinem Pferd fühlt sich endlich befreit von dem Bild das andere von ihm haben. Er ist ganz bei sich.
Jedenfalls: ich bin schon richtig emotional involviert mit den Protagonisten.
Ich bin gespannt ob Warti seine Liebe findet (Natalia?!!!), wie es Bole und Jula ergeht, was aus Anya wird...und was aus Vineta, dem "Sündenpfuhl" wird.
Das Lesefieber hat mich also voll und ganz gepackt, und ich werde dann mal weiter in schönen Worten schwelgen.