Dania Dicken - In den Ketten der Angst

  • Dania Dicken, Jahrgang 1985, schreibt seit der Kindheit. Die in Krefeld lebende Autorin hat Psychologie und Informatik studiert und als Online-Redakteurin gearbeitet. Mit den Grundlagen aus dem Psychologiestudium schreibt sie Psychothriller zum Thema Profiling. Bei Bastei Lübbe hat sie die Profiler-Reihe und "Profiling Murder" veröffentlicht, im Eigenverlag erscheinen "Die Seele des Bösen" und ihre Fantasyromane. Die Thriller-Reihe um die angehende FBI-Profilerin Libby Whitman ist ihr neuestes Projekt.


    Der Mensch hat ein Recht auf Freiheit


    "Sklaverei, Menschenhandel ist nicht tolerierbar, nicht akzeptabel und nicht verhandelbar.“ (Kailash Satyarthi)

    Washington DC wird durch eine Mordserie an jungen Frauen erschüttert. Owens Partner Benny Morgan bittet die Agents Libby Whitman und ihre Kollegin Julie für ein Profil einen Blick in die Akten zu werfen. Schnell sind sich die beiden Profiler einig, dass sie es hier mit Menschenhandel zu tun haben. Außerdem sind sie sicher, dass die brutalen Morde von keinem Einzeltäter stammen, sondern eine Organisation dahintersteckt. Für Benny ist klar Libby weiß am besten, was diese Frauen durchmachen. Als dann eine 17-jährige Schülerin vermisst wird, setzen die Profiler der BAU alles daran, um ihr Leben und das der anderen zu retten. Niemand ahnt, dass die Täter längst jemand von ihnen im Visier hat.


    Meine Meinung:

    In Libby Whitmans elftem Fall geht es um die Themen Menschenhandel, Loverboys, Prostitution, Folter, Misshandlung, Vergewaltigung bis hin zu Mord. Ohne zu ahnen, bearbeitet die Autorin hier eine Thematik, die in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Polizei rückt. Besonders Europa und gerade Deutschland hat diesen Verbrechern hier einen Nährboden bereitet durch die vielen Bordelle. Doch in diesem wieder sehr gut recherchierten Fall führt uns die Autorin auch in die Seele der Betroffenen. Wir dürfen miterleben, wie sich Menschen fühlen, die gefoltert, missbraucht werden und Angst um ihr Leben fürchten. Erschüttert hat mich, dass es diesmal vor allem um sehr junge Frauen geht. Diesen wird meist durch sogenannte Loverboys etwas vorgespielt und sie geraten dann in die Hände von Verbrechern, aus deren Fänge sie alleine nicht wieder herauskommen. In diesem Fall endet es größtenteils dann sogar noch tödlich, wenn sie versuchen, sich zu wehren oder fliehen. Durch den lockeren, flüssigen Schreibstil und die fesselnde Story kann ich das Buch kaum mehr weglegen. Allerdings ist die Thematik und vor allem die brutalen Szenen mit den Mädchen nichts für schwache Nerven. Gerade die Vorstellung, dass es solche Verbrechen zu Tausenden wirklich im realen Leben gibt, macht mich fassungslos und beschert mir eine Gänsehaut. Vielleicht ist es genau das, warum immer wieder junge Menschen vermisst werden? Dass Libby noch immer mit dem Trauma von Vincent Bailey zu tun hat, wird mir hier ebenfalls bewusst. Doch Libby ist eine Kämpferin und ich bin mir sicher, dass sie es irgendwann schafft. Wie es mit der Trennung von Julie und Kyle weitergeht, erfahre ich ebenfalls. Außerdem begibt sich Benny Morgan bei einem Undercover Einsatz in Gefahr und ein Agent gerät in die Fänge der Verbrecher. Obendrein gibt ein Wiedersehen mit Julies Mutter, Profilerin Andrea Thornton, was mir gut gefiel. Besonders, weil ich sie durch die ersten Profiler Reihe der Autorin begleiten durfte. Dass es auch in den USA Grenzen für Ermittler gibt, das erfahren ich hier ebenso. Gerade die Harmonie zwischen Ermittlungen, Psychologie und Privatleben machen diese Reihe für mich lesenswert. Deshalb erneut 5 von 5 Sterne von mir. :thumbup:


    ASIN/ISBN: B09GYBM8NM

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."

