Gutta und Ludovik. Pfff.
Wie schade! Wie enttäuschend von Gutta. Wie meine Vorschreiberin schon sagte: die Person Gutta ist ziemlich verschwommen. Sehr wahr. Ich kann sie nicht einschätzen. Was würde sie sich denn vom Leben wünschen? Ich habe den Eindruck dass sie sich ihr Unglück grösstenteils selbst zuzuschulden hat...aber von aussen als Leser betrachtet ist das ja auch einfach zu sagen, das machen ja auch viele Menschen im "wahren Leben". Jedenfalls: ich mag die Frau nicht.
Ludovik ist richtig verbittert. Ich bin gespannt was aus den Schuldscheinen wird, und ob und wie er Bertram noch weiter ruinieren kann.
Traurig was aus Irmelin geworden ist. Traurig was das aus Guttas und Bertrams Beziehung gemacht hat. Die menschliche Verzweiflung die mal jeden von uns mehr oder minder ergreift wird sehr gut in dem Buch dargestellt.
Dennoch gibt es (wie im Leben) Lichtblicke: die Geburt der Tochter, ein neues erfolgreiches Geschäft, die Begegnung mit der schönen Italienerin...
Die Szenen in Italien empfand ich als sehr brutal, aber dennoch auch sehr realistisch. Ich finde auch die Stadtbeschreibungen sehr interessant und gut gemacht. Man bekommt so richtig ein mentales Stimmungsbild von den Szenen. Natürlich wird nichts geschönt (Gestänke, Tote etc.), aber gerade das macht es realistisch.
Ich fand die Zeitsprünge gelungen, auch wie man manchmal erst im Nachhinein erfährt warum etwas geschehen ist.
Man merkt schon: ich lese das Buch mit Begeisterung!
So, auf zum letzten Abschnitt!
Dennoch: eine Frage hätte ich noch. Ist nun Gutta die Kaufmannstochter? Oder etwa Konstanze, obwohl man von der fast noch nix mitbekommen hat? Oder wollte der Verlag nur einen weiblichen Titel, ob des männlichen Hauptprotagonisten, um die übliche Frauenklientel von Geschichtsromanen anzulocken?