John Grisham - Das Bekenntnis

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    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (4. März 2019)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3453272137
    • ISBN-13: 978-3453272132



    Über den Autor:

    John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.


    Inhaltssangabe:

    Wenn aus der Wahrheit Böses wächst - der neue große Roman von John Grisham

    Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war.



    Meine Kritik:

    John Grisham ist bekannt für seine verzwickten Justizthriller. In „Das Bekenntnis“ allerdings geht es relativ wenig um Juristisches. Es ist auch weniger ein Thriller als vielmehr ein Drama. Ebenfalls ungewöhnlich: Diesmal spielt die komplette Geschichte in der Vergangenheit. In den 1940er Jahren, um genau zu sein.

    Es geht mal wieder um die Stadt Clanton in Mississippi, die Grisham-Fans schon aus etlichen anderen Romanen kennen. Kriegsheld und Farmer Pete Banning steht eines Morgens auf, um ganz gezielt den Pfarrer der Gemeinde zu erschießen. Den Mord streitet er auch nicht mal ab und verbietet seinem Anwalt sogar, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Es kommt wie es kommen muss: Pete wird vom Gericht zum Tode verurteilt. Weil er ein Kriegsheld ist, bietet ihm der Gouverneur eine Abmilderung der Strafe in lebenslange Haft an, doch selbst mit dieser Aussicht ist Pete nicht bereit, die Gründe für seine Tat zu nennen. Da Sympathien für einen dermaßen sturen Protagonisten aufzubringen fiel mir nicht leicht. Jemand, der nicht mal im Angesicht des Todes den Mund öffnen will, ist nur schwer zu verstehen.

    Mit Petes Hinrichtung ist der Roman allerdings nicht vorüber. Nein, danach gibt es einen gewaltigen Zeitsprung zurück und wir werden in Petes Vergangenheit involviert und bekommen sogar Petes komplette Militärzeit während des zweiten Weltkrieg erzählt. Inklusive seiner Gefangennahme auf den Philippinen und den mehrjährigen Guerilla-Einsätzen. Für jemanden wie mich, der auf einen Justizthriller eingestellt war, war das zwar interessant, aber viel zu weitläufig erzählt und daher nicht ganz so spannend.

    Aber die Spannung hielt sich in diesem Roman ohnehin in Grenzen. Trotz der dramatischen Ereignisse war es ein etwas schleppender Anfang und auch danach wurde es nicht so viel besser. Zumindest rätselte ich nicht wirklich darüber, wieso Pete den Pfarrer umgebracht hatte und nicht darüber reden wollte. Ich ging einfach davon aus, dass es dafür schon einen aus seiner Hinsicht plausiblen Grund geben würde. Vielleicht lag das Desinteresse daran, dass es lange Zeit keine direkte Hauptperson gab und die Handlung ständig zwischen allen möglichen Personen hin und her sprang.

    Ein weiteres Manko waren die ständigen Verzögerungen: Mehrmals führte einen der Autor in die Nähe von Petes Beweggründen für den Mord, aber natürlich folgte die Auflösung erst zum Schluss. Gut fand ich allerdings die gelegentlich eingestreute Kritik an den damaligen diskriminierenden US-Rassengesetzen.

    Der letzte Teil des Romans beschäftigt sich mit der Frage, was für rechtliche und persönliche Folgen eine Mord nach sich ziehen kann. Das war wieder mehr interessant – und stellenweise recht erschütternd.

    Während der doch recht detaillierten Geschichte kam mir einige Male der Gedanke, dass die Handlung vielleicht auf wahren Begebenheiten beruhen könnte. Aber laut der englischen Wikipedia-Seite von "The Reconing" ist alles rein fiktiv (abgesehen von den historischen Fakten über den zweiten Weltkrieg).



    Anmerkung: Ich wusste nicht recht, wo bei den Büchereulen ich diese Rezi posten sollte. Aber nachdem der Roman bei Amazon unter "Krimi" gelistet ist, habe ich mich hierfür entschieden.