  • Libby bangt um ihre Freundin


    In den Ketten der Angst, Thriller von Dania Dicken, 11.Teil der Libby-Reihe, E-Book.
    Profilerin Libby Whitman ermittelt in ihrem 11. Fall
    In Washington werden einige brutal misshandelte und getötete Frauen gefunden, das MPDC steht vor einem Rätsel und Benny Morgan wendet sich an die Agenten des FBI um ein Täterprofil zu erstellen. Dabei werden bei Libby wunde Punkte berührt die sie noch nicht verarbeitet hat. Die Recherchen der BAU Agenten führen in die Kreise des organisierten Verbrechens. Benny begibt sich durch verdeckte Ermittlungen in Lebensgefahr um in den besagten Kreisen zu recherchieren. Eine Kette von sehr gefährlichen Reaktionen wird dadurch ausgelöst.
    Diese Folge habe ich mit Spannung erwartet, denn ich wollte unbedingt wissen wie es mit Kyle und Julie weitergeht.
    Wieder eine Libby-Folge die an Spannung kaum zu überbieten war, ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen, es war einfach unmöglich den Reader wegzulegen. Menschenhandel Zwangsprostitution, Misshandlung nichts was es in Wirklichkeit nicht auch gibt. Gerade dieses Thema finde ich schwer zu ertragen. Wenn ich nicht gelesen habe, haben mich die Gedanken daran nicht losgelassen. So sollte ein Thriller sein. Dramatische Höhe- und Wendepunkte ließen mich kaum Luft holen. Die Verwicklungen konnte ich aus diesmal nicht vorhersehen. Egal wen es bei den geschätzten Figuren trifft, keiner hat es verdient und der Leser macht sich Sorgen und Hoffnungen, dass letztendlich das Gute siegt. Obwohl die Autorin auch in dieser Folge nicht zimperlich mit ihren Figuren umgeht. Die Handlung und die Taten der Charaktere waren durchgehend authentisch, wenn auch nicht immer im Guten. Alle wirken echt die Guten wie die Bösen. Meine Helden in dieser Folge natürlich Libbys beste Freundin Julie, die um ihre Freundin solange wie möglich zu schützen, durch die Hölle gegangen ist. Aber auch Benny möchte ich erwähnen, ein toller und verlässlicher Freund und sehr mutig. Dania Dicken hat eine gute Hand bei der Erschaffung ihrer Figuren, besondere und einmalige Charaktere die ich mir auch alle sehr gut bildlich vorstellen kann, die sich von Band zu Band weiterentwickeln, das erschafft tiefe Verbundenheit mit den Handelnden. Wie Libby durch die Ermittlungen getriggert wird, hat mich emotional sehr berührt. Viel zur Spannung beigetragen haben die verschiedenen Erzählebenen. Die Abschnitte aus Opfer- sowie Tätersicht, wechselt sich so genial mit der Erzählebene ab, dass der Lesefluss nicht gestört, sondern die Spannung noch erhöht wird. Die Auflösung ist nachvollziehbar und angemessen.
    Mein besonderes Highlight, das Gastspiel von Andrea und Greg Thornton, den Eltern Libbys.
    Die Besonderheit, jedes der einzelnen Bücher mit einem Familienfest enden zu lassen, rundet die Folgen ab und macht mir sehr viel Freude, das bindet den Leser an die Serie.
    Von mir 10 Sterne, volle Punktzahl.