Ein bisschen "Klatsch" zu Waris Dirie:
"I love you, I love you, but you don't love me!" Mit diesen Worten soll ein Portugiese seine vermeintliche sowie prominente Liebe in ihrer Wiener Wohnung bestürmt haben - dann schlug er der Frau ein blaues Auge. Jetzt sitzt der Mann in U-Haft: Er hatte sein Stalking-Opfer - die als "Wüstenblume" bekannte Schriftstellerin Waris Dirie - schon monatelang an deren früherem Wohnort in England verfolgt.
WAHN "Er lebt in dem Wahn, er führe mit ihr eine Lebensgemeinschaft", schildert Polizeijurist Harald Hofmayer von den Einvernahmen des 26-jährigen Paulo A. Als die aus Somalia stammende Autorin Waris Dirie von Cardiff nach Wien übersiedelte, folgte der hartnäckige Verehrer. Das Ex-Topmodell ist durch zwei autobiografische Bücher und ihren Kampf gegen die Genitalverstümmelung an afrikanischen Frauen weltweit bekannt.
In der Nacht zum Dienstag fand sich Paulo vor der neuen Wohnung der Autorin im Alsergrund ein. Die Frau war so perplex, dass sie den Mann eintreten ließ. Doch als sie seine Liebesbeteuerungen wieder nicht erhörte, rastete der Portugiese aus. Polizei rückte an und nahm den Tobenden mit. Man wollte den mittellosen Portugiesen in einem Caritas-Heim unterbringen.
Von dort machte sich Paulo sofort wieder auf zu seinem Opfer. Über eine leer stehende Wohnung drang er ins Stiegenhaus ein und wollte die Türe eintreten. Diesmal wurde der Portugiese festgenommen, wenig später vorerst U-Haft über ihn verhängt.
FETISCH "Gegen Stalker gibt es bei uns kaum eine Handhabe", so Hofmayer. Da in diesem Fall der Mann offenbar gewalttätig wurde, gab es einen rechtlichen Grund für seine Festnahme.
Nach Angaben des Opfers verfolge der Mann sie seit gut einem halben Jahr - seit dessen Bruder ihr Haus ausgemalt habe. Paulo soll auch während ihrer Abwesenheit in ihr Haus eingebrochen sein, einige Tage darin verbracht und dann Kleidungsstücke als Fetisch mitgenommen haben. Da in England gegen den Mann auch ein Verfahren läuft, wurde ihm offenbar sein Pass abgenommen. In Wien soll er sich mit dem Personalausweis seines Bruders ausgewiesen haben: Darin war ein Foto von ihm selbst.
"Am Besten wäre es, ihn in die Heimat abzuschieben - denn sonst steht er gleich wieder vor der Tür", fürchtet man bei der Polizei.
http://archiv.kurier.at/act/volltext.htm?schluessel=KURIER_200403111633300054&suche=Waris+Dirie&suchedatum=20040304%7C20040311&simple=1