Beiträge von Cookiemonster

    Na Mittelalter ist halt so eine archaische, wilde, raue Welt, die uns in unserer Wohlstandsgesellschft einfach fasziniert. Weil es eben noch nicht so lange her ist, und trotzdem so absolut anders.
    Klar war es 'ne beschissene Zeit. Für die Leute die damals gelebt haben.
    Aber uns, in unserem warmen Sessel, gibt es definitiv einen Thrill solche Romane zu lesen.


    Ich bin mittlerweile nicht mehr so fasziniert vom Mittelalter. Als Jugendliche sah das aber ganz anders aus. Ich habe mit ungefähr 12 "Die Nebel von Avalon" gelesen, und da wars um mich geschehen, ich habe dann jahrelang alles verschlungen was in der Zeit spielte. Klar war davon vieles nicht realistisch, aber dennoch hat es mir enormen Spass gemacht. Das Mittelalter hat definitiv etwas märchenhaftes für den heutigen Betrachter: Schlösser, holde Jungfrauen, hohe Ritter, ritterliche Liebe, aber auch ein enorm schwieriges, unfreies Leben, das mit viel mehr Gefahren und Einschränkungen verbunden ist als unser heutiges. Dann noch die krasse Gegenüberstellung von Gut und Böse, Heiligen und Sündigen, Armut und Prunk...bietet definitiv Stoff für tolle Geschichten.


    Ich finde die Variationen der Artus-Sagen, Tristan und Yseult, William the Conqueror, historische Bauten und Kunst (man denke an den Teppich von Bayeux), Gotteswahn und Kult etc. immer noch spannend.


    Ich habe mal einen Artikel gelesen der sagte dass man sowieso nur einen Roman über das Mittelalter aus heutiger Sicht schreiben kann. Mit unseren heutigen Auffassungen vom Menschen und der Welt. Man kann sich höchstens ein wenig in die Zeit hineinversetzen, ganz kann uns das nie gelingen.
    Und dennoch kann es extrem unterhaltsam sein.


    Auf meinem RUB stehen noch Viola Alvarez und Sharon Penman, und ich freue mich auf beide ungemein. Auch auf die Fortsetzung von Ken Folletts "Die Säulen der Erde" bin ich gespannt. Generell fern halte ich mich von Titeln wie "Die ......in". Der Hype um das Mittelalter wird auch mal wieder abflauen.

    Zitat

    Original von Surreal
    Ich sitze hier am PC, surfe ein bisschen, und überlege, wie der durchdrehen muss, der heute diesen Millionen-Jackpot bekommen hat. Ist nämlich passiert, kam vorhin im Radio...


    Ja, ich bin so neidisch.
    Ich hatte dran geglaubt. :-(


    Ich sitz hier mit Gesichtsmaske, und überlege was ich als nächstes lese.
    Mein faules Studentenleben wird nur dadurch getrübt dass ich nachher arbeiten gehen muss.

    Originaltitel: The world to come.


    # Broschiert: 384 Seiten
    # Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (November 2007)
    # ISBN-10: 3833305290
    # ISBN-13: 978-3833305290


    Kurzbeschreibung
    New York. Auf einer Singleparty im Jüdischen Museum wird ein wertvolles Chagall-Gemälde gestohlen. Der Dieb ist Benjamin Ziskind, ein kauziger jüdischer Intellektueller, der einst als Wunderkind Furore machte und heute Fragen für eine Quizshow schreibt. Er ist davon überzeugt, dass das Gemälde seiner Familie gehört, und so klemmt er es unter den Arm und spaziert aus dem Museum. Dara Horn legt die Geschichte des Kunstwerks frei, die auf geheimnisvolle Weise mit der Geschichte der Ziskinds verknüpft ist.


    Die Autorin
    Dara Horn ist eine junge Amerikanerin aus New York, 1977 geboren, die in Harvard hebräische und jiddische Literatur studierte und schon mit ihrem ersten Roman "Ausgelöscht sei der Tag" viel gerühmt und preisgekrönt wurde. Nun liegt ihr zweiter Roman vor: "Die kommende Welt."


    Meine Meinung
    Auf dem Cover steht: "Wer Jonathan Safran Foer und Nicole Krauss mag, wird auch dieses Buch lieben.". Definitiv ein guter Anhaltspunkt, ähneln sich doch sowie Themen wie auch Protagonisten der Autoren.


