Beiträge von Engel43

    Hier ist ja schon einiges zu dem Thema geschrieben, ich fand das Buch auch eher oberflächlich. Ich habe es für unseren Krimistammtisch gelesen, aber nachdem Poznanski / Strobel dieses Thema schon deutlich besser beschrieben haben, ist das Buch bei mir leider durchgefallen.

    Die Figuren waren mir zu schal, es kam keine richtige Spannung auf, irgendwie fand ich es "herunter geschrieben". Schade, ich hatte mir nach dem Klappentext mehr versprochen.

    Autor:

    In ihrem Leben außerhalb des Schreibens arbeitet Alesia Fridman in einem medizinischen Beruf. Dort trifft sie immer wieder auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die ihrem Schicksal auf unterschiedliche Weise begegnen. Manche Geschichten gehen ihr nie wieder aus dem Kopf. Es ist die Bandbreite menschlicher Emotionen, die die Autorin fasziniert und mit denen sie ihre Leser berührt. Sie erzählt Geschichten von Menschen, deren Leben eine unerwartete Wendung nimmt, die Liebe finden, wo sie sie gar nicht gesucht haben, oder die Wege einschlagen, von denen sie nicht absehen können, wohin sie führen.


    Obwohl es in ihren Romanen Elemente gibt, die verschiedenen Genres wie Reiseroman, romantischer Thriller oder erotischer Roman zugeordnet werden können, handelt es sich bei allen Geschichten der Autorin um Entwicklungsromane.


    Klappentext:

    Zwei Jahre Haft lautet das Urteil für Matteo Valluzzi, der in Boston Geld für die italienische Mafia gewaschen hat. Matteo ist jung, weiß und zart gebaut. Damit wird er zum Spielball der zumeist schwarzen Insassen des Staatsgefängnisses, bis der Russe Sergej ihn unter seine Fittiche nimmt. Sergej schützt Matteo zwar vor den Übergriffen der anderen Gefangenen, doch dafür missbraucht er ihn sexuell. Unter Sergejs Schutz übersteht Matteo die Zeit im Gefängnis weitgehend unbeschadet. Es gelingt ihm sogar, noch im Gefängnis die Weichen für seine berufliche Zukunft zu stellen. Auch nach der Entlassung aus der Haft kann sich Matteo nicht aus der Beziehung zu Sergej befreien. Er kämpft darum, sich ein neues Leben aufzubauen, doch seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Das psychologische Phänomen, bei dem die Opfer einer Entführung ein emotionales Verhältnis zu den Tätern aufbauen, wird seit einer Geiselnahme 1973 in der schwedischen Hauptstadt als Stockholm-Syndrom bezeichnet. Dieses Phänomen wurde auch bei anderen Gewalttaten beobachtet. Kann aus einer solchen Beziehung Liebe werden? Die sensibel erzählte Geschichte eines Mannes, der durch eine Kette von Entscheidungen und Ereignissen in einen tiefen Abgrund gerissen wird und dessen Leben sich dadurch in eine unerwartete Richtung entwickelt.


    Meine Meinung:

    Der Roman „Kettenreaktion“ von Alesia Fridman hat mich doch sehr überrascht, es steckt viel mehr in dem Buch als ich erwartet habe. Matteo Valluzzi, der wegen Geldwäsche zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde, kommt in ein Gefängnis, wo eher die harten Fälle inhaftiert sind. Dort trifft er auf den Russen Sergej, der bei den anderen Insassen hoch angesehen ist. Sergej macht Matteo zu seinem „Eigentum“ und beschützt ihn, aber der Preis ist hoch, Matteo wird von Sergej regelmäßig sexuell missbraucht. Im Gefängnis herrschen ganz eigene Regeln und das Leben ist hart.

    Das Buch schildert den Alltag im Gefängnis sehr genau. Die psychische Abhängigkeit zweier Menschen, die im Gefängnis beginnt, sich aber auch nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht verflüchtigt. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer verwischen, Matteo zeigt seine Dankbarkeit auch nach der Gefängniszeit, wobei er es freiwillig macht. Die Thematik ist sehr gut ausgearbeitet und mich hat der Roman gefesselt. Selten hat mich ein Buch gleichzeitig berührt und schockiert, auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung von mir.


    Zusatz: Das Buch ist im Selbstverlag erschienen, es kann aber über den ganz normalen Buchhandel bestellt werden oder auch über die Autorin direkt.