Hallo,
auch wenn das Buch schon etwas älter ist (in Bezug auf die aktuelle politische Situation im Irak), informiert es gut über die grundsätzliche Lage, die verschiedenen Volksgruppen und im speziellen über die nördlichen Gebiete des Landes (Kurdistan).
Wenn man diese Erwartung an das Buch hat, wird man nicht enttäuscht.
Keiner sollte an dieses Buch die erzählerischen Erwartungen eines Romans anlegen, dem wird nämlich nur in Ansätzen gerecht.
Gut herausgearbeitet wird z.B. der Umstand, dass Exilanten/Flüchtlinge nach ihrer Rückkehr vielfach Schwierigkeiten haben, wieder Fuß zu fassen im eigenen Land.
Diese Schwierigkeiten ergeben sich ja auch in abgeschwächter Form bei unseren sogenannten "Gastarbeitern", wenn sie im Rentenalter versuchen in "ihr" Land zurückzukehren.
Hier noch nicht voll angenommen - dort zu lange weg, um noch voll angenommen zu sein.
Sehr eindrucksvoll wurde die innere Zerrissenheit des Landes skizziert.
Die Beschreibung der persönlichen Beziehungen/Probleme innerhalb der WG blieb oftmals an der Oberfläche, was mich nicht störte, da mir die Beschreibung des Landes und die politischen Zusammenhänge ohnehin wichtiger waren.
Fazit: Informativ und lesenswert.
LG