    In diesem Buch geht es um universelle Themen wie Familie, Leben, Tod, Sinn, Schmerz, Trauer, Liebe, aber auch um Kunst und Glauben, die das Leben und seine Abgründe letztendlich auch erträglich(er) machen.


    Viel passiert nicht, inhaltlich ist die Erzählung aber trotzdem extrem reich, und bietet viel Stoff zum Nachdenken.
    Die Autorin arbeitet mit vielen Rückblenden, und so lernen wir langsam die Familie Ziskind kennen, verstehen Zusammenhänge und erschaffen langsam eine emotionale Landkarte.
    Die Reise führt uns vom Anfang des 20. Jahrhunderts in einem russischen Waisenhaus in das New York des 21. Jahrhunderts.
    Sie erzählt uns vom Leben jüdischer Künstler im kommunistischem Russland, von ihrem Werk, von der Karriere Chagalls, der all dies hinter sich lassen konnte, von fast vergessenen jiddischen Geschichten und Märchen, vom Viet Nam Krieg, vom Weiterleben nach dem frühen Tod der Eltern, von Sara und Ben, die Malerin und das Genie, die letzten lebenden Glieder der Familie, und von dem Wunder, das die kommende Welt ist.


    Ich muss gestehen dass mich der Roman vor allem wegen dem hübschen Cover interessiert hat. Pragmatisch wie ich aber bin habe ich die englische Fassung gekauft, und wurde prompt belohnt: da sieht das Cover aus wie ein putziger Chick-Lit Roman. Egal, es geht ja um den Inhalt.
    Ich habe das Buch sehr gern gelesen, und bin schon dabei mir Anthologien mit jiddischen/jüdischen Märchen zu besorgen.
    Schön fand ich auch die fast schon philosophischen Gedanken über das Leben. Wo fängt es an? Wann und wie? Was passiert wenn unser physisches Leben aufhört? Es wird sogar ein wenig mystisch...
    Mir ist die Familie Ziskind sehr ans Herz gewachsen, ich habe gelacht sowie auch mitgelitten.
    Wer gerne Familiengeschichten liest, auch ohne Thriller-Plot auskommt, und sich für die jiddische Kultur interessiert, Kunst mag, oder einfach ein schönes Buch lesen will ist hier bestens bedient.


    Ich vergebe 9 von 10 Punkten. Ich bin noch unentschlossen wie ich die letzten Seiten fand, würde das Buch aber definitiv weiterempfehlen.

    Zitat

    Original von Nachtgedanken


    Nein, bist Du nicht. Leider ist es nicht nur Familie Vielkopf, die sich im Ausland nicht zu benehmen weiß. Ich gebe zu, auch ich habe in einer Trattoria in Trastevere schon mal lauthals deutsches Liedgut zu fortgeschrittener Stunde von mir gegeben, aber da sass der (italienische) Wirt an unserem Tisch und hat mitgesungen und den ganzen Wein spendiert.
    Ich habe aber auch in den letzten fünfzehn Jahren einmal jährlich ein Seminar im europäischen Ausland (Slowakei, Ungarn, Tschechische Republik, Niederlande, Belgien, Frankreich etc.) geleitet, an denen ausschließlich Erwachsene mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Bürojob teilgenommen haben. Ich mache es nicht mehr, weil mir meine Zeit zu schade ist. Zu schade, mich über diese Deppen aufzuregen. Ich meine, muss ich Erwachsenen wirklich sagen, dass man sich beim Mittagessen nicht besäuft, wenn man hinterher ein Gespräch mit dem Bürgermeister hat? Oder dass man mit einem Türken in Strasbourg kein Kleinkinddeutsch redet? Die schlechten Manieren im Ausland sind keine neue Erscheinung...man denke nur an Malle.


    :write :write :write :write


    Naja. Ich seh's mit Humor: mehr Arbeit für mich, angehende Diplompädagogin.
    *ärmelhochkrempel*
    Abgesehen davon will ich doch auch so peinliche Familien im Fernsehen sehen. Wer will denn bei Punkt 12 gucken wie die netten und wohlerzogenen Akademikerkinder fein essen? Ich nicht.


    Aber ganz im Ernst mal jetzt: "Bodensatz"? :wow
    Wieder mal ein toller Beweis dafür dass solche TV-Sendungen sehr wohl auch ihren Sinn erfüllen: dass sich die intellektuelle Elite noch toller fühlen kann.
    Schade nur dass "wir" am aussterben sind...

    Aqua di Parma ist toll. Ich liebe Iris Nobilis von der Marke.


    Heute trage ich Champagne Snow Showers von Lush. Ist ein festes Prafum in ner Minidose, das nach Chapagner und Orangen duftet, ganz fein und frisch. Der Duft erinnert mich irgendwie an Schnee.


    Parfum kann man einerseits nie genug haben, da ich finde dass verschiedene Düfte zu verschiedenen Gelegenheiten passen.
    Andererseits find ich es auch toll wenn jemand "sein" Parfum hat, dem immer treu geblieben wird, und das dann zur Person gehört, das man mit der Person assoziiert.


    Kennt ihr die Seite ausliebezumduft.de? Da gibt es eine grossartige Auswahl an seltenen Parfums.

    Ich liiiiiiiiiiiiiebe Weihnachten.
    Aber "Last Christmas" geht GAR nicht. Und Heidi Klums Singversuche erst recht nicht.
    Ich freu mich schon auf den ersten Glühwein aufm Weihnachtsmarkt. Wenn es dann noch schneit: :-]

    Ok, dann such ich mir jetzt auch ein paar Threads die mich nicht interessieren, und rege mich darüber auf dass nicht alle Menschen meine Interessen teilen.
    Schliesslich unverschämt dass andauernd auf der Forumsübersicht Threads stehen die ich nicht mag, weil andere Leute (was für ne Idee) es sinnvoll finden darin etwas zu schreiben. Ja, auch ich bin ein pubertierender Teenager (oder wie auch immer jemand uns beschrieben hat).


    Nee, also echt Leute!
    Einatmen, ausatmen. Wenn ihr keine anderen Probleme habt ist das Leben doch schön.

    Der Thread war ja auch ein bisschen ironisch gemeint.
    Sinnfrei: absolut.
    Ich persönlich finde es auch sinnlos für jeden der Geburtstag hat einen Thread aufzumachen. Ein "Alles gute zum Geburtstag Thread" würde auch reichen. Meine Meinung, auch wenn mich keiner fragt, auch wenn ich mich deswegen auch nicht echauffieren würde.


    Nicht gleich :hau.


    Idee: da aber mein Thread eigentlich ironisch gemeint war wäre es mal ne Idee in die 15 anderen zu gehen, und denen dort auch die Tastatur zu verbieten.


    :keks

    Hallo meine Lieben!
    Manche haben sich ja schon Elben, Vampire (beissen die nicht?) und so'n Zeugs herbestellt.
    Als Thursday Next - Fan schlage ich Euch das Buchaustauschprogramm vor. Die armen Protagonisten brauchen ja auch mal Urlaub von ihrem Plot.
    Wer will wen bei sich aufnehmen?


    Da ich die Frage stelle antworte ich mal: wollte schon immer mal Jamie aus Diana Gabaldon bei mir haben. So ein zwei Wochen Besuch sind doch was feines!


    Zu Irmelin: das sah ich genauso. Tragisch ist halt für Irmelin dass sie sich dadurch vom Leben auch mehr erwartet, und dann doch noch an ihr Happy End (mit Bertram) glaubt, das aber nie vorgesehen war.


    Was das Thema Scham anging: das habe ich jetzt auch nicht so herausgelesen. Ich denke dass Scham immer noch ein Gefühl ist das auch in unserer heutigen Welt noch sehr präsent ist. Jeder hat Angst davor vor anderen sein Gesicht zu verlieren. Gerade heute in unserer Leistungsgesellschaft ist das Thema glaube ich sehr aktuell. Klar, man schämt sich vielleicht nicht mehr wie Oma dass das Wohnzimmer nicht perfekt aufgeräumt ist wenn Besuch kommt. Oder sieht es nicht mehr als Katastrophe an wenn jemand Fremdes uns nackt sieht.
    Aber es ist sehr schwer vor Fremden oder auch vor uns nahe Stehenden sich Scheitern einzugestehen. Interessant fand ich das Milgram Experiment, wo bewiesen wurde, dass die Probanden weitermachen, obwohl sie das Experiment unmenschlich fanden, weil sie damit sich selbst eingestehen würden dass sie schon die ganze Zeit selbst unmenschlich handeln, aus Scham also zuzugeben, dass ihr eigenes Verhalten moralisch verwerflich war.


    Nach längerem Nachdenken: Ludovik hat für mich kein Schamgefühl, Gutta ein viel zu ausgeprägtes, das sie daran hindert an ihrem eigenen Leben teilzunehmen, und Bertram kämpft sein ganzes Leben gegen die Scham eine Arschgeburt zu sein, ein Niemand. Und dann gibt es da noch die Toten auf seinem Weg die ihn verfolgen...Letztendlich kämpft er sein ganzes Leben dafür ein ehrbarer Bürger zu sein, ein erfolgreicher Mensch, der keine Fehler (mehr) macht.


    Allerdings hat sich mir das Thema beim Lesen jetzt spontan auch nicht erschlossen.


    So, um meinen ewig langen Beitrag abzuschliessen.
    Ja, ich kenne noch ein Buch über Scham, das ich erst vor kurzem gelesen habe.
    Die Hauptperson ist die der Gutta tatsächlich nicht unähnlich.
    Iris, wenn Dich das Thema interessiert, lese es! Es ist wirklich grossartig, bedrückend, und schön.
    Es handelt sich um: Das Versprechen der Ehe von Jette Kaarsbol.

    Zitat

    Original von Queeny


    Ich hab mich seit der Lektüre dieses Buches auch das ein oder andere Mal erwischt, dass ich Faxenkram laut gesagt oder gemurmelt habe :grin


    Dito!! :lache


    Anfangs mochte ich Gutta sehr. Aber ich kann ihre Kälte nicht verstehen, nicht nachvollziehen. Klar ist sie auch eine Gefangene der Umstände und der Konventionen. Aber mir ist z. B. wirklich erst ganz am Ende des Buches klar geworden dass sie Bertram wohl doch liebt.

    Ich habe das Buch auch noch gestern Abend fertiggelesen. Ich fand es grossartig, ein toller Historienroman (und das wo das nicht unbedingt "mein" Genre ist, meist find ich es zu "platt"), rundum gelungen. Es war ein echter Genuss es zu lesen!


    Das Ende allerdings, mit Guttas Veränderung hat mich auch verwundert. Schön zwar dass alles gut ausgeht, aber irgendwie war ich auch erstaunt wie lange Bertram im Gefängnis schmoren musste.
    Allerdings-vielelicht ist es auch ganz stimmig. Er ist ja schliesslich auch über Leichen gegangen um dahin zu seinem Erfolg zu kommen, und sie hat immer zurückgesteckt. Er hat also Sühne getan, und sie hat sich entfaltet.


    Den Buchtitel finde ich immer noch unpassend, wenn nicht irreführend. Aber das war wahrscheinlich auch der Entschluss des Verlages, oder?


    Auch ich würde gerne wissen ob es diese Familien gegeben hat, im Epilog wird ja darauf hingedeutet.


    --> Wie lange habt Ihr gebraucht, um ein Bild von den Hauptfiguren zu bekommen?


    Eine kleine Weile. Aber das fand ich auch schön: die Hauptcharaktere sind vielschichtig, und entwickeln sich ja weiter. Aber gerade das fand ich toll.


    --> Hättet Ihr gern noch mehr Historie drin gehabt oder war es vielleicht sogar zu viel?


    Genau richtig. habe mir heute extra die Geo speziell zu Luther geakuft um mehr zu erfahren. Finde es enorm wichtig in einem Historienroman dass die Geschichte nicht zu kurz kommt. Sonst widerspricht das ja dem Stempel "Historienroman"


    --> Mehr Sex?


    Nö, hat so gepasst. Fand die Szene in der Hochzeitsnacht lustig, und sehr passend.


    --> Was habt Ihr vermisst?


    Einen zweiten Teil. *gg* Aber der kommt ja bald! Eine historische Zeittafel hätt ich ganz gut gefunden.


    Was ich noch sagen wollte: sehr berührend fand ich die Badeszene, in der Gero die Frauen betrachtet. Die Betrachtungen fand ich sehr sehr schön.



    Im grossen und ganzen: Danke Iris für den Lesegenuss. Habe "die Pelzhändlerin" im Sub, und die ist seit dieser Lektüre ganz nach oben gerutscht. Hast einen neuen Fan.
    :wave