Ich kann mich Voltaire und Ronja nur anschließen!
Wir leben in einer Zeit, in der es für unser Land bzw. die EU immer wichtiger wird, uns nicht auf den Lorbeeren der relativ schnell vorangeschrittenen Industrialisierung auszuruhen, sondern gut ausgebildete junge Menschen in die Berufswelt zu entlassen. Und dazu gehören sowohl Nicht-Akademiker als auch Akademiker! Eine gut ausgebildete Bevölkerung wird für uns in den nächsten Jahren immer wichtiger werden und gerade auch das breite Angebot von Studienfächern und die relativ freie Wahl der Studienfächer nach Interesse und Fähigkeiten gewährleistet doch diese breite Bildung der Bevölkerung! Auch wenn vielleicht nicht immer gewährleistet ist, dass jm. nach dem Studium in seinem erlernten Beruf arbeitet, sind es doch oftmals genau die dort erworbenen Fähigkeiten, die sein Weiterkommen in einer anderen Sparte ermöglichen (Quereinsteiger mit sinnvollen Biografien finde ich absolut gut).
Ich habe ein Studium genossen, das sehr schulisch angelegt war (mittlerweile gibt es auch dort Wahlfächer etc); d.h. zu Semesteranfang gab es einen Stundenplan an den man sich zu halten hatte. Die Prüfungszeiten waren streng vorgegeben und die Zulassung zur Prüfung erfolgte nur, wenn man den letzten Studienabschnitt (d.h. die Prüfungen nach dem letzten Sommersemester spätestens nach der Nachprüfung mit maximal 1/2 Jahr Verspätung) abgeschlossen hatte.
Dieses System gewährleistet, dass man eigentlich fast nicht bummeln kann und die Studenten ihr Studium auch erfolgreich abschließen.
Nachteil ist dann aber ganz klar, dass das Jobben nur in einem sehr begrenzten Zeitrahmen möglich ist, da die Stundenpläne gut gepackt sind (es sei denn, man legt keinen Wert auf Vorlesungen und kann alleine mit fremden Mitschrieben und aus Büchern lernen). Wenn man solche Bedingungen mit ausreichend Spielraum in anderen Studiengängen heranzieht, könnte man notorische Langzeitstudenten vermeiden.
Ich finde Studiengebühren bei "Bummlern" gerechtfertigt, ansonsten tue ich mich damit auch etwas schwer. Ich hatte das Glück, dass mich meine Eltern finanziell unterstützt haben, Anspruch auf Bafög hatte ich keinen, hatte aber deutlich weniger als den Höchstsatz zur Verfügung und habe für meine privaten Vergnügungen halt in den wenigen praktikumsfreien Semesterferien gejobbt). Ich finde es gut, wenn der Staat ein relativ kostengünstiges Studium ermöglicht (ohne teils horrende Studiengebühren wie z.B. in den USA) und bin auch gerne bereit, dies mit meinen Steuern zu unterstützen!
Vielleicht sollte man auch daran denken, dass genau diese Menschen, denen man mit Hilfe einer finanzierten Ausbildung in den Beruf verhilft, später die eigene Rente zahlen. (gut, meine zwar nicht, da eigene "Berufs-Rentenkasse" - aber das tut ja nichts zur Sache)
Meinen Senf zu Studium und Intelligenz muß ich auch noch dazu geben:
Ich habe sowohl unter Studenten sehr kluge als auch wirklich strunzdumme (sorry) Leute getroffen, das gleiche gilt aber auch für Leute mit nicht-akademischem Bildungsweg. Das Abitur ist in dem Sinne sicherlich kein Qualitätskriterium bezüglich der Intelligenz. Ich bin übrigens auch die wirklich allererste in meiner gesamten Familie mit Studium gewesen, alle anderen hatten einen nichtakademischen Bildungsweg eingeschlagen. Und ich habe trotzdem sehr kluge und erfolgreiche Menschen in meiner Familie ![:-]](https://www.buechereule.de/images/smilies/pleased.gif)
Zitat
Original von Bernard
Ich habe mich im Berufs-Informationszentrum kundig gemacht und mich dann für Wirtschaftsinformatik entschieden, wobei auch die Frage der Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Ich hatte mich ja mal spaßeshalber bei einem unserer schulischen Pflichtbesuche beim BIZ erkundigt, ob man denn guten Gewissens Veterinärmedizin studieren könne. Die guten Leute dort haben vielleicht eine Ahnung, welche Ausbildungsberufe es gibt und können in dieser Hinsicht beratend mitwirken, aber auf die Prognosen über berufliche Chancen sollte man sich lieber nicht verlassen (mir wurde gesagt, dass ich dort auch in den nächsten Jahren ganz schlecht aussieht. Hmm, ich war noch keine Sekunde arbeitslos und zum Ende meiner Doktorarbeit hätte man mich am liebsten schon viiiel früher unter Vertrag genommen
(einer Kollegin in einem anderen BIZ ging es ähnlich...)
Aber im Ernst: man sollte seinen Beruf nach seinen Fähigkeiten wählen. Wer Spaß daran hat, wird auch erfolgreich sein